Montag, 17. August 2020

Porsche siegt auch im zweiten Rennen auf dem Nürburgring

  • Sven Müller und Robert Renauer holen ersten Saisonsieg
  • Charles Weerts gewinnt Pirelli-Junior-Wertung
  • Rolf Ineichen siegt in der Pirelli-Trophy-Wertung

Müller/Renauer im precote Porsche siegen am Sonntag am Nürburgring
Foto; ADAC-Motorsport


Das zweite Rennwochenende des ADAC GT Masters steht ganz im Zeichen von Porsche. Nach dem Sieg am Samstag triumphierten die Stuttgarter auch im zweiten Rennen mit Robert Renauer (35/Vierkirchen) und Sven Müller (28/Bingen am Rhein, beide Precote Herberth Motorsport), die zu ihrem ersten Saisonsieg fuhren. Rang zwei ging an Charles Weerts (19/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) im besten Audi R8 LMS vor den Lamborghini-Werksfahrern Franck Perera (36/F) und (Albert Costa Balboa (30/E, beide GRT Grasser Racing Team). "Ein toller Sieg", freute sich Sieger Robert Renauer. "Das war eine kleine Wiedergutmachung für unseren unglücklichen Saisonauftakt auf dem Lausitzring."

Porsche machen beim Start Plätze gut

Den Grundstein für ihren Sieg legten Müller und Renauer mit einem starken Start. Müller verbesserte sich von Platz fünf auf drei und lag bis zu den Boxenstopps hinter Markenkollege David Jahn, der von Startposition sechs in Führung gegangen war. Diese verteidigte Jahn bis zu den Boxenstopps gegen Pole-Setter Kelvin van der Linde (24/ZA, Rutronik Racing) und Müller, die dicht dahinter folgten. Van der Linde absolvierte seinen Stopp als erster der Spitzengruppe und übergab an Partner Patric Niederhauser. Dank des frühen Wechsels übernahmen die beiden Titelverteidiger nach den Stopps den ersten Platz, über den sie sich jedoch nur kurz freuen konnten. Eine anschließende Durchfahrtsstrafe wegen eines Vergehens beim Boxenstopp warf das Audi-Duo weit zurück. Am Ende musste es sich trotz der schnellsten Rennrunde mit Rang zehn begnügen.
 
Neuer Spitzenreiter war nun Müllers Partner Renauer, der mit einer besseren Boxenstoppstrategie an den Markenkollegen Jahn und Fittje vorbeigegangen war. Renauer setzte sich danach leicht ab und fuhr schließlich mit 3,7 Sekunden Vorsprung zum ersten Saisonsieg. Es war der jeweils siebte Triumph im ADAC GT Masters für den Bayern und seinen Rennstall Precote Herberth Motorsport sowie der zweite für Porsche-Werksfahrer Müller.
 
David Jahn und Jannes Fittje sahen zwar als Zweite die Zielflagge. Doch eine nachträgliche 30-Sekunden-Strafe wegen eines "Unsafe Release" beim Boxenstopp warf sie aus den Punkterängen. Charles Weerts (19/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) rückten damit auf den zweiten Rang vor. Die beiden Belgier fuhren mit ihrem Audi nach dem Sieg im zweiten Rennen des Saisonauftaktes ihr zweites Podium des Jahres ein. Weerts sicherte sich damit auch den Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung.
 
Ebenfalls auf das Podium kamen als Dritte - zum ersten Mal in diesem Jahr - die Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera (36/F) und Albert Costa Balboa (30/E, beide GRT Grasser Racing Team), dahinter kamen als Vierte Rolf Ineichen (42/CH) und Mirko Bortolotti (30/I, beide Team WRT) in einem weiteren Audi ins Ziel. Ineichen gewann damit auch die Pirelli-Trophy-Wertung.
 
Fünfte wurden Markus Pommer (29/Neckarsulm) und Jeffrey Schmidt (26/CH, beide Callaway Competition) in der einzigen Corvette im Feld vor dem Audi-Duo Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (32/Kulmbach, beide Montaplast by Land Motorsport). Maro Engel (34/Monte Carlo) und Luca Stolz (25/Brachbach, beide Toksport WRT) verteidigten mit ihrem Mercedes-AMG GT3 Evo als Siebte ihre Tabellenführung, verpassten aber erstmals in dieser Saison das Podium. Ihre Markenkollegen Philip Ellis (27/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward) fuhren auf Platz acht vor dem Lamborghini Huracán GT3 Evo von Steijn Schothorst (25/NL) und Tim Zimmermann (23/Langenargen, beide GRT Grasser Racing Team).

Stimmen der Sieger:
 
Robert Renauer (Precote Herberth Motorsport, Porsche 911 GT3 R): 

"Im Grunde war mein heutiges Rennen relativ unspektakulär. Ich habe das Auto auf Position eins von Sven übernommen, die Position konnte ich dann verteidigen. Insbesondere die zweite Generation des Porsche 911 GT3 R funktioniert hier am Nürburgring offensichtlich sehr gut. Das Auto hat sich sehr ausgeglichen angefühlt, wir hatten durchweg eine gute Pace. Dass wir nach dem Pech am Lausitzring heute den Sieg einfahren konnten, ist auch eine kleine Wiedergutmachung, über die wir uns freuen."
 
Sven Müller (Precote Herberth Motorsport, Porsche 911 GT3 R): 

"Nachdem wir sehr zügig durch die letzte Kurve der Einführungsrunde gekommen sind, war der Start sehr turbulent. Für uns lief es gut, wir konnten direkt zwei Positionen gewinnen. Im Verlauf war es schwierig, am Audi [von Kelvin van der Linde] und am Porsche [von David Jahn] vorbeizukommen, hier war dann am Ende natürlich auch etwas Glück dabei. Nach unserem miserablen Saisonstart am Lausitzring sind wir mit dem Sieg hier natürlich sehr glücklich!"

Hyundai-Doppelsieg im Sonntagsrennen der ADAC TCR Germany

  • Ex-Meister Harald Proczyk gewinnt vor FIA WTCR-Champion Norbert Michelisz
  • Honda Civic TCR-Pilot Dominik Fugel bleibt Tabellenführer
  • Marcel Fugel bester Pilot der Honda Junior Challenge

Harald Proczyk ist in seinem Hyundai i30 N TCR am Sonntag nicht zu schlagen

                                                          Foto: ADAC-Motorsport

Nürburg. Zwei Hyundai an der Spitze im vierten Saisonrennen der ADAC TCR Germany: Angeführt von Vizemeister Harald Proczyk (44, Österreich, HP Racing International) hat Hyundai einen Doppelsieg auf dem Nürburgring gefeiert. Der Österreicher setzte sich am Sonntag vor FIA WTCR-Champion Norbert Michelisz (36, Ungarn, Hyundai Team Engstler), der das erste Rennen am Samstag gewonnen hatte, und Tabellenführer Dominik Fugel (23, Chemnitz, Profi Car Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR durch. Bester Pilot der Honda Junior Challenge war Marcel Fugel (19, Chemnitz, Profi Car Team Halder) auf Platz fünf, Proczkys Teamkollege Jan Seyffert (22, Stuttgart) belegte Platz vier.
 
"Natürlich freue ich mich über den Sieg, ich bin Racer, ich will immer gewinnen", sagte Proczyk, der seinen ersten Saisonsieg feierte: "Nachdem ich den Start gestern versemmelt habe, bin ich umso glücklicher, dass es diesmal so gut geklappt hat.". Samstagssieger Michelisz rundete sein starkes Wochenende in der ADAC TCR Germany mit Rang zwei ab und war ebenfalls zufrieden: "Mein Ziel war, auf das Podium zu kommen. Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis, es gab tolle Zweikämpfe, weil ich ja von der dritten Reihe aus gestartet bin."
 
Sechste wurde Gaststarterin Jessica Bäckman (22, Schweden, Target Competition) im Hyundai i30 N TCR vor Hyundai-Pilot Antti Buri (31, Finnland, Hyundai Team Engstler) und Junior René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) im VW Golf GTI TCRI. Für Buris Teamkollegen Nico Gruber (18, Österreich), der als Tabellenführer angereist war, endete das Wochenende dagegen mit einer Enttäuschung: Wie bereits am Samstag schied der junge Österreicher auch am Sonntag aus und blieb ohne Punkte.
 
Beim Start zog Antti Buri von Platz zwei direkt an Pole-Setter Gruber vorbei und übernahm die Führung. Hyundai-Pilot Gruber konnte zunächst seinen zweiten Platz vor Gaststarter Andreas Bäckman (24, Schweden, Target Competition) behaupten und musste sich kurz danach mit Ex-Champion Proczyk auseinandersetzen, der Bäckman überholt hatte. Im Duell mit Proczyk blieb Gruber zunächst vorne, ehe er mit einem Problem an seinem Hyundai ausrollte und das Rennen nicht mehr fortsetzen konnte.
 
Kurz darauf musste Antti Buri eine Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse antreten, weil sich der Finne einen Frühstart geleistet hatte. Davon profitierte Proczyk, der die Führung übernahm und sie bis zum Schluss nicht mehr hergab. Norbert Michelisz, von Platz fünf hinter Proczyk gestartet, folgte 3,4 Sekunden dahinter, auch Dominik Fugel und Jan Seyffert konnten ihre Plätze mit wenig Mühe behaupten.
 
Für die ADAC TCR Germany geht es in fünf Wochen weiter: Vom 18. bis 20. September steigen in Hockenheim die Saisonrennen fünf und sechs.

Erster Porsche-Sieg in der ADAC GT4 Germany

  • Jan Kasperlik und Nicolai Møller Madsen mit Debütsieg für das Team Allied-Racing
  • Phil Dörr gewinnt die Junior-Wertung
  • Tom Kieffer und Christian Kosch siegen in der Trophy-Wertung

Der siegreiche Porsche von Jan Kasperlik und Nicolai Møller Madsen  
                                                         Foto: ADAC-Motorsport


Jan Kasperlik (41/Huglfing) und Nicolai Møller Madsen (27/DNK, beide Team Allied-Racing) gewinnen im Porsche 718 Cayman GT4 das Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring. Damit holt das Team Allied nicht nur den ersten Sieg in der Serie, sondern sorgt auch für den ersten Porsche-Triumph in der ADAC GT4 Germany. Der von Pole-Position gestartete BMW M4 GT4 von Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana (33/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) fuhr auf Rang zwei, Fred Martin-Dye (31/GBR) und Phil Dörr (19/Butzbach, beide Dörr Motorsport) komplettieren im McLaren 570S GT4 das Podium als Dritte. "Wir haben anderthalb Jahre darauf hingearbeitet, um endlich einmal in der ADAC GT4 Germany zu gewinnen. Somit sind wir jetzt überglücklich", jubelte Kasperlik, der nicht nur Pilot, sondern auch Teamchef beim Team Allied-Racing ist.
 
Direkt nach dem Start bestimmte jedoch zunächst Pole-Setter Michael Schrey das Geschehen an der Spitze des Feldes. Kasperlik startete von Platz sechs, fuhr aber schon in der ersten Runde bis auf Position vier nach vorne. Ein Dreher im Mittelfeld des BMW von Stephan Grotstollen (51/Langenhagen, Team Lillestoff) führte jedoch zu einer Kollision zwischen dem KTM X-Bow GT4 von Jan Krabec (37/CZE, RTR Projects) und dem Mercedes-AMG GT4 von Christoph Dupré (41/Schiffweiler, Dupré Motorsport Engineering). Als Folge wurde das Safety-Car auf die Strecke geschickt.
 
Beim Re-Start behauptete Schrey weiterhin die Spitze, während Kasperlik kurz darauf Patricija Stalidzane (18/München, Dörr Motorsport) im McLaren überholte und hinter Phil Dörr Platz drei einnahm. Die Positionen an der Spitze blieben bis zum Öffnen des Boxenstopp-Fensters unverändert. Auch nach den Fahrerwechseln behielt Schreys Teamkollege Gabriele Piana die Spitze. Hinter Piana zog Nicolai Møller Madsen nach dem Boxenstopp am McLaren von Martin-Dye vorbei auf Rang zwei. "Das war eine Schlüsselsituation. Wir hatten die Taktik, mit dem späten Stopp einen Undercut gegen den McLaren zu machen. Das hat sich ausgezahlt", erklärte Kasperlik.
 
Eine Safety-Car-Phase zum Bergen des Mercedes-AMG von Marcus Suabo (51/Malsch, DLV-Team Schütz Motorsport) nach einem Elektronikproblem führte das Feld wieder zusammen. So entwickelte sich in der Schlussphase ein enger Zweikampf zwischen Piana und Møller Madsen. Sieben Minuten vor Rennende überholte der Däne den Italiener schließlich bei der Anfahrt auf den Hatzenbachbogen und siegte. Eine Kollision zwischen dem BMW von Hendrik Still (33/Kempenich, Team AVIA Sorg Rennsport) und dem KTM X-Bow GT4 Evo von Florian Janits (22/AUT, True Racing) brachte erneut das Safety-Car auf die Strecke. Das Rennen wurde letztendlich hinter dem Safety-Car beendet.
 
"Es war natürlich sehr schwer, an Piana vorbeizukommen, da er einfach ein sehr guter Fahrer ist. Das Ergebnis ist super für unser Team. Alle haben hart gearbeitet und sich diesen Triumph wirklich verdient", fügt Møller Madsen an. "Für Sonntag habe ich große Ziele. Ich will die Pole-Position und den zweiten Sieg."
 
Phil Dörr sicherte sich mit Gesamtplatz drei auch den Sieg in der Junior-Wertung. Auf Position vier fuhr der Porsche 718 von Joel Sturm (18/Brühl) und Dennis Fetzer (19/Buseck,beide Team Allied-Racing). Fünfte wurden Julien Apothéloz (19/CHE) und Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter HTP-Winward Motorsport) im Mercedes-AMG vor dem BMW M4 GT4 von Claudia Hürtgen (48/Aschheim) und Sebastian von Gartzen (27/Linden, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) sowie Tom Kieffer (45/LUX) und Christian Kosch (43/LUX, beide Team Allied-Racing) in einem weiteren Porsche 718. Das Porsche-Duo aus Luxemburg gewann auch die Trophy-Wertung. Rang acht ging an den McLaren 570S GT4 von Aleksey Sizov (17/RUS) und Patricija Stalidzane. Der Porsche 718 von Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Kim Berwanger (33/Brücken, beide Küs Team75 Bernhard) sowie die Zwillinge Alesia Kreutzpointner (21/Töging am Inn) und Jacqueline Kreutzpointner (21/Töging am Inn, beide MRS GT-Racing) im BMW M4 GT4 komplettierten die Top Zehn.

Sonntag, 16. August 2020

IDM Superbike 1000: Jonas Folger auf der Pole aber mit Druck von hinten

Foto:  Dino Eisele/IDM 2020

Eines ist jetzt schon klar: Auch ein ehemaliger Grand Prix-Star und Testfahrer wie Jonas Folger (Yamaha, Bonovo Action powered by MGM) kriegt in der IDM Superbike 1000 nichts geschenkt. Dafür sorgt an vorderster Front Titelverteidiger Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW). Es gibt aber noch weitaus mehr Kandidaten in Deutschlands Topklasse, die sich für Podiumskämpfe empfehlen.

Mikhalchik verringerte den Abstand beim Saisonauftakt auf dem TT Circuit in Assen im zweiten Qualifying auf 0,109 Sekunden. Der Ukrainer ist völlig entspannt, wenn es um seine Gegner geht. Er will gewinnen, sonst nichts.

Folger wiederum kann auf seinen außergewöhnlichen Grundspeed setzen. Der 27-Jährige aus dem oberbayrischen Mühldorf arbeitet in der Box äußerst konzentriert.

Die IDM soll ihm als Sprungbrett für einen möglichen Aufstieg in die WM dienen. Der erste Wildcard-Einsatz in der WorldSBK ist schon bestätigt. Im September vertritt er Deutschland in Barcelona.

Für Florian Alt (Wilbers-BMW) lief das zweite Qualifying besser als gedacht. Er verbesserte sich um fast eine Sekunde, was ihn in die erste Startreihe katapultierte. Zuvor hatten sich nur fünf Testtage mit der für ihn neuen BMW ergeben. Wie in so vielen Firmen hatte auch Wilbers in der besonders heißen Phase der Corona-Pandemie Kurzarbeit veranlassen und andere Schwerpunkte setzen müssen. Alt hatte so manches Mal neidisch auf die umfangreichere Vorbereitung der Konkurrenz geblickt. Falls es mit seiner Zielsetzung nicht klappen sollte, nimmt er die vier IDM-Events als Vorbereitung für 2021, wie er selbst sagt.

Das Qualifying verlief so eng, dass es zwischen den einzelnen Fahrern kaum Luft zum Atmen gab. Das Highlight lieferten Vladimir Leonov und Pepijn Bijsterbosch. Die beiden BMW-Fahrer trennten 0,002 Sekunden. Mit BMW, Yamaha, Honda (Julian Puffe, 7.) und Kawasaki (Erwan Nigon, 8.) sind vier Marken in den Top Ten der Startaufstellung vertreten. Die Fahrer kommen aus acht Ländern. Das erste Rennen findet am morgigen Sonntag, 12:50 Uhr, statt.


Startaufstellung IDM Superbike 1000:

1. Jonas Folger (D), Yamaha, 1:37,353 min

2. Ilya Mikhalchik (UKR), BMW, 1:37,426 min

3. Florian Alt (D), BMW, 1:38,104 min

4. Bastien Mackels (B), Yamaha, 1:38,405 min

5. Vladimir Leonov (RUS), BMW, 1:38:687 min

6. Pepijn Bijsterbosch (NL), BMW, 1:38,689 min


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Drei Siege in Folge: Audi-Pilot Müller dominiert die DTM

  • BMW erstarkt: Sheldon van der Linde erkämpft Platz zwei
  • Wichtige Punkte verloren: Titelverteidiger Rast nur Siebter
  • Im privat eingesetzten Audi: Ferdinand Habsburg überrascht als Sechster

Nico Müller (Audi) - Drei Rennen-drei Siege
Foto: dtm.com

Drittes Rennen, dritter Sieg: Nico Müller dominiert die DTM. Der Audi-Pilot aus der Schweiz gewann auf dem Lausitzring das dritte Saisonrennen. Damit ist er der erste DTM-Pilot der Geschichte, der die ersten drei Rennen einer Saison gewinnen konnte. Doch der Sieg fiel dem 29-Jährigen nicht so leicht wie beim Saisonauftakt in Spa-Francorchamps, als er in beiden Rennen die vollen Punkte kassierte. BMW zeigte sich nach der Enttäuschung in Belgien deutlich stärker und eroberte mit Sheldon van der Linde den zweiten Platz. Der 21-jährige Südafrikaner setzte Müller zeitweise sogar unter Druck und streckte die Hand nach dem Sieg aus. Immerhin landeten vier BMW neben sechs Audi unter den zehn Besten. Als Dritter sah Robin Frijns (Audi) die Zielflagge, der wie schon in Spa seine Pole-Position nicht zum ersten Sieg nutzen konnte. Für eine Überraschung sorgte Ferdinand Habsburg. Im privat eingesetzten Audi des belgischen WRT-Teams erkämpfte sich der Österreicher den sechsten Platz.

Vor dem vierten Saisonrennen am Sonntag (ab 13:00 Uhr live auf SAT.1 und im Livestream via grid.dtm.com) führt Vizemeister Müller mit bereits 80 Punkten die Fahrerwertung an, Frijns ist neuer Zweiter (43) vor Titelverteidiger Rast (35). Die DTM trägt auf dem Lausitzring, zwischen Berlin und Dresden gelegen, seinen ersten Double-Header aus, denn nur eine Woche später finden an gleicher Stelle die Saisonrennen fünf und sechs statt.

BMW übt erstmals Druck auf Audi aus

Nico Müller legte in einem Rennen, dass von zahlreichen Positionskämpfen geprägt wurde, bereits beim Start den Grundstein zum Erfolg. Bis zur kritischen ersten Kurve beschleunigte er seinen niederländischen Markenkollegen Robin Frijns aus. Auch Sheldon van der Linde machte am Start einen Platz gut und übernahm Rang drei von Loïc Duval (FRA/Audi), der am Ende als einziger Fahrer nicht ins Ziel kam. Titelverteidiger René Rast konnte am Start ebenfalls Plätze gut machen, wurde dann aber Opfer einer Berührung und musste in der dritten Kurve aufs Gras ausweichen.

Van der Linde bestätigte den Aufwärtstrend von BMW und machte Druck auf Frijns. Der Südafrikaner fuhr früh zum Reifenwechsel an die Box und zog letztlich an Frijns vorbei, als der Niederländer nach seinem Pflichtstopp auf die Rennstrecke zurückkehrte. Fortan brannte van der Linde mit dem BMW M4 DTM ein Feuerwerk ab und verkürzte für einige Runden stetig den Rückstand auf Müller. Doch der Schweizer konterte souverän, machte keinen Fehler und brachte den Sieg letztlich sicher nach Hause, vor van der Linde und Frijns. Mit den Plätzen vier und fünf unterstrichen Doppel-Champion Marco Wittmann und Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock, dass BMW in nur zwei Wochen erhebliche Fortschritte erzielt hat. René Rast, der auch beim Reifenwechsel Zeit verlor, kam letztlich hinter Habsburg nur als Siebter ins Ziel. Am Freitag hatte der zweimalige DTM-Champion seinen Spa-Sieg im Sonntagrennen am Grünen Tisch verloren. Wegen des unerlaubten Einsatzes von Extra-Leistung (Push-To-pass) erhielt der Mindener eine Zeitstrafe und wurde auf Rang drei zurückversetzt.

Zweite Pole-Position für Niederländer Frijns

Im Qualifying hatte Robin Frijns wie schon am Samstag in Spa-Francorchamps seine zweite Pole-Position der Saison erobert. Spa-Doppelsieger Nico Müller und Loic Duval komplettierten für Audi die ersten drei Startpositionen. BMW präsentierte sich deutlich stärker als beim Auftakt in Belgien und brachte mit Sheldon van der Linde, Timo Glock und Zweifach-Meister Marco Wittmann ebenfalls drei Autos in die ersten drei Startreihen.  

Stimmen – 1. Rennen, Lausitzring Sprint

Nico Müller, Audi, Sieger

"Der Sieg fühlt sich sehr gut an. Dabei war die Vorbereitung völlig anders, wir haben anstrengende Wochen hinter aus. Wenn ich sagen würde, ich war körperlich hundertprozentig frisch, dann wäre das wohl eine Lüge. Aufgrund meines Einsatzes in der Formel E hat mir das Team jedoch alles abgenommen, ich musste mich nur auf das Rennen konzentrieren. Das Auto war schnell, der Boxenstopp perfekt – ich kann mich nur beim Team bedanken. Ich bin froh, dass ich mich mit diesem Sieg beim Team bedanken konnte."

Sheldon van der Linde, BMW, 2. Platz

"Das Rennen war überragend. Ich bin total happy, es endlich aufs Podium geschafft zu haben. Im vergangenen Jahr war ich in Zolder ganz nah dran, habe es aber in der letzten Runde doch noch verloren. Heute konnten wir Audi sogar etwas herausfordern. Mein BMW war super, und vielleicht können wir am Sonntag noch mehr Druck ausüben."

Robin Frijns, Audi, 3. Platz

"Natürlich ist es etwas enttäuschend, wenn man von Platz eins startet und als Dritter ins Ziel kommt. Insgesamt war das Rennen aber okay, auch wenn ich ab der zehnten Runde offenbar mehr zu kämpfen hatte als andere. Aber ich habe meine Position verteidigt, was mir gegen Marco Wittmann auch gut gelungen ist. Am Ende stehe ich auf dem Podium, und da habe ich keinen Grund, mich zu beklagen."


Ergebnis – 1. Rennen, Lausitzring Sprint (Top-Ten):

01. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 43 Runden in 57.06,681 Min.

02. Sheldon van der LInde (RSA), BMW M4 DTM, + 2,870 Sek.

03. Robin Frijns (NED),  Audi RS 5 DTM,  + 7,513 Sek.

04. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, +7,861 Sek.

05. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, +14,569 Sek.

06. Ferdinand Habsugr (AUT), Audi RS 5 DTM, +20,226 Sek.

07. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, +20,679 Sek.

08. Jamie Green (GBR), Audi RS 5 DTM, +24,914 Sek.

09. Philipp Eng (AUT), BNMW M4 DTM, +26,653 Sek.

10. Harrison Newey (GBR), Audi RS 5 DTM, +53,182 Sek.


Schnellste Rennrunde: Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 1.17,249 Min.

Pole-Position: Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 1.15,486 Min.

Wetter: 27°C, bewölkt

Strecke: 33°C, trocken