Montag, 24. Juni 2024

IDM SSP 300 Most: Doppelsieg für Gaggi, volle Punkte für Buis

Foto: Jens Hawrda


Das zweite Rennen der Supersport 300 in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) endete mit dem Gaststarter Marco Gaggi (BrCorse) auf dem obersten Podest. Der junge Italiener lieferte sich über die gesamte Renndistanz packende Duelle mit der orangefarbenen KTM-Armada, bestehend aus Jeffrey Buis, Ruben Bijman und Oliver Svendsen (alle Freudenberg KTM-Paligo Racing). Am Ende wusste Gaggi jedoch am besten, wie er den meisten Schwung aus der letzten Kurve vor dem Ziel mitnehmen konnte. Dadurch überquerte er trotz fehlendem Windschatten die Ziellinie einen halben Meter vor Jeffrey Buis. „Mit einer Pole-Position und zwei Siegen hatte ich definitiv ein tolles Wochenende“, bestätigte Gaggi und fügte hinzu: „Mit den Änderungen am Bike, die wir hier in Most vorgenommen haben, möchte ich in die nächsten Rennen der Weltmeisterschaft gehen.“

Jeffrey Buis belegte erneut den zweiten Platz. Der Niederländer demonstrierte mit beeindruckenden Überholmanövern seine Fähigkeiten als zweifacher Weltmeister. Dennoch reichte es am Ende nicht für den Sieg. „Es war heute wirklich knapp und es hat nicht viel gefehlt. Dennoch bin ich mit meiner Geschwindigkeit und dem Ergebnis an diesem Wochenende zufrieden“, kommentierte Buis seine Leistung. Da Gaggi als Gaststarter nicht gewertet wird, erhält Buis für seine beiden Platzierungen die volle Punktzahl und übernimmt wieder die Führung in der Meisterschaft.

Ruben Bijman wurde Dritter, hatte jedoch Glück, dass er überhaupt noch heil ins Ziel angekommen ist. “In der vorletzten Runde hatte ich einen Schockmoment und bin ich fast gestürzt”, sagte Bijman bei der Siegerehrung. Zwar konnte er die daraus entstandene Lücke zu den beiden Spitzenreitern wieder schließen, für ein Überholmanöver reichte es trotzdem nicht mehr.

Ruben Bijman wurde Dritter und hatte dabei Glück, überhaupt heil ins Ziel zu kommen. „In der vorletzten Runde hatte ich einen Schockmoment und bin fast gestürzt,“ sagte Bijman bei der Siegerehrung. Zwar konnte er die entstandene Lücke zu den beiden Spitzenreitern wieder schließen, doch für ein Überholmanöver reichte es nicht mehr.

Oliver Svendsen kam als Vierter ins Ziel und verpasste das Podium nur knapp. Den Kampf um die Meisterschaftsführung hat der Däne an diesem Wochenende zwar verloren, doch mit einem dritten und einem vierten Platz in beiden Rennen sammelte er wertvolle Punkte. Nach Most liegt er nun drei Zähler hinter Buis.

Für Dylan Czarkowski (DC Racing) verlief das Wochenende gemischt, aber er war mit seinem fünften Platz im zweiten Rennen durchaus zufrieden. „Ich hatte die gleiche Geschwindigkeit wie die Spitzengruppe, doch ein kleiner Fehler kostete mich entscheidende Meter, sodass ich nicht mehr mithalten konnte,“ erklärte Czarkowski im Anschluss. Dennoch gelang es ihm, sich gegen die WM-Fahrer Filip Novotny und Christopher Clark(veide Accolade Smrz Racing BGR) durchzusetzen, die auf den Positionen sechs und sieben landeten.

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte hingegen Phillip Tonn (Freudenberg KTM-Paligo Racing). Nach einem unverschuldeten Ausfall im ersten Lauf am Samstag musste er am Sonntag einen weiteren Sturz hinnehmen. Zwar konnte er das Motorrad wieder aufstellen und weiterfahren, beendete das Rennen jedoch als Letzter auf Platz 13.

Für den Niderländer Senna van den Hoven (Molenaar Racing) endete der zweite Renntag bereits am Morgen im Warm-Up. Er stürzte schwer und wurde daraufhin ins Krankenhaus geflogen, wo er medizinisch versorgt wurde.

Ergebnis IDM Supersport 300, Race 2 (Top-Five)

  1.     Marco GAGGI (ITA/Yamaha)
  2.     Jeffrey BUIS (NLD/KTM)
  3.     Ruben BIJMAN (NLD/KTM)
  4.     Oliver SVENDSEN (DNK/KTM)
  5.     Dylan CZARKOWSKI (NLD/Yamaha)


Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

Sonntag, 23. Juni 2024

IDM SBK Most: Kein Soomer-Märchen, Mikhalchik gewinnt

Hannes Soomer begräbt seine Siegchancen im Kiesbett
Foto: Jens Hawrda

Der erste IDM Superbike-Lauf im tschechischen Most war ein Wechselbad der Gefühle. Hannes Soomer (Enemat Enos Motorsport) hatte wie schon so oft die Fühler nach dem ersten Sieg in der Top-Klasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ausgestreckt, ohne Erfolg. Zum dritten Mal in diesem Jahr triumphierte Ilya Mikhalchik (Champion Alpha BMW Racing), mit dem Titelverteidiger Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) und Jan-Ole Jähnig (GERT56) aufs Podium stiegen.

Rundenlang hatte Florian Alt mit der Holzhauer-Honda in Führung gelegen. Auf der Geraden lief die Fireblade wie geschmiert. Aber im Geschlängel passierte ein Fehler, den der 28-jährige Engelskirchener nicht ausbügeln konnte. Patrick Hobelsberger (GERT56) und Mikhalchik nutzten die Situation gnadenlos aus und zogen vorbei. Auf der Bremse war die Konkurrenz in dem Moment stärker als der Titelverteidiger.

Hobelsberger übernahm die Führung, dann war Mikhalchik an der Reihe und schließlich mischte auch noch Hannes Soomer im Spiel mit. Der Este war zur Halbzeit richtig in Fahrt gekommen und konnte mit dem dreifachen Superbike-Meister Mikhalchik mithalten. Das Podium kennt Soomer schon aus der Vergangenheit. Ein Sieg in der Top-Klasse fehlt ihm aber bis heute. Die Zeit dafür war reif. In der zwölften Runde holte der 26-Jährige aus Tallinn zum großen Schlag aus. Mikhalchik hatte sich eben noch nach hinten versichert, als es passierte. Soomer ließ die schlumpfblaue BMW neben dem Ukrainer aufblitzen und zeigte ihm das Hinterrad. Jetzt hatte der Este noch vier Runden zu überstehen, um endlich seinen ersten Sieg klar zu machen.

Ein paar Meter weiter hinten tobte der Kampf um den vierten Platz. Als Hobelsberger von der Linie abkam, stach GERT56-Teamkollege Jan-Ole Jähnig in die entstandene Lücke hinein, was bei Hobelsbergers Rückkehr zu einer unsanften Berührung führte, deren Auswirkungen den anfänglichen Tabellen-Ersten auf Platz 17 zurück warfen. Das sah gar nicht gut aus für den Bayer, der schon zuletzt in Oschersleben schwer gebeutelt war und eigentlich um den Titel kämpfen will.

Zurück zur Spitze. Es war klar, dass von Mikhalchik noch ein Angriff auf den Führenden Soomer kommen würde. Es blieb nicht bei einem allein. Das Duell war kurz vor dem Ziel auf dem Höhepunkt als Soomer das Vorderrad der BMW wegrutschte und alle möglichen Punkte im Kies des Autodroms von Most versandeten. Fazit: Der dreifache IDM Superbike-Champion Ilya Mikhalchik ging zum dritten Mal in der aktuellen Saison als Sieger eines Rennens hervor.

Durch den Sturz von Soomer rückten Florian Alt und Jan-Ole Jähnig mit aufs Podium. Alt, der durch das Ergebnis die Gesamtwertung in der IDM Superbike an Mikhalchik verloren hat, sagte: „Wir hatten die bestmögliche Performance. Wenn wir damit nicht gewinnen, müssen wir eben solange Zweiter werden, bis alles stimmt. Aber unsere Zeit wird kommen.“ Insgeheim hofft er, dass die Temperaturen bis zum zweiten Lauf etwas steigen, um einen anderen Reifen einsetzen zu können.

Was sonst noch passierte: Bei den Verfolgern wurden etliche Plätze getauscht. Colin Velthuizen (RR Socia Racing) hatte sich krankheitsbedingt abgemeldet. Toni Finsterbusch (GERT56) machte nach einem hoffnungsvollen Beginn einen Umweg durchs Kiesbett und wurde am Ende Zehnter. Kevin Orgis (ORM Racing) war gleich in der Anfangsphase gestürzt. Und Thomas Gradinger (Eder Racing), der sich mit Ach und Krach über die Superpole 1 für die Superpole qualifiziert hatte und dort Achter geworden war, kam sogar als Sechster ins Ziel. Federico Caricasulo (Skach Motors Kawasaki) kam in die Punkteränge, erhält als Gastfahrer trotzdem keine Meisterschaftszähler. Und wie ging es bei Patrick Hobelsberger weiter? Der 27-Jährige rettete drei Punkte.


IDM Superbike, Rennen 1 (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)

2. Florian ALT (D/Honda)

3. Jan-Ole JÄHNIG (D/BMW)

4. Lorenzo ZANETTI (I/Ducati)

5. Leandro MERCADO (ARG/Kawasaki)


Quelle: idem.de / Anke Wieczorek


IDM SSP Most: Zweiter Sieg bringt Kofler noch weiter nach vorn

Andreas Kofler #19
Foto: Jens Hawrda

Andreas Kofler hat den Bogen raus. Der 19-jährige Österreicher kann im Qualifying nicht nur exakt eine einzige Runde auf Befehl fahren, sondern er gönnt sich im Rennen auch den Sieg. Heute gelang dem Yamaha-Fahrer der zweite in der aktuellen Saison der IDM Supersport. Damit baute er seine Führung in der Gesamtwertung aus. Für Twan Smits (Team Apreco) war dagegen auch der zweite Platz ein Befreiungsschlag.

Kawasaki-Fahrer Marcel Brenner, aus der WM kommend, wollte die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) für Testzwecke nutzen und gestand: „Die Top 10 können problemlos in der Supersport-WM mithalten.“ Wie üblich gab es auch im Autodrom Most reichlich Turbulenzen. Auftaktsieger Stepan Zuda (AF-Racing-Team) musste aus der Boxengasse starten und dem Feld nachfahren, weil er im Qualifying bei der Boxenausfahrt über die weiße Begrenzungslinie gekommen war. Till Belczykowski (LJ Racing, MV Agusta) und Julius Caesar Rörig (MCA Racing) wurden in der ersten Kurve Opfer im Startgetümmel.

Andreas Kofler (Yamalube Kofler) legte von der Pole Position einen seiner Blitzstarts an den Tag. Marcel Brenner verteidigte seinen zweiten Platz und Kyle Smith (Kawasaki Weber) kam von der siebten auf die dritte Position nach vorn geschossen. Insgesamt 14 Runden waren zu absolvieren. In der dritten stürzte Smith aus dem Geschehen. Alles sah nach einer Soloflucht von Kofler aus, der im fünften Umlauf bereits 3,2 Sekunden Vorsprung vor dem ersten Verfolger hatte. Das war Marcel Brenner. Hinter diesem legte sich Daniel Blin (AF-Racing Team), der Trainings-Dritte, gerade mit Vizemeister Twan Smits an. Jener wiederum hatte in den letzten Wochen Pech am laufenden Band gehabt und ist seinem logischen Ziel, 2024 den Titel zu erringen, gerade weit entfernt. Doch der Niederländer gibt nicht auf, denn abgerechnet wird erst zum Schluss. Und es sah gut aus, was er heute machte. Smits nutzte alle Steilvorlagen, die sich ihm boten, zum Überholen aus und das galt letztlich für Blin wie auch für Brenner, der zum Schluss noch von Lennox Lehmann (Yamalube Kofler) auf den fünften Platz geschickt wurde.

Kofler hatte in der letzten Runde noch einen heftigen Rutscher, „ja, das Hinterrad hat a bissl angefangen zu tanzen“, aber 1,575 Sekunden Vorsprung waren im Ziel geblieben. Smits hat ihm für den zweiten Lauf am morgigen Sonntag eine Ansage gemacht: „Ich muss morgen am Start besser sein und dann werde ich mit Andy kämpfen.“

Das Feld war bunt durchgemischt. Luca de Vleeschauwer (MotoLife), der in Oschersleben für die ersten zwei Triumph-Siege gesorgt hatte, kam als Sechster ins Ziel, wurde aber als Fünfter gewertet, weil Marcel Brenner vor ihm als Gastfahrer keine Punkte bekam. Dirk Geiger brachte die Honda (MCA Racing) heute nur auf P10 über die 14 Runden. Aber der hinter dem Feld gestartete Stepan Zuda legte vom letzten Platz eine Aufholjagd hin, die sich sehen lassen konnte. Der tschechische Ducati-Fahrer sah die schwarz-weiß-karierte Zielflagge als Zwölfter.

IDM Supersport, Rennen 1 (Top-Five)

1. Andreas KOFLER (A/Yamaha)

2. Twan SMITS (NL/Yamaha)

3. Daniel BLIN (PL/Ducati)

4. Lennox LEHMANN (D/Yamaha)

5. Marcel BRENNER (CH/Kawasaki)

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM SSP 300 Most: Gaggi gewinnt, Tonn wird ins Aus gerissen

Foto: Jens Hawrda


Marco Gaggi gewann als Gaststarter das erste Rennen in der IDM Supersport 300 und setzte sich gegen seinen WM-Kontrahenten Jeffrey Buis durch. Oliver Svendsen wird Dritter und sammelt wichtige Punkte.

Das erste Rennen der Supersport 300 in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Most begann bereits in der ersten Runde mit einem aufsehenerregenden Zwischenfall. Nach dem Start fuhr der Deutsche Korbinian Brandl (RBR Racing) zu eng in die erste Kurve hinein, wodurch er über den Rasen ausweichen musste. Dabei kam er zu Sturz und riss unglücklicherweise auch mit Phillip Tonn und Ruben Bijman (beide Freudenberg KTM-Paligo Racing) zwei weitere Fahrer ins Kiesbett. Für Brandl und Tonn war das Rennen danach gelaufen, Bijman konnte hingegen sein Bike aufstellen am Ende des Feldes weiterfahren.

Gaststarter Marco Gaggi (BrCorse) und Jeffrey Buis (Freudenberg KTM-Paligo Racing) hatten Glück und kamen ungeschoren davon. Sie setzten sich vom Rest des Feldes ab und machten das Rennen unter sich aus. Oliver Svendsen (Freudenberg KTM-Paligo Racing) folgte ihnen deutlich abgeschlagen. Zwei Runden vor Schluss zog Gaggi das Tempo noch einmal deutlich an. Er löste sich von Buis, der keine Mittel mehr hatte, ihn daran zu hindern. Der Italiener gewann das Rennen. “Mein Team und ich haben ein gutes Rennen gemacht, aber da ist noch Luft nach oben”, äußerte sich Gaggi, der bereits dreimal in der WM auf dem Podium stand, vor der Siegerehrung.

Jeffrey Buis gelang kein fehlerfreies Rennen. Ihm unterlief in der fünften Runde ein dicker Patzer, wodurch sich eine 2,5-Sekunden-Lücke zu dem Führenden Gaggi auftat. Doch das nahm er sportlich: “Es war für mich ein guter Ansporn, mich selbst zu pushen, um wieder aufzuholen”, sagte der amtierende Weltmeister und KTM-Pilot. Mit seinem zweiten Platz kassiert er die volle Punktzahl, da Gaggi als Gaststarter nicht gewertet wird.

Oliver Svendsen machte das Beste aus den Möglichkeiten, die er hatte. Vier Runden vor Schluss holte Svendsen das Spitzenduo ein, und ein spannender Showdown schien sich zwischen ihm und Teamkollege Buis abzuzeichnen. “Doch dann machten meine Reifen schlapp und es fehlte mir an Grip”, berichtete der Däne. Anstatt weiter Attacke zu machen, entschied sich Svendsen für ein smartes Ende auf Position drei und 20 weiteren Zählern auf dem Punktekonto.

Senna van den Hovens (Molenaar Racing) Strategie führte über eine konstante Fahrweise ohne große Fehler. Er wurde am Ende Vierter, gefolgt von Gaststarter Filip Novotny (Accolade Smrz Racing BGR) und Dylan Czarkowski (DC Racing). Letzterer hatte zur Mitte des Laufs Probleme mit den Reifen, die er selbst nicht erklären konnte, weshalb er nur noch mit stumpfen Waffen mitfahren konnte.

Korbinian Brandl wurde noch während des Rennens als Auslöser des Start-Unfalls bestraft und muss im Sonntagsrennen zwei Long-Lap-Strafen absolvieren. Für den Gaststarter Christopher Clark aus Amerika endete das Rennen mit einem Sturz in der vorletzten Runde.

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

IDM SBK Most: Mikhalchik lächelt nach Superpole wieder

Ilya Mikhalcjik #17 holt Pole in Most
Foto: Jens Hawrda


In der Superpole-Wertung stellte sich heute Ilya Mikhalchik (Champion Alpha Van Zon) als schnellster Fahrer in der IDM Superbike heraus. Der Ukrainer startet am Sonntag in beiden Rennen von der Pole Position. Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) und Patrick Hobelsberger (GERT56) stehen neben ihm. Eine Vorentscheidung ist das mit Sicherheit nicht, denn in der Topklasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ist gewaltig viel los.

Ilya Mikhalchik ist seine gute Laune anzumerken. Späßchen in der Fahrerbesprechung. Der Ansatz eines Lächelns nach der Superpole 2 am Samstagnachmittag. Der 27-jährige dreifache Superbike-Meister fuhr mit der Bestzeit von 1:32.086 Minuten auf die Pole Position. Zwei Punkte trennen den BMW-Fahrer in der Meisterschaftswertung von Spitzenreiter Florian Alt, dem aktuellen Titelverteidiger auf Honda. Dessen Team ging mit einer eigenwilligen Strategie an die Superpole-Entscheidung heran. „Wir haben nur einen Reifen verwendet und nicht zwei wie der Rest“, erzählt Alt. Er glaubt auch den Grund zu kennen, weshalb er Zweiter geworden ist. „In meiner schnellen Runde hatte ich auf der Start-Ziel-Geraden einen extrem langen Wheelie, der mich letztlich um die Pole gebracht hat. Ich bin aber auch wirklich über den Speed der vielen BMW überrascht.“

Alt fuhr mit der IDM-Honda nur vier Zehntel langsamer als Iker Lecuona mit der Werks-Honda in der Superbike-WM in Most vor einem Jahr. „Ich bin stolz auf das Team, dass es die Fireblade im Griff hat – ohne Vergleichsdaten von etlichen anderen Motorrädern zu haben“, kann er sich den Seitenhieb auf die opulente Übermacht von BMW in der Topklasse nicht verkneifen. Er sei auf jeden Fall für den Kampf um die Tabellenführung am Sonntag bereit, lässt Alt wissen.

Thomas Gradinger, Lorenzo Zanetti und Leandro Mercado sorgen mit den Startplätzen acht, neun und zehn auf Yamaha, Ducati und Kawasaki, dass sich noch alle weiteren Fabrikate ins Spitzenspiel einmischen. Zanetti hat den ersten Sieg des Jahres abgeräumt. Und egal, wo er ist: Zanettis Familien-Clan reist mindestens zwei Handvoll stark aus Italien an. Mutter, Vater, Schwester, Manager und noch viel mehr Gefolge spulen tausende Kilometer ab, um den Panigale V4R-Treiber zu unterstützen, der momentan Gesamt-Dritter in der Meisterschaft ist. Das ergibt eine Menge italienisches Temperament. 

Mit der Startnummer #69 hat sich übrigens Moritz Jenkner als Gastfahrer ins Feld geschmuggelt. Wer in Most fehlt und auch auf dem Schleizer Dreieck nicht auftauchen wird, ist Vladimir Leonov. Der Russe von Hertrampf Ducati Racing ist bei Testfahrten auf dem Moscow Raceway gestürzt und hat sich dabei die rechte Hand gebrochen. Heilungszeit: voraussichtlich vier Wochen. Damit ist Denis Hertrampfs Zugpferd in der IDM Superbike schon wieder nicht am Start. Sein Nachwuchsfahrer Oliver König kommt bislang schwer vorwärts.

Ergebnis Pre-Practice: 

Florian ALT (Honda), Ilya MIKHALCHIK (BMW), Jan-Ole JÄHNIG (BMW), Toni FINSTERBUSCH (BMW), Hannes SOOMER (BMW), Patrick HOBELSBERGER (BMW), Maximilian KOFLER (Yamaha), Lorenzo ZANETTI (Ducati), Leandro MERCADO (Kawasaki), Bálint KOVÁCS (BMW), Max SCHMIDT (BMW), Kevin ORGIS (BMW).

Ergebnis Superpole 1: 

Federico CARICASULO (Kawasaki), Thomas GRADINGER (Yamaha), Philipp STEINMAYR (BMW), Max ENDERLEIN (Yamaha), Luca GRÜNWALD (BMW), Colin VELTHUIZEN (BMW), Leon ORGIS (Yamaha), Marco FETZ (BMW), Milan MERCKELBAGH (BMW), Rob HARTOG (Yamaha), Oliver KÖNIG (Ducati), Marc MOSER (Ducati), Sandro WAGNER (BMW), Moritz JENKNER (BMW), Julius ILMBERGER (BMW), Björn STUPPI (BMW), Leon FRANZ (BMW).

Ergebnis Superpole 2: 

Ilya MIKHALCHIK, Florian ALT, Patrick HOBELSBERGER, Hannes SOOMER, Toni FINSTERBUSCH, Jan-Ole JÄHNIG, Kevin ORGIS, Thomas GRADINGER, Lorenzo ZANETTI, Leandro MERCADO, Maximilian KOFLER, Bálint KOVÁCS, Federico CARICASULO, Max SCHMIDT, Philipp STEINMAYR.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek