Donnerstag, 12. Oktober 2023

DTM-Showdown in Hockenheim: Drei Fahrer wollen den Titel

  •     Reicht dem Strategen Thomas Preining ein Zehn-Punkte-Polster zum Gesamtsieg?
  •     Kann der unberechenbare Mirko Bortolotti Spitzenreiter Preining noch abfangen?
  •     Wird der abgezockte Tabellendritte Ricardo Feller im Titelkampf lachender Dritter?

Dreikampf um den Titel
Foto: ADAC-Motorsport

Drei Fahrer haben vor dem DTM-Finale nur ein Ziel: Sie wollen Champion in der weltweit populären Rennserie werden. Spitzenreiter Thomas Preining (A) geht in seinem Porsche 911 GT3 R mit einem Vorsprung von zehn Punkten auf seinen schärfsten Verfolger und Lamborghini-Werkspilot Mirko Bortolotti (I) als leichter Favorit in die letzten beiden Läufe auf dem Hockenheimring. Bei 56 noch zu vergebenen Zählern kann sich jedoch auch der Dritte Ricardo Feller (CH) mit einem perfekten Finalwochenende im Audi R8 LMS GT3 Evo2 seine Meisterschaftsträume erfüllen. Der Schweizer lauert mit 31 Punkten Rückstand auf Preining. Die Zuschauer erwartet beim Showdown in Hockenheim (20. bis 22. Oktober) ein brisanter Dreikampf um die DTM-Krone.

Thomas Preining – der Stratege
Spitzenreiter Preining glänzt diese Saison als einer der schnellsten und konstantesten Fahrer im international hochkarätig besetzen Starterfeld. Darüber hinaus bewies der Österreicher, dass er auch in schwierigen Rennsituationen cool bleibt und aus Rückschlägen gestärkt hervorgeht. Der Porsche-Werksfahrer trumpfte bisher mit einem Saisonsieg am Norisring und zeigte bei Aufholjagden viel Kampfgeist. In Hockenheim möchte Preining seine starke Saison mit dem Titel krönen. Dort zählte der Linzer bereits im Vorjahr als Meisterschaftskandidat zu den Hauptprotagonisten. „Der Hockenheimring ist eine meiner Lieblingsstrecken, auch wenn der Kurs im letzten Jahr nicht unbedingt für die beste Schlagzeile meiner Karriere gesorgt hat“, sagt Preining und spielt damit auf seinen spektakulären Unfall an, durch den er damals vorzeitig aus dem Titelrennen ausschied. Trotzdem freut sich der 25-Jährige von Manthey EMA auf die Rückkehr an den deutschen Traditionskurs: „Ich habe super Erinnerungen an die Rennstrecke. Ich bin dort meistens schnell, habe viele Rennen und auch schon Meisterschaften in Hockenheim gewonnen.“

Mirko Bortolotti – der Unberechenbare
Das Lamborghini-Ass gehört seit Jahren zu den besten GT-Piloten der Welt. Drei Saisonsiege hat der in Wien lebende Italiener schon auf dem Konto, mehr als seine beiden Meisterschaftskonkurrenten zusammen. Auch im Qualifying ist Bortolotti eine Macht: Insgesamt zwölf Zähler holte der Lamborghini-Werksfahrer im Qualifying, Topwert in dieser Saison. Dagegen blieb der 33-Jährige anders als seine Rivalen zweimal ganz ohne Punkte – Triumph und Misserfolg lagen teilweise dicht beieinander. In der zweiten Saisonhälfte wechselte sich Bortolotti an der Tabellenspitze regelmäßig mit Preining ab. „Der Saisonverlauf hat uns in die tolle Lage gebracht, in Hockenheim um den DTM-Titel kämpfen zu können. Ob ich als Tabellenführer oder -zweiter ins Finale gehe, spielt keine Rolle. Abgerechnet wird wie gewohnt nach dem Wochenende und nicht davor“, sagt ein kämpferischer Bortolotti. In Hockenheim erwartet der Pilot von SSR Performance zwei völlig offene Rennen: „Das Kräfteverhältnis ist in der DTM immer sehr schwierig vorherzusagen. Die Saison hat bereits die eine oder andere Überraschung gebracht. Es wird darauf ankommen, unser eigenes Potenzial voll abzurufen.“ Der Schlüssel dazu ist ein perfektes Zeittraining. Denn seine drei Siege verbuchte Bortolotti jeweils als Pole-Setter.

Ricardo Feller – der Abgezockte
Der 23-Jährige demonstrierte wie Preining große Konstanz und holte in jedem der bisherigen 14 Läufe mindestens einen Punkt. „Im Titelkampf wird es auf mehrere Aspekte ankommen, etwas Glück ist sicher einer davon. Fehler sind nicht mehr zu tolerieren, alle drei Titelanwärter müssen konstant in beiden Qualifyings und Rennen vorne dabei sein. Es wird nicht einfach sein, dem Druck standzuhalten“, blickt Feller auf das Finale. Dabei stellte vor allem der Youngster in dieser Saison unter Beweis, dass er sich von Druck überhaupt nicht aus der Spur bringen lässt. So begeisterte Feller die Zuschauer auf dem Red Bull Ring in Österreich mit einer eindrucksvollen Aufholjagd und fuhr vom 26. auf den dritten Rang vor. Auch beim Sieg im niederländischen Zandvoort präsentierte er sich abgeklärt. „In der DTM geht es so eng zu, dass alles möglich ist. Wir wollen versuchen, uns im Idealfall mit beiden Autos vor Thomas Preining und Mirko Bortolotti zu platzieren, um ihnen Punkte wegzunehmen“, erklärt Feller den Matchplan. Der Tabellendritte hat sich diese Saison mehrfach als Mann für spezielle Momente erwiesen und darf sich trotz der Außenseiterrolle berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen. Eine wichtige Rolle spielt dabei sein Team: Mit je fünf Gesamtsiegen in der Mannschafts- und Fahrerwertung ist Abt Sportsline der erfolgreichste aktive Rennstall in der DTM.

Der Dreikampf um den DTM-Titel ist vor dem Finale in Hockenheim völlig offen, doch schon jetzt steht fest: Die Fans können sich auf einen hochspannenden Saisonabschluss freuen.

Sonntag, 8. Oktober 2023

Schnitzelalm Racing startet mit zwei Mercedes-AMG GT3 beim Saisonfinale des ADAC GT Masters

  • Zweiter Auftritt im ADAC GT Masters für Schnitzelalm Racing
  • Einsatz von zwei Mercedes-AMG GT3 beim sechsten Saisonstopp in Hockenheim

Schnitzelalm Racing reist mit zwei Mercedes-AMG GT3 zum
ADAC GT Masters-Saisonfinale nach Hockenheim
Foto: ADAC-Motorsport

Zum Saisonfinale des ADAC GT Masters (20. bis 22. Oktober) am Hockenheimring Baden-Württemberg kommt Schnitzelalm Racing im Doppelpack. Der Rennstall aus Niederzissen reist mit zwei Mercedes-AMG GT3 zum sechsten Tourstopp. Marcel Marchewicz (Schwetzingen) und Moritz Wiskirchen (Euskirchen) sowie Christer Jöns (Ingelheim) und Luca Arnold (Pfronstetten) teilen sich die Cockpits. „Der Gastauftritt im ADAC GT Masters im Rahmen des ADAC Truck Grand Prix hat uns riesengroßen Spaß gemacht. Deshalb war es unser Wunsch, nochmals in der Serie an den Start zu gehen. Schön, dass es beim Saisonfinale in Hockenheim klappt. Wir freuen uns sehr auf unseren zweiten Start und wollen den etablierten Teams die Stirn bieten“, erklärt Teamchef Thomas Angerer. Beim Seriendebüt am Nürburgring machte Schnitzelalm Racing mit einem Top-Fünf-Ergebnis im sechsten Saisonlauf auf sich aufmerksam.

Bei den Fahrerpaarungen nutzt das Team die Vorteile des ADAC GT Masters und lässt Nachwuchsfahrer an der Seite von erfahrenen Piloten starten. Mit Marchewicz vertraut der Mercedes-AMG-Rennstall auf seinen Stammfahrer. Teamkollege Wiskirchen hingegen feiert sein Debüt im ADAC GT Masters. Den zweiten Mercedes-AMG GT3 pilotiert mit Jöns ein Routinier. Der 36-Jährige fuhr bislang über 70-mal im ADAC GT Masters und stand in zehn Rennen auf dem Podium. Arnold debütiert an der Seite von Jöns in der traditionsreichen GT-Serie des ADAC.

Donnerstag, 28. September 2023

IDM Superbike: BMW gewinnt Markenwertung

Ilya Mikhalchik und Patrick Hobelsberger siegen beim Finale

Patrick Hobelsberger holt ersten Sieg in der IDM Superbike
Foto: Jens Hawrda

Beim spannenden Saisonfinale der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Hockenheim feierten die BMW Racer erneut die Siege in beiden Rennen, einen weiteren Podiumsplatz sowie den erneuten Titelgewinn für BMW in der IDM-Markenwertung.

 
Im ersten Lauf gab es einen Zweifachsieg für die BMW M 1000 RR: Ilya Mikhalchik aus dem BCC-alpha-Van-Zon-BMW Team fuhr erneut auf die oberste Stufe des Treppchens. Rang zwei sicherte sich Toni Finsterbusch aus dem Team GERT56.
 
In Rennen zwei schlug dann die große Stunde von Patrick Hobelsberger: Der Bayer, der seine erste Saison in der IDM Superbike bestritt, feierte seinen ersten Sieg in dieser Klasse. Gleichzeitig war es auch der erste Triumph für sein Team GERT56. Teamkollege Finsterbusch wurde Vierter, Mikhalchik belegte den sechsten Rang.
 
In den 14 Rennen, die in dieser Saison in der IDM Superbike ausgetragen wurden, holten die BMW Racer nicht weniger als neun Siege und insgesamt 20 Podiumsplatzierungen. Damit sicherten sie für BMW erneut den Gewinn der IDM-Markenwertung, mit 518 Punkten und einem Vorsprung von 103 Zählern.
 
In der Fahrwertung gingen die Positionen zwei und drei an BMW Fahrer. Mikhalchik kämpfte bis zum letzten Rennen um seinen nächsten Titel und wurde im Endklassement Gesamtzweiter. „Wegen des Titels bin ich nicht so enttäuscht. Da war dieses Jahr eben einfach auch Pech dabei. Aber ich bin nach dem beschwerlichen Saisonbeginn wieder zurückgekommen und habe fast alles gewonnen. Danke an BMW und mein Team, sie haben wirklich hart gearbeitet“, sagte der Ukrainer, der in dieser Saison sechs Siege sowie einen zweiten Platz geholt hat.
 
Auf Platz drei der Meisterschaftswertung folgt Hobelsberger. Dieser jubelte nach seinen ersten Sieg: „Wir haben es geschafft! Erster Saisonsieg und in meiner Rookie-Saison Dritter in der Meisterschaft. Das ist unglaublich. Harte Arbeit zahlt sich immer aus. Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Ihr seid wunderbar!“

Mittwoch, 27. September 2023

GERT56: Sieg, Podest, Bronzemedaille am Hockenheimring

Top-Saison und am Ende Platz 3 in der Meisterschaft für Patrick Hobelsberger
Foto: Jens Hawrda

GERT56 hat ein erfolgreiches Saisonfinle der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft auf dem Hockenheimring in Baden-Württemberg gefeiert. Toni Finsterbusch feierte sein erstes Podest auf dieser Strecke ehe Patrick Hobelsberger seinen ersten Sieg in der IDM Superbike einfahren konnte. Es war gleichzeitig der herbeigesehnte erste Laufsieg im dritten IDM-Jahr für das Team aus dem sächsischen Pirna. Außerdem sicherte sich der Bayer Hobelsberger damit die Bronzemedaille im Abschlussklassement in Deutschlands Motorrad-Königsklasse. Jan-Ole Jähnig holte auch noch mal Punkte satt.


Qualifying

Bereits die Team-Leistung im Qualifying vom Samstag konnte sich sehen lassen: Alle drei GERT56 BMW M 1000 RR landeten in den Top Sechs des Startfeldes. Toni Finsterbusch klassierte sich in 1.26,414 Minuten nur knappe vier Zehntelsekunden hinter Pole-Sitter und Markenkollege Ilya Mikhalchik. Finsterbusch fuhr zu Startplatz drei und damit in die erste Reihe. Damit war er 35 Tausendstelsekunden schneller als Teamkollege Patrick Hobelsberger auf Rang vier. Jan-Ole Jähnig unterstrich seinen Aufwärtstrend und wurde mit weiteren 35 Tausendstel Rückstand auf Hobelsberger Sechster und fuhr ebenfalls in Reihe zwei. Dem späteren Meister Florian Alt musste er sich nur um 0,018 Sekunden geschlagen geben.

Rennen

Hobelsberger und Finsterbusch mischten im ersten Lauf im Kampf um den Sieg nicht nur mit, sondern bestimmten diesen über weite Strecken auch. Beide sammelten Führungskilometer. Hobelsberger aber musste in der zwölften Runde zu Boden und konnte später noch Rang sieben ins Ziel retten. Finsterbusch nutze seine Chance und fuhr schließlich zu Rang zwei hinter Mikhalchik. Es wurde das erste Podest des Krostitzer auf dem Hockenheimring. Jähnig hatte am Start etwas verloren, kämpfte sich aber wieder auf Rang sechs zurück, ehe er auf der neunten Runde weg rutschte und sein Rennen vorzeitig im Kiesbett beenden musste.

Im zweiten Rennen machte Hobelsberger vom vierten Startplatz aus kurzen Prozess: Er übernahm auf der ersten Runde in der vorletzten Kurve die Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr her. Der Bayer fuhr bei diesem Start-Ziel-Sieg einsam an der Spitze und holte zeitweise knappe vier Sekunden Vorsprung heraus. Ein langer Ziel-Wheelie bedeutete schließlich ein Vorsprung von immer noch 2,418 Sekunden.

Finsterbusch kämpfte in der Verfolgergruppe mit Hannes Soomer und Bastien Mackels um die Ränge zwei, drei und vier. Hier wurden die Ellbogen ausgefahren und es ging immer hart aber fair zu Werke. Am Ende verpasste Finsterbusch sein zweites Hockenheim-Podest als Vierter um nur 0,302 Sekunden.

Jähnig fuhr erneut ein starkes Rennen und rangierte lange Zeit auf Rang acht, musste aber in der Schlussphase Federn lassen und fiel auf den elften Platz zurück.

Meisterschaft

Hobelsberger konnte am Hockenheimring den dritten Meisterschaftsrang festigen. Am Ende der Saison 2023 hat er 191 Punkte gesammelt – und die Vizemeisterschaft um nur fünf Punkte an Mikhalchik verpasst. Auf den Meister Florian Alt fehlten am Ende 30 Punkte, die theoretischen Titelchancen verlor der Klassen-Rookie erst beim Finale von Hockenheim. Hobelsberger setzte sich um sechs Punkte gegen Hannes Soomer auf Rang vier durch. Hobelsberger holte in allen gefahrenen 14 Rennen Punkte und sah das Ziel immer.

Mit 50 Punkten Rückstand auf den Meister kann man bei Toni Finsterbusch von einer sensationellen Comeback-Saison sprechen. Er sammelte insgesamt 171 Punkte und den fünften Schlussrang. Auf dem Weg dort hin gab es für „FiBu“ vier zweite Plätze, fünf Mal wurde er Vierter. Der 30-Jährige sammelte 2023 zwei unverschuldete Nuller: Ein technisches Problem beim Auftakt am Sachsenring, in Most wurde er am Start vom zweiten Lauf durch einen Kontrahenten torpediert.

Starkes Rookie-Jahr auch für den 22-jährigen Jan-Ole Jähnig. Er beendete seine erste Superbike-Saison mit 90 Punkten auf dem neunten Gesamtrang. Jähnig feierte in Assen als Dritter des zweiten Laufes überraschend sein erstes Podest und übertraf damit alle Erwartungen. Nur zwei Mal gab es für ihn in dieser Saison keine Punkte.

Stimmen der Piloten zum Saisonabschluss

Patrick Hobelsberger:
„Mein Ziel für Hockenheim war klar gesteckt: Ich wollte den dritten Rang in der Meisterschaft absichern und noch ein Rennen gewinnen. Daher habe ich in den Wochen vorher alles gemacht, was dafür notwendig war. Startplatz vier war mein zweitbestes Qualifying der Saison, das war also eine gute Ausgangslage. Im ersten Rennen bin ich gut weg gekommen und konnte mich mit der Führungsgruppe absetzen. Ich sah, dass Mikhalchik am Anfang die Pace nicht ganz gehen konnte, also bin ich an ihm vorbei. Nach sechs Runden habe ich gesehen, dass auch Soomer aus der Mercedes-Arena heraus der Drive fehlt und da habe ich mir dann gedacht, dass ich die Führung übernehmen muss. Ich bin vorbei und konnte mich direkt etwas absetzen. Leider merkte ich dann, dass mein Fuß immer wieder von der Raste rutschte – wie sich später herausstellte war das ein Steinschlag im Ölkühler und das Öl landete direkt auf meinem Fuß. Das habe ich aber erst nach dem Rennen bemerkt, bis da hin fühlte es sich einfach nur wie eine lockere Fußraste an. Ich musste zwei Mal von der Strecke und die Führung abgeben, konnte aber Platz sieben ins Ziel bringen. Im zweiten Lauf war für mich klar, dass ich diese letzte Chance auf den Rennsieg nutzen muss. Ein guter Start und eine perfekte erste Runde waren das – und ich konnte die Führung übernehmen. Das ganze Rennen fuhr ich nach meinem Gefühl, konnte die Reifen perfekt einteilen und machte keinen einzigen Fehler. In den ersten beiden Renndritteln fuhr ich konstante Quali-Zeiten. Ich wusste, was auf die letzten Runden mit den Reifen passieren würde und konnte mich darauf vorbereiten. Als ich sah, dass ich 3,4 Sekunden Vorsprung habe, habe ich meine Linien etwas angepasst und konnte die Reifen einteilen. In der Meisterschaft konnte ich als Rookie den dritten Rang belegen und meinen Traum eines Laufsieges habe ich im letzten Rennen der Saison erfüllen können! Vielen Dank an alle, die mir dies ermöglicht haben: Die permanenten privaten Trainings, die Stunden auf dem Rennrad, beim Schwimmen oder beim MotoCross haben sich endlich ausgezahlt. Danke auch an die Sponsoren, die mir überhaupt die Chance geben das zu tun, was ich liebe, hier kann ich gar nicht genug danken! Tausend-Dank auch an GERT56, das Team hat bei jeder Entscheidung hinter mit gestanden und mich immer unterstützt. Das ist definitiv der Grund, warum wir in jedem einzelnen Saisonrennen gepunktet und der IDM mit P3 unseren Stempel aufgedrückt haben.“

Toni Finsterbusch:
Das Wochenende in Hockenheim war noch mal ein sehr guter Abschluss für mich. Im ersten Rennen habe ich einige geile Kämpfe gehabt, das hat richtig Spaß gemacht und es ist der zweite Platz geworden. Ich war lange auch auf eins und als dann Pax vor mir war dachte ich, ich fahre da jetzt einfach nur hinterher, um auch seinen dritten Platz in der Gesamtwertung mit abzusichern. Da hat er dann aber einen Fehler gemacht und ich war wieder vorne. Ich hatte dann mit Hannes Soomer und mit Ilya [Mikhalchik] noch einen ganz guten Kampf bis zum Schluss. Da war ich wirklich happy. Der zweite Lauf lief dann auch ganz gut, ich bin gut vor gekommen und war wieder auf Platz zwei. Dann habe ich aber leider einen kleinen Fehler eingebaut, wodurch ich wieder auf vier zurück gefallen bin. Ich habe dann noch gebissen und versucht, Dritter mit Richtung zwei zu werden, aber ich kam halt nicht mehr wirklich vorbei. Damit war es dann Zweiter und Vierter und in der Gesamtwertung Fünfter, was auf jeden Fall top ist. Ohne die Nuller wäre es theoretisch noch weiter nach vorn gegangen – ein Mal selbst gestürzt [in Assen, aber weiter gefahren und noch fünf Punkte], ein Mal abgeschossen, ein Mal technischer Defekt, da war also alles dabei. Nichtsdestotrotz: Endlich einmal gesund durch die Saison gekommen und Top Fünf ist einwandfrei.

Jan-Ole Jähnig:
Hockenheim hatte zum Saisonabschluss seine Höhen und Tiefen. Alles in allem bin ich zufrieden. Das Quali war natürlich mega mit der zweiten Reihe und auch das erste Rennen lief bis zum Sturz mega, ich konnte gut dran bleiben vorn. Leider ist mir dann das Vorderrad eingeklappt, aber gut, das gehört halt auch irgendwo dazu. Das zweite Rennen war dann etwas schwieriger. Am Anfang konnte ich noch gut mit gehen, aber dann konnte ich die Pace irgendwann nicht mehr an den Tag legen. Der Reifen hat stark nach gelassen und es ging einfach nicht mehr. Ich wollte meine BMW M 1000 RR einfach nur noch ins Ziel bringen. Die Saison ist für mein Rookie-Jahr perfekt gelaufen und wir haben mit dem neunten Gesamtrang die Top-Ten erreicht. Von daher kann ich mich da nicht beklagen. Ich bin mega zufrieden mit dem Team, das hat alles gepasst und ist gelaufen und ich hoffe, dass es nächstes Jahr bei GERT56 für mich so weiter geht.

Dienstag, 26. September 2023

BCC-alpha-Van Zon-BMW: Saison 2023 im Ziel angekommen

Zum letzten Mal ging es für Fans und Fahrer der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM am vergangenen Wochenende auf die Reise. Mit am Start in der Klasse Superbike das von Werner Daemen und Andy Gerlich geführte Team BCC-alpha-Van Zon-BMW. In voller Mannschaftsstärke war das Team mit ihren fünf Piloten beim Finale auf dem Hockenheimring angetreten: Ilya Mikhalchik aus der Ukraine, Philipp Steinmayr aus Österreich, Max Schmidt aus Deutschland, Bálint Kovács aus Ungarn und Kamil Krzemien aus Polen.

Vizemeister 2023: Ilya Mikhalchik
Foto: Jens Hawrda


Ilya Mikhalchik war am vorletzten Wochenenden bei den 24 Stunden von Le Castellet mit seinen Kollegen noch auf das Podest der Langstrecken-Weltmeisterschaft gefahren und musste sich in Hockenheim erste wieder an seine BMW im IDM-Trimm gewöhnen. «Das ist schon ein Unterschied zwischen der EWC-BMW und der IDM-Version», erklärt der dreifache IDM-Champion und Dritte in der aktuellen Endurance-WM. «Bis auf den Namen haben die Motorräder nichts gemeinsam.» Das hinderte den Ukrainer aber nicht daran, sich die letzte Pole-Position des Jahres zu sichern. «Das ist schon schön», beurteilte er im Anschluss seine Leistung, «vor allem, weil ich nicht wie die meisten der Top Ten-Piloten hier im Vorfeld trainieren konnte. Und was meine theoretischen Titelchancen angeht? Ich bin glücklich, wenn mal ein anderer den Titel holt. Glücklicher wäre ich allerdings, wenn ich ihn holen würde.»

Im Rennen 1 erwies sich Mikhalchik als ein gewiefter Taktiker. Denn während sich die Konkurrenz an der Spitze mit zum Teil wilden Manövern das Leben schwermachte, schaute sich der BMW-Pilot die Sache erst einmal an. Seine Überholmanöver platzierte er gekonnt am Ende des Rennens und sicherte sich damit den ersten Sieg des Tages. Damit holte er den sechsten Sieg der Saison, keiner sollte in der IDM Superbike 2023 mehr schaffen, und konnte seine rein rechnerischen Titelchancen bis zum wirklich allerletzten Rennen aufrechterhalten. Doch die Chancen waren überschaubar.

Die Titelgeschichte war im zweiten Lauf schon nach wenigen Metern zu Ende erzählt. Während durch das Reverse Grid-Verfahren sein schärfster Konkurrent im Titelkampf, Florian Alt, den zweiten Lauf vom ersten Startplatz aus anging, musste Mikhalchik von Startplatz 9 los. Aus der ersten Runde kam er auf Platz 18 zurück. In mühevoller Kleinarbeit rackert er sich auf Platz 6 nach vorne und Alt reichte ein fünfter Platz zum Titelgewinn. «Ich hatte ein Problem mit der Bremse», schilderte Mikhalchik, «und das fast über die ganze Distanz. Da konnte ich nicht viel machen. In den Ecken habe ich versucht, im 600er-Fahrstil rumzukommen. Ohne das Problem hätte es mit dem zweiten Tagessieg klappen können. Wegen des Titels bin ich nicht so enttäuscht. Da war dieses Jahr eben einfach auch Pech dabei. Aber ich bin nach dem beschwerlichen Saisonbeginn wieder zurückgekommen und habe fast alles gewonnen. Danke an BMW und mein Team, sie haben wirklich hart gearbeitet.»

Philipp Steinmayr hatte ebenfalls das 24-Stunden-Rennen in den Knochen stecken, aber auch er zeigte sich fit und gut aufgelegt beim IDM-Finale und war mit seinem Qualifying und dem achten Startplatz so weit einverstanden. In den beiden Rennen am Sonntag bestätigte er sein Leistung, holte mit den Plätzen 8 und 7 weitere 17 Punkte und konnte seine Saison damit auf dem glänzenden sechsten Platz beenden. Entsprechend gelöst die Stimmung nach getaner Arbeit. 

«Ich gönne mir am Abend ein, zwei Bier und am Montag geht es weiter nach Nürnberg auf eine Messe», erläuterte er die Planung nach dem IDM-Finale. «Aber ich bin wirklich zufrieden mit meiner Saison. Nach dem Umstieg in das Team bin ich meiner Mannschaft echt dankbar. Das Bike war immer perfekt vorbereitet. Ich bin wie erwartet in einem Top-Team gelandet und konnte mich fahrerisch auch wirklich weiterentwickeln.» In den Rennen hatte er wie so oft auch mit seinen Teamkollegen zu tun bekommen. «Mein Start ins erste Rennen war toll», berichtet er begeistert, «kurzzeitig war ich sogar auf Platz 3. Die letzten ein, zwei Zehntel Sekunden fehlen mir halt noch. Vor allem am Kurvenausgang verliere ich noch und im Rennen ist man ja nicht allein auf der Strecke und da gestaltete es sich schwierig, beim Bremsen das Maximum rauszuholen. Rennen 2 war lustig. Ich hatte eine gute Ausgangsposition und kam durch das Reverse Grid aus der zweiten Reihe los. Es war mega zu fighten, wenn man da vorne ist. Wenn man dann noch einen guten Rhythmus findet, läuft es echt gut. Mit Max Schmidt hatte ich dann noch ein paar spaßige Kämpfe. Das hat uns zwar etwas Zeit gekostet und wir musste dadurch Florian Alt ein wenig ziehenlassen, aber es war echt spaßig. Am Ende waren dann der Grip und die Bremse ein wenig ein Thema, aber das war ja für alle gleich.» 

Max Schmidt musste am Freitag noch Geduld an den Tag legen. «Ich musste im ersten Freien Training einen Motor einfahren», berichtet er, «im zweiten hat es geregnet, so dass ich erst im dritten so richtig zum Fahren kam. Es ist zwar nicht das erste Mal für mich auf dem Hockenheimring, aber das erste Mal mit der BMW. Leider hatte ich im Vorfeld keine Gelegenheit, hier zu trainieren. Aber der Grundspeed stimmt.» Auch der Rest des Wochenendes stimmte, denn pünktlich zum Finale absolvierte der jüngste Fahrer im BMW-Team sein bisher bestes IDM-Wochenenden.

«Mit Rennen 1 bin ich happy», meinte er dann auch nach Rang 6. «Ich wusste, dass mein Speed etwas höher ist als Trainingsplatz 11 und ich bin sehr gut in den Lauf gekommen und war direkt an einer größeren Spitzengruppe dran. Die hat sich zwar dann etwas gedehnt, aber mein Tempo blieb hoch. Wir haben das Motorrad wirklich top hinbekommen und ich konnte fast bis ins Ziel konstant pushen. Ich war so schnell, dass wir erstmals das Podium in Sichtweite hatten und das ohne Harakiri-Aktionen. Dass ich das in Rennen 2 trotz Traum-Startplatz nicht mehr wiederholen konnte, lag an einem nicht mehr ganz so perfektem Grip und auch, dass ich mich kräftig mit Philipp Steinmayr auseinandersetzen musste. Das hat dem Rhythmus nicht gutgetan. In Summe war das aber klar mein bestes Rennwochenende und ich nehme das als sehr gutes Zeichen für die Zukunft. Ich muss mich gewaltig bedanken, dass mich das Team um Werner Daemen dabei so unterstützt hat. Meine BMW und die richtige Mannschaft sind mir über die Saison immer nähergekommen und beim Finale waren wir eine erfolgreiche Einheit. Ein sehr gutes Gefühl. Ich wünsche mir, wir können darauf aufbauen und das Teamwork fortsetzen.»

Kamil Krzemien hat beste Erinnerungen an den Hockenheimring, denn im Vorjahr hatte das Talent aus Polen an gleicher Stelle mit Rang 3 seinen ersten Podestplatz in der IDM Superbike einfahren können. Doch wo es Licht gibt, gibt es bekanntermaßen auch Schatten. Im Training hielt sich der Pole mit Startplatz 13 noch wacker. In der Regel konnte er sich in der Vergangenheit im Rennen immer noch einmal ein Stück steigern. Seine Rundenzeiten bezeichnete er dann auch als «okay». Doch plötzlich war Krzemien von der Bildfläche des Live-Streams verschwunden und ein Sturz wurde vermeldet.

«Ja, das war ich», erklärte er im Anschluss. «Ich war im Windschatten meines Vordermannes und habe dann einfach überbremst. Dadurch musste ich durchs Gras und als ich wieder auf die Strecke zurückkam, hat mich durch den dreckigen Hinterreifen ein übler Highsider erwischt.» Anschließend musste er zum Check ins Medical Center, da er über Schmerzen im rechten Fuß und der rechten Hüfte klagte. Von den Ärzten wurde er dann auch nicht zum zweiten Rennen zugelassen. «Gebrochen ist wohl nichts», meinte er anschließend, «aber anscheinend habe ich mich an den Bändern im Gelenk verletzt. Das wird nach meiner Heimreise dann entsprechend behandelt. Schade, dass die Saison so für mich zu Ende gegangen ist.»

Bálint Kovács war nach seinem Einsatz im Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft gut erholt bei IDM-Finale angekommen und wollte es bei den Freien Trainings am Freitag besonders gutmachen. Das es kurz vor der zweiten Session geregnet hatte, blieben die meisten Piloten in der Box. Nicht so der junge Ungar. «Man weiß nie, wie das Wetter am Renntag ist», so seine Überlegung, «und dann bin ich vorbereitet.» Seinen Eifer bezahlt er allerdings mit einem Ausrutscher. Er war glimpflich davongekommen und seine Mechaniker hatten bis zum Abschlusstraining alles wieder geradegebogen.

Nachdem er sich in den beiden Qualifyings Startplatz 10 geholt hatte, überzeugte Kovács in den Rennen mit den Plätzen 11 und 10. Gerne wäre er noch ein paar Plätze weiter vorne gelandet, doch am Ende seiner ersten komplette IDM-Saison durfte er sich in der Schlussrechnung über Platz 8 freuen. «Mittelprächtig», nannte er dann auch seine beiden Renn-Resultate. «Ich war zuletzt im Jahr 2020 hier und hatte seitdem keine Gelegenheit mehr, vor dem Finale 2023 hier zu testen. Das hat die Lage für mich etwas schwierig gemacht. Und irgendwie hatte ich mir etwas mehr erwartet, doch ich habe das Maximum rausgeholt. Doch mit dem achten Platz im Gesamtergebnis bin ich echt zufrieden. Für eine Rookie-Saison in der starken Meisterschaft ist das gut.»

Damit geht ein anspruchsvolles Jahr für das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW in der IDM zu Ende. Wie in jedem Jahr hatte der Rennsport wieder so einiges an Überraschungen zu bieten und bis auf ein paar kleinere Blessuren, konnte man das Jahr in der IDM Superbike erfolgreich abschließen. 

IDM Superbike 2023 Endstand nach 14 Rennen

1. Florian Alt (D/Honda) 221 Punkte
2. Ilya Mikhalchik (UKR/BMW) 196 Punkte
3. Patrick Hobelsberger (D/BMW) 191 Punkte
4. Hannes Soomer (EST/Honda) 185 Punkte
5. Toni Finsterbusch (D/BMW) 171 Punkte
6. Philipp Steinmayr (A/BMW) 144 Punkte
7. Bastien Mackels (B/Yamaha) 140 Punkte
8. Bálint Kovács (HUN/BMW) 100 Punkte
9. Jan-Ole Jähnig (D/BMW) 90 Punkte
10. Leandro Mercado (ARG/Kawasaki) 84 Punkte
11. Max Schmidt (D/BMW) 83 Punkte
12. Kamil Krzemien (PL/BMW) 69 Punkte
13. Vladimir Leonov (RUS/Yamaha) 69 Punkte
14. Daniel Kartheininger (D/Yamaha) 59 Punkte
15. Colin Velthuizen (NL/BMW) 52 Punkte