Mittwoch, 16. August 2023

Vollgas auf dem DEKRA Lausitzring: Wer stoppt Tabellenführer Thomas Preining?

  • Österreicher geht am DEKRA Lausitzring mit 28 Punkten Vorsprung in zweite Saisonhälfte
  • Verfolger Sheldon van der Linde will Doppelsieg aus dem Vorjahr wiederholen
  • Lokalmatador Maximilian Paul bestreitet Heimrennen nach erstem DTM-Sieg

Foto: Jens Hawrda

Die DTM startet am kommenden Wochenende (18. bis 20. August) auf dem DEKRA Lausitzring in die zweite Saisonhälfte. Die Meisterschaftsläufe neun und zehn stehen auf dem Programm, Spitzenreiter Thomas Preining (A) ist auf der Strecke nördlich von Dresden der Gejagte. Seine Verfolger müssen in der Lausitz Boden gut machen und wollen verhindern, dass der bisher konstant stark fahrende Österreicher auf und davon zieht. Zu seinen Herausforderern zählt Maximilian Paul (Dresden), der nach seinem ersten DTM-Sieg am Nürburgring mit Rückenwind in sein Heimspiel geht. Reicht das für einen weiteren Erfolg? Die Statistik spricht für einen anderen Sieger: In den bisherigen acht Läufen stand jedes Mal ein anderer Pilot ganz oben auf dem Podium – neuer DTM-Rekord. ProSieben zeigt die beiden DTM-Läufe live im deutschen Free-TV und beginnt Samstag sowie Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr, eine halbe Stunde vor Rennstart, mit der Übertragung. Am Lausitzring geht zudem die Track Safari in die nächste Runde. Tickets für das neue Highlight sind online unter dtm.com erhältlich.

Keyfacts, DEKRA Lausitzring, Klettwitz, Saisonrennen 9 und 10 von 16

Streckenlänge: 3.478 Meter

Layout: zwölf Kurven (fünf Rechts-, sieben Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren

Sieger 2022, Rennen 1: Sheldon van der Linde (BMW M4 GT3, Schubert Motorsport)

Sieger 2022, Rennen 2: Sheldon van der Linde (BMW M4 GT3, Schubert Motorsport)

Verfolger-Trio möchte punkten

Tabellenführer Preining hat eine starke erste Saisonhälfte hingelegt. Der Porsche-Pilot vom Team Manthey EMA überzeugte mit Konstanz und sammelte nicht nur in den bisherigen acht Rennen, sondern auch den jeweiligen Qualifyings die meisten Zähler. Am DEKRA Lausitzring soll es für den 25-Jährigen besser laufen als im vergangenen Jahr, als er in beiden Läufen nicht das Ziel erreichte. Schönere Erinnerungen an den Schauplatz des fünften Saisonstopps hat der Gesamtzweite Sheldon van der Linde (ZA), der 2022 im BMW M4 GT3 in der Lausitz seinen bisher einzigen DTM-Doppelsieg feierte. Wiederholt der Titelverteidiger aus Südafrika seinen Erfolg, könnte er den Rückstand von 28 Punkten auf die Spitze verkürzen und der Mission Titelverteidigung neuen Schwung verleihen.

Nur einen Zähler hinter van der Linde folgen die punktgleichen Mirko Bortolotti (I) und Ricardo Feller (CH). Vor allem der Italiener dürfte im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 nach seinem ersten DTM-Erfolg am Nürburgring besonders motiviert sein. Formstark ist auch der Tabellensechste Lucas Auer (A) unterwegs. Der Werksfahrer von Mercedes-AMG kam nach verhaltenem Saisonstart immer besser in Fahrt und war mit einem zweiten und dritten Platz punktbester Pilot in der Eifel. Zudem zählt der DEKRA Lausitzring zu den Lieblingsstrecken des Österreichers, der dort 2016 den ersten DTM-Sieg seiner Karriere feierte. Gleich dreimal war René Rast (Bregenz) auf dem Kurs bei Dresden erfolgreich und ist im BMW M4 GT3 immer für einen Spitzenplatz gut.

Lokalheld Maximilian Paul im Fokus

Ein besonderes Rennwochenende erwartet Maximilian Paul. Nach seinem Sensationserfolg am Nürburgring, als er bei herausfordernden Bedingungen im Regen vom 13. Platz zum Sieg fuhr, reist der Lamborghini-Juniorfahrer selbstbewusst zum Heimspiel. Voller Spannung erwarten die Fans die Rennen ihres Lokalmatadoren und hoffen, dass Paul für GRT Grasser-Racing-Team auch am DEKRA Lausitzring einen spektakulären Auftritt hinlegt. „Es ist cool, mit einem Sieg nach Hause zu kommen und vor den heimischen Fans zu fahren. Ich habe dort im letzten Jahr beim ADAC GT Masters den dritten und fünften Platz belegt und kenne den Lausitzring gut. Aber das trifft auf viele andere Fahrer auch zu“, sagt der 23-Jährige. Nach seinem Sieg am Nürburgring blickt Paul voller Vorfreude auf das anstehende Event: „In der DTM gibt es nur Top-Piloten, die auf allen Kursen schnell sind. Ich mag es, mich mit den Besten zu messen und werde bei meinem Heimspiel wieder voll angreifen.“

Winkeliger Verlauf mit nur wenigen Geraden

In diesem Jahr wird auf dem DEKRA Lausitzring die Steilkurve nach der Start-und-Ziel-Geraden ausgelassen. Stattdessen biegen die Fahrer links ins winkelige Infield ein – das liefert den Zuschauern noch mehr Action. Mit insgesamt zwölf Kurven und nur wenigen Geraden gehört die 3,478 Kilometer lange Strecke zu den technisch anspruchsvollsten DTM-Kursen. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf der über 600 Meter langen Start-Ziel-Gerade erreicht.

DTM After Race Party von Sunshine Live am Samstag

Auf dem 3,478 Kilometer langen DEKRA Lausitzring lässt vor allem der zweite Saisonstart der DTM Classic die Herzen der Motorsport-Enthusiasten höherschlagen. Historische Rennboliden aus der DTM-Geschichte sowie verschiedenen Motorsport-Epochen sorgen für spektakuläre Unterhaltung. Viele Überholmanöver und Rad-an-Rad-Duelle bietet die ADAC GT4 Germany, in der die Teilnehmer beim vierten Saisonstopp um Siege kämpfen. Auch der Porsche Carrera Cup Deutschland ist mit 32 Porsche 911 GT3 Cup und über 16.000 PS am Start. Der BMW M2 Cup komplettiert auf dem DEKRA Lausitzring das attraktive Rahmenprogramm.

Darüber hinaus dürfen sich die Fans auf beste Unterhaltung in der DTM Fan Zone freuen: Dort gibt es Samstag von 17 bis 20 Uhr die Sunshine Live After Race Party mit DJ Falk.

Halbzeit in der DTM: Spitzenreiter Thomas Preining überzeugt mit komplettem Paket

  • Porsche-Pilot im Rennen und Qualifying jeweils Punktbester
  • Verfolger-Trio van der Linde, Bortolotti und Feller liegt nur einen Zähler auseinander
  • DTM ausgeglichen wie nie – Konstanz ist der Erfolgs-Faktor

Foto: Jens Hawrda

Die erste Saisonhälfte der DTM ist am vergangenen Sonntag im Regen vom Nürburgring eindrucksvoll zu Ende gegangen. Mit dem Sensationssieger Maximilian Paul (Dresden) setzte sich die Geschichte mit acht verschiedenen Gewinnern aus acht Rennen fort – Rekord in der DTM. Keinem Fahrer gelangen zwei Erfolge, zu groß ist die Ausgeglichenheit in dem hochklassigen Starterfeld. Ein Pilot konnte sich allerdings mit einer gleichbleibend starken Performance absetzen: Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (A) führt die Tabelle mit einem Vorsprung von 28 Punkten an und geht als inoffizieller Halbzeitmeister in die verbleibenden acht Meisterschaftsläufe.

„Es ist ein super Gefühl, als Tabellenführer in die zweite Saisonhälfte zu starten. Wir sind seit dem ersten Rennen sehr konstant unterwegs, das macht den Unterschied“, bilanziert Preining, der von Beginn an zur Spitzengruppe der DTM zählte. An jedem der bisherigen vier Rennwochenenden stand der 25-Jährige einmal auf dem Podium. Preining fuhr in seinem Porsche 911 GT3 R immer in die Punkte und war mit elf Zählern erfolgreichster Fahrer im Zeittraining. Nach dem zweiten Tourstopp auf dem Formel-1-Kurs Circuit Zandvoort (Niederlande) übernahm er die Tabellenspitze, gab sie jedoch zwei Wochen später am Norisring nach dem Samstagsrennen zwischenzeitlich an Titelverteidiger Sheldon van der Linde (ZA) ab.

Der erste Saisonsieg auf dem Nürnberger Stadtkurs am Sonntag bescherte Preining wieder die Führung, die er danach kontinuierlich ausbaute. „Der Erfolg am Norisring war bisher das absolute Highlight, vor allem das Überholmanöver, mit dem ich die Führung im Rennen übernehmen konnte. Am Nürburgring haben wir dann mit einer cleveren Strategie wichtige Meisterschaftspunkte geholt“, analysiert der Österreicher. Eine bedeutende Rolle spielt für den gebürtigen Linzer das Zeittraining: „Wichtig war, dass wir in den Qualifyings stark waren. In so einem engen Feld ist es ein entscheidender Vorteil, wenn du von möglichst weit vorne ins Rennen gehst. Daran wollen wir in der zweiten Saisonhälfte anknüpfen.“

Auf dem DEKRA Lausitzring (18. bis 20. August) startet Preining als Gejagter in die zweite Halbzeit der DTM – und sieht vor allem den Teamgeist bei Manthey EMA als elementaren Faktor: „Unser Vorteil ist es, dass wir eine starke und erfahrene Mannschaft mit einem tollen Spirit haben. In der DTM hat man zwischen den Sessions nur wenig Zeit, um etwas am Fahrzeug zu ändern oder zu verbessern. Da ist es Gold wert, ein so eingespieltes Team zu haben.“ Trotz der Tabellenführung sieht Preining auch noch Verbesserungspotenzial. „Ich denke, dass wir in den Startphasen der Rennen noch zulegen können. Auch die Boxenstopps liefen nicht immer perfekt, wobei die zuletzt am Nürburgring super geklappt haben.“

Im Gesamtklassement folgen auf den Plätzen zwei bis vier mit Sheldon van der Linde, Mirko Bortolotti (I) und Ricardo Feller (CH) drei Fahrer, die je einmal gewonnen haben und nur einen Zähler voneinander getrennt sind. Der Südafrikaner van der Linde weist eine ähnliche Bilanz wie Tabellenführer Preining auf und stand dreimal auf dem Treppchen. Allerdings verpasste der aktuelle DTM-Champion im BMW M4 GT3 zweimal die Punkteränge. Lamborghini-Werksfahrer Bortolotti und Audi-Pilot Feller erreichten nur bei ihren jeweiligen Siegen das Podium, sammelten aber in jedem Meisterschaftslauf wichtige Zähler. Auch Maro Engel (Monaco) überzeugte im Mercedes-AMG GT3 mit konstanten Leistungen und fuhr neben seinem Erfolg in Zandvoort immer in die Punkte.

Die erste Saisonhälfte hat gezeigt, dass die DTM ausgeglichen wie nie ist. Spannung für die zweite Halbzeit ist somit garantiert. Nach dem fünften Tourstopp auf dem DEKRA Lausitzring dürfen sich die Fans auf Rennaction am Sachsenring (8. bis 10. September) freuen. Der zweite Auslandsstopp steht vom 22. bis 24. September auf dem Red Bull Ring (Österreich) an, bevor die DTM für das Saisonfinale traditionell an den Hockenheimring Baden-Württemberg (20. bis 22. Oktober) reist.

Fahrerwertung nach 8 von 16 Rennen

1. Thomas Preining (A/Manthey EMA), 117 Punkte

2. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), 89 Punkte

3. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), 88 Punkte

4. Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline), 88 Punkte

5. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), 78 Punkte

Dienstag, 15. August 2023

Hochkarätige Rennen leiten in Assen den IDM-Endspurt ein

Foto: Jens Hawrda

Ein Mal im Jahr gastiert die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem TT Circuit in Assen. Vom 18. bis 20. August 2023 ist es wieder soweit, dass die höchste deutsche Motorradserie ihre Rennen auf dem Highspeedkurs in den Niederlanden austrägt. Gefahren wird in den Klassen IDM Superbike, IDM Supersport, IDM Supersport 300, IDM/FIM Sidecar. Das Programm ist exzellent und die Klassen sind mit kernigen Zutaten gespickt, die hochkarätigen Rennsport versprechen.

Die längste Gerade misst 970 m. Die Kurven auf dem TT Circuit sind traditionell leicht überhöht. Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten, die speziell auf den früher genutzten Varianten des TT Circuit Assen regelmäßig erreicht wurden, trägt die Strecke den Spitznamen „Cathedral of Speed“. Und sie ist immer noch richtig schnell. In Assen wird seit 1949 jedes Jahr ein Motorrad-Weltmeisterschaftslauf ausgetragen. In der IDM sind die Superbikes die Topklasse mit Motorrädern, die reichlich 200 PS haben und über 300 km/h fahren. Es ist alles angerichtet für ein Wochenende voller Spannung. Es ist die vorletzte Runde im IDM-Terminkalender 2023.

Da Florian Alt (D/Honda), Ilya Mikhalchik (UKR/BMW), Bastien Mackels (BEL/Yamaha) und Leandro Mercado (ARG/Kawasaki) zuletzt auf dem Red Bull Ring fehlten, weil sie am zeitgleich stattfindenden Endurance World Championship-Lauf im japanischen Suzuka teilgenommen haben, wurde die IDM-Tabelle in ihrer Abwesenheit kräftig durchgemischt. Bis auf den ersten Platz von Florian Alt. Der 27-jährige Honda-Fahrer ging als Spitzenreiter und kehrt auch als solcher zurück. Und das mit einem Vorsprung von 54 Punkten in der Gesamtwertung. Vize Hannes Soomer, der stärkste Kontrahent im Titelkampf, hätte auf dem Red Bull Ring während der Abwesenheit von Alt viele Punkte aufholen können, doch der Este schwächelte auf der Honda und konnte seinen Plan nicht umsetzen. Alt hat jetzt die Chance, auf dem TT Circuit Assen sogar vorzeitig Meister zu werden. Nach 13 Jahren würde der Titel wieder einmal an Honda gehen. Klappt das? Abgerechnet wird erst nach den zwei Rennen, die auch im kostenfreien Livestream unter www.idm.de/live übertragen werden.

Alt ist derzeit auf der Ideallinie, nur Soomer muss sich jetzt sputen, sich bis zum Saisonende den erst so sicher scheinenden Vizetitel zu sichern. Denn plötzlich ist alles ganz eng geworden. Toni Finsterbusch (D/BMW) hat nur noch sieben Punkte Rückstand zum Esten und hinter dem Krostitzer lauert auch nur drei Zähler entfernt sein  Teamkollege Patrick Hobelsberger (D/BMW). Jeweils weitere drei Punkte entfernt rangieren Philipp Steinmayr (AUT/BMW) und Ilya Mikhalchik, der in Assen nun auch wieder dabei ist. Es wird spannend.

Der TT-Kurs ist regelmäßiger Austragungsort der FIM Sidecar Worldchampionship, so auch am kommenden Wochenende. Die Birchall-Brüder Ben und Tom wollen eigentlich als Spitzenreiter an die 4,555 km lange Strecke reisen, doch sie warten bis zuletzt, ob sie gesundheitlich so fit sind und wirklich kommen. Sie hatten sich zuletzt auf dem Red Bull Ring bei einer Kollision überschlagen. Auf Rang zwei liegt ihr britischer Landsmann Todd Ellis mit seiner französischen Beifahrerin Emanuelle Clement. Die beiden Teams trennen fünf Punkte. Die Tabellen-Dritten Harry Payne/Kevin Rousseau (GBR/FRA) sind mit den Vierten Sam Christie/Tom Christie (GBR/GBR) sogar punktgleich.

Es gibt viel Action rund um und in der IDM. Das ist immer noch nicht alles. Im Rahmenprogramm der IDM starten diverse Cups. Den Zuschauer erwartet die ganze Bandbreite an hochkarätigem Spitzensport bis hin zu den Talentschmieden der Zukunft.

Sonntag, 13. August 2023

IDM: Zwei Doppelsiege für Garrett Gerloff und Loris Baz am Red Bull Ring

Die beiden BMW Motorrad Werksfahrer aus der FIM Superbike World Championship (WorldSBK), Garrett Gerloff und Loris Baz, wurden am Rennwochenende der Internationalen Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem Red Bull Ring ihrer Favoritenrolle gerecht. Beim IDM-Gastauftritt des Bonovo action BMW Racing Teams in der Steiermark holten sie zwei Doppelsiege. Gerloff gewann beide Rennen, Baz wurde jeweils Zweiter. Damit führten sie das Feld bei einer Veranstaltung an, bei der die BMW Fahrer mit einem Sieben- und einem Fünffachsieg dominierten.

Das Wetter stellte Teams und Fahrer am Red Bull Ring vor einige Herausforderungen. So regnete es den kompletten Freitag und Samstag, auch im ersten Rennen am Sonntag war es zunächst noch nass, und nur Lauf zwei wurde im Trockenen gefahren. Gerloff stand zudem vor der Aufgabe, auf einer Strecke zu fahren, die für ihn völlig neu war. Und wie Baz war er nicht mit seinem vertrauten World Superbike unterwegs, sondern mit einer IDM-Version der BMW M 1000 RR. Das hinderte die beiden aber nicht daran, von der ersten Session an das Tempo vorzugeben und für das Bonovo action BMW Racing Team jede Menge Pokale einzusammeln.

„Die IDM am Red Bull Ring hat mir viel Spaß gemacht“, sagte Doppelsieger Gerloff danach. „Es war eine gute Zeit! Das Wetter war an den ersten beiden Tagen nicht so toll. Es hat viel geregnet, aber wir konnten dennoch die Poleposition holen und das erste Rennen gewinnen. Das zweite Rennen war etwas verrückt, weil die Startaufstellung geändert wurde und ich als Sieger des ersten Laufs von Platz neun starten musste. Außerdem war es trocken, und ich hatte vor diesem Rennen keine Erfahrung im Trockenen. Im Prinzip sind wir blind ins Rennen gegangen. Aber das Team hat großartige Arbeit geleistet und wir hatten ein gutes Setup für das Trockenrennen. Ich fühlte mich sofort ziemlich wohl, sodass ich Druck machen konnte und wir auch das zweite Rennen gewonnen haben. Für mich war es ein Traumwochenende mit einer Poleposition und zwei Rennsiegen.“

Teamkollege Baz, der bereits im vergangenen Jahr in Assen einen IDM-Gaststart absolviert hatte, ergänzte: „Wir hatten das ganze Wochenende über etwas mit der Traktion hinten und dem Gefühl vorne zu kämpfen, aber im Nassen war ich recht gut unterwegs. Im ersten Rennen lag ich die meiste Zeit über in Führung, aber Garrett war in den letzten beiden Runden etwas schneller. Es war wirklich schön, mit ihm um den Sieg zu kämpfen. Da wir das ganze Wochenende über keine Runde im Trockenen gefahren sind, war es eine Herausforderung in Sachen Setup. Es war schön für das Team, diese beiden Top-Ergebnisse zu erzielen. Es war toll, wieder in der IDM zu sein, auch wenn manche Top-Leute nicht hier waren. Ich habe diese Woche genossen.“

Mehrere IDM-Piloten, darunter der dreimalige Champion Ilya Mikhalchik aus dem Team BCC-alpha-Van-Zon-BMW, waren am Wochenende in der FIM Endurance World Championship (FIM EWC) bei den Suzuka 8 Hours im Einsatz.  

IDM Red Bull Ring: Abenteuerliche Österreich-Tour für Team BCC-alpha-Van Zon-BMW

Beim Rennwochenende am Red Bull Ring lief es im Team BCC-alpha-Van Zon-BMW ein wenig anders als an den anderen Renn-Wochenenden im Rahmen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM. Denn bei der Veranstaltung am Red Bull Ring in Österreich fehlten Teamchef Werner Daemen und Superbike-Pilot Ilya Mikhalchik. Statt in der IDM ging es im Auftrag von BMW Motorsport Motorrad nach Suzuka in Japan, um bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft um Punkte zu kämpfen. Am Start in der IDM Superbike waren der Österreicher Philipp Steinmayr, der Pole Kamil Krzemien, der Ungar Bálint Kovács, der Deutsche Max Schmidt und mit einer Wildcard der Österreicher Jan Mohr.


Philipp Steinmayr hatte sich auf sein Heimrennen in der Steiermark so gut wie auf kein anderes Rennen in dieser Saison vorbereiten können. Nach dem IDM-Lauf auf dem Schleizer Dreieck hatte er seine BMW eingepackt und konnte eine Woche vor dem IDM-Lauf auf dem Red Bull Ring noch ein paar Testkilometer abspulen. Ein Einsatz, der sich lohnen sollte. Auch wenn die Abstimmungsarbeiten der Vorwoche erst einmal nicht weiterhalfen. Denn es regnete im Süden Österreichs. Und das sowohl bei den Freien Trainings am Freitag, bei dem Qualifyings am Samstag und auch beim ersten Rennen am Sonntag. «Aber ich konnte im zweiten Zeittraining bei strömendem Regen meine beste Zeit fahren», freute sich Steinmayr, der sich damit den vierten Platz gesichert hatte. 

Der Rennsonntag bot dann neue Herausforderungen für Fahrer und Team, denn im ersten Rennen mussten die Piloten bei abtrocknender Strecke auf Regenreifen los und beim zweiten Lauf schien die Sonne und erstmals fuhr man im Trockenen. Doch Steinmayr ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. In beiden Rennen legte er sich gekonnt mit den WorldSBK-Gästen Garrett Gerloff und Loris Baz an. Auch wenn diese wie erwartet die Plätze 1 und 2 belegten, kassierte Steinmayr jeweils den dritten Rang ein und erhielt dafür als bester IDM-Pilot die maximalen 50 Siegerpunkte. Für Steinmayr waren es die ersten Podest-Plätze überhaupt in der IDM Superbike. 

Bei den Interviews und der Siegerehrung schien es, als hätte Steinmayr noch nie was anderes getan. «Das mit den Emotionen habe ich schon in der Auslaufrunde erledigt und im Parc Fermé bei meinem Team», verrät er. «Die Jungs haben einfach super gearbeitet und ich habe mich schon im Regen sehr wohlgefühlt. Dass die WM-Jungs am Ende vor mir waren, geht in Ordnung. Gerloff hat mich in Lauf 2 echt beeindruckt. Im zweiten Lauf hätte ich noch ein wenig schneller gekonnt, um Baz hinterherzusetzen. Aber ich musste ab und an meine Bremse nachstellen, dafür war es dann noch ein lustiger Kampf mit Toni Finsterbusch.» 


Max Schmidt hatte in der Woche vor dem Rennwochenende in Österreich wohl mehr als einmal den Regentanz geprobt. Denn der 20-Jährige ist trotz seiner noch jungen Karriere bekannt dafür, für Regenverhältnisse ein besonderes Händchen zu haben. Das besondere Salz in der Suppe war für Schmidt in den verregneten Trainings dann auch der Besuch der BWM-Kollegen Loris Baz und Garrett Gerloff, die normalerweise in der Superbike-Weltmeisterschaft unterwegs sind und am Red Bull Ring einen Gaststart absolvierten.

Schmidt konnte im zweiten Qualifying bei strömendem Regen sein gesamtes Können geschickt einsetzen, Baz hinter sich lassen und nach WorldSBK-Pilot Gerloff den zweiten Startplatz belegen. «Da könnte ich mich dran gewöhnen», meinte Schmidt nach seinem bisher besten Startplatz seiner IDM-Karriere. «Nicht schlecht, wenn man keinen mehr vor sich hat. Ich habe einfach ein gutes Gefühl im Regen.» Doch der Regen legte nach drei Tagen am Rennsonntag erst mal eine Pause ein und Schmidt musste wie seine Kollegen im ersten Lauf auf abtrocknender Strecke mit Regenreifen los. «Ich war nach dem Start gut dabei» erzählt Schmidt. Doch dann kam die rote Flagge, Abbruch und Neustart. «Auch da war mein Start gut, aber die Strecke schon um einiges trockener, da fehlte mir natürlich jegliche Erfahrung. Ich wollte mich rantasten an dieses Halb und Halb, habe meinem Vorderrad auf der Bremse aber dann wohl zu viel zugetraut.» Schmidt ratterte durchs Kiesbett und reihte sich am Ende des Feldes wieder ein. Bei der Aufholjagd und beim Versuch Jan Mohr zu überholen, bremste Schmidt in Kurve 3 zu optimistisch und stürzte.

«Der zweite Lauf war dann nicht so überragend», meinte er nach Platz 11. «Ich wurde nach dem Start etwas zurückgedrängt. Dann löste sich der Behälter für die Bremsflüssigkeit und ich habe auf den Geraden versucht, dass irgendwie wieder zu justieren. Angreifen konnte ich dann auf der Bremse nicht. Der Frust nach dem Wochenende ist eher mäßig. Mit dem Quali-Ergebnis hatte ich ja schon alle Erwartungen übertroffen. Der Sonntag war dann eben ärgerlich, aber ich weiß, dass ich es kann. Es ist halt am Ende alles bisschen blöd gelaufen.»


Kamil Krzemien fand wie sein Kollege Max Schmidt ebenfalls Gefallen an den schwierigen Bedingungen auf der regennassen Strecke. Am Freitag, im strömenden Regen, tat sich der Pole besonders hervor und tauchte ganz vorne auf der Zeitenliste auf. Da der Regen auch am Samstag ganze Arbeit leistete, nutzte der Pole die Chance und holte mit der siebtschnellsten Zeit seine bisher beste Startposition. 

Als sich beim ersten Rennen am Sonntag das Wetter besserte, ließ sich der BMW-Pilot auch nicht von den gemischten Verhältnissen abschrecken und eroberte mit Platz 5, nach Abzug der nicht punktberechtigten WM-Gäste Rang 3 in der IDM-Wertung, auf abtrocknender Strecke sein bisher bestes Ergebnis der Saison 2023.  Mit Platz 8 im zweiten Lauf, und IDM-Punkte für Rang 6, rundete Krzemien sein erfolgreiches Wochenende ab. «Im Regen fühl ich mich immer gut», erklärte er. «Am Freitag lief es super und wir fanden auf Anhieb ein gutes Set-up. Am Samstag lief es nicht ganz so gut, aber ich war trotzdem happy.»

«Der Sonntag war ziemlich schwierig», meinte er in Anbetracht der geänderten Streckenverhältnisse. «Ich wusste, dass es bei der abtrocknenden Strecke in Lauf 1 schwer sein würde, mit den Top-Jungs mitzuhalten. Ich habe auch meinen Hinterreifen zu stark rangenommen und bekam dann Probleme bei der Beschleunigung. Lauf 2 war dann schon seltsam, denn es waren ja die ersten Runden überhaupt im Trockenen. Da musste ich mich erst mal rantasten, um schnelle Zeiten fahren zu können. Doch am Ende haben wir alle einen guten Job gemacht. Ich hatte ein paar gute Kämpfe und es hat Spaß gemacht.»


Bálint Kovács war mit dem Superbike neu auf dem Red Bull Ring, sein letzter Ausflug mit dem Junior Cup war sieben Jahre her, und der Ungar musste sich der Herausforderung mit Dauerregen, einer abtrocknenden Strecke in Lauf 1 und den ersten Metern im Trockenen bei Lauf 2 stellen. «Es war ein lustiges Wochenende», fasste er seinen Österreich-Ausflug zusammen. «Vor allem im zweiten Rennen, denn ich glaube, so einen Sonntag hatte vorher noch keiner von uns erlebt. Am Freitag hatte ich viel zu tun, da ich mit dem Superbike dort noch nie gefahren war. Aber ich denke, im Regen war es ein wenig leichter für mich.»

Von Startplatz 10 ging es für den BWM-Piloten dann auch los ins erste Rennen, das auf abtrocknender Strecke ausgetragen wurde und für Kovács mit dem siebten Platz endete. «Nach dem Quali wäre ich schon gerne näher an der Spitze gewesen», gibt er zu. «Aber die Jungs waren echt schnell und in den Top-Ten ging es eng her. Man sieht auch, dadurch, dass die zwei Jungs aus der Superbike-WM mitgefahren sind, wie stark die Meisterschaft ist.»

Die beiden Rennen beendete Kovács jeweils auf Platz 7. «Im ersten Rennen hatte ich bei der Hälfte der Distanz die Pace für einen Podestplatz», berichtet er, «aber als der Grip am Hinterrad nachließ, habe ich noch ein paar Plätze verloren.» Das zweite Rennen war auch für den Ungar die erste Session bei trockenen Bedingungen. «Es war wirklich eine Herausforderung, da ein gutes Set-up zu haben. Auch einen Rhythmus zu finden und erst einmal die richtigen Bremspunkte. Doch am Ende muss ich sagen, dass ich zum Schluss das beste Gefühl des gesamten Wochenendes für mein Motorrad hatte. Die Pace war gut und die Platzierungen gehen okay.»


Jan Mohr war als Wildcard-Pilot für das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW dabei. Nach einer Verletzungspause von über einem Jahr war der Österreicher bei seinem Heimrennen erstmals wieder im Einsatz und präsentierte sich auskuriert und wieder top fit. Im verregneten Zeittraining konnte sich Mohr auch gleich den elften Startplatz erobern und sich bei den Rennen, eins auf halbnasser und ein auf trockener Strecke, mit den Plätzen 11 und 12 erfolgreich in der IDM Superbike zurückmelden.