Donnerstag, 4. Juli 2024

Zeitreise durch die DTM-Geschichte: Die DTM Classic am Norisring

Foto: Jens Hawrda

DTM-Rennwagen aus vier Dekaden und die Helden von einst: Das ist die DTM Classic auf dem Norisring. Im Jubiläumsjahr der DTM werden zum 40. Geburtstag der Rennserie beim Saisonhighlight am Norisring in Nürburgring zwei Rennen mit historischen DTM-Rennern ausgetragen. Die Besucher können sich auf spektakuläre Autos wie den Audi V8 und ehemalige DTM-Stars, unter ihnen Hans-Joachim Stuck, Harald Grohs und Altfrid Heger, freuen. Und Kommentatoren-Legende Rainer Braun wird sein einmaliges Comeback geben und das Treiben auf der Strecke am Mikrofon begleiten. Die beiden Rennen der DTM Classic sind am Samstag und Sonntag live auf dem YouTube-Kanal der DTM und auf ran.de zu sehen. Dazu kommen zur Geburtstagsparty der DTM auch viele Rennlegenden zum Norisring. In der DTM Fan Zone gibt es am Samstag und am Sonntag Talkrunden mit den DTM-Legenden.

Hans-Joachim Stuck kommt mit einem Audi V8

Hans-Joachim Stuck wurde 1990 mit einem Audi V8 DTM-Meister, feierte aber auch zwei Siege bei den 24 Stunden von Le Mans und war einige Jahre in der Formel 1 aktiv, wo er als Höhepunkt zweimal als Dritter abgewinkt wurde. In der DTM war Stuck Anfang der 90er Jahre einer der Publikumslieblinge und eroberte in seiner ersten Saison bereits den Titel. Auf dem Norisring wird er mit einem seiner Original-Fahrzeuge aus Anfang der 1990er Jahre antreten.

Mit Harald Grohs und Altfrid Heger kommen zwei ehemalige DTM-Teilnehmer an den Norisring, die beide aus Essen stammen. Heger wechselte 1986 vom Formel- endgültig in den Tourenwagensport. Und schon 1987 zeigte sich, dass dies eine gute Wahl war, denn er konnte den Vize-Titel in der Tourenwagen-Europameisterschaft bejubeln. Am Norisring pilotiert Heger einen Audi V8 und erhofft sich unter anderem spannende Duelle mit Hans-Joachim Stuck, der ebenfalls einen Audi V8 fahren wird. 

Harald Grohs bildet Fahrerduo mit Yannik Dinger

Grohs war bereits in der deutschen Rennsport-Meisterschaft aktiv und startete ab 1984 in der damals neu ins Leben gerufenen DTM. Im belgischen Zolder gewann der Essener das Premierenrennen der DTM; das erste Jahr beendete er auf Position drei der Fahrerwertung. Diese Platzierung konnte er 1985 wiederholen. „Die alten Rennwagen zu fahren ist zwar deutlich anstrengender als moderne Fahrzeuge zu bewegen, aber es macht auch mehr Spaß, sie ans Limit zu bekommen. Und auf dem Norisring ist es gleich noch anstrengender, denn diese Strecke verlangt wegen des ständigen starken Bremsens und starken Beschleunigens vom Material und auch vom Fahrer wirklich alles ab. Neben einem guten Auto war immer auch eine Top-Kondition wichtig, wenn man in Nürnberg erfolgreich sein wollte. Und abgesehen davon ist die Atmosphäre am Norisring immer eine sehr besondere. Ich freue mich schon auf das Wochenende, an dem ich mir einen BMW E36 nach Klasse-2-Reglement mit Yannik Dinger teile.“

Mücke Motorsport unter anderem mit Vater Peter und Sohn Stefan am Start

Einen ganz anderen Werdegang kann Peter Mücke aufweisen, der Berliner ist ein Kind des DDR-Motorsports. Elfmal wurde er DDR-Meister, davon viermal auf der Rundstrecke und siebenmal im Auto-Cross. Zudem gewann er noch dreimal die Auto-Cross-Europameisterschaft. Später gründete er den Rennstall Mücke Motorsport, der nicht nur im Nachwuchs-Rennsport, sondern auch in der DTM antrat. An der DTM nahm auch Peters Sohn Stefan teil. Aktuell beschäftigt sich das Vater-Sohn-Gespann mit historischem Motorsport und setzt am Norisring einige Fahrzeuge ein. Gemeinsam bewegen Peter und Stefan Mücke einen Mercedes-Benz C-Klasse DTM, das Original-Auto von Bernd Schneider aus dem Jahr 2005.

Sowieso werden einige Original-Rennwagen am Norisring zu bewundern sein, darunter der Original-Renner von Gerd Ruch aus der DTM 1994. Der Berliner war mit seinem Ford Mustang damals zwar kein Garant für vordere Platzierungen, wurde wegen des auffälligen Fahrzeugs aber trotzdem vom Publikum geliebt. Ruchs Mustang wird nun von Guido Momm gesteuert. René Ruch fährt in Nürnberg einen Original BMW M3 aus der DTM 1989, Peter Kohl einen Ford Sierra Cosworth RS500 in Originalzustand aus der Tourenwagen-EM 1988 und Michael Meyer den Original BMW E21 Gruppe 2, mit dem Helmut Kelleners und Siggi Müller jr. 1980 Tourenwagen-Europameister geworden sind. Das älteste Auto im Feld der DTM Classic ist ein BMW 320 Gruppe 5, den der Norweger Mads Gjierdrum nach Nürnberg bringt; das Fahrzeug wurde 1977 im Rahmen des BMW Junior Teams von Eddie Cheever pilotiert. Und auch aus den 2000er Jahren sind einige Originale dabei, unter anderem der Opel Astra Coupé V8 DTM von Joachim Winkelhock aus 2003 oder der Audi A4 DTM, den Timo Scheider 2007 gefahren ist.

Nicht nur auf der Strecke, sondern auch in der DTM Fan Zone gibt es einen Ausflug in die DTM Geschichte. Am Sonntag und am Sonntag moderiert Maren Braun auf der Bühne Talkrunden mit DTM-Legenden. Zu den Gästen der DTM Geburtstagsfeier zählen unter anderen der erste Champion Volker Stryczek, Olaf Manthey, Rekordchampion Bernd Schneider, AMG-Gründer Hans-Werner Aufrecht, Ex-Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug, Timo Scheider, Maximilian Götz, Martin Tomczyk, Walter Röhrl und Prinz Leopold von Bayern.

Quelle: dtm.com


Fahrerwechsel bei GRT: Franck Perera feiert DTM-Comeback

Den Lamborghini #63 pilotiert am Norisring Frank Perera 
Foto: Jens Hawrda

Das Lamborghini Team TGI by GRT reist mit einem neuen Line-up zum vierten DTM-Stopp an den Norisring (5. bis 7. Juli): Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera ersetzt Christian Engelhart, der auf Grund einer Knie-Operation nicht an den beiden Meisterschaftsläufen in Nürnberg teilnehmen kann. Der Franzose wird damit neuer Teamkollege von Luca Engstler und pilotiert den Lamborghini Huracán GT3 Evo2 mit der Startnummer 63.

Die DTM ist für Perera kein Neuland: Nach einem Gaststart 2022 absolvierte er vergangenes Jahr für SSR Performance eine komplette Saison und holte einen Sieg sowie zwei Podiumsergebnisse. Neben seinem Einsatz in der DTM tritt er auch in der GT World Challenge mit dem Grasser Racing Team an. Am kommenden Wochenende erwartet Perera der einzige Stadtkurs Deutschlands. Dort fuhr der Routinier 2023 in beiden Rennen in die Punkte.

Quelle: dtm.com


Mittwoch, 3. Juli 2024

Debüt der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring

  •  Wer wird der Halbzeitchampion der Saison 2024?
  •  Porsche-Pilot Knopp will Tabellenführer Schrey/Piana herausfordern
  •  Heimspiel für ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Thomas Rackl

ADAC GT4 Germany startet erstmals am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany befährt am kommenden Wochenende (5. bis 7. Juli 2024) Neuland. Erstmals tritt die Sportwagen-Serie des ADAC auf dem Norisring an. Mit langen Geraden und nur fünf Kurven verfügt der einzige Stadtkurs in Deutschland über ein ganz spezielles Layout, was in den beiden Rennen viel Action garantiert. All das verspricht Spannung pur. Die Rennen der ADAC GT4 Germany werden am Samstag ab 11:30 Uhr und am Sonntag ab 15:00 Uhr live im Free-TV bei SPORT1 übertragen. Tickets gibt es online auf dtm.com.

Auch sportlich wird es am Rennwochenende richtig zur Sache gehen. Denn auf dem Norisring werden die inoffiziellen Halbzeitchampions der Saison 2024 gekürt. Beste Chancen dafür haben Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). Das BMW M4 GT4-Duo konnte drei der vier bisherigen Saisonrennen gewinnen und führt die Tabelle mit 88 Punkten an. Dichteste Verfolger sind Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche 718 Cayman GT4, die 66 Zähler auf dem Konto haben.

Knopp hat den Halbzeittitel fest im Blick. „Wir möchten auf dem Norisring natürlich den Punkteabstand zu Schrey/Piana reduzieren – oder wenn möglich sogar an ihnen vorbeiziehen. Grundsätzlich wäre es aber noch besser, am Ende der Saison ganz oben in der Tabelle zu stehen. Dafür ist es wichtig, in allen ausstehenden Rennen gute Punkte zu sammeln. Wir reisen zum Norisring mit dem Ziel, auf das Podium zu kommen. Über Rennsiege würden wir uns sicherlich noch mehr freuen. Im Vorfeld des Rennwochenendes ist es aber stets recht schwer, die Wettbewerbssituation einzuschätzen“, so Knopp. „Für mich ist der Norisring neu. Im Team haben wir uns aber gezielt auf die Strecke vorbereitet. Sicherlich hat die Qualifikation und somit der Startplatz eine herausragende Bedeutung, da das Überholen auf dem Norisring nicht einfach ist.“

Mit viel Rückenwind kommen auch die beiden Südeuropäer Enzo Joulié (20/AND) und Marc de Fulgencio (24/ESP, beide BWT Mücke Motorsport) ins fränkische Monaco. Die Mercedes-AMG GT4-Fahrer konnten zuletzt auf dem Lausitzring das Sonntagsrennen für sich entscheiden und belegen mit 56 gesammelten Punkten Gesamtrang drei. „Der Norisring ist eine ganz spezielle Strecke. Tatsächlich war ich dort aber bereits zweimal am Start und verfüge somit über etwas Erfahrung. Es herrscht eine ganz außergewöhnliche Atmosphäre, sodass das Fahren sehr viel Spaß bereitet. Auf dem Papier wirkt der Norisring mit den wenigen Kurven zunächst einfach. Doch es wird auf die Details ankommen und folglich richtig eng zugehen“, prognostiziert de Fulgencio. „Unser Ziel ist klar. Wir wollen dieses Jahr um den Titel fighten. Somit fahren wir zum Norisring, um beide Rennen zu gewinnen. Vor allem da wir dieses Jahr auch schon einen Nuller hatten, zählt es nun umso mehr.“

Das große Heimspiel auf dem Norisring gibt Thomas Rackl (16), der sich einen BMW mit Andreas Jochimsen (26/DNK, beide ME Motorsport) teilt. Der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot kommt aus dem fränkischen Berching und fährt nur rund 40 Minuten zur Strecke. Rackl nutzt somit die Gelegenheit, am Rennwochenende im heimischen Bett zu schlafen. „Viele Freude und Familienmitglieder werden mich vor Ort unterstützen. Alleine schon deswegen ist das Rennwochenende ganz besonders“, blickt Rackl erwartungsfroh voraus. „Ich kenne des Norisring bislang nur aus der Zuschauerperspektive, da ich als Kind dort ganz oft die DTM angeschaut habe. Gefahren bin ich den Norisring tatsächlich noch nicht. Auf das Streckenlayout habe ich mich jedoch bereits intensiv im Simulator vorbereitet. Grundsätzlich hat auch die körperliche Fitness bei mir einen sehr hohen Stellenwert. Sportlich wollen wir den nächsten Schritt machen und peilen Plätze in den Top Fünf an. In der Juniorwertung möchte ich beim Heimspiel auf dem Treppchen stehen.“

Dienstag, 2. Juli 2024

Altfrid Heger über den Norisring und die alten DTM-Zeiten

  •  Erinnerungen an eine Siegerehrung mit Franz-Josef Strauß
  •  Heger genießt Fahrten in DTM-Autos der 80er oder 90er Jahre
  • „Auf den Norisring haben wir uns früher alle gefreut“

DTM Classic 2022 am Norisring
Foto: Jens Hawrda

40 Jahre DTM: Beim Saisonhighlight auf dem Norisring (5. – 7. Juli) feiert die DTM ihren 40. Geburtstag. Teil der Geburtstagsparty sind zwei Rennen der DTM Classic mit Fahrzeugen aus vier Dekaden DTM-Geschichte. Im Feld der DTM Classic dabei sind auch vier Audi, darunter zwei V8, Meisterauto der Jahre 1990 und 1991. Eine der Limousinen aus Ingolstadt wird von Altfrid Heger gesteuert. Der Essener startete zwischen 1988 und 1992 mit einem BMW M3 in der DTM und freut sich nun auf den Einsatz mit dem bärenstarken Audi.


Herr Heger, welche persönliche Highlights verbinden Sie mit dem Norisring?

„Sehr viele. Zuerst denke ich an eine Siegerehrung Mitte oder Ende der 80er Jahre. Den Pokal hat mir der damalige bayrische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß überreicht, was durchaus etwas Besonderes war. Mein bestes Norisring-Resultat in der DTM war ein zweiter Platz, den ich Ende der 80er Jahre mit einem BMW M3 des Teams Linder erreichen konnte. Vielleicht wäre noch mehr möglich gewesen, wenn ein gewisser Michael Schumacher mich nicht einige Jahre später in der ersten Kurve abgeräumt hätte – denn damals bin ich aus der ersten Startreihe losgefahren.“

Was macht den Norisring für Sie noch besonders?

„Der Norisring ist als Strecke einzigartig. Wir haben damals zwei 100-Kilometer-Rennen mit einer kurzen Pause zwischen den beiden Läufen bestritten und im Zusammenspiel mit der Hitze, die wir in Nürnberg oft vorgefunden haben, hat uns das echt an unsere Grenzen gebracht – zumal der Kurs keine Möglichkeit zur Erholung bietet und die Mauern verdammt nah sind. Aber auch neben dem sportlichen Geschehen war das Norisring-Wochenende immer sehr besonders mit dem schönsten Fahrerlager, den besten Partys und auch einer großen Fannähe.“

Mit welchem Auto treten Sie bei der DTM Classic an?

„Ich fahre einen Audi V8. Die Karosserie ist original aus 1990, die Technik darin stammt aus 1991. Das Auto wurde ausschließlich mit Original-Teilen von Audi Sport aufgebaut, hat kein ABS und eine H-Schaltung. Ich bin mit diesem V8 bereits zu Beginn der Saison beim ADAC Hockenheim Historic angetreten und konnte da beide Rennen für mich entscheiden. Ich finde es übrigens klasse, dass ich auch mal mit einem Audi auf dem Norisring fahren kann, denn damals, als ich noch für BMW in der DTM unterwegs war, hat Audi uns in Nürnberg immer fürchterlich geärgert…“

Erklären Sie uns Ihre Sympathie zu den historischen DTM-Fahrzeugen.

„Sie sind für mich eine schöne Erinnerung an eine Zeit, in der ich einige Erfolge feiern konnte und sie stellen die Herausforderung dar, die ich als Rennfahrer immer noch suche. Man muss beim Runterschalten noch Zwischengas geben und es gibt kein ABS, was den Fahrer mehr fordert als es moderne Rennwagen tun. Ich genieße diese Herausforderung und wenn ich aussteige, bin ich happy und ausgeglichen. Auf dem Norisring ist mein Anspruch irgendwie schon, ganz vorne zu landen, aber noch wichtiger ist der Spaß. Ich freue mich schon auf die beiden Läufe der DTM Classic.“

Montag, 1. Juli 2024

DTM-Stars erwartet das Highspeed-Abenteuer Norisring

 Schnellste Stadtrundfahrt Deutschlands

  •     40 Jahre DTM: Geburtstag-Event mit der DTM Classic und den Stars von früher
  •     Elektro-Premiere: Vollelektrischer NXT Gen Cup mit vier Rennen am Norisring
  •     Fußball-Fieber: Magath und Augenthaler im Schaeffler Innovationstaxi

Foto:Jens Hawrda

Stadt-Spektakel voraus: Am kommenden Wochenende (5. bis 7. Juli) gastiert die DTM in Nürnberg auf dem einzigen Stadtkurs in Deutschland. Auf dem Norisring steigt für die DTM der Abschluss der ersten Saisonhälfte. Als Tabellenführer reist Audi-Pilot Kelvin van der Linde (Abt Sportsline) an den Norisring. Der Südafrikaner darf im DTM-Stadtverkehr allerdings nicht in den Stau geraten – Lamborghini-Ass Mirko Bortolotti aus Italien lauert mit nur acht Punkten Rückstand. Im Rahmenprogramm der DTM gibt es eine Premiere: Beim 81. Rennen auf dem Norisring ist erstmals eine Elektro-Rennserie am Start, der vollelektrische NXT Gen Cup trägt dort vier Läufe aus. Dazu feiert die DTM am Norisring ihr 40-jähriges Jubiläum, die Fans erwarten zwei Rennen mit historischen Rennfahrzeugen aus vier Dekaden DTM-Geschichte und Stars aus den vergangenen 40 Jahren. ProSieben zeigt die Läufe vom Norisring live im deutschen Free-TV am Samstag und Sonntag ab 13 Uhr.

Keyfacts, Norisring, Nürnberg, Saisonrennen 7 und 8 von 16

    Streckenlänge: 2.162 Meter
    Layout: Vier Kurven (eine Rechts-, drei Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
    Sieger 2023, Rennen 1: Sheldon van der Linde (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3)
    Sieger 2023, Rennen 2: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R)

Lokalmatador will Aufwind nutzen

Ein DTM-Fahrer kommt mit besonders großer Vorfreude an den Norisring: Marco Wittmann. Für den BMW-Werkspiloten aus Fürth wird das Wochenende zum Heimspiel. Kaum jemand kennt die Strecke so gut wie Wittmann, der dieses Jahr sein elftes Norisring-Wochenende bestreitet. „Die Freude auf den Norisring ist riesig. Es wäre ein Traum, dort zu gewinnen oder zumindest aufs Podium zu fahren“, sagt der Lokalmatador. In der Saison 2018 gewann Wittmann in Nürnberg – ein Highlight seiner Karriere. „Das war mein mit Abstand emotionalster Sieg. Mit den Fans auf den Tribünen, Freunden und meiner Familie zu feiern, hat sich großartig angefühlt. Das war etwas ganz Besonderes“, erinnert sich der 34-Jährige. Die Formkurve zeigt bei Wittmann pünktlich zum Heimspiel nach oben: Am vergangenen Rennwochenende in Zandvoort holte der zweimalige Champion von Schubert Motorsport seinen ersten Saisonsieg. Auch Teamkollege Sheldon van der Linde hat gute Erinnerungen an den Norisring. Der Südafrikaner gewann dort im vergangenen Jahr. Als Wahl-Münchener hat van der Linde ebenfalls eine kurze Anreise ins fränkische Nürnberg.

Kelvin van der Linde an der Spitze, Verfolger eng zusammen

Spitzenreiter Kelvin van der Linde möchte auch nach den beiden Läufen auf dem Norisring ganz vorne stehen. Fünf verschiedene Sieger aus den ersten sechs Rennen zeigen allerdings, wie umkämpft und ausgeglichen die DTM 2024 ist. Van der Linde will in Nürnberg seine gute Bilanz mit zuletzt drei Podestplätzen in vier Rennen fortsetzen: „Ich hatte dort immer die Pace, um ganz vorne mitzufahren, aber bisher nicht das nötige Glück. Ich hoffe, wir können dieses Mal das erste Podium feiern.“ Dafür erhält er prominenten Support, der auch beim Fußball-Fachsimpeln unterstützt: Die Abt-Mannschaft hat die Fußball-Legenden Felix Magath und Klaus Augenthaler eingeladen, die beide den Norisring im von Ex-Formel-1-Fahrer Lucas di Grassi gesteuerten Schaeffler Innovationstaxi kennenlernen werden. Lamborghini-Speerspitze Bortolotti ist als schärfster Verfolger von van der Linde heiß auf Top-Ergebnisse am Norisring. Der Fahrer von SSR Performance überzeugte im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vor allem im Qualifying und holte dabei als bester DTM-Fahrer starke acht Punkte.

Besonders eng geht es in der DTM hinter dem Führungsduo zu: Als Dritten trennen Kelvin van der Lindes Teamkollegen Ricardo Feller (CH) gerade einmal neun Punkte von Schubert-Motorsport-Pilot René Rast (Bregenz) auf Platz neun. Dazwischen steht unter anderem Titelverteidiger Thomas Preining (A). Der Porsche-Werksfahrer von Manthey EMA sucht noch nach seiner Konstanz aus der Meistersaison, als er den ersten seiner vier Laufsiege am Norisring holte. Ein besonderes Wochenende erwartet Maro Engel (Monaco) vom Mercedes-AMG Team Winward. Der Routinier auf Rang sechs bestreitet am Sonntag das 100. DTM-Rennen seiner Karriere. Mit Selbstvertrauen im Gepäck reist Lamborghini-Fahrer Nicki Thiim nach Nürnberg. Der Däne von SSR Performance gewann am vergangenen Wochenende das 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps.

Herausforderung Norisring

Zwei scharfe Kurven und dazwischen fast durchgehend mit Vollgas geradeaus – auf den ersten Blick wirkt der Norisring eher unscheinbar. Doch der Stadtparcours stellt die DTM-Stars vor einige Herausforderungen. Statt Auslaufzonen oder Kiesbetten beschränken größtenteils Mauern oder Leitplanken die Fahrbahn. Vor der Spitzkehre am Dutzendteich und der Grundig-Kehre müssen die Fahrer stark abbremsen, dazwischen erleben die Zuschauer Vollgas-Racing mit Windschatten-Duellen. Dazu ist der Norisring mit 2,162 Kilometer die mit Abstand kürzeste Strecke im Kalender.

Elektro-Premiere und Jubiläums-Festival

Neben der DTM sorgt auch der NXT Gen Cup für Rennaction am Dutzendteich. Die weltweit erste vollelektrische Junioren-Tourenwagenserie aus Schweden debütiert am Norisring. Als einheitliches Fahrzeug kommt der bis zu 230 PS starke LRT NXT 1 zum Einsatz, der auf dem straßenzugelassenen Mini Cooper SE basiert. Nostalgisches Flair versprüht die DTM Classic. In zwei Rennen treten DTM-Legenden wie Hans-Joachim Stuck, Harald Grohs oder Altfrid Heger gegeneinander an. Für ordentlich Rauch sorgen die Red Bull Driftbrothers, die mit ihren über 1.000 PS starken BMW M4 vor den DTM-Rennen ein Drift-Spektakel abfeuern. Am Norisring feiert die DTM zudem ihr 40-jähriges Jubiläum. Die Besucher erwarten unter anderem Talks mit Motorsport-Legenden in der DTM Fan Zone. Am Samstagabend wird das Fahrerlager zur Partymeile, wenn die After Race Party von Sunshine Live mit DJ Falk steigt.