Dienstag, 25. Juni 2024

IDM Most: Mikhalchik verlängert Podest-Abonnement

Ilya Mikhalchik kann zufrieden sein Platz 1 und 2 in Most
Foto: Jens Hawrda

Bei der dritten Runde der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft hatte der Chef des Teams Champion-alpha-Van Zon-BMW Werner Daemen sicherlich die weiteste Anreise. Der Belgier, der für Hersteller BMW auch die Geschicke des Langstrecken-WM-Teams leitet, kam direkt von Testfahrten im japanischen Suzuka zum IDM Superbike-Wochenende im tschechischen Most. Erwartet wurde er von seinem Fahrer-Quartett Ilya Mikhalchik (Ukraine), Philipp Steinmayr (Österreich), Bálint Kovács (Ungarn) und Max Schmidt (Deutschland). Jan Mohr (Österreich) war verletzungsbedingt nur als Maskottchen dabei, sein Einsatz auf der Strecke muss noch warten.


Ilya Mikhalchik kam mit breiter Brust nach Tschechien. Der BMW-Pilot hat mit Sachsenring und Oschersleben, dort sogar mit einem Doppelsieg, die beiden Rennstrecken im IDM-Kalender hinter sich gebracht, die auf seiner persönlichen Hit-Liste eher weiter hinten rangieren. In Most fühlte sich der Ukrainer, der mit gerade mal zwei Punkten Rückstand auf den aktuellen Tabellen-Ersten Florian Alt ins Wochenende startete, gleich pudelwohl und sicherte sich die Pole-Position für die beiden Rennen am Sonntag. Die Zeit von 1.32,086 min hätte im Vorjahr auch für einen guten Startplatz in der Superbike-Weltmeisterschaft gereicht. «Die Rundenzeiten sind schon gut», musste auch Mikhalchik zugeben. «Wenn man bedenkt, dass wir mit Stock-Motorrädern fahren. Alle IDM-Piloten sind schneller geworden. Das beweist das hohe Niveau der IDM.»

Beim allgemeinen Reifenpoker vor dem ersten Rennen, mal zeigte sich die Sommersonne, mal wieder nicht, entschied sich Mikhalchik für die nicht ganz so weiche Pirelli-Variante, um auch am Ende noch agieren zu können. Einige Zweikämpfe musste der BMW-Pilot hinter sich bringen, bevor er mit seinem letzten Überholmanöver in der vorletzten Ecke der letzten Runde ein für alle Mal die Führung übernahm. «Für mich war es ein eher ruhiges Rennen», erklärte er anschließend, «für die anderen eher nicht so. Wir hatten ein paar gute Fights. Es sind viele Jungs da vorne schnell, aber wir kennen uns ja schon lange. Ich hatte bis zum Schluss alles unter Kontrolle.» So ganz nebenbei übernahm der BMW-Pilot auch noch die Führung in der Gesamtwertung.

Die musste er nach dem zweiten Platz im zweiten Rennen aber wieder hergeben, nur um mit erneut zwei Punkten Rückstand auf Florian Alt wieder abzureisen. Nach einem guten Start musste sich Mikhalchik in der ersten Schikane als Vierter einreihen und fuhr von dort in kürzester Zeit die Lücke zur Spitze wieder zu. Dort bot er dann zusammen mit Alt Rennsport auf höchstem Niveau. Kaum eine Kurve, wo es nicht zum direkten Schlagab-tausch der beiden Kontrahenten kam. Millimeter-Arbeit war gefragt. Den Sieg verpasste Mikhalchik dann um wenigen hundertstel Sekunden. «Wir hatten überall tolle Kämpfe», versichert er, «nicht nur mit Florian Alt. Es war dieses Mal kein ruhiges Rennen für mich. Ich bin dennoch zufrieden, denn ich den Ecken habe ich gewonnen und lediglich auf den Geraden ein wenig verloren. Eines ist klar, ich werde stärker zurückkommen.»

Philipp Steinmayr war nach seinem Einsatz in der Langstrecken-Weltmeisterschaft noch zu einem kurzen Test ans Schleizer Dreieck gereist, wo Ende Juli ein weiterer IDM-Lauf stattfindet. «Auch wenn es nur ein paar Runden waren», berichtet der Österreicher von seinem Ausflug nach Thüringen, «hat es geholfen, mich wieder auf die BMW und die Pirelli-Reifen einzustimmen und ein gutes Gefühl mit nach Most zu nehmen.» Leider hielt das gute Gefühl nicht allzu lange an. Steinmayr musste im Freien Training einen Sturz verkraften und verpasste eine wichtige Session, schaffte aber dann über den Umweg der Superpole 1 den Sprung in die Superpole 2. Dort wurde es für den Österreicher der 15. Startplatz, was ein ordentliches Stück Arbeit für die beiden Rennen am Sonntag bedeutete.

Im ersten Rennen ging es für Steinmayr dann auch einen ordentlichen Schritt nach vorne. «Am Samstag haben wir noch viel an der Balance des Motorrads gearbeitet», verriet er, nachdem er als Achter durchs Ziel gerauscht war. «Am Start bin ich gut weggekommen und habe auch die erste Schikane gut erwischt. Das Feld war eng beisammen und das Niveau wirklich sehr hoch. Doch die meisten wissen, was zu tun ist. Mit dem Top Ten-Platz war ich dann sehr zufrieden.» Den peilte Steinmayr dann auch in Lauf 2 an und es schaute anfangs auch ganz danach aus. Doch es kam anders. «Ich kam etwa als Neunter raus. Dann überholte mich mein Teamkollege Bálint Kovács und als er dann Mercado angriff, sah ich es schon kommen. Er hatte da eine Lücke gesehen, die es nicht wirklich gab. Als er stürzte, wollte ich innen durchschlüpfen, aber er landete genau vor mir. Mir blieb, damit ich ihn nicht überfahre, nur der Weg durch den Kies. Von hinten habe ich mich dann irgendwie wieder vorgekämpft.» Enttäuscht war er nach Platz 13 dennoch. Der Start war wieder top und auch sein Speed stimmte, dass die Top Ten absolut machbar gewesen wären.

Bálint Kovács hatte beim letzten IDM-Wochenende in Oschersleben mit zwei dritten Plätzen für Furore gesorgt und konnte den Erfolg auch in seiner ungarischen Heimat genießen, wo Kovács unermüdlich für sich und seinen Sport die Werbetrommel rührt und ihm das Doppel-Podium sogar ein TV-Interview bescherte. «Mit meinem Trainings-Bike konnte ich noch ein paar Runden in Most drehen», verriet er noch, «daher fühlte ich mich gut vorbereitet auf das IDM-Wochenende. Ich mag die Strecke, obwohl die IDM-Rennen im Vorjahr für mich schwierig waren. Doch ich habe sonst gute Erinnerungen, das Most-Rennen im Suzuki-Cup konnte ich damals gewinnen.» Mit Startplatz 12 war Kovács nach der Superpole am Samstag nicht ganz so happy.

So richtig aufregend wurde es für Kovács im ersten Rennen. Nach der Hälfte der Distanz löste der Airbag seiner Lederkombi unplanmäßig aus. «Ich konnte zwei Runden lang kaum atmen», beschreibt der BMW-Pilot seinen beschwerlichen Rennverlauf. «Ich rutschte bis auf Platz 15 zurück, konnte mich aber in den letzten fünf, sechs Runden wieder an die Spitze herankämpfen.» Am Ende holte Kovács den siebten Platz, mit nur kleinem Rückstand bis zu Platz 5. «Für das zweite Rennen am Nachmittag erwarte ich ein gutes Ergebnis, denn insgesamt bin ich in guter Form», versprach er anschließend.

Im zweiten Rennen wollte Kovács dann zu viel. Nach einem guten Start hatte er sich in der ersten Runde schon bis auf den zehnten Platz nach vorne gearbeitet. «Als ich versuchte, noch einen Konkurrenten zu überholen, bin ich gestürzt», so der enttäuschte BWM-Pilot. Fast 30 Sekunden kostete ihn dieser Ausflug ins Kiesbett und als absolut Letzter nahm er das Rennen mit einem nicht mehr ganz so intakten Motorrad wieder auf. Am Ende reichte es noch für Rang 18. «Was mich wirklich ärgert», gab er anschließend zu, «ist, dass ich die Pace gehabt hätte, um viel besser zu sein.»

Max Schmidt hatte mit seinen Kollegen Pepijn Bijsterbosch und Jan Bühn bei einem Fünf-Stunden-Rennen im belgischen Zolder unter den wachsamen Augen seines Teamchefs Werner Daemen einen Sieg eingefahren und war mit entsprechend guter Laune in Most angekommen. «Ich habe erst mal ganz tief in den Daten gegraben», meinte er nach den Freien Trainings, «wir arbeiten noch an der perfekten Abstimmung. Ich bin froh, so eine gute Mannschaft um mich zu haben.» Dem BMW-Piloten gelang auf Anhieb der Sprung in die Superpole 2, in der auf dem 14. Platz landete.

In den beiden Rennen holte Schmidt die Plätze 11 und 15. Gerne hätte es noch etwas mehr sein dürfen. «Irgendwie lief es seit Samstag nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte», schildert er. «Ich bin wie vor eine Wand gefahren, es ging einfach nicht schneller. Im ersten Rennen war ich anfangs ein wenig eingeklemmt, aber dann lief es ganz okay. Zusammen mit Bálint Kovács bin ich dann der schnellen Gruppe hinterher. Vor der Schikane bin ich dann beim Schalten zwischen die Gänge geraten und ausgerechnet da versuchte Bálint, mich dann zu überholen, so dass mir nur der Notausgang blieb. Im zweiten Rennen habe ich mich dann für den Nuller-Reifen entschieden und der ist mir dann gegen Ende eingegangen. Ich kam immer quer aus den Kurven raus. Auf der Bremse ging es noch ganz gut, aber beim Bremsen habe ich mich schwergetan.»

Für die IDM-Mannschaft vom Team Champion-alpha-Van Zon-BMW bleibe nun vier Wochen Zeit, um die Daten und Ergebnisse des Most-Wochenendes aufzuwerten und sich auf IDM-Lauf Nummer 4 vom 26. – 28.Juli 2024 auf dem Schleizer Dreieck vorzubereiten.


Montag, 24. Juni 2024

IDM SBK Most: Alt besiegt Mikhalchik auf Messers Schneide

Florian Alt Honda #1 siegt und bleibt Tabellenführer
Foto: Jens Hawrda


So schnell wie Ilya Mikhalchik seinem direkten Gegner Florian Alt im ersten IDM Superbike-Lauf die Führung abgenommen hatte, so schnell war er sie auch wieder los. Denn Alt gewann das zweite Rennen nach einem explosiven Duell mit dem Ukrainer mit einem Vorsprung von 0,031 Sekunden. Es war der erste Sieg des Deutschen in der aktuellen Saison.

Nach dem Start fädelten sich alle 28 Fahrer in die erste Kurve ein. Keiner stürzte oder fuhr gerade aus. Das ist an der zentralen Stelle wichtig. Mikhalchik (Champion Alpha BMW) konnte seine Pole Position nicht umsetzen, sondern Alt (HRP-Honda) übernahm das Zepter vor Toni Finsterbusch (GERT56) und Hannes Soomer (Enemat Enos Motorsport). Patrick Hobelsberger (GERT56) hatte den Start vermasselt, kam auf P 10 aus der ersten Runde zurück und versuchte zu retten, was möglich war.

In der dritten Runde hatte sich das Feld sortiert. Die ersten Lücken wurden sichtbar. Die erste Gruppe war mit Alt, Finsterbusch, Mikhalchik, Soomer und Lorenzo Zanetti (Triple M Ducati) besetzt. Den zweiten Zug führte Jan-Ole Jähnig (GERT56) an. Vorne konnte sich Alt nicht absetzen, dafür nahm Zanetti in der Kurve den Notausgang und fuhr geradeaus. Das kostete Zeit und damit war der weitere Kampf ums Podium gegessen. Finsterbusch verteidigte seine Stellung hinter Titelverteidiger Alt und vor dem dreifachen Champion Mikhalchik, doch dieser bremste sich später sauber am Sachsen vorbei.

Mikhalchik krabbelte Alt fast in den Auspuff, so eng ging es fortan um den Sieg zu. Aber der Ukrainer setzte lange nicht zur Attacke an. Beide fuhren unterschiedliche Linien. Mikhalchik zeigte sich zwar immer wieder, doch der richtige Angriff blieb zunächst aus. Bis es richtig losging. Den Zeitpunkt konnte Alt nicht ansatzweise erahnt haben. Was sich in den letzten Runden auf der Strecke abspielte, war eine Wucht. Zwischen den Gegnern ging es hin und her. Sie fanden bislang fast unmögliche Stellen zum Überholen. Mikhalchik und Alt wehrten sich beide vom Feinsten und erst auf der Ziellinie war klar, dass Alt am Ende mit 0,031 Sekunden Vorsprung gewonnen hatte. Teamchef Jens Holzhauer schwenkte ganz verzückt seine Fähnchen. „Ich bin absolut happy“, kommentierte Alt sein Rennen, „es war fairer von den Reifen her und ich habe alles gegeben.“ Im ersten Lauf war der 28-Jährige mit der härtesten und im zweiten Rennen mit der weichsten Reifenmischung ausgerückt. Die IDM-Führung hat er sich auch zurückgeholt. Es steht genauso wie es vor der Veranstaltung war: „Flo“ hat zwei Meisterschaftspunkte mehr als Mikhalchik.

Soomer hatte sich aus dem Trubel herausgehalten und war vielmehr glücklich, nach seinem fatalen Sturz im ersten Lauf nun endlich aufs Podium zu dürfen. Die BMW war nach seinem Abflug nicht mehr als ganzes Stück zurück in die Box gekommen. Seine Crew, die bis zum zweiten Rennen alles instand setzte, darf sich nun freuen, denn Soomer hat gesagt: „Da werde ich heute Abend wohl eine ganze Palette Bier spendieren.“

IDM Superbike, Rennen 2 (Top-Five)

1. Florian ALT (D/Honda)
2. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)
3. Hannes SOOMER (EST/BMW)
4. Toni FINSTERBUSCH (D/BMW)
5. Lorenzo ZANETTI (I/Ducati)

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM SSP Most: Mehr Ausbeute als bei Kofler ist nicht möglich

Andreas Kofler siegt auch am Sonntag in Most
Foto: Jens Hawrda

Es war das beste Wochenende seiner Supersport-Karriere. Andreas Kofler hat im tschechischen Most auch das zweite Rennen in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) gewonnen. Dem aktuellen Vizemeister Twan Smits klebt das Pech dagegen weiterhin an den Fersen.


Für Twan Smits (Team Apreco) war der Start das Beste, was ihm passieren konnte. Der Niederländer preschte auf seiner Yamaha vom sechsten Platz direkt an die Spitze. Ausgerechnet der sonstige Schnellstarter Andreas Kofler (Yamalube Kofler Motorsport) ließ diesmal auf sich warten und musste als Polesetter Verluste hinnehmen. Vom Trubel dahinter bekamen beide Fahrer nichts mit. Gastfahrer Jonas Kocourek (SP Race Project, Ducati) kriegte die erste Kurve nicht und fuhr geradeaus. Gleichzeitig ratterte Kyle Smith (Weber Kawasaki) an anderer Stelle durchs Kiesbett. Für den Briten war der Event beendet.

Smits und Kofler wechselten sich anschließend mit der Führung ab. Dirk Geiger (MCA Racing, Honda) und Kas Beekmans (Team Apreco) dominierten in der Verfolgergruppe. Lennox Lehmann (Yamalube Kofler Motorsport) fiel aus und Filip Feigl (Genius Racing Team) fuhr auf seiner Heimstrecke auf den vierten Platz nach vorn. Der Tscheche hatte nach vorne und hinten Luft. Das Gute daran: Der Platz war sicher.

Ein Trio mit Smits, Kofler und Daniel Blin (AF Racing, Ducati) führte das Feld in die zweite Halbzeit. Das Rennen ging über 14 Runden auf der 4,212 km langen Strecke. Feigl war dahinter inzwischen nicht mehr alleine und gleich gar nicht mehr sicher. Seine Verfolger hatten die Lücke zu ihm geschlossen.

Dann der Schock: Smits stürzte in Führung liegend aus dem Rennen. Das konnte fast nicht wahr sein. Gestern stand der Vizemeister des vergangenen Jahres nach vielen Rückschlägen endlich einmal auf dem Podium und hatte seinen Befreiungsschlag genossen. Heute fiel er wieder ganz nach unten. Seinen Traum, in diesem Jahr den Meistertitel zu holen, dürfte er kaum noch verwirklichen können.

Kofler war der strahlende Sieger im Ziel. Der 19-jährige Sproß aus dem österreichischen Familienteam hatte ein astreines Rennen bis zum Schluss gezeigt. Er konnte die Führung in der Meisterschaft ausbauen. „Es läuft“, war sein knapper Kommentar, dem nichts hinzuzufügen ist. Beide Rennen in Most gewonnen, dritte Pole Position gehabt, Tabellen-Erster. Was will man mehr. Weil Luca de Vleeschauwer, der Triumph-Doppelsieger von Oschersleben, heute nicht den besten Tag hatte, beträgt der Vorsprung von Kofler auf den Belgier nun 31 Punkte statt bisher zwei.

Feigl wurde noch von den Gastfahrern Jonáš Kocourek (der sich nach seinem anfänglichen Umweg wieder erholt hatte), Marcel Brenner (VIAMO Racing by MTM) sowie Luca Göttlicher (Triumph Germany Supersport Racing geschnupft. Da Kocourek und Brenner außer der Wertung fuhren, erhielt Göttlicher Meisterschaftspunkte, als ob er als Dritter hinter Blin ins Ziel gekommen wäre.

IDM Supersport, Rennen 2 (Top-Five)

1. Andreas KOFLER (A/Yamaha)
2. Daniel BLIN (PL/Ducati)
3. Jonáš KOCOUREK (CZ/Ducati)
4. Marcel BRENNER (CH/Kawasaki)
5. Luca GÖTTLICHER (D/Triumph)

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM SSP 300 Most: Doppelsieg für Gaggi, volle Punkte für Buis

Foto: Jens Hawrda


Das zweite Rennen der Supersport 300 in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) endete mit dem Gaststarter Marco Gaggi (BrCorse) auf dem obersten Podest. Der junge Italiener lieferte sich über die gesamte Renndistanz packende Duelle mit der orangefarbenen KTM-Armada, bestehend aus Jeffrey Buis, Ruben Bijman und Oliver Svendsen (alle Freudenberg KTM-Paligo Racing). Am Ende wusste Gaggi jedoch am besten, wie er den meisten Schwung aus der letzten Kurve vor dem Ziel mitnehmen konnte. Dadurch überquerte er trotz fehlendem Windschatten die Ziellinie einen halben Meter vor Jeffrey Buis. „Mit einer Pole-Position und zwei Siegen hatte ich definitiv ein tolles Wochenende“, bestätigte Gaggi und fügte hinzu: „Mit den Änderungen am Bike, die wir hier in Most vorgenommen haben, möchte ich in die nächsten Rennen der Weltmeisterschaft gehen.“

Jeffrey Buis belegte erneut den zweiten Platz. Der Niederländer demonstrierte mit beeindruckenden Überholmanövern seine Fähigkeiten als zweifacher Weltmeister. Dennoch reichte es am Ende nicht für den Sieg. „Es war heute wirklich knapp und es hat nicht viel gefehlt. Dennoch bin ich mit meiner Geschwindigkeit und dem Ergebnis an diesem Wochenende zufrieden“, kommentierte Buis seine Leistung. Da Gaggi als Gaststarter nicht gewertet wird, erhält Buis für seine beiden Platzierungen die volle Punktzahl und übernimmt wieder die Führung in der Meisterschaft.

Ruben Bijman wurde Dritter, hatte jedoch Glück, dass er überhaupt noch heil ins Ziel angekommen ist. “In der vorletzten Runde hatte ich einen Schockmoment und bin ich fast gestürzt”, sagte Bijman bei der Siegerehrung. Zwar konnte er die daraus entstandene Lücke zu den beiden Spitzenreitern wieder schließen, für ein Überholmanöver reichte es trotzdem nicht mehr.

Ruben Bijman wurde Dritter und hatte dabei Glück, überhaupt heil ins Ziel zu kommen. „In der vorletzten Runde hatte ich einen Schockmoment und bin fast gestürzt,“ sagte Bijman bei der Siegerehrung. Zwar konnte er die entstandene Lücke zu den beiden Spitzenreitern wieder schließen, doch für ein Überholmanöver reichte es nicht mehr.

Oliver Svendsen kam als Vierter ins Ziel und verpasste das Podium nur knapp. Den Kampf um die Meisterschaftsführung hat der Däne an diesem Wochenende zwar verloren, doch mit einem dritten und einem vierten Platz in beiden Rennen sammelte er wertvolle Punkte. Nach Most liegt er nun drei Zähler hinter Buis.

Für Dylan Czarkowski (DC Racing) verlief das Wochenende gemischt, aber er war mit seinem fünften Platz im zweiten Rennen durchaus zufrieden. „Ich hatte die gleiche Geschwindigkeit wie die Spitzengruppe, doch ein kleiner Fehler kostete mich entscheidende Meter, sodass ich nicht mehr mithalten konnte,“ erklärte Czarkowski im Anschluss. Dennoch gelang es ihm, sich gegen die WM-Fahrer Filip Novotny und Christopher Clark(veide Accolade Smrz Racing BGR) durchzusetzen, die auf den Positionen sechs und sieben landeten.

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte hingegen Phillip Tonn (Freudenberg KTM-Paligo Racing). Nach einem unverschuldeten Ausfall im ersten Lauf am Samstag musste er am Sonntag einen weiteren Sturz hinnehmen. Zwar konnte er das Motorrad wieder aufstellen und weiterfahren, beendete das Rennen jedoch als Letzter auf Platz 13.

Für den Niderländer Senna van den Hoven (Molenaar Racing) endete der zweite Renntag bereits am Morgen im Warm-Up. Er stürzte schwer und wurde daraufhin ins Krankenhaus geflogen, wo er medizinisch versorgt wurde.

Ergebnis IDM Supersport 300, Race 2 (Top-Five)

  1.     Marco GAGGI (ITA/Yamaha)
  2.     Jeffrey BUIS (NLD/KTM)
  3.     Ruben BIJMAN (NLD/KTM)
  4.     Oliver SVENDSEN (DNK/KTM)
  5.     Dylan CZARKOWSKI (NLD/Yamaha)


Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

Sonntag, 23. Juni 2024

IDM SBK Most: Kein Soomer-Märchen, Mikhalchik gewinnt

Hannes Soomer begräbt seine Siegchancen im Kiesbett
Foto: Jens Hawrda

Der erste IDM Superbike-Lauf im tschechischen Most war ein Wechselbad der Gefühle. Hannes Soomer (Enemat Enos Motorsport) hatte wie schon so oft die Fühler nach dem ersten Sieg in der Top-Klasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ausgestreckt, ohne Erfolg. Zum dritten Mal in diesem Jahr triumphierte Ilya Mikhalchik (Champion Alpha BMW Racing), mit dem Titelverteidiger Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) und Jan-Ole Jähnig (GERT56) aufs Podium stiegen.

Rundenlang hatte Florian Alt mit der Holzhauer-Honda in Führung gelegen. Auf der Geraden lief die Fireblade wie geschmiert. Aber im Geschlängel passierte ein Fehler, den der 28-jährige Engelskirchener nicht ausbügeln konnte. Patrick Hobelsberger (GERT56) und Mikhalchik nutzten die Situation gnadenlos aus und zogen vorbei. Auf der Bremse war die Konkurrenz in dem Moment stärker als der Titelverteidiger.

Hobelsberger übernahm die Führung, dann war Mikhalchik an der Reihe und schließlich mischte auch noch Hannes Soomer im Spiel mit. Der Este war zur Halbzeit richtig in Fahrt gekommen und konnte mit dem dreifachen Superbike-Meister Mikhalchik mithalten. Das Podium kennt Soomer schon aus der Vergangenheit. Ein Sieg in der Top-Klasse fehlt ihm aber bis heute. Die Zeit dafür war reif. In der zwölften Runde holte der 26-Jährige aus Tallinn zum großen Schlag aus. Mikhalchik hatte sich eben noch nach hinten versichert, als es passierte. Soomer ließ die schlumpfblaue BMW neben dem Ukrainer aufblitzen und zeigte ihm das Hinterrad. Jetzt hatte der Este noch vier Runden zu überstehen, um endlich seinen ersten Sieg klar zu machen.

Ein paar Meter weiter hinten tobte der Kampf um den vierten Platz. Als Hobelsberger von der Linie abkam, stach GERT56-Teamkollege Jan-Ole Jähnig in die entstandene Lücke hinein, was bei Hobelsbergers Rückkehr zu einer unsanften Berührung führte, deren Auswirkungen den anfänglichen Tabellen-Ersten auf Platz 17 zurück warfen. Das sah gar nicht gut aus für den Bayer, der schon zuletzt in Oschersleben schwer gebeutelt war und eigentlich um den Titel kämpfen will.

Zurück zur Spitze. Es war klar, dass von Mikhalchik noch ein Angriff auf den Führenden Soomer kommen würde. Es blieb nicht bei einem allein. Das Duell war kurz vor dem Ziel auf dem Höhepunkt als Soomer das Vorderrad der BMW wegrutschte und alle möglichen Punkte im Kies des Autodroms von Most versandeten. Fazit: Der dreifache IDM Superbike-Champion Ilya Mikhalchik ging zum dritten Mal in der aktuellen Saison als Sieger eines Rennens hervor.

Durch den Sturz von Soomer rückten Florian Alt und Jan-Ole Jähnig mit aufs Podium. Alt, der durch das Ergebnis die Gesamtwertung in der IDM Superbike an Mikhalchik verloren hat, sagte: „Wir hatten die bestmögliche Performance. Wenn wir damit nicht gewinnen, müssen wir eben solange Zweiter werden, bis alles stimmt. Aber unsere Zeit wird kommen.“ Insgeheim hofft er, dass die Temperaturen bis zum zweiten Lauf etwas steigen, um einen anderen Reifen einsetzen zu können.

Was sonst noch passierte: Bei den Verfolgern wurden etliche Plätze getauscht. Colin Velthuizen (RR Socia Racing) hatte sich krankheitsbedingt abgemeldet. Toni Finsterbusch (GERT56) machte nach einem hoffnungsvollen Beginn einen Umweg durchs Kiesbett und wurde am Ende Zehnter. Kevin Orgis (ORM Racing) war gleich in der Anfangsphase gestürzt. Und Thomas Gradinger (Eder Racing), der sich mit Ach und Krach über die Superpole 1 für die Superpole qualifiziert hatte und dort Achter geworden war, kam sogar als Sechster ins Ziel. Federico Caricasulo (Skach Motors Kawasaki) kam in die Punkteränge, erhält als Gastfahrer trotzdem keine Meisterschaftszähler. Und wie ging es bei Patrick Hobelsberger weiter? Der 27-Jährige rettete drei Punkte.


IDM Superbike, Rennen 1 (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)

2. Florian ALT (D/Honda)

3. Jan-Ole JÄHNIG (D/BMW)

4. Lorenzo ZANETTI (I/Ducati)

5. Leandro MERCADO (ARG/Kawasaki)


Quelle: idem.de / Anke Wieczorek