Sonntag, 2. Oktober 2022

DTM und Schaeffler demonstrieren, wie ein Rennsport-Sound in Zukunft klingen könnte

  • DTM und Schaeffler präsentieren Entwicklungsstand des DTM Electric Sounds
  • Klangsynthese-Software verbindet aktuelle Fahrdaten mit spezifischem Soundprofil
  • Rennfahrerin Sophia Flörsch dreht auf dem Red Bull Ring die ersten Demo-Sound-Runden

Sophia Flörsch auf Ihren Demorunden am Red Bull Ring
Foto: Jens Hawrda

Die DTM Electric stellt die Weichen für eine nachhaltige Motorsport-Zukunft. Als fünfte Säule neben DTM, DTM Trophy, DTM Esports und DTM Classic soll die Elektro-Tourenwagenserie aufzeigen, wie eine Kombination aus faszinierender Performance, Nachhaltigkeit und futuristischem Design aussehen kann. Die Eckdaten der DTM Electric sind eindrucksvoll: über 1000 PS und bis zu 320 km/h Topspeed. Doch nicht nur Optik und Performance eines Rennfahrzeugs sind für PS-Liebhaber ein relevantes Kriterium, sondern auch der Sound – auch in diesem Punkt beschreitet die DTM Electric ganz neue Wege und analysiert verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit wird am Red Bull Ring demonstriert. Ob sich die Rennwagen der DTM Electric final so anhören, wird noch evaluiert. 

„Was zunächst im Labor gelungen ist und am Red Bull Ring auf die Strecke gebracht werden soll, ist absolut atemberaubend,“ sagt Michael Resl, Director Competition & Technology der DTM-Organisation ITR. „Schaeffler ist es gelungen, ein Soundsystem zu entwickeln, das dem hohen Leistungsvermögen der DTM Electric Boliden Rechnung trägt und den Rennwagen eine entsprechende Soundkulisse spendiert.“

Die Schaeffler-Ingenieure orientieren sich dabei am tatsächlichen Klang jenes Elektromotors, den das Unternehmen aus Herzogenaurach für die DTM Electric selbst herstellt. Das innovative System verbindet über eine Klangsynthese-Software die aktuellen Fahrzeugdaten wie Motordrehzahl, positive oder negative Beschleunigung sowie Bremsdruck in Echtzeit mit einem spezifischen Soundprofil. Im Fahrzeug verbaute Hardware sorgt dafür, dass die gesamte Karosserie in Schwingung versetzt wird, was dem Klang zusätzliche Dynamik verleiht und den Sound hörbar macht. „Wir entwickeln den Auto-Sound der Zukunft“, so Dr. Jochen Schröder, Leiter des Unternehmensbereichs E-Mobilität bei Schaeffler. „Dabei haben wir den Klang ganz nah an der Physik eines Elektromotors entwickelt, nur eben cooler.“

Wie cool der Blick in die Motorsport-Zukunft tatsächlich klingt, davon können sich die DTM-Fans im Rahmen des österreichischen Gastspiels vom 23. bis 25. September bei der DTM auf dem Red Bull Ring powered bei REMUS überzeugen. Sophia Flörsch (21), letztjährige DTM-Pilotin und Schaeffler-Markenbotschafterin, wird das DTM Electric Demo Car am Samstag und Sonntag jeweils zwischen 12.20 und 12.40 Uhr über die 4,318 Kilometer lange Rennstrecke bei Spielberg in der Steiermark pilotieren.

„Als ehemaliger Rennfahrer faszinieren mich alleine schon die puren Leistungsdaten der DTM Electric“, sagt Martin Tomczyk, Representative Brand & Sports der DTM-Organisation ITR. „Aber wie wir alle wissen, gehört zu einem echten Rennwagen auch eine adäquate Akustik. Ich bin richtig gespannt, wie das Auto auf der Rennstrecke klingt, bin aber überzeugt davon, dass die Schaeffler-Ingenieure hier ganze Arbeit geleistet haben. Die DTM-Fans dürfen sich darauf freuen und ich bin gespannt über deren Feedback!“

Freitag, 30. September 2022

IDM Finale Hockenheim

Pokale zum Abschied für das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW

Markus Reiterberger #28 IDM Superbike-Meister 2022
Foto: Jens Hawrda

Auf dem Hockenheimring versammelten sich Fahrer und Fans der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM traditionell zum Abschluss der Saison 2022. Das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW um den Belgier Werner Daemen und den Deutschen Andy Gerlich war in voller Mannschaftsstärke angereist. In der IDM Superbike traten Markus Reiterberger (D), Pepijn Bijsterbosch (NL) und Kamil Krzemien (PL) für die Erfolgstruppe an. Jan Mohr (A) musste wegen seiner Verletzung weiter pausieren, feuert seine Kollegen aber von der Boxenmauer aus an.

Markus Reiterberger war auf direktem Weg vom Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Le Castellet ins Badische gereist, um seine von Erfolg gekrönte Saison, in der er bereits beim Rennen in Assen seinen vierten Titel geholt hatte, gebührend abzurunden. Das erste Rennen ging für den Bayer mit Startplatz 2 aus der ersten Startreihe los. Allerdings wie das gesamte Feld auf Regenreifen. Zur Feier des Tages gönnte er sich auf der zunehmend abtrocknenden Ideallinie einen astreinen Start-Ziel-Sieg. Von Beginn an gab der IDM-Champion die Richtung vor und dominierte das Rennen von der Spitze weg, ohne unter Druck der Konkurrenz zu geraten. «Im Warm-up war ich glaub das erste Mal dieses Jahr im Nassen unterwegs», überlegt Reiterberger nach seiner Siegfahrt. «Da habe ich mich noch nicht ganz so wohl gefühlt, denn ich hatte ein wenig Schlupf am Hinterrad. Für das Rennen hat mein Team mir dann hinten eine andere Feder eingebaut und ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Als es abgetrocknet ist, habe ich ein wenig Probleme bekommen mit dem Grip. Aber da hatte ich so viel Vorsprung, da wusste ich, ich muss es einfach nur nach Hause bringen. Deswegen danke ans Team für das geile Bike, mal wieder.»

Der zweite Lauf am Nachmittag, diese Mal bei trockenen Bedingungen und gelegentlichem Nieselregen, ging dann in der umgekehrten Reihenfolge los, was für Reiterberger Startplatz 9 bedeutete. Schon nach den ersten Kurven entwickelte sich ein ansehnlicher und von den vollbesetzten Rängen im Motodrom mit Szenen-Applaus belohnter Zweikampf mit Dauer-Rivale, Vizemeister und BMW-Marken-Kollege Florian Alt. Dieser schnappte sich dann auch den Sieg, für Reiterberger blieb Platz 2. «Ich hatte einen Bomben-Start und konnte schon gleich in der ersten Kurve zu Flo aufschließen. In den ersten paar Runden konnte ich sogar schneller als er. Bis der Regen kam, dann war es ein Ritt auf Messers Schneide. Ich habe ihn ein wenig studiert und habe gesehen, dass er die gleichen Probleme hat wie wahrscheinlich alle von uns. Ich habe mich dann entschieden, ihn zu überholen, ich wollte es einfach probieren. Am Ende war es wieder ganz trocken und er hatte da einfach die bessere Pace. Ich hatte ein bisschen ein Grip-Problem hinten und Florian war eben einfach schneller und dann als Erster im Ziel. Danke an alle, es war wie immer super.»

Pepijn Bijsterbosch hatte sich von seinem 24-Stunden-Einsatz eine Woche zuvor beim Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft gut erholt und machte sich auf dem Hockenheimring daran, die letzten Punkte des Jahres zu ergattern. Mit Startplatz 5 ging es für den Niederländer am verregneten Sonntagmorgen auf den Weg ins erste Rennen. Bei den heiklen Bedingungen und auf der zunehmend trockener werdenden Ideallinie schlug sich der der Niederländer wacker und erreichte den neunten Platz. «Ich konnte bei den schwierigen Umständen mit dem Motorrad nicht machen, was ich wollte», so seine Analyse. «Auf der Bremse lief es gut, dafür war es in der Kurvenmitte nicht ganz so gut. Durch unser Elektronik-Mapping hat auch die Traktionskontrolle etwas zu stark gebremst.»

Lauf 2 lief dann in Sachen Wetter gerade umgekehrt. Während des Rennens begann es leicht zu nieseln. Dennoch war Bijsterbosch lange ein Podiumsanwärter. «Doch ein Podestplatz war am Ende leider nicht drin», erklärte der BMW-Pilote nach seinem fünften Rang. «Die weichen Reifen waren eine gute Wahl. Ein paar Probleme hatte ich in den Ecken. Der Nieselregen war ein Vorteil für mich, aber zum Schluss konnte ich nicht dranbleiben. Wir hatten einfach zu wenig Training, für ein perfektes Set-up.» Damit blieb Bijsterbosch Vierter der Gesamtwertung. «Ach, das ist schon blöd, dass es nicht mit Rang 3 geklappt hat. Außerdem wäre ich gerne aufs Podest gefahren, aber das war einfach nicht drin.»

Kamil Krzemien hatte sich am sonnigen Freitag über die Wettervorhersage für das restliche Wochenende gefreut. Denn es stand für den Rennsonntag Regen auf der Karte. Im trockenen Training ergatterte der junge Pole den neunten Startplatz und wie bestellt, ging es am Rennsonntag im ersten Lauf mit Regenreifen los. Besonders bei den schwierigen Bedingungen auf der zunehmend trockener werdenden Ideallinie kam Krzemien so richtig in Fahrt. Vor allem die letzte Runde, in der er sich im Kampf ums Podium mit Luca Grünwald allein im Motodrom drei Überholmanöver lieferte, riss die Fans von den Sitzen. In der letzten Kurve dann das entscheidende Manöver, welches ihm mit Rang 3 seinen ersten Podestplatz in der IDM Superbike bescherte. «Am Ende war das Gefühl ziemlich schwierig», verriet er. «Denn meiner Hinterreifen war erledigt und Luca kam wirklich schnell von hinten. In der letzten Runde war es ein großartiger Kampf mit ihm, wir haben und sogar berührt. Als ich vorbei war, habe ich gedacht, nein, nein, das Podium gebe ich nicht mehr her.»

Krzemien ließ sich nicht lumpen und sorgte auch in Lauf 2 für einen erhöhte Puls bei seiner Boxen-Crew. Losgefahren auf Slicks, begann es ab der Renn-Halbzeit leicht zu tröpfeln. Perfekte Bedingungen für den jungen Wilden, der die Lücke zur Spitze mit Markus Reiterberger und Florian Alt schließen konnte, um dann auch frech den vierfachen Champion und Teamkollegen Reiterberger von Platz 1 zu verdrängen. Auch wenn dieser die Rangordnung rasch wieder herstellte, waren dies für Krzemien seine ersten IDM-Führungskilometer. Am Ende kam es im Kampf um Rang 3 erneut zum Schlagabtausch mit Grünwald, dieses Mal mit dem besseren Ende für den Honda-Kollegen. «In Rennen 1 war ich schneller, im zweiten er», meinte ein gutgelaunter Krzemien nach Platz 4. «Jetzt steht es fifty-fifty. Ich habe wirklich alles probiert, aber wollte natürlich auch nicht stürzen.» Mit seiner Glanzleistung vom Hockenheimring wurde es im Endresultat der fünfte Platz.

So schön die Erfolge beim Finale der IDM-Saison 2022 auch waren, gehen am Ende des Tages die Gedanken zur Familie Langstädtler und dem Team F73 Academy/Werk2 by MCA. Leon Langstädtler hatte am Freitag, den 23.9.2022, bei einem tragischen Trainingsunfall sein Leben verloren. «Die richtigen Worte gibt es da nicht», erklärte Teamchef Werner Daemen. «Aber ich möchte Leons Familie, seinem Team und seinen Freunden im Namen des Teams BCC-alpha-Van Zon-BMW unser tief empfundenes Beileid aussprechen.»

In eigener Sache

Leider konnten wir euch bisher nicht die Berichte zu den Sonntragsrennen der DTM am Red Bull Ring und der ADAC GT-Masters am Sachsenring liefern.

Wir sind ein kleines Team und normalerweise ist nur einer von uns zu den Rennen vor Ort um Fotos für Euch zu machen. Leider haben wir überraschender Weise für das DTM Wochenende am Red Bull Ring von der ITR kein Akkreditierung erhalten.

Um trotzdem Fotos für Euch liefern zu können hatten wir uns entschlossen mit 4 Fotografenkollegen zum Red Bull ring zu reisen und haben uns dort dann mir mehren Tribünenkarten versorgt um Fotos für Euch aus unterschiedlichen Positionen zu schießen und damit möglichste viele Rennszenen abbilden zu können.

Am Sachsenring konnten wir deshalb nicht vor Ort sein und müssen auf Archivbilder des Veranstalters zurück greifen. 

Wir reisten am Donnerstag am Red Bull in an und begannen unsere Arbeit, Sonntag früh fühlten sich bereits zwei Kollegen mit Grippesymptomen unwohl, ein sofort durchgeführter Covid-Schnelltest war positiv. Wir mussten leider sofort abreisen. Bei Ankunft in Deutschland Sonntagabend waren alle Kollegen positiv.

Wir gesagt, da wir ein kleines Team sind und nun einen Komplettausfall der Mannschaft durch Corona hinnehmen müssen, hat leider auch die Berichterstattung zu den Sonntagsrennen am Red Bull Ring und Sachsenring gelitten. Dafür möchten wir uns bei Euch entschuldigen. Die fehlenden Berichte gehen spätestes dieses Wochenende online, alle Kollegen sind auf dem Wege der Besserung und können langsam wieder Arbeiten.

Vielen Dank für Eurer Verständnis.

Montag, 26. September 2022

IDM Finale Hockenheim von Trauer überschattet

Tiefe Trauer um Leon Langstädtler
Fotos: © MPS/Dino Eisele

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) ist im Ziel. Die Titelträger der Saison 2022 stehen fest. Die exzellenten Rennen auf dem Hockenheimring zogen trotz der ungemütlichen Wetterbedingungen tausende Zuschauer in ihren Bann. Die große Party blieb jedoch aus. Das Renn-Wochenende wurde von einem tödlichen Unfall überschattet. Der 24-Jährige Leon Langstädtler war im freien Training der Superbike-Klasse verunglückt. Mit einer Schweigeminute auf der Start-Ziel-Geraden des Hockenheimrings haben die IDM-Organisation, die Teams, Fahrer, Freunde und Fans dem verstorbenen Leon Langstädtler gedacht. Auch Streckenposten, die Rettungskräfte und der BMC Hockenheim erwiesen dem Fahrer vom ADAC Hessen‐Thüringen e.V. / F73 Academy / Werk 2 Racing Team by MCA die letzte Ehre.

IDM Superbike

In der IDM Superbike stand der Meister schon vor dem großen Finale im badischen Motodrom fest. Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW) hatte sich den vierten Titel in der Königsklasse vorzeitig gesichert. Als Vizemeister stand Florian Alt (Wilbers-BMW Racing) fest. Dieser hatte seit der Saisonmitte versucht, den Spitzenreiter wenigstens noch ein Mal in diesem Jahr zu schlagen, nachdem es ihm erstmals in Oschersleben gelungen war. Nach vergeblichen Versuchen blieb dem 26-Jährigen in Hockenheim nun die letzte Chance, seinen Wunsch in die Tat umzusetzen. Mit nur 1,111 Sekunden Vorsprung kam Florian Alt im zweiten Superbike-Rennen am Sonntag dann vor Markus Reiterberger ins Ziel. Er hatte es geschafft. Die beiden Fahrer waren während der ganzen Saison eine Klasse für sich geblieben. Rob Hartog (Team SWPN) verteidigte in Hockenheim den dritten Platz in der Endabrechnung vor seinem Landsmann Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zon-BMW). Gleichzeitig sorgte der Niederländer dafür, dass neben den BMW-Motorrädern eine Yamaha in den Top 3 der Meisterschaft platziert ist. Alle an der IDM Superbike beteiligten Marken - BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha - können mindestens einen Fahrer in den Top 10 feiern.

IDM Supersport

Auch in der IDM Supersport war der Meister vor dem Finale bekannt. Max Enderlein (M32 Racing) hatte sich den Titel bereits bei der vorletzten Veranstaltung in Österreich gesichert. Dahinter war alles offen und mit Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber-Motos Racing), Andreas Kofler (Kawasaki Schnock Team Motorex) und Melvin van der Voort (Team SWPN) hatten gleich drei Fahrer Chancen auf die zwei noch zu vergebenden Tabellenplätze an der Spitze. Dass ausgerechnet der Fahrer, der mit den wenigsten Punkten nach Hockenheim kam, am Ende den Vizetitel nach Hause nehmen konnte, war eine Überraschung. Doch Melvin van der Voort gewann beide Rennen, während Favorit Luca de Vleeschauwer stürzte. Andreas Kofler zog aus dem gleichen Grund den Kürzeren und wurde Gesamt-Vierter.  

IDM Supersport 300

In der Nachwuchsklasse Supersport 300 fiel die Titelentscheidung erst im finalen Rennen am Sonntag. Zum Schluss war Marvin Siebdrath (Füsport – RT Motorsports by SKM – Kawasaki) der große Gewinner, der vor dem Saisonfinale mit sieben Punkten hinter dem Tabellenführenden Leo Rammerstorfer (Freudenberg KTM – Paligo Racing) lag. Aber der Wildenfelser bewies Nerven und wurde in beiden Rennen Zweiter und kam damit vor Rammerstorfer ins Ziel, der jeweils Dritter wurde. Das reichte für den 18-Jährigen, der sich am Ende mit einem Vorsprung von vier Punkten seinen ersten IDM-Titel sicherte. Rammerstorfer wurde Vize. Den dritten Platz hinter dem 18-jährigen Talent aus Österreich sicherte sich sein Teamkollege Walid Khan aus den Niederlanden.

IDM Sidecar

In der IDM Sidecar hätten Tim Reeves/Kevin Rousseau (Bonovo Action) theoretisch den Sack zu machen können. Dafür wären aber zwei Siege nötig gewesen. Dazu kam es nicht, weil der achtfache Weltmeister in beiden Rennen mit technischen Problemen kämpfte und nicht über einen achten Platz hinaus kam. Bennie Streuer/Ilse de Haas (Bonovo Action) gewannen das erste Rennen. Im  zweiten Lauf dominierten Markus Schlosser/Marcel Fries (Team Schlosser). Dadurch ist eine neue Situation entstanden. Die Titelverteidiger Josef Sattler/Luca Schmidt (Bonovo Action) verlassen Hockenheim als neue Tabellenführer. Sie starten mit einem Vorsprung von elf Punkten ins für die Sidecar-Klasse separat beim Sidecar-Festival in Oschersleben ausgetragene Finale. Es findet am kommenden Wochenende statt. 

Die Gewinner des Jahres 2022 im Yamaha R3 bLU cRU Cup, im Twin Cup und im Pro Superstock Cup heißen Cedric Holme Nielsen, Justin Hänse und Philipp Gengelbach. 


Dritter Saisonsieg für Colin Caresani in der DTM Trophy

  • Erster Sieg seit Imola für den jungen Niederländer
  • Meisterschaftsleader Tim Heinemann geht nach Platz zwölf leer aus
  • Dramatische Schlussphase nach spätem Safety-Car-Einsatz

Dritter Saisonsieg für Colin Caresani am Samstag
Foto: Jens Hawrda

Der Niederländer Colin Caresani ist zurück auf der Siegerstraße in der DTM Trophy. Im BMW M4 des Teams Project 1 setzte sich Caresani im Samstagsrennen auf dem Red Bull Ring in Österreich nach 20 actiongeladenen Runden gegen die Konkurrenz durch. Zweiter wurde der Brasilianer Thiago Vivacqua im Audi von Heide-Motorsport vor Jacob Riegel (GER) im Aston Martin des Teams Speed-Monkeys. Das Duell zwischen Caresani und Vivacqua um den Sieg bestimmte das Geschehen im elften Saisonrennen der Talentschmiede auf der hochkarätigen DTM-Plattform. Vor allem in den ersten Rennrunden lieferten sich der BMW-Pilot und der Audi-Fahrer begeisternde Rad-an-Rad-Duelle. Vivacqua war von der Pole-Position ins Rennen gestartet, doch Caresani setzte sich im Verlauf des Rennens konsequent durch. Nur in der Schlussphase musste der Niederländer noch einmal zittern. Nach einer späten Safety-Car-Phase verlor er beim spektakulären Restart in Zweier-Formation zunächst die Führung, die er jedoch innerhalb weniger Kurven wieder zurückerobern konnte.

Nach seinen beiden Siegen in Imola machte Caresani mit dem dritten Saisonerfolg den Titelkampf in der DTM Trophy wieder spannend. Den Rückstand auf den Meisterschaftsführenden Tim Heinemann (GER) im Toyota des Teams Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing verkürzte er auf nur noch 32 Punkte bei drei noch ausstehenden Rennen. Der Toyota-Pilot lag im Samstagsrennen von Spielberg zwischenzeitlich auf Rang fünf, wurde schließlich jedoch bis auf Rang zwölf durchgereicht. Damit ging der DTM-Trophy-Champion von 2020 im Samstagsrennen in der Steiermark leer aus.

„Das war ein großartiges Rennen. Diese Punkte sind genau das, was wir brauchen“, sagt Caresani. „Beim Restart habe ich einen großen Fehler gemacht, das war richtig dumm. Danach hatte ich großes Glück, dass ich wieder nach vorne gekommen bin. Das Auto war richtig gut. Das zeigt, dass alles perfekt ist, wenn wir es mit den Reifen hinbekommen. Ich möchte aber noch gar nicht an die Meisterschaft denken. Am Sonntag wollen wir möglichst die maximalen 29 Punkte holen.“

Hinter Caresani und Vivacqua nutzte Riegel den Restart perfekt aus und schnappte sich Rang drei vor Mercedes-AMG-Pilot Rodrigo Dias Almeida (BWT Mücke Motorsport) aus Mosambique. Fünfter wurde Caresanis deutscher Teamkollege Louis Henkefend. Kein Glück hatte der Deutsche Daniel Gregor (KÜS Team Bernhard), der im Porsche zeitweise an dritter Position lag. Eine Kollision mit Almeidas französischem Teamkollegen Edouard Cauhaupé, der auf den Porsche auffuhr und dessen Mercedes-AMG spektakulär abhob, beendete sämtliche Hoffnungen beider Fahrer auf eine Top-Platzierung.