Montag, 3. Juli 2023

Interview mit DTM-Pilot Marco Wittmann

„Ein Heimsieg ist wie ein Titelgewinn für mich“

  • Marco Wittmann freut sich auf sein zehntes Rennwochenende auf dem Norisring
  • Der BMW-Werksfahrer spricht im Interview über die Vorfreude auf sein Heimspiel und seine besondere Verbindung zur DTM

Marco Wittmann
Foto: Jens Hawrda

Der dritte Saisonstopp auf dem Norisring (7. bis 9. Juli) löst vor allem bei Marco Wittmann große Begeisterung aus. Sein Wohnort Fürth liegt in unmittelbarer Nähe zu Deutschlands einzigem Stadtkurs. In besonders guter Erinnerung hat Wittmann das DTM-Rennwochenende auf dem Norisring im Jahr 2018. Damals jubelte der heute 33-Jährige über einen Heimsieg. Im Interview spricht der BMW-Pilot über diesen besonderen Erfolg, die einmalige Charakteristik des Norisring und seine Rolle als Einzelkämpfer.

Das nächste DTM-Event steigt in Nürnberg. Was macht den Mythos Norisring aus?

Es ist der einzige Stadtkurs in Deutschland und im Kalender der DTM. Das ganze Flair an der Strecke ist einzigartig und hat ein bisschen Biergarten-Charakter. Die Zuschauer sind noch dichter am Geschehen, alles rückt noch enger zusammen. Außerdem hat der Norisring in der Vergangenheit schon oft für Spektakel und einige Crashes gesorgt. Dazu kommt für mich persönlich, dass ich dieses Jahr zum zehnten Mal dort am Start bin.

Vor fünf Jahren konntest du einen Sieg am Norisring feiern. Welchen Stellenwert hat so ein Heimspiel-Erfolg?

Dieser Sieg am Norisring bedeutet mir genauso viel wie meine beiden DTM-Titelgewinne. Das betrifft vor allem die emotionale Ebene, weil ich auf diesen Moment einige Jahre warten musste. Das Rennen habe ich heute noch vor Augen. Obwohl ich als Siebter gestartet bin, konnte ich bis an die Spitze fahren. Natürlich wäre es ein Traum, diesen Erfolg zu wiederholen. Es gibt nichts Schöneres, als beim Heimrennen auf dem Podium zu jubeln.

Wie groß wird der Support für dich am Norisring?

Wenn ich den Fanclub mit dazurechne, sind es über 100 Leute auf meiner Ticketliste. Es ist großartig, so einen Support von der Familie, Freunden und Sponsoren zu bekommen. Das bedeutet für mich natürlich auch ein volles Programm neben der Strecke, aber ich freue mich total auf das Wochenende.

Welche Herausforderungen bringt ein Stadtkurs mit sich?

Da es keine Testmöglichkeiten gibt, ist das Freie Training für dich als Fahrer der erste Einsatz auf der Strecke. Anders als auf permanenten Rennstrecken hat der Norisring viele Bodenwellen. Dazu kommt, dass sich der Grip auf einem Stadtkurs übers Rennwochenende immer weiter verbessert. Darüber hinaus stellt sich auf dem Norisring immer die Frage nach der richtigen Portion Risiko, denn Auslaufzonen oder Kiesbetten gibt es nicht. Neben der Strecke ist im Zweifelsfall die Mauer.

Welche Passagen auf der Strecke gefallen dir besonders gut?

Einer meiner Lieblingsabschnitte ist das Schöller-S. Als Fahrer musst du da den Spagat bewältigen, das Auto mit wenig Abtrieb möglichst schnell durch die Kurven zu bringen, gleichzeitig aber beim Kurvenausgang nicht durch zu viel Speed die Mauer zu touchieren. Außerdem ist es ein einzigartiges Gefühl, auf der Start-Ziel-Geraden an den vielen Fans und dieser imposanten Kulisse auf der großen Steintribüne vorbeizufahren.

Du absolvierst bereits deine elfte DTM-Saison. Was gefällt dir an der Serie?

Die Besonderheit in der DTM ist für mich ganz klar, dass mit einem Fahrer pro Auto gefahren wird. Anders als in anderen GT3-Serien oder im Langstreckensport bist du auf dich allein gestellt und es gibt keine Kompromisse mit den Teamkollegen. Das betrifft unter anderem die Sitzposition im Fahrzeug, die Abstimmung vom Setup oder auch die Rennstrategie. In der DTM ist alles auf dich abgestimmt. Das sorgt für Druck, macht aber auch den Reiz aus. Dazu kommt das Format mit den Sprintrennen, das es im GT-Sport sonst kaum noch gibt.

Wie hat sich die DTM seit deiner Debütsaison 2013 verändert?

In meinen Anfangsjahren bestand das Starterfeld nahezu komplett aus Werksfahrern. Heute mischen auch junge Talente mit, die sich in der DTM für Werksverträge empfehlen wollen. Das ist eine super Mischung und anhand der Ergebnisse sieht man ja, wie eng ein Großteil vom Feld zusammenliegt. Die DTM ist eine Plattform für Top-Piloten. Das muss man sich bewahren, auch wenn GT-Fahrer heute in der Regel nicht mehr ausschließlich in einer Serie antreten.

Das Team Project 1 setzt aktuell einen BMW M4 GT3 ein. Wie gehst du mit deiner Rolle als Einzelkämpfer um?

Natürlich ist das eine zusätzliche Herausforderung. Neben uns gibt es noch weitere Neueinsteiger, allerdings können wir mit einem Auto nicht so viele Daten sammeln. An einem zweiten Fahrzeug könnte man beispielsweise mehr Setup-Optionen probieren, diese Möglichkeit fehlt uns aktuell. Trotzdem arbeiten wir jeden Tag gemeinsam hart, um uns immer weiter zu verbessern.

Welche Tipps würdest du als zweimaliger DTM-Champion jungen Nachwuchsfahrern geben?

Mit Blick auf meinen Karriereverlauf würde ich sagen, dass man ab einem gewissen Zeitpunkt einfach realistisch vorgehen muss. Ich hätte nach meiner Zeit in der Formel 3 weiter den Weg Richtung Formel 1 gehen können, habe mich damals aber nach einem DTM-Test mit BMW für den Tourenwagen-Sport entschieden. Rückblickend war das goldrichtig. Als kleiner Junge im Kart träumt man von der Formel 1, aber ich kann jedem empfehlen, über den Tellerrand zu blicken. Es gibt heute viele Möglichkeiten, es eines Tages ins ADAC GT Masters oder die DTM zu schaffen und im professionellen Motorsport dabei zu sein.

Dein BMW M4 GT3 strahlt als „Green Machine“ in den Farben von Schaeffler. Welche Verbindung hast du zu dem Unternehmen?

Wir arbeiten bereits seit der Saison 2019 zusammen, seitdem bin ich Markenbotschafter von Schaeffler. Das Verhältnis geht über eine klassische Partnerschaft hinaus. Das liegt allein schon an der regionalen Nähe, ich wohne nur rund eine Viertelstunde Autofahrt von Schaeffler-Standort in Herzogenaurach entfernt. Wir sind regelmäßig in Kontakt, tauschen Ideen aus. Selbst zu den Schaeffler-Vorständen habe ich öfter Kontakt, so eine enge Partnerschaft ist ungewöhnlich. Für das Vertrauen bin ich sehr dankbar.

Tickets für das Wochenende auf dem Norisring gibt es online unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt. ADAC Mitglieder profitieren im Onlinevorverkauf zudem von zehn Prozent Rabatt.

Die beiden DTM-Rennen auf dem Nürnberger Stadtkurs starten Samstag (8. Juli) und Sonntag (9. Juli) jeweils um 13:30 Uhr. ProSieben zeigt alle Meisterschaftsläufe der Saison 2023 live im deutschen Free-TV. Außerdem werden die Qualifyings per Live-Stream auf ran.de gezeigt. Abgerundet wird das umfassende TV-Paket der DTM mit einer weltweiten Live-Übertragung in über 70 Länder.


IDM Supersport 300 Most

Foto: Jens Hawrda

In der IDM Supersport 300 dominierten am vergangenen Wochenende die Kawasakis vom Team Füsport - RT Motorsports by SKM – Kawasaki. Im ersten Rennen setzte sich der Tscheche Petr Svoboda in seinem Heimrennen durch und feierte somit seinen ersten Triumph in der IDM. Auf dem zweiten Platz landete Dirk Geiger vom Team Freudenberg-Paligo Racing. Am Rennsonntag fuhr der Spanier Inigo Iglesias (Füsport - RT Motorsports by SKM – Kawasaki) vor seinem Kollegen Petr Svoboda ins Ziel und machte damit einen Doppelsieg für das Team perfekt. Iglesias verließ den Rennkurs in Most als Spitzenreiter in der Gesamtwertung.

Ergebnis Rennen 1 (Top-Five):

1. Petr Svoboda, Kawasaki Ninja 400

2. Dirk Geiger, KTM RC 390 R

3. Inigo Iglesias, Kawasaki Ninja 400

4. Walid Khan, KTM RC 390 R

5. Ruben Bijman, Yamaha YZF R3


Ergebnis Rennen 2 (Top-Five)

1. Inigo Iglesias, Kawasaki Ninja 400

2. Petr Svoboda, Kawasaki Ninja 400

3. Dirk Geiger, KTM RC 390 R

4. Walid Khan, KTM RC 390 R

5. Ferre Fleerackers, Kawasaki Ninja 400


Meisterschaftsstand (Top-Five)

1. Inigo Iglesias, 115 Punkte

2. Walid Khan, 96 Punkte

3. Dustin Schneider, 86 Punkte

4. Petr Svoboda, 72 Punkte

5. Dirk Geiger, 63 Punkte



Freitag, 30. Juni 2023

GERT56: Zwischen den Zeilen starkes Wochenende in Most

Hobelsberger #52 vor Finsterbusch #56
Foto: Jens Hawrda

Das GERT56-Trio aus Routinier Toni Finsterbusch, sowie den beiden Rookies Patrick Hobelsberger und Jan-Ole Jähnig hat im motorsportlichen Wohnzimmer des Teams in der Magdeburger Börde ordentlich gepunktet. In den Superbike-Königsklasse-Rennen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) landete Finsterbusch zwei Mal auf Platz vier, Hobelsberger wurde zwei Mal Fünfter. Jähnig holte die Ränge 16 und 14.


Für die GERT-Piloten war die zweite Saisonstation der IDM in Oschersleben ziemlich schnell zu einem Aufholspiel avanciert. Bereits bei den freien Trainings am Freitag zeigte es sich, dass es schwierig werden würde, da man als einziges Team hier nicht getestet oder wenigstens trainiert hatte. Für Hobelsberger wurde das Wochenende gar zum ersten Motorsport-Arena-Outing seit zwei Jahren und zum ersten auf einem 1000ccm starken Motorrad. Doch das einst in der Langstrecke propagierte und gefestigte Motto der Mannschaft aus Pirna kam auch dieses Mal wieder zur vollen Entfaltung: Aufgegeben werden Briefe, aber keine Rennen.

Nach einem gemäßigten Start am Freitag, konnten die Crewchiefs Ronny Schlieder, Filip Altendorfer und Holger Homfeldt, zusammen mit den jeweiligen Mechaniker-Crews, ihren Fahrern bereits am Samstagmorgen eine verbesserte Basis in der Abstimmung der BMW M 1000 RR Bikes hinstellen. Die Fahrer bedankten sich mit den Startplätzen fünf (Finsterbusch), acht (Hobelsberger) und 15 (Jähnig).

Finsterbusch konnte im ersten Rennen gleich einen Platz gut machen und schließlich sogar den dritten Rang einige Zeit halten. Er kämpfte lange Zeit um das Podest, musste erst am Ende ziehen lassen und sicherte sich Rang vier. Im zweiten Rennen lag der Krostitzer, der nun von der Pole-Position gestartet war, bis drei Runden vor Schluss auf Rang zwei. Ein Überholmanöver des Esten Hannes Soomer brachte ihn dann etwas aus dem Rhythmus, sodass auch der Belgier Bastien Mackels noch vorbei kam und Finsterbusch als Vierter das Podest erneut verpasste.

Im ersten Lauf hatte sich Hobelsberger ebenfalls gleich einen Platz kassiert und arbeitete sich dann sukzessive nach vorn. Gegen Rennhalbzeit hatte er Platz fünf inne, den er nach hinten sauber absichern konnte, nach vorn war der Zug allerdings schon abgefahren. Dennoch bedeutete dies für Lauf zwei mit dem „Reversed Grid“ den zweiten Startplatz in Reihe eins. Nach einem Problem mit der Wheelie-Control fiel der Bayer am Start weit zurück und kam nur als Zehnter aus der ersten Runde zurück. Hobelsberger setzte alles auf Angriff und kämpfte sich wieder nach vorn und wurde erneut Fünfter.

Jähnig hatte im ersten Rennen definitiv das, worauf es ankommt: Spaß! Er kämpfte als Klassenneuling mit erfahrenen Mannen wie Kamil Krzemien, Paul Fröde oder gar dem ehemaligen Superstock-WM-Piloten Marc Moser. Als 16. verpasste er einen Punkt um 0,7 Sekunden an Fröde. Im zweiten Lauf ergab sich ein ähnliches Bild gegen Krzemien, Fröde und Sandro Wagner. Dieses Mal startete Jähnig durch und holte als 14. zwei weitere Punkte für sein IDM Superbike Konto.

Nach vier von 14 zu fahrenden Rennen liegt Hobelsberger mit 55 Punkten auf dem vierten Tabellenrang. Auf Leader Florian Alt, der auf Honda in Oschersleben beide Rennen gewann, fehlen ihm derzeit 40 Zähler. Finsterbusch ist mit 36 Punkten Sechster der Tabelle, Jähnig hat 16 Zähler und ist Zwölfter.
 

Toni Finsterbusch:

„Ich bin auf jeden Fall happy, was die Ergebnisse angeht. Schade um Lauf zwei, da war ich lange auf dem zweiten Platz, hatte am Ende aber ein paar Rutscher in maximaler Schräglage. Dann kam [Hannes] Sommer vorbei und da habe ich etwas meinen Rhythmus verloren, sodass auch [Bastien] Mackels und [Ilya] Mikhalchik auch gleich noch mit durch sind. Da bin ich halt dann zwei Mal Vierter geworden. Ich bin damit trotzdem zufrieden. Wir haben noch Kleinigkeiten am Fahrwerk mit SPV gefunden und auch bei der Elektronik konnten wir vor dem Rennen noch einen Step machen. Wir müssen jetzt schauen, dass wir noch etwas konstanter werden, damit wir die Reifen noch etwas länger schonen können. Mut macht, dass die anderen vorn nicht ewig weit weg waren, darauf können wir aufbauen. Ein Dank geht wie immer an das gesamte Team für die absolut top gemachte Arbeit!“

Patrick Hobelsberger:

„Wir hatten keinen Test und ich bin schon zwei Jahre nicht mehr in Oschersleben gefahren: Ich hätte ehrlich gesagt niemals gedacht, dass es mir am Freitag so schwer fallen würde, denn in Oschersleben war ich mit der 600er schon immer schnell. Aber mit der Tausender ist das eine ganz andere Welt, da kommt dir die Strecke nur noch halb so breit vor. Da hatte ich etwas zu kämpfen. Das Basis-Setup vom Sachsenring hat zunächst überhaupt nicht funktioniert, was Front und Motorbremse anging. Wir haben viel Zeit gebraucht, damit wir die Front hinbekommen, das hat auch das Data-Recording gezeigt gehabt, dass alles nicht gepasst hat. Aber wir haben immer in die richtige Richtung gearbeitet und es ging immer vorwärts, leider haben wir da viel Zeit gebraucht. Im Qualifying war ich einfach viel zu langsam und konnte mich nur als Achter klassifizieren. Im Warmup haben wir noch was probiert, was mir auch nicht so ganz gefallen hat. Da haben wir etwas gegambelt fürs Rennen und das war zu 100 Prozent die richtige Entscheidung. Ich war im Rennen eine halbe Sekunde schneller als im Qualifying und bin konstant die Quali-Zeiten gefahren. Ich bin Fünfter geworden und war damit eigentlich mega-happy. Im zweiten Rennen habe ich mich gefreut, weil ich durch das Reversed-Grid als Zweiter starten konnte. Wir wissen noch nicht, was es genau war. Ich hatte in der Aufwärmrunde schon ein kleines Problem mit der Wheelie-Control gehabt und am Start war das dann genauso. Ich bin gestartet wie immer und musste schließlich das Gas zu drehen, weil das Ding auf dem Hinterrad stand. Da sind alle natürlich links-recht an mir vorbei gefahren. Nach der ersten Runde war ich Zehnter. Da habe ich alles raus gehauen was ging, Full-Send, mir war alles egal. Ich bin dann Fünfter geworden und damit bin ich eigentlich schon sehr zufrieden. Nach dem Warmup hätte ich nicht an zwei fünfte Plätze geglaubt und die sofort genommen. Die Jungs haben einen Super-Job gemacht und es ging immer in die richtige Richtung, jeder ist ruhig geblieben, jeder hat einfach das gemacht, was er machen kann und soll. Für mich war das sehr gut. Als nächstes kommt Most – da war ich mit der Tausender schon zwei Mal testen und dort geht es dann weiter – da habe ich schon Bock drauf!“

 Jan-Ole Jähnig:

„Es war auf jeden Fall ein super-schwieriges Wochenende für mich. Eine neue Strecke auf dem Superbike für mich. Wir waren ja vorher nicht testen. Am Freitag hatten wir dann auch noch ein paar kleinere, technische Probleme und da ist mir noch etwas Track-Time flöten gegangen. Wir konnten zum Schluss doch noch viel fahren, auch wenn es kein optimaler Einstieg ins Wochenende war. Samstag im Qualifying haben wir einiges gefunden und konnten uns steigern, da war ich dann zufrieden. Es war aber alles unglaublich eng – daher nur Startplatz 15. Trotzdem war ich mit meiner Zeit zufrieden. Es war von vornherein klar, dass es zwei anstrengende Rennen werden über 18 Runden in Oschersleben, die auch das Material sehr belasten. Ich habe versucht meine Reifen gut zu managen. Im ersten Lauf ist das nicht so aufgegangen, da habe ich hinten raus ganz schön gestrauchelt. Im zweiten Lauf ging das etwas besser. Ich denke, das können wir alles als Erfahrung und Lernabschnitt verbuchen und in Most läuft es dann sicher wieder besser.“

IDM Sidecar Most

Foto: Jens Hawrda

Die IDM Sidecare startete auch in Most im Rahmen der FIM Sidecar Weltmeisterschaft und wurde gesonder gewertet.

Zwei spektakuläre Rennen in der FIM Sidecar WM lieferten sich Todd Ellis und Emmanuelle Clement (Team Ellis/Clement/LCR Yamaha) mit Tom und Ben Birchall (Wyckham Blackwell von Birchall/LCR Honda). Das Sprintrennen am Samstag gewannen die Birchall-Brüder vor Pekka Päivärinta und Ilse de Haas (Team Bonovo Action Team/LCR Yamaha). Das Hauptrennen am Sonntag entwickelte sich zu einem fesselnden Duell zwischen Ellis/Clement und den Birchall-Brüdern, das Todd Ellis mit dem besseren Schwung aus der letzten Kurve für sich entschied.

Im Kampf um den IDM-Titel gaben Josef Sattler und Luca Schmidt (Team Bonovo Action Team/LCR Yamaha) den Ton an. Mit zwei Siegen in Most und weiteren 50 Punkten in der Tasche führen sie aktuell die Meisterschaft vor dem neuen Nachwuchsteam Lennard Göttlich und Lukas Krieg (Team Bonovo Action Team/LCR Yamaha).

Ergebnis IDM Sidecar Sprintrace 

1. Sattler/Schmidt, ARS Yamaha

2. Göttlich/Krieg, ARS Yamaha

3. Cable/Richardson,  LCR Yamaha

4.  Kimeswenger/Sedlacek, LCR Yamaha

5. Vinet/Pirat, LCR Yamaha

Ergebnis IDM Sidecar Hauptrennen

1. Sattler/Schmidt, ARS Yamaha

2. Peugeot/Peugeot, LCR Yamaha

3. Götlich/Krieg,  ARS Yamaha

4.  Cable/Richardson,  LCR Yamaha

5. Kimeswenger/Sedlacek, LCR Yamaha

 

Meisterschaftsstand

1.  Sattler/Schmidt, 95 Punkte

2. Götlich/Krieg, 72 Punkte

3. Cable/Richardson, 48 Punkte

4. Peugeot/Peugeot, 45 Punkte

5. Kimeswenger/Sedlacek,40 Punkte


Donnerstag, 29. Juni 2023

IDM Supersport Most

Kofler #19 vor Gradinger 36
Foto: Jens Hawrda

Most war wieder eine Reise wert. Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) begeisterte die Zuschauer am vergangenen Wochenende unter strahlender Sonne mit einem Mix aus hautengen Zieleinläufen und der Möglichkeit, die Fahrer auch hautnah zu erleben.


In der IDM Supersport gewann Gastfahrer Oliver Bayliss (D34G) auf Ducati das erste Rennen. Es war die Premiere der Motorradmarke aus Italien in diesem Jahr in der IDM.

In der Startaufstellung hatte es noch Verwunderung gegeben. Obwohl er die Pole Position geholt hatte, stand der Australier und Sohn des dreifachen Superbike-Weltmeisters Troy Bayliss nur auf dem vierten Startplatz. Das hatte seinen Grund. Wegen fehlender, aber vorgeschriebener Reifensticker im warm-up wurde er drei Plätze zurückgesetzt. Für Bayliss, der aus der Supersport-WM kommt, kein Problem. Nach dem Start war der 19-jährige Ducati-Fahrer schon in der ersten Kurve in Führung, die er bis ins Ziel nicht abgab. Weil Bayliss außerhalb der Wertung fuhr, kehrte der Niederländer Melvin van der Voort (Team SWPN) nach seinen Stürzen bei der letzten Veranstaltung auch als Zweiter auf die Ideallinie zurück, denn er bekam statt Bayliss die volle Punktzahl in der Meisterschaft, in der er der Titelfavorit ist, die aber von seinem Landsmann Twan Smits (Team Apreco) angeführt wird, der Dritter im Rennen wurde.

Das zweite Supersportrennen in Most musste nach einem Re-Start und mehreren Stürzen nochmals abgebrochen werden und wurde nicht gewertet.

 
Ergebnis Supersport Most  Rennen 1 (Top-Five)

1. Oliver Max Bayliss, Ducati Panigale V2
2. Melvin van der Voort, Yamaha YzF-R6
3. Twan Smits, Yamaha YZF-R6
4. Andreas Kofler. Yamaha YZF-R6
5. Michal Prasek, Triumph Steet Triple

Meisterschaftsstand  (To-Five)

1. Twan Smits, 110 Pnkte
2. Melvin van der Voort, 79 Punkte
3. Andreas Kofler, 78 Punkte
4. Luca de Vleeschauwer, 53 Punkte
5. Thomas Gradinger, 49 Punkte