Freitag, 8. August 2014

BMW dominiert Qualifying auf dem Slovakia Ring

Sandritter/Klingmann (BMW Z4 GT3) starten am Slovakia Ring von der Pole
Foto: Jens Hawrda
Max Sandritter und Jens Klingmann (beide PIXUM Team Schubert) haben das Qualifying des ADAC GT Masters beim Start in die zweite Saisonhälfte auf dem Slovakia Ring bei Bratislava in ihrem BMW Z4 dominiert. Die BMW-Teamkollegen holten sich die ersten Startplätze für die Rennen am Samstag und am Sonntag auf der längsten und schnellsten Strecke im Kalender des ADAC GT Masters. „Die beiden ersten Startplätze sind die Belohnung nach einer schwierigen ersten Saisonhälfte“, jubelte Sandritter nach seiner Pole Position im ADAC GT Masters. „Wir haben gekämpft, sind immer wieder aufgestanden, nachdem wir hingefallen, sind und starten nun mit den besten Voraussetzungen in die beiden Rennen.“

Der ehemalige DTM-Pilot Mathias Lauda (HTP Motorsport) geht bei seinem ADAC GT Masters-Debüt in einem Mercedes-Benz SLS AMG von Startplatz 19 ins Rennen. Der Sohn von Niki Lauda ersetzt beim Rennwochenende auf dem Slovakia Ring Heinz-Harald Frentzen, der nach einer Knie-Operation auf das Rennen in der Slowakei verzichten muss. Lauda teilt sich den Flügeltürer mit Nachwuchspilot Stolz.

Stimmen der Mercedes-Piloten zum Rennen am Red-Bull-Ring

 
Christian Vietoris vor Bruno Spengler (BMW) bester Mercedes-Pilot
Foto: Mercedes-Motorsport
Christian Vietoris (25, Deutschland, Original-Teile Mercedes AMG C-Coupé):
9. Platz
„Das war ein schwieriges Rennen, in dem mit einer anderen Strategie mehr möglich gewesen wäre. Aber letztlich konnte keiner der Fahrer, die auf den Prime-Reifen gestartet sind, nach vorne aufschließen. Alles in allem war unser Auto auf dieser Strecke gut. Es war schön, wieder um die Pole Position und Punkte zu kämpfen. Das Team hat gut gearbeitet. Wir sind auf dem richtigen Weg. Hoffentlich geht es bis zum Saisonende so weiter.“
 
Daniel Juncadella (23, Spanien, Petronas Mercedes AMG C-Coupé):
15. Platz
„Die ersten Runden waren gut. Ich lag in einer guten Position, zwei Plätze hinter Christian. Mein Auto war in den Kurven sehr konstant und es sah alles sehr gut aus. Dann bekam ich die Strafe, da ich wohl in der Gelb-Phase eine Kleinigkeit zu schnell war. Mein Rennen war dadurch leider praktisch vorbei.“
 
Gary Paffett (33, England, EURONICS Mercedes AMG C-Coupé):
17. Platz
„Das war leider ein schlechtes Rennen. Unser Speed war unverändert zum Samstag – wir waren nicht schnell genug. Ich kämpfte auf beiden Reifenmischungen mit der Fahrzeugbalance. In den ersten Runden hatte ich zudem einige schwierige Zweikämpfe. Das war ein kleines Desaster.“
 
Paul Die Resta, schwieriges Rennen
Foto: Mercedes-Motorsport
Paul Di Resta (28, Schottland, DTM Mercedes AMG C-Coupé):
18. Platz
„Das war ein schwieriges Rennen. Uns hat definitiv aus irgendeinem Grund der Speed an meinem Auto gefehlt. Das müssen wir jetzt analysieren. Nach meinem Unfall im Training war das Setup sicherlich nicht optimal. Aber ich möchte noch einmal die tolle Leistung meiner Jungs hervorheben, die das Auto fürs Qualifying repariert haben. Im Rennen hatte ich ein paar Berührungen. Dadurch habe ich einige Plätze verloren. Ganz besonders als mich Joey Hand kurz vor meinem Boxenstopp in Kurve fünf berührte. Jetzt müssen wir versuchen, uns für das nächste Rennen zu steigern.“
 
Vitaly Petrov (29, Russland, DTM Mercedes AMG C-Coupé):
20. Platz
„Ich hatte einen guten Start auf den Prime-Reifen. Die Autos vor mir waren alle auf den Option-Reifen. Deshalb war es schwierig, gegen sie zu anzukommen. Aber ich konnte einige Plätze gutmachen. Es war sehr schön, mit den erfahrenen Piloten zu kämpfen. Dann machte ich einen Fehler in Kurve sechs und verlor die Positionen wieder. Leider war es nicht möglich, diese wieder gutzumachen. Die Balance meines Autos war jedoch gut und wir haben viele Daten gesammelt. Abgesehen von meinem Fehler können wir insgesamt also durchaus zufrieden sein.“
 
Robert Wickens führte klar bis zur Disqualifikation
Foto: Mercedes-Motorsport
Robert Wickens (25, Kanada, FREE MAN'S WORLD Mercedes AMG C-Coupé):
disqualifiziert
„Das war ein sehr enttäuschender Nachmittag für mich. Nach meiner Pole Position am Samstag rechnete ich mir gute Chancen im Rennen aus. Mein Auto funktionierte insbesondere auf den Prime-Reifen nach dem Boxenstopp sehr gut. Im Sinne des Reglements und meiner Auffassung nach war es eindeutig kein Unsafe Release. Die Strafe hat mein Rennen zerstört und mich einen möglichen Sieg gekostet.“
 
Pascal Wehrlein, gutes Rennen bis zum Ausfall
Foto: Mercedes-Motorsport
Pascal Wehrlein (19, Deutschland, gooix Mercedes AMG C-Coupé):
ausgefallen
„Schade, ich war im Rennen heute teilweise Schnellster. Ich konnte mich um einen Platz verbessern und wir lagen vorne dicht zusammen. Heute war der Sieg drin. Leider habe ich dann beim Boxenstopp ein bisschen Zeit verloren. Sobald das Auto runtergeht, gibt man als Fahrer Gas. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass jemand neben mir war. Beim Rausfahren habe ich das andere Auto unglücklich mit dem Rad berührt. Danach war mein Auto zu stark beschädigt, um weiter zu fahren.“

Nachgefragt bei … Timo Scheider

Timo Scheider bester Audi-Pilot in Spielberg
Foto: Audi-Motorsport
Wie groß ist die Erleichterung nach dem fünften Platz in Spielberg ?


Natürlich ist es schön, bester Audi-Pilot zu sein und von Startplatz 14 so weit nach vorn zu fahren. Aber wirklich zufrieden sind wir als Mannschaft nicht mit diesem Ergebnis. Unser Ziel – und mein persönliches auch – sind Siege. Und um die wollen wir möglichst schnell wieder kämpfen.
 
Wie halten Sie Ihre Motivation nach einer Serie von Rückschlägen aufrecht ?


Ich bin lang genug im Motorsport und in der DTM, um zu wissen, dass es nach Rückschlägen auch immer wieder aufwärts geht. Und wenn ich sehe, wie hart meine Jungs für den Erfolg arbeiten und dafür vieles andere zurückstellen, dann gibt es überhaupt keine Diskussion, auch nach schwierigen Wochenenden wieder mit 100 Prozent Motivation zum nächsten Rennen zu kommen.
 
Am vergangenen Wochenende haben Sie ein 24-Stunden-Radrennen absolviert und gewonnen. Offenbar eine gute Vorbereitung ?

Auf jeden Fall eine tolle Abwechslung und eine spannende Erfahrung. Das Wochenende mit den Jungs hat eine Menge Spaß gemacht – umso schöner natürlich wenn man dann noch gewinnt. Ich trainiere zwischen den Rennen viele Kilometer auf dem Fahrrad, da ist das eine echte Herausforderung. Und ich bin jetzt wohl der einzige Mensch, der auf der Nordschleife ein 24-Stunden-Rennen mit dem Auto und mit dem Fahrrad gewonnen hat.
 
In zwei Wochen geht es zum Heimspiel an den Nürburgring. Was sind die Erwartungen ?

Mein großer Wunsch wäre, dass unsere Pechsträhne vorbei ist und wir genau dort weitermachen, wo wir in Spielberg aufgehört haben. Das Heimspiel ist etwas ganz Besonderes, weil viele Freunde und Bekannte zum Daumendrücken kommen. Außerdem ist es auch das Heimrennen meines Audi Sport Team Phoenix und meines Teamkollegen. Viele Gründe also, dort noch einen draufzulegen.

Donnerstag, 7. August 2014

Drei Fragen an… Marco Wittmann

Marco Wittmann
Foto: BMW-Motorsport
Marco, sechstes Rennen, dritter Sieg. Wie haben Sie den aus BMW Sicht historischen Triumph erlebt?
 
Marco Wittmann: „Das Rennen war für mich nicht so einfach, wie es vielleicht ausgesehen hat. Ich bin am Start ganz schlecht weggekommen und habe viele Positionen verloren. Das war ganz klar mein Fehler. Danach ging es für mich darum, Ruhe und Nerven zu bewahren und mich möglichst aus jedem gefährlichen Zweikampf herauszuhalten. Nach der ersten Runde hat das Rennen für mich praktisch noch einmal neu begonnen.“
 
Und Sie haben eine tolle Aufholjagd gezeigt…
 
Wittmann: „Ja, ich habe recht schnell gemerkt, dass die Spitzengruppe nicht richtig davonziehen konnte. Unsere Rundenzeiten lagen nah beieinander. Deshalb wusste ich, dass noch einiges drin ist. Im zweiten Stint auf den Standardreifen hatten wir dann wirklich eine sehr, sehr gute Pace, und auch die Balance des Autos war wesentlich besser als auf den Optionsreifen. Auch die Durchfahrtsstrafen für einige unserer Konkurrenten haben mich weiter nach vorn gebracht. Es war einfach ein großartiger Erfolg für uns alle. Vier BMW auf den ersten vier Plätzen, das ist das beste Ergebnis seit unserer Rückkehr. Ich denke, da können wir heute Abend alle zusammen feiern.“
 
Ist es im Cockpit möglich, die letzten Runden als Führender zu genießen?
 
Wittmann: „Man bleibt wirklich bis zum Schluss fokussiert. Ich bin auch in meiner vorletzten Runde die schnellste Rundenzeit mit Standardreifen gefahren. Ich habe versucht, am Ball zu bleiben und lieber noch einen Tick schneller zu fahren als mit den Gedanken abzuschweifen und die Konzentration zu verlieren. Zudem wurden die Wolken über der Strecke immer dunkler. Regen hätten wir auf der Zielgerade des Rennens nicht mehr gebraucht. Doch es blieb trocken – und wir konnten einen großen Erfolg feiern.“

Stimmen der Audi-Piloten zum Rennen in Spielberg

 
Timo Scheider
Foto: Audi-Motorsport
Timo Scheider (AUTO TEST Audi RS 5 DTM), Platz 5
Reifen: Option/Standard
"Nach einem schwierigen Samstag hatte ich zumindest einen positiven Effekt - dass ich mit der gleichen Zeit wie Gary Paffett weitergekommen bin: Das habe ich als Glück gewertet. Im Rennen von Platz 14 auf fünf vorzufahren ist ein tolles Gefühl für mich und die Truppe. Wir hatten in den ersten fünf Rennen genügend Ärger und Probleme. Ich hoffe, dass wir das jetzt herumdrehen können und das Glück in der zweiten Saisonhälfte auf unserer Seite ist."

Adrien Tambay (Playboy Audi RS 5 DTM), Platz 6
Reifen: Option/Standard
"Es war eines meiner besten Rennen. Ich hatte vom Startplatz 20 nicht viel erwartet, auch nicht mit dem Start auf Optionsreifen. Es war ein hartes Rennen, mein Auto war sehr gut und wirklich schnell. Wie haben keine Fehler gemacht und einige Autos überholt. Auch unser Boxenstopp war toll. Vielen Dank an das gesamte Team, denn wir haben aus einer schwierigen Situation ein gutes Resultat herausgeholt."

Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM), Platz 7
Reifen: Standard/Option
"Einige Punkte sind immer gut. Aber ich bin schon etwas enttäuscht. Wir hatten heute zu wenig Pace im Rennen - das allein zählt."

Jamie Green
Foto: Audi-Motorsport
Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM), Platz 8
Reifen: Option/Standard
"Es war sehr enttäuschend, eine Durchfahrtsstrafe bekommen zu haben, die hier ungefähr 16 Sekunden kostet. Das hat mich auf dem Kampf um eine Top-Position geworfen. Ich bin am Ende noch Achter geworden, es ist gut, noch Punkte geholt zu haben. Ich habe um den Sieg gekämpft, bin eine Runde zu viel auf Optionsreifen gefahren - ich habe den Preis dafür gezahlt."

Miguel Molina
Foto: Audi-Motorsport
Miguel Molina (Audi Sport Audi RS 5 DTM), Platz 11
Reifen: Standard/Option
"Ich denke, wir sind ein gutes Rennen gefahren. Auf jeden Fall wäre es aber die bessere Wahl gewesen, das Rennen mit den Optionsreifen zu beginnen. Ich konnte zu Beginn ein paar Autos überholen - das war das Wichtigste. Wir müssen nun hart weiterarbeiten und verstehen, was gestern im Qualifying passiert ist. Dann wird es auch beim nächsten Rennen auf dem Nürburgring wieder besser laufen. Mit Rang elf haben wir hier die Punkte knapp verpasst. Aber wie gesagt: Es gilt, weiter hart zu arbeiten."

Mike Rockenfeller, Titelverteidigung abgeschrieben ?
Foto: Audi-Motorsport
Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM), Platz 13
Reifen: Standard/Option
"Ein sehr frustrierendes Wochenende. Das begann bereits im Qualifying, dort hätte ich mehr herausholen können. Dann versucht man, mit der Strategie ein bisschen zu pokern, wir sind mit Standardreifen losgefahren und haben gehofft, dass das Safety-Car kommt, aber es kam nicht. Ich habe im Rennen viel Zeit mit Félix da Costa verloren, der alle aufgehalten hat und mich auf die Wiese gedrückt hat. Das fand ich nicht so clever von ihm. Am Ende hatte ich eine gute Pace, aber das hilft auch nicht, wenn man am Anfang so viel verloren hat. Wir müssen schauen, dass wir am Nürburgring das Qualifying wieder gut hinbekommen."

Edoardo Mortara (Audi Sport Audi RS 5 DTM), Platz 16
Reifen: Standard/Option
"Es war ein schwieriges Rennen. Ich bin enttäuscht, denn speziell vor diesem Rennwochenende war ich optimistisch. Wir waren während des gesamten Wochenendes zu langsam. Und es gab besondere Entscheidungen der Rennleitung ..."

Nico Müller (Audi Financial Services RS 5 DTM), Platz 19
Reifen: Option/Standard
"Die Strategie war eigentlich richtig gut. Die Pace war auf beiden Reifentypen da. Das einzige Problem war der Start. Da war ich nicht so zuversichtlich, weil wir ein Problem mit der Kupplung hatten - dadurch habe ich direkt ein paar Plätze verloren. Aber danach ging es richtig gut vorwärts. Bis ich dann eine Durchfahrtsstrafe bekommen habe, weil ich angeblich unter Gelb zu schnell gefahren sein soll. Obwohl ich dafür überhaupt keinen Grund sehe: Ich bin komplett vom Gas. Aber weil ich in der Runde zuvor in diesem Sektor zwei Autos überholt hatte, war ich dann unter Gelb wohl keine halbe Sekunde langsamer. Nach der Strafe war das Rennen für mich quasi zu Ende. Ob die Strafe so Sinn macht oder nicht, sei dahingestellt. Punkte wären drin gewesen heute. Am Ende stand ich da, wo ich losgefahren bin: Ich bin enttäuscht!"