Mittwoch, 4. September 2013

DTM - Nachgefragt bei Lucas di Grassi

Foto: Audi-Motorsport

Sie kamen direkt vom Red Bull Ring in Österreich zum WEC-Lauf nach São Paulo. Wie ist Ihr erster DTM-Test verlaufen?

Das war eine großartige Erfahrung, für die ich Audi sehr dankbar bin. Ich war zum ersten Mal auf dem Red Bull Ring. Der RS 5 DTM ist ein faszinierendes Auto. Ich habe mich schon nach kurzer Zeit wie Zuhause gefühlt. Es dauerte nicht lange, um sich an das Limit heranzutasten. Die DTM ist eine Serie auf höchstem Niveau und der RS 5 DTM verlangt natürlich eine spezielle Fahrtechnik. Schade, dass uns das ständig wechselnde Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Der Vergleich von Zeiten ist kaum aussagekräftig. Dennoch war der Test eine überaus positive Erfahrung.




In Ihrer Karriere sind Sie mit Formel-Fahrzeugen groß geworden, seit einem Jahr fahren Sie rtwagen. Wie fühlt sich im Vergleich dazu ein DTM-Rennwagen an?
 

Ich glaube, es gibt weltweit keine Tourenwagen-Klasse, die einem LMP-Sportwagen so ähnlich ist wie der DTM-Rennwagen. Der RS 5 DTM erzeugt viel Abtrieb und ist auch relativ leicht. Absolut erstaunlich ist sein Bremsvermögen. Dank der Carbonbremsen und des Abtriebs kann man sehr spät bremsen und das Auto bleibt stabil. Es war schön zu sehen, dass Mattias Ekström und ich grundsätzlich die gleichen Ansichten zu dem Auto teilen. Unsere Fahrtechniken und die Rückmeldungen an die Ingenieure waren sehr ähnlich.
 
Liegt Ihre Zukunft in der DTM?
Nein, denn einer der Gründe für meinen Einsatz bestand darin, dass bei Tests auch Rookies zugelassen sind – und im DTM-Auto bin ich natürlich ein Rookie. Ich habe mit Audi einen mittelfristigen Vertrag und ich identifiziere mich voll und ganz mit dem LMP-Programm, für das ich auch im nächsten Jahr bereits eingeplant bin. Ich hoffe, ich konnte mit der Kombination aus meiner Formel-1- und LMP-Erfahrung und mit meinem Feedback den DTM-Kollegen ein ganz kleines bisschen helfen – auch wenn jeder weiß, dass im DTM-Programm von Audi exzellente Fahrer und hervorragendes Personal unter Vertrag sind, die auch ohne mich sehr genau wissen, was sie tun.



 


Dienstag, 3. September 2013

GT-Masters - Porsche-Duo Renauer/Ragginger siegen souverän

Martin Ragginger (links) und Robert Renauer siegen souverän im zweiten Lauf
Foto: Jens Hawrda
Robert Renauer und Martin Ragginger (Tonino powered by Herberth Motorsport) erlebten im Porsche 911 beim ADAC GT Masters auf dem Lausitzring einen perfekten Sonntag. Von der Pole Position fuhr das Porsche-Duo zu einem souveränen Start-Ziel-Sieg und sorgte damit für den ersten Sieg eines Porsche im ADAC GT Masters in der Saison 2013. Für beide Fahrer und auch die Mannschaft von Tonino powered by Herberth Motorsport war es der erste Sieg in der Serie. Claudia Hürtgen und Dominik Baumann (PIXUM Team Schubert) wiederholten im BMW Z4 ihren zweiten Platz aus dem Rennen am Samstag. Christer Jöns und der ehemalige Formel-1-Pilot Markus Winkelhock (Prosperia C. Abt Racing) fuhren im Audi R8 als Dritte zum zweiten Mal in der Saison auf das Podium. Wie im ersten Lauf am Samstag fuhren Supersportwagen von fünf verschiedenen Marken auf die ersten fünf Plätze. „Es war schon ein hartes Rennen und es war nicht so einfach, wie es vielleicht ausgesehen hat“, sagte Ragginger. „Man durfte heute keine Fehler machen und Robert und ich sind ein fehlerfreies Rennen gefahren, das war der Schlüssel zum Sieg.“
 
Ford GT macht Druck in der ersten Rennhälfte
Ragginger und Renauer agierten auf der Fahrt zum Debütsieg souverän. Nur während des Fahrerwechsels zur Rennmitte lag der Porsche 911 für drei Runden nicht an der Spitze. Nach dem Start ging Ragginger von der Pole Position in Führung, musste allerdings auf Dominik Schwager (Lambda Performance) aufpassen, der im Ford GT im Windschatten des Österreichers lag. Schwager konnte Ragginger allerdings nur bis zur Rennmitte unter Druck setzen, dann schied der Ford nach einem technischen Problem aus.
Ragginger / Renauer fahren am Lausitzring zum überlegenen Sieg
Foto: Jens Hawrda
Beim Fahrerwechsel übernahm Renauer den Porsche, die Fahrt zum ersten ADAC GT Masters-Sieg machten dann zwei Safety-Car-Phasen kurz vor dem Rennende nochmals spannend. Nach einem Ausrutscher von Sebastian Asch im Audi R8 und Christian Engelhart im Porsche 20 und elf Minuten vor dem Rennende neutralisierte das Safety-Car jeweils den Vorsprung von Renauer. Doch der Porsche-Pilot blieb cool und fuhr seinen ersten Sieg mit 1,6 Sekunden Vorsprung vor Hürtgen ins Ziel. «Ich habe mich nach den Safety-Car-Phasen beim Restart darauf konzentriert, immer sauber zu beschleunigen. Damit konnte ich den BMW hinter mir halten“, so Renauer. „Beim letzten Re-Start hat eine überrundete Corvette dann noch den BMW von Claudia Hürtgen überholt, das hat mir dann ein kleines Polster verschafft.“ Vier Rennen vor Saisonende liegt Renauer mit drei Punkten Rückstand hinter den Tabellenführern Alessi/Keilwitz (Corvette) auf Rang zwei der Fahrerwertung. „In der ersten Rennhälfte war der Ford extrem schnell und in der Schlussphase der BMW, es war schon sehr hart“, beschreibt Ragginger. „Ich freue mich für das gesamte Team. Wir haben so hart gearbeitet und waren in der gesamten Saison bisher sehr konstant, nur der Sieg hat uns bisher noch gefehlt.“

Hart umkämpft war in der Schlussphase der dritte Platz. Maximilian Buhk (Polarweiss Racing) arbeitete sich im Mercedes-Benz SLS AMG nach den beiden Re-Starts von Position sieben bis auf Rang vier nach vorn und kämpfte mit Audi-Pilot Jöns um Platz drei. Jöns behielt aber die Oberhand und stellte den Podiumsplatz sicher. Buhk wurde gemeinsam mit ADAC GT Masters-Titelverteidiger Maximilian Götz Vierter vor den Tabellenführern Diego Alessi und Daniel Keilwitz, die von Startplatz 14 aus noch Fünfte wurden. Eine ebenso starke Aufholjagd legten René Rast und Christopher Mies (Prosperia C. Abt Racing) hin, die von Startplatz 16 zehn Plätze gutmachten und das Rennen auf Rang sechs beendeten.
Ergebnis Lausitzring Rennen 2  Lausitzring:
1. Robert Renauer/Martin Ragginger (Tonino by Herberth Motorsport-Porsche 911 GT3 R),
2.
Claudia Hürtgen/Dominik Baumann (PIXUM Team Schubert-BMW Z4 GT3),
3.
Christer Jöns/Markus Winkelhock (Prosperia C. Abt Racing-Audi R8 LMS ultra),
4. Maximilian Buhk/Maximilian Götz (Polarweiss Racing-Mercedes-Benz SLS AMG GT3),
5. Diego Alessi/Daniel Keilwitz (Callaway Competition-Corvette Z06.R GT3).

Montag, 2. September 2013

GT-Masters - Corvette-Piloten Alessi/Keilwitz siegen erneut

  • Corvette-Piloten übernehmen nach drittem Sieg in Folge die Tabellenführung
  • Remo Lipts gewinn mit Corvette die Gentleman-Wertung
  • Supersportwagen fünf verschiederner Marken in den Top-Five
Sieger des ersten Laufes am Lausitzring Diego Alessi (links) und Daniel Keilwitz
Foto: Jens Hawrda 
Die Siegesserie von Diego Alessi und Daniel Keilwitz (Callaway Competition) im ADAC GT Masters setzt sich auf dem Lausitzring fort. Im ersten Lauf am Sonnabend fuhren die beiden Corvette-Piloten in der Lausitz zu ihrem dritten Sieg in Folge und übernahmen mit dem vierten Saisonsieg die Tabellenführung des ADAC GT Masters. Claudia Hürtgen und Dominik Baumann (PIXUM Team Schubert) mussten sich im BMW nach einem packenden Duell mit der Corvette mit Rang zwei zufrieden geben. Robert Renauer  und Martin Ragginger (Tonino by Herberth Motorsport) beendeten das Rennen im Porsche 911 GT3 als Dritte. „So langsam werden die Siege im ADAC GT Masters zur Gewohnheit“, jubelte Alessi nach Platz eins. Alessi und Keilwitz ist erst das zweite Fahrerduo in der Geschichte des ADAC GT Masters, dem drei Siege in Folge gelang.
„In der zweiten Rennhälfte wurde die Bremse unserer Corvette schwächer“, erklärte Keilwitz. „Beim Bremsen kam der BMW immer näher, ich musste mich darauf konzentrieren, gut aus der Kurve zu beschleunigen. Das Duell mit dem BMW war sehr hart, aber noch fair.“
Alessi: „Das Rennen heute war sehr speziell. Wir haben nur gewonnen, weil wir vom Pech unserer Konkurrenten profitieren konnten und einen perfekten Boxenstopp hatten, der uns von Platz fünf auf Rang zwei nach vorn gebracht hat. Wir hatten sehr viel Glück, denn man hat gesehen, dass der BMW in der Schlussphase deutlich schneller war als wir.“
Ergebnis Rennen 1 Lausitzring:
1. Diego Alessi/Daniel Keilwitz (Callaway Competition-Corvette Z06.R GT3),
2. Claudia Hürtgen/Dominik Baumann (PIXUM Team Schubert-BMW Z4 GT3),
3. Robert Renauer/Martin Ragginger (Tonino by Herberth Motorsport-Porsche 911 GT3 R),
4. Frank Kechele/Dominik Schwager (Lambda Performance-Ford GT),
5. Christer Jöns/Markus Winkelhock (Prosperia C. Abt Racing-Audi R8 LMS ultra).

 
 

Freitag, 30. August 2013

DTM - Nasses Debüt für di Grassi und Müller

Lucas di Grassi
Foto: Audi Motorsport
 
Audi, BMW und Mercedes-Benz haben sich auf dem Red Bull Ring in Spielberg mit einem dreitägigen Test auf den am 15. September in Oschersleben beginnenden Endspurt der DTM vorbereitet. An allen drei Tagen behinderten Regenschauer das Testprogramm der drei Hersteller, sodass die Ergebnisse und Rundenzeiten mit Vorsicht zu genießen sind.

Nico Müller
Foto: Audi Motorsport
 
Für Audi testeten Tabellenführer Mike Rockenfeller, der zweifache DTM-Champion Mattias Ekström sowie erstmals Sportwagen-Pilot Lucas di Grassi und Youngster Nico Müller. Die beiden DTM-Neulinge fügten sich schnell in das Team ein und lieferten den Technikern von Audi Sport interessante Eindrücke und Aussagen zum Audi RS 5 DTM. Alle vier Piloten waren an allen drei Tagen im Einsatz und legten insgesamt rund 2.700 Testkilometer zurück.

ADAC GT Masters - Rahel Frey „Man lernt sich durchzusetzen“

Rahel Frey
Foto: Jens Hawrda
Das ADAC GT Masters ist schon lange keine Männerdomäne mehr: In der „Liga der Supersportwagen“ mischen in diesem Jahr zwei schnelle Frauen vorne mit. Neben Claudia Hürtgen (41, Aachen), die im BMW Z4 bereits zwei Rennen gewinnen konnte, tritt erstmals auch die ehemalige DTM-Pilotin Rahel Frey (27, CH / Prosperia C. Abt Racing) im ADAC GT Masters an.  Nach zwei Jahren in der DTM wechselte die schnelle Schweizerin für die Saison 2013 in das ADAC GT Masters und startete im Audi R8 bisher mit dem ehemaligen Formel-1-Piloten und FIA GT1-Weltmeister Markus Winkelhock (32, Berglen-Steinach) sowie mit dem nach Siegen erfolgreichstem Pilot der Serie, Christopher Haase (25, Kulmbach). Beim ADAC GT Masters auf dem Lausitzring (30. August bis 1. September) will Frey gemeinsam mit Haase wieder in die Punkte fahren.
 

Voller Terminkalender - Rahel Frey ist mit dem Audi R8 in verschienen Serien am Start

 
Der Audi R8 ist das zweite Zuhause für Frey geworden. Die 27-jährige startet mit dem Sportwagen nicht nur im ADAC GT Masters, sondern hat einen vollen Terminkalender und tritt auch in der Blancpain-Langstreckenserie, auf der Nürburgring-Nordschleife sowie im Audi R8 LMS Cup China an. Frey: „Neben meinem internationalen Programm wollte ich unbedingt auch noch in Deutschland starten und ich denke, das ADAC GT Masters ist die Serie, die man in Europa einfach fahren muss.“

Frey fühlt sich im ADAC GT Masters wohl, von den ersten zehn Rennen hätte sie sich sportlich aber mehr versprochen. „Wenn man aus der DTM kommt, erwartet man von sich selbst natürlich andere Ergebnisse.“ Bisher fuhr die Schweizerin, die 2009 als bislang einzige Frau ein Rennen zum ATS Formel-3-Cup gewinnen konnte, im ADAC GT Masters drei Mal in die Punkteränge. „Gerade zu Saisonbeginn haben wir leider aus verschiedenen Gründen sehr viel Punkte liegen gelassen. Mal hatten wir im Rennen Pech, mal lag unserem Auto die Strecke einfach nicht besonders gut. Diesen verlorenen Punkten läuft man natürlich die ganze Saison hinterher.“
 

Umgewöhnung vom DTM Audi zum Audi R8 kein Problem

 
Rahel Frey
Foto: Jens Hawrda
Die Umgewöhnung vom Audi A5 DTM auf den rund 550 PS starken Mittelmotor-Audi im ADAC GT Masters fiel Frey zu Saisonbeginn nicht schwer: „Man gewöhnt sich schnell an den R8, allerdings ist im GT3-Auto grundsätzlich etwas mehr Bewegung als im deutlich steiferen DTM-Fahrzeug. Die größte Umstellung war für mich die Bremse. In der DTM werden Kohlefaserbremsscheiben gefahren, im ADAC GT Masters Stahlbremsen. Als ich das erste Mal mit dem R8 gebremst habe, habe ich mich richtig erschrocken, denn ich war noch die Bremse aus dem DTM-Auto gewohnt.“
 
Nicht nur beim Bremsen machte die Audi-Werksfahrerin neue Erfahrungen, im ADAC GT Masters muss sie sich ihren Audi mit einem Teamkollegen teilen. „Wenn man sich das Auto mit einem anderen Fahrer teilt, muss man schon Kompromisse eingehen. Das fängt bei der Position der Pedale, Spiegel und des Lenkrads an und hört bei der Fahrzeugabstimmung auf. Zum Glück haben Markus Winkelhock und auch Christopher Haase einen ähnlichen Fahrstil wie ich, das macht die Abstimmungsarbeit einfacher. Es hat allerdings auch Vorteile, sich das Auto mit jemandem zu teilen. Denn man lernt, sich durchzusetzen. In dem Punkt wird man in der DTM ziemlich verwöhnt, da man das Fahrzeug nur für sich alleine hat.“
 

Herausforderung Qualifiying

 
In den kommenden Rennen hat sich Frey vorgenommen, sich im Qualifying zu steigern, denn bisher lief es im Zeittraining nicht immer optimal. „Wir hatten mal Probleme mit der Abstimmung oder haben den Reifenluftdruck nicht perfekt getroffen. Der Startplatz ist im ADAC GT Masters allerdings enorm wichtig. Den besten Beweis liefern unsere Teamkollegen René Rast und Christopher Mies, die im Qualifying immer recht weit vorn landen und anschließend auch sehr gute Ergebnisse einfahren. Wenn man einen guten Startplatz hat, ist das schon ein sicherer Weg in die Punkte. Zuletzt auf dem Red Bull Ring sind wir von Startplatz 21 noch in die Top-Zehn gefahren. Wenn wir uns im Qualifying steigern können, ist auch ein Ergebnis in den Top-Fünf möglich.“
 
Für die noch ausstehenden sechs Rennen haben sich Frey und Haase feste Ziele gesetzt. „Wir wollen unbedingt noch Punkte sammeln und mindestens noch ein Top-Fünf-Ergebnis einfahren. . Ich habe mir für meine erste Saison GT3-Sportwagen einen Podiumsplatz vorgenommen, allerdings wird das wohl in diesem Jahr schwierig zu erreichen sein. Wir werden aber alles daran setzen, in diesem Jahr noch ein gutes Ergebnis einzufahren.“