Samstag, 30. Mai 2026

Supersport: Blin bekommt Konkurrenz aus dem eigenen Stall

Daniel Blin holt sich die Pole
Foto: Jens Hawrda

Drei Nationen, zwei Motorräder, zwei Teams in der ersten Startreihe. In der EURO MOTO Supersport geht die Post ab. Das Qualifying hatte es bis zur letzten Minute in sich. Das erste Rennen im tschechischen Brünn findet noch heute um 16:35 Uhr statt. Wer nicht vor Ort ist, kann die unter euromoto.racing/live mitfiebern.

Im Knapp die Hälfte des Fahrerfelds hatte ihre Position im zweiten Qualifying auf dem Automotodrom Brünn verbessern können. Daniel Blin, Dirk Geiger und Marcel Brenner gehörten nicht dazu. Sie waren schneller und hatten ihre Bestmarke schon in Q1 gesetzt. Blin (Automarket AF Racing Team) zog wie erwartet am Kabel und sichert sich wie schon zum Saisonauftakt auf dem Sachsenring die Pole Position. Der 24-jährige Ducati-Fahrer aus Polen war im vergangenen Jahr Gesamt-Dritter in der Supersport-Gesamtwertung hinter Dirk Geiger und Andreas Kofler, der in die Weltmeisterschaft aufgestiegen ist. Theoretisch steht ihm zum Titelgewinn nur Dirk Geiger im Weg, doch der Yamaha-Newcomer denkt nicht im Traum daran, ihm Platz zu machen.

Daniel Blin ist für Brenner in Reichweite

Ganz im Gegenteil: Wir haben von gestern auf heute noch ein bisschen was gefunden, was die Front am Motorrad beeinflusst. Technisch habe ich keine Ahnung, das machen alles die Mechaniker, aber ich habe jetzt vorne viel mehr Gefühl “, sagt Geiger (Team Apreco Yamaha), der seine Wünsche präzise angemeldet hat.

Für Blin kommt langsam auch Konkurrenz aus dem eigenen Haus dazu. Teamkollege Marcel Brenner sagt: „Ich hatte vor der Saison nur anderthalb Testtage und den Sachsenring kannte ich auch nicht. Aber inzwischen haben wir einen Riesenschritt gemacht. Ich komme richtig gut um die Kurven und immer näher in die Reichweite von Daniel. Wir sind im Training gemeinsam auf die Strecke gefahren und ich konnte locker an ihm dranbleiben. Vielleicht sollte ich jetzt nicht zu viel überlegen, sondern einfach nur fahren.“

Sensationell schlug sich Luca Göttlicher (LJ Racing). Wegen seiner Schulterverletzung hatte er beim ersten Event gefehlt. Nun qualifizierte er sich mit der MV Agusta F3 800 RR auf Anhieb für die zweite Startreihe. Mit Göttlicher hat sich der Marken-Exote nach einer Durststrecke einen echten Joker an Land gezogen. Der 19-Jährige hat selbst Großes vor und angekündigt: „Wenn die Rakete hochgeht, dann richtig.“ Der fünfte Startplatz war geplant, der sechste ist es geworden. Da ist noch Luft nach oben. Lorenzo Fellon aus Frankreich sorgte dafür, dass auch eine Kawasaki in den Top Ten steht.

EURO MOTO Supersport, Qualifying (Top-Ten)

1. Daniel BLIN (PL/Ducati)

2. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

3. Marcel BRENNER (CHE/Ducati)

4. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

5. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

6. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

7. Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

8. Lorenzo FELLON (FRA/Kawasaki)

9. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

10.Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Tobias Kitzbichler schnappt sich Pole in Brünn

Tobias Kitzbichler
Foto: Jens Hawrda

Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) startet beim zweiten Saisonwochenende der EURO MOTO Sportbike in Brünn von der Pole Position. Der Österreicher setzte bereits im ersten Qualifying am Samstagmorgen eine Fabelzeit von 2:07,381 Minuten und blieb damit auch nach dem zweiten Zeittraining an der Spitze der kombinierten Wertung.

Auf dem traditionsreichen Automotodrom Brno entwickelte sich ein enges Qualifying, in dem die Spitze dicht zusammenrückte. Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) legte im zweiten Qualifying noch einmal nach und verkürzte den Rückstand auf lediglich 0,226 Sekunden. Mit einer Runde in 2:07,607 Minuten sicherte sich der Österreicher Startplatz zwei für das erste Rennen am Samstagnachmittag.

Komplettiert wird die erste Startreihe von Ruben Bijman (Freudenberg RORA-PALIGO Racing). Der Niederländer und seine Teamkollegen verzichteten aufgrund der noch leicht feuchten Streckenbedingungen auf schnelle Runden im ersten Qualifying und setzten alles auf das zweite Zeittraining. Der Plan ging auf. Der routinierte Niederländer mit WM-Erfahrung lieferte ab und verpasste mit einer Zeit von 2:08,003 Minuten Platz zwei um lediglich 0,396 Sekunden.

Ein Team, zweite Startreihe

Auch die zweite Startreihe verspricht Hochspannung. Lokalmatador Stepan Zuda (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) qualifizierte sich mit einer Zeit von 2:08,013 Minuten auf Rang vier. Der Tscheche war damit nur um Haaresbreite langsamer als sein Teamkollege Bijman und zählt vor heimischem Publikum erneut zu den Favoriten. Neben ihm stehen Teamkollege Luis Rammerstorfer und Mika Siebdrath. Allerdings muss Siebdrath eine bereits am Freitag ausgesprochene Strafe der Rennleitung absitzen. Wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse wird er für das erste Rennen um drei Startplätze zurückversetzt und startet damit nur von Position neun. Sein Plan, sich mit einer Topplatzierung im Qualifying etwas Luft für die Strafe zu verschaffen, ist damit nur teilweise aufgegangen. Nun wird entscheidend sein, wie viele Positionen der Sachse bereits in den ersten Rennmetern wieder gutmachen kann.

Trotzdem unterstrich Freudenberg RORA-PALIGO Racing eindrucksvoll seine Stärke. Gleich vier Fahrer des Teams platzierten sich unter den ersten sechs der Qualifyingwertung und setzten damit ein deutliches Zeichen auf dem 5,4 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs.

Aus der dritten Startreihe gehen Tom Kuil (RT Motorsports Racing), der tschechische Gaststarter Daniel Tureček (Rohac & Fejta Motoracing Team powered by Eder Racing) und Maksymilian Palmowski (SP Race Project) ins Rennen. Dahinter folgen Julian van Kalkeren, Rick Kooistra (beiden SRTD Pearle Gebben) und Max Stauffer (Team Apreco – Yamaha) auf den Positionen zehn bis zwölf.

Erstes Rennen im Livestream am Samstag

Für die Sportbike-Klasse beginnt der Kampf um die ersten Punkte bereits am Samstagnachmittag. Um 15:45 Uhr startet das erste Rennen des Wochenendes über die Distanz von neun Runden. Das zweite Rennen folgt am Sonntag um 12:20 Uhr. Beide Läufe werden live auf euromoto.racing/live übertragen.

EURO MOTO Sportbike, Ergebnis Qualifying (Top-Ten)

  1. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  2. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  3. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  4. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  5. Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
  6. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  7. Daniel TUREČEK (#G24/CZE), Aprilia RS660
  8. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
  9. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  10. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Superbike: Hannes Soomer „Ich bin dann mal weg“

Hannes Soomer fehlt in Brno
Foto: Jens Hawrda

Einer fehlt in der EURO MOTO Superbike in Brünn: Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW). Der Este ist nach zwei Rennen Gesamt-Vierter in der Meisterschaft. Trotzdem lässt er die derzeit in Tschechien stattfindende zweite Veranstaltung sausen. Stattdessen ersetzt er in der FIM Superbike Worldchampionship den verletzten BMW-Werksfahrer Danilo Petrucci, der nach einem Highsider ausfällt.

In der Superbike-WM wird bereits die sechste Saison-Runde ausgetragen. Schauplatz ist das MotorLand Aragón in Spanien. BMW-Werksfahrer Danilo Petrucci hatte sich zuletzt bei seinem Sturz im tschechischen Most einen Steißbeinbruch zugezogen. Seine Genesung steht für das Team im Vordergrund.

Für Soomer hat der Vertretungseinsatz Konsequenzen. Sein Fehlen in Brünn wird ihn in der EURO MOTO Superbike-Wertung schwer zurückwerfen. Dass er ansonsten Titelchancen gehabt hätte, bezweifelt der 28-Jährige allerdings. In der EURO MOTO sei es derzeit extrem schwer, ein Rennen zu gewinnen. Aber in Most vom 26. bis 28. Juni ist er wieder dabei. Sein Einsatz bei der Superbike-WM im MotorLand Aragón war schon fast nach einem zuvor absolvierten Test in Misano in trockenen Tüchern gewesen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek 


Superbike: Was ist das Geheimnis von Twan Smits auf Yamaha?

Twan Smits, Yamaha #95
Foto: Jens Hawrda

Den letzten Fahrertitel in der Superbike-Klasse für Yamaha holte der ehemalige MotoGP-Pilot Jonas Folger in der Saison 2020 auf einer YZF-R1. Seitdem hat die Marke nur spärlichen Podiumskontakt. Twan Smits ist in der EURO MOTO Superbike aktuell dabei, die Lage zu ändern. Zwei absolvierte Rennen, ein Podiumsplatz. Der Niederländer bringt frisches Leben in die Historie – und das liegt nicht nur an den Concession Parts.

Concession Parts sind genau definierte Teile, die ein Hersteller bringen darf, wenn er in der Meisterschaft zu weit zurückliegt, weil die Konstruktion des Serienmotorrads nicht für Spitzenresultate reicht. Yamaha hat für 2026 fünf Optionen und nimmt alle in Anspruch. Das betrifft die Bremse, das Motortuning, die im Vergleich zum Vorjahr anders konstruierte Schwingenlänge, die Gabelbrücke und den größeren Tank. Statt des 17-Liter-Serientanks wird ein 22-Liter-Tank verwendet. Die Auswahl ist vom Feinsten und hat WM-Reife.

Wim Vermeulen sieht darin jedoch nicht das größte Geheimnis, das hinter den deutlich verbesserten Ergebnissen steckt. Der Marketing Manager von Yamaha Motor Europe verweist vielmehr explizit auf Twan Smits, den 22-jährigen Fahrer vom Team Apreco, der nicht zuletzt aus Kostengründen die einzige Yamaha im ganzen EURO MOTO-Superbikefeld an den Start bringt. „Sein Anteil an der Entwicklung liegt bei 80 Prozent“, rechnet Vermeulen. „Twan hat seinen Fahrstil umgestellt. Vor einem Jahr war er noch wie ein Supersportler unterwegs. Jetzt fährt er wirklich wie ein Superbiker. Was dazu kommt, ist, dass er hervorragend mit den Pirelli-Reifen arbeiten kann.“

Smits Steigerung hat so eingeschlagen, dass er nach dem Ende der EURO MOTO-Saison noch die Superbike-WM-Rennen in Estoril und Jerez bestreiten wird. Vermeulen: „Falls sich einer unserer WM-Top-Fahrer bis dahin verletzen sollte, wird er schon vorher als Ersatzfahrer eingesetzt.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Superbike: Florian Alt und die Honda glänzen in der Sonne

Florian Alt
Foto: Jens Hawrda

Florian Alt ist zurück. Nach dem durchwachsenen Saisonauftakt auf dem Sachsenring befindet sich der Honda-Fahrer beim zweiten Saison-Event in Brünn in Topform: Bestzeit im Superpole Pre Practice.

„Die Honda fühlt sich besser an als auf dem Sachsenring. Hier in Brünn haben wir mehr Stop-and-Go-Phasen. Der Kurs kommt dem Motorradaufbau entgegen. Bremsen und Beschleunigen – das mag die Honda und das mag ich“, wirkt Alt (Holzhauer Racing Promotion) nach dem ersten Kräftemessen des Wochenendes erleichtert. Mit zarten 29 Hundertstelsekunden Vorsprung ist er auf der CBR 1000 RR-R im Superpole Pre Practice der Schnellste gewesen. Der Abstand zum folgenden Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) beträgt zwar nur einen Hauch, doch der ist entscheidend. „Ob es am Wochenende fürs Podium reicht, kann ich nicht sagen“, stapelt Alt auf dem Autodrom Brünn lieber tief. Fakt ist, dass dem Honda-Team der sommerliche Temperaturanflug zugute kommt. Im Moment werden für den Rennsonntag um die 26 Grad Celsius vorausgesagt. „Jedes Grad nach oben hilft uns weiter. Wir werden dadurch zwar nicht schneller“, begründet Alt, „aber die Honda mag es heiß und die anderen werden langsamer.“

EURO MOTO-Superbiker Markus Reiterberger hatte sich nach seinem morgendlichen Höhenflug persönlich mehr erhofft, „denn wir haben innerhalb eines Tages in Sachen Fahrwerk und Geometrie an der BMW einen riesigen Schritt nach vorn gemacht. Dass ich heute früh 1:57,147 min gefahren bin, hat mich selbst überrascht. Am Nachmittag hatte ich wenig Grip, da war es draußen zu heiß. Wenn ich mir was wünschen könnte für das Wochenende, wäre es ein Feeling wie heute früh und weniger Probleme, wenn es warm wird. Denn dann wird es beim Beschleunigen schwer.“ Reiterberger war auch nicht besonders amüsiert, dass die Konkurrenz reihenweise seinen Windschatten für die erreichten Zeiten genutzt hatte. Damit war er jedoch nicht alleine.

Den Kracher schlechthin lieferte Leon Orgis (ORM Racing). Diesmal war es der jüngere der Orgis-Brüder, der das volle Risiko einging. Zunächst schien es unrealistisch, die private BMW unter die Top 6 zu bringen. Denn heute qualifizierten sich im Superpole Pre Practice in haargenau 30 Minuten die schnellsten sechs Fahrer direkt für die Superpole 2, in der morgen die vordersten Startpositionen ausgefahren werden. Dazu kommen die drei schnellsten Fahrer aus dem verbliebenen Feld. Sie werden in der Superpole 1 ermittelt. Leon Orgis fuhr in der heutigen Session allerdings direkt in die Superpole 2. Drittschnellste Zeit. Der Sachse schrie seine Freude unter dem Helm heraus in die Box. Vater René flog auf Wolke Sieben. Vor drei Wochen hatte Sohn Kevin knapp das erste Podium verpasst. Heute war Leon auf der Überholspur.

Dass Orgis in die Top 6 raste, sorgte für Krisenstimmung bei Ducati. Denn dadurch rutschte Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) aus der Spitzengruppe und muss morgen in der Superpole 1 unter die ersten Drei kommen, um die Chance auf einen Startplatz in der ersten Reihe zu wahren. Teamkollege Lorenzo Zanetti schaffte sofort den Sprung in die Superpole 2. Marcel Schrötter (GERT56) und Twan Smits (Team Apreco) können sich auch vorerst zurücklehnen. Das heißt auch: Alle in der EURO MOTO Superbike vertretenen Motorrad-Marken haben mindestens einen Fahrer in den Top 6. Wie es weitergeht entscheidet sich morgen ab 12:50 Uhr. Es wird auf jeden Fall spannend.

Superpole Pre Practice (Top-Ten)

1. Florian ALT (Honda/DEU)

2. Markus REITERBERGER (BMW/DEU)

3. Leon ORGIS (BMW/DEU),

4. Twan SMITS (Yamaha/NLD),

5. Marcel SCHRÖTTER (BMW/DEU),

6. Lorenzo ZANETTI (Ducati/ITA)

7. Lukas TULOVIC (Ducati/DEU)

8. Jan MOHR (BMW/AUT)

9. Patrick HOBELSBERGER (Honda/DEU)

10. Soma GÖRBE (BMW/HUN)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek