Mittwoch, 29. Juni 2022

DTM Classic Cup auf dem traditionsreichen Norisring

Mister Norisring und Leopold Prinz von Bayern geben sich die Ehre

  •     „Poldi“ teilt sich mit Marc Hessel ein BMW-Cockpit – Bruno Spengler ebenfalls im BMW
  •     Insgesamt sieben ehemalige DTM-Helden am Start – auch Stuck, Manthey, Nissen, Mücke
  •     Kultstatus bei den Fans: Ford Mustang, Opel Calibra, Opel Astra V8

Bruno Spengler startet wieder am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Der Norisring. Die traditionsreiche Rennstrecke in Nürnberg erlebt am Wochenende (1. bis 3. Juli) eine Gala der einzigartigen Geschichte der DTM. Sieben frühere DTM-Helden und 24 klassische Tourenwagen aus der Epoche zwischen 1984 und 2007 treffen sich zum rasanten Stelldichein beim zweiten Auftritt des DTM Classic Cup – und Rallye-Legende Walter Röhrl gesellt sich am Sonntag als interessierter Beobachter hinzu. Im Fokus steht vor allem Leopold Prinz von Bayern. Der Ur-Ur-Urenkel von König Ludwig I. wird im BMW genauso beherzt Gas geben wie eh und je, daran hindern ihn auch seine 79 Jahre nicht, die er vor wenigen Tagen feiern durfte. Zudem trifft „Poldi“ am Norisring auf seinen „alten Spezl“ Hans-Joachim Stuck, der schon im Vorjahr mit seinem ehemaligen DTM-Meisterauto Audi V8 von Anton Werner rund um die Steintribüne groß aufgeigte.


Bereits beim Premierenrennen der DTM 1984 im belgischen Zolder war Leopold Prinz von Bayern am Start, ebenso bestritt er die DTM-Saisons 1988 bis 1992. Für den adligen Bayern hatte der Norisring schon immer eine besondere Bedeutung, dort startete er auch schon im BMW M1 sowie im Porsche 956, mit dem er 1984 bei den 24 Stunden von Le Mans als Vierter einen seiner größten Erfolge feierte. Im DTM Classic Cup teilt sich „Poldi“, wie er nicht nur im Fahrerlager volksnah genannt wird, das Cockpit des passend mit bayerischen Rauten gebrandeten Donner & Reuschel-BMW 320i von 2.0 Automotive mit seinem Freund Marc Hessel, dem DTM-Dritten von 1987.

Neben der DTM und der DTM Trophy ist die DTM Classic ein weiteres Highlight für die Zuschauer: 24 klassische Tourenwagen mit insgesamt 28 Fahrern aus sieben Nationen, jeder mit einer eigenen Geschichte. Im Fahrerlager können die faszinierenden Autos hautnah bewundert werden. Auch die legendären Fahrer sind dort anzutreffen. Am Sonntag wird sogar Rallye-Legende und Ex-DTM-Pilot Walter Röhrl vor Ort sein und unter anderem auf den BMW 2002 Turbo von Schnitzer Classic treffen, mit dem er 1977 bei den „200 Meilen von Nürnberg“ am Start war.

Zu den heimlichen Stars im Starterfeld zählen der bullige Ford Mustang, mit dem einst Gerd Ruch die DTM-Fans verzückte, der infernalisch-hochdrehende Opel Calibra V6 4x4, mit dem die Rüsselsheimer 1996 sogar einen Fünffach-Triumph am Norisring feierten, und das Opel Astra V8 Coupé von Klaus Hoffmann und Tim Schrick, mit dem Joachim Winkelhock 2000 am Norisring die Pole-Position eroberte und der daraufhin mit spektakulären Flügeltüren ausgestattet wurde. Der Mustang, von Besitzer Guido Momm für das Norisring-Spektakel extra ausgeliehen, und der Calibra werden beide von BWT Mücke Motorsport eingesetzt und in den beiden Rennen abwechselnd von Ex-DTM-Pilot Stefan Mücke und von Ronny Scheer pilotiert.

Mit insgesamt 14 BMW haben die Münchner einen besonders großen Auftritt an der Noris. BMW Classic schickt dafür sogar „Mr. Norisring“ Bruno Spengler in die Franken-Metropole, wo der ehemalige DTM-Champion und mit fünf DTM-Siegen Norisring-Rekordhalter den BMW 320i des ehemaligen DTM-Fahrers Johnny Cecotto steuern wird. Damit traut sich der Kanadier sogar einen Podiumsplatz zu. Mit seinem ehemaligen BMW M3 aus vergangenen Schnitzer-Tagen kehrt der Däne Kris Nissen zum Norisring zurück, wo er 1994 im Alfa Romeo 155 V6 Ti aus dem Team des Nürnbergers Horst Schübel in der DTM triumphierte. Der ehemalige DTM-Vizemeister Olaf Manthey startet zusammen mit Peter Schumann in einem BMW 635 CSi. Vater Herbert und Bruder Nico Wittmann folgen im BMW M3 den Spuren von Marco Wittmann, dem mit zwei DTM-Titel erfolgreichsten Familienmitglied, der im neuen BMW M4 von Walkenhorst Motorsport in der DTM vor heimischer Kulisse kräftig punkten will.

Dienstag, 28. Juni 2022

Marco Wittmann und Maximilian Götz: Zwei DTM-Champions beim Jubiläum am Norisring vor heimischer Kulisse

  •     DTM-Tradition: Rennen 49 und 50 auf dem Stadtkurs in Nürnberg
  •     DTM-Debüt: Ayhancan Güven debütiert als Cassidy-Ersatz im Ferrari
  •     DTM Classic mit „Mr. Norisring“ Bruno Spengler, Hans-Joachim Stuck und Leopold Prinz von Bayern

Heimspiel für Marco Wittmann am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Heimspiel für die DTM-Champions Marco Wittmann und Maximilian Götz, Debüt für den Türken Ayhancan Güven im Ferrari, Rückkehr von „Mr. Norisring“ Bruno Spengler mit Hans-Joachim Stuck und Leopold Prinz von Bayern in der DTM Classic – die DTM Norisring powered by BMW M am Wochenende (1. bis 3. Juli) ist das Sommer-Highlight der Traditionsserie. Gleich im Premierenjahr 1984 startete die DTM auf dem 2,3 Kilometer langen Stadtkurs in Nürnberg, jetzt steht ein Jubiläum bevor: am Samstag das 49. und am Sonntag das 50. DTM-Rennen.

Auch für Maximilian Götz ist der Norisring das Heimrennen
Foto: Jens Hawrda


Die DTM mit ihrem Rekord-Starterfeld und den Rennwagen von Audi, BMW, Ferrari, Lamborghini, Mercedes-AMG und erstmals Porsche, dazu die Talentschmiede DTM Trophy und die DTM Classic mit Tourenwagen früherer Jahre und der BMW M2 Cup, die TCR Europe Series und die Ferrari Club Deutschland Racing Series – sechs Rennserien, die von Freitag bis Sonntag mit insgesamt zwölf Rennen für ein wahres Motorsport-Festival im „fränkischen Monaco“ sorgen. Die Zuschauer können sich nicht nur auf viel Action auf der Rennstrecke freuen, sondern auch auf die einzigartige Atmosphäre im Fahrerlager und am Dutzendteich, auf Autogrammstunden, Pitwalk und ein attraktives Bühnen- und Event-Programm – und das bei herrlichem Sommerwetter mit bis zu 30 Grad.

Mit Spannung wird ein Novum am Norisring erwartet. Ausnahmsweise werden die beiden DTM-Qualifyings in zwei Gruppen ausgetragen. Damit gewährleistet die DTM-Organisation ITR, dass jeder Fahrer eine faire Chance auf eine möglichst freie Runde auf dem 2,3-km-Kurs hat, um seine persönliche Bestzeit und damit den bestmöglichen Startplatz zu erzielen.

Acht Monate nach dem Finale der DTM 2021 an gleicher Stelle lautet die Frage: Wer geht als „Halbzeit-Meister“ in die achtwöchige Sommerpause? Als Spitzenreiter startet der Südafrikaner Sheldon van der Linde (80 Punkte) im Schubert BMW ins vierte von insgesamt acht DTM-Rennwochenenden, gefolgt vom Italiener Mirko Bortolotti (68) im GRT Lamborghini, dem Schweizer Nico Müller (62) im Rosberg Audi, dem Österreicher Lucas Auer (60) im WINWARD Mercedes-AMG und dem dreimaligen DTM-Champion René Rast (GER/49) im ABT Audi, der in Imola seinen ersten Saisonsieg feierte.

Vor allem der amtierende Champion Maximilian Götz hofft vor heimischer Kulisse auf eine Trendwende. Das Mitglied des ausrichtenden Motorsport Club Nürnberg (MCN) hat im WINWARD Mercedes-AMG erst fünf Punkte einfahren können. . Für den 35-Jährigen aus dem nahen Ochsenfurt gäbe es kaum einen besseren Platz für die Kehrtwende als den Norisring. Der zweite Lokalmatador ist Marco Wittmann. Der zweimalige DTM-Champion hat sich perfekt in Form gebracht, eroberte zuletzt in Imola seine erste Podiumsplatzierung mit dem neuen BMW M4 von Walkenhorst Motorsport, womit er sich auf den neunten Punkterang vorschob. 2018 gelang dem Fürther der erste Heimsieg. „Ich habe immer noch Gänsehaut, wenn ich an diesen Moment denke - so episch, so besonders, so emotional!“

Red Bull AlphaTauri AF Corse präsentiert zum Jubiläum am Norisring einen Rookie: Ayhancan Güven. Der 24-jährige Türke – die 33. Nation in der DTM-Geschichte – vertritt den Neuseeländer Nick Cassidy im Ferrari 488. Für Güven ist es ein einmaliges Gastspiel.

Für ein großes Wiedersehen am Norisring werden auch Bruno Spengler, Hans-Joachim Stuck und Leopold Prinz von Bayern sorgen. Der Kanadier Spengler hat sich auf der Traditionsstrecke mit der Rekordzahl von fünf DTM-Siegen den Beinamen „Mr. Norisring“ verdient, „Strietzel“ Stuck und „Poldi“, haben bereits seit den Siebzigern die Geschichte dieser Rennstrecke rund um die alte Steintribüne mitgeprägt. Beim zweiten Rennwochenende des DTM Classic Cup mit ehemaligen DTM-Boliden aus der Zeit von 1984 bis 2007 steuern Spengler und „Poldi“ einen BMW, Stuck einen Audi. Mit Kris Nissen (BMW), Marc Hessel (BMW) und Stefan Mücke (Opel) sind insgesamt sechs ehemalige DTM-Helden in der DTM Classic am Start.

Heißes Spitzenreiter-Duell am Norisring in der DTM Trophy

 Caresani und Heinemann in der Talentschmiede DTM Trophy punktgleich

  •     Seriennahe GT-Sportwagen so schnell wie 1993 Nicola Larini im Alfa Romeo 155
  •     Caresani: „Aufgeschlossen, präzise und respektvoll mit den Grenzen des Norisring umgehen“
  •     DTM Trophy live im Stream via grid.dtm.com und zeitversetzt im Fernsehen auf ServusTV

Foto Jens Hawrda
 

Zwei Fahrer punktgleich an der Tabellenspitze belegt einmal mehr, wie heiß und hartumkämpft die DTM Trophy ist. Und dass die Youngster – schon mit 16 Jahren darf man in der Talentschmiede auf der DTM-Plattform starten – mit 53-Sekunden-Runden auf dem 2,3 Kilometer langen Norisring genau so schnell sind wie der 1993er DTM-Champion Nicola Larini bei seinem damaligen Doppelsieg im Klasse-1-Alfa Romeo 155 V6 TI, unterstreicht die Herausforderung und das Potenzial der seriennahen GT-Sportwagen. Vor den Saisonrennen fünf und sechs beim DTM Norisring powered by BMW M4 auf dem traditionsreichen Stadtkurs von Nürnberg liegen Imola-Doppelsieger Colin Caresani und Lausitzring-Doppelsieger Tim Heinemann punktgleich an der Spitze der Fahrerwertung in der DTM Trophy.

„Um auf dem Norisring erfolgreich zu sein, muss man aufgeschlossen, präzise und respektvoll mit den Grenzen der Strecke umgehen“, weiß Rookie Caresani, worauf es in der Franken-Metropole ankommt. Der Niederländer hat im Oktober 2021 im BMW M2 Cup, der auch dieses Mal wieder am Norisring am Start ist, erste Erfahrungen sammeln können und wurde direkt zweimal Vierter. „Der Norisring ist völlig anders als jede andere Strecke, man wird nie bremsen oder sich so positionieren, wie man es normalerweise tun würde. Die Bodenwellen verändern alles. Und wenn du die Grenzen überschreitest, bist du erledigt.“

Damit hat Caresani, der einen BMW M4 aus dem Team Project 1 steuert, einen Vorteil gegenüber Tim Heinemann in der Toyota Supra (Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing). Der 24-Jährige aus Fichtenberg wurde zwar im Premierenjahr 2020 Champion der DTM Trophy und war auch 2021 bei einigen Rennen am Start, fuhr aber noch nie auf dem Norisring. „Der Norisring hat einfach eine tolle Historie. Leider war ich noch nie vor Ort und konnte es bisher immer nur vom Fernseher aus verfolgen, aber selbst dort war die Atmosphäre immer besonders.“ Heinemann ist sich sicher: „Es wird sicherlich hart und eng zur Sache gehen.“

Hinter Caresani und Heinemann mit jeweils 69 Punkten ist der 17-jährige Theo Oeverhaus (GER, Walkenhorst BMW) mit 42 Zählern Dritter, gefolgt von sechs Neueinsteigern, angeführt von Jacob Riegel (GER, 40), der zuletzt in Imola im Speed Monkeys Aston Martin zweimal als Zweiter glänzte.

Aston Martin, Audi, BMW, Mercedes-AMG, Porsche und Toyota – sechs Hersteller sorgen für einen bunten Markenmix in der DTM Trophy. Die Leistungsstärke und die Geschwindigkeit der Rennwagen ist beeindruckend. So erzielten 2021 drei der Piloten in unterschiedlichen Sessions im Rahmen des Final-Wochenendes am Norisring 53er Rundenzeiten. Wie schnell damit die Rennwagen aus der DTM Trophy sind, verdeutlicht ein Vergleich mit 1993: Damals fuhr der Italiener Nicola Larini im über 500 PS starken Alfa Romeo 155 V6 mit Allrad-Antrieb bei seinem DTM-Doppelsieg ebenfalls 53er Zeiten. Die 50er „Schallmauer“ durchbrach die DTM erstmals 1996 (Uwe Alzen, Opel Calibra V6).

„Dieser Vergleich zeigt, welche Leistungen unsere jungen Fahrer heutzutage in der DTM Trophy abliefern und welches Niveau die seriennahen GT-Sportwagen haben. Die DTM Trophy ist eine perfekte Vorbereitung für den Aufstieg in die DTM“, erklärt Ex-DTM-Champion Martin Tomzcyk, der als DTM Representative Brand & Sport der DTM-Organisation ITR auch für das Serienmanagement der DTM Trophy verantwortlich ist.

Aufgrund einer anderen Rennveranstaltung des Fahrers Alexandre Papadopulos (USA) wird das belgische Selleslagh Racing Team (SRT) an den beiden Rennen am Norisring nicht teilnehmen.

GERT56: Finsterbusch feiert in Most zweites Saisonpodest, Puffe solide in den Punkten

Toni Finsterbusch hat bei der dritten Saisonstation der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) sein zweites Saisonpodest gefeiert und einen fünften Rang geholt. Teamkollege Julian Puffe sah das Ziel als Achter und Sechster.


Julian Puffe
Foto: Jens Hawrda

Starkes Wochenende für GERT56 beim Distanz-mäßigen Heimrennen in Most in der Tschechischen Republik: Toni Finsterbusch holte im ersten Rennen der IDM Superbike mit seiner BMW M 1000 RR den fünften Rang, startete damit als Zweiter aus Reihe eins in den zweiten Lauf – und sah das Ziel dort als Zweiter. Teamkollege Julian Puffe konnte nach einem Fehler im Qualifying in den Rennen als Achter und Sechster noch wichtige Punkte sammeln.

Finsterbusch sah sich im ersten Lauf gleich in der Verfolgergruppe mit Vladimir Leonov, Jan Mohr und Leon Haslam kämpfen. Zunächst studierte er seine Gegner, doch dann machte „FiBu“ zu Rennhalbzeit kurzen Prozess und schnappte sich in wenigen Kurven alle drei Gegner. Kurzzeitig setzte sich Finsterbusch auf dem vierten Rang liegend etwas von den Verfolgern ab, doch auf die letzten beiden Runden hatte Ex-WorldSBK-Laufsieger Haslam wieder aufgeschlossen. Am Ende musste sich Finsterbusch mit dem fünften Rang und einer Zehntelsekunde Rückstand auf Haslam geschlagen geben, dafür hielt er aber Mohr um 0,062 Sekunden hinter sich.

Im zweiten Rennen setzte Finsterbusch seinen Plan in die Tat um: Er erwischte einen guten Start, erkämpfte sich die Spitze und verteidigte die Führung bis über die Rennhalbzeit hinaus. Als dann „die Messlatte“ Markus Reiterberger vorbei kam, versuchte Finsterbusch am dreifachen Champion dran zu bleiben – wollte dann aber nichts riskieren und brachte den zweiten Platz ins Ziel. Übrigens vor dem ehemaligen Superbike-Vize-Weltmeister Leon Haslam, der in Most seinen ersten IDM-Einsatz fuhr.

Puffe hatte im Qualifying Pech und war mit dem frischen, weichen Reifen am Schluss der Session so raus gefahren, dass er um eine Sekunde seine fliegende Runde nicht mehr schaffte. Damit hatte er sich als Ausgangslage für den Sonntag den zehnten Startplatz geschaffen. Trotzdem zeigte er in beiden Rennen Kampfgeist und eroberte noch die Ränge acht und sechs. Beide Male hatte er harte Konkurrenz und wurde in ständige Zweikämpfe verstrickt.

In der Gesamtwertung liegt Toni Finsterbusch auf dem dritten Rang, nur einen Punkt hinter Florian Alt. Julian Puffe ist mit 59 Punkten auf dem Konto Fünfter.

Im ProSuperstock-Cup konnte Jan Schmidt im Regen die Pole-Position einfahren, allerdings musste er am Start zu Lauf eins einen herben Rückschlag einstecken: Er wurde in der ersten Kurve abgeräumt und konnte nach dem resultierenden Abbruch nicht am Re-Start teilnehmen. Im zweiten Rennen rettete er die Punkte für Rang zwölf.

Am Montagmittag unterzog sich Schmidt einer weiteren Kontrolle im Krankenhaus, wobei der Bruch der siebten Rippe diagnostiziert wurde. Ein Genesungsplan steht noch aus.

Teamkollege Rico „Rixi“ Löwe holte die Plätze neun und sechs und konnte damit auch wieder ordentlich Punkte für die Meisterschaft sammeln. Pech hatte er mit einer Strafe im zweiten Rennen, als er für einen Frühstart eine Double-Long-Lap-Penalty bekam, diese aber nicht antreten konnte und das Vergehen somit mit sechs Sekunden Zeitstrafe belegt wurde. Dadurch verlor der Glashütter noch einen Platz.

Schmidt hat 47 Punkte auf dem Konto und ist Siebter, Löwe hält auf dem neunten Gesamtrang und ist Neunter.

Stimmen zum Rennwochenende in Most:

Toni Finsterbusch:
Nach Rennen eins wusste ich ja die Gegner um mich herum noch besser einzuordnen und hatte einen genauen Plan für das zweite Rennen. Mein Start war – ja – die Reaktion war gut, aber dann hatte ich einen riesigen Wheelie drin. Ich habe trotzdem versucht, mich nach vorn zu schieben, was mir auch gelungen ist. Ich bin dann meinen Stiefel gefahren, bis der Reiti [Markus Reiterberger] kam. Da habe ich gedacht: Versuch mal dran zu bleiben. Aber da war ich zwei, drei Runden komplett am Limit gefahren und musste dann abreißen lassen. Ich bin dann meinen Rhythmus weiter gefahren. Platz zwei ist jetzt einfach nur geil! Das Team hat wieder super gearbeitet und meine BMW M 1000 RR hat perfekt funktioniert. Auf Schleiz freue ich mich, auch wenn das nicht zu meinen Lieblingsstrecken zählt – aber es soll halt einfach jeder hin kommen, weil es ist einzigartig!

Julian Puffe:
Wir haben insgesamt viel rum probiert und Daten sammeln können, weil wir auch in den freien Trainings Longruns gefahren sind. Wir haben viel hin und her gebaut und schlussendlich eine richtig gute Richtung gefunden. Im ersten Rennen hatte ich noch etwas Probleme auf der Bremse, im zweiten Rennen haben wir noch einen richtig guten Schritt machen können. Dann konnte ich auf der Bremse auch richtig angreifen und ich hatte einige harte Manöver zu fahren. Die Plätze sechs und acht sind jetzt erst Mal okay, denn das Motorrad hat sich bedeutend besser angefühlt, als noch in Oschersleben. Wir haben eine gute Richtung eingeschlagen und müssten jetzt nur vorn noch etwas finden, damit ich etwas mehr Last drauf geben kann. Wenn wir das hinbekommen, stehen wir beim nächsten Rennen richtig gut da. Vielen Dank an mein ganzes Team, die richtig viel und gut gearbeitet haben dieses Wochenende! Herzlichen Glückwunsch auch an meinen Teamkollegen Toni Finsterbusch für den Podestplatz im zweiten Rennen. Wir sehen uns nächsten Monat in meinem Wohnzimmer in Schleiz!

Jan Schmidt:
Näher könnten Sieg und Niederlage nicht beieinander liegen. Am Samstag konnte ich mir die Pole-Position sichern und bin im Regen die Bestzeit gefahren. Ich hatte mir daher für beide Rennen einiges ausgerechnet. Den ersten Start habe ich verhauen und habe einige Plätze verloren und in der ersten Schikane habe ich dann auch auf einmal einen Schlag gespürt, bin im gleichen Moment übers Motorrad geflogen und habe dann einfach nur versucht, zu atmen. Ich lag am Boden und habe einfach nur nach Luft gerungen – ich habe gedacht, ich ersticke. Ich wusste gar nicht, was passiert war, aber ich wollte einfach nur atmen. Aber das war auch ein Freund von mir, mit dem ich schon einiges durch habe – und ich weiß, dass das passieren kann. Ich hatte dann aber sehr starke Schmerzen im Rippenbereich. Im zweiten Rennen war der Start besser, ich konnte mich gut halten, aber die Pole-Position ist in Most gar nicht so gut, denn es kamen innen wieder zwei rein, die mir die Tür zu gemacht haben. Da war ich wieder Fünfter und konnte mich drei Runden gut halten, aber dann bekam ich wieder ein Stechen in den Seiten und mir ging auch der Arm zu. Ich habe total verkrampft und bin von Runde zu Runde langsamer geworden und wollte nur ins Ziel kommen und nicht wieder stürzen. Insgesamt hatte das Wochenende gut angefangen, aber dann ist es halt schlecht zu Ende gegangen. Positiv: Wir wissen, was wir können und werden genau das zu den nächsten Rennen mitnehmen. Leider hat der Check am Montagmittag ergeben: Meine siebte Rippe ist gebrochen. Ich hoffe trotzdem, dass ich in Schleiz wieder dabei und am Start bin!

Rico Löwe:
Wieder zwei Mal in den TopTen – damit können wir zufrieden sein, denn hier sind mittlerweile einige, sehr junge, fixe Fahrer dabei. Es geht so verdammt eng zu, was sich auch da dran zeigt, dass mir in der Gesamtwertung als jetzt Neunter nur zwanzig Punkte auf die Top-Fünf fehlen – und das mit einem Doppelnuller beim Auftakt. Hier war es halt Pech mit meinem Frühstart und der Strafe – aber auch das kann passieren. Ich denke, dass wir in den kommenden Rennen an der Tabelle noch mal gehörig etwas korrigieren können. Meine BMW S 1000 RR hat auf jeden Fall perfekt funktioniert und ich bin zufrieden.

Karsten Wolf:
Toni ist derzeit absolut in Hochform und in der Lage, unser Paket bestmöglich auszunutzen. Er ist auf der Bremse eine geile Sau, das hat er heute wieder gezeigt. Wir sind zufrieden, dass wir ihm so ein Paket hinstellen können. Auch Julian hat eine Top-Leistung gezeigt und für die Meisterschaft genau die wichtigen Punkte mitgenommen. Jetzt geht es nach Schleiz ins Puffe-Town. Wir hoffen, dass viele Zuschauer kommen und dass wir dann wieder ein solches GERT56-Feuerwerk abfackeln können. In der Superstock hatten wir Höhen und Tiefen. Jan Schmidt hat sich unter schwierigsten Bedingungen mit viel Mut die Pole-Position gesichert – wurde aber im ersten Rennen beim Start in der Schikane abgeräumt und konnte beim Neustart schon nicht mehr mitfahren. Unter Schmerzen hat er sich durch das zweite Rennen gequält und Kampfgeist und Ehrgeiz gezeigt und wenigstens vier Punkte mitgenommen. Rico „Rixi“ Löwe ist Neunter und Sechster geworden und hat wieder fleißig gepunktet – er ist halt einfach eine Bank.

Montag, 27. Juni 2022

IDM Most: Starker Doppelsieg von Markus Reiterberger

Team BCC-alpha-Van Zon-BMW zufrieden mit dem Rennwochenende in Most

Mit dem Doppelsieg in Most festigt Markus Reiterberger seine Tabellenführung 
Foto: Jens Hawrda

Ein Wiedersehen mit dem Team BCC-alpha-Van Zon-BMW und der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM gab es am vergangenen Wochenende im Autodrom Most. Auf der tschechischen Rennstrecke wurden zum dritten Mal in der Saison 2022 Punkte in der IDM Superbike vergeben. Mit am Start wieder das Quartett des deutsche-belgischen Teams von Andy Gerlich und Werner Daemen mit ihre Piloten Markus Reiterberger (D), Jan Mohr (A), Pepijn Bijsterbosch (NL) und Kamil Krzemien (PL).

Markus Reiterberger hatte erst vor 14 Tagen für den Hersteller BMW beim 24-Stunden-Rennen von Spa im Rahmen der Langstrecken-Weltmeisterschaft den Sieg nach Hause gefahren und kam mit einem Vorsprung von 49 Punkten auch als Führender der IDM Superbike nach Most gereist. Im Training zum IDM-Lauf ließ sich Reiterberger nicht lumpen und lieferte sowohl bei den Freien Trainings am Freitag als auch nach den beiden Qualifyings, das erste noch im Nassen, die Bestzeit ab. In seiner letzten gezeiteten Runde am Samstag durchbrach Reiterberger die 1.33er-Minuten-Schallmauer und überzeugte mit einer Zeit von 1:32,957 min.

Den möglichen Start-Ziel-Sieg in Lauf 1 vermasselte sich Reiterberger durch einen Verbremser in der ersten Schikane selbst. Doch die Lücke zum dadurch durchgeschlüpften WM-Piloten Leandro Mercado hatte Reiterberger rasch wieder geschlossen, zwängte sich gekonnt am Argentinier vorbei zurück auf die Spitzenposition und ließ keine Zweifel mehr aufkommen, wer in Most der Herr im Haus ist. «Ich bin erleichtert», verriet er anschließend, «denn ich war mir nicht sicher wegen der Reifenwahl. Im letzten Moment hatte ich mich für den SC 0 entschieden, weil ich wusste, dass der hält. Ich habe dann gesehen, dass ich eine richtig gute Pace habe und konnte so meinen Vorsprung ausbauen. Wir waren vorher keine Renndistanz hier gefahren, aber die BMW lief perfekt, genauso wie man’s braucht.»

Lauf 2 ging wie gewohnt in der umgekehrten Reihung los, was für Reiterberger den neunten Startplatz bedeutete. Auch wenn es einige Runde dauerte, bis er sich vorgekämpft hatte und vor allem BMW-Kollege Toni Finsterbusch erbitterten Widerstand leistete, setzte sich Reiterberger durch und holte sich Tagessieg Nummer 2. «Ich hatte auf den Geraden ein wenig das Nachsehen, konnte aber in den Kurven gut überholen», erklärt er. «Wir hatten uns für den weicheren Reifen entschieden, der noch besser funktioniert hat. Ich bin dankbar, dass ich so ein tolles Motorrad und so ein tolles Team haben darf. Jetzt kommen die Rennen in Schleiz, da freu ich mich, das wird noch viel brutaler.»

Jan Mohr hatte die freie IDM-Zeit genutzt und im Vorfeld bereits seine Testrunden in Most gedreht. Sein Einsatz machte sich dann auch in den Trainings bezahlt. Der Österreicher eröffnete mit seiner Zeit von 1:34,204 min. die zweite Startreihe. Im Freien Training hatten er und seine Mannschaft noch mit der Technik zu kämpfen, aber nach dem Tausch des Killswitch, zu deutsch Zündunterbrecher, lief die BMW den Rest des Wochenendes einwandfrei und bescherte Mohr in den beiden Rennen die Plätze 6 und 5.

«Im ersten Rennen habe ich mir Leon Haslam und Vladimir Leonov geschnappt», berichtet Mohr, der sich in der Verfolgergruppe auch nicht von großen Namen und ehemaligen Superbike-Vize-Weltmeistern aus der Ruhe bringen ließ. «Vor allem der Fight mit Haslam war cool. Ich war zum Schluss megaknapp dran, aber dann war leider das Rennen zu Ende.» Freuen durfte sich Mohr dann dank des Reverse-Grid im zweiten Rennen über seinen Startplatz in der ersten Startreihe. Doch die Freude währte nicht lange und der Plan, sich mit einem Raketenstart an die Spitze zu setzen, ging nicht auf. «Denn mein Start war die größte Katastrophe», lautet Mohrs Statement. «Es nervt mich ehrlich gesagt, dass ich das immer mal wieder verkacke. Wir haben schon viel versucht. In Most habe ich dann die Einstellung von Markus Reiterberger übernommen. Beim ersten Rennen war es okay und in Rennen 2 wollte ich einen raushauen. Denn meine Pace war der Hammer, aber das mit dem Raushauen hat dann leider nicht geklappt. Ich konnte mich nach dem miesen Start aber schnell wieder vorarbeiten. Es waren coole Fights und der fünfte Platz geht okay. Aber vom Speed her, wäre auch ein Podestplatz möglich gewesen.»

Pepijn Bijsterbosch reiste aus den Niederlanden nach Most. Nach Startplatz 13 am Samstag hatte der BMW-Pilot für den Sonntag noch einiges an Denksport-Aufgaben für die Rennen am Sonntag auf dem Zettel. «Nach einer nassen ersten Qualifikation war es während des zweiten Zeittrainings zum Glück trocken. Doch es war ganz schön hart. Ich konnte meine Zeit zwar verbessern, dennoch konnte ich für mein Gefühl noch nicht alles rausholen. Ausserdem wird ganz schön schnell gefahren an der Spitze.»

Erschwerend kam für den Niederländer dazu, dass er sich das ganze Wochenende mit einer heftigen Erkältung abplagen musste, die vor allem die Rennen bei 30 Grad Luft- und über 40 Grad Asphalttemperaturen schon für gesunde Piloten eine körperliche Herausforderung darstellten. «Beide Rennen waren schwer», so Bijsterbosch nach den Plätzen 10 und 13. «Ich hatte das ganze Wochenende nicht die nötige Energie. Im zweiten Rennen habe ich die Pace etwas rausgenommen, um über die Distanz zu kommen. Am Ende war ich am zehnten Platz dran, aber nach einem Block-Pass wurde ich nach außen gedrängt und zwei Kollegen schlüpften durch. Mit meinen Kräften war ich am Ende.»

Kamil Krzemien kam mit viel Vorfreude nach Most gereist. «Ich kann es kaum erwarten», erklärte der Pole vor den ersten Trainings in Richtung seiner BMW, «wieder auf mein Biest zu steigen.» Nach einem erfolgreichen Freitag musste sich der Nachwuchspilot nach dem Qualifying mit Startplatz 18 begnügen. «Die Session war ganz schön intensiv und mit einigen Änderungen, die wir vorgenommen haben. Ich konnte meinen Rhythmus und meinen Speed nicht finden, aber wir überprüfen auch das Motorrad und den Motor, denn uns fehlt es etwas an Leistung. Wie immer in dieser Saison werde ich mich auf den Rennsonntag konzentrieren und mein Bestes geben.»

Wie auch bei den vergangenen IDM-Wochenenden hielt das polnische Nachwuchstalent sein Versprechen und packte bei den Rennen jeweils noch eine Schippe drauf und ergatterte in den Rennen einen 13. und einen 11. Platz, womit er sich in der Gesamtwertung weiter in den Top Ten tummelt. «Es war ein ganz schön forderndes Wochenende», fasst Krzemien die Geschehnisse zusammen, denn die WM-Gaststarter hatten die Messlatte bei den Rundenzeiten weiter nach oben geschraubt und bei 30 Grad zollten auch Mensch und Maschine den äußeren Umständen Tribut. «Mein Bike ist in der Gruppe, in der ich gekämpft habe, leider ein wenig warm geworden», schildert der Pole seinen Sonntag. «Dadurch hatte ich dann nicht die beste Beschleunigung und konnte auch sonst nicht meine bevorzugte Linie fahren.»

«Das Level war an diesem Wochenende wirklich hoch», fügt er noch an, «und es lief nicht ganz so wie erwartet. Enttäuscht bin ich aber nur ein klein bisschen. Es waren einfach zuviele Kämpfe in der Gruppe, alleine wäre ich bessere Rundenzeiten gefahren. Doch zu überholen war heute echt hart.»

Vom 22. bis 24. Juli 2022 geht es weiter im Takt der IDM und für viele, allen voran IDM-Leader Markus Reiterberger, steht mit den Rennen auf dem Schleizer Dreieck das Highlight der Saison an.