Montag, 19. August 2024

BMW-Duo Gabriele Piana/Michael Schrey siegt im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring

  • Piana/Schrey bauen mit fünften Saisonsieg die Tabellenführung aus
  • Mit BMW, Mercedes-AMG und Porsche drei Marken auf dem Podium
  • Enzo Joulié gewinnt Junior-Wertung

High Five: Gabriele Piana (li.) und Michael Schrey freuen sich über den fünften Saisonsieg
Foto: ADAC-Motorsport

Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) heißen die Sieger in Lauf zwei der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring. Das BMW M4 GT4-Duo hatte am Ende des gut einstündigen Rennens einen Vorsprung von über 7,5 Sekunden auf den Rest des Feldes. Es war ihr fünfter Sieg im achten Saisonrennen. Platz zwei ging an Enzo Joulié (20/AND) und Marc de Fulgencio (25/ESP, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG GT4. Durch Platz drei der Porsche 718 Cayman GT4-Fahrer Finn Zulauf (20/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) befanden sich Fahrzeuge von drei unterschiedlichen Marken auf den Podiumsplätzen.

Das Rennen hatte zunächst Hendrik Still (37/Kempenich, AVIA W&S Motorsport) von der Pole-Position aus begonnen. Der Lokalmatador, dessen Teamkollege Zulauf und BMW-Fahrer Schrey bestimmten in der ersten Rennhälfte das Geschehen an der Spitze des Feldes. Die Drei setzten sich ein wenig von der Konkurrenz ab und lieferten vor vollen Tribünen klasse Sport. Kurz vor Öffnen des Boxenstoppfensters hatte Schrey den vor ihm fahrenden Zulauf überholt und Platz zwei eingenommen, nach einer Strafe aufgrund von zu hohem Tempo in einer Gelbphase fiel Schrey wieder auf Rang drei zurück. Hinter dem Führungstrio beendete de Fulgencio den ersten Rennabschnitt auf Rang vier.

Dann folgte ein großes Drama bei AVIA W&S Motorsport. Still brachte den führenden Porsche erst nach Ende des Boxenstoppfensters zum Fahrerwechsel auf Teamkollege Max Kronberg (37/Singapur), durch eine darauf folgende Strafe viel das Porsche-Duo auf Rang 17 zurück. Somit kämpften zunächst Zulaufs Partner Knopp und Gabriele Piana, der von Schrey übernommen hatte, um die Führung. Knapp 20 Minuten vor Rennende setzte der Italiener ein routiniertes Manöver und fuhr nicht nur am Tschechen vorbei, sondern auch zum Sieg.

Knopp musste wenig später auch den heranstürmenden Enzo Joulié, der den BWT Mücke-AMG von de Fulgencio übernommen hatte, passieren lassen. Somit waren die drei ersten Plätze zementiert. Für Joulié bedeutete Rang zwei auch der Triumph in der Junior-Wertung. Mächtig Gas gegeben hatte in der zweiten Rennhälfte Markus Eichele (44/Schwäbisch Gmünd, ME Motorsport), der im BMW bis auf die vierte Position nach vorne stürmte. Das bedeutete nicht nur das beste Saisonergebnis für Eichele und Teamkollege Philip Wiskirchen (20/Euskirchen), sondern auch den Sieg in der Trophy-Wertung. Rang fünf ging an den Aston Martin Vantage GT4 von Jan Marschalkowski (21/Inning am Ammersee) und Philipp Gogollok (18/Bad Homburg, beide Zakspeed ESM).

Sechste wurden Tano Neumann (49/BGR) und Alon Gabbay (20/ISR, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche vor dem Mercedes-AMG-Duo Mattis Pluschkell (20/Elmenhorst-Lichtenhagen) und Luca Bosco (20/ITA, beide BWT Mücke Motorsport) sowie Simon Birch (17/DNK) und Denny Berndt (19/Berlin, beide Razoon - more than Racing) in einem weiteren Porsche. Rang neun sicherten Maxime Oosten (20/NLD) und Gianni van de Craats (18/NLD, beide FK Performance Motorsport) im BMW. Die Top Zehn komplettierten die beiden Jamaikaner Senna Summerbell (22) und Thomas Gore (19, beide AVIA W&S Motorsport, Porsche.)

Stimmen zum Rennen

Gabriele Piana – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Wir sind natürlich glücklich über den Sieg, insbesondere da wir gestern einen eher schwierigen Tag hatten. Heute gab es für uns ein normales Rennen. Wir wussten, dass wir im Trockenen sehr stark sein würden. Michael hatte zunächst eine Strafe bekommen, da war es für mich wichtig, in der Outlap vor dem Mercedes-AMG zu bleiben. Das ist gelungen. Danach wusste ich, dass ich mehr Pace als die Porsche haben würde – und so konnte ich zum Sieg fahren.“

Michael Schrey – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Keine Frage, es erging uns heute sicherlich besser als gestern. Wir lieferten vom Start an ein gutes Rennen. Dann musste ich in die Penalty-lap, doch Gabriele hat das Rennen super vollendet. Es ist unser fünfter Sieg im acht Rennen. Das ist sicherlich ein weiterer Schritt in Richtung Titel. Doch es stehen noch vier Rennen aus. Da kann noch viel passieren.“

Marc de Fulgencio – Platz zwei für BWT Mücke Motorport

„Wir hatten zunächst ein eher schwieriges Wochenende. Doch mein Dank geht an das Team, das sehr hart und richtig viele Stunden gearbeitet hat. Das Podium ist also eine Belohnung für alle.“

Enzo Joulié – Platz zwei für BWT Mücke Motorport

„Verglichen mit gestern, bin ich heute sehr glücklich. Gestern konnten wir nicht um das Podium kämpfen, doch das Team in der Nacht hat einen grandiosen Job gemacht und uns ein super Auto hingestellt. Dafür möchte ich mich bedanken.“

Josef Knopp – Platz drei für AVIA W&S Motorsport

„Wir haben heute das Maximum aus unseren Möglichkeiten herausgeholt. Somit bin ich recht zufrieden. Ich hatte einen Fehler. Das kann passieren und daraus kann man lernen, sodass wir umso stärker beim nächsten Rennwochenende antreten können.“

Finn Zulauf – Platz drei für AVIA W&S Motorsport

„Um ehrlich zu sein, bin ich nicht wirklich zufrieden mit dem dritten Platz. Wir sind von der zweiten Position aus gestartet und wollten mehr. Mein Stint war in Ordnung, doch man hat gesehen, dass der BMW heute extrem stark war. Somit habe ich mir schon gedacht, dass es im zweiten Stint schwer werden könnte. Wir haben trotzdem gute Punkte geholt und freuen uns nun auf den Red Bull Ring.“

Jubiläum am Nürburgring: Sheldon van der Linde holt 100. DTM-Sieg für BMW

  • Bruder-Doppelschlag: Nach dem Sieg von Kelvin am Samstag zieht Sheldon am Sonntag nach
  • Spannend, hart, spektakulär – DTM-Fahrer bieten Motorsport-Action in der Eifel
  • 62.500 Besucher erleben hochklassigen fünften DTM-Stopp am Nürburgring

Vom achten Startplatz fuhr Sheldon van der Linde auf Platz eins
Foto: dtm.com


Das war ein Befreiungsschlag für Sheldon van der Linde (ZA): Der Südafrikaner feierte am Sonntag auf dem Nürburgring nach 41 spannenden Runden seinen ersten Saisonerfolg und markierte damit den 100. DTM-Rennsieg für BMW. „Von Startplatz acht aus zu gewinnen oder überhaupt aufs Podium zu fahren, habe ich wirklich nicht erwartet. Mein letzter DTM-Sieg ist rund ein Jahr her, daher fühlt sich dieser Moment umso schöner an. Der Zweikampf mit Maro Engel war am Limit, hat aber richtig Spaß gemacht“, erklärte der überglückliche Pilot von Schubert Motorsport nach dem zehnten Saisonlauf. Maro Engel (Monaco) belegte im Mercedes-AMG GT3 vom Mercedes-AMG Team Winward Rang zwei und stand damit nach Platz drei am Samstag erneut auf dem Treppchen. Dritter wurde Marco Wittmann in einem weiteren BMW von Schubert Motorsport. Samstagssieger Kelvin van der Linde (ZA) baute im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline als Vierter seine Tabellenführung aus. Beim fünften DTM-Stopp der Saison wurde den 62.500 Besuchern am Nürburgring bei unterschiedlichsten Bedingungen begeisternder und spektakulärer Rennsport geboten.

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 10 von 16

Streckenlänge: 3.629 Meter

Wetter: 17 Grad, bewölkt

Pole-Position: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Winward, Mercedes-AMG GT3 #130), 1:33,750 Minuten

Sieger: Sheldon van der Linde (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #31)

Schnellste Rennrunde: Ayhancan Güven (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R #90), 1:26,696 Minuten

Sheldon van der Linde machte gleich zu Beginn des zehnten DTM-Laufs am Nürburgring fünf Positionen gut und reihte sich hinter Pole-Setter Engel und Audi-Pilot Ricardo Feller (CH) von Abt Sportsline auf Platz drei ein. Markenkollege Wittmann und Mirko Bortolotti (I) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance folgten als Vierter und Fünfter. Nach zwei Safety-Car-Phasen wegen der Bergung von jeweils einem Fahrzeug schob sich Sheldon van der Linde auf Rang zwei vor und attackierte Engel, der das rundenlange harte Duell zunächst für sich entschied.

Nach den Pflicht-Boxenstopps überschlugen sich die Ereignisse. René Rast (Bregenz) kam mit kalten Pirelli-Reifen auf die Strecke zurück und kollidierte in seinem BMW M4 GT3 mit dem neben ihm fahrenden Engel. Der Mercedes-AMG-Fahrer drehte sich, Rast wurde mit drei Penalty-Laps bestraft. Das nutzte Sheldon van der Linde und übernahm Platz eins vor Engel sowie Wittmann. Tabellenführer Kelvin van der Linde (ZA), der nach einer leichten Berührung zu Beginn viel Boden verloren hatte, profitierte von einem schnellen Boxenstopp und übernahm Rang vier. Diese Reihenfolge hatte bis ins Ziel Bestand. Ayhancan Güven (TR) von Manthey EMA gelang die Aufholjagd des Tages. Der Porsche-Pilot verbesserte sich um 14 Plätze und erzielte als Fünfter sein bestes Saisonergebnis.

Einen großen Sprung machte auch Thierry Vermeulen (NL). Der Ferrari-Fahrer vom Team Emil Frey Racing ging als 17. ins Rennen, wechselte als Letzter seine Pirelli-Reifen und wurde Sechster. Porsche-Pilot Thomas Preining (A) zeigte sich wie bereits am Samstag angriffslustig, musste jedoch nach einem Rempler zwischenzeitlich die Strecke verlassen und belegte am Ende Rang sieben. Sowohl Feller als auch Bortolotti fielen im Lauf des Rennens zurück und mussten sich mit Platz acht und neun zufriedengeben. Franck Perera (F) steuerte seinen Lamborghini Huracán GT3 Evo2 auf Position zehn.

Weitere Stimmen nach dem Rennen

Maro Engel: „Bis zur Kollision mit René Rast waren wir in einer Top-Position. Daher denke ich schon, dass der Sieg heute unser gewesen wäre. In der Meisterschaft zählt jeder Punkt, man kann die Uhr aber nicht zurückdrehen. Unabhängig davon war es ein super Wochenende, das Team hat mir ein mega Auto hingestellt.“

Marco Wittmann: „Für uns als Team war das ein gutes Wochenende. Am Samstag im Regen auf Rang sechs, am Sonntag ein Podiumsplatz und der Sieg von Sheldon van der Linde. In ersten Rennhälfte konnte ich die Pace vorne nicht ganz mitgehen, nach dem Boxenstopp war ich deutlich besser unterwegs.“

Ergebnis, 10. Meisterschaftslauf, Nürburgring

1. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport)

2. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward), +3,256 Sekunden

3. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport), +5,813 Sekunden

4. Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline), +12,003 Sekunden

5. Ayhancan Güven (TR/Manthey EMA), +12,714 Sekunden

Sonntag, 18. August 2024

IDM SBK: Mikhalchik wie auf Schienen, Alt stürzt

Ilya Mikhalchik, BMW #17
Foto: Jens Hawrda

Ilya Mikhalchik (Champion Alpha Van Zon BMW) feierte gestern seinen 28. Geburtstag. Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) hatte dem Ukrainer ein wenig die Suppe versalzt, weil er ihm in der IDM Superbike die Pole Position entrissen hatte. Das half dem deutschen Titelverteidiger am heutigen Tages nicht. Florian Alt stürzte im ersten Lauf unglücklich und ist schon auf dem Heimweg, während Mikhalchik zum sechsten Mal in diesem Jahr als Sieger abgewinkt wurde und dem Titelgewinn wie auf Schienen entgegenfährt.

Florian Alt war in der Superpole-Qualifikation ein hohes Risiko eingegangen, war sich aber nicht sicher, ob er das Renntempo über die angesetzten 15 Runden von jeweils 4,555 Kilometern durchhalten könne. Der nötige Reifen-Grip auf der Flanke fehlt ihm. Aber er musste alles daran setzen, um die acht Punkte Rückstand in der Meisterschaftswertung auf Mikhalchik aufzuholen, um im Titelrennen mit an der Front bleiben zu können.

Die Vorentscheidung fiel schon in der ersten Runde auf dem TT Circuit in Assen. Alt hatte einen Highspeed-Crash im sechsten Gang. Bei ihrer Landung kam die Honda direkt auf Alts rechtem, kleinen Finger zu liegen, der bis auf die Sehne abgeschürft wurde. Nichts ging mehr. Das Team um Chef Jens Holzhauer trat umgehend die Heimreise an. Die Stimmung war entsprechend im Keller.

Mikhalchik gewann das Rennen mit 7,508 Sekunden Vorsprung vor Hannes Soomer (Enos Motorsport) und Patrick Hobelsberger (GERT56). Am Anfang hatten auch Maximilian Kofler (Yamalube Kofler Motorsport) und ein über sich hinauswachsender Milan Merckelbagh (Indenhof-MRP) zu den Hauptakteuren in der Spitze gezählt. Einige wie Jan-Ole Jähnig (GERT56) stürzten aus dem Geschehen. Ob Thomas Gradinger (Eder Racing) zu spät oder Luca Grünwald (BCC Alpha Ilmberger) zu früh auf der Bremse war, ließ sich nicht deuten. Beide stürzten direkt vor Bálint Kovács (Champion Alpha Van Zon BMW), der nicht ausweichen konnte. Der im Training überraschende Colin Velthuizen (RR SOCIA Media) fehlte in der zehnten Runde.

Mikhalchik hatte sich zum Schluss weit von den Verfolgern abgesetzt, auch Soomer blieb unbehelligt auf der zweiten Stelle, nachdem er sich ein paar Runden zuvor mit Hobelsberger berührt hatte. Der Bayer kämpfte in den letzten Runden mit seinem GERT56-Teamkollegen Finsterbusch um den dritten Platz und gewann. Für Kawasaki holte Leandro Mercado (Kawasaki Weber Racing) die Kohlen aus dem Feuer. Dieser hatte lange hinter Merckelbagh festgeklebt und war eigentlich Alts geheimer Wunschkandidat gewesen, der im BMW-Pulk mit für Bewegung sorgen sollte. Hat er auch gemacht, nur ohne Alt.

Als Mercado endlich am Niederländer vorbei war, fuhr zwei Plätze dahinter plötzlich Lorenzo Zanetti (Triple M Ducati Frankfurt) in der zwölften Runde eine Sekunde schneller. Der Italiener zog am Gas, als ob es seine durchaus noch schmerzende Wunde nach seinem Schlüsselbeinbruch vor drei Wochen nie gegeben hätte. Noch in der letzten Runde überrumpelte er Merckelbagh ebenfalls und sorgte damit dafür, dass auch noch eine rote Ducati-Diva in die Top Ten kam. Die BMW-Macht nahm zwar die vorderen Plätze ein und fuhr geschlossen aufs Podium, hatte aber keine Chance, die anderen Marken aus den Top Ten zu verdrängen. Maximilian Kofler wurde schnellster Yamaha-Fahrer und Neunter.


IDM Superbike, Rennen 1

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR), BMW

2. Hannes SOOMER (EST), BMW

3. Patrick HOBELSBERGER (DEU), BMW

4. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW

5. Leandro MERCADO (ARG), Kawasaki

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Eindrucksvoller Triumph für Vater Ralf und Sohn David Schumacher




Ralf (links) und David Schumacher (rechts) feiern ihren Sieg

Foto: ADAC-Motorsport

Ralf Schumachers Motorsport-Comeback endet mit Sieg im Prototype Cup Germany. Keanu Al Azhari erobert auf dem Nürburgring den zweiten Platz. Danny Soufi ist neuer Junior-Champion im Prototype Cup Germany 2024.

Das neunte Saisonrennen des Prototype Cup Germany, das auf dem Nürburgring ausgetragen wurde, wurde zur klaren Beute von Ralf (49/Salzburg) und David Schumacher (22/Salzburg, beide US Racing). Der sechsfache Grand-Prix-Sieger Ralf Schumacher setzte sich am Start in Führung und baute seinen Vorsprung auf der teilweise noch regennassen Strecke kontinuierlich aus. „Mein Vater war im Regen schon immer stark“, wusste auch David. Ralf, der nach zwei Runden schon fast fünf Sekunden vor Platz zwei lag, lobte für diese Leistung auch sein Team. „Das Auto war top und die Reifen waren schnell im Arbeitsfenster, so dass es gar nicht so schwierig war, mich vorne abzusetzen.“ David vollendete die Arbeit mit einem ebenso guten zweiten Stint und fuhr den Ligier von US Racing mit einem Vorsprung von fast 17 Sekunden auf Keanu Al Azhari (16/UAE, Mühlner Motorsport) ins Ziel. Julien Apothéloz (23/CHE) und Riccardo Leone Cirelli (16/ITA, beide BWT Mücke Motorsport) eroberten den dritten Rang.

Schon vom ersten Meter an zeigte Ralf Schumacher, dass er bei seinem Motorsport-Comeback nach zwölfjähriger Pause hochmotiviert ist. Er übernahm am Start die Spitze und setzte sich scheinbar mühelos vom Feld ab. Ein potenzielles Risiko sah er eher beim Boxenstopp. „Da können einige Fehler passieren, die auch weh tun können. Aber auch den Boxenstopp haben wir sehr gut hinbekommen.“ Für Teil zwei des Rennens steuerte David Schumacher das LMP3-Fahrzeug mit der Startnummer 27. „Bei mir war die Strecke schon trockener als bei meinem Vater, so dass es kein Problem war. Mein Vater konnte mir einen guten Vorsprung mitgeben, den ich ins Ziel bringen musste.“

Für Al Azhari blieb der zweite Platz, für den der 16-Jährige hart arbeiten musste. Nach einer Runde wurde er auf Rang fünf geführt, profitierte dann aber von einer Strafe gegen Danny Soufi (21/USA, Konrad Motorsport). Der US-Amerikaner wurde von der Rennleitung als Schuldiger eines Unfalls mit Antti Rammo (41/EST, MRS GT-Racing) ausgemacht und zu einer Durchfahrtsstrafe gebeten. Valentino Catalano (18/Westheim, Gebhardt Motorsport) und Apothéloz überholte Al Azhari wenig später und sicherte sich so die zweite Position. Während Al Azhari vor allem in der ersten Hälfte viel Arbeit hatte, musste Cirelli im zweiten Teil des Laufs alles geben. Er bekam den Mücke-Duqueine von Apothéloz und sah sich permanent unter Druck von Markus Pommer (33/Untereisesheim, Gebhardt Motorsport). Doch der erst 16-jährige Italiener blieb fehlerfrei, so dass der amtierende Champion Pommer keinen Weg vorbei fand und sich zusammen mit Teampartner Catalano letztendlich mit Rang vier zufriedengeben musste.

Als Fünfte wurden Klaus Abbelen (63/Barweiler) und Felipe Laser (36/Leipzig, beide Frikadelli Racing Team) abgewinkt. Laser begeisterte dabei mit einer tollen Aufholjagd und sorgte so mit dafür, dass Abbelen als bester Trophy-Pilot ausgezeichnet wurde. Soufi und Torsten Kratz (53/Mönchengladbach, Konrad Motorsport) kreuzten die Ziellinie als Sechse vor Stefan Aust (52/Münster, Rinaldi Racing), Maxim Dirickx (20/BEL) / Jacob Erlbacher (23/Böblingen, beide Gebhardt Motorsport) und Luca Link (20/Günzberg) / Suellio Almeida (30/BRA, beide DataLab Sports with Rinaldi). Soufi und Kratz bleiben damit Tabellenführer im Prototype Cup Germany, ihr Vorsprung auf Apothéloz und Cirelli beträgt noch 18 Punkte. In der Juniorwertung hat Soufi als Spitzenreiter nun einen Vorteil von 118 Zählern auf Catalano; damit ist dem Schützling von Konrad Motorsport der Titel des besten Juniors nicht mehr zu nehmen. In der Trophywertung konnte Leader Rammo trotz seines Ausfalls einen knappen Vorsprung auf Kratz retten.

Weitere Stimmen nach dem Rennen

Keanu Al Azhari (Zweiter): „Mein Start war nicht gut, denn die Strecke war teilweise noch sehr nass. Ich habe nicht die optimale Linie gefunden, wollte aber auch kein allzu großes Risiko eingehen. So habe ich ein paar Plätze verloren. Ich bin aber ruhig geblieben, denn ich wusste, dass das Rennen noch lang ist und mein Auto richtig schnell ist.“

Julien Apothéloz (Dritter): „Positiv ist, dass wir wichtige Punkte sammeln konnten und vor allem auch vor unseren Haupt-Rivalen um den Titel im Ziel waren. Mit meiner eigenen Leistung war ich hingegen nicht ganz zufrieden, ich war einfach zu langsam.“

Riccardo Leone Cirelli (Dritter): „Ich freue mich über unseren dritten Platz, der nicht einfach zu erringen war. Ich hatte die ganze Zeit Markus Pommer in meinem Rückspiegel und musste dafür sorgen, dass er mich nicht überholt – was mir zum Glück gelungen ist. Ich fahre an diesem Wochenende zum ersten Mal auf dem Nürburgring und denke, dass ich mich über die Tage steigern konnte. Außerdem finde ich es cool, mit einem so bekannten Rennfahrer wie Ralf Schumacher gemeinsam auf dem Podium zu stehen.“

Maro Engel behält beim Reifenpoker die Oberhand und holte Pole

Maro Engel holt auch die Pole für's Sonntagsrennen am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Routinier Maro Engel hat am Sonntagmorgen beim zweiten Qualifying auf dem Nürburgring den Durchblick behalten und seine erste Pole-Position der Saison klargemacht. Bei schwierigen Mischbedingungen setzte der Mercedes-AMG-Pilot auf Regenreifen und fuhr mit 1:33,750 Minuten die schnellste Runde auf dem 3,629 Kilometer langen Eifelkurs.

„Auf diesen Moment mussten wir als Mercedes-AMG Team Winward lange warten. Entscheidend war aus meiner Sicht die Reifenwahl. Ich habe am Funk gesagt, dass ich weiter auf Regenreifen setzen möchte. Das war die richtige Maßnahme. Ich freue mich auf das Rennen und hoffe auf trockene Bedingungen“, freute sich Engel, der zum dritten Mal in seiner DTM-Karriere auf dem ersten Startplatz steht.

Nur 0,007 Sekunden langsamer war Ricardo Feller von Abt Sportsline, der mit seinem Audi R8 LMS GT3 Evo2 ebenfalls auf Regenreifen unterwegs war. Marco Wittmann von Schubert Motorsport erzielte im BMW M4 GT3 dagegen die drittbeste Zeit mit den Pirelli-Slicks. Luca Stolz steuerte seinen Mercedes-AMG GT3 von HRT auf Rang vier, der Tabellenzweite Mirko Bortolotti beendete das Zeittraining im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance als Fünfter. Spitzenreiter Kelvin van der Linde von Abt Sportsline geht hinter dem Franzosen Franck Perera von Platz sieben aus in das Sonntagsrennen auf dem Nürburgring.

Am Sonntagmorgen sah es zunächst nicht so aus, als ob die 20 DTM-Stars um 9:20 Uhr das Qualifying in Angriff nehmen könnten. Typischer Eifel-Nebel hing über der Traditionsstrecke, verzog sich jedoch pünktlich zum Start. Dann begann der Reifenpoker. Auf der teilweise feuchten Fahrbahn setzten einige Piloten auf Slicks, andere auf den Regen-Pneu von Pirelli. Die Entscheidung fiel erst kurz vor Schluss: Alle Top-Fünf-Fahrer erzielten ihre jeweiligen Bestmarken in den letzten Sekunden des Zeittrainings und lagen innerhalb von 0,4 Sekunden. Aufgrund der unterschiedlichen Reifenstrategien waren die Abstände im Feld wesentlich größer als im Qualifying der DTM normalerweise üblich.


Ergebnis Qualifying, 10. Saisonlauf, Nürburgring

  1. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward), 1:33,750 Minuten
  2. Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline), +0,007 Sekunden
  3. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport), +0,160 Sekunden
  4. Luca Stolz (D/Mercedes-AMG Team HRT), +0,242 Sekunden
  5. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +0,398 Sekunden


Quelle: dtm.com