Dienstag, 4. August 2015

Stimmen der Audi-Piloten zum Wochenende in Spielberg

Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
Edoardo Mortara (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #48) Platz 1 / Platz 3
„Ich habe hier in Spielberg 40 von 50 möglichen Punkten geholt, viel besser hätte es kaum laufen können. Mein Traum vor dem Wochenende war es, mich mit guten Leistungen zurück in den Titelkampf zu fahren – das habe ich geschafft. Ein anderer Traum wird in den nächsten Tagen wahr: Ich bin hier am Red Bull Ring für eine PR-Aktion Passagier in einem Kunstflugzeug. Für mich als Fan etwas extremer Aktivitäten wird das bestimmt ein tolles Erlebnis.“
 
Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM #5) Platz 5 / Platz 1„Viele gratulieren mir zu einem perfekten Wochenende – aber so etwas gibt es in der DTM mit dem neuen Format nicht mehr, denn dazu ist die Leistungsdichte einfach zu hoch. Wenn man Samstag und Sonntag gute Punkte holt, darf man hochzufrieden sein. Genau das ist mir in Spielberg gelungen, deshalb bin ich rundum glücklich. Die Führung in der Meisterschaft ist zwar schön, bedeutet aber rein gar nichts. Bis zum Titel ist es noch ein weiter Weg. Ich glaube, am Ende werden nicht die Siege entscheiden, sondern, wie gut die schlechten Rennen von uns Jungs an der Spitze sein werden. Die nächste Herausforderung wartet in ein paar Wochen in Moskau: Dann bin ich nicht nur der älteste und schwerste Fahrer der DTM, sondern habe auch das schwerste Auto im ganzen Feld.“
Mike Rockenfeller
Foto: Audi-Motorsport
Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Platz 8 / Platz 4
„Das Wochenende war okay. Wenn man sieht, wie stark Audi an diesem Wochenende war, muss man sagen, dass mehr möglich war. Aber die Plätze acht und vier in einer so hart umkämpften Serie wie der DTM einzufahren ist dann so schlecht auch wieder nicht. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. Kompliment auch an die Fans in Spielberg: Hier wird Motorsport noch gelebt. Das spürt man als Fahrer und deswegen komme ich immer wieder gerne zum Red Bull Ring.“
 
Nico Müller (Audi Financial Services Audi RS 5 DTM #51) Platz 12 / Platz 5
„Mein Spielberg-Fazit fällt positiv aus. Der Samstag hätte besser sein können, diesbezüglich müssen wir an unserer Qualifying-Performance arbeiten. Umso erfreulicher war der Sonntag: Bei den sehr schwierigen Bedingungen von elf auf fünf vorzufahren, damit bin ich sehr happy. Die zehn Punkte nehme ich gerne mit in die Sommerpause.“
 
Adrien Tambay (Playboy Audi RS 5 DTM #27) Platz 10 / Platz 17
„Ein Punkt am Wochenende ist natürlich nicht das, was wir uns erhofft haben. Trotzdem: Von den Rundenzeiten her waren wir nicht so schlecht. Am Samstag haben wir mit dem zehnten Platz das Beste aus der Startposition gemacht, außerdem hatte ich einige schöne Zweikämpfe. Bei den schwierigen Bedingungen am Sonntag wäre sogar ein Ergebnis in den Top Sechs möglich gewesen, aber Ausrutscher haben wichtige Punkte gekostet. Vor den Rennen in Moskau werde ich ein paar Tage in Südfrankreich ausspannen.“
 
Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM #17) Platz 18 / Platz 14
„Ein starkes Wochenende für Audi und unser Team, Glückwunsch an Edo (Mortara) und Mattias (Ekström). Ich persönlich muss die Rennen in Spielberg jetzt schnell abhaken und nach vorn schauen: Nachdem wir ein bisschen durchgeatmet haben, greifen wir in Moskau wieder an. Eins ist klar: Die Fans können sich auf eine spannende zweite Saisonhälfte freuen.“
 
Timo Scheider (AUTO TEST Audi RS 5 DTM #10) Platz 16 / Wertungsausschluss
„Nach dem schwierigen Samstag hatten wir im Sonntag im Regen einen ordentlichen Speed und ich lag in den Punkterängen. Am Ende haben mich zwei Mercedes-Piloten hart attackiert und überholt. Die nächste Kurve habe ich wie immer angebremst, mein Vordermann anscheinend nicht, und ich habe ihn erwischt. Dass daraufhin beide von der Strecke gerutscht sind, war sicherlich nicht meine Absicht. Es tut mir für Robert (Wickens) und Pascal (Wehrlein) sehr leid. Ich weiß ganz genau, wie man sich in so einer Situation fühlt. Den Wertungsausschluss muss ich akzeptieren.“
 
Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Ausfall / Platz 18
„Am Samstag war der Speed im Trockenen da. Nach Platz zwei im Qualifying habe ich das Rennen bis zu meinen frühen Getriebeproblemen angeführt. Am Sonntag waren die Vorzeichen ganz andere, es war den ganzen Tag nass. Und da waren wir schlicht nicht schnell genug. Das kann ich als Fahrer besser, was ich im vergangenen Jahr bei ähnlichen Bedingungen bewiesen habe. Wir müssen checken, wo wir uns da verbessern können. Aber ich schaue nach vorn: In den nächsten Tagen mache ich in Ingolstadt einen Deutschkurs. Donnerstag steht bei Rosberg ein Barbecue an, danach mache ich mit der Familie einige Zeit frei und dann greifen wir in Moskau neu an.“

Montag, 3. August 2015

Scheider fliegt nach Foul aus der Wertung

Die Aktion von Timo Scheider in der letzten Rennrunde beim Sonntagsrennen in Spielberg hat Konsequenzen. Der Audi-Pilot hatte die vor ihm fahrenden Mercedes-Benz-Fahrer Robert Wickens und Pascal Wehrlein von der Strecke befördert – mit Absicht, wie die Rennkommissare am späten Sonntagabend entschieden.

Timo Scheider wurde aus der Wertung ausgeschlossen und verliert wichtige Punkte für Rang sechs
Foto: Jens Hawrda
Die Folge: Wertungsausschluss. „Nach Ansicht der Sportkommissare muss aufgrund der Telemetriedaten und der vorliegenden Videoaufnahmen davon ausgegangen werden, dass die Kollision absichtlich herbeigeführt wurde“, heißt es in der Urteilsbegründung des DMSB. Das betroffene Audi Team Phoenix verzichtete auf eine Berufung.
 
Scheider war nach seinem viel diskutierten Manöver auf der sechsten Position über den Zielstrich gefahren. Nach seinem Ausschluss erbt diesen Rang nun Lokalmatador Lucas Auer. Maximilian Götz kletterte auf Platz sieben, Christian Vietoris auf den achten Rang, für Paul Di Resta ging es rauf auf Platz neun und António Félix da Costa bekommt auf den zehnten Platz nun den letzten Punkt für die Fahrerwertung gutgeschrieben. Für Wehrlein kein Trost. Schließlich rutschte der 20-Jährige durch den Ausfall in der Fahrerwertung vom ersten auf den dritten Rang ab.
 
In einer zweiten Entscheidung leiteten die Sportkommissare vor Ort die Vorfälle rund um eine mögliche unsportliche Anweisung per Funk durch das Audi Team Phoenix beziehungsweise Audi Sport an das Berufungsgericht des DMSB zur weiteren Untersuchung weiter. Bis zu einer Entscheidung des Sportgerichts bleibt das Ergebnis des zweiten Rennens in Spielberg vorläufig.

Das Sportgericht des DMSB muss nun entscheiden ob überhaupt ein Verfahren eingeleitet wird. Kommt es zum Verfahren ist eine Geldstrafe ebenso möglich wie ein Lizenzentzug. Auch für das Team, da Phoenix einem Dritten (Dr. W. Ullrich) den Eingriff in den Funkverkehr gewährt hatte. Es wäre theoretisch auch denkbar, das man Timo Scheider die Lizenz entziehen.

Audi nimmt zum Funkspruch Stellung

In einer Pressemitteilung hat sich Audi drei Stunden nach Rennende zu dem Vorfall Funkspruch und folgendes Foul von Scheider gegen Wickens geäußert.


http://www.dtm.com/de/dtmtv/?pl=PLrjmhNF7Jz1wPYNOKWbjQzhB31mufQdKw&v=5d08rS9wOeI
hier die Szene im Video (klick ins Bild)
Dort wird Dr. Wolfgang Ullrich mit folgenden Worten zitiert. «Was mit Timo gemacht wurde, war nicht die feine Art. Aber es war ganz sicher auch nicht unsere Absicht, dass Robert (Wickens) und Pascal (Wehrlein) im Kiesbett landen. Dass ich in der ersten Emotion am Kommandostand gerufen habe: ‚Timo, schieb ihn raus’, tut mir leid. Ich funke während des Rennens nicht mit den Fahrern und wusste nicht, dass der Funk offen ist. Es war auf gar keinen Fall eine Anweisung an Timo», sagte Ullrich.
 
«Ich kann mich bei Mercedes für diesen Spruch nur entschuldigen. Eine solche Äußerung drückt nicht mein Verständnis von Motorsport aus, sondern war allein dem Adrenalin in diesem Moment geschuldet. Ich bin ein Racer und war wütend, wie mit Timo umgegangen wurde. Schade ist, dass durch den Zwischenfall ein Schatten auf der makellosen Leistung von Mattias und der ganzen Audi-Mannschaft liegt», so Ullrich weiter.

Superbike Schleiz: Forès und Reiterberger teilen sich die Siege

Rennen 1:
 
Das Schleizer Dreieck steht bei Markus Reiterberger (Van Zon-Remeha-BMW) hoch im Kurs. Wenn er sich irgendwo den Sieg nicht nehmen lassen will, dann hier, auf seiner Lieblingsstrecke. Auf dem Buchhübel positionierte sich der Obinger Fanclub, ein ganzer Bus voll war aus dem Heimatdorf Reiterbergers angereist.

Der Start von der Pole-Position gelang Reiterberger, dennoch konnte sich Xavi Forés (3C-Racing Team) an ihm vorbeiquetschen. Reiterberger hob es gleich in der ersten Runde bei einem angedeuteten Highsider aus dem Sattel, er hielt sich aber auf dem Motorrad.
Forès vor Reiterberger
Foto:Jens Hawrda
Fortan legten sich die beiden wie schon bei den vorangegangenen Rennen miteinander an. Cameron Beaubier, Ersatzmann im Team Yamaha MGM, setzte sich auf dem dritten Platz fest und überzeugte nach den Trainings nun auch im Rennen. Doch in der vierten Runde stürzte er und musste an die Box.

Nach einer notdürftigen Reparatur sah er das Feld nur noch von hinten. Auf Platz drei rückte Lorenzo Lanzi (3C-Racing Team) auf, der nach der Hälfte des Rennens aber bereits sieben Sekunden Rückstand zur Spitze hatte. Mit weiteren neun Sekunden Abstand folgte Kev Coghlan (Team Yamaha MGM). Um zu Lanzi aufzuschließen, musste er zunächst an vier Superstock 1000-Fahrern vorbeigehen, die zwischen ihm und dem Italiener lagen. Von hinten wurde Matej Smrz (Wilbers-BMW-Racing Team) Coghlan gefährlich. Gegen Ende des Rennens konnte der Tscheche vorbeiziehen.

Auch vorne gab es zwei Runden vor Schluss einen Wechsel: Reiterberger ging an Forés vorbei. Die beiden fuhren Rad an Rad. Es kam immer wieder zu Berührungen. In der letzten Schikane vor der Start-Ziel-Geraden bremste Forés extrem spät, vermasselte Reiterberger die Ideallinie, zog vorbei und fuhr mit einem Vorsprung von 0,077 Sekunden seinen zweiten Saisonsieg nach Hause.

Hinter Forés und Reiterberger wurde Lanzi Dritter. Vierter wurde Smrz vor Coghlan. Forés war dennoch nicht zum Feiern zumute. Der Spanier verlor mit Dani Rivas und Bernat Martínez, die zwei Wochen zuvor im Rahmen der MotoAmerica tödlich verunglückten, gute Freunde. Ihnen widmete er seinen Sieg.
 
Xavi Forés:
„Ich hatte das Gefühl, dass Markus besser in seinen Rhythmus gefunden hatte. Aber ich gab alles, um zu gewinnen. Ich musste gewinnen, für Dani und Bernat. Heute waren wir zu dritt auf dem Motorrad.“
 
Ergebnis Rennen 1 Schleiz (Top-Five):
 
1. Xavi Forès (Ducati),
2. Markus Reiterberger (BMW),
3. Lorenzo Lanzi (Ducati),
4. Matej Smrz (BMW),
5. Kev Coghlan (Yamaha).
 
 
Rennen 2:
 
Im zweiten Rennen hatte Reiterberger keine Lust mehr zu taktieren. Jetzt sollte der Sieg her. Energisch startete er los und führte das Feld hoch zum Buchhübel an. Forés und Lanzi waren ihm dicht auf den Fersen.

Doch schon in der zweiten Runde übernahm Forés das Kommando, dem Duo folgten Lanzi, Beaubier und Smrz. Coghlan stürzte an sechster Stelle liegend und musste verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden. In der siebten Runde ging Reiterberger wieder an Forés vorbei. Auch Lanzi ließ sich dieses Mal nicht abschütteln und blieb an der Spitze dran. Dahinter kam Beaubier immer näher an ihn heran.
Reiterberger vor Forès
Foto: Jens Hawrda
Im letzten Renndrittel machte Reiterberger ernst. Fünf Runden vor Schluss hatte er seinen Vorsprung auf 2,490 Sekunden ausgebaut. Beaubier hatte sich an Jezek vorbeigedrängelt und Dominik Vincon schied mit technischem Defekt aus. Zu diesem Zeitpunkt sah es so aus als hätte sich Forés mit Platz zwei abgefunden,da sich Reiterberger klar vom Spanier absetzen konnte. Reiterberger baute seinen Vorsprung auf seinem spanischen Rivalen kontinuierlich aus und siegte mit 7,161 Sekunden Vorsprung. Zweiter wurde Xavi Forés vor Lanzi, Beaubier und Smrz.
 
Markus Reiterberger:
„Ich hatte keine Lust mehr auf Spielchen. Ich habe die Taktik von Xavi nicht mehr mitgemacht und habe einfach von Anfang bis Ende Vollgas gegeben. Ziel war der Doppelsieg. Aber der zweite Sieg war wichtiger und ein super Abschluss des Tages.“

Ergebnis Rennen 2 Schleiz (Top-Five):

1. Markus Reiterberger (BMW),
2. Xavi Forès (Ducati),
3. Lorenzo Lanzi (Ducati),
4. Cameron Beaubier (Yamaha),
5. Matej Smrz (BMW).

Meisterschaftsstand (Top-Five):

1. Markus Reiterberger  285 Pkt.
2. Xavi Forès  230 Pkt.
3. Lorenzo Lanzi  176 Pkt.
4. Jan Halbich  104 Pkt.
5. Max Neukirchner  101 Pkt.



Nachgefragt bei … Mattias Ekström

Mit seinem ersten Sieg in Spielberg hat Mattias Ekström die Tabellenführung in der DTM erobert. Der Audi-Pilot im Kurzinterview.

Mattias Ekström
Foto: Audi-Motorsport
Seit eineinhalb Jahrzehnten starten Sie in den Farben von Red Bull. Warum hat es erst jetzt mit dem ersten Sieg auf Ihrer „Heimstrecke“ geklappt?

„Es ist wirklich seltsam, dass es hier so lange gedauert hat. Irgendwie hat es der Renngott hier nie gut mit mir gemeint: Mal habe ich im Qualifying keine perfekte Runde geschafft, mal ist im Rennen etwas vorgefallen, einmal bin ich sogar in der Boxeneinfahrt rausgerutscht. Ich habe mich hier schon immer wohlgefühlt, aber nie alles auf den Punkt gebracht. Vielleicht habe ich mir auch zu viel Druck gemacht. Das war dieses Jahr anders – vielleicht war es also ein Sieg der Gelassenheit.“
 
Wie groß war die Freude, nach knapp dreieinhalb Jahren wieder eine Pole-Position zu holen?

„Es war ja am Sonntag eigentlich kein richtiges Qualifying, sondern mehr ein Longrun bei Regen, der mal stärker und mal schwächer war. Diese gemischten Bedingungen liegen mir einfach, es macht riesigen Spaß, dann mit dem RS 5 DTM ans Limit zu gehen. Ich habe Runde für Runde verschiedene Linien ausprobiert und dann in den letzten Minuten alles auf eine Karte gesetzt.“
 
Nach dem Wochenende folgen Testfahrten in Spielberg und am nächsten Wochenende der Rallycross-WM-Lauf in Kanada. Mögen Sie Stress?

„Das ist doch kein Stress, sondern aktive Erholung. Ich genieße es, wenn ich viel zu tun habe. Hier in Spielberg war meine Lebensgefährtin Heidi dabei – einmal ohne unsere beiden Kinder, also fast wie ein kleiner Romantikurlaub. Das ist gut für die Seele und gibt mir viel Gelassenheit. Und so lässt sich offenbar einiges erreichen.“