Dienstag, 26. Juli 2022

Sidecar Schleizer Dreieck mit vier Meltmeistern

Reeves/Rousseau # 77 siegten im Hauptrennen in Schleiz
Foto: Jens Hawrda

Gleich vier Gespann-Weltmeister bildeten an diesem Wochenende in der IDM auf dem Schleizer Dreieck die Bühne für vielversprechende Sidecar-Action und spannende Rennen. Tim Reeves, Bennie Streuer (beide Bonovo Action Team/Adolf RS F1) und Markus Schlosser (Team Schlosser/LCR F1) lieferten den zahlreichen Sidecar-Fans packende Verfolgungsjagden. Bennie Streuer und Kevin Kölsch gewannen nach einem cleveren Überholmanöver das erste Rennen, Tim Reeves und Kevin Rousseau das zweite. Josef Sattler und sein junger Beifahrer Luca Schmidt (Bonovo Action Team/Adolf RS F1) verpassten in beiden Rennen das Podest nur knapp und wurden jeweils Vierte.

Ergebnis Sprentrennen (Top-Five):

1. Streuer/Kölsch, ASR/ASR,

2. Reeves/Rousseau, Adolf RS Sidecar,

3. Schlosser/Fries, LCR F1,

4. Sattler/Schmidt, ARS F 600,

5. Päiväinta/de Haas, LCR LCR.

 

Ergebnis Hauptrennen (Top-Five):

1. Reeves/Rousseau, Adolf RS Sidecar,

2. Streuer/Kölsch, ASR ASR,

3. Schlosser/Fries, LCR F1,

4. Sattler/Schmidt, ASR F 600,

5. Päivärinta/de Haas, LCR LCR.

 


IDM Supersport 300 Schleiz

Foto: Jens Hawrda

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 hatte an diesem Wochenende KTM die Nase vorn. Nach einem Sieg am Samstag von Leo Rammerstorfer, dominierte am Sonntag Lennox Lehmann (beide Freudenberg KTM – Paligo Racing) das zweite Rennen der IDM Supersport 300 in Schleiz. Trotz eines Sieges konnte Rammerstorfer seine Führung in der Gesamtwertung nicht weiter ausbauen, da er im zweiten Lauf aufgrund technischer Probleme nur auf Platz sechs ins Ziel kam. Die meisten Punkte in der Einzelwertung sammelte hingegen der Tabellenzweite Marvin Siebdrath (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki). Mit einem dritten und einem zweiten Platz auf dem Podium trat er mit 36 neuen Punkten die Heimreise an. Damit konnte der Wildenfelser den Rückstand auf Rammerstorfer auf drei Punkte verkürzen. 

Ergebnis Rennen 1 (Top-Five):

1. Leo Rammerstorfer, KTM RC 390 R,

2. Lennox Lehmann, KTM RC 390 R,

3. Marvin Siebdrath, Kawasaki Ninja 400,

4. Walid Khan, KTM RC 390 R,

5. Troy Beinlich, Kawasaki Ninja 400 .

 

Ergebnis Rennen 1 (Top-Five):

1. Lennox Lehmann, KTM RC 390 R,

2. Marvin Siebdrath, Kawasaki Ninja 400,

3. Mate Szamado, Kawasaki Ninja 400,

4. Troy Beinlich, Kawasaki Ninja 400,

5. Thom Molenaar, Kawasaki Ninja 400.


Montag, 25. Juli 2022

Max Enderlein siegt in beiden Rennen in Schleiz

An Max Enderlein gab es in Schleiz keinen Weg vorbei
Foto: Jens Hawrda

Superstimmung am Streckenrand und Superleistungen auf der Strecke gab es am Wochenende auch in der IDM Supersport.

Wie so oft in diesem Jahr gab es keinen Weg an Max Enderlein (M32 Racing) vorbei. Damit hat er sich den Weg zum dritten Titel weiter geebnet. Sein Hauptkonkurrent Thomas Gradinger (Eder Racing) war im freien Training am Freitag gestürzt und verfolgte die Rennen aus dem Krankenhaus. Dafür setzte sich mit dem Niederländer Twan Smits (Team Apreco) ein völlig neuer Herausforderer in Szene. Im ersten Lauf noch Dritter, pirschte sich der 18-Jährige im zweiten Rennen immer weiter nach vorn. Der Teenager und Klassen-Rookie war regelrecht im Höhenflug, überholte Enderlein an der Spitze und genoss fünf Sekunden lang Führungsluft, bevor ihn der Sachse ganz schnell wieder hinter sich verschwinden ließ. Dieser meinte nachher entspannt: „Der einzige Unterschied zum ersten Lauf war, dass sich die Lücke hinter mir nicht aufgetan hat. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass Twan eine Attacke setzt, aber das gehört dazu.“ Auf dem Siegerpodest trafen sich immer die gleichen Herren: Enderlein hatte den obersten Platz gepachtet, rechts und links neben ihm wechselten sich Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber-Motos Racing) und Smits ab. Den Belgier übermannten trotz knallhartem Auftritt auf der Strecke im Ziel die Gefühle.

Siegerehrung Rennen 1 IDM Supersport
Foto: Jens Hawrda
Ergebnis Rennen 1 (Top-Five):

1. Max Enderlein, Yamaha YZF-R6

2. Lica de Vleeschauer, Kawasaki Ninja ZX-6

3. Twan Smits, Yamaha YZF-R6

4. Jan-Ole Jähnig, Yamaha YZF-R6

5. Melvin van der Voort, Yamaha YZF-R6

 

Ergebnis Rennen 2 (Top-Five):

1. Max Enderlein, Yamaha YZF-R6

2. Twan Smits, Yamaha YZF-R6

3. Luca de Vleeschauer, Kawasaki Ninja ZX-6

4. Melvin van der Voort, Yamaha YZF-R6

5. Jan-Ole Jähnig, Yamaha YZF-R6

Markus Reiterberger dominiert Rennen in Schleiz und über 30.000 Fans feiern ihre Helden

Doppelsieg für Markus Reiterberger in Schleiz
Foto: Jens Hawrda

Volksfeststimmung, Autogrammjäger und voll besetzte Tribünen: über 30.000 Fans haben die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) am Wochenende auf dem Schleizer Dreieck gefeiert und die Veranstaltung zum einzigartigen Höhepunkt des Jahres werden lassen. Fahrer aus 17 Nationen revanchierten sich bei der vierten von sieben Saisonveranstaltungen mit Rennen der Extraklasse.


Publikumsliebling und Streckenrekordhalter Markus Reiterberger  (BCC-alpha-Van Zon-BMW) hob die Zuschauer von den Sitzen. Die Pole Position, zwei Siege und eine Showeinlage des Bayern vor der Buchhübel-Tribüne waren ganz nach dem Geschmack des Publikums. Sogar der Fanclub des 28-jährigen Stars in der Königslasse war mit 50 Personen zu seiner Unterstützung angereist. Reiterberger hatte zwar erneut in Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) seinen großen Gegner gefunden, der ihn unter Druck setzte, doch nach den jeweils 18 Runden auf der 3,805 Kilometer langen Strecke hatte immer „Reiti“ die Nase vorn. 

Florian Alt machte Druck, fand aber keinen Weg vorbei
Foto: Jens Hawrda

„Schleiz ist geil“ schrie er bei der Siegerehrung ins Mikrofon. Hinter Reiterberger und Alt stieg nach beiden Superbike-Rennen der Local Hero Julian Puffe (GERT56) aufs Podium. Im ersten Lauf erbte er den Platz noch durch die Kollision zwischen Toni Finsterbusch und Jan Mohr, die direkt  vor ihm stürzten. Im zweiten Rennen erkämpfte sich der Schleizer die Position im direkten Kampf mit Rob Hartog (Team SWPN, Yamaha) und Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zon-BMW). Die BMW-Fahrer waren auf der Naturrennstrecke eine Macht an der Spitze, aber Yamaha, Kawasaki und Honda platzierten ihre Motorräder ebenfalls erfolgreich in den Top Ten.

Ergebnis Rennen 1 (Top-Five):

1. Markus Reiterberger, BMW M 1000 RR

2. Florian Alt, BMW M 1000 RR 

3. Julian Puffe, BMW M 1000 RR

4. Rob Hartog, Yamaha YZF-R1M

5. Pepjin Bijsterboschh, BMW M 1000 RR

 

Ergebnis Rennen 2 (Top-Five):

1. Markus Reiterberger, BMW M 1000 RR

2. Florian Alt, BMW M 1000 RR

3. Julian Puffe, BMW M 1000 RR

4. Rob Hartog, Yamaha YZF-R1M

5. Bepijn Bijsterbosch, BMW M 1000 RR

 

Mittwoch, 20. Juli 2022

Emil Frey Racing verrät das Geheimnis, wie sie noch besser werden

  •  Emil Frey Racing mit starkem Beginn in der Deutschen GT-Meisterschaft
  •  ADAC GT Masters ist die ideale Plattform für den Schweizer Rennstall
  •  Serien-Debütant nach drei Stopps in allen Wertungen unter den Top-Fünf

Aitken/Balboa #63 Lamborghini Huracan GT3 ECO, Emil Frey Racing
Foto: Jens Hawrda

Das Team Emil Frey Racing ist seit dem Doppelsieg von Zandvoort endgültig im ADAC GT Masters angekommen. Der Serien-Debütant setzt drei Lamborghini Huracán GT3 Evo in der Deutschen GT-Meisterschaft ein und führt nach drei Tourstopps die Team-Wertung an. Mit Platz vier und Rang zwei liegt der Schweizer Rennstall auch in der Fahrer- und der Junior-Kategorie aussichtsreich im Rennen. Diese Erfolge in der Premierensaison kommen nicht von ungefähr. Emil Frey Racing blickt auf eine lange Tradition im Motorsport zurück. Teamchef Lorenz Frey-Hilti erklärt die Firmenhistorie: „Mein Großvater fuhr bereits 1926 Motorradrennen, mein Vater hat in den 60er Jahren die Rennabteilung aufgebaut und danach mit Toyota mehrere Titel geholt. Ab 1990 wurde es ruhig um die Rennaktivitäten, ich habe sie 2011 sozusagen in der dritten Generation wieder belebt und das heutige Emil Frey Racing an den Start gebracht. Wir haben unter anderem mit einem in Eigenregie entwickelten Jaguar GT3 den Silver Cup bei der Blancpain GT-Series gewonnen, worauf wir sehr stolz sind. Seit 2019 arbeiten wir mit Lamborghini zusammen und belegten auf Anhieb bei der International GT Open Platz eins und zwei in der Fahrerwertung, auch die Teammeisterschaft konnten wir für uns entscheiden. Seit 2020 nehmen wir an der GT World Challenge Europe teil.“


Das ADAC GT Masters stand schon lange auf der Wunschliste des Schweizer Teams. Lorenz Frey-Hilti selbst hat als Gaststarter Erfahrungen mit der Serie gemacht und das hohe Leistungsniveau persönlich kennengelernt. „Man muss sehr gut vorbereitet sein, um beim ADAC GT Masters mithalten zu können, da es eine der stärksten GT-Serien überhaupt ist. Nach Gesprächen mit Lamborghini wurde der Wille immer größer, bei dieser faszinierenden Serie mitzufahren. Ich bin sehr froh, dass wir diesen Schritt gewagt haben, zumal das ADAC GT Masters in Deutschland eine große Reichweite und werbetechnisch eine enorme Strahlkraft hat. Auch wegen der tollen Live-Übertragungen im TV“, so der 31-Jährige.

Nachdem der Entschluss gefallen war, stand die Auswahl der Fahrer-Paarungen für die drei Boliden aus dem Hause Lamborghini auf der Agenda. Wichtig neben dem fahrerischen Können war dabei, dass sie menschlich ins Team und zueinander passen. Lorenz Frey-Hilti: „Wir legen nicht nur auf Schnelligkeit, sondern auch auf Zuverlässigkeit Wert. Zudem kommen manche Fahrer mit bestimmten Eigenschaften wie Über- oder Untersteuern besser zurecht als andere. Auch das muss einkalkuliert werden. Wir haben jetzt eine schlagkräftige sechsköpfige Fahrer-Crew aus jungen Leuten und Werkspiloten, die viel Erfahrung mitbringen und auch in anderen Serien aktiv sind. Mit einigen von ihnen haben wir bereits zusammengearbeitet, was das Miteinander zusätzlich erleichtert.“

Der ADAC GT Masters-Start in Oschersleben war für Emil Frey Racing mit der Pole-Position und Platz zwei im ersten Rennen vielversprechend. Auch am Red Bull Ring fuhr man in die Punkte, ehe der Doppelsieg in Zandvoort den Durchbruch bedeutete. „Wie erwartet, ist das Niveau im ADAC GT Masters unglaublich hoch. Im Qualifying geht es um Hundertstelsekunden, wer da einen Fehler macht, landet schnell auf den hinteren Rängen. Wir mussten uns zunächst daran gewöhnen, dass die Reifen nicht vorgeheizt werden dürfen. Dank der Erfahrung von Franck Perera sind wir damit gut klargekommen. Am Red Bull Ring hatten wir superschnelle Quali-Zeiten, die leider wegen Überschreitens des Track Limits gestrichen wurden. Zudem gab es eine aus meiner Sicht fragwürdige Strafe gegen Mick Wishofer. Die Siege in Zandvoort, eine Strecke, die dem Lamborghini liegt, waren sehr wichtig, um vorn dabei zu bleiben. Insgesamt wurden unsere Erwartungen, nicht nur was das Sportliche angeht, übertroffen, denn der ADAC tut an jeder Strecke enorm viel für seine Fans. Für unsere Gäste machen die vielen Aktivitäten vor und nach den Rennen ein Motorsportwochenende in der Deutschen GT-Meisterschaft zu einem wahnsinnigen Erlebnis“, so der Teamchef von Emil Frey Racing.

Aber es gibt Potenzial, noch besser zu werden. Das optimale Setup für die Reifen wurde bisher noch nicht gefunden, hier sieht das Team noch Verbesserungsmöglichkeiten. „Wir bekommen den Peak des Reifens gut hin, brauchen im Qualifying allerdings etwas länger als unsere Konkurrenz, um eine schnelle Runde fahren zu können. Daran arbeiten wir sehr intensiv“, sagt Lorenz Frey-Hilti. Viel Zeit bleibt dem Team nicht, das vom 28. bis 31. Juli das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps bestreitet und am darauffolgenden Wochenende vom 5. bis 7. August beim ADAC GT Masters am Nürburgring startet. Denn nach dem Rennen ist für Emil Frey Racing vor dem Rennen. „Nach Wochenendeinsätzen nehmen wir die Fahrzeuge fast vollständig auseinander. Bei Unfällen oder Berührungen werden die entsprechenden Teile geröntgt und auf Risse untersucht, denn wir haben eine strikte Qualitätskontrolle. Es ist schwierig, bei einem so engen Zeitplan dieses Prozedere einzuhalten. Aber unser 21-köpfiges Team ist seit Jahren zusammengewachsen, sehr eingespielt und wird mit dieser Herausforderung fertig“, ist sich der 31-Jährige sicher.

Der Ausblick auf die verbleibende Saison im ADAC GT Masters ist für den Teamchef des Schweizer Rennstalls positiv. „Nach den Corona-Jahren mit leeren Tribünen macht es mir große Freude, in der Deutschen GT-Meisterschaft vor vollen Rängen anzutreten. Sportlich messen wir uns mit den stärksten GT3-Autos und Fahrern und wollen bis zum Schluss ganz oben mit dabei sein. Zurzeit gibt es im Motorsport viele Veränderungen, die Elektrifizierung ist ein großes Thema. In diesem Zusammenhang sorgt der neue nachhaltige Kraftstoff, der im ADAC GT Masters seit dieser Saison eingesetzt wird, für ein weiteres positives Zeichen dieser tollen Serie und steht für eine Weiterentwicklung im Rennsport.“

Zum vierten Saisonstopp reist die Deutsche GT-Meisterschaft vom 5. bis 7. August an den Nürburgring in die Eifel. Alle Rennen im ADAC GT Masters werden um 13 Uhr gestartet. Der TV-Sender NITRO präsentiert die Läufe ab 12.30 Uhr live. Auf RTL+, der führenden Streaming Plattform Deutschlands, kann die Rennaction live verfolgt oder anschließend in der Mediathek abgerufen werden. Die Qualifyings sind bei sport.de und adac.de/motorsport zu sehen.