Mittwoch, 2. September 2026

Euro Moto Superbike: Schluss mit der Selbstzensur von Tulo und Zanetti

Lukas Tulovic, Ducati Panigale V4R #1
Foto: Jens Hawrda

In den letzten Wochen gab es viel Wirbel um die Ducati von Lukas Tulovic. Jetzt kann der Titelverteidiger der EURO MOTO Superbike aufatmen. Bei der vorletzten Saisonrunde auf dem Nürburgring am kommenden Wochenende muss er sich nicht mehr selbst einbremsen.

Rückblick: Nach dem Doppelsieg von Lukas Tulovic in Oschersleben bekam Triple M Ducati Frankfurt-Teamchef Matthias Moser Post. Der Inhalt des Bulletins war nicht überraschend. Nach vier überlegenen Siegen in Folge war eine Drehzahlreduzierung an der Panigale V4R angesagt.

Die Maßnahme ist Bestandteil der seit Saisonbeginn geltenden Balance of Performance und damit klar geregelt. Sie soll für ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis im Feld sorgen. Für Ducati wurde die Umsetzung allerdings zum besonderen Fall.

Während sich die Drehzahl bei anderen Herstellern vergleichsweise unkompliziert per Software anpassen lässt, ist das bei der aktuellen Panigale V4R nicht ohne Weiteres möglich. Laut Teamchef Matthias Moser kommt in der neuen V4R die hauseigene Ducati-Elektronik zum Einsatz. Eine Änderung der Drehzahlbegrenzung kann deshalb ausschließlich vom Werk vorgenommen werden.

Bei der letzten Veranstaltung in Assen waren die geforderten Maßnahmen noch nicht wie geplant umgesetzt. Die kurzfristige Lösung war ungewöhnlich. Tulovics rechtes Handgelenk wurde zum Drehzahlbegrenzer. Bei maximal erlaubten 15.600/min musste der Titelverteidiger selbst dafür sorgen, dass die Panigale V4R nicht höher drehte.

Damit ist jetzt Schluss. Nach der Sommerpause bei Ducati in Italien wurden die Steuergeräte der Motorräder von Lukas Tulovic und seinem Teamkollegen Lorenzo Zanetti bearbeitet. Am heutigen Dienstag erhielt Matthias Moser die Bestätigung, dass das neue Drehzahllimit auf die Steuergeräte programmiert werden konnte.

Somit können beide Fahrer ohne Selbstbeschränkung in die vorletzte EURO MOTO-Saisonrunde starten. Für Tulovic könnte das Wochenende in der Eifel ohnehin ein ganz besonderes werden. Holt der Titelverteidiger beide Siege in der Superbike-Klasse, kann er sich auf dem Nürburgring vorzeitig zum Meister krönen. „Das ist das Ziel“, weiß Moser. „Tulo will gewinnen. Das ganze Team will es.“

Vier Rennen vor dem Saisonende führt Tulovic die Gesamtwertung mit 46,5 Punkten Vorsprung auf Marcel Schrötter (BMW) an.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto: Vorschau Rennwochenende am Nürburgring

Foto: Jens Hawrda

Wenn die EURO MOTO vom 4. bis 6. September am Fuße der Burgruine Nürburg Station macht, nimmt der Titelkampf richtig Fahrt auf. Die Motorrad-Top-Serie biegt in die vorletzte Saisonrunde des Jahres 2026 ein. Auf dem Nürburgring werden in den drei Prädikatsklassen Superbike, Supersport und Sportbike die Weichen für den Endspurt im Hockenheim-Finale gelegt. In der Eifel erwartet die Fans ein einzigartiges Spektakel auf zwei Rädern, das von vier Cup-Klassen umrahmt wird. Unter anderem gibt der extravagante Bagger Racing League European Cup ein Gastspiel.

Tulovic fehlt nur ein kleiner Schritt

Vor allem aber stellt sich die Frage: Holt Lukas Tulovic auf dem Nürburgring vorzeitig den Titel in der Superbike-Klasse? In den letzten vier Wochen hatte es viel Aufregung um den 26-Jährigen Fahrer vom Team Triple M Racing Ducati Frankfurt gegeben. Nach vier Siegen in Folge musste aus Gründen der Balance of Performance eine Drehzahlreduzierung an der Panigale V4R erfolgen. Da die elektronische Umsetzung bis zum Rennwochenende in Assen noch nicht möglich war, musste Tulovic selbst aufpassen, die Grenze von 15.600 Umdrehungen nicht zu überschreiten. Unter erschwerten Bedingungen errang er zwei Podiumsplätze.

Die Siege gingen allerdings beide an den Niederländer Twan Smits auf Yamaha. Mit etwas Glück kann Tulovic am kommenden Wochenende jedoch vorzeitig den Titel gewinnen. Mit zwei Siegen hätte er sein Saisonziel erreicht.

Allerdings kann ihm vor allem Marcel Schrötter (BMW) einen Strich durch die Rechnung machen. Denn auch für den Zweiten in der Meisterschaftswertung ist noch alles drin. Den Ex-WM-Fahrer trennen in seiner ersten EURO MOTO Superbike-Saison 46,5 Punkte vom Spitzenreiter.

Und es stellt sich die Frage: Was machen Markus Reiterberger (BMW), Twan Smits (Yamaha), Florian Alt (Honda) oder Kevin Orgis (BMW)? Vielleicht wird sogar Hannes Soomer (BMW) zum entscheidenden Faktor im Titelrennen. Der Este ist bekannt dafür, keine Geschenke zu verteilen. Vier Motorradmarken sind am Titelkampf beteiligt. Die Bikes haben über 200 PS und erreichen Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 300 km/h. Es herrschen Voraussetzungen, die den Adrenalinpegel bei Fahrern, Teams und Fans bis an die Belastungsgrenze bringen.

Geiger und Blin im Duell für den Endspurt

Dirk Geiger führt die EURO MOTO Supersport-Wertung an. Doch 13 Punkte Vorsprung sind kein Polster, auf dem man sich ausruhen kann. Der Pole Daniel Blin sitzt dem Deutschen dicht im Nacken.

Zu Beginn der Saison schien Daniel Blin (Ducati) kaum zu stoppen. Der Pole gewann die ersten vier Rennen und setzte sich früh an die Spitze. Inzwischen hat Dirk Geiger den Spieß umgedreht. Der Yamaha-Fahrer hat die Führung übernommen und reist mit 13 Punkten Vorsprung in die Eifel.

Für Geiger geht es dabei um mehr als nur eine gute Ausgangsposition. Er möchte sich unbedingt mit dem Meistertitel aus der Supersport-Klasse verabschieden. Denn sein nächster Schritt steht bereits fest: 2027 steigt der 24-Jährige in die EURO MOTO Superbike auf.

Doch bevor es so weit ist, wartet noch ein heißer Zweikampf. Gelingt es den beiden Favoriten, sich in der Eifel vom Rest des Feldes abzusetzen und ein Duell an der Spitze auszutragen? Oder bekommt Lennox Lehmann (Yamaha) endlich seine Chance auf den ersten Saisonsieg. In Assen verlor der Sachse in Führung liegend die Kontrolle über sein Motorrad und vergrub die möglichen 25 Punkte im Kiesbett.

Einen Höhenflug erlebt die Crew von MV Agusta. Luca Göttlicher hat in der F3 800 RR seine Berufung gefunden und mit dem Motorrad bereits drei Podiumsplatzierungen geholt. Dort will auch Marvin Siebdrath auf der Honda hin. Sein letzter Sprung aufs Treppchen ist über ein Jahr her. Das Gleiche gilt für den Belgier Luca de Vleeschauwer (Yamaha), der es in der laufenden Saison vier Mal nur knapp verfehlte.

46 Punkte Vorsprung für Zuda und Triumph

Wie in der großen Superbike-Klasse wäre auch bei den kleinen Sportbikes ein vorzeitiger Titelgewinn möglich. Štěpán Zuda reist mit einem komfortablen Vorsprung von 46 Punkten in die Eifel. Der Tscheche auf der Triumph hat damit alle Trümpfe in der Hand.

Sein Verfolger ist der Österreicher Tobias Kitzbichler (Aprilia). In der Konstellation liegt jede Menge Brisanz. Denn Kitzbichler ist wiederum punktgleich mit dem Niederländer Ruben Bijman. Und auch die Entschlossenheit des zweifachen Laufsiegers Jakob Rosenthaler ist nicht zu unterschätzen. Der Triumph Daytona 660-Fahrer ist momentan Tabellen-Vierter. Langweilig wird es im Sportbike-Feld also garantiert nicht.

Am Ring geht es rund am kommenden Wochenende. Im Rahmen der EURO MOTO werden der Twin Cup, der Pro Superstock Cup, der Kawasaki ZX-6R-Cup sowie der Bagger Racing Europe Cup ausgetragen. Letzterer sorgt schon rein optisch für einen besonderen Auftritt. Vor allem Harley-Davidson gehen an den Start. Dazu kommen bekannte Namen wie der Brite James Ellison. Er ist ein zweifacher Superstock-1000-Europameister und Endurance-Weltmeister. Ebenfalls dabei: Milan Merckelbagh, der eigentlich in der EURO MOTO Superbike zu Hause ist. Auf ihn wartet auf dem Nürburgring ein außergewöhnlicher Doppelstart, wenn er die BMW gegen die Harley-Davidson tauscht.

Offenes Fahrerlager – Mittendrin statt nur dabei

Die Motor Presse Stuttgart garantiert als Ausrichter und Promoter der EURO MOTO eine Unterhaltung, die jede Minute wert ist. In allen Tickets fürs Wochenende ist der Fahrerlagereintritt und der Zugang zum Fan-Walk enthalten. EURO MOTO in Oschersleben – das ist nicht nur Rennsport auf der Strecke, sondern auch zum Anfassen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Dienstag, 1. September 2026

ADAC GT4 Germany: Denny Berndt: „Es gilt, saubere Arbeit zu liefern“

Bernd/Robinson, Porsche 718 Cayman GT4 #31
Foto: Jens Hawrda

Der Pilot von AVIA W&S Motorsport führt zusammen mit Lachlan Robinson die Fahrerwertung der ADAC GT4 Germany an. Insbesondere auf den Sachsenring freut sich der Berliner.

Die ADAC GT4 Germany steht vor einem spannenden Saisonendspurt 2026. Noch zwei Rennwochenenden sind zu absolvieren – und an der Spitze liegen drei Piloten-Duos innerhalb von nur 14 Punkten. Tabellenführer sind Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS), die einen Porsche 718 Cayman GT4 von AVIA W&S Motorsport fahren. „Sicherlich haben wir nicht erwartet, ganz oben im Klassement zu stehen. Dennoch ist gewinnen natürlich immer unser Ziel“, erklärt Berndt. „Zusammen mit Lachlan und dem Team haben wir ein super Paket. Das ist gibt uns für den Rest der Saison ein gutes Gefühl. Wir werden unser Bestes geben.“

Der Berliner und sein australischer Teamkollege können auf eine bislang recht erfolgreiche Saison zurückblicken. In acht Läufen standen sie fünfmal auf dem Podium. Highlight waren die beiden Siege im Samstagsrennen auf dem Norisring und zuletzt im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring. „Tatsächlich am meisten Spaß hat mir Lauf eins auf dem Nürburgring bereitet – auch in Bezug auf das Feedback von Außen. Das Racing war einfach klasse und bislang das Highlight der Saison“, blickt Berndt zurück. 

Berndt kam aus dem BMW M2 Cup in die ADAC GT4 Germany und gab 2024 sein Seriendebüt. Dabei saß er stets im Porsche. „Die Fahrzeugwahl hat sich einfach ergeben - und war eigentlich keine bewusste Entscheidung“, so Berndt. „Ich absolvierte auf dem Porsche einen Testtag und kam mit dem Auto direkt zurecht. Seitdem kann ich auf das Gelernte aufbauen. Es gibt also keinen Grund für einen Fahrzeugwechsel.“

Während Berndt beim Rennwagen auf Konstanz setzt, stieß er erst vor der aktuellen Saison 2026 zu AVIA W&S Motorsport. „Das Zusammenspiel mit dem Team ist wirklich sehr gut“, bewertet Berndt den Rennstall aus Baden-Württemberg, der von 2023 bis 2025 dreimal in Folge den Titel in der Team-Wertung der ADAC GT4 Germany erzielte. „Die Kommunikation findet auf Augenhöhe statt. Ich fühle mich wohl im Team - und das ist eine wichtige Grundlage für den Erfolg.“ Ebenfalls neu in diesem Jahr ist für den 21-Jährigen mit Lachlan Robinson der Teamkollege. „ Lachlan redet wenig und ist schnell“, lacht Berndt. „Im Auto hat er viele Stärken. Vor allem in der Qualifikation ist er ein Top-Pilot.“

Berndt/Robinson sind somit gut gerüstet für die beiden noch ausstehenden Rennwochenenden vom 11. bis 13. September auf dem Sachsenring und Mitte Oktober auf dem Hockenheimring. „Wir haben auf beiden Strecken gute Chancen. Fahrerisch gefällt mir der Sachsenring richtig gut. In den vielen Linkskurven braucht es viel Gefühl am Steuer und mit dem Gaspedal“, beschreibt Berndt. 

Mit guten Ergebnissen auf der Strecke bei Chemnitz möchte Berndt die Basis im Titelrennen legen - auch wenn er die Favoritenrolle noch von sich weist und das Thema erst einmal bestmöglich ausblenden möchte. „Im Unterbewusstsein denkt man natürlich an den Titel. Aber das hilft mir im Auto nicht weiter“, stellt Berndt klar. „ Wir hatten über die Saison bislang ein konstantes Auftreten. Das müssen wir bei den beiden verbleibenden Rennwochenenden so beibehalten. Es gilt, weiterhin saubere Arbeit zu liefern und Ruhe zu bewahren. Dann werden wir sehen, was am Ende der Saison herauskommt.“

Quelle: adac-motorsport.de


HRT zieht positive Zwischenbilanz der Saison 2026

Interview mit Ullrich Fritz, Geschäftsführer Haupt Racing Team GmbH

Foto: Copyright HAUPT RACING TEAM

Ulrich, wie fällt deine Bilanz der bisherigen Saison 2026 aus?

„Insgesamt positiv, auch wenn sich unsere Leistung noch nicht immer in den Ergebnissen widerspiegelt. In der DTM stehen nach zehn Rennen drei Podiumsplätze und die erste Pole-Position des Ford Mustang GT3 zu Buche. Arjun Maini liegt auf Rang sechs der Meisterschaft und Finn Wiebelhaus fährt ein starkes erstes DTM-Jahr. Er hat sich schnell an das hohe Niveau gewöhnt und bereits mehrfach gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt.

Auch im ADAC GT Masters waren wir mit sechs Podien aus acht Rennen sehr konstant. Hinzu kommen die Gesamt-Pole in Monza und weitere starke Auftritte in der GT World Challenge Europe sowie auf der Nürburgring-Nordschleife, wo wir sowohl beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring als auch in Spa viele Führungskilometer absolvierten. Das zeigt, dass unser Paket auf sehr unterschiedlichen Strecken konkurrenzfähig ist.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass 2026 bislang noch der ganz große Sieg fehlt. Wir hatten mehrfach die Geschwindigkeit für ein Topresultat, konnten unser Potenzial aber nicht immer ausschöpfen – teils wegen unglücklicher Rennverläufe, teils weil bei uns nicht alle Abläufe optimal funktioniert haben.“

Welche Ziele verfolgt HRT für den weiteren Saisonverlauf?

„Für den Rest der Saison ist unser Anspruch klar: Wir wollen in allen Meisterschaften, in denen wir antreten, so erfolgreich wie möglich sein, um Podestplätze und Siege kämpfen und die Saison mit weiteren starken Ergebnissen abschließen.

Die konkreteste Titelchance haben wir im ADAC GT Masters. Niklas Kalus und Kiano Blum liegen vor den letzten vier Rennen auf Rang drei und sind noch in Schlagdistanz zur Spitze. Auch in der DTM können wir aus eigener Kraft um Podiumsplätze kämpfen. Dort wollen wir den nächsten Schritt in Richtung des ersten Sieges mit dem Mustang machen. Bei den beiden letzten Rennen des GT World Challenge Europe Endurance Cup auf dem Nürburgring und in Portimão geht es außerdem darum, unsere starke Qualifying-Leistung aus Monza endlich in ein entsprechendes Rennergebnis zu übertragen.“

Wo siehst du das größte Potenzial für weitere Verbesserungen?

„Beim Fahrzeug sind die Fortschritte klar zu erkennen. Das liegt am Evo-Paket, aber genauso an unserer wachsenden Erfahrung mit dem Mustang. 2025, in unserem ersten Jahr mit Ford, haben wir gut 90 Rennstarts absolviert. In dieser Saison sind es jetzt schon über 70. Jeder Einsatz liefert uns neue Daten und Erkenntnisse. Gemeinsam mit Ford Racing wollen wir dieses Potenzial noch konsequenter in Ergebnisse umsetzen.

Auch als Team haben wir die erste Saisonhälfte genau analysiert und offen hinterfragt, was gut funktioniert hat und wo wir besser werden müssen. Zuständigkeiten müssen an einigen Stellen klarer geregelt, Entscheidungen schneller getroffen und Abläufe effizienter gestaltet werden. Im Zuge der Weiterentwicklung wird sich HRT auch personell in einzelnen Bereichen neu aufstellen und gezielt verstärken. Das gibt uns die Möglichkeit, den Fokus noch stärker auf die sportliche Performance zu richten. Dabei geht es nicht um kurzfristige Reaktionen, sondern um tragfähige Strukturen und eine klare Perspektive. Wir verfügen über ein hervorragendes Knowhow, ein engagiertes Team und verlässliche Partner. Dieses Gesamtpaket bestärkt uns in unserem Vorhaben, den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen.“

Quelle: media.hauptracingteam.de

Montag, 31. August 2026

ADAC GT Masters: Highspeed-Festival auf dem Salzburgring

  • Kampf um die Meisterschaft geht in die entscheidende Phase. 
  • Drei Lokalmatadoren beim zweiten Österreich-Gastspiel im ADAC GT Masters.
  • Samstagsrennen live auf Sport1, gesamte Action auf Joyn, Servus TV On und Youtube.

Foto: Jens Hawrda

Das lange Warten hat ein Ende: Die Sommerpause des ADAC GT Masters endet am kommenden Wochenende mit dem vorletzten Saisonevent auf dem Salzburgring. Vom 4. bis 6. September gibt die GT3-Nachwuchsliga des ADAC auf der Oldschool-Strecke vor den Toren der Mozartstadt Gas. Zwei Endurance-Läufe über jeweils 80 Minuten warten auf die Fans vor Ort und zuhause. Das Samstagsrennen wird von Sport1 live ab 14:00 Uhr im Free-TV übertragen. Die gesamte Rennaction zeigen Joyn und ServusTV On, darüber hinaus überträgt der Youtube-Kanal des ADAC auch die beiden Qualifyings live. 

Titelkampf spitzt sich zu

Im Kampf um die Meisterschaft stehen auf dem Salzburgring die Saisonrennen neun und zehn auf dem Programm. Die Ausgangslage könnte nicht spannender sein. Die Führenden, Felix Hirsiger (28/CHE)/Finn Zulauf (22/Königstein im Taunus/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2, liegen in der Tabelle lediglich einen Punkt vor dem BMW-Duo Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/ZAF/beide FK Performance Motorsport). 

Für die Verfolger war der Salzburgring im vergangenen Jahr ein erfolgreiches Pflaster. Fourie fuhr am Sonntag zur Pole-Position und das Duo gewann das Rennen, nachdem sie am Vortag Sechste geworden waren. „Am ersten Renntag hatten wir leider Regen, das sind nicht die besten Bedingungen für unser Auto, ansonsten wäre es vermutlich ein noch besseres Wochenende geworden“, erinnert sich Fourie. „Der Salzburgring sollte uns und unserem Auto gut liegen. Unser Ziel ist klar: Wir möchten mindestens so erfolgreich sein wie im vergangenen Jahr und als Tabellenführer abreisen.“

Mit drei Saisonsiegen und einem weiteren Podiumsplatz im Gepäck, reisen die Tabellenführer nach Österreich. Zulauf kommt voller Motivation an den Salzburgring, rechnet allerdings mit einem herausfordernden Wochenende für ihn und Teamkollege Hirsiger. „Wir müssen die Rennen abwarten. Allerdings sollte die Strecke eine der schwierigeren für unseren Lamborghini werden“, gibt der 22-Jährige ehrlich zu. „Wir versuchen, solide Punkte zu holen, um im Meisterschaftskampf zu bleiben. Unser Fokus liegt darauf, uns eine gute Ausgangslage für das Finale in Hockenheim zu schaffen.“

Heimspiel für drei Österreicher

Drei Lokalmatadoren aus Österreich werden das zweite Saisonheimspiel im Kalender nach dem Red Bull Ring bestreiten. Einer davon ist Leo Pichler (24/AUT/Razoon - More than Racing). Mit seinem Porsche 911 GT3 R hat er bereits einen Saisonsieg gefeiert und hofft auf ein starkes Heimspiel. „Es ist eine echte Oldschool-Strecke, die sehr speziell ist und alles zu bieten hat. Du hast lange Geraden, langsame und schnelle Kurven. Wenn das Wetter nicht mitspielen sollte, wird es extrem interessant, denn das ist nicht ohne“, erklärt der Weizer. „Wir haben schon auf dem Red Bull Ring gewonnen und ich hoffe, uns gelingt auf dem Salzburgring ein zweiter Heimsieg.“

Der Zweite im Bunde ist Tim Hütter (19/AUT) aus Gallneukirchen. Für ihn ist es die zweite Saison im ADAC GT Masters. Gemeinsam mit dem Liqui Moly Team Engstler Motorsport greift auch er im Lamborghini an. Auf den Auftritt vor seinen Landsleuten freut auch Kiano Blum (19/AUT/Haupt Racing Team), allerdings unter schwierigeren Voraussetzungen. Im Gegensatz zu seinen Kollegen hat der Ford-Pilot noch keine einzige Rennrunde auf dem Salzburgring gedreht. „Mein Team war im vergangenen Jahr bereits da, also haben wir Daten und Videos, mit denen ich mich bestmöglich vorbereiten werde“, erklärte der Pilot aus Fussach. In der Meisterschaft liegt er gemeinsam mit Niklas Kalus (21/Duisburg) aktuell auf dem dritten Gesamtrang.

Endurance-Rennen auf dem Salzburgring

Auf dem 4,255 km langen Salzburgring gastiert das ADAC GT Masters zum zweiten Mal in der Seriengeschichte. Bei den insgesamt zwölf Kurven sticht eine heraus: Die Fahrerlagerkurve, die mit rund 245 km/h durchfahren wird und viel Mut erfordert. Auslaufzonen gibt es kaum, somit zählt Präzision, sonst geht es für die Piloten direkt ins Kiesbett. 

Auf dem Salzburgring warten erneut zwei Endurance-Rennen mit zwei Boxenstopps inklusive Fahrerwechseln. Während der 80 Minuten Renndauer werden einmal die Reifen getauscht und nach Belieben nachgetankt. Unterschiedliche Strategien sorgen für Spannung bis zur karierten Flagge. Auf sein Debüt freut sich an diesem Wochenende Fabian Dybionka (17/POL). Er wird sich für die beiden verbliebenen Saisonstationen den Ford Mustang GT3 des Haupt Racing Teams mit Emil Gjerdrum (19/NOR) teilen.