Samstag, 9. Juli 2022

Porsche mit historischem DTM-Sieg am Dutzenteich

Porsche gewinn als elfte Marke in der DTM

Thomas Preining holt ersten Sieg für Porsche in der DTM
Foto: Jens Hawrda

An bedeutenden Momenten mangelt es in der Motorsporthistorie von Porsche keineswegs: Siege bei den 24-Stunden-Rennen von Le Mans, Spa-Francorchamps und auf dem Nürburgring, Rallye-Erfolge bei der Paris-Dakar oder in Monte Carlo, Weltmeistertitel auf der Langstrecke und in der Formel 1 und nahezu alle GT-Erfolge, die man sich denken kann. Nun gehört auch ein Sieg in der DTM zu der eindrucksvollen Erfolgsbilanz des Sportwagen-Herstellers aus Zuffenhausen.

Sogar Wolfgang Porsche, Enkelsohn des Firmengründers Ferdinand Porsche und Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG, gratulierte persönlich zum Erfolg, nachdem Thomas Preining (AUT) im Samstagsrennen der DTM Norisring powered by BMW M den Porsche 911 des KÜS Team Bernhard als Sieger ins Ziel gefahren hatte. Durch die Einsätze des Teams von Timo Bernhard, Porsche-Markenbotschafter sowie jeweils zweimaliger Le-Mans-Sieger und Langstrecken-Weltmeister, sowie der Münchener SSR-Performance-Mannschaft um Stefan Schlund, ist Porsche in diesem Jahr erstmals die komplette Saison in der 1984 eingeführten Traditionsserie mit dabei. Im siebten Rennen des Jahres gab es den ersten Sieg, nachdem Preining als Vierter in Imola bereits in unmittelbarer Nähe des Podiums war. Mit Platz zwei am Norisring komplettierte der Norweger Dennis Olsen im SSR-911 den Porsche-Doppelerfolg in der Franken-Metropole.

Porsche ist die elfte Marke, die sich in die DTM-Siegerliste eintragen konnte. Der Spitzenreiter in dieser Kategorie kommt ebenfalls aus Stuttgart: Mercedes-Benz führt mit aktuell 202 Siegen die ewige DTM-Statistik an. Dass auch Audi, BMW, Ford und Opel mit ihrer DTM-Historie zu den siegreichen Marken gehören, ist klar, ebenso Alfa Romeo, das in der ersten Klasse-1-Ära in der ersten Hälfte der Neunziger eine prägende Rolle spielte. Vielleicht etwas weniger präsent jedoch sind Rover und Volvo als DTM-Sieger, aber beide Marken konnten nicht nur DTM-Rennsiege, sondern jeweils sogar einen Meistertitel einfahren. Einen DTM-Sieg gab es für Chevrolet dank Peter John im wuchtigen Camaro beim Saisonfinale des DTM-Premierenjahres 1984. Durch den Erfolg von Thomas Preining steht Porsche nun mit Chevrolet auf gleicher Höhe, aber wer die Ambitionen der aktuellen Porsche-Teams und -Fahrer in der DTM kennt, zweifelt nicht daran, dass weitere Siege hinzukommen werden.

Quelle: dtm.com

Dienstag, 5. Juli 2022

BMW mit durchwachsenem Ergebnis am Norisring

  • Marco Wittmann schrammt als Vierter beim Heimspiel knapp am Podium vorbei 
  • Philipp Eng wird am Samstag Fünfter
  • Team Schubert führt Teamwertung weiter an

Marco Wittman #11 fuhr am Sonntag lange auf Podiumskurs,
am Ende reichte es nur für Platz vier
Foto: Jens Hawrda


In einem chaotischen Samstagsrennen mit vielen Ausfällen sicherte Philipp Eng (AUT) auf dem Norisring (GER) dem Team Schubert mit einem fünften Rang wichtige Punkte. Die Mannschaft aus Oschersleben (GER) führt weiterhin die Teamwertung an. Am Sonntag ist Marco Wittmann (GER) bei seinem DTM-Heimspiel ein starkes Rennen gefahren und hat als Vierter nur knapp sein nächstes Podium nach dem dritten Rang in Imola (ITA) verpasst. BMW M feierte als Presenting Partner am Wochenende auf dem Norisring ein weiteres Mal sein 50-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass waren Franciscus van Meel, Geschäftsführer der BMW M GmbH, und Andreas Roos, Leiter BMW M Motorsport, vor Ort. Im DTM Classic Cup gab BMW M Werksfahrer Bruno Spengler (CAN) ein erfolgreiches Gastspiel am Steuer eines BMW 320i STW.

Wittmann meldete sich bereits am Sonntagmorgen mit Platz drei im Qualifying stark zurück, nachdem er am Samstag unverschuldet in einen Massencrash in der ersten Kurve verwickelt worden und ausgeschieden war. Im Rennen am Sonntag verteidigte Wittmann seinen dritten Rang bis zum Boxenstopp, bei dem er jedoch eine Position einbüßte. So kam er letztlich vor seinen heimischen Fans als Vierter ins Ziel. Sein Walkenhorst Motorsport Teamkollege Esteban Muth schied am Samstag ebenfalls durch einen unverschuldeten Unfall aus. Während er zum Glück unverletzt blieb, war sein BMW M4 GT3 so stark beschädigt, dass er am Sonntag nicht starten konnte.

Philipp Eng am Samstag Fünfter
Foto: Jens Hawrda


Für das Team Schubert fuhr am Samstag Philipp Eng als Fünfter zehn Punkte ein, die dafür sorgten, dass die Mannschaft mit nun 111 Zählern die Führung in der Teamwertung verteidigte. Am Sonntag schrammte Eng als Elfter knapp an weiteren Punkten vorbei. Sheldon van der Linde (RSA) ging auf dem Norisring leer aus. Am Samstag wurde er wie Wittmann Opfer der Kollision in Kurve eins, am Sonntag fiel er nach seinem späten Boxenstopp aus den Top-10 heraus und kam als 15. ins Ziel. In der Fahrerwertung musste van der Linde die Führung abgeben. Mit 80 Zählern liegt er nun auf Platz zwei.

BMW M ist Presenting Partner der DTM auf dem Norisring

Als Presenting Partner anlässlich des 50-jährigen Jubiläums war die BMW M GmbH im Paddock am Norisring, der am Sonntag passenderweise sein 50. DTM-Rennen ausrichtete, sehr präsent. BMW M Geschäftsführer Franciscus van Meel und Andreas Roos, Leiter BMW M Motorsport, verfolgten das Geschehen vor Ort und standen Fahrern, Teams, Medien und Partnern für viele Gespräche zur Verfügung. Die Eventfläche M Town sorgte mit seiner Orgel für Spektakel und war mit zahlreichen Talks sowie ausgestellten BMW M Serienfahrzeugen ein Anziehungspunkt für die Fans. Dazu kamen das Fahrerlager des BMW M2 Cups sowie starke BMW Präsenzen in den Starterfeldern der DTM Trophy und des DTM Classic Cups.

Bruno Spengler als Gaststarter im DTM Classic Cup

Gaststarter Bruno Spengler fuhr am Sonntag auf Platz 2 im DTM Classic Cup
Foto: Jens Hawrda


Gaststarter in einem der historischen Fahrzeuge war Bruno Spengler. Er ging für das Team Schnitzer Classic in dem BMW 320i STW an den Start, in dem Johnny Cecotto (VEN) 1998 Champion geworden war. Im ersten Rennen am Samstag wurde Spengler nach einer starken Aufholjagd von Startplatz 13 Fünfter. Im zweiten Lauf startete Spengler von der Poleposition und durfte nach dem Rennen als Zweiter auf dem Podium feiern, das er von seinen fünf DTM-Triumphen als Rekordsieger bestens kennt.

Stimmen zum DTM-Wochenende auf dem Norisring:

Marco Wittmann (#11 BMW M4 GT3, Walkenhorst Motorsport): „Zunächst einmal war die Stimmung bei meinem Heimspiel hier in Nürnberg wieder fantastisch – nicht zuletzt auch dank der Green Wall von Schaeffler. Wir haben viele Aktionen gemacht, und es ist einfach schön, so viel von den Fans zurückzubekommen. Aus sportlicher Sicht gehe ich mit gemischten Gefühlen in die Sommerpause. Der Samstag mit dem Unfall war sehr enttäuschend. Das versöhnliche Ergebnis am Sonntag war dann jedoch sehr gut. Vor allem Platz drei im Qualifying, mein bester DTM-Startplatz überhaupt auf dem Norisring, war super. Im Rennen hatten wir auch eine starke Pace, leider haben wir beim Boxenstopp Zeit verloren. So ist es am Ende Platz vier geworden, der wichtige Punkte einbringt.“

Philipp Eng (#25 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Der Samstag ist super gelaufen. Ich habe mich aus dem ganzen Chaos rausgehalten und genau in den richtigen Momenten attackiert. Dafür bin ich mit guten Punkten belohnt worden. Am Sonntag hatte ich im Qualifying leider ein kleines Problem, ohne das noch deutlich mehr als Platz zehn drin gewesen wäre. Im Rennen haben wir dann schnell gemerkt, dass wir heute nicht ganz die Pace vom Samstag hatten. Trotzdem bin ich insgesamt zufrieden mit dem Wochenende.“

Sheldon van der Linde (#31 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Ich bin enttäuscht, dass ich das erste Mal in dieser Saison an einem Wochenende ohne Punkte geblieben bin. Bisher hatte ich sogar in jedem Rennen Punkte geholt. Doch hier ist es für uns überhaupt nicht nach Plan gelaufen. Wir haben jetzt in der Sommerpause viel Zeit zu analysieren, woran es lag. Außerdem werden wir uns mit einigen Tests auf die zweite Saisonhälfte vorbereiten. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nach der Pause zu alter Stärke zurückfinden werden.“

Esteban Muth (#10 BMW M4 GT3, Walkenhorst Motorsport): „So hatten wir uns das Wochenende sicher nicht vorgestellt. Meine Pace war im Vergleich zu den anderen BMW M Motorsport Fahrern diesmal richtig gut. Ich konnte mit ihnen mithalten, doch leider wurde ich dann im Rennen von einem Konkurrenten, den ich gerade überholt hatte, getroffen und hatte einen heftigen Unfall. Ich bin okay, aber das Auto war leider sehr stark beschädigt. Jetzt gehen wir in die Sommerpause und werden danach alles versuchen, um an den positiven Trend, den wir hier trotz allem gezeigt haben, anzuknüpfen.“

Bruno Spengler (BMW 320i STW, DTM Classic Cup): „Das war ein unglaublich cooles Wochenende. Ich hatte extrem viel Spaß! Vielen Dank an die BMW Group Classic, BMW M Motorsport und das Team Schnitzer Classic, dass ich an diesem Event teilnehmen und so ein fantastisches Auto auf diesem Kurs fahren durfte. Diese historischen Fahrzeuge sind einfach etwas ganz Besonderes. Ich habe mich auch sehr gefreut, viele Fans wiederzusehen und viel Zuspruch zu bekommen. Dann auch noch Zweiter zu werden und auf dem Podium feiern zu können, war der perfekte Abschluss.“


Montag, 4. Juli 2022

DTM Classic begeistert die Zuschauer am Norisring am Sonntag

  • Audi-Pilot Anthon Werner gewinnt das Sonntagrennen zum DTM Classic Cup
  • Bruno Spengler und Hans-Joachim Stuck erkämpfen sich Podiumsplätze
  • Walter Röhrl bestaunt seinen ehemaligen Schnitzer BMW 2002 turbo

71 Jahre alt und kein bischen langsam: H.-J- Stuck - Dritter am Sonntag
Foto: Jens Hawrda

Walter Röhrl, Hans-Joachim Stuck, Leopold Prinz von Bayern, Bruno Spengler und einige mehr – ein Stelldichein ehemaliger DTM-Stars begeisterte am Norisring die zahlreichen Zuschauer. Auf der Rennstrecke wie im Fahrerlager bestaunten die Fans die historischen Tourenwagen aus der DTM-Ära zwischen 1984 und 2007, lauschten fasziniert den kurzweiligen Interviews mit Helden dieser Zeit und freuten sich über so manches Autogramm. Im kurzweiligen Sonntagrennen zum DTM Classic Cup bescherte Anthon Werner mit seinem 200 Turbo Audi zum Heimspiel auf dem traditionsreichen Stadtkurs von Nürnberg einen Sieg. Nach einer spannenden Schlussphase stiegen als Zweiter und Dritter „Mr. Norisring“ Bruno Spengler, mit fünf Siegen der erfolgreichste DTM-Pilot auf dem Norisring, und Hans-Joachim Stuck neben Werner auf das Siegerpodest.

Walter Röhrl, nicht nur zweimaliger Rallye-Weltmeister, sondern auch ehemaliger Rundstrecken-Pilot in der DTM, in der Deutschen-Rennsport-Meisterschaft und der US-IMSA-Serie, war am Sonntag ein gern gesehener Stargast beim DTM Norisring powered by BMW M. Der Regensburger freute sich nicht nur auf das Wiedersehen mit alten Weggefährten wie „Strietzel“ Stuck, sondern auch auf das Wiedersehen mit jenem BMW 2002 turbo, mit dem er beim DRM-Rennen 1977 auf dem Norisring allen die Show stahl, ohne letztlich die Zielflagge zu sehen. Bestens gelaunt erzählte Röhrl gemeinsam mit Stuck, DTM-Norisring-Sieger Kris Nissen und dem ehemaligen DTM-Vizemeister Olaf Manthey spannende Geschichte vergangener Tage, eine herrliche Gesprächsrunde um Moderatorenlegende Rainer Braun.

Auch „Strietzel Stuck hatte seinen Spaß, durfte er doch seinen ehemaligen DTM Audi von 1992 fahren, der ihm von Audi-Sammler Anthon Werner ausgeliehen wurde. Hatte Stuck mit dem Audi-V8-Dickschiff am Vortag noch die tückische Mauer im Schöller-S geküsst, so hielt der 71-Jährige am Sonntag mehr Abstand. „Ich war heute vorsichtiger. Jetzt bin ich hochzufrieden. Es hat unendlich viel Spaß gemacht, wieder auf dem Norisring zu fahren, und dass mit meinem ehemaligen DTM-Auto.“ Bruno Spengler, der 2019 im BMW sein fünftes DTM-Rennen auf dem Stadtkurs gewann, hatte sich mit dem BMW 320i einen Podiumsplatz erhofft, und wurde am Sonntag für seine beherzte Fahrweise mit Rang zwei belohnt. „Das war ein mega Rennen vor einem tollen Publikum! Ich danke Schnitzer Classic und BMW, dass ich mit diesem Auto hier fahren durfte.“ Steffen und Yannik Trautwein haben das ehemalige BMW-Werksteam Schnitzer übernommen und daraus Schnitzer Classic geformt. Einen BMW M3 dieses Teams steuerte auch Kris Nissen, der bis zwei Runden vor Schluss noch an zweiter Stelle hinter dem souverän führenden Audi 200 von Anthon Werner fuhr, dann jedoch wegen eines technischen Problems noch Spengler und Stuck passieren lassen musste. Am Vortag hatte Werner den vermeintlichen Sieg durch eine Strafe an Gerhard Füller im Opel Vectra verloren, der am Sonntag als Sechster ins Ziel kam.


Einzigartige Gala der DTM Classic auf dem Norisring

Gerhard Füller beschert Opel einen unerwarteten Sieg am Samstag

  • Knapp geschlagen: Kris Nissen als Zweiter Bestplatzierter der sieben DTM-Helden
  • 79 und kein bisschen langsam: Leopold Prinz von Bayern steuert BMW auf Rang zehn
  • Historische Tourenwagen begeistern im „fränkischen Monaco“ – Rennen zwei am Sonntag

Sieger Gerhard Füller im Opel Vectra
Foto: Jens Hawrda

Opel feiert bei der Gala der DTM Classic auf dem Norisring einen unerwarteten Sieg. Im Vectra, den einst Uwe Alzen steuerte, gewann Gerhard Füller das Samstagrennen zum DTM Classic Cup. Als Bester von sieben angetretenen DTM-Helden steuerte der Däne Kris Nissen seinen BMW M3 auf den zweiten Platz, sein Markenkollege René Ruch aus der Schweiz komplettierte als Dritter das Podium. Während „Mr. Norisring“, der Kanadier Bruno Spengler und DTM-Rekordsieger von Nürnberg, im BMW 320i Fünfter wurde, bewies Leopold Prinz von Bayern, dass Alter nicht vor Vollgas schützt: „Poldi“ bescherte als BMW-Markenbotschafter zum 50-jährigen Jubiläum von BMW M eine Platzierung unter den zehn Besten.

Die historischen Tourenwagen der DTM Classic verzaubern am Norisring am ersten Juli-Wochenende das fachkundige Publikum. Die Zuschauer strömen in Scharen ins Fahrerlager der DTM Classic, wo es nicht nur die klassischen Rennwagen hautnah zu bestaunen gibt, sondern auch so manches Autogramm der Fahrer, vor allem der ehemaligen DTM-Piloten. Neben Nissen, Spengler und Leopold Prinz von Bayern waren auch Hans-Joachim Stuck, Olaf Manthey und Stefan Mücke am Start, Marc Hessel übernimmt im Sonntagrennen (Start um 16:15 Uhr, live via grid.dtm.com) das Steuer von „Poldi“.

23 Tourenwagen, jeder mit einer eigenen Historie, sorgen auf dem traditionsreichen Norisring für einen Augen- und Ohren-Schmaus. Mit dem Opel Astra V8 ging Klaus Hoffmann aus der Pole-Position ins Rennen. Nach einem ersten kleinen Duell mit Anthon Werner im Audi 200 quattro, ein Modell, mit dem einst Freddy Kottulinsky in der DTM antrat, konnte sich Hoffmann, eigentlich ein Spezialist für Bergrennen, vom Feld absetzen. Der Opel-Triumph schien für ihn zum Greifen nahe, als unmittelbar nach einer Safety-Car-Phase sich beim Restart die Fronthaube löste und Hoffmann aufgeben musste. Somit schien der Weg frei für Audi-Mann Werner, der schließlich auch als Erster die Ziellinie vor der alten Steintribüne kreuzte. Doch Werner hatte während der Safety-Car-Phase unerlaubt überholt und erhielt daher eine Strafe, die ihn letztlich auf Rang vier zurückwarf.

Während Ex-DTM-Pilot Stefan Mücke den Einsatz des einzigartigen Opel Calibra V6, dem ehemaligen DTM-Auto von Keke Rosberg, nur für einen Test nutze, musste letztlich Gerhard Füller die Kastanien aus dem Feuer holen. Mit dem schwarzen Opel Vectra im originalgetreuen Warsteiner-Design, den einst DTM-Pilot Uwe Alzen in der Super-Tourenwagen-Meisterschaft steuerte, schob sich Füller, ein Dachdeckermeister aus Stadtallendorf, auf den letzten Metern noch am ehemaligen DTM-Profi Kris Nissen vorbei zum Sieg. Bemerkenswert: Der drittplatzierte René Ruch reist lediglich mit seiner Ehefrau zu den Rennen, die mit ihm gemeinsam alle Arbeiten am Ex-DTM-M3 erledigt.

„Strietzel“ Stuck gab in seinem ehemaligen DTM-Audi wie gewohnt beherzt Gas, touchierte aber mit dem Original-Auto aus 1992 die tückische Betonmauer ausgangs des Schöller-S – damit war die Vorstellung des 1990er DTM-Champions vorzeitig beendet. Der ehemalige DTM-Vizemeister Olaf Manthey brachte den BMW 635i, das älteste Auto im Feld, auf Rang neun ins Ziel. Nico Wittmann (BMW) musste wie sein Bruder, der zweimalige DTM-Champion Marco Wittmann, in der DTM vor heimischer Kulisse vorzeitig aufgeben. 


Sonntag, 3. Juli 2022

Louis Henkefend holt seinen ersten Sieg in der DTM Trophy

  • BMW-Pilot Henkefend profitiert von Zeitstrafen gegen Heinemann und Oeverhaus
  • Niederländer Colin Caresani komplettiert Doppelerfolg für BMW-Team Project 1
  • Tim Heinemann verliert Gesamtführung an Caresani

Louis Henkefend BMW #13 siegt am Sonntag am Norisring
Foto: Jens Hawrda

BMW-Pilot Louis Henkefend hat ein packendes Sonntagsrennen zur DTM Trophy auf dem Norisring gewonnen. Der Deutsche wurde nach 29 Runden als Sieger des sechsten Saisonrennens der Talentschmiede auf der DTM-Plattform gewertet. Sein niederländischer Teamkollege Colin Caresani komplettierte als Zweiter den Doppeltriumph für das Team Project 1. Rang drei belegte Mercedes-AMG-Pilot Rodrigo Dias Almeida (BWT Mücke Motorsport) aus Mosambique.

Toyota-Fahrer Tim Heinemann (Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing), vor dem Rennen Gesamtführender, überquerte die Ziellinie als Erster. Aufgrund einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen einer Kollision fiel er jedoch auf den fünften Rang zurück. Das gleiche Schicksal ereilte seinen deutschen Landsmann Theo Oeverhaus (BMW, Walkenhorst Motorsport), der die Zielinie direkt hinter Heinemann überquerte, aber als Sechster gewertet wurde. Vierter wurde dadurch der US-Amerikaner JP Southern im EastSide-Motorsport Audi, der von der Pole-Position gestartet war.

Heinemann setzte sich am Start durch und führte das Feld vor Henkefend, Southern, Caresani und Oeverhaus an. Hinter dem Toyota-Piloten krachte es bereits in der ersten Kurve zwischen drei Fahrern, was das Safety-Car auf den Plan rief und für eine lange Neutralisierung sorgte. Kurz nach der Freigabe des Rennens kam es zu einem weiteren Unfall. Das Safety-Car musste erneut ausrücken. In der Schlussphase des Rennens entschädigte das Spitzenquintett, bestehend aus Heinemann, Henkefend, Oeverhaus, Caresani und Almeida, mit packenden Positionskämpfen die Zuschauer für die langen Gelbphasen. Zwischenzeitlich setzten sich Heinemann, Henkefend und Oeverhaus von ihren beiden Verfolgern ab, doch die intensiven Auseinandersetzungen des Top-Trios erlaubten es Caresani und Almeida ihrerseits, wieder zur Spitze aufzuschließen.

Henkefend setzte Heinemann immer wieder unter Druck und platzierte seinen BMW in den Bremszonen des anspruchsvollen Norisrings neben Heinemanns Toyota. Doch der Champion der DTM Trophy 2020 wusste dem enormen Druck seiner Verfolger standzuhalten. Heinemann behauptete die Spitzenposition vor Oeverhaus und Henkefend zumindest auf der Strecke bis zum Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge. Die Deutsche Sophie Hofmann sammelte auch im zweiten Lauf Punkte. Im Audi von Heide-Motorsport wurde sie auf Platz zehn gewertet. Damit hat sie jetzt fünf Punkte auf dem Konto.

An der Spitze der Gesamtwertung geht der Zweikampf zwischen Heinemann und Caresani weiter. Der Niederländer liegt nach sechs von 14 Saisonrennen mit 99 Punkten vorne, Heinemann lauert hinter ihm mit nur einem Zähler Rückstand. Der nächste Lauf zur DTM Trophy findet am letzten August-Wochenende auf dem Nürburgring statt.