Freitag, 15. September 2023

Lucas Auer: „Die Jungs haben mich nach Strich und Faden veräppelt“

  • Österreicher vom Mercedes-AMG Team Winward vor seinen Heimrennen im Interview
  • Auer spricht über seinen bedeutendsten DTM-Sieg und verrät, weshalb die Fans sich auf das Wochenende am Red Bull Ring freuen dürfen

Lucas Auer # 22 Mercedes-AMG Team Winward
Foto: Jens Hawrda

Über 130 DTM-Rennen und fast acht Saisons: Der Österreicher Lucas Auer zählt zu den erfahrensten Piloten im diesjährigen Starterfeld. Nach einem schwierigen Auftakt folgte eine ansteigende Formkurve mit zwei Podiumsplätzen am Nürburgring. Das nächste DTM-Rennwochenende auf dem Red Bull Ring (22. bis 24. September) wird für den 29-jährigen Tiroler zum Heimspiel. Im Interview erzählt der Mercedes-AMG Performance-Fahrer von der Motorsport-Begeisterung in Österreich, falschen Erwartungen in seiner Debüt-Saison und den Herausforderungen nach seiner Verletzung.

Dein Heimspiel auf dem Red Bull Ring steht an. Was erwartest du in Spielberg?

Meine Vorfreude auf den Red Bull Ring ist riesig! Das ist mein absolutes Saison-Highlight. Meistens hatte ich ziemlich coole Heimrennen und die österreichischen Fans feiern solche Events. Ich stehe aktuell bei neun DTM-Siegen. Den Jubiläumserfolg am Red Bull Ring zu holen, wäre natürlich überragend.

Was hat die Strecke in der Steiermark zu bieten?

Natürlich ist das Qualifying in der DTM sehr wichtig, aber es gibt auf dem Red Bull Ring auch im Rennen viele Überholmöglichkeiten. Was die Strecke aber klar von anderen unterscheidet, ist das Umfeld. Bei dieser perfekten Kulisse mit den Bergen und der Naturlandschaft fühlt sich einfach jeder wohl. Egal ob Fan, Ingenieur oder wir Fahrer.

Welche Rolle spielt Motorsport in deiner Heimat?

Die Österreicher sind ein Motorsport-verrücktes Volk. Lange Zeit war ich der einzige Österreicher in der DTM. Es freut mich, dass mit Thomas Preining, Clemens Schmid und mir drei Top-Fahrer unser Land vertreten. Ich finde es schon beeindruckend, wie viele super Piloten aus Österreich im GT-Sport weltweit unterwegs sind. In meiner Heimat ist man stolz auf uns Sportler, das spüre ich und ist toll zu sehen.

Wie bewertest du die bisherige Saison?

Grundsätzlich sehe ich die Saison positiv. Nach meinem Unfall in Daytona und der anschließenden Operation stand lange nicht fest, wann ich wieder fit sein würde. Ich bin sehr froh, dass alles rechtzeitig bis zum Saisonstart geklappt hat. Auch wenn ich beim Pre-Season-Test nicht dabei war und keine klassische Vorbereitung absolviert habe. Die ersten beiden Rennwochenenden in Oschersleben und Zandvoort haben wir uns extrem schwergetan, aber uns danach erfolgreich zurückgekämpft.

Wie erklärst du dir die Entwicklung?

Ich führe das teilweise schon auf meine Verletzung zurück, weil wir durch die fehlende Vorbereitung viele Dinge erst während der Saison ausprobieren konnten. Es gibt dieses Jahr einige Neuerungen, unter anderem den Pirelli-Reifen, der eine wichtige Rolle spielt. Zu Beginn fehlte uns da einfach die Erfahrung, dazu haben wir am Setup einige Dinge getestet. Irgendwann hat es dann bei mir endlich Klick gemacht und uns ist ein richtiger Sprung gelungen.

Aktuell stehst du bei neun DTM-Siegen. Welcher bedeutet dir am meisten?

Definitiv mein Debütsieg am Lausitzring in der Saison 2016, weil der für mich den Durchbruch bedeutete. Das war ein magischer Moment. Ehrlich gesagt, lag damals ziemlich großer Druck auf meinen Schultern. Ich wusste einfach, dass es irgendwann endlich klappen muss mit meinem ersten DTM-Erfolg. Wenn du als junger Fahrer nicht performst, bist du früher oder später raus. Das war damals aus meiner Sicht extremer als heute, weil zu der Zeit unglaublich viele Talente von hinten nachgerückt sind.

Du bist in deiner achten DTM-Saison. Welche Verbindung hast du zur Serie?

Die DTM ist meine sportliche Heimat. Hier bin ich zum Profirennfahrer gereift. Ich kann mich noch an meine erste Saison erinnern. Damals zählten unter anderem große Namen wie Mattias Ekström, Timo Scheider oder Gary Paffett zum Starterfeld. Mittlerweile selbst so lange dabei zu sehen, fühlt sich unglaublich an. Die DTM ist die härteste GT3-Serie der Welt. Hier treffen die besten Fahrer und Teams aufeinander. Sobald du einen Fehler machst, bist du weg vom Fenster. Diese Competition macht einfach Spaß.

Mit welchen Erwartungen bist du 2015 in deine erste DTM-Saison gegangen?

Ich war immer etwas erfolgsverwöhnt und habe gedacht, in der DTM wird es schon ähnlich laufen. Ich geh da rein und hau die weg. Die Jungs haben mich auf der Strecke aber nach Strich und Faden veräppelt. Für mich war das eine völlig neue Welt. Ich musste erstmal lernen, wie man in so einem großen Team überhaupt arbeitet. Die ersten Rennen waren richtig taff, aber dann habe ich mich reingearbeitet. Am Nürburgring stand ich sogar auf der Pole-Position, also hatte ich durchaus den Speed.

Welche Ratschläge hast du mit deiner Erfahrung aus über 130 DTM-Rennen für junge Nachwuchspiloten?

Natürlich brauchst du im Motorsport Budget, aber als junger Fahrer musst du mehr Arbeitsmoral als deine Konkurrenten mitbringen. Ich bin überzeugt, dass sich Leistung am Ende immer durchsetzt. Dadurch werden Sponsoren oder Hersteller auf einen aufmerksam. Wer es unbedingt schaffen will und das nötige Talent besitzt, findet einen Weg. Außerdem muss man schnell aus seinen Fehlern lernen, denn ewig Zeit hast du nicht.

Mittwoch, 13. September 2023

Sheldon van der Linde und René Rast erkämpfen an schwierigem DTM-Wochenende Top-10-Platzierungen

Kampfgeist war am sechsten DTM-Rennwochenende der Saison auf dem Sachsenring (GER) von den BMW M Motorsport Teams und Fahrern gefragt. Das Layout des Kurses kam den Stärken des BMW M4 GT3 nicht entgegen, und die Einstufung des Fahrzeugs hat auch nicht dazu beigetragen, das Podium in Reichweite zu bringen. Sheldon van der Linde (RSA) erzielte mit Platz sechs am Samstag das beste Ergebnis aus BMW M Motorsport Sicht. Sein Schubert Motorsport Teamkollege René Rast (GER) fuhr in beiden Rennen auf Platz acht. Marco Wittmann (GER) kam bei seiner Rennpremiere auf dem Sachsenring am Sonntag als Zwölfter in die Punkte.

Sheldon van der Linde #1, BMW M4 GT3
Foto: Jens Hawrda


Hauptproblem war der Speed des BMW M4 GT3 auf eine Runde im Qualifying. Von Startplätzen im Mittel- und Hinterfeld war der Kampf um Podestplätze nicht mehr möglich, obwohl die BMW M Motorsport Fahrer in den Rennen starke Comebacks zeigten. Rast fuhr am Samstag von Startplatz 18 und am Sonntag von Position 15 jeweils auf Rang acht. Wittmann verbesserte sich am Sonntag von Startplatz 22 auf zwölf und am Samstag von 24 auf 18. Van der Linde fuhr am Samstag seinen sechsten Rang von Startplatz elf heraus. Am Sonntag schied er in Folge einer Kollision in der ersten Runde aus. Sandro Holzem (GER) belegte im #56 BMW M4 GT3 vom Team Project 1 die Plätze 20 und 16.

In der Fahrerwertung liegt Titelverteidiger van der Linde vier Rennen vor Saisonende mit 113 Punkten auf Platz vier. In der Teamwertung rangiert Schubert Motorsport mit 192 Zählern ebenfalls auf dem vierten Rang.

Renè Rast #33, BMW M4 GT3
Foto:Jens Hawrda

Stimmen zum DTM-Wochenende auf dem Sachsenring


Sheldon van der Linde (#1 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Körperlich fehlt mir nichts, das ist nach meinem Unfall erst einmal das Wichtigste. Allerdings muss ich schon sagen, dass mir im ersten Moment des Aufpralls erst einmal die Luft weggeblieben ist. Insgesamt hat mich dieses Wochenende natürlich im Titelkampf weit zurückgeworfen. Es wird extrem schwierig, meinen Titel noch zu verteidigen, aber ich gebe nicht auf. Am Red Bull Ring waren wir in der Vergangenheit stark, von daher hoffe ich dort auf deutlich bessere Ergebnisse.“

René Rast (#33 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Das war leider an ganz schwieriges Wochenende für uns. Wir hatten das nach den Trainings am Freitag schon befürchtet. Hier war der BMW M4 GT3 nicht in der Lage, den Speed der Spitze mitzugehen. Im Qualifying hatte ich am Sonntag eigentlich eine gute Runde und dennoch rund eine Sekunde Rückstand. Das sagt eigentlich alles. Von so weit hinten habe ich in den Rennen zwar noch einige Positionen gutgemacht, aber für die Spitze reicht das einfach nicht mehr.“

Marco Wittmann (#11 BMW M4 GT3, Project 1): „Da wir im Vorfeld nicht auf dem Sachsenring testen konnten, hatten wir von Beginn an einen Erfahrungsrückstand, zumal auch ich selbst noch nie auf dem Sachsenring Rennen gefahren bin. Dazu kam dann noch ein technischer Defekt im ersten Training, der uns weitere wertvolle Testkilometer gekostet hat. Die fehlende Erfahrung hat sich vor allem in den Qualifyings bemerkbar gemacht. In den Rennen konnte ich jeweils noch einige Plätze gutmachen und am Sonntag Punkte holen. Das ist unter den Voraussetzungen an diesem Wochenende gut, aber generell nicht mein Anspruch. Ich hoffe jetzt, dass wir an den verbleibenden Wochenenden in Spielberg und Hockenheim, wo wir mehr Erfahrung haben, besser aussehen und in dieser Saison noch ein Highlight setzen können.“

Dienstag, 12. September 2023

Doppelsieg: Sasse/Ortmann gewinnen auch Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring

  • Aston Martin-Piloten bauen mit viertem Saisonsieg Tabellenführung aus.
  • Mex Jansen und Nico Hantke im BMW auf Platz zwei.
  • Marat Khayrov mit siebtem Trophy-Sieg des Jahres.

Sasse/Ortmann bauen mit Doppelsieg Tabellenführung aus
Foto: Jens Hawrda


Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) sind die großen Triumphatoren beim Rennwochenende der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring. Nach dem Lauf am Samstag gewann das Aston Martin Vantage GT4-Duo auch das Sonntagsrennen auf der Berg- und Talbahn bei Chemnitz und baute die Tabellenführung damit weiter aus. Platz zwei ging an Mex Jansen (17/NLD) und Nico Hantke (19/Hürth, beide Walkenhorst Motorsport) im BMW M4 GT4 vor deren Markenkollegen Mohan Ritson (21/GBR) und Tom Wood (21/GBR, beide FK Performance Motorsport). „Wir haben hier in den letzten Jahren sechs Rennen in der ADAC GT4 Germany bestritten und davon fünf gewonnen. Eigentlich müssten wir am Sachsenring nun eine zweite Staatsbürgerschaft bekommen“, lachte Ortmann nach dem Rennen.

Jannes Fittje (24/Langenhain, AVIA W&S Motorsport) begann das Rennen zunächst von der Pole-Position aus und setzte sich nach dem Start auch schnell ein wenig an der Spitze des Feldes ab. Der von Rang vier losgefahrene Hugo Sasse büßte zunächst eine Position ein, konnte nach rund zehn Minuten mit zwei starken Überholmanövern jedoch auf den dritten Platz vorfahren - und lag aussichtsreich hinter Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport). Nach gut 20 Minuten musste das Rennen dann jedoch wegen eines Unfalls von Dominique Schaak (32/Magdeburg) im Mercedes-AMG von EastSide Motorsport mit der roten Flagge unterbrochen werden.

Nach einer Unterbrechung erfolgte der Re-Start hinter dem Safety-Car. Mann der ersten Rennhälfte war Gabriele Piana (36/ITA), der im BMW von Hofor Racing by Bonk Motorsport vom 26. Startplatz bis auf die sechste Position vor fuhr. Sein Teamkollege Marat Khayrov (36/KGZ) hatte nachdem alle Fahrerwechsel absolviert waren, dann sogar kurz in Führung gelegen.

Sasses Partner Ortmann lag nach dem Boxenstopp noch kurzzeitig hinter Zulaufs Teamkollege Daniel Gregor (17/Maikammer), konnte diesen aber schnell überholen. Wenig später fiel Gregor jedoch mit einem Reifenschaden weit zurück. Zwischen Ortmann und dem noch immer führenden Khayrov befand sich noch David Jahn (32/Leipzig), der den zu Beginn führenden Porsche von Fittje übernommen hatte. Jahn und Ortmann hatten Khayrov dann aber schnell überflügelt und schnappten sich die Spitze. Doch auch bei Jahn gab es einen Reifenschaden, der zur Aufgabe führte. Somit war der Weg frei für den Sieg von Ortmann und Sasse. Khayrov fiel noch bis auf die final sechste Position zurück, konnte sich aber über den nächsten Triumph in der Trophy-Wertung freuen.

Hinter Ortmann kam es zu einem BMW-internen Duell zwischen Mohan Ritson im M4 GT4 von FK Performance Motorsport und Nico Hantke von Walkenhorst Motorsport, das der Deutsche erst in der letzten Runde für sich entschied. Hantke und Jansen gewannen zusätzlich auch die Junior-Wertung.

Vierte wurden Jan Philipp Springob (22/Olpe) und Simon Primm (18/Großschirma, beide CV Performance Group) im Mercedes-AMG GT4 vor dem BMW-Duo Sami-Matti Trogen (21/FIN) und Enzo Joulié (19/FRA, beide Walkenhorst Motorsport). Rang sieben ging an Max Kronberg (36/Berlin) und Hendrik Still (36/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche vor Denis Bulatov (24/Köln) und Marc de Fulgencio (24/ESP, beide BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport) im Mercedes-AMG sowie Nicolaj Møller Madsen (30/DNK) und Ivan Ekelchik (26/ARM, beide Wimmer Werk Motorsport) in einem weiteren Porsche. Die Top Zehn komplettierten Rodrigo Almeida (19/MOZ) und Josef Knopp (19/CZE, beide BWT Mücke Motorsport) in einem weiteren Mercedes-AMG.

Stimmen nach dem Rennen

Mike David Ortmann – Sieger für Prosport Racing
„Ich bin sprachlos, dass wir nach dem Sieg gestern heute nochmals gewinnen konnten. Hugo hat am Anfang einen super Job gemacht. Wir hatten dann vielleicht ein wenig Glück mit dem Ausfall des W&S-Porsche, wobei wir aber auch die Pace gehabt hätten, um nach vorne zu fahren. Danke nochmals an das ganze Team für das perfekte Wochenende.“

Hugo Sasse – Sieger für Prosport Racing
„Ich bin nach dem Start zunächst zurückgefallen, doch konnte mich dann wieder auf Platz drei vorarbeiten. Danach habe ich das Auto nur gemanagt. Mike hat im zweiten Rennabschnitt dann den Sieg nach Hause gefahren. Das ganz Team arbeitet immer extrem hart, was einfach nur lobenswert ist. In Hockenheim wollen wir nun versuchen, den Titel sicherzustellen.“

Mex Jansen – Platz zwei für Walkenhorst Motorsport
„Die Qualifikation heute Morgen lief nicht perfekt, somit hatten wir höchstens ein Top-Fünf-Ergebnis erwartet. Wir hatten aber schon gestern gezeigt, dass wir hier Pace haben. Ich hatte dann einige Konkurrenten überholt - und Nico später genauso. Somit wurde es am Ende ein unerwarteter zweiter Platz.“

Nico Hantke – Platz zwei für Walkenhorst Motorsport
„Es war ein super Rennen. Wir hatten jedoch bis zum Schluss Respekt davor, wieder einen Reifenschaden zu bekommen. Deswegen habe ich bis zur letzten Runde gewartet, um den vor mir fahrenden BMW zu überholen. Wir hätten nie gedacht, so weit nach vorne zu kommen und freuen uns sehr.“

Tom Wood – Platz drei für FK Performance Motorsport
„Ich bin überglücklich. Es ist ein tolles Gefühl, wieder einmal auf dem Podium zu stehen – insbesondere auf einem so hohen Level wie in der ADAC GT4 Germany. Ein großer Dank geht an FK Performance. Das Auto fuhr sich das ganze Rennen wie auf Schienen.“

Mohan Ritson – Platz drei für FK Performance Motorsport
„Mir fehlen einfach die Worte. Das Podium ist unglaublich. Wir hatten zwar immer ein starkes Auto, aber dennoch bislang ein schwieriges Jahr. Das ganze Team hat sich dieses Podium nun redlich verdient. Natürlich ist es schade, Platz zwei in der letzten Runde verloren zu haben, doch es wird nicht unser letztes Podium in der ADAC GT4 Germany sein.“

Mercedes-AMG Customer Racing mit erfolgreichem Wochenende am Sachsenring

  •  Luca Stolz holt am Samstag die Pole-Position und fährt im ersten Rennen zum Sieg
  •  Zudem Platz zwei im Sonntagsrennen für den Mercedes-AMG Performance Fahrer
  •  Salman Owega und Elias Seppänen erneut im ADAC GT Masters siegreich

Luca Stotz - Platz 1 am Samstag, Platz 2 am Sonntag
Foto: Jens Hawrda

Ein Sieg und ein zweiter Platz lautet die erfolgreiche Bilanz von Mercedes-AMG Customer Racing beim sechsten Rennwochenende der DTM-Saison 2023 auf dem Sachsenring. Beim Comeback der Rennserie auf der Traditionsstrecke bei Hohenstein-Ernstthal nach 21 Jahren Pause, gelang AMG Performance Fahrer Luca Stolz in beiden Wertungsläufen der Sprung auf das Siegertreppchen. Der Deutsche und das Mercedes-AMG Team HRT haben bei sommerlichen Temperaturen von rund 30 Grad an beiden Renntagen erneut den starken Speed des Mercedes-AMG GT3 unter Beweis gestellt. In der Gesamtwertung hat sich Luca Stolz mit einer fast optimalen Ausbeute von 49 Punkten bis in die Top 5 nach vorne gearbeitet.

DTM-Rennen 1: Luca Stolz holt den zweiten Saisonerfolg für Mercedes-AMG

Im ersten Rennen am Samstag war Luca Stolz eine Klasse für sich. Er sicherte sich mit seinem Mercedes-AMG GT3 mit der #4 am Vormittag die Pole-Position und damit drei Bonuspunkte für die Gesamtwertung. Im Rennen kontrollierte Luca Stolz vom Start weg das Geschehen und baute sich schnell ein Zeitpolster auf. Auch von einer frühen Safety-Car-Phase wegen Trümmerteilen auf der Strecke ließ sich der 27-Jährige nicht aus der Ruhe bringen. Nach dem Restart setzte er sich erneut rasch von seinen Verfolgern ab. Die Strategie des Mercedes-AMG Teams HRT mit einem frühen Reifenwechsel erwies sich ebenfalls als goldrichtig. Souverän krönte Luca Stolz die hervorragende Teamleistung und fuhr den Sieg mit 2,7 Sekunden Vorsprung sicher nach Hause. Für ihn ist es der zweite DTM-Erfolg überhaupt, für Mercedes-AMG Customer Racing der zweite Sieg in diesem Jahr. In den ersten zehn Saisonrennen stand Luca Stolz schon zweimal als Dritter auf dem Siegertreppchen.

Mit den Plätzen 13 und 14 sammelten auch Stolz‘ Teamkollege Arjun Maini (IND) und Jusuf Owega (GER) vom Mercedes-AMG Team BWT wertvolle Punkte. David Schumacher (GER) kam im Fahrzeug #27 des Mercedes-AMG Team WINWARD auf Position 17 ins Ziel. Die beiden Mercedes-AMG Performance Fahrer Lucas Auer (AUT) und Maro Engel (GER) schieden im Samstagsrennen vorzeitig aus.

DTM-Rennen 2: Fast perfektes Wochenende für Luca Stolz

Auch am Sonntag präsentierte sich Luca Stolz in Topform. Diesmal steuerte er seinen Mercedes-AMG GT3  im Qualifying am Vormittag auf den dritten Startplatz. Im Rennen arbeitete er sich gleich nach dem Start auf die zweite Position vor - trotz 20 Kilogramm Erfolgsballast durch den Laufsieg vom Vortag. Diese Platzierung behauptete Luca Stolz auch, nachdem das Rennen wegen eines Startcrashs abgebrochen und neu gestartet werden musste. In den insgesamt 46 Runden hielt Luca Stolz nicht nur den hochsommerlichen Temperaturen, sondern auch dem enormen Druck der Konkurrenz stand.

Eine tadellose Leistung zeigten auch die drei Mercedes-AMG Junior Fahrer Arjun Maini, Jusuf Owega und David Schumacher. Sie überstanden die Scharmützel am Start unbeschadet und überzeugten anschließend mit konstant schnellen Rundenzeiten. Am Ende überquerte das Trio die Ziellinie auf den Plätzen sieben, neun und elf und sammelte damit reichlich Punkte. Lucas Auer bewies im Sonntagsrennen auf dem Sachsenring enormen Kampfgeist und beendete das Rennen trotz einiger Zwischenfälle und Strafen auf Platz 15. Damit sammelte der Pilot des Mercedes-AMG Team WINWARD den letzten Punkt. AMG Markenbotschafter Maro Engel war im Qualifying als Siebter zweitbester Mercedes-AMG Pilot, schied aber als unschuldiges Opfer des Startunfalls bereits nach einer Runde aus.


Owega/Seppänen mit Doppelsieg am Sachsenring
Foto: Jens Hawrda


ADAC GT Masters: Saisonsiege Nummer drei und vier für Salman Owega und Elias Seppänen

Noch erfolgreicher als Luca Stolz war ein Mercedes-AMG Duo im ADAC GT Masters. Im Rahmenprogramm der DTM gewannen Salman Owega (GER) und Elias Seppänen (FIN) beide Wertungsläufe auf dem Sachsenring. Am Samstag sicherte sich Owega im Mercedes-AMG GT3 #48 von Landgraf Motorsport die Pole-Position und legte damit den Grundstein für einen dominanten Erfolg. Das zweite Rennen am Sonntag gewann das Duo von Startplatz drei. Durch den Doppelsieg liegen Owega und Seppänen nun auch in der Gesamtwertung komfortabel in Führung. Das Haupt Racing Team brachte in beiden Läufen einen weiteren Mercedes-AMG GT3 auf das Podium. Im ersten Rennen fuhren Maximilian Götz (GER)/Petru Umbrarescu (ROU) auf Rang drei, im zweiten Rennen wurden ihre Teamkollegen Ralf Aron (EST)/Alain Valente (SUI) Dritte.


Stimmen zum Rennwochenende am Sachsenring

Luca Stolz, Mercedes-AMG Team HRT #4
„Das war ein super Wochenende für uns, es hat einfach alles gepasst. Entscheidend waren die beiden Qualifyings mit der Pole-Position am Samstag und Platz drei am Sonntag. Der Sieg am Samstag ist einfach super emotional für mich. Es macht im Moment richtig Spaß. Hoffentlich können wir diesen Schwung mit auf den Red-Bull-Ring nehmen. Wir haben gute Punkte geholt und konnten auch am Sonntag mit dem Erfolgsballast eine gute Leistung zeigen. Jetzt gilt es, sich auf die letzten vier Rennen zu konzentrieren, um dort wieder aufs Podium zu fahren.”

Elias Seppänen, Landgraf Motorsport #48
„Es war schon am Samstag ein sehr gutes Rennen für uns. Nach der Pole-Position hat Salman das Rennen bis zum Boxenstopp angeführt. Er hat das Auto mit einem guten Abstand zu den Verfolgern übergeben und ich konnte den Vorsprung sogar noch ausbauen. Das Safety Car machte es am Ende noch einmal spannend. Aber zum Glück ist mir ein guter Restart gelungen und ich konnte das Auto auf Platz eins nach Hause bringen. Das ganze Team hat an diesem Wochenende einen wirklich guten Job gemacht, vielen Dank dafür! Der Mercedes-AMG GT3 lief hervorragend und es hat einfach alles gepasst. Es ist auch schön, die Meisterschaft anzuführen. Hoffentlich bleibt das bis zum Ende so.“


Montag, 11. September 2023

Ricardo Feller verliert dritten Platz im zweiten DTM-Rennen am Sachsenring

Ricardo Feller
Foto: Jens Hawrda

Schade, Ricardo Feller verliert nachträglich seinen dritten Platz vom Sonntagsrennen am Sachsenring und damit verliert ABT Sportsleine auch sein 250. DTM-Podium.

Wegen eine Kollision mit dem Ferrari-Piloten Jack Aitken wurde Ricardo Feller nachträglich mit einer 5 Sekunden Zeitstrafe belegt. Der ehemalige ADAC GT-Masters Meister (2021) verlor dadurch seinen Podestplatz und rutschte auf Platz sieben zurück. Jack Aitken (Emil Frey Racing) fiel in Folge der Kollision aus. Die dritte Position erbte damit Franck Perera im Lamborghini Huracan GT3 (SSR Performance).