Dienstag, 26. September 2023

BCC-alpha-Van Zon-BMW: Saison 2023 im Ziel angekommen

Zum letzten Mal ging es für Fans und Fahrer der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM am vergangenen Wochenende auf die Reise. Mit am Start in der Klasse Superbike das von Werner Daemen und Andy Gerlich geführte Team BCC-alpha-Van Zon-BMW. In voller Mannschaftsstärke war das Team mit ihren fünf Piloten beim Finale auf dem Hockenheimring angetreten: Ilya Mikhalchik aus der Ukraine, Philipp Steinmayr aus Österreich, Max Schmidt aus Deutschland, Bálint Kovács aus Ungarn und Kamil Krzemien aus Polen.

Vizemeister 2023: Ilya Mikhalchik
Foto: Jens Hawrda


Ilya Mikhalchik war am vorletzten Wochenenden bei den 24 Stunden von Le Castellet mit seinen Kollegen noch auf das Podest der Langstrecken-Weltmeisterschaft gefahren und musste sich in Hockenheim erste wieder an seine BMW im IDM-Trimm gewöhnen. «Das ist schon ein Unterschied zwischen der EWC-BMW und der IDM-Version», erklärt der dreifache IDM-Champion und Dritte in der aktuellen Endurance-WM. «Bis auf den Namen haben die Motorräder nichts gemeinsam.» Das hinderte den Ukrainer aber nicht daran, sich die letzte Pole-Position des Jahres zu sichern. «Das ist schon schön», beurteilte er im Anschluss seine Leistung, «vor allem, weil ich nicht wie die meisten der Top Ten-Piloten hier im Vorfeld trainieren konnte. Und was meine theoretischen Titelchancen angeht? Ich bin glücklich, wenn mal ein anderer den Titel holt. Glücklicher wäre ich allerdings, wenn ich ihn holen würde.»

Im Rennen 1 erwies sich Mikhalchik als ein gewiefter Taktiker. Denn während sich die Konkurrenz an der Spitze mit zum Teil wilden Manövern das Leben schwermachte, schaute sich der BMW-Pilot die Sache erst einmal an. Seine Überholmanöver platzierte er gekonnt am Ende des Rennens und sicherte sich damit den ersten Sieg des Tages. Damit holte er den sechsten Sieg der Saison, keiner sollte in der IDM Superbike 2023 mehr schaffen, und konnte seine rein rechnerischen Titelchancen bis zum wirklich allerletzten Rennen aufrechterhalten. Doch die Chancen waren überschaubar.

Die Titelgeschichte war im zweiten Lauf schon nach wenigen Metern zu Ende erzählt. Während durch das Reverse Grid-Verfahren sein schärfster Konkurrent im Titelkampf, Florian Alt, den zweiten Lauf vom ersten Startplatz aus anging, musste Mikhalchik von Startplatz 9 los. Aus der ersten Runde kam er auf Platz 18 zurück. In mühevoller Kleinarbeit rackert er sich auf Platz 6 nach vorne und Alt reichte ein fünfter Platz zum Titelgewinn. «Ich hatte ein Problem mit der Bremse», schilderte Mikhalchik, «und das fast über die ganze Distanz. Da konnte ich nicht viel machen. In den Ecken habe ich versucht, im 600er-Fahrstil rumzukommen. Ohne das Problem hätte es mit dem zweiten Tagessieg klappen können. Wegen des Titels bin ich nicht so enttäuscht. Da war dieses Jahr eben einfach auch Pech dabei. Aber ich bin nach dem beschwerlichen Saisonbeginn wieder zurückgekommen und habe fast alles gewonnen. Danke an BMW und mein Team, sie haben wirklich hart gearbeitet.»

Philipp Steinmayr hatte ebenfalls das 24-Stunden-Rennen in den Knochen stecken, aber auch er zeigte sich fit und gut aufgelegt beim IDM-Finale und war mit seinem Qualifying und dem achten Startplatz so weit einverstanden. In den beiden Rennen am Sonntag bestätigte er sein Leistung, holte mit den Plätzen 8 und 7 weitere 17 Punkte und konnte seine Saison damit auf dem glänzenden sechsten Platz beenden. Entsprechend gelöst die Stimmung nach getaner Arbeit. 

«Ich gönne mir am Abend ein, zwei Bier und am Montag geht es weiter nach Nürnberg auf eine Messe», erläuterte er die Planung nach dem IDM-Finale. «Aber ich bin wirklich zufrieden mit meiner Saison. Nach dem Umstieg in das Team bin ich meiner Mannschaft echt dankbar. Das Bike war immer perfekt vorbereitet. Ich bin wie erwartet in einem Top-Team gelandet und konnte mich fahrerisch auch wirklich weiterentwickeln.» In den Rennen hatte er wie so oft auch mit seinen Teamkollegen zu tun bekommen. «Mein Start ins erste Rennen war toll», berichtet er begeistert, «kurzzeitig war ich sogar auf Platz 3. Die letzten ein, zwei Zehntel Sekunden fehlen mir halt noch. Vor allem am Kurvenausgang verliere ich noch und im Rennen ist man ja nicht allein auf der Strecke und da gestaltete es sich schwierig, beim Bremsen das Maximum rauszuholen. Rennen 2 war lustig. Ich hatte eine gute Ausgangsposition und kam durch das Reverse Grid aus der zweiten Reihe los. Es war mega zu fighten, wenn man da vorne ist. Wenn man dann noch einen guten Rhythmus findet, läuft es echt gut. Mit Max Schmidt hatte ich dann noch ein paar spaßige Kämpfe. Das hat uns zwar etwas Zeit gekostet und wir musste dadurch Florian Alt ein wenig ziehenlassen, aber es war echt spaßig. Am Ende waren dann der Grip und die Bremse ein wenig ein Thema, aber das war ja für alle gleich.» 

Max Schmidt musste am Freitag noch Geduld an den Tag legen. «Ich musste im ersten Freien Training einen Motor einfahren», berichtet er, «im zweiten hat es geregnet, so dass ich erst im dritten so richtig zum Fahren kam. Es ist zwar nicht das erste Mal für mich auf dem Hockenheimring, aber das erste Mal mit der BMW. Leider hatte ich im Vorfeld keine Gelegenheit, hier zu trainieren. Aber der Grundspeed stimmt.» Auch der Rest des Wochenendes stimmte, denn pünktlich zum Finale absolvierte der jüngste Fahrer im BMW-Team sein bisher bestes IDM-Wochenenden.

«Mit Rennen 1 bin ich happy», meinte er dann auch nach Rang 6. «Ich wusste, dass mein Speed etwas höher ist als Trainingsplatz 11 und ich bin sehr gut in den Lauf gekommen und war direkt an einer größeren Spitzengruppe dran. Die hat sich zwar dann etwas gedehnt, aber mein Tempo blieb hoch. Wir haben das Motorrad wirklich top hinbekommen und ich konnte fast bis ins Ziel konstant pushen. Ich war so schnell, dass wir erstmals das Podium in Sichtweite hatten und das ohne Harakiri-Aktionen. Dass ich das in Rennen 2 trotz Traum-Startplatz nicht mehr wiederholen konnte, lag an einem nicht mehr ganz so perfektem Grip und auch, dass ich mich kräftig mit Philipp Steinmayr auseinandersetzen musste. Das hat dem Rhythmus nicht gutgetan. In Summe war das aber klar mein bestes Rennwochenende und ich nehme das als sehr gutes Zeichen für die Zukunft. Ich muss mich gewaltig bedanken, dass mich das Team um Werner Daemen dabei so unterstützt hat. Meine BMW und die richtige Mannschaft sind mir über die Saison immer nähergekommen und beim Finale waren wir eine erfolgreiche Einheit. Ein sehr gutes Gefühl. Ich wünsche mir, wir können darauf aufbauen und das Teamwork fortsetzen.»

Kamil Krzemien hat beste Erinnerungen an den Hockenheimring, denn im Vorjahr hatte das Talent aus Polen an gleicher Stelle mit Rang 3 seinen ersten Podestplatz in der IDM Superbike einfahren können. Doch wo es Licht gibt, gibt es bekanntermaßen auch Schatten. Im Training hielt sich der Pole mit Startplatz 13 noch wacker. In der Regel konnte er sich in der Vergangenheit im Rennen immer noch einmal ein Stück steigern. Seine Rundenzeiten bezeichnete er dann auch als «okay». Doch plötzlich war Krzemien von der Bildfläche des Live-Streams verschwunden und ein Sturz wurde vermeldet.

«Ja, das war ich», erklärte er im Anschluss. «Ich war im Windschatten meines Vordermannes und habe dann einfach überbremst. Dadurch musste ich durchs Gras und als ich wieder auf die Strecke zurückkam, hat mich durch den dreckigen Hinterreifen ein übler Highsider erwischt.» Anschließend musste er zum Check ins Medical Center, da er über Schmerzen im rechten Fuß und der rechten Hüfte klagte. Von den Ärzten wurde er dann auch nicht zum zweiten Rennen zugelassen. «Gebrochen ist wohl nichts», meinte er anschließend, «aber anscheinend habe ich mich an den Bändern im Gelenk verletzt. Das wird nach meiner Heimreise dann entsprechend behandelt. Schade, dass die Saison so für mich zu Ende gegangen ist.»

Bálint Kovács war nach seinem Einsatz im Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft gut erholt bei IDM-Finale angekommen und wollte es bei den Freien Trainings am Freitag besonders gutmachen. Das es kurz vor der zweiten Session geregnet hatte, blieben die meisten Piloten in der Box. Nicht so der junge Ungar. «Man weiß nie, wie das Wetter am Renntag ist», so seine Überlegung, «und dann bin ich vorbereitet.» Seinen Eifer bezahlt er allerdings mit einem Ausrutscher. Er war glimpflich davongekommen und seine Mechaniker hatten bis zum Abschlusstraining alles wieder geradegebogen.

Nachdem er sich in den beiden Qualifyings Startplatz 10 geholt hatte, überzeugte Kovács in den Rennen mit den Plätzen 11 und 10. Gerne wäre er noch ein paar Plätze weiter vorne gelandet, doch am Ende seiner ersten komplette IDM-Saison durfte er sich in der Schlussrechnung über Platz 8 freuen. «Mittelprächtig», nannte er dann auch seine beiden Renn-Resultate. «Ich war zuletzt im Jahr 2020 hier und hatte seitdem keine Gelegenheit mehr, vor dem Finale 2023 hier zu testen. Das hat die Lage für mich etwas schwierig gemacht. Und irgendwie hatte ich mir etwas mehr erwartet, doch ich habe das Maximum rausgeholt. Doch mit dem achten Platz im Gesamtergebnis bin ich echt zufrieden. Für eine Rookie-Saison in der starken Meisterschaft ist das gut.»

Damit geht ein anspruchsvolles Jahr für das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW in der IDM zu Ende. Wie in jedem Jahr hatte der Rennsport wieder so einiges an Überraschungen zu bieten und bis auf ein paar kleinere Blessuren, konnte man das Jahr in der IDM Superbike erfolgreich abschließen. 

IDM Superbike 2023 Endstand nach 14 Rennen

1. Florian Alt (D/Honda) 221 Punkte
2. Ilya Mikhalchik (UKR/BMW) 196 Punkte
3. Patrick Hobelsberger (D/BMW) 191 Punkte
4. Hannes Soomer (EST/Honda) 185 Punkte
5. Toni Finsterbusch (D/BMW) 171 Punkte
6. Philipp Steinmayr (A/BMW) 144 Punkte
7. Bastien Mackels (B/Yamaha) 140 Punkte
8. Bálint Kovács (HUN/BMW) 100 Punkte
9. Jan-Ole Jähnig (D/BMW) 90 Punkte
10. Leandro Mercado (ARG/Kawasaki) 84 Punkte
11. Max Schmidt (D/BMW) 83 Punkte
12. Kamil Krzemien (PL/BMW) 69 Punkte
13. Vladimir Leonov (RUS/Yamaha) 69 Punkte
14. Daniel Kartheininger (D/Yamaha) 59 Punkte
15. Colin Velthuizen (NL/BMW) 52 Punkte


IDM Saisonfinale auf dem Hockenheimring

Florian Alt holt nach 13 Jahren den Titel für Honda

Geschafft, Florian Alt holt den Titel für Honda
Foto: Jens Hawrda

Beim IDM-Finale auf dem Hockenheimring bekamen Teams, Fans und alle Beteiligten zum Saisonabschluss nochmal ein absolutes Rennsport-Highlight geboten. Bei perfekten Bedingungen und vollen Tribünen fielen erst in den letzten Rennen am Sonntagnachmittag die Meisterschaftsentscheidungen in der IDM Superbike und Supersport. Neben einem neuen Meister gab es in der Superbike-Klasse auch einen Premierensieg zu feiern, bei den Supersportlern war der Ausgang sprichwörtlich bis kurz vor Schluss ungewiss und in der Supersport 300 konnte sich ein Rückkehrer über ein versöhnliches Saisonende freuen.


IDM Superbike – Rennen 1

Das erste Superbike Rennen war schon vor dem Start das Highlight des Wochenendes, denn trotz des komfortablen Vorsprungs von 36 Punkten in der Meisterschaft für Honda Holzhauer Pilot Florian Alt hatten mit Ilya Mikhalchik, Patrick Hobelsberger und Hannes Soomer noch drei weitere Piloten theoretische Chancen auf den Titel in der IDM Königsklasse. Die Mission für die Fahrer war klar: nur ein Sieg im Rennen konnte die kleine Chance erhalten und vor allem Mikhalchik hatte sich mit der Poleposition vor Hannes Soomer und Toni Finsterbusch die beste Ausgangsposition fürs Rennen geschaffen.

Der Ukrainer konnte seine Führung nach dem Rennstart aber nur bis zur zweiten Kurve behaupten und musste die Position an der Spitze dann an Hannes Soomer abgeben. Im zweiten Umlauf gelang es dann auch Toni Finsterbusch, am BCC Alpha van Zon Fahrer vorbeizugehen und der Sachse vom Team GERT56 attackierte kurz darauf auch Hannes Soomer (Team Enemat Enos Motorsport) an der Spitze. Der Meisterschaftsführende Florian Alt lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz fünf vor Finsterbuschs Teamkollegen Jan-Ole Jähnig.

Kurz vor Ende des ersten Renndrittels mischte sich dann Patrick „Pax“ Hobelsberger ins Geschehen ein, überholte erst Ilya Mikhalchik und nutzte anschließend einen Angriff Finsterbuschs auf Soomer, um sich in Führung zu setzen. Der IDM Superbike Rookie fiel in Runde elf aufgrund eines Problems erst auf Platz vier zurück und kam bei der Aufholjagd dann noch zu Sturz, konnte das Rennen aber wieder aufnehmen und auf Platz sieben beenden.

Den Kampf um den Sieg machten anschließend Hannes Soomer, Toni Finsterbusch und Ilya Mikhalchik unter sich aus. Während Mikhalchik gegen Rennende im stärker wurde, am Ende als Erster über die Ziellinie fuhr und so die Titelentscheidung auf das letzte Rennen des Jahres vertagte, konnten Toni Finsterbusch und Hannes Soomer in der Schlussphase die Paces des Ukrainers nicht mehr mitgehen. Toni Finsterbusch gelang mit Platz zwei sein erstes IDM Superbike Podium in Hockenheim, Soomer komplettierte vor Florian Alt und Bastien Mackels die Top 5.

IDM Superbike – Rennen 2

Während der Meisterschaftsführende Florian Alt im zweiten Rennen von der Revers Grid Regelung profitierte und nach seinem vierten Platz im ersten Lauf von der Pole ins Rennen gehen konnte, waren für den einzig verbliebenen Kontrahenten Ilya Mikhalchik die Bedingungen mit Startplatz neun erheblich schlechter.

Florian Alt nutzte auch seine gute Startposition und bog in Führung liegend in die erste Kurve ein. Statt nach vorne ging für Mikhalchik die Reise nach dem Start noch hinten los und der Ukrainer kam nur auf Position 18 liegend aus der ersten Runde zurück. Wie im ersten Lauf wurde der Ukrainer im Verlauf des Rennens immer stärker, im Kampf um den Titel konnte er aber nichts mehr bewegen.

An der Spitze hatte derweil der von Startplatz vier kommende Patrick Hobelsberger die Führung von Alt übernommen. Im dritten Umlauf gelang es dann auch seinem GERT56 Teamkollegen Toni Finsterbusch und Bastien Mackels (Team SWPN) Honda-Pilot Florian Alt hinter sich zu lassen. Hobelsberger ließ sich davon aber nicht mehr beeindrucken, baute mit den stärksten Rundenzeiten seinen Vorsprung aus und fuhr souverän den ersten Sieg für sich und das GERT56 Team in der IDM Superbike nach Hause.

Dahinter musste sich Toni Finsterbusch kurz vor Rennmitte wieder mit Hannes Soomer und Bastien Mackels auseinandersetzen und sich den beiden nach einiger Gegenwehr auch geschlagen geben. In der Schlussphase gelang es Finsterbusch zwar noch mal, die beiden zu attackieren, am Ende war es aber Soomer, der sich durchsetzen konnte und Mackels und Finsterbusch auf die Plätze verwies. Florian Alt komplettierte die Top 5 und holte damit für das Team von Holzhauer Racing Promotion den ersten Titel seit 13 Jahren. Patrick Hobelsberger wird in seiner Superbike Rookie-Saison hinter Ilya Mikhalchik Meisterschaftsdritter.


Montag, 25. September 2023

13.000 Besucher erleben den American Way of Life eim NASCAR in Oschersleben

Foto: Jens Hawrda

Die Motorsport Arena Oschersleben feiert mit rund 13.000 Menschen das Debüt der NASCAR Whelen Euro Series. Auch Gäste aus Amerika und politische Vertreter aus dem Konsulat in Leipzig sind bei der Veranstaltung dabei.


Der tiefe V8-Sound der NASCAR-Boliden, der emotionale Klang der amerikanischen Nationalhymne, tolle Live-Bands am Abend – zum Wochenende der NASCAR Whelen Euro Series vom 22.-24. September gab es einiges auf die Ohren. Zur Erstauflage der EuroNASCAR in der Motorsport Arena Oschersleben verfolgten 13.000 Rennsportbegeisterte das bunte Treiben.

Die Veranstaltung startete schon am Donnerstag mit einem Pre-Event auf dem Marktplatz der Stadt Oschersleben. Zahlreiche Schaulustige kamen in die Stadt, um die NASCAR-Fahrzeuge und die Fahrer hautnah zu erleben und Autogramme zu sammeln.

Auch zwei deutsche Teams gingen bei dieser international besetzten Serie an den Start. Marko Stipp Motorsport und Bremotion standen bereit, um den deutschen Fans eine tolle Show zu bieten. Bremotion mit Teamchef Patrick Brenndörfer hat an diesem Wochenende eine „Bilderbuchgeschichte“ hingelegt. So war schon mit dem dritten Platz von Tobias Dauenhauer am Samstag ein toller Erfolg für den deutschen Grand Prix zu verbuchen. Am Sonntag konnte er diese Leistung noch ausbauen und das Heimrennen in Oschersleben gewinnen. Er ist damit der erste deutsche Fahrer, welcher überhaupt ein NASCAR-Rennen gewonnen hat.

Auch hatten sie den Magdeburger Dominique Schaak in der EuroNASCAR2 im Gepäck, welcher die regionalen Fans mit guten Leistungen bei seinem ersten Start in dieser Serie begeisterte.

Als weiteres Highlight war Ryan Vargas mit dem 3F Racing Team vor Ort. Er geht sonst in der NASCAR Craftsman Truck Series in Amerika an den Start. Ryan war erstmals nach Deutschland gereist, um an diesem Wochenende zu seinem Geburtstag die zwei Rennen der NASCAR Whelen Euro Series in Oschersleben zu bestreiten. Ihn begleitete die amerikanische Moderatorin Jessie Punch, welche auch den berühmten Satz „drivers start your engines“ aussprechen und das Rennen mit der Flagge starten durfte.

Politische Größen, wie Landrat Martin Stichnoth und die Ministerin Dr. Lydia Hüskens für Digitales und Infrastruktur des Landes Sachsen-Anhalt waren am Rennsonntag vor Ort. Auch der Schirmherr der Veranstaltung John Crosby, Generalkonsul aus Leipzig, ließ es sich nicht nehmen, von der Siegerehrung aus eine Ansprache zu halten und Pokale für die erfolgreichen Piloten zu übergeben.

„Es war ein besonderes Wochenende mit der Lockerheit und dem Spirit, welchen man sonst nur direkt bei amerikanischen Sportveranstaltungen erleben kann.“, erfreut sich Ralph Bohnhorst, Geschäftsführer der Motorsport Arena Oschersleben. „Uns ist es mit der Verbindung aus Pre-Event in der Stadt und Rennwochenende mit einer Startaufstellung der besonderen Art und Weise und einen US-Car-Treffen gelungen, den American Way of Life in die Magdeburger Börde zu bringen.“, fasst Bohnhorst zusammen.

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Joos feiert mit Engelhart seinen Debütsieg im ADAC GT Masters

  •  Porsche-Teamchef Michael Joos stemmt am Red Bull Ring Siegerpokal in die Höhe
  •     Finn Gehrsitz und Sven Müller verkürzen mit Rang zwei Rückstand in der Meisterschaft
  •     Salman Owega und Elias Seppänen weiterhin Tabellenführer


Spielberg. Besser hätte das zehnte Saisonrennen des ADAC GT Masters für das Team Joos by Racemotion nicht laufen können. Nach der Pole-Position jubelte der Porsche-Rennstall auf dem Red Bull Ring am Sonntagnachmittag über einen Doppelsieg. Teamchef Michael Joos (Vöhringen) fuhr dabei erstmals in der traditionsreichen GT-Serie an der Seite von Christian Engelhart (Starnberg) im Porsche 911 GT3 R auf Platz eins. „Meine Rolle als Teamchef fordert mich während eines Rennwochenendes schon sehr. Dass ich dann noch ganz oben auf dem Podest stand, ist Wahnsinn. Ich kann es noch gar nicht glauben. Die regnerischen Bedingungen waren alles andere als einfach. Damit fand ich mich aber sehr schnell zurecht. Für das Team ist das ein unglaubliches Ergebnis“ sagte der Premieren-Sieger Michael Joos. Mit dem zweiten Platz meldeten sich Finn Gehrsitz (Stuttgart) sowie Sven Müller (Bingen/beide Team Joos by Racemotion) im zweiten Joos-Porsche im Kampf um die Meisterschaft zurück. Rang drei ging an Petru Umbrarescu (RO) und den früheren DTM-Rennsieger Philip Ellis (GBR) im Mercedes-AMG GT3 des Haupt Racing Teams.

Der zehnte Saisonlauf des ADAC GT Masters startete bei Regen sowie Temperaturen von 14 Grad Celsius. Pole-Setter Engelhart nutzte seine gute Ausgangslage und bog als Führender in die erste Kurve der 4,318 Kilometer langen Rennstrecke in Österreich ein. Der ADAC GT Masters-Champion von 2020 behielt in der Steiermark den Durchblick und zeigte sich von den vielen spannenden Duellen hinter ihm unbeeindruckt. Nach dem Fahrerwechsel kehrte Joos wieder als Erster auf die Strecke zurück. Der Teamchef des Team Joos by Racemotion knüpfte nahtlos an die Leistung des mittlerweile 18-fachen Laufsiegers Engelhart an und überquerte erstmalig als Gewinner im ADAC GT Masters die Ziellinie.

Im Kampf um den zweiten Platz entwickelte sich schon früh ein mitreißender Zweikampf zwischen Ellis und Müller. In der Schlussphase übte Gehrsitz, der das Cockpit von Müller übernahm, großen Druck auf den Mercedes-AMG-Piloten Umbrarescu aus und eroberte sich mit einem spektakulären Überholmanöver den Silberrang. „Sven überreichte mir das Steuer als Dritter. Das Rennende rückte immer näher und mir lief die Zeit davon. Da wir um die Meisterschaft kämpfen, habe ich es einfach probiert und musste beim Überholmanöver großes Risiko eingehen“, erklärte Gehrsitz, der auch die Pirelli-Junior-Wertung gewann. Mit dem dritten Platz freuten sich Umbrarescu und Ellis über Pokale bei der Siegerehrung. „Schön, wieder im ADAC GT Masters zu starten. Zu Beginn des Rennens boten wir mit vielen Duellen mega Racing. Die schwierigen Bedingungen lagen dem Mercedes-AMG. Toll, dass wir unsere Leistung mit Rang drei belohnen konnten“, äußerte sich der zweimalige ADAC GT Masters-Rennsieger Ellis.

Den vierten Platz sicherten sich die Porsche-Piloten Jannes Fittje (Langenhain) und Nico Menzel (Kelberg/beide Huber Motorsport). Fünfter wurden John Paul Southern (USA) sowie Jonas Karklys (LT/beide Liqui Moly Team Engstler) mit einem Audi R8 LMS GT3 Evo2. Mit Platz sechs schlossen die Meisterschaftsführenden Salman Owega (Köln) sowie Elias Seppänen (FIN/beide Landgraf Motorsport) das Rennen auf dem Alpenkurs ab. Zuvor erhielten die beiden Mercedes-AMG-Piloten für das Verursachen einer Kollision eine Zeitstrafe von 15 Sekunden. Auf dem siebten Rang sah Alain Valente (Haupt Racing Team) die Zielflagge. Der Schweizer pilotiert den Mercedes-AMG GT3 mit Ralf Aron (EST). Als achtbestes Fahrerduo ordnete sich das Lamborghini-Duo Benjamin Hites (CHL) und Marco Mapelli (I/beide GRT Grasser-Racing-Team) ein. Auf Rang neun beendeten Eduardo Coseteng (PHL) und Ben Green (GBR) mit dem Schubert-BMW das Rennen. Die Top-Ten komplettierten Maxime Oosten (NL) und Bruno Spengler (CAN) im BMW M4 GT3 von FK Performance Motorsport.

Nach dem vorletzten Saisonstopp in Österreich reisen Owega und Seppänen mit 158 Punkten als Tabellenführer an den Hockenheimring Baden-Württemberg. Mit 20 Zählern Rückstand folgen Gehrsitz und Müller. Vom 20. bis 22. Oktober sucht das ADAC GT Masters beim Saisonfinale auf der Rennstrecke in der Schwetzinger Hardt seine neuen Meister.


René Rast holt seinen ersten Sieg für BMW

  •     Schubert Motorsport jubelt über Doppelerfolg am Red Bull Ring
  •     Lokalmatador Thomas Preining übernimmt Führung im Gesamtklassement
  •     45.000 Besucher auf dem Alpenkurs beim vorletzten Tourstopp der DTM

Renè Rast #33, BMW M4 GT3
Foto: Jens Hawrda

René Rast (Bregenz) räumte am Red Bull Ring ab: Nach seiner 26. Pole-Position am Sonntagmorgen legte der dreimalige DTM-Champion nach und holte am Mittag nicht nur seinen 26. Sieg in der DTM, sondern auch seinen Premieren-Erfolg für BMW. „Erst die Pole-Position und dann mein erster Sieg für BMW, das war ein perfekter Auftritt von uns. Möglicherweise kommt mit der kurz bevorstehenden Geburt meines Sohnes noch ein weiteres Highlight hinzu. Diesen Tag werde ich mir dick im Kalender einkreisen. Von außen sah es durch meinen Vorsprung vielleicht einfach aus, aber du musst die ganze Zeit voll konzentriert sein, um keine Fehler zu machen“, freute sich der werdende Vater, der nach der Siegerehrung sofort zu seiner hochschwangeren Frau aufbrach. Mit einem Rückstand von 1,263 Sekunden wurde sein Teamkollege Sheldon van der Linde (ZA) Zweiter, hat jedoch trotz dieser guten Platzierung nur noch theoretische Chancen, seinen Titel zu verteidigen. Ganz anders Porsche-Pilot Thomas Preining (A), der mit dem dritten Rang bei seinem Heimrennen die Führung in der Gesamtwertung zurückeroberte. Somit erwartet die Fans beim Finale auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg (20. bis 22. Oktober) ein Dreikampf um den Titel – Preining, Lamborghini-Werkspilot Mirko Bortolotti (I) und Ricardo Feller (CH) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 möchten sich zum Champion krönen.

Keyfacts, Red Bull Ring, Saisonrennen 14 von 16

  •     Streckenlänge: 4.318 Meter
  •     Wetter: 13 Grad Celsius, bewölkt
  •     Pole: René Rast (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #33), 1:27,671 Minuten
  •     Sieger: René Rast (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #33)
  •     Schnellste Rennrunde: Sheldon van der Linde (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #1), 1:28,465 Minuten



Der 14. Meisterschaftslauf der DTM im österreichischen Spielberg verlief wesentlich ruhiger als das hektische Rennen am Samstag. Pole-Setter Rast behauptete nach dem Start seine Führung vor Sheldon van der Linde. Im weiteren Verlauf konnte das Duo von Schubert Motorsport einen kleinen Vorsprung herausfahren. Preining vom Team Manthey EMA folgte auf Platz drei vor Clemens Schmid (A) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 und BMW-Pilot Marco Wittmann (Fürth) von Project 1. Verlierer der Anfangsphase war der bis dahin Gesamtführende Bortolotti von SSR Performance. Der 33-Jährige fiel nach einem Reifenschaden von Rang neun über eine halbe Runde zurück und beendete das Rennen auf der 21. Position. In der Meisterschaft rutschte Bortolotti zehn Punkte hinter Spitzenreiter Preining auf Platz zwei.

Die Top-Fahrer absolvierten ihren Pflicht-Boxenstopp erst spät, um flexibel zu sein, da erste Regentropfen fielen. Es blieb jedoch bei leichtem Nieseln, das die Streckenverhältnisse nicht entscheidend veränderte. Somit kehrten alle Fahrzeuge mit Slicks auf die Strecke zurück. Das Führungs-Trio Rast, Sheldon van der Linde und Preining überzeugte mit schnellen Reifenwechseln und behauptete die ersten drei Podiumsplätze souverän bis ins Ziel. Wittmann konnte sich noch auf Rang vier verbessern, Dennis Olsen (N) stellte seinen Porsche 911 GT3 R nach 41 Runden als Fünfter ab. Lokalmatador Schmid vom GRT Grasser-Racing-Team aus dem österreichischen St. Margarethen belegte Platz sechs vor einem weiteren Porsche 911 GT3 R mit Ayhancan Güven (TR) am Steuer. Es folgten die beiden Teamkollegen Jack Aitken (GB) und Thierry Vermeulen (NL) im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing auf den Rängen acht und neun. Arjun Maini (IND) war als zehnter schnellster Mercedes-AMG-Pilot.

Weitere Stimmen zum Rennen

Sheldon van der Linde: „In der ersten Runde habe ich direkt versucht, an René Rast vorbeizuziehen. Leider hat es nicht gereicht. Danach hat René keinen Fehler gemacht und sich den Sieg verdient. Eine Team-Order kam nicht in Frage, davon bin ich kein Fan. Der Titelkampf ist für mich realistisch betrachtet gelaufen, aber ich werde alles geben, um mir den dritten Platz zu holen.“

Thomas Preining: „Die neun Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze vor dem Rennwochenende konnten wir in einen Zehn-Punkte-Vorsprung umwandeln. So schnell kann es in der DTM gehen. Den Red Bull Ring verlasse ich mit einer riesigen Gänsehaut. Mein Heimspiel hat mit vielen Medienterminen schon vergangenes Wochenende begonnen und sich von Anfang an großartig angefühlt. Ich habe die tolle Unterstützung der österreichischen Fans gespürt, das war etwas ganz Besonderes.“

Ergebnis, 2. Rennen, Red Bull Ring (Top_Five)

1. René Rast (D/Schubert Motorsport)
2. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), +1,263 Sekunden
3. Thomas Preining (A/Manthey EMA), +4,723 Sekunden
4. Marco Wittmann (D/Project 1), +7,316 Sekunden
5. Dennis Olsen (N/Manthey EMA), +11,907 Sekunden