Samstag, 9. Mai 2026

Superbike: Tulo top und Reiti braucht „noch a bissl"

Markus Reiterberger muss sich erst an die unbekannte Strecke gewöhnen
Foto: Jens Hawrda

Alle „Reiti“-Fans müssen jetzt stark sein. Der vierfache Superbike-Meister Markus Reiterberger startet auf dem Sachsenring nicht von der Pole in die beiden EURO MOTO Superbike-Rennen auf dem Sachsenring. Titelverteidiger Lukas Tulovic hat wieder zugeschlagen. Und auch Reitis Teamkollege Hannes Soomer war in der Superpole-Entscheidung schneller.

Die Konkurrenz ächzt. Lukas Tulovic und die neue Ducati Panigale Panigale V4R scheinen wie schon im letzten Jahr ein Dream-Team zu sein. Das 2026er-Motorrad erhielt im Vergleich zum Vorgängermodell umfassende technische Updates, unter anderem die knapp dreieinhalb Kilogramm leichtere „Hollow Symmetrical“-Zweiarmschwinge, größere Winglets und ein neues Getriebe. Der Leerlauf befindet sich nicht wie gehabt zwischen dem ersten und zweiten Gang, sondern wie in der MotoGP unterhalb des ersten Gangs. Weil das Superbike nach dem EURO MOTO-Reglement mindestens 175 Kilogramm auf die Waage bringen muss, wurden an das „neue Baby“ im Team Triple M Racing Ducati Frankfurt Zusatzgewichte angebracht.

In der Superpole wurden die Karten zwischen Tulovic und dem mit Spannung erwarteten Rückkehrer Markus Reiterberger zum ersten Mal überhaupt gelegt. Beide waren noch nie gegeneinander gefahren. In der Zeitenliste trennen die Beiden 0,445 Sekunden. Fast eine halbe Sekunde, doch wieviel sagt das aus? „Ich mache mir keine Gedanken darum“, sagt Reiterberger klipp und klar. „Vor der Saison habe ich einen dreitägigen Test verpasst. Ich konnte wegen meiner Erkältung nicht mit nach Valencia fahren und lag richtig flach. Ich war nur zwei Tage in Oschersleben zum Testen und bin jeweils fünf Turns gefahren.“

Nach 13 Jahren gibt Reiterberger im Team Masteroil Alpha Van Zon BMW gleichzeitig sein Comeback am Sachsenring. Er kann sich vage an die Strecke erinnern. Die BMW dagegen kennt er genau. „Ja, ich kenne die M 1000 RR“, bestätigt der 32-Jährige, räumt aber ein „trotzdem ist wieder alles anders. Das Team ist von Öhlins-Fahrwerk auf ZF umgestiegen, es gibt alte und neue Leute. Es ist nicht schlechter als bisher, nur anders. Ich habe noch kein Basis-Set-up und wäre fast aus der Superpole 1 geflogen. Ich kann an nichts mäkeln, sondern muss erst an meiner eigenen Baustelle arbeiten. „Ich brauch noch a bissl.“ Spätestens beim nächsten EURO MOTO-Event in Brünn am letzten Mai-Wochenende sollte alles fluppen. Der Grand-Prix-Kurs in Tschechien sagt Reiterberger von allen Veranstaltungsorten der Serie am meisten zu.

Weitere Konkurrenz lauert in der eigenen Team-Mannschaft in Form von Hannes Soomer. Der Este hat Feuer unterm Hintern. Ihm gelangen im vergangenen Jahr zwei Siege und auf dem Sachsenring steht er am Start direkt neben Tulovic.

Aus der zweiten Reihe gehen Honda-Aushängeschild Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) und Twan Smits (Team Apreco), der einzige Yamaha-Fahrer, ins Rennen. Smits war wie Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) und Markus Reiterberger mit dem Umweg über die Superpole 1 in die Superpole 2 gekommen, in der die Startplätze unter den neun schnellsten Fahrern ausgemacht werden.


Superpole 1:

1. Twan SMITS (NLD/Yamaha), 

2. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW), 

3. Markus REITERBERGER (DEU/BMW), 

4. Kevin ORGIS (DEU/BMW), 

5. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati), 

6. Jan MOHR (AUT/BMW), 

7. Leon ORGIS (DEU/BMW), 

8. Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW), 

9. Marco FETZ (DEU/BMW), 

10. Christoph BEINLICH (DEU/BMW), 

11. Patrick HOBELSBERGER (DEU/Honda).


Superpole 2:

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati), 

2. Hannes SOOMER (EST/BMW), 

3. Markus REITERBERGER (DEU/BMW), 

4. Florian ALT (DEU/Honda), 

5. Twan SMITS (NLD/Yamaha), 

6. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW), 

7. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW), 

8. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW), 

9. Soma GÖRBE (DEU/BMW).


Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Bijman holt erste EURO MOTO Pole

Ruben Bijman holt erste Pole der neuen Saison
Foto: Jens Hawrda

Die „jungen Wilden“ der EURO MOTO Sportbike-Klasse sind am Samstag auf dem Sachsenring in ihre neue Saison gestartet. Schon in den beiden Auftakt-Qualifyings wurde klar: In dieser Klasse wird es 2026 richtig eng. Die erste Pole Position der neuen Ära fiel erst in der letzten Runde des zweiten Qualifyings am Mittag.

Mit Ruben Bijman (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) hat sich der erste Pole-Setter der EURO MOTO Sportbike eingeschrieben. Der Niederländer wechselte zur Saison 2026 aus der IDM Supersport in die Sportbike-Klasse und zeigte sich am Freitag bei kühlen und nassen Bedingungen zunächst noch vorsichtig. Am Samstag drehte der 22-Jährige dann auf. Im ersten Qualifying reichte es zunächst zu Rang drei, im zweiten Zeittraining gelang ihm in seiner letzten fliegenden Runde mit einer Zeit von 1:28,738 Minuten der entscheidende Sprung an die Spitze.

„Ich wusste, dass wir schnell sein können und habe schon erwartet, dass wir vorne mitfahren“, sagte Bijman anschließend im Parc Fermé. „Aber die erste Pole Position des Jahres zu holen, ist natürlich super.“

Lange sah es allerdings danach aus, dass Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) die Nase vorn hat. Der Österreicher, der im vergangenen Jahr im Northern Talent Cup erfolgreich unterwegs war, führte große Teile des zweiten Qualifyings an und setzte mit 1:28,759 Minuten eine starke Zeit. Am Ende fehlten ihm lediglich 0,021 Sekunden auf Bijman. Entsprechend zufrieden zeigte sich der 17-Jährige trotzdem: „Ich bin mehr als happy mit den Qualifyings. Ich habe schon gedacht, dass wir vorne mitfahren können, aber dass die Rundenzeiten so gut werden, hat mich selbst positiv überrascht“, so Kitzbichler.

Den dritten Platz in der ersten Startreihe sicherte sich mit Stepan Zuda ebenfalls ein Fahrer aus dem Freudenberg-Lager. Der Pole war im vergangenen Jahr wie Bijman ebenfalls in der IDM Supersport unterwegs und hatte das erste Qualifying sogar für sich entschieden trotz vorzeitigem Abbruch aufgrund technischer Probleme. Im zweiten Zeittraining konnte er sich zwar mit einer Rundenzeit von 1:28.867 Minuten noch leicht verbessern. Für die erneut schnellste Zeit reichte es aber nichtm mehr.

Mit Platz vier eröffnet Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) die zweite Startreihe. Der Österreicher überzeugte bislang sowohl bei den nassen Trainings am Freitag als auch in den Qualifyings mit konstant schnellen Zeiten. Dahinter sorgte der Deutsche Micky Winkler (WSC-Racing) für eine kleine Überraschung. Der ehemalige IDM Supersport-300-Pilot, der in den letzten Jahren seine Motorsport-Karriere weniger aktiv betreiben konnte, fuhr auf Rang fünf.

Mika Siebdrath startet von Platz sechs. Der jüngere Bruder des ehemaligen Supersport-300-Meisters Marvin Siebdrath, tritt damit nun ebenfalls in der Nachwuchsklasse an. Direkt dahinter folgt mit Alexander Weizel ein weiterer deutscher Fahrer. Die Top 10 komplettieren Luis Rammerstorfer (Freudenberg RoRa-Paligo Racing), Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) und Tom Kuil (RT Motorsports).

Noch nicht ganz rund läuft es dagegen für Oliver Svendsen (ERC). Der Däne zählt vor der Saison zu den Titelkandidaten, muss sich aktuell aber noch an seine neue Kawasaki Ninja ZX-6R gewöhnen. Der Supersport-300-Champion von 2024 startet von Position zwölf.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Supersport: Geiger hat die erste Aufgabe des Tages erfüllt

Dirk Geiger
Foto: Jens Hawrda

Die erste Aufgabe des Tages ist abgehakt. Yamaha-Neuzugang Dirk Geiger fuhr die schnellste Zeit im Qualifying in der EURO MOTO Supersport auf dem Sachsenring. Damit steht der 23-Jährige vom Team Apreco beim ersten Rennen, das noch am heutigen Nachmittag ausgetragen wird, auf der Pole Position.

Yamaha statt Honda. Der Marken- und Teamwechsel lief bei Geiger wie geschmiert. Ganz offensichtlich hat das auch seinen Kumpel Lennox Lehmann beflügelt. Der Dresdner verdrängte zum Ende des Qualifyings herzhaft den Schweizer Marcel Brenner aus der ersten Startreihe und ließ vorne nur Brenners Automarket AF Racing-Teamkollegen Daniel Blin auf der Ducati Panigale V2 in die Mitte. Das heißt: die ersten vier Plätze teilen sich zwei Yamaha- und zwei Ducati-Fahrer.

Auf dem fünften und sechsten Platz folgt das MCA Racing-Doppel Julius Ahrenkiel-Frellsen und Marvin Siebdrath. Wäherend sich alle anderen Fahrer im zweiten Qualifying verbesserten, sorgte der Sturz Filip Novotný für einen Dämpfer. Der Tscheche stürzte mit der Ducati ins Abseits und musste zum Check ins Krankenhaus.

Der MCA-Drilling Julius Caesar Rörig machte mit Comeback-Qualitäten auf sich aufmerksam. Er kehrte nach seinem Sturz im ersten Qualifying gerade noch rechtzeitig für das Q2 aus dem Krankenhaus zurück. Noch aus dem Hospital gab er Entwarnung: Er sei stabil, komme zurück, habe aber Hunger. Einen Apfel später saß er auf seinem Motorrad, das bereits warmgelaufen war und auf ihn gewartet hatte.

Der Einstand von Jorke Erwig, der aus der BSB zurückgekehrt ist, sowie auch der Markenwechsel von Till Belczykowski verliefen harzig. Belczykowski war im gestrigen freien Training noch in den Top Ten unterwegs, als es regnete. In den Qualifyings auf trockener Strecke fiel der Nordrhein-Westfale auf der Kawasaki des Dreier Racing Teams zurück. Belczykowski war von MV Agusta zu den Grünen gewechselt. Die F3 800 R übernahm Luca Göttlicher, der beim Saisonauftakt fehlt. Er ist immer noch verletzt von seinem Spanien-Test. Der Bayer erlitt an seinem abgeschürften Unterarm Verbrennungen zweiten Grades. Außerdem schränkt ihn sein verletztes Knie noch ein. Göttlicher wird bei der zweiten EURO MOTO-Runde Ende Mai in der Supersport-Klasse einsteigen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Superbike: Tulovic macht eine erste Ansage

Lucas Tulovic unterstreicht schon im Training seine Favoritenrolle
Foto: Jens Hawrda

Die Ducati Panigale V4R von Lukas Tulovic rennt wie verrückt. Der Titelverteidiger in der Superbike-Klasse hat im Superpole Pre-Practice auf dem Sachsenring nichts anbrennen lassen und Florian Alt (Honda) um 0,046 Sekunden abgehängt. Marcel Schrötter (BMW) wurde Dritter. Markus Reiterberger (BMW) stürzte und stand zum Schluss als Achter auf der Zeitenliste.

Reiterberger (#28) glänzte zum Saisonauftakt in den Trainingssessions, aber im Superpole Pre-Practice flog der Bayer ab. Verloren ist für den vierfachen Meister aber nichts. Heute qualifizierten sich in haargenau 30 Minuten die schnellsten sechs Fahrer direkt für die Superpole 2, in der die vordersten Startpositionen ausgefahren werden. Reiti hat sein Abo also noch nicht gebucht. Aber drei Fahrer kommen noch aus dem verbliebenen Feld dazu, die morgen als Schnellste in der Superpole 1 ermittelt werden.

Aus der Superpole 2 ergeben sich die Startplätze 1 bis 9. Die nachfolgenden Startpositionen ergeben sich der Reihenfolge nach aus den Superpole 1-Ergebnissen. Den Startplatz haben die Fahrer für beide Rennen inne.

Für Christoph Beinlich (#71) ist das Feld an der Spitze kein Thema. „Fast alle von den Jungs fahren ständig zu Tests oder sitzen zumindest auf einem Motorrad. Da kann ich nicht mithalten. Für mich zählt der Spaßfaktor“, sagt der BMW-Fahrer aus dem Familien-Team. „Zur EURO MOTO gibt es auch keine Alternative, allein schon die vier WM-Rennstrecken Sachsenring, Brünn, Most und Assen sind interessant.“

Ergebnis Superpole Pre-Practice (Top-Five)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati), 

2. Florian ALT (DEU/Honda), 

3. Marcel Schrötter (DEU/BMW), 

4. Hannes SOOMER (EST/BMW), 

5. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Drei Ausfälle vor dem Saisonauftakt am Sachsenring

Die Sportbike Klasse der EURO MOTO startet an diesem Wochenende auf dem Sachsenring in ihre neue Saison und präsentiert sich 2026 internationaler denn je. Insgesamt 23 Fahrer aus neun Nationen sind für die noch junge Klasse eingeschrieben. Zum Auftakt müssen allerdings gleich mehrere Piloten passen.

Besonders bitter trifft es den Niederländer Rick Kooistra, der in diesem Jahr zu den Titelkandidaten zählt. Der 25-Jährige aus dem Team SRTD Pearl Gebben zog sich am vergangenen Wochenende bei einem Training einen Schlüsselbeinbruch zu und musste seine Teilnahme kurzfristig absagen. „Wir prüfen aktuell die besten und schnellsten Möglichkeiten für meine Genesung, damit ich zum zweiten Saisonlauf in Brünn wieder in die Startaufstellung zurückkehren kann.“, erklärte der Niederländer wenige Tage vor dem Saisonauftakt.

Auch aus deutscher Sicht gibt es vor dem ersten Rennwochenende Rückschläge. Sven Seidler vom Team ViVa by Peuker & Streeb hat seine Teilnahme am Sachsenring ebenfalls zurückgezogen. Der 29-Jährige nannte persönliche und gesundheitliche Gründe für seinen vorzeitigen Rückzug, blickt aber bereits nach vorne. „Voraussichtlich in Oschersleben im Juli werde ich wieder startklar sein“, so der Baden Württemberger aus Zaberfeld Leonbronn.

Damit fehlt bereits der erste deutsche Fahrer im Feld. Noch unklarer ist die Situation bei Korbinian Brandl (RBR-Racing). Der Aprilia Pilot wird am Sachsenring ebenfalls nicht an den Start gehen. Gründe für die Absage wurden bislang nicht bekannt gegeben. Ob der Oberndorfer beim nächsten Rennwochenende in Most zurückkehrt, ist aktuell offen.

Durch die Ausfälle von Seidler und Brandl schrumpft das deutsche Aufgebot in der Sportbike Klasse am Sachsenring deutlich zusammen. Mit Alexander Weizel (Weizel Racing), Micky Winkler (WSC-Racing) und Mika Siebdrath (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) bleiben nun noch drei deutsche Fahrer übrig, die beim Saisonauftakt die deutschen Farben vertreten.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann