Mittwoch, 20. Juli 2016

Wendlinger, Ragginger, Siedler & Co: starke Österreicher vor Heimspiel auf dem Red Bull Ring

  • Fünf Fahrer und zwei Teams aus Österreich wollen Fans begeistern
  • ADAC GT Masters-Comeback für ehemaligen Formel-1-Fahrer Karl Wendlinger
Karl Wendlinger
Foto: Jens Hawrda
Zur besten Ferienzeit bietet das ADAC GT Masters mit dem Rennwochenende am Red Bull Ring (22. bis 24. Juli) für Fans und das gesamte Teilnehmerfeld ein echtes Highlight. Fünf Fahrer und zwei Teams aus der Alpenrepublik kämpfen vor heimischem Publikum um Punkte und Pokale. Piloten aus Österreich sind im ADAC GT Masters nicht nur stark vertreten, sondern mit bisher insgesamt 23 Laufsiegen auch erfolgreich.

 Beste Erinnerungen an den Red Bull Ring hat Lamborghini-Pilot Norbert Siedler (33, A), der für die ADAC GT Masters-Neueinsteiger von HB Racing WDS Bau startet, einem von zwei österreichischen Teams in der Serie: „2011 habe ich meinen bisher einzigen Sieg im ADAC GT Masters gefeiert und das auch noch vor heimischer Kulisse. Das war natürlich ein sehr schönes Gefühl. Auch in diesem Jahr kommen Familie und Freunde von mir an die Strecke und unterstützen mich. Bisher lief es für uns mit nur zwei Punkten nicht so gut. Ein Top-Fünf-Ergebnis wäre super.“

Mit einem Sieg vom Motorsportfestival Lausitzring im Rücken und als bestplatzierter Österreicher startet Martin Ragginger (28, A/Precote Herberth Motorsport) im Porsche 911 bei seinem Heimrennen „Natürlich ist die Veranstaltung auf dem Red Bull Ring mein persönliches Saisonhighlight. Ich bin hoch motiviert. Mir liegt die Strecke und ich habe dort in der Vergangenheit immer gut gepunktet. Die Chance auf ein Sieg ist da.“

Auch Karl Wendlinger (47, A) lässt sich sein Heimrennen im ADAC GT Masters nicht entgehen. Der ehemalige Formel-1-Pilot aus Tirol bestritt 2012 am Lausitzring als Gastfahrer in einem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 zwei Rennen. Im gleichen Auto tritt er 2016 zusammen mit Florian Scholze (43, Leipzig) für Car Collection Motorsport an. „Das ist ein ganz besonderes Ereignis im doppelten Sinne“, so Wendlinger. „Erstens freue ich mich, wieder im ADAC GT Masters zu fahren. Das ist eine so starke Serie mit vielen verschiedenen Fahrzeugkonzepten. Und zweitens freue ich mich auf den Red Bull Ring und die vielen Landsleute, die mir die Daumen drücken. Mir kommt entgegen, dass ich den SLS ziemlich gut kenne, da ich mit dem Auto in der Zwischenzeit Rennen in anderen Serien bestritten habe. Wichtig ist, dass wir eine gute Abstimmung für den Red Bull Ring finden und ich mich schnell an die Pirelli-Reifen gewöhne.“

Ein echtes Heimrennen steht Gerhard Tweraser (27, A/GRT Grasser-Racing-Team) auf dem Red Bull Ring ins Haus. Der Lamborghini-Pilot stammt direkt aus Spielberg und kann ebenso im eigenen Bett schlafen wie die Mannschaft seines Teams GRT Grasser-Racing-Team aus dem nahen Knittelfeld. Auf „Heimatbesuch“ beim Red-Bull-Ring-Gastspiel ist hingegen ADAC GT Masters-Laufsieger Daniel Dobitsch (31, A/kfzteile24 APR Motorsport), der in einem Audi R8 startet. Der mit 86 Renneinsätzen „dienstälteste“ Österreicher im ADAC GT Masters lebt in Meran in Südtirol und leitet dort ein Hotel.
 

Dienstag, 19. Juli 2016

Trotz starkem zweiten Platz von Gary Paffett – enttäuschender Rennsonntag für Mercedes-AMG in Zandvoort

Dramatische Schlussphase in Zandvoort: Robert Wickens verliert Gesamtführung nach Reifenschaden

  • Gary Paffett (EURONICS Mercedes-AMG C 63 DTM) erzielt mit Platz zwei seinen ersten Podestplatz in dieser Saison
  • Paul Di Resta (Mercedes-AMG C 63 DTM) und Lucas Auer (BWT Mercedes-AMG C 63 DTM) in den Punkterängen
  • Gary Paffett: „Das war ein großartiges Wochenende für mich, eindeutig das beste in diesem Jahr bislang. Mein Auto war absolut fantastisch.“


Gary Paffett (EURONICS Mercedes-AMG C 63 DTM) eröffnete die zweite Saisonhälfte der DTM-Saison 2016 in Zandvoort mit Platz zwei. Der dreimalige Zandvoort-Sieger stand zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem Podium.

Bis kurz vor Rennende lag der Samstags-Sieger Robert Wickens (SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG C 63 DTM) auf dem zweiten Platz. Damit hätte er die Gesamtführung in der Fahrerwertung übernommen. Doch in einer dramatischen Schlussphase verlor er in Folge eines Reifenschadens viele Plätze. Nach einem zusätzlichen Boxenstopp kam er als 16. ins Ziel. Das gleiche Schicksal ereilte seinen Mercedes-AMG DTM-Teamkollegen Christian Vietoris (BWT Mercedes-AMG C 63 DTM), der das Rennen vorzeitig beenden musste.

Paul Di Resta (Mercedes-AMG C 63 DTM) und Lucas Auer (BWT Mercedes-AMG C 63 DTM) belegten die Plätze acht und neun. Daniel Juncadella (Mercedes-AMG C 63 DTM) beendete das Rennen auf Rang zwölf. DTM-Rookie Esteban Ocon (FREE MEN’S WORLD Mercedes-AMG C 63 DTM) überquerte die Ziellinie auf Platz 18. Maximilian Götz (Mercedes-AMG C 63 DTM) schied 20 Minuten vor Rennende aus.
Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary Paffett (35 Jahre, England):
„Das war ein großartiges Wochenende für mich, eindeutig das beste in diesem Jahr bislang. Mein Auto war absolut fantastisch. Leider sind Robert und Christian am Ende zurück- bzw. ausgefallen. Bis dahin sah es nach einem sehr starken Teamergebnis für uns aus. Unser Auto lag perfekt. Wenn uns das in Moskau erneut gelingt, haben wir die Chance auf weitere Podestplätze. Bisher war es in dieser Saison ein Auf und Ab. Aber die Meisterschaft ist noch offen und es ist weiter alles drin.“

Robert Wickens (27 Jahre, Kanada):
„Mir fehlen ein bisschen die Worte. Ich hatte einen großartigen Start und verbesserte mich auf Platz drei. Dann konnte ich Gary überholen und lag auf Rang zwei. Er ließ mir dabei sehr viel Platz – das war sehr fair. Im ersten Stint sah ich sehr stark aus und konnte Jamie sogar angreifen. Ich entschied mich jedoch dazu, nicht zu viel zu riskieren. Der Reifenschaden kurz vor Schluss war dann ein harter Schlag für mich. Wir haben an diesem Wochenende super Arbeit geleistet und hätten diese Punkte verdient gehabt.“

Christian Vietoris (27 Jahre, Deutschland):
„Leider lag es am Ende nicht in unserer Hand. Bis dahin war es wieder ein guter Tag. Das Team hat erneut super Arbeit abgeliefert und unser Auto war das ganze Wochenende über das schnellste im Feld. Schade, dass wir daraus wieder nicht genügend Punkte machen konnten. Im Rennverlauf waren wir gut dabei und ich hatte die nötige Pace. Nach dem Reifenschaden war aber alles vorbei.“

Nachgefragt bei ... René Rast

Der Audi-Werkspilot über seinen überraschenden DTM-Einstand in Zandvoort als Vertretung für den verletzten Adrien Tambay.
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Wann haben Sie von Ihrem DTM-Debüt erfahren?

Am Samstagabend habe ich noch den 30. Geburtstag meiner Freundin gefeiert. Gegen neun, halb zehn bekam ich dann einen Anruf, ob ich nicht Lust habe DTM zu fahren. Natürlich habe ich sofort zugesagt. Nach dem Anruf ging es für mich direkt los. Zum Glück hatte ich noch meinen Helm im Kofferraum liegen. Wir kamen dann gegen zwei, drei Uhr nachts im Hotel an.

Wie war der Ablauf am Renntag?

Der Wecker stand auf 5.45 Uhr. Ich kannte das Auto ja noch nicht. Vorher bin ich nur den Audi A4 DTM gefahren. Daher musste ich natürlich noch eine Einweisung bekommen – welcher Knopf ist wofür, wie läuft die Startprozedur ab. Zudem haben wir noch Sitzanpassungen vorgenommen. Als ich dann das erste Mal rausfahren wollte, habe ich nicht einmal den ersten Gang gefunden. Es ging alles so schnell. Aber dann hat es mit dem Freien Training ja doch noch geklappt.

Wie fällt Ihr Fazit zum Einstand aus?

Wenig Schlaf, viel Action, ein langer Tag mit vielen neuen Eindrücken. Ich habe viel dazugelernt, was das Fahren und auch die Technik angeht. Es war schwierig, nach nur 30 Minuten freiem Training gleich das Qualifying zu fahren. Aber in der zweiten Rennhälfte ist dann der Groschen gefallen, wie ich das Auto zu bewegen habe. Die Zeiten wurden zum Ende hin immer besser, im zweiten Sektor war ich schnellster Audi. Wenn ich jetzt noch einmal ein DTM-Rennen fahren würde, würde das Ergebnis vielleicht anders ausfallen.

Was liegt nun in der nächsten Zeit an?

Kommendes Wochenende fahre ich bei der WEC am Nürburgring und eine Woche später die 24 Stunden von Spa.

Sonntag, 17. Juli 2016

DTM Zandvoort: Green gewinnt Sonntagsrennen

Jamie Green - erster Saisonsieg in Zandvoort
Foto: Audi-Motorsport
Die DTM ist fulminant in die zweite Saisonhälfte gestartet. Strahlender Sieger in einem bis zum Schluss spannenden und dramatischen Rennen im niederländischen Zandvoort war Jamie Green im Audi RS 5 DTM. Der Brite, von der Pole-Position gestartet, fuhr souverän zu seinem ersten Triumph in dieser Saison, dem 13. seiner DTM-Karriere. „Ich bin super glücklich, endlich hier Zandvoort gewonnen zu haben“, freute sich Green im Ziel. „Auf diesen Sieg musste ich viele Jahre warten. Heute hat alles gepasst. Nach dem schnellen Boxenstopp war der zweite Reifensatz sehr gut und ich konnte Robert und Gary davonfahren.“ Nach 39 Runden überquerte er mit einem Vorsprung von 9,731 Sekunden vor Mercedes-AMG-Pilot Gary Paffett die Ziellinie. Für Paffett ist es der erste Podestrang in diesem Jahr. Audi-Pilot Edoardo Mortara wurde als Dritter abgewinkt. 38.000 Zuschauer erlebten bei schönem Sommerwetter das DTM-Wochenende im niederländischen Badeort

Bis zur 34. Rennrunde machten Robert Wickens, Gary Paffett und Christian Vietoris Jagd auf Green. Vor allem für Wickens wäre der zweite Platz im Kampf um den DTM-Titel wichtig gewesen, denn so hätte er den Rückstand zu Wittmann deutlich verkürzen können. Nach einem Reifenschaden am vorderen linken Rad musste der Kanadier unplanmäßig die Box ansteuern und sah als 16. die Zielflagge. Auch Christian Vietoris verlor seinen dritten Platz, den er nach dem Problem von Wickens geerbt hatte, wegen eines Reifendefekts.
Green vor Paffett
Foto: Audi-Motorsport
Vom Pech der beiden Mercedes-AMG-Fahrer profitierte – neben Mortara - vor allem Marco Wittmann. Der BMW-Pilot wurde Vierter und verteidigte seine Führung in der Fahrerwertung, in der er nun 105 Punkte hat. Jamie Green verbesserte sich mit seinem Sieg in der Tabelle auf Platz zwei (98 Punkte). Edoardo Mortara ist mit 88 Punkten Dritter. Robert Wickens ist von Platz zwei auf vier zurückgefallen, hat nach zehn Rennen 83 Zähler auf seinem Konto.

Nach einer fünfwöchigen Sommerpause startet die DTM vom 19. bis 21. August in Russland auf dem ‚Moscow Raceway’. Vor den Toren der russischen Hauptstadt stehen die Saisonrennen elf und zwölf auf dem Programm.

Ergebnis Rennen am Sonntag (Top-Ten):

Quelle: dtm.com

Stand Fahrerwertung (Top-Five):

Quelle: dtm.com

DTM Zandvoort: Jamie Green holt Pole

Pole für Jamie Green
Foto: Jens Hawrda
Bei strahlendem Sonnenschein holt sich Jamie Green die Pole für das Rennen am Sonntag in Zandvoort, auf den Rängen zwei und drei folgen die beiden Mercedes-Piloten Gary Paffett und Christian Vietoris.

Top-Ten Qualifying 2
Quelle: dtm.com