Donnerstag, 4. Juli 2024

Fahrerwechsel bei GRT: Franck Perera feiert DTM-Comeback

Den Lamborghini #63 pilotiert am Norisring Frank Perera 
Foto: Jens Hawrda

Das Lamborghini Team TGI by GRT reist mit einem neuen Line-up zum vierten DTM-Stopp an den Norisring (5. bis 7. Juli): Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera ersetzt Christian Engelhart, der auf Grund einer Knie-Operation nicht an den beiden Meisterschaftsläufen in Nürnberg teilnehmen kann. Der Franzose wird damit neuer Teamkollege von Luca Engstler und pilotiert den Lamborghini Huracán GT3 Evo2 mit der Startnummer 63.

Die DTM ist für Perera kein Neuland: Nach einem Gaststart 2022 absolvierte er vergangenes Jahr für SSR Performance eine komplette Saison und holte einen Sieg sowie zwei Podiumsergebnisse. Neben seinem Einsatz in der DTM tritt er auch in der GT World Challenge mit dem Grasser Racing Team an. Am kommenden Wochenende erwartet Perera der einzige Stadtkurs Deutschlands. Dort fuhr der Routinier 2023 in beiden Rennen in die Punkte.

Quelle: dtm.com


Mittwoch, 3. Juli 2024

Debüt der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring

  •  Wer wird der Halbzeitchampion der Saison 2024?
  •  Porsche-Pilot Knopp will Tabellenführer Schrey/Piana herausfordern
  •  Heimspiel für ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Thomas Rackl

ADAC GT4 Germany startet erstmals am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany befährt am kommenden Wochenende (5. bis 7. Juli 2024) Neuland. Erstmals tritt die Sportwagen-Serie des ADAC auf dem Norisring an. Mit langen Geraden und nur fünf Kurven verfügt der einzige Stadtkurs in Deutschland über ein ganz spezielles Layout, was in den beiden Rennen viel Action garantiert. All das verspricht Spannung pur. Die Rennen der ADAC GT4 Germany werden am Samstag ab 11:30 Uhr und am Sonntag ab 15:00 Uhr live im Free-TV bei SPORT1 übertragen. Tickets gibt es online auf dtm.com.

Auch sportlich wird es am Rennwochenende richtig zur Sache gehen. Denn auf dem Norisring werden die inoffiziellen Halbzeitchampions der Saison 2024 gekürt. Beste Chancen dafür haben Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). Das BMW M4 GT4-Duo konnte drei der vier bisherigen Saisonrennen gewinnen und führt die Tabelle mit 88 Punkten an. Dichteste Verfolger sind Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche 718 Cayman GT4, die 66 Zähler auf dem Konto haben.

Knopp hat den Halbzeittitel fest im Blick. „Wir möchten auf dem Norisring natürlich den Punkteabstand zu Schrey/Piana reduzieren – oder wenn möglich sogar an ihnen vorbeiziehen. Grundsätzlich wäre es aber noch besser, am Ende der Saison ganz oben in der Tabelle zu stehen. Dafür ist es wichtig, in allen ausstehenden Rennen gute Punkte zu sammeln. Wir reisen zum Norisring mit dem Ziel, auf das Podium zu kommen. Über Rennsiege würden wir uns sicherlich noch mehr freuen. Im Vorfeld des Rennwochenendes ist es aber stets recht schwer, die Wettbewerbssituation einzuschätzen“, so Knopp. „Für mich ist der Norisring neu. Im Team haben wir uns aber gezielt auf die Strecke vorbereitet. Sicherlich hat die Qualifikation und somit der Startplatz eine herausragende Bedeutung, da das Überholen auf dem Norisring nicht einfach ist.“

Mit viel Rückenwind kommen auch die beiden Südeuropäer Enzo Joulié (20/AND) und Marc de Fulgencio (24/ESP, beide BWT Mücke Motorsport) ins fränkische Monaco. Die Mercedes-AMG GT4-Fahrer konnten zuletzt auf dem Lausitzring das Sonntagsrennen für sich entscheiden und belegen mit 56 gesammelten Punkten Gesamtrang drei. „Der Norisring ist eine ganz spezielle Strecke. Tatsächlich war ich dort aber bereits zweimal am Start und verfüge somit über etwas Erfahrung. Es herrscht eine ganz außergewöhnliche Atmosphäre, sodass das Fahren sehr viel Spaß bereitet. Auf dem Papier wirkt der Norisring mit den wenigen Kurven zunächst einfach. Doch es wird auf die Details ankommen und folglich richtig eng zugehen“, prognostiziert de Fulgencio. „Unser Ziel ist klar. Wir wollen dieses Jahr um den Titel fighten. Somit fahren wir zum Norisring, um beide Rennen zu gewinnen. Vor allem da wir dieses Jahr auch schon einen Nuller hatten, zählt es nun umso mehr.“

Das große Heimspiel auf dem Norisring gibt Thomas Rackl (16), der sich einen BMW mit Andreas Jochimsen (26/DNK, beide ME Motorsport) teilt. Der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot kommt aus dem fränkischen Berching und fährt nur rund 40 Minuten zur Strecke. Rackl nutzt somit die Gelegenheit, am Rennwochenende im heimischen Bett zu schlafen. „Viele Freude und Familienmitglieder werden mich vor Ort unterstützen. Alleine schon deswegen ist das Rennwochenende ganz besonders“, blickt Rackl erwartungsfroh voraus. „Ich kenne des Norisring bislang nur aus der Zuschauerperspektive, da ich als Kind dort ganz oft die DTM angeschaut habe. Gefahren bin ich den Norisring tatsächlich noch nicht. Auf das Streckenlayout habe ich mich jedoch bereits intensiv im Simulator vorbereitet. Grundsätzlich hat auch die körperliche Fitness bei mir einen sehr hohen Stellenwert. Sportlich wollen wir den nächsten Schritt machen und peilen Plätze in den Top Fünf an. In der Juniorwertung möchte ich beim Heimspiel auf dem Treppchen stehen.“

Dienstag, 2. Juli 2024

Altfrid Heger über den Norisring und die alten DTM-Zeiten

  •  Erinnerungen an eine Siegerehrung mit Franz-Josef Strauß
  •  Heger genießt Fahrten in DTM-Autos der 80er oder 90er Jahre
  • „Auf den Norisring haben wir uns früher alle gefreut“

DTM Classic 2022 am Norisring
Foto: Jens Hawrda

40 Jahre DTM: Beim Saisonhighlight auf dem Norisring (5. – 7. Juli) feiert die DTM ihren 40. Geburtstag. Teil der Geburtstagsparty sind zwei Rennen der DTM Classic mit Fahrzeugen aus vier Dekaden DTM-Geschichte. Im Feld der DTM Classic dabei sind auch vier Audi, darunter zwei V8, Meisterauto der Jahre 1990 und 1991. Eine der Limousinen aus Ingolstadt wird von Altfrid Heger gesteuert. Der Essener startete zwischen 1988 und 1992 mit einem BMW M3 in der DTM und freut sich nun auf den Einsatz mit dem bärenstarken Audi.


Herr Heger, welche persönliche Highlights verbinden Sie mit dem Norisring?

„Sehr viele. Zuerst denke ich an eine Siegerehrung Mitte oder Ende der 80er Jahre. Den Pokal hat mir der damalige bayrische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß überreicht, was durchaus etwas Besonderes war. Mein bestes Norisring-Resultat in der DTM war ein zweiter Platz, den ich Ende der 80er Jahre mit einem BMW M3 des Teams Linder erreichen konnte. Vielleicht wäre noch mehr möglich gewesen, wenn ein gewisser Michael Schumacher mich nicht einige Jahre später in der ersten Kurve abgeräumt hätte – denn damals bin ich aus der ersten Startreihe losgefahren.“

Was macht den Norisring für Sie noch besonders?

„Der Norisring ist als Strecke einzigartig. Wir haben damals zwei 100-Kilometer-Rennen mit einer kurzen Pause zwischen den beiden Läufen bestritten und im Zusammenspiel mit der Hitze, die wir in Nürnberg oft vorgefunden haben, hat uns das echt an unsere Grenzen gebracht – zumal der Kurs keine Möglichkeit zur Erholung bietet und die Mauern verdammt nah sind. Aber auch neben dem sportlichen Geschehen war das Norisring-Wochenende immer sehr besonders mit dem schönsten Fahrerlager, den besten Partys und auch einer großen Fannähe.“

Mit welchem Auto treten Sie bei der DTM Classic an?

„Ich fahre einen Audi V8. Die Karosserie ist original aus 1990, die Technik darin stammt aus 1991. Das Auto wurde ausschließlich mit Original-Teilen von Audi Sport aufgebaut, hat kein ABS und eine H-Schaltung. Ich bin mit diesem V8 bereits zu Beginn der Saison beim ADAC Hockenheim Historic angetreten und konnte da beide Rennen für mich entscheiden. Ich finde es übrigens klasse, dass ich auch mal mit einem Audi auf dem Norisring fahren kann, denn damals, als ich noch für BMW in der DTM unterwegs war, hat Audi uns in Nürnberg immer fürchterlich geärgert…“

Erklären Sie uns Ihre Sympathie zu den historischen DTM-Fahrzeugen.

„Sie sind für mich eine schöne Erinnerung an eine Zeit, in der ich einige Erfolge feiern konnte und sie stellen die Herausforderung dar, die ich als Rennfahrer immer noch suche. Man muss beim Runterschalten noch Zwischengas geben und es gibt kein ABS, was den Fahrer mehr fordert als es moderne Rennwagen tun. Ich genieße diese Herausforderung und wenn ich aussteige, bin ich happy und ausgeglichen. Auf dem Norisring ist mein Anspruch irgendwie schon, ganz vorne zu landen, aber noch wichtiger ist der Spaß. Ich freue mich schon auf die beiden Läufe der DTM Classic.“

Montag, 1. Juli 2024

DTM-Stars erwartet das Highspeed-Abenteuer Norisring

 Schnellste Stadtrundfahrt Deutschlands

  •     40 Jahre DTM: Geburtstag-Event mit der DTM Classic und den Stars von früher
  •     Elektro-Premiere: Vollelektrischer NXT Gen Cup mit vier Rennen am Norisring
  •     Fußball-Fieber: Magath und Augenthaler im Schaeffler Innovationstaxi

Foto:Jens Hawrda

Stadt-Spektakel voraus: Am kommenden Wochenende (5. bis 7. Juli) gastiert die DTM in Nürnberg auf dem einzigen Stadtkurs in Deutschland. Auf dem Norisring steigt für die DTM der Abschluss der ersten Saisonhälfte. Als Tabellenführer reist Audi-Pilot Kelvin van der Linde (Abt Sportsline) an den Norisring. Der Südafrikaner darf im DTM-Stadtverkehr allerdings nicht in den Stau geraten – Lamborghini-Ass Mirko Bortolotti aus Italien lauert mit nur acht Punkten Rückstand. Im Rahmenprogramm der DTM gibt es eine Premiere: Beim 81. Rennen auf dem Norisring ist erstmals eine Elektro-Rennserie am Start, der vollelektrische NXT Gen Cup trägt dort vier Läufe aus. Dazu feiert die DTM am Norisring ihr 40-jähriges Jubiläum, die Fans erwarten zwei Rennen mit historischen Rennfahrzeugen aus vier Dekaden DTM-Geschichte und Stars aus den vergangenen 40 Jahren. ProSieben zeigt die Läufe vom Norisring live im deutschen Free-TV am Samstag und Sonntag ab 13 Uhr.

Keyfacts, Norisring, Nürnberg, Saisonrennen 7 und 8 von 16

    Streckenlänge: 2.162 Meter
    Layout: Vier Kurven (eine Rechts-, drei Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
    Sieger 2023, Rennen 1: Sheldon van der Linde (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3)
    Sieger 2023, Rennen 2: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R)

Lokalmatador will Aufwind nutzen

Ein DTM-Fahrer kommt mit besonders großer Vorfreude an den Norisring: Marco Wittmann. Für den BMW-Werkspiloten aus Fürth wird das Wochenende zum Heimspiel. Kaum jemand kennt die Strecke so gut wie Wittmann, der dieses Jahr sein elftes Norisring-Wochenende bestreitet. „Die Freude auf den Norisring ist riesig. Es wäre ein Traum, dort zu gewinnen oder zumindest aufs Podium zu fahren“, sagt der Lokalmatador. In der Saison 2018 gewann Wittmann in Nürnberg – ein Highlight seiner Karriere. „Das war mein mit Abstand emotionalster Sieg. Mit den Fans auf den Tribünen, Freunden und meiner Familie zu feiern, hat sich großartig angefühlt. Das war etwas ganz Besonderes“, erinnert sich der 34-Jährige. Die Formkurve zeigt bei Wittmann pünktlich zum Heimspiel nach oben: Am vergangenen Rennwochenende in Zandvoort holte der zweimalige Champion von Schubert Motorsport seinen ersten Saisonsieg. Auch Teamkollege Sheldon van der Linde hat gute Erinnerungen an den Norisring. Der Südafrikaner gewann dort im vergangenen Jahr. Als Wahl-Münchener hat van der Linde ebenfalls eine kurze Anreise ins fränkische Nürnberg.

Kelvin van der Linde an der Spitze, Verfolger eng zusammen

Spitzenreiter Kelvin van der Linde möchte auch nach den beiden Läufen auf dem Norisring ganz vorne stehen. Fünf verschiedene Sieger aus den ersten sechs Rennen zeigen allerdings, wie umkämpft und ausgeglichen die DTM 2024 ist. Van der Linde will in Nürnberg seine gute Bilanz mit zuletzt drei Podestplätzen in vier Rennen fortsetzen: „Ich hatte dort immer die Pace, um ganz vorne mitzufahren, aber bisher nicht das nötige Glück. Ich hoffe, wir können dieses Mal das erste Podium feiern.“ Dafür erhält er prominenten Support, der auch beim Fußball-Fachsimpeln unterstützt: Die Abt-Mannschaft hat die Fußball-Legenden Felix Magath und Klaus Augenthaler eingeladen, die beide den Norisring im von Ex-Formel-1-Fahrer Lucas di Grassi gesteuerten Schaeffler Innovationstaxi kennenlernen werden. Lamborghini-Speerspitze Bortolotti ist als schärfster Verfolger von van der Linde heiß auf Top-Ergebnisse am Norisring. Der Fahrer von SSR Performance überzeugte im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vor allem im Qualifying und holte dabei als bester DTM-Fahrer starke acht Punkte.

Besonders eng geht es in der DTM hinter dem Führungsduo zu: Als Dritten trennen Kelvin van der Lindes Teamkollegen Ricardo Feller (CH) gerade einmal neun Punkte von Schubert-Motorsport-Pilot René Rast (Bregenz) auf Platz neun. Dazwischen steht unter anderem Titelverteidiger Thomas Preining (A). Der Porsche-Werksfahrer von Manthey EMA sucht noch nach seiner Konstanz aus der Meistersaison, als er den ersten seiner vier Laufsiege am Norisring holte. Ein besonderes Wochenende erwartet Maro Engel (Monaco) vom Mercedes-AMG Team Winward. Der Routinier auf Rang sechs bestreitet am Sonntag das 100. DTM-Rennen seiner Karriere. Mit Selbstvertrauen im Gepäck reist Lamborghini-Fahrer Nicki Thiim nach Nürnberg. Der Däne von SSR Performance gewann am vergangenen Wochenende das 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps.

Herausforderung Norisring

Zwei scharfe Kurven und dazwischen fast durchgehend mit Vollgas geradeaus – auf den ersten Blick wirkt der Norisring eher unscheinbar. Doch der Stadtparcours stellt die DTM-Stars vor einige Herausforderungen. Statt Auslaufzonen oder Kiesbetten beschränken größtenteils Mauern oder Leitplanken die Fahrbahn. Vor der Spitzkehre am Dutzendteich und der Grundig-Kehre müssen die Fahrer stark abbremsen, dazwischen erleben die Zuschauer Vollgas-Racing mit Windschatten-Duellen. Dazu ist der Norisring mit 2,162 Kilometer die mit Abstand kürzeste Strecke im Kalender.

Elektro-Premiere und Jubiläums-Festival

Neben der DTM sorgt auch der NXT Gen Cup für Rennaction am Dutzendteich. Die weltweit erste vollelektrische Junioren-Tourenwagenserie aus Schweden debütiert am Norisring. Als einheitliches Fahrzeug kommt der bis zu 230 PS starke LRT NXT 1 zum Einsatz, der auf dem straßenzugelassenen Mini Cooper SE basiert. Nostalgisches Flair versprüht die DTM Classic. In zwei Rennen treten DTM-Legenden wie Hans-Joachim Stuck, Harald Grohs oder Altfrid Heger gegeneinander an. Für ordentlich Rauch sorgen die Red Bull Driftbrothers, die mit ihren über 1.000 PS starken BMW M4 vor den DTM-Rennen ein Drift-Spektakel abfeuern. Am Norisring feiert die DTM zudem ihr 40-jähriges Jubiläum. Die Besucher erwarten unter anderem Talks mit Motorsport-Legenden in der DTM Fan Zone. Am Samstagabend wird das Fahrerlager zur Partymeile, wenn die After Race Party von Sunshine Live mit DJ Falk steigt.

Donnerstag, 27. Juni 2024

Wittman vor DTM-Heimrennen am Norisring

Marco Wittmann: „Das war der emotionalste Sieg meiner Karriere“

  • BMW-Pilot ist nach dem Zandvoort-Sieg pünktlich zum Heimspiel in Form
  • Wittmann beschreibt seine Verbindung zum Norisring, spricht über die besondere Teamkonstellation mit drei Champions und erklärt seinen Aufschwung

Marco Wittmann, BMW #11, bestreitet am Norisring sein Heimrennen
Foto: Jens Hawrda

Dieses Event zählt zu den absoluten Highlights im DTM-Kalender. Vom 5. bis 7. Juli steigt der vierte Tourstopp auf dem Norisring. Der einzige Stadtkurs Deutschlands hat seinen ganz eigenen Charme und garantiert ein Motorsport-Spektakel auf den Straßen Nürnbergs. Einer steht dabei besonders im Fokus: Marco Wittmann. Der Fürther hat die kürzeste Anreise aller DTM-Fahrer und fiebert seinem Heimspiel bereits entgegen. „Die Vorfreude auf den Norisring ist extrem groß. Die vielen Fans, die Familie, der Freundeskreis und der Fanclub vor Ort machen das Wochenende für mich zu einem absoluten Highlight. Dazu gab es dort in den vergangenen Jahren viele spektakuläre Rennen“, sagt der zweimalige Champion. Wittmann kommt mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen an den Norisring. Am letzten Rennwochenende im niederländischen Zandvoort holte der BMW-Werksfahrer seinen ersten Saisonsieg.

Kaum jemand kennt den Norisring so gut wie Wittmann, der dort als Fahrer bereits zehn DTM-Rennwochenenden erlebte. Respekt vor der besonderen Streckencharakteristik hat er trotzdem. „Die Herausforderung ist speziell, weil du extrem nah an den Leitplanken entlangfährst, es keine Auslaufzonen gibt und du dir daher eigentlich keinen einzigen Fehler erlauben darfst“, erklärt Wittmann. Der Matchplan für ihn: „Man muss extrem fokussiert und konzentriert sein. Der Norisring hat zwar nur vier Kurven, aber genau das macht die Strecke auch so schwierig. Denn die Rundenzeiten liegen sehr eng beisammen. Das macht den Norisring aus, genauso wie das einmalige Flair und die Atmosphäre.“

Für Wittmann stand vor seiner zwölften DTM-Saison eine Veränderung an. Nach einem schwachen DTM-Jahr 2023 ging der 34-Jährige zu Schubert Motorsport. Ein Wechsel mit Wirkung. Beim Auftakt in Oschersleben verhinderte mangelnder Benzindruck kurz vor Schluss einen Traumstart mit Sieg, danach platzierte Wittmann seine „Green Machine“ in den Farben seines Partners Schaeffler in allen fünf Rennen in den Punkten. In Zandvoort folgte der erste DTM-Sieg seit dem Saisonfinale 2022. „Nach einem Teamwechsel musst du zuerst deine Ingenieure sowie Mechaniker kennenlernen und auch schauen, in welche Richtung du von der Setup-Einstellung gehst. Wir konnten uns immer weiter verbessern, in Zandvoort hat es zum ersten Mal richtig Früchte getragen“, beschreibt Wittmann die Entwicklung.

Der Sieg in Zandvoort, Wittmanns 19. DTM-Erfolg überhaupt, markiert den bisherigen Saison-Höhepunkt. Weitere sollen folgen. „Die Stimmung im Team ist richtig gut. Natürlich hoffe ich, dass der Aufschwung weitergeht und ich die Form bestätigen kann“, sagt Wittmann. Die Konstellation bei Schubert Motorsport birgt dabei durchaus Potenzial für Reibung. Neben Wittmann bilden mit René Rast und Sheldon van der Linde zwei weitere Champions das Line-up. Zusammen hat das Trio insgesamt sechs DTM-Titel eingefahren. Starke Konkurrenz innerhalb eines Rennstalls, trotzdem bewertet Wittmann die Situation positiv: „Es ist ein gesunder, aber auch respektvoller Kampf zwischen uns. Ich denke, wir alle drei wissen, um was es geht. Letztlich kann das Team davon nur profitieren.“

Das Ziel für sein Heimspiel am Norisring ist klar gesetzt: Den Aufwärtstrend in seinem BMW M4 GT3 bestätigen und vorne angreifen. Wie sich ein Sieg in seinem DTM-Wohnzimmer anfühlt, weiß Wittmann ganz genau: „Mein Erfolg am Norisring 2018 war für mich mit Abstand der emotionalste Sieg, den ich in meiner Karriere je erlebt habe. Mit den ganzen Fans auf den Tribünen und der Familie zu feiern, war etwas ganz Besonderes. Es wäre natürlich ein Traum, wenn das oder zumindest der Sprung aufs Podium dieses Jahr klappen würde.“

Tickets für das DTM-Rennwochenende auf dem Norisring gibt es ab 74 Euro online unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. In allen Karten inbegriffen ist eine kostenlose Anreise im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg sowie der freie Zugang zum Fahrerlager aller Serien.