Samstag, 17. August 2024

Mercedes-AMG startet stark in die zweite Saisonhälfte der DTM

  • Maro Engel Tagesschnellster beim Auftakt des fünften DTM-Stopps am Nürburgring
  • Drei Mercedes-AMG beenden Freies Training am Freitag unter den Top-Fünf
  • Hohe Leistungsdichte – die ersten zehn Fahrzeuge liegen innerhalb von 0,304 Sekunden

Maro Engel, Mercedes #130
Foto: Jens Hawrda

Maro Engel (Monaco) ist angriffslustig in die zweite Saisonhälfte der DTM gestartet. Der Mercedes-AMG-Pilot fuhr am Freitagnachmittag im zweiten Freien Training auf dem Nürburgring mit 1:26,059 Minuten die schnellste Runde und eröffnete damit den fünften Stopp der Rennserie als Tagesbester. „Der Nürburgring ist meine zweite Heimat. Ich liebe die Nordschleife, fahre aber auch sehr gern auf der Grand-Prix-Strecke. Das Auto lief im zweiten Freien Training richtig gut und wir sind happy mit der Balance des Fahrzeugs. Es war ein erfolgreicher erster Arbeitstag in der Eifel“, erklärte der Routinier vom Mercedes-AMG Team Winward. Nur 0,015 Sekunden langsamer war sein Markenkollege Luca Stolz (Brachbach) vom Mercedes-AMG Team HRT, der drittschnellste Umlauf gelang Ayhancan Güven (TR) im Porsche 911 GT3 R. Bester Ferrari-Pilot war Jack Aitken (GB) von Emil Frey Racing auf Rang vier, Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) steuerte ein drittes Fahrzeug mit dem Stern auf Platz fünf.

Das zweite Freie Training am Freitagnachmittag auf dem Traditionskurs in der Eifel war wesentlich schneller als die erste Session. Schon nach zehn Minuten unterbot der Tabellenzweite Kelvin van der Linde (ZA) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline die Bestzeit vom Vormittag. Doch auch diese wurde im weiteren Verlauf von acht Fahrern getoppt. Zunächst setzte sich Güven an die Spitze, kurze Zeit später löst ihn Stolz ab. Gut drei Minuten vor Schluss gelang Engel in seiner 19. Runde die Tages-Bestmarke.

Eine insgesamt starke Leistung zeigte Porsche-Pilot Güven als Gesamtdritter sowie Bester des ersten Freien Trainings. „Es ist ein super Gefühl, mit einer Top-Zeit ins Wochenende zu starten. Die Saison läuft bisher nicht wie geplant, aber das Trainingsergebnis zeigt, dass es in die richtige Richtung geht. Bei unserem Heimspiel wollen wir den Fans eine tolle Show bieten“, versprach Güven, dessen Team Manthey EMA direkt neben dem 3,629 Kilometer langen Eifelkurs zu Hause ist.

Mittwoch, 14. August 2024

IDM: Entscheidung in der „Cathedral of Speed“

Foto: Jens Hawrda

Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit. Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) biegt auf den legendären TT Circuit Assen ein. Es ist der weltweit einzige Kurs, der in erster Linie für Motorradrennen konzipiert wurde.

Die nach Zandvoort zweitälteste und längste Rennstrecke in den Niederlanden ist seit 1949 jedes Jahr Austragungsort der Motorrad-Weltmeisterschaft. Und sie ist verdammt schnell. Die IDM-Superbikes werden in der vielzitierten „Cathedral of Speed“ vom 16. bis 18.08.2024 Höchstgeschwindigkeiten von über 300 km/h erreichen. Zwei Rennen in der höchsten deutschen Straßenrennsportklasse stehen bei der fünften von sieben Saisonveranstaltungen auf dem Programm. Das Highlight wird getragen von jeweils zwei weiteren Läufen in den Klassen IDM Supersport und IDM Supersport 300. Ein weiteres Glanzlicht setzen die Rennen zur FIM Sidecar World Championship. Auf 4,54 Kilometern Rennstrecke mit zwölf Rechts - und sechs Linkskurven wird Motorradsport der Extraklasse geboten. Diverse Cup-Klassen runden das Programm ab, das Power und Abwechslung von morgens bis abends verspricht.

In der IDM Superbike liefern sich Ilya Mikhalchik (UKR/BMW) und Florian Alt (DEU/Honda) an der Spitze momentan einen Schlagabtausch. Vor einem Jahr hatte der Deutsche die jahrelange BMW-Dominanz gebrochen und den Titel in der höchsten Klasse für Honda geholt. Er will ihn verteidigen, das ist klar, doch momentan liegt er mit acht Punkten im Rückstand auf den Ukrainer. Erfahrungsgemäß läuft die BMW auf der Strecke in Assen schnell wie eine Granate und Mikhalchik hat vor einem Jahr beide Rennen gewonnen. Doch der 28-jährige Alt hat Hoffnung, das Blatt diesmal wenden und kontern zu können: „BMW war auf der Strecke schon immer stark, aber es gibt auch immer eine Chance, sie zu besiegen. Auch bei uns, also bei Honda, wurde im Hintergrund viel gearbeitet. Wir sind im Vergleich zum Vorjahr schneller und besser geworden. Ob es uns damit gelingt, am Sonntag die Meisterschaftsführung zurückzuholen, werden wir sehen.“

Während sich Mikhalchik und Alt von den Verfolgern abgesetzt haben, hängen Toni Finsterbusch mit 93 Punkten, Patrick Hobelsberger (92) und Jan-Ole Jähnig (89) dahinter wie Kletten. Das Brisante an der Konstellation ist: alle Drei sind BMW-Kollegen im sächsischen Team GERT56 und sollten sich im Kampf nicht gegenseitig ins Abseits befördern. Alle in der Meisterschaft vertretenen Marken haben mindestens einen Top-Ten-Fahrer positioniert. Ducati hat den italienischen Favoriten Lorenzo Zanetti im Köcher. Leandro Mercado aus Argentinien hält die Kawasaki-Fahne hoch und Thomas Gradinger aus Österreich ist der schnellste Yamaha-Fahrer.

In der IDM Supersport hat Andreas Kofler den Turbo eingelegt. Drei Siege und drei weitere Podiumsplätze haben den 19-jährigen Yamaha-Fahrer aus Österreich Flügel verliehen. Seine Mission: am Jahresende den Titel holen. Im Windschatten mit über 30 Punkten Rückstand bewegen sich Ducati-Fahrer Daniel Blin (POL) und Luca de Vleeschauwer (BEL) auf Triumph. Trotz seines Vorsprungs darf sich Kofler nicht in Sicherheit wiegen. De Vleeschauwer hat auch bereits zwei Rennen gewonnen und Blin kann ebenfalls Podiumserfolge vorweisen. Ein kleiner Fehler und alles ändert sich im dichtbesiedelten Haifischbecken in der IDM Supersport. Auf dem Schleizer Dreieck beispielsweise ging Kofler im ersten Rennen punktelos aus, weil er nach dem Rennabbruch nach mehreren Stürzen auf einer Ölspur nicht innerhalb der 5-Minuten-Frist samt Motorrad in der Boxengasse war. So schnell kann es gehen.

In der kleinen Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 ist das Feld klein, aber oho. Hier hat der Däne Oliver Svendsen die Nase überlegen vorn. Seine Teamkollegen Jeffrey Buis (NLD) und Ruben Bijman (NLD) von Freudenberg KTM-PALIGO-Racing folgen mit Respektabstand. Das erfolgreiche Team aus Sachsen beschäftigt insgesamt fünf Fahrer, aber langweilig wird das nicht. Die Entscheidung zwischen Sieg und Niederlage fällt zwischen ihnen oft erst in der letzten Kurve und es handelt sich dabei um Tausendstelsekunden. Und vielleicht gelingt es ja Lokalmatador Dylan Czarkowski in Assen ein zweites Mal in diesem Jahr, die KTM-Meute wie schon auf dem Sachsenring mit seiner Yamaha zu besiegen? Im Rennsport ist nichts ausgeschlossen.

Nach fast zwei Monaten Sommerpause ist in Assen die FIM Sidecar World Championship wieder am Start. Der TT Circuit ist die Heimstrecke von Bennie Streuer. Der Weltmeister von 2015 erlebte bisher eine durchwachsene Saison und reist mit seinem deutschen Beifahrer Kevin Kölsch als WM-Sechster an. Der Name Streuer ist in den Niederlanden ein großer Begriff. Bennies Vater Egbert Streuer holte den WM-Titel drei Mal. Wie schlägt sich Bennie zu Hause? Die WM-Führung liegt in den Händen des  schweizerisch-deutschen Gespanns Markus Schlosser/Luca Schmidt. Dahinter rangiert mit sieben Punkten Abstand die britisch-französische Paarung Harry Payne/Kevin Rousseau. Es folgen die britischen Brüder Sam und Tom Christie vor den Titelverteidigern Todd Ellis/Emmanuelle Clément (GBR/FRA). Der Kampf zwischen den Yamaha-angetriebenen Gespannen mit LCR- und ARS-Chassis geht für dieses Jahr in die letzte Runde im Rahmen der IDM. Die weiteren Rennen finden im Rahmen des Sidecar-Festivals im Oktober in Oschersleben statt. Das Finale im portugiesischen Estoril wird im November ausgetragen.

Viel Action erwartet die Fans bei der IDM-Runde in Assen. Es gibt kaum Zeit zum Luft holen, denn zwei Cup-Klassen beinhaltet das Programm noch obendrauf. Und nicht vergessen: Am Sonntag, dem 18. August 2024, findet um 10:00 Uhr der begehrte Pitwalk statt, bei dem von den Fahrern persönliche Autogramme geschrieben werden und Zeit für ein Selfie mit ihnen ist. Die IDM ist und bleibt trotz des extrem hohen sportlichen Levels eine Serie zum Anfassen. Die Eintrittspreise für das Motorrad-Event in Assen sind attraktiv: 5,00 Euro für den Trainings-Freitag, 25,00 Euro für den Samstag und 35,00 Euro für den Sonntag. Der Fahrerlager-Zutritt ist darin schon enthalten.

Titelkampf in der ADAC GT4 Germany spitzt sich auf dem Nürburgring zu

  • Erste Vorentscheidungen im Titelrennen können in der Eifel fallen
  • Internationales Flair mit Piloten aus Kanada, Neuseeland und Jamaika

Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany meldet sich aus der Sommerpause zurück. Am kommenden Wochenende (16. bis 18. August) geht die Serie auf dem Nürburgring in die zweite Saisonhälfte. Neben Aston Martin, BMW, Mercedes-AMG und Porsche tritt in der Eifel erstmals in dieser Saison auch ein Toyota an. Gefahren wird auf der bei den Piloten stets beliebten flüssigen Sprintstrecke mit Kurzanbindung. Bei noch drei ausstehenden Events werden auf dem Nürburgring erste Weichen in Richtung Titelentscheidung gestellt. All das verspricht Hochspannung pur. Die Rennen der ADAC GT4 Germany werden am Samstag und Sonntag jeweils ab 15:10 Uhr live im Free-TV bei SPORT1 übertragen. Wer sich die Action vor Ort anschauen möchte, kann sich online auf dtm.com noch mit Eintrittskarten versorgen.

Als Tabellenführer reisen Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) an den Ring. Das BMW M4 GT4-Duo hat 2024 vier von sechs Saisonläufen für sich entschieden und zählt auch beim Gastspiel in der Eifel zu den ganz großen Favoriten. Gutes Omen: Auf dem Nürburgring konnten sie 2021 den Titel in der ADAC GT4 Germany einfahren. Dichteste Verfolger in der Tabelle sind die Porsche 718 Cayman GT4-Fahrer Finn Zulauf (20/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport). Deren Teamkollegen Max Kronberg (37/Singapur) und Hendrik Still (37/Kempenich) liegen auf Rang drei.

„Der Nürburgring ist meine Heimat, dort bin ich groß geworden. In der ADAC GT4 Germany habe ich auf dem Ring bereits etliche Rennen gefahren – aber auch im ADAC GT Masters oder auf der Nordschleife. Zusammen mit Max läuft es dieses Jahr richtig gut. Obwohl wir eine Pro-Am-Paarung bilden, standen wir bislang an jedem Rennwochenende auf dem Podium. Nun bin ich natürlich heiß darauf, auf dem Nürburgring daran anzuknüpfen“, ist Still hoch motiviert. „Doch das wird nicht einfach, denn das Feld in der ADAC GT4 Germany ist richtig stark. Im ultimativen Titelkampf sehe ich uns derzeit nicht. Das Ziel ist es, die Saison in den Top Drei zu beenden.“

Mit bislang zwei Podiumsergebnissen und somit ordentlich Rückenwind fahren auch Leyton Fourie (18/ZAF) und Max Rosam (19/Taunusstein, beide FK Performance Motorsport) in die Eifel. Die BMW-Piloten befinden sich auf Tabellenrang fünf. „Neben Hockenheim ist der Nürburgring mein Heimrennen. Dort war ich schon früher oft mit meinen Eltern als Zuschauer gewesen und habe gute Erinnerungen. Sportlich sind wir derzeit ganz gut platziert und wollen am Wochenende weiter angreifen“, blickt Rosam voraus. „Schön wäre auf jeden Fall der erste Saisonsieg. Das Ziel in diesem Jahr ist der Titel in der Junior-Wertung. Dafür wollen wir auf dem Nürburgring den nächsten Schritt machen. Das Streckenlayout mit den vielen Wechselkurven sollte dem BMW entgegenkommen.“

Noch nicht komplett nach Plan lief die Saison 2024 für Alex Connor (20/GBR) und Jan Philipp Springob (23/Olpe, beide CV Performance Group). Die Mercedes-AMG GT4-Piloten gingen mit Titelambitionen ins Jahr, liegen zur Saisonhalbzeit aber auf Rang acht. „Wenn wir in der Meisterschaft noch ein Wörtchen mitreden wollen, müssen wir jetzt auf dem Nürburgring abliefern und mindestens zweimal auf das Podium fahren“, so Springob, der 2023 beim Gastspiel in der Eifel siegte. „Der Nürburgring ist meine Heimstrecke, insofern werden auch viele Gäste vor Ort sein. Somit hoffe ich auf ein gutes Ergebnis. Der Kurs ist recht flüssig mit viele Kurven, das kommt unserem Mercedes-AMG zugute. Wir werden alles geben.“

Insgesamt sind 25 Fahrzeuge für das Rennwochenende auf dem Nürburgring eingeschrieben. Wie 2023 absolviert KCMG aus Hongkong einen Gaststart und setzt einen Toyota GR Supra GT4 Evo für Tom Bewley (16/NZL) und William Exton (20/NZL) ein. Wieder zurück in der ADAC GT4 Germany sind die beiden Jamaikaner Senna Summerbell (22) und Thomas Gore (19), die erstmals im Porsche von AVIA W&S Motorsport antreten. Außerdem setzt Razoon - more than Racing aus Österreich auf noch mehr Markenvielfalt und bringt einen BMW für Damon Surzyshyn (47/CAN) und Jan Matyas (20/CZE). Somit ist internationales Flair in der Eifel garantiert.


Dienstag, 13. August 2024

Kelvin van der Linde: Attacke auf die Tabellenspitze am Nürburgring

  • Audi-Pilot liegt vorm Start in die zweite Saisonhälfte knapp hinter Spitzenreiter Bortolotti
  • Der Südafrikaner spricht über seine besondere Beziehung zum Nürburgring und erklärt, was ihn mit seinem Team Abt Sportsline diese Saison so stark macht

Kelvin van der Linde, Audi #3
Foto: Jens Hawrda

Sieben verschiedene Sieger in acht Rennen: Die DTM hat einen spannende und abwechslungsreiche erste Saisonhälfte hinter sich. Am Nürburgring (16. bis 18. August) steigt der Auftakt in die zweite Halbzeit, ein Fahrer reist mit besonders großer Vorfreude in die Eifel: Kelvin van der Linde. „Endlich geht es wieder ins Rennauto. Auf dem Nürburgring habe ich in der Vergangenheit fast immer gut performt und schon viele Erfolge gefeiert. Ich freue mich auf das Wochenende“, sagt der Südafrikaner. Dieses Jahr überzeugte van der Linde mit bislang einem Sieg und insgesamt drei Podiumsplätzen. Stürmt der Audi-Pilot von Abt Sportsline am Nürburgring an die Tabellenspitze? In die zweite Saisonhälfte geht van der Linde als schärfster Verfolger von Spitzenreiter Mirko Bortolotti (Italien). Der Lamborghini-Werksfahrer von SSR Performance hat zuletzt am Norisring die Gesamtführung von van der Linde übernommen und führt mit einem knappen Vorsprung von sechs Punkten.

Die Sprintvariante des Nürburgrings ist eine der kürzesten Strecken im DTM-Kalender. Trotzdem bietet das 3,629 Kilometer lange Asphaltband einen abwechslungsreichen Verlauf mit verwinkelten Abschnitten sowie langen Kurven. „Die Leidenschaft der Fans ist am Nürburgring ganz besonders. Vor drei Jahren habe ich dort das DTM-Rennen gewonnen, dazu kommen zwei Siege beim 24-Stunden-Rennen und das gemeinsame DTM-Podium mit meinem Bruder Sheldon“, sagt van der Linde. Mit dem letztgenannten Erlebnis sorgte er 2022 für ein Novum. Damals jubelte das Duo über den ersten und bis heute einzigen Doppelerfolg eines Bruderpaares in der DTM – BMW-Pilot Sheldon gewann vor Kelvin.

„Unsere Stärke liegt diese Saison darin, dass wir konstant punkten und bislang keinen Ausfall hatten“, lautet die Zwischenbilanz von van der Linde. In fünf der acht Meisterschaftsläufe fuhr er unter die Top-Sechs und platzierte seinen Audi R8 LMS GT3 Evo2 immer in den Punkterängen. „Im Qualifying konnten wir zwar erst eine Pole-Position holen, dafür haben wir uns in den Rennen stark präsentiert“, sagt van der Linde. Sein erfolgreichstes Wochenende in der ersten Halbzeit der DTM erlebte der 28-Jährige am Dekra Lausitzring, wo er seinen bisher einzigen Saisonsieg feierte und 48 seiner 98 Punkte holte. Am Nürburgring möchte der Wahl-Kemptener, der seit Anfang Juli auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, die nächste Gala-Leistung folgen lassen.

Bei allen Ambitionen auf die Gesamtführung muss van der Linde auch einen Blick in den Rückspiegel werfen, denn das Verfolgertrio hinter Bortolotti liegt eng zusammen. Nur fünf Punkte trennen van der Linde und den BMW-Fahrer René Rast (Bregenz/Schubert Motorsport) auf Rang drei. Sein Vorsprung auf den Wahl-Monegassen Maro Engel (Mercedes-AMG Team Winward) beträgt zehn Zähler. Dank dieser spannenden Ausgangslage im DTM-Titelkampf ist klar: Die Fans erwarten nach der Sommerpause aufregende Rennwochenenden. Nach dem fünften Tourstopp am Nürburgring geht es für die DTM-Stars an den Sachsenring (6. bis 8. September). Das zweite Auslandsevent des Jahres am Red Bull Ring (27. bis 29. September) in Österreich leitet die heiße Schlussphase der Saison ein, bevor der Showdown traditionell am Hockenheimring Baden-Württemberg (18. bis 20. Oktober) stattfindet.

Fahrerwertung nach 8 von 16 Rennen

1. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), 104 Punkte

2. Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline), 98 Punkte

3. René Rast (D/Schubert Motorsport), 93 Punkte

4. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward), 89 Punkte

5. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), 78 Punkte

Montag, 12. August 2024

DTM auf dem Nürburgring: Bortolotti geht als Gejagter in die zweite Saisonhälfte

  • Lamborghini-Pilot möchte Vorjahressieg wiederholen und Tabellenspitze verteidigen
  • Verfolger-Trio aus Kelvin van der Linde, René Rast und Maro Engel liegt eng beisammen
  • Ralf Schumacher gibt an der Seite von Sohn David sein Motorsport-Comeback

Mirko Bortolotti #92
Foto: Jens Hawrda

Die DTM kommt mit Vollgas aus der Sommerpause: Der Nürburgring eröffnet am kommenden Wochenende (16. bis 18. August) die zweite Saisonhälfte. Auf dem Traditionskurs in der Eifel geht der Titelkampf in die fünfte Runde. Die Formkurve spricht für Spitzenreiter Mirko Bortolotti (I), der die Konkurrenz aber dicht hinter sich hat und daher weitere Top-Ergebnisse benötigt. Allen voran Audi-Pilot Kelvin van der Linde aus Südafrika hat mit nur sechs Punkten Rückstand auf den Lamborghini-Werksfahrer die Tabellenspitze fest im Visier. Auch ein Blick in die Statistik verspricht ein spannendes Wochenende – sieben verschiedene Sieger gingen aus den acht bisherigen Rennen hervor. Ein aufregendes DTM-Event erwartet zudem Ralf Schumacher. Der ehemalige Formel-1-Fahrer feiert an der Seite von Sohn David sein einmaliges Motorsport-Comeback. Das Vater-Sohn-Duo startet für US Racing im Prototype Cup Germany. ProSieben zeigt die DTM-Läufe vom Nürburgring am Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr live im deutschen Free-TV. Online gibt es die Rennen live bei Joyn, ran.de und dem YouTube-Kanal @DTM.

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 9 und 10 von 16

Streckenlänge: 3.629 Meter

Layout: Elf Kurven (sieben Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren

Sieger 2023, Rennen 1: Mirko Bortolotti (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2)

Sieger 2023, Rennen 2: Maximilian Paul (GRT Grasser-Racing-Team, Lamborghini Huracán GT3 Evo2)

Bortolotti und Rast wollen an starke Form anknüpfen

Mann der Stunde ist in der DTM aktuell Bortolotti: 52 seiner 104 Punkte holte der Fahrer von SSR Performance aus den vergangenen drei Qualifyings und Rennen. Auf seinen ersten Saisonsieg wartet Bortolotti allerdings noch – der Nürburgring könnte für ihn zum perfekten Zeitpunkt kommen. Dort glänzte der 34-Jährige in der Saison 2023 mit einem Start-Ziel-Sieg. Besonders Kelvin van der Linde drängt darauf, sich die Spitzenposition zurückzuholen. Der 28-Jährige von Abt Sportsline führte die DTM über vier Rennen an und liegt als Zweiter mit 98 Punkten in absoluter Schlagdistanz zu Bortolotti. „Meine Vorfreude ist riesig. Wir sind im Titelkampf mittendrin, das gibt dem ganzen Team eine Extra-Motivation. Die Region rund um den Nürburgring ist voller leidenschaftlicher Fans, da kommt man als Fahrer immer gern hin“, sagt van der Linde. René Rast (Bregenz) von Schubert Motorsport und Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Winward) komplettieren das Verfolger-Trio.

BMW-Pilot Rast darf sich als echter Nürburgring-Experte bezeichnen. Bereits drei DTM-Siege gelangen dem dreimaligen Champion auf dem Kurs südlich von Bonn – alle allerdings für Audi. Im BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport holte Rast in den vergangenen vier Rennen starke 65 Punkte und sprang vom neunten auf den dritten Gesamtrang. Knüpft der 37-Jährige am Nürburgring an sein Formhoch an? Nach vorne möchte auch Titelverteidiger Thomas Preining (A), der einen Porsche 911 GT3 R mit dem in der Eifel besonders beliebten Grello-Design pilotiert und als Gesamtsiebter auf den Faktor Heimspiel setzt. Der Porsche-Werksfahrer startet genauso wie Ayhancan Güven (TR) für das Team Manthey EMA, das seinen Sitz in Meuspath in unmittelbarer Nähe zum Nürburgring hat. Auch das Mercedes-AMG Team HRT hat eine kurze Anreise. Der Rennstall aus Drees tritt mit dem in Troisdorf bei Köln lebenden Inder Arjun Maini und Luca Stolz (Brachbach) an.

Schumacher-Start im Prototype Cup Germany

Fans am Nürburgring dürfen sich über den Auftritt eines prominenten Vater-Sohn-Gespanns freuen. Ralf Schumacher gibt im Prototype Cup Germany sein Motorsport-Comeback. Der frühere Formel-1-Pilot teilt sich mit seinem Sohn David Schumacher einen 455 PS starken Ligier-LMP3-Prototypen von US Racing. „Es war schon lange mein Wunsch, einmal ein Rennen gemeinsam mit David zu fahren, dafür steige ich gerne wieder in einen Rennwagen. Das Auto macht sehr viel Spaß, wir freuen uns auf den Start im Prototype Cup Germany“, sagt Ralf Schumacher.

Auch die ADAC GT4 Germany und der vollelektrische NXT Gen Cup sind am Nürburgring dabei. Für rasante Markenpokal-Action sorgt der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland. Mit der DTM Track Safari erwartet die Fans bereits am Freitag eine Rennstrecken-Expedition der besonderen Art, wenn es in Reisebussen gemeinsam mit den PS-starken Rennfahrzeugen der DTM auf den Nürburgring geht. Dazu steht in der Eifel eine Premiere auf dem Programm: Am Samstagabend ab 18.30 Uhr steigt erstmals der Wettbewerb „DTM Trucks Go and Stop“. Dabei geht es auf der Start-Ziel-Geraden darum, mit den Zugmaschinen aus dem DTM-Fahrerlager schnellstmöglich zu fahren, um dann punktgenau zu bremsen. Außerdem lädt die After Race Party von Sunshine Live am Samstagabend ab 18.15 Uhr in der DTM Fan Zone dazu ein, den Renntag in der Eifel noch in den Abend zu verlängern. Tickets für das DTM-Rennwochenende am Nürburgring gibt es ab 39 Euro unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt.