Samstag, 7. November 2020

Buri siegt und übernimmt vor dem Finale Tabellenführung

  • Der Hyundai-Pilot hat sieben Punkte Vorsprung auf Verfolger Proczyk
  • Marcel Fugel sichert sich den Titel in der Honda Junior Challenge
  • Titelentscheidung fällt im letzten Saisonrennen am Sonntagvormittag

Souveräner Start-Ziel-Sieg für den finnischen Hyundai-Fahrer
Foto: ADAC-Motorsport

Nervenstark und fehlerfrei an die Tabellenspitze: Antti Buri (31, Finnland, Hyundai Team Engstler) hat das Samstagsrennen der ADAC TCR Germany beim Finale in Oschersleben gewonnen und die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Der finnische Hyundai i30 N TCR-Fahrer feierte einen souveränen Start-Ziel-Sieg vor Gaststarter Tiago Monteiro (44, Portugal, Honda ADAC Sachsen) und Dominik Fugel (23, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR. Der bisherige Tabellenführer Harald Proczyk (44, Österreich, HP Racing International) musste sich mit dem sechsten Platz begnügen und rutschte auf Platz zwei der Tabelle ab.

Dafür durfte Marcel Fugel (20, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) umso mehr jubeln. Der 20-Jährige sicherte sich mit seinem fünften Platz vorzeitig den Titel in der Honda Junior Challenge. Mit nun 93 Punkten auf dem Konto kann er nicht mehr von der Tabellenspitze verdrängt werden. Sein Lohn für eine starke Saison: Ein neuer Honda Civic.

Auch Antti Buri war glücklich über seinen vierten Saisonsieg. "Es war sehr intensiv, mit das härteste Rennen der Saison. Tiago war die ganze Zeit da und hat Druck gemacht. Ich konnte meinen Vorsprung zwar behaupten, aber dafür musste ich auch die ganze Zeit über pushen", sagte der 31-Jährige, der nun 233 Punkte auf dem Konto hat und somit als Favorit ins letzte Saisonrennen am Sonntag (10.25 Uhr) geht: "Ich muss morgen noch einmal alles geben. Maximale Attacke, wie man bei uns in Finnland sagt." Harald Proczyk folgt mit 226 Zählern vor Dominik Fugel, der 218 Punkte aufweist und ebenfalls noch Meisterschaftschancen hat.

Bei sehr guten äußeren Bedingungen mit Sonnenschein erwischte Buri einen guten Start. Eingangs der ersten Kurve setzte ihn zwar Gaststarter Monteiro unter Druck, doch Buri blieb vorne und fuhr sich schnell ein Polster auf seine Verfolger heraus. Auch Dominik Fugel behauptete seinen dritten Platz - Harald Proczyk dagegen fiel auf den ersten Metern vom vierten bis auf den sechsten Platz zurück. Unmittelbar vor dem Österreicher tauchte Marcel Fugel im Honda Civic TCR auf, davor platzierte sich Dziugas Tovilavicius (28, Litauen, Skuba Racing Team) im VW Golf GTI TCR.

Als sich das Feld gerade sortiert hatte, wurde es bereits wieder eingebremst: Gaststarter Luca Engstler (20, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) rutschte mit dem VIP Auto in den Kies, weshalb das Safety Car auf die Strecke kam. Buri blieb jedoch auch beim Restart souverän und in Führung. Dahinter folgten die beiden Honda-Fahrer Monteiro und Fugel. Das Spitzentrio setzte sich schnell ab und zog davon.

Dahinter ging es dagegen eng zu. Vierter blieb Tovilavicius, der ein starkes und fehlerfreies Rennen fuhr. Proczyk bemühte sich nach Kräften, den vor ihm fahrenden Marcel Fugel zu überholen. Doch entweder kam der Routinier nicht nah genug heran, um zu einem Überholmanöver anzusetzen - oder der Junior wehrte die Attacke ab.

In der Schlussphase des Rennens musste Proczyk etwas abreißen lassen, dadurch entwickelte sich noch ein spannendes Duell zwischen Marcel Fugel und Dziugas Tovilavicius um den vierten Platz, das der litauische VW-Pilot für sich entschied.

Proczyk wurde als Sechster vor seinem Teamkollegen Jan Seyffert (22, Stuttgart, HP Racing International) gewertet. Rang acht ging an Junior Nico Gruber (19, Österreich, Hyundai Team Engstler), dahinter folgten René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) und Albert Legutko (20, Polen, Albert Legutko Racing) im Honda.

Die Meisterschaftsentscheidung in der fünften Saison der ADAC TCR Germany fällt am Sonntag ab 10.25 Uhr. Antti Buri geht vom achten Platz aus ins Rennen, Dominik Fugel als Fünfter und Harald Proczyk als Vierter. Von der Pole Position startet René Kircher vor Marcel Fugel und Dziugas Tovilavicius. Die beiden Gaststarter Monteiro und Engstler, die sonst in der WTCR aktiv sind, starten von den Plätzen sieben und elf.

Freitag, 6. November 2020

DTM treibt vollelektrische Rennserie weiter voran

  • DTM Electric als eine innovative Säule der DTM-Plattform
  • Präsentation eines Demonstrationsfahrzeuges beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim
  • Schaeffler künftig Serien- und Innovationspartner der DTM

Demonstrationsfahrzeug DTM Electric
Foto: dtm.com

Ein Jahr nach der Vorstellung des Visionsfilms zu einer vollelektrischen Rennsportserie präsentiert die DTM beim Saisonfinale 2020 in Hockenheim ein erstes Demonstrationsfahrzeug zur neuen Rennserie DTM Electric. Die Entwicklung des E-Fahrzeugs erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen der DTM-Dachorganisation ITR und dem renommierten Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler, der Serien- und Innovationspartner der DTM wird. Gemeinsam zeigen die Partner wie die Zukunft des Motorsports auch aussehen kann: Sie ist grün, hoch performant und elektrisch. Ziel ist es, künftig neben der erfolgreichen DTM, die 2021 mit adaptiertem technischen Reglement startet, zusätzlich eine Elektroserie auf der Plattform zu etablieren, die elektrischen Motorsport auf das nächste Level hebt. Bereits im kommenden Jahr soll im nächsten Schritt ein DTM Electric Prototyp entwickelt werden.

Das Demonstrationsfahrzeug, das zum diesjährigen DTM-Finale auf dem Hockenheimring erstmals zum Einsatz kommt, wird bei seiner „Jungfernfahrt“ im Motodrom von Formel-E-Fahrer Daniel Abt, den Ex-DTM-Champions Hans-Joachim Stuck und Timo Scheider sowie Schaeffler-Markenbotschafterin Sophia Flörsch gesteuert. Mit seinen über 1.000 PS Leistung bewegt sich das E-Auto auf Performance-Niveau der Formel 1. Es verfügt über batterieelektrische Antriebe sowie die bereits im Motorsport erprobte Steer-by-wire-Technologie Space Drive von Schaeffler (eine elektronische Lenkung, die ohne herkömmliche mechanische Lenkung auskommt) und eine flüssigkeitsgekühlte Hochvoltbatterie. Als Technologieträger für die DTM Electric vereint das Demonstrationsfahrzeug bereits alle Kernelemente des künftigen Prototyps. Die Gestaltung der Karosserie (entworfen von moodley und Ideenion) ist auch ein möglicher Vorbote auf das, was zukünftig nicht nur im Rennsport, sondern auch auf der Straße zu sehen sein wird. Statt des typischen Rennwagen-Designs wurde auf ein puristisches Design gesetzt.

2023 könnte die DTM Electric erstmals an den Start gehen. Sie ist als eigenständige Serie konzipiert, die künftig neben DTM, DTM Trophy, DTM Classic und DTM Esports eine der fünf Säulen der DTM-Plattform bildet. Die DTM Electric soll Technologie, Innovation und Hochleistung in einem ansprechenden Motorsportformat vereinen, bei dem zukünftige Elektro-Serienfahrzeuge von Herstellern oder Mobilitätsanbietern publikumswirksam zum Einsatz kommen. Sie verspricht spektakulären Rennsport mit leistungsstarken, effizienten und schnellen Autos, einem kosteneffizienten, modularen Konzept und Sicherheit auf höchstem Niveau. Der Plan umfasst Sprintrennen mit einer Dauer von rund 30 Minuten und die Möglichkeit automatisierter Batteriewechsel während des Pflicht-Boxenstopps.

DTM-Chef Gerhard Berger: „Gemeinsam mit Schaeffler, unserem ersten strategischen Partner, mit dem wir künftig kooperieren, wollen wir die DTM-Plattform in eine erfolgreiche Zukunft führen. Unser Ziel ist es, in der DTM Electric nicht nur den neuesten Stand der Technik zu zeigen, sondern auch zentrale Innovationen auf die Rennstrecke zu bringen, die spektakuläres Racing ermöglichen. So wollen wir auch die klassischen Motosportfans für Zukunftstechnologien gewinnen und sie mit attraktivem Rennsport begeistern.“

„Wir freuen uns auf die Partnerschaft“, sagt Matthias Zink, Vorstand Automotive Technologies bei Schaeffler. „Unsere innovativen E-Antriebstechnologien sorgen bereits seit 2014 in der Formel E für Siege und kommen mittlerweile auch in Serienfahrzeugen zum Einsatz. Die Partnerschaft mit der DTM und in der vollelektrischen Zukunftsserie belegen, dass Schaeffler als verlässlicher Technologiepartner die E-Mobilität mitgestaltet.“

Audi im ersten Training vorn, ADAC GT Masters-Titelkandidaten halten sich noch zurück

  • Ricardo Feller mit erster Bestzeit am Finalwochenende in Oschersleben
  • Ammermüller/Engelhart als schnellste Titelkandidaten auf Platz vier
  • Wechselhafte Bedingungen am Freitagmorgen

Schnellster im ersten Freien Training: Ricardo Feller
Foto: ADAC-Motorsport

Audi-Pilot Ricardo Feller (20/CH) fuhr im ersten Freien Training des ADAC GT Masters-Finales in Oschersleben die erste Bestzeit. Auf abtrocknender Strecke verwies Feller die Lamborghini-Fahrer Clemens Schmid (30/A) und Tim Zimmermann (24/Langenargen, beide GRT Grasser Racing Team) auf die weiteren Positionen. Die Titelkandidaten hielten sich bei den rutschigen Bedingungen noch zurück. Die beiden Rennen des Finalwochenendes werden Samstag und Sonntag ab 13 Uhr live von SPORT1 übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Die 50-minütige Sitzung begann auf nasser Strecke, die danach teilweise abtrocknete. Entsprechend schneller wurden auch die Rundenzeiten. Mit seiner letzten schnellen Runde setzte sich schließlich Feller an die Spitze des Feldes. "Es lief ganz gut", bilanzierte Feller. "Ich mag diese Mischbedingungen. Am Anfang war es noch ziemlich nass, deswegen sind wir erst rausgefahren, als die Strecke etwas abgetrocknet war. Mit Regenreifen hat es gut funktioniert, für Slicks war es jedoch noch zu früh. Da wir wahrscheinlich während des restlichen Wochenendes nur trockene Bedingungen haben werden, hat das Training aber wenig Aussagekraft."

Mit 1.31,001 Minuten war der Audi-Fahrer, der sich den R8 LMS mit Stefan Mücke (38/Berlin) teilt, 0,407 Sekunden schneller als Niels Lagrange (29/B) und Clemens Schmid (30/A, beide GRT Grasser Racing Team) im besten Lamborghini. Dahinter folgten als Dritte mit 1.31,514 Minuten Steijn Schothorst (26/NL) und Tim Zimmermann (24/Langenargen) in einem weiten Grasser-Huracán GT3 Evo. Auf Platz fünf kam mit Albert Costa Balboa (30/E) und Franck Perera (36/F) das dritte Fahrzeug des österreichischen Teams.

Als Vierte und damit bestplazierte Titelkandidaten beendeten Christian Engelhart (33/Starnberg) und Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster, beide SSR Performance) im Porsche die Sitzung. Ihre Konkurrenten ließen es noch ruhig angehen. So drehten die Tabellenführer Patric Niederhauser (29/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) lediglich neun Runden mit ihrem Audi. "Wir haben nur die Bremsen angefahren", so van der Linde. "Da die Strecke noch nicht trocken war, machte es für uns wenig Sinn viele Runden zu fahren."

Comeback von Jaminet

Kurzfristig gibt Ex-Meister Mathieu Jaminet (26/F) an diesem Wochenende in Oschersleben sein Comeback im ADAC GT Masters. Der Franzose vertritt bei Precote Herberth Motorsport den erkrankten Sven Müller (28/Bingen am Rhein) und unterstützt den Tabellenzweiten Robert Renauer (35/Vierkirchen) im Titelkampf. Das Duo hatte bereits zusammen 2018 die "Liga der Supersportwagen" gewonnen. "Ich freue mich, zurück im ADAC GT Masters zu sein", so Jaminet, "Auch wenn ich gerne unter anderen Umständen zurückgekehrt wäre. Es wird ein spannendes Wochenende. Ich werde alles geben, um Robert zu unterstützen." Jaminet hat gute Erinnerungen an Oschersleben: 2017 holte er bei seinem Debüt im ADAC GT Masters auf Anhieb die Pole-Position und fuhr zum Sieg. Ironischerweise zusammen mit Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster, SSR Performance), jetzt Titelkonkurrent von Renauer.

Küs Team75 Bernhard wieder komplett

Der Rennstall von Timo Bernhard startet in Oschersleben wieder mit zwei Porsche 911 GT3 R. Nachdem der "Elfer" mit der Startnummer 17 vor dem zweiten Lausitzring-Wochenende bei Testfahrten stark beschädigt worden war, konnte das Fahrzeug beim vorletzten Saisonlauf nicht antreten. Nun ist das Auto von Simona De Silvestro (32/CH) und Klaus Bachler (29/A, beide Küs Team75 Bernhard) wieder startklar. "Der Unfall mit unserer #17 hat uns noch einmal viel Stress beschert. Aber das Team hat super gearbeitet und hat parallel zum Rennwochenende am Lausitzring das Auto wieder aufgebaut. Darauf sind wir sehr stolz, das war ein hartes Stück Arbeit. Deshalb ein Riesenlob und vielen Dank. Alle haben einen herausragenden Job gemacht. Ich freue mich darauf, dass wir ein versöhnliches Saisonfinale mit zwei schönen Rennen erleben können."

Stammpiloten sind zurück

Zahlreiche weitere Fahrer, die in der vergangenen Woche auf dem Lausitzring nicht antraten, starten ebenfalls wieder beim Saisonfinale. Carrie Schreiner (22/Völklingen) ist zurück im Audi R8 LMS von Rutronik Racing, Markenkollegin Rahel Frey (34/CH fährt wieder bei Aust Motorsport. Im Audi mit der Startnummer 30 sitzt wieder die Stammbesatzung Rolf Ineichen (42/CH) und Mirko Bortolotti (30/I, beide Team WRT). Auch die BMW-Werksfahrer Jens Klingmann (30/Tägerwilen) und Nick Yelloly (29/GB, Schubert Motorsport) übernehmen wieder ihre BMW M6 GT3.

DTM präsentiert Zukunftskonzept

Mehr als eine Rennserie: DTM als Herzstück einer Motorsport-Erlebnisplattform mit fünf Säulen

  • Spitzensport: DTM mit leistungsstarken Sportwagen als Top-Rennserie
  • Fünf Säulen: DTM, DTM Trophy, DTM Classic, DTM Electric, DTM Esports
  • International: Terminkalender mit neun Rennwochenenden von Mai bis Oktober 2021
  • Innovativ: DTM Electric als neue, visionäre Rennserie im voll elektrifizierten Motorsport
  • Digital: DTM Esports verbindet realen und virtuellen Motorsport
  • Neuer Partner: AvD koordiniert die sportliche Organisation

Foto: dtm.com 

Die DTM der Zukunft ist mehr als nur eine Rennserie: Von der legendären DTM mit leistungsstarken Sportwagen als Herzstück über die innovative DTM Electric, die DTM Trophy für junge Talente, digitalen Motorsport in der DTM Esports bis hin zur DTM Classic mit historischen Rennfahrzeugen aus DTM, DRM, Gruppe C und Formel 1 – die DTM Plattform basiert künftig auf fünf hochkarätigen Säulen, die ein einzigartiges Motosport-Erlebnis garantieren. Mit dieser breitgefächerten Ausrichtung liefert die DTM-Plattform faszinierenden und zukunftsorientierten Motorsport, der alle Generationen begeistern wird und Unternehmen eine vielseitige sowie innovative Marketing- und Event-Plattform bietet. Die Ergänzung der DTM-Plattform um weitere hochklassige Rennserien ist möglich. 1984 gestartet, hat sich die DTM über die Jahre als spektakuläres und emotionales Rennsporterlebnis für Fans in Deutschland und rund um den Globus etabliert. Aktuell wird die DTM-Serie in über 30 Ländern live übertragen und weltweit von Millionen Motorsport-Fans im TV und via Streaming im Netz verfolgt, mehr als 600.000 Zuschauer lockte die DTM in den letzten Jahren an die Rennstrecken.

„Der Motorsport und die Mobilitätsbranche befinden sich im Wandel. Daher vollziehen wir jetzt eine progressive Diversifizierung unseres Serienangebotes für eine bewusste Zukunft, die höchste Ansprüche und innovative Trends verbindet. Die DNA der legendären DTM mit faszinierendem Rad-an-Rad-Motorsport werden wir weiterhin erhalten“, sagt DTM-Chef Gerhard Berger. „Traditioneller Motorsport für Jung und Alt bleibt fester Bestandteil der DTM-Plattform, von der DTM Trophy über Classic-Rennen bis hin zu DTM Esports. Als eigenständige Rennserie soll möglichst bald die innovative und vollelektrische DTM Electric hinzukommen. Insgesamt ist es ein starkes Paket mit fünf hochkarätigen Elementen, mit denen wir die DTM-Plattform in eine facettenreiche Zukunft führen werden.“

Je Serie zwei Rennen pro Wochenende und nur ein Fahrer je Auto sind bewährte Faktoren und Spannungsgaranten, die auch für die neuen Elemente gelten, die alle strategisch ineinandergreifen. So gilt die DTM Trophy mit ihren seriennahen GT-Sportwagen künftig mehr denn je als direktes Sprungbrett für junge Talente direkt in ein Cockpit in der DTM. DTM Esports spricht eine junge Zielgruppe an, während die Classic-Rennserien eher älteren Generationen nostalgische Momente bescheren wird. High-Performance-Electric-Racing wird in der innovativen und nachhaltigen DTM Electric großgeschrieben.

Terminkalender 2021 mit neun Rennwochenenden

Mit Blick auf das nur schwer abschätzbare Infektionsgeschehen wird die DTM erst Ende Mai in die Saison 2021 starten. Das gibt Teams, Rennserien und Partnern zusätzliche Zeit zur Vorbereitung für den Restart. Bis Anfang Oktober stehen neun Rennwochenenden im Kalender. Dazu zählen vier traditionelle Läufe in Deutschland: auf dem Norisring in Nürnberg, dem DEKRA Lausitzring sowie dem Nürburgring und in Hockenheim. Mit Assen in den Niederlanden und Zolder in Belgien sind zwei grenznahe Rennstrecken im Plan. Der Red Bull Ring in Österreich, Monza in Italien sowie der neue Kurs von St. Petersburg komplettieren den Kalender.

DTM-Terminkalender 2021

1 - 28.–30. Mai - Igora Drive, St. Petersburg (RUS)

2 - 11.–13. oder 18.–20. Juni- Monza (ITA)

3 - 02.–04. Juli - Norisring (GER)

4 - 23.–25. Juli - DEKRA Lausitzring Grand Prix (GER)

5 - 06.–08. August - Zolder (BEL)

6 - 20.–22. August - Nürburgring (GER)

7 - 03.–05. September . Red Bull Ring (AUT)

8 - 17.–19. September - Assen (NED)

9 - 01.–03. Oktober - Hockenheim (GER)

*- Bestätigung steht noch aus / vorbehaltlich der Genehmigung durch die FIA


Action garantiert: DTM Formation Start, Boxenstopp auf Bestzeit, mehr Leistung, eigene BoP 

Die DTM setzt ab 2021 auf Sportwagen, deren Basis das GT3-Reglement des Automobil-Weltverbandes FIA bildet. Da fast jeder Automobil-Hersteller – von Aston Martin über Audi, Bentley, BMW, Corvette, Ferrari, Honda, Lamborghini, Lexus, McLaren, Mercedes, Nissan bis zu Porsche – einen GT3-Sportwagen in seinem Portfolio hat, können sich die DTM-Fans auf eine große Markenvielfalt freuen. Für reichlich Action auf den Rennstrecken wird künftig die neue Art des Starts sorgen: der „DTM Formation Start“, ein rollender Start mit dichtgestaffelten Zweier-Reihen nach Indy-Muster. Fester Bestandteil bleibt der Pflichtreifenwechsel, der mit maximal sechs Mechanikern und zwei Schlagschraubern in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren ist. Fahrhilfen wie ABS (Antiblockiersystem) und Traktions-Kontrolle bleiben zugelassen. Für die Chancengleichheit der Sportwagen mit unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten sorgt eine eigene, gesamtheitliche Fahrzeugeinstufung, die neben Leistung und Hubraum beispielsweise auch den Fahrzeugschwerpunkt einbezieht und zudem streckenabhängig erfolgt. Diese eigenständige Form der „Balance of Performance“ hat sich in der Saison 2020 bereits in der DTM Trophy bewährt. Neu sind allerdings die Erfolgsgewichte mit 25, 18 und 15 Kilogramm für die drei Bestplatzierten, gültig für das Folgerennen. Als Alleinstellungsmerkmal bleibt unverändert bestehen, dass professionelle Rennfahrer – mit internationaler A- oder B-Lizenz – mit einem Auto zwei Sprintrennen über 55 Minuten plus eine Runde bestreiten – unverändert gibt es in der DTM keine Fahrerwechsel.

Talentschmiede auf großer Bühne: DTM Trophy 

Künftig wird die DTM Trophy noch mehr von der großen DTM-Bühne profitieren, denn den ambitionierten Nachwuchsfahrern winkt der direkte Aufstieg in eines der heißbegehrten DTM-Cockpits. Die beiden Sprintrennen der Trophy - über 30 Minuten plus eine Runde - werden auch weiterhin direkt im Anschluss an die DTM-Rennen ausgetragen und können über die Streaming-Plattform DTM Grid weltweit live verfolgt werden. Im zweiten Jahr wächst der Kalender der DTM Trophy um ein weiteres Rennen und wird zukünftig an sieben Rennwochenenden für sportliche Unterhaltung sorgen. Neu sind Erfolgsgewichte. Die drei Erstplatzierten jedes Rennens müssen für das jeweils nächste Rennen 25, 18 bzw. 15 Kilogramm zuladen. 

Nostalgie mit Speed: Ehemalige Rennfahrzeuge aus DTM, DRM, Gruppe C und Formel 1

Fest zur DTM-Plattform gehören auch Classic-Events. Je nach Rennstrecke sollen unterschiedliche Themen der Motorsport-Classic präsentiert werden, beispielsweise Fahrzeuge der legendären Gruppe C auf dem Norisring oder historische Formel-1-Boliden auf dem Nürburgring und dem Hockenheimring oder eben legendäre Tourenwagen aus der DTM. Für 2021 sind drei Classic-Demo-Events und drei extern organisierte Classic-Rennen vorgesehen. Die Koordination der klassischen Rennen und Themen übernimmt der Automobilclub von Deutschland (AvD), dessen Expertise sich nicht nur auf der Durchführung des traditionsreichen AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring als Europas größter Event für historische (Renn-) Fahrzeuge gründet. „Wir freuen uns, die DTM bei der Weiterentwicklung des Bereichs Tradition zu unterstützen und Rennen und Demos  mit historischen Originalen aus DTM, DRM und ITC sowie aus Formel 1 und Gruppe C zu organisieren“, sagt Lutz Leif Linden als Generalsekretär des Automobilclub von Deutschland e.V. und Geschäftsführer der AvD Wirtschaftsdienst GmbH.

Vollelektrische Rennserie: DTM Electric

Die DTM Electric zeigt, wie die Zukunft des Motorsports auch aussehen kann: Sie ist grün, hoch performant und elektrisch. Die DTM Electric ist als eigenständige Serie konzipiert, die künftig neben DTM, DTM Trophy, DTM Classic und DTM Esports eine der fünf Säulen der DTM-Plattform bildet. 2023 könnte die DTM Electric erstmals an den Start gehen. Die Rennserie hebt elektrischen Motorsport auf das nächste Level: Sie vereint Technologie, Innovation und Hochleistung in einem ansprechenden Motorsportformat, bei dem zukünftige Elektro-Serienfahrzeuge von Herstellern oder Mobilitätsanbietern publikumswirksam zum Einsatz kommen. Sie verspricht spektakulären Rennsport mit leistungsstarken, effizienten und schnellen Autos, einem kosteneffizienten, modularen Konzept und Sicherheit auf höchstem Niveau. Der Plan umfasst Sprintrennen mit einer Dauer von rund 30 Minuten und die Möglichkeit automatisierter Batteriewechsel während des Pflicht-Boxenstopps. Zum DTM-Saisonfinale 2020 in Hockenheim wurde ein erstes Demonstrationsfahrzeug zur neuen Rennserie präsentiert. Die Entwicklung des E-Fahrzeugs erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen der DTM-Dachorganisation ITR und dem renommierten Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler, der Serien- und Innovationspartner der DTM wird. Bereits im kommenden Jahr soll im nächsten Schritt ein DTM Electric Prototyp entwickelt werden.

Virtuell vs real: DTM Esports nach gelungener Premiere mit erweitertem Programm

Die Premiere des virtuellen Motorsports im Umfeld der DTM fand bereits im Mai 2020 mit der Esports Classic Challenge statt. Die DTM Esports Championship selbst ist im Herbst 2020 erfolgreich gestartet und hat in den digitalen Rennen Profirennfahrer und ambitionierte SimRacer zusammengeführt. Sechs Profis aus dem realen Motorsport stellten sich 18 erfahrenen SimRacern, die aus einer dreiwöchigen Qualifikation mit über 8.000 Bewerbern hervorgegangen waren. Für die Teamwertung bildeten  Rennfahrer aus beiden Lagern – real und virtuell – eine gemeinsame Mannschaft.

Aufgrund der positiven Resonanz wird DTM Esports 2021 integrierter Bestandteil der DTM-Erlebnisplattform. In einer Serie von mindestens sieben international ausgerichteten Events werden weltweit führende SimRacer an den Start gehen. Geplant ist zudem mindestens ein digitaler Wettbewerb als Vor-Ort-Event im Umfeld der DTM. Ein Entwicklungsprogramm für SimRacer-Karrieren rundet das DTM-Esports-Projekt ab.

AvD neuer Partner: Sportliche Organisation aus einer Hand

Für die sportliche Organisation der Rennwochenenden hat die ITR mit dem Automobilclub von Deutschland (AvD) eine Partnerschaft geschlossen. Der in Frankfurt ansässige AvD organisiert und koordiniert für alle DTM-Wettbewerbe die Besetzung der erforderlichen Funktionsträger. „AvD und DTM gehen eine neue, starke Partnerschaft ein, auf die wir uns freuen. Der AvD wird bei allen DTM-Veranstaltungen mit seinem erfahrenen und Formel-1-erprobten Team im Einsatz sein. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der DTM streben wir schnelle und kompetente Entscheidungen an, die den Rennserien der DTM-Plattform sowie allen Fahrern, Teams und Veranstaltern und letztlich auch den Fans gerecht werden“, erklärt Lutz Leif Linden als Generalsekretär des Automobilclub von Deutschland e.V. und Geschäftsführer der AvD Wirtschaftsdienst GmbH. Der seit 1899 bestehende AvD ist Gründungsmitglied des Automobil-Weltverbandes FIA. Am 11. Juli 1926 veranstaltete der AvD auf der AVUS in Berlin den 1. Großen Peis von Deutschland, seitdem ist der Große Preis von Deutschland die herausragende Motorsportveranstaltung des AvD.

Spannung bis zum Schluss: Das sind die Titelkandidaten im ADAC GT Masters

  • Fahrer von drei Marken kämpfen beim Finale um den Titel
  • Top 3 der Meisterschaft innerhalb von sieben Punkten, 50 werden noch vergeben
  • Titelverteidiger Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde sind Tabellenführer

Robert Renauer möchte seinen zweiten Titel nach 2018
Foto: ADAC-Motorsport

Schaffen die Tabellenführer Patric Niederhauser (29/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) als erste Fahrer überhaupt im ADAC GT Masters die erfolgreiche Titelverteidigung? Oder schnappt die starke Konkurrenz den Audi-Piloten beim großen Saisonfinale am Wochenende in Oschersleben (6.-8. November) die Meisterschaft weg? Bei 50 noch zu vergebenden Punkten ist im Titelkampf der "Liga der Supersportwagen" alles möglich. Die beiden entscheidenden Rennen werden Samstag und Sonntag ab 13 Uhr live von SPORT1 übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Patric Niederhauser (29/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing, Audi R8 LMS), 150 Punkte: Die beiden Audi-Sport-Fahrer können in Oschersleben für ein Novum im ADAC GT Masters sorgen: Als ersten Fahrern in der Geschichte der "Liga der Supersportwagen" könnte Niederhauser und van der Linde die erfolgreiche Verteidigung des Fahrertitels gelingen. Das Duo holte bisher einen Sieg und drei weitere Podestplätze, beeindruckt aber vor allem durch seine Konstanz: Als einzige Fahrer im Feld haben sie in allen bisherigen zwölf Rennen gepunktet. Allerdings haben die beiden Rutronik-Racing-Piloten am Wochenende ein Handicap: Aufgrund eines Boxenstopp-Vergehens auf dem Lausitzring werden sie am Samstag in der Startaufstellung um fünf Positionen zurückversetzt. Dennoch ist Niederhauser optimistisch: "Es ist natürlich alles sehr eng, aber unsere Chancen sind gut. Jetzt kommt es darauf an, aus jedem Rennen das Maximum herauszuholen. Nur auf Punkte fahren ist nicht. Jeder muss eigentlich voll auf Attacke fahren. Ich denke, es muss noch mindestens ein Rennsieg her, um den Titel für sich zu entscheiden."

Robert Renauer (35/Vierkirchen, Precote Herberth Motorsport, Porsche 911 GT3 R), 145 Punkte: Der Meister von 2018 hat zuletzt auf dem Lausitzring seinen Rückstand auf die Tabellenführer auf nur noch fünf Zähler reduziert. Der Bayer kommt auf insgesamt sechs Podestplätze - so viele wie kein anderer Pilot in dieser Saison. Das Einzigartige an Renauer unter den Titelkandidaten ist, dass er Fahrer und Teamchef in Personalunion ist. Da Renauers Stammpartner Sven Müller erneut krankheitsbedingt ausfällt, teilt sich der Porsche-Routinier den Elfer beim Finale mit Mathieu Jaminet (26/F), mit dem Renauer 2018 den Titel im ADAC GT Masters gewonnen hat. "Wir waren in Oschersleben zuletzt eigentlich immer recht stark. Die Strecke müsste dem Porsche entgegenkommen. Deswegen bin ich optimistisch", so Renauer. "Die Meisterschaft gewinnt nicht unbedingt das schnellste Auto. Um den Titel zu holen, braucht man auch Rennglück. Dass ich schon 2018 um den Titel gekämpft habe, ist sicher ein kleiner Vorteil. Man merkt, dass man etwas abgeklärter ist, als wenn man das erste Mal um die Meisterschaft fährt. Man weiß, was einen erwartet und dass noch so viel passieren kann. Man muss einfach schauen, dass man keine Fehler macht und die letzten Rennen einfach gut über die Bühne bringt. Es tut mir sehr leid für Sven, dass er nicht mit um den Titel kämpfen kann. Denn das, was wir erreicht haben, haben wir zusammen erreicht."

Christian Engelhart (33/Starnberg) und Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster, beide SSR Performance, Porsche 911 GT3 R), 143 Punkte: Engelhart und Ammermüller starteten mit zwei Siegen in den ersten fünf Rennen stark in die Saison, die beiden Triumphe sind immer noch Saisonbestwert. Mit nur sieben Punkten Rückstand liegen Engelhart und Ammermüller auf Rang drei. Engelhart ist mit drei Siegen der erfolgreichste Pilot der Titelkandidaten in Oschersleben, und auch sein Partner hat schon einmal in der Magdeburger Börde gewonnen. Ihr Rennstall SSR Performance ist neu im ADAC GT Masters, verfügt aber über zahlreiche erfahrene Teammitglieder. "Es ist noch alles offen, denn es ist immer noch sehr eng an der Spitze", sagt Ammermüller. "Fehler dürfen jetzt nicht passieren, aber das gilt für alle Titelkandidaten. Jeder muss das Maximale herausholen und so viele Punkte wie möglich sammeln. Ich denke, dass die Entscheidung erst am Sonntag fallen wird. Es wäre natürlich ein Traum, mit SSR im ersten Jahr gleich den Titel zu holen. Nichts ist unmöglich, wir werden unser Bestes geben, um am Ende ganz oben zu sein."

Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (35/Monte Carlo, beide Toksport WRT, Mercedes-AMG GT3 Evo), 136 Punkte: Nach zwei starken Gaststarts bestreiten Stolz und Engel ihre erste komplette Saison im ADAC GT Masters mit ihrem Rennstall Toksport WRT. Nach dem Sieg beim Saisonauftakt führte das Duo mehrere Rennen die Gesamtwertung an. Ihre insgesamt fünf Podestplätze sind die zweitmeisten in der aktuellen Saison. Stolz und Engel kämpfen erstmals im ADAC GT Masters um den Titel. "Wir geben nicht auf und kämpfen weiter", so Engel. "Es sind noch zwei Rennen zu fahren. Wir werden alles geben und dann schauen wir weiter. Wir müssen Punkte gutmachen und ohne Fehler durchkommen. Im ADAC GT Masters kann viel passieren. Wir haben ein starkes Auto und ein starkes Team hinter uns. Daher haben wir großes Vertrauen, dass wir in Oschersleben top performen können. Das ist das Ziel."

Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (33/Kulmbach, beide Montaplast by Land Motorsport, Audi R8 LMS), 109 Punkte: ADAC GT Masters-Auftaktchampion Christopher Haase und Max Hofer, der letztjährige Gewinner der Pirelli-Junior-Wertung, haben nach ihrem ersten Saisonsieg auf dem Lausitzring ebenfalls noch Titelchancen, auch wenn ihr Rückstand schon 41 Punkte beträgt. Sie haben jedoch gute Erinnerungen an Oschersleben: Beiden gelang in ihrer jeweiligen Debütsaison im ADAC GT Masters eine Pole-Position und ein Sieg auf dem Kurs. "Wir sind ganz klar die Underdogs und müssen zur Stelle sein, wenn etwas bei den anderen Titelkandidaten schiefläuft", so Routinier Haase. "Sollten sie Fehler machen, müssen wir möglichst viele Punkte mitnehmen. Wir gehen das Wochenende aber wie jedes andere an. Die Strecke sollte dem Audi liegen. Sie ist sehr technisch und es kommt auf Feinheiten beim Set-up an. Man muss bei den ungewohnten kalten Temperaturen das Set-up-Fenster genau treffen. Damit haben viele Teams wenig Erfahrung, das kann am Wochenende eine wichtige Rolle spielen."