Samstag, 9. April 2022

Bestzeit im letzten Moment: Rutronik-Audi toppt Vorsaisontest in Oschersleben

  • Dennis Marschall und Kim-Luis Schramm Gesamtschnellste
  • Neueinsteiger Vermeulen sorgt für zusätzliches Formel-1-Feeling im ADAC GT Masters
  • Fahrer legen in Oschersleben insgesamt 3.182 Runden zurück

Marschall/Schramm im Audi R8 LMS GT3 Evo II waren die Schnellsten in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda

Schnelle Rundenzeiten, Boxenstopp-Training, hochmotivierte Fahrer und Teams: Der offizielle Vorsaisontest des ADAC GT Masters in Oschersleben gab einen Vorgeschmack auf das, was Zuschauer und Fans beim Saisonstart am 22. April an gleicher Stelle erwartet. In sechs Sessions mit einer Länge von insgesamt über acht Stunden legten die Fahrer 3.182 Runden und eine Distanz von 11.668,394 Kilometern zurück. Zum ersten Mal testeten die Piloten dabei den neuen Reifen von Serienpartner Pirelli aus. Dieser überzeugte sowohl in trockenen als auch nassen Bedingungen. Erstmals tankten die Teams den neuen innovativen Kraftstoff „Shell Blue Gasoline 98 GT Masters“, der zu rund 50 Prozent aus erneuerbaren Komponenten besteht und von Shell exklusiv für die Deutsche GT-Meisterschaft entwickelt wurde. Während sich die Piloten am Dienstag auf feuchter Strecke noch zurückhielten, wurden die Rundenzeiten am Mittwoch auf trockener Fahrbahn immer schneller. Das ADAC GT Masters startet vom 22. bis 24. April in der Motorsport Arena Oschersleben in die neue Saison, alle Rennen werden beim TV-Sender NITRO samstags und sonntags jeweils ab 12.30 Uhr live übertragen.

Gut acht Minuten vor Ende des letzten Stints setzte sich Rutronik Racing mit Dennis Marschall (25/Karlsruhe) und Kim-Luis Schramm (24/Ilmenau) an die Spitze. In 1:22,893 Minuten umrundete der Audi R8 LMS GT3 Evo II #27 den 3,667 Kilometer langen Kurs am schnellsten. Dennis Marschall: „Wir haben ein neues Team, das sich finden und einspielen muss. Deshalb waren die Testtage in Oschersleben sehr wichtig. Am Ende hat es kurz vor Schluss noch für Platz eins gereicht. Das ist eine gute Basis, denn wir wollen vorne mitfahren.“

Mit dem knappen Rückstand von 13 Hundertstelsekunden belegten Christian Engelhart (35/Ingolstadt) und Ayhancan Güven (24/TR) im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 91 Platz zwei. „Es war der erste Test mit dem Auto und dem Team und ich musste mich noch an einige Dinge gewöhnen. Mit Christian habe ich einen sehr erfahrenen Kollegen, der mir viel hilft. Wir konnten in Oschersleben viel ausprobieren und haben ein tolles Ergebnis erzielt. Ich freue mich ich auf den Saisonstart“, erklärte Ayhancan Güven. Nur 0,037 Sekunden dahinter wurden Sven Müller (30/Bingen) und Joel Sturm (20/Brühl) von Allied-Racing im Porsche 911 GT3 R #22 Dritter. Sven Müller: „Wir haben verschiedene Rennsituationen simuliert, mehrere Setups ausprobiert und schließlich eine sehr gute Abstimmung gefunden. Schon zuvor haben wir getestet, doch es ist aufschlussreicher, zusammen mit der Konkurrenz auf die Strecke zu gehen, weil man dann weiß, wo man steht. Wir sind für den Saisonstart gut gerüstet.“

Auch ein Hauch von Formel 1 wehte über die Motorsport Arena Oschersleben, als mit Thierry Vermeulen (19/NL) ein neuer Fahrer für die Deutsche GT-Meisterschaft bekanntgegeben wurde. Der Niederländer, der für Car Collection Motorsport im Audi R8 LMS GT3 Evo II #33 an den Start gehen wird, ist der Sohn von Raymond Vermeulen, dem Manager von Max Verstappen. Thierry Vermeulen ist mit dem Formel-1-Weltmeister aufgewachsen und versprach, dass Motorsport-Content von ihm und dem ADAC GT Masters auch über die Plattform Verstappen.com geteilt wird.

Christopher Haase (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS GT3 Evo II #28): „Bei den Tests in Oschersleben hat sich gezeigt, wie gut das Gesamtpaket des neuen Audi ist, was Aerodynamik und Motor-Charakteristik angeht. Das Setup-Fenster ist wesentlich größer geworden, man muss nicht mehr so stark feintunen, was die Arbeit für Fahrer und Ingenieure einfacher macht. Man setzt sich in das Auto und fühlt sich wohl. Das ist ein wichtiger Faktor in einer Serie wie dem ADAC GT Masters, wo Hundertstelsekunden entscheiden.“

Nicky Catsburg (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #20): „Die Testzeiten waren nicht besonders lang und leider stand uns hier nur ein BMW M4 GT3 zur Verfügung. Aber wir sind zuversichtlich, dass das zweite Auto zum Saisonstart in zwei Wochen fertig sein wird. Unser Team ist klasse und wird sicher bis zum Saisonauftakt alles gut hinbekommen. Die neuen Reifen haben sich sehr gut angefühlt.“

Daniel Juncadella (Mercedes-AMG Team ZVO, Mercedes-AMG GT3 Evo #8): „Es war sehr gut und wichtig, mit dem neuen Team in Oschersleben Erfahrungen zu sammeln. Mein junger Fahrerkollege Jan ist als Neuling im GT3-Sport im letzten Stint eine Team-Bestzeit gefahren. Das ist ein gutes Zeichen. Die Tests liefen sehr gut, das Auto ist stark: Ich bin sicher, wir haben eine erfolgreiche Saison vor uns.“

Maximilian Paul (T3 Motorsport, Lamborghini Huracán GT3 Evo #71): „Das war in Oschersleben unser erster Test überhaupt und wir haben einiges gelernt und unsere Schlüsse daraus gezogen. Vor allen Dingen sind wir mit dem neuen Reifen von Pirelli gut klargekommen. Das Auto lief reibungslos und ich freue mich auf die Saison mit Marco Mapelli. Ich denke, wir haben ein starkes Paket und können beim ADAC GT Masters eine gute Rolle spielen.“ 

Freitag, 8. April 2022

Audi an beiden Testtagen der DTM in Hockenheim vorne

 Team Rosberg und Nico Müller setzen zum Abschluss die Bestmarke

  •     Trotz April-Wetter: 29 DTM-Piloten absolvieren an beiden Tagen 3.804 Runden
  •     DTM-Rookie David Schumacher: „Die letzten eineinhalb Stunden waren sehr wertvoll“
  •     Gelungene Rückkehr: Dreimaliger DTM-Champion René Rast mit der viertbesten Zeit

DTM 2022 mit sechs Marken © DTM

Zweimal Audi vorn: Beim offiziellen Test der DTM in Hockenheim erzielte an beiden Tagen ein Audi-Fahrer die Bestzeit. Der zweimalige Vizemeister Nico Müller (SUI) führte im Audi R8 von Team Rosberg am zweiten Tag mit 1:38,532 Minuten die Zeitenliste an, am Vortag war der 19-jährige Marius Zug (GER/Attempto Racing) mit 1:38,344 sogar noch etwas schneller gewesen. Hinter Zug und Müller folgte in in der Zeitenliste beider Tage Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti (ITA/Grasser Racing Team) mit 1:38,644 vor dem dreimaligen DTM-Champion René Rast (GER/1:39,682), der nach einem Jahr Pause im Audi von Team ABT in die Traditionsserie zurückkehrt.

29 Fahrer sorgten mit insgesamt 3.804 Runden an beiden Tagen für reichlich Betrieb auf dem 4,574 Kilometer langen Hockenheimring, obwohl die Witterungsbedingungen an beiden Tagen nur kurze trockene Abschnitte zur Zeitenjagd zuließ. Am 26./27. April steht der zweite offizielle DTM-Test auf dem Programm, dann in Portimão. Auf dem portugiesischen Grand-Prix-Kurs werden dann vom 29. April bis 1. Mai die ersten beiden von 16 Sprintrennen der 36. DTM-Saison ausgetragen, die im deutschsprachigen Raum auf ProSieben live übertragen werden.

Viel beachtet, von den Fahrerkollegen genauso wie von den Fans, war der neunmalige Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb (FRA), der sich mit dem Neuseeländer Nick Cassidy den Ferrari von Red Bull AlphaTauri AF Corse teilte. Beim Auftakt wird Loeb den verhinderten Cassidy ersetzen. Cassidy und Loeb waren fleißig und spulten mit dem Ferrari 488 mit der Startnummer 37 zusammen 194 Runden ab. Am fleißigsten war der Belgier Esteban Muth mit 195 Runden im neuen BMW M4 von Walkenhorst Motorsport. Gut schlug sich beim Hockenheim-Test auch der 20-jährige David Schumacher, Sohn des ehemaligen Formel-1-Piloten Ralf Schumacher. Im Mercedes-AMG des Teams WINWARD wurde der DTM-Rookie mit 1.39,916 auf Rang 24 notiert. Wie eng das hochkarätig besetzte Feld schon beim Test zusammenlag, verdeutlich der Fakt, dass die Rundenzeiten fast aller 29 Piloten innerhalb nur eineinhalb Sekunden lagen.

„Diese beiden Testtage der DTM in Hockenheim und der vorangegangene Testtag der DTM Trophy haben unsere Vorfreude auf die Saison noch erhöht. Auch wenn das Wetter nicht ganz mitgespielt hat, haben die Teams und Fahrer fast jede Minute ausgenutzt. Das DTM-Starterfeld ist einfach mega, mit 29 Autos, Fahrern aus 15 Nationen und mit sechs Marken. Und es war super, wieder die Fans auf der Tribüne und im offenen Fahrer zu sehen“, äußerte Frederic Elsner, Director Event & Operations der DTM-Organisation ITR. „Es war ein erfolgreicher Test und eine gelungene Vorbereitung für alle.“ Das bestätigte auch der Amerikaner Scot Elkins, der neue Renndirektor der DTM und der Talentschmiede DTM Trophy: „Ich bin wirklich happy, wie der gesamte Test gelaufen ist. Wir haben alle Abläufe getestet, die neue Zeitnahme, die Überwachung der Track-Limits, die geänderten Abläufe bei Starts und Boxenstopps – das hat gut geklappt. Für mich war natürlich auch prima, alle persönlich kennenzulernen. Jetzt bin ich noch mehr begeistert und freue mich auf die Saison.“

Der dreimalige Champion René Rast fühlte sich sichtlich wohl. „Ich bin gegen Testende noch zwei Longruns gefahren, um den R8 noch besser kennenzulernen. Jetzt müssen wir die Daten analysieren, um gut vorbereitet nach Portimão zu reisen“, so der Audi-Werksfahrer. Auch Porsche-Werksfahrer Laurens Vanthoor, der im 911-er von SSR Performance in 1:39,532 Rang 17 belegte, zog ein positives Fazit: „Für uns war es ein erstes Kennenlernen der DTM. Es geht in die richtige Richtung, und die Boxenstopps funktionieren schon ganz gut“, so der Belgier. Und auch Titelverteidiger Maximilian Götz, der mit dem Mercedes-AMG Team WINWARD in die neue Saison startet, hatte trotz des April-Wetters Grund zur Freude. „Es hat einen Riesenspaß gemacht. Ich war beeindruckt, wie viele Journalisten beim Medientag anwesend waren und wie groß das Interesse generell an der DTM ist. Angesichts dieses eindrucksvollen Teilnehmerfeldes ist das durchaus nachvollziehbar.“

Porsche mit Bestzeit bei Testtagen der ADAC GT4 Germany

  •  Drei neue 718 Cayman GT4 RS CS lagen in Oschersleben an der Spitze
  •  Absolute Bestzeit an Nachwuchstalent Vincent Andronaco
  •  Mit Gabriela Jílková auch eine Dame im Feld vertreten

Bestzeit für den Porsche 718 Cayman GT4 RS CS von Allied-Racing
Foto: Jens Hawrda

Porsche ist stark in die Saison 2022 der ADAC GT4 Germany gestartet. Die ADAC Serie absolvierte in der Motorsport Arena Oschersleben die offiziellen Testtage. Dabei konnten drei Exemplare des im Winter neu vorgestellten GT4-Cayman die Spitze markieren. Auch Mercedes-AMG präsentierte sich auf der nördlichsten Rennstrecke Deutschlands gut in Form. Bei über acht Stunden Streckenzeit probierten die insgesamt 15 teilnehmenden Teams zudem erstmals auch den exklusiv von Shell entwickelten umweltschonenden Kraftstoff „Blue Gasoline 98 GT Masters“ aus, der zu rund 50 Prozent aus regenerativ erzeugten Komponenten besteht. Die ADAC GT4 Germany startet vom 22. bis 24. April ebenfalls in Oschersleben in die neue Saison. Eintrittskarten dafür sind ab 28 Euro online unter adac.de/motorsport erhältlich. ADAC Mitglieder sparen im Online-Vorverkauf 10 Prozent. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben freien Eintritt. Die Rennen der ADAC GT4 Germany sind 2022 kostenlos auf der Sportplattform sport.de zu sehen und können auch weiterhin auf adac.de/motorsport angeschaut werden.


Die absolute Bestzeit der Testtage ging mit 1:30,311 Minuten an Vincent Andronaco (16/Wentorf bei Hamburg). „Darüber bin ich natürlich super happy“, erklärt der Porsche 718 Cayman GT4 RS CS-Pilot, der aus dem Nachwuchsprogramm vom Allied-Racing stammt und 2022 sein Debüt in der ADAC GT4 Germany gibt. Andronaco setzte seine schnellste Runde erst in den letzten Sekunden der siebten von sieben Testsessions. „Wir haben zuvor neue Reifen montiert und auch nach einer guten Track-Position gesucht. Das hat alles perfekt geklappt. Uns war es wichtig, eine Referenzzeit zu setzen, damit wir wissen, wo wir im starken Feld der ADAC GT4 Germany stehen.“ Andronaco teilte sich das Porsche-Steuer während der Testtage mit den beiden amtierenden Trophy-Champions Tom Kieffer (47/LUX) und Christian Kosch (45/LUX). „Ich hatte über die Testtage für die beiden als Coach zur Verfügung gestanden und auch ein wenig Set-up-Arbeit erledigt. Insgesamt hatte ich aber nicht sonderlich viel Fahrzeit im Auto“, fügte Andronaco an.

Mit einer Zeit von 1:30,880 Minuten ging die zweitbeste Zeit der Testtage an Nicolaj Møller Madsen (29/DNK, AVIA W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche. „Wir haben in den letzten beiden Tagen viel gelernt und in jeder Session einen guten Speed gezeigt. Das ist das Wichtigste. Wir haben eine Quali-Simulation durchgeführt. Ich hatte jedoch ein wenig Verkehr und bin somit nicht komplett mit der Runde zufrieden. Für die Testtage gibt es aber keine Trophäen und Punkte“, so Møller Madsen, der sich das Fahrzeug mit Finn Zulauf (17/Königstein im Taunus) teilt. „Ich denke, wir haben ein gutes Set-up für die Longruns gefunden. In zwei Wochen beim Saisonstart greifen wir voll an. Wir sind bereit.“

Auch Rang drei ging an einen Porsche. Pavel Lefterov (24/BUL, Overdrive Racing) umrundete die 3,667 Kilometer lange Strecke in der Magdeburger Börde in 1:30,964 Minuten. „Wir haben die neuen Fahrzeuge sehr spät bekommen, konnten uns über die Testtage aber stetig verbessern. Unser Team hat wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet. Aber natürlich gibt es immer noch ein paar kleine Dinge zu optimieren“, analysiert Lefterov, der zusammen mit Stefan Bostandjiev (17/BUL) startet. „Auch wir hatten eine Quali-Simulation probiert, hatten aber noch recht viel Sprit an Bord. Wir sind auf jeden Fall mit bei der Musik und gehen optimistisch ins erste Rennwochenende.“

Bestplatzierter Mercedes-AMG GT4 war das Fahrzeug von Jan Philipp Springob (21/Köln) und Nico Gruber (20/AUT, beide Drago Racing Team ZVO) mit 1:31,107 Minuten auf Gesamtrang vier. Deren Teamkollegen Robert Haub (32/USA) und Gabriela Jílková (27/CZE) komplettierten die Top Fünf der Testtage von Oschersleben. Jílkovás Zeit von 1:31,147 Minuten wurde als einzige schnelle Runde der Spitzengruppe nicht in der letzte Session gefahren. Die Tschechin ist zudem die einzige Dame im Feld der ADAC GT4 Germany 2022. „Ich freue mich sehr auf diese Saison. Letztes Jahr ging es darum die Stecken und das Auto kennenzulernen“, so Jílková, die 2021 bereits zwei Podiumsergebnisse einfuhr. „Dieses Jahr möchten wir in die Top Drei der Meisterschaft kommen. Das ist unser großes Ziel. Wir haben an den Testtagen gute Arbeit geleistet und gesehen, dass wir zu den schnellsten gehören. Das ist ein gutes Gefühl.“

Die Top Fünf der Testtage von Oschersleben

1. V. Andronaco/C. Kosch/T. Kieffer, Allied-Racing, Porsche 718 Cayman GT4 RS CS,
2. N. Møller Madsen/F. Zulauf, AVIA W&S Motorsport, Porsche 718 Cayman GT4 RS CS,
3. S. Bostandjiev/P. Lefterov, Overdrive Racing, Porsche 718 Cayman GT4 RS CS,
4. J.P. Springob/N. Gruber, Drago Racing Team ZVO, Mercedes-AMG GT4,
5. R. Haub/G. Jílková, Drago Racing Team ZVO, Mercedes-AMG GT4.

Die ADAC TCR Germany ist startklar für die siebte Saison

  • Markenvielfalt mit Audi, Cupra, Holden, Honda und Hyundai in ADAC TCR Germany
  • Mehr Engagement für Nachhaltigkeit mit innovativem Kraftstoff
  • Engstler-Pilot Ladniak schnellster Fahrer der Testtage

Engster-Pilot Szymon Ladniak schnellster Fahrer der Testtage im Honda Civic TCR
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC TCR Germany ist startklar für die siebte Saison. Beim offiziellen Vorsaisontest in der Motorsport Arena Oschersleben bereiten sich Teilnehmer mit sieben verschiedenen Fahrzeugmodellen von Audi, Cupra, Holden, Honda und Hyundai am Montag und Dienstag auf den Saisonstart vor. Dabei gab es gleich drei Premieren: Die Tourenwagen fuhren erstmals mit dem exklusiv für das ADAC GT Masters und seine Rahmenrennserien entwickelten, umweltschonenden Kraftstoff Shell „Blue Gasoline 98 GT Masters“, der zu rund 50% aus regenerativ erzeugten Kompenenten besteht. Getestet wurden bei wechselhafter Witterung auf Reifen vom neuen Exklusivreifenpartner Hankook. Erstmals zu sehen war der Hyundai Veloster TCR, der neben dem bekannten Hyundai i20 N TCR an den Start geht. Eine weitere Premiere folgt beim Saisonstart vom 22. bis 24. April in der Motorsport Arena Oschersleben: Dann sind die Rennen der Tourenwagenserie erstmals im kostenlosen Livestream auf der Sportplattform sport.de zu sehen. Unverändert steht der Livestream auch auf adac.de/motorsport zur Verfügung, der TV-Sender NITRO zeigt Highlights im Rahmen der ADAC GT Masters-Übertragungen.


„Die ADAC TCR Germany steht nun schon in der siebten Saison für spannenden Tourenwagensport. Wir haben ein kompaktes, aber sehr abwechslungsreiches Feld mit einer großen Modellvielfalt und freuen uns auf eine spannende Saison. Mit dem Einsatz eines umweltschonenden Kraftstoff in der ADAC TCR Germany übernehmen wir auch im Tourenwagensport eine Vorreiterrolle für mehr Nachhaltigkeit im Motorsport“. sagt ADAC Sportpräsident Dr. Gerd Ennser.

Die Titelverteidiger vom Liqui Moly Team Engstler stellen gleich drei Fahrer und Autos. Der Rennstall aus dem Allgäu schaffte es im Jahr 2021, als erstes Team der ADAC TCR Germany, alle vier möglichen Titel abzuräumen. Jedoch gibt es auch eine große Änderung beim Team Engstler. Statt einem Hyundai steuern die Engstler-Piloten in dieser Saison Honda vom Typ Civic TCR. Für den Rennstall aus Wiggensbach gehen Vizemeister Martin Andersen (27, Dänemark), Szymon Ladniak (18, Polen) und Trophy-Champion Roland Hertner (62, Heilbronn) an den Start.

Die Testsessions verliefen für den Titelverteidiger sehr gut. In drei von vier Sessions war ein Engstler-Pilot der schnellste Pilot und zudem fuhr Ladniak mit 1:31.390 die insgesamt schnellste Runde in siebeneinhalb Stunden Fahrzeit. „Es waren gute Sessions. Die gemischten Bedingungen haben es etwas schwieriger gemacht, da wir so immer wieder etwas ändern mussten. Für mich als Fahrer war es durchaus hilfreich auch mal in nassen Konditionen zu fahren. Hoffentlich kann ich dann auch in der Saison ganz oben im Tableau stehen, dafür habe ich beim Team Engstler unterschrieben“, betonte der Pole nach dem Test.

Zweitschnellster war ebenfalls ein Engstler-Pilot. Mit 0,328 Sekunden Rückstand musste sich Martin Andersen, der in zwei Sessions der Schnellste war, seinem Teamkollegen knapp geschlagen geben.

Auch ROJA Motorsport by ASL Lichtblau ist in dieser Saison mit drei Rennwagen auf der Rennstrecke vertreten. ROJA setzt drei Hyundai ein, ein i30 N TCR ist und zwei Veloster N TCR, die neu in der Serie sind. Teamchef Robin Jahr (30), Newcomerin Jessica Bäckman (24, Schweden), die die schnellste Zeit in der letzten Trainingssession fuhr, und Junior-Pilot Reece Barr (21, Irland) waren in den Hyundai des Potsdamer Teams unterwegs. „Ich bin sehr froh, meinen Traum, einen Veloster in der ADAC TCR Germany zu fahren, in dieser Saison verwirklichen zu können“, freut sich Robin Jahr auf die anstehende TCR-Saison. Neben ROJA Motorsport fahren auch Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass), der die drittschnellste Runde beim Test fuhr, und Patrick Sing (29, Crailsheim, RaceSing) einen Hyundai.

Zu den vier Neueinsteigern in der Serie zählen zwei Audi-Teams. Einen neuen Audi RS3 LMS TCR setzt Gruhn Stahlbau Racing ein, K-Ro Racing vertraut auf den Vorgänger. Für das Team Gruhn sitzt Max Frederik Gruhn (22) am Lenkrad, bei K-Ro Racing heißt der Fahrer Kai Rosowski (29). Für Gruhn Stahlbau Racing verliefen die Tests zufriedenstellend: „Wir haben etwas gebraucht, um reinzukommen sind aber sehr zufrieden mit dem Test. Zum Ende hin wurde es dann immer besser und Max hat sich im Auto auch deutlich wohler gefühlt. Unser Ziel war es, so viel zu fahren wie möglich und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Das haben wir geschafft“, sagt Teamchef Berthold Gruhn.

Ein weiteres Team, das sein Debüt feiert, ist Maurer Motorsport. Der Schweizer Rennstall startet mit zwei Holden Astra TCR und den Fahrern Michael Maurer (Schweiz) und Vincent Radermecker (Belgien), der in der Trophy-Wertung antreten wird. Das vierte Team, das sein Debüt in der ADAC TCR Germany feiert, ist NS Competition mit dem Franzosen Dorian Guldenfels, der einen Cupra Leon Competición TCR fährt.

Donnerstag, 7. April 2022

Offizieller Test der DTM in Hockenheim

 Rookie Marius Zug und Rückkehrer René Rast führen Zeitentabelle an

  •  Karten noch nicht aufgedeckt: Kälte und Nässe bremst das Rekord-Starterfeld
  •  Neuer Renndirektor Elkins: „29 Rennautos sind fantastisch, aber eine Herausforderung“
  •  DTM-Einstieg Rallye-Legende Sébastian Loeb sorgt für Gesprächsstoff

Ricardo Feller (SUI), Audi, Team ABT Sportsline © DTM

Der Jüngste war der Schnellste. Der 19-jährige Marius Zug (Pfaffenhofen) ist im Audi R8 von Attempto Racing mit einer Bestzeit (1:38,344 Minuten) am ersten offiziellen Testtag in Hockenheim in seine erste DTM-Saison gestartet. Bei seinem Comeback war der dreimalige DTM-Champion René Rast (GER/1:38,682) im Audi des Teams ABT Zweitschnellster vor dem Österreicher Lucas Auer (1:39,082/Team WINWARD) im schnellsten Mercedes-AMG. Mit 113 Runden war BMW-Pilot Esteban Muth (BEL/Walkenhorst Motorsport) der eifrigste Fahrer des Tages. Der offizielle Test der DTM wird am Mittwoch fortgesetzt.

 

S. vd Linde (RSA), BMW, Schubert Motorsport © DTM

Niedrige Temperaturen und eine überwiegend feuchte Rennstrecke sorgte für wenig aussagekräftige Testbedingungen. Trotzdem nutzte das Rekord-Starterfeld mit 29 GT-Rennwagen und Fahrern aus 15 Nationen, um unter allen Bedingungen wichtige Erkenntnisse zur Vorbereitung auf die 16 Sprintrennen umfassende Saison zusammenzutragen. Die ersten beiden Rennen werden vom 29. April bis 1. Mai im portugiesischen Portimão ausgetragen.

„Mit 29 Rennwagen haben wir das größte Starterfeld seit dem Neustart der DTM im Jahr 2000, und mit 15 Nationen ist das Feld in der 36. Saison so international wie nie zuvor in der DTM-Geschichte“, unterstrich Frederic Elsner, Director Event & Operations der DTM-Organisation ITR. Nicht nur aufgrund des Rekord-Starterfeldes hatte das ITR-Team mit Gerhard Berger an der Spitze am ersten Testtag Anlass zur Freude. So hat Serienpartner Autohero sein Engagement nicht nur verlängert, sondern auch erweitert. Vom Wechsel innerhalb der Senderfamilie, von SAT.1 zu ProSieben, erhofft sich das ran-racing-Team steigende Quoten. Mit dem ehemaligen DTM-Champion Mike Rockenfeller präsentierte der Sender auch gleich einen neuen, hochkarätigen TV-Experten.

Luca Stolz (GER), Mercedes-AMG Team HRT © DTM


Begeistert zeigte sich auch der neue Renndirektor Scot Elkins. „29 Rennautos – das ist fantastisch. Aber es ist auch eine Herausforderung, so viele Autos zu überwachen“, weiß der Amerikaner um seine schwierige Aufgabe. „Ich bin wirklich begeistert, denn der Level der Professionalität der Fahrer und Teams ist beeindruckend, und ich habe schon in sehr vielen Rennserien gearbeitet.“ Sowohl Frederic Elsner als auch Lutz Leif Linden, Generalsekretär des Automobilclub von Deutschland (AvD) und neuer Präsident der GT-Kommission des Automobil-Weltverbandes FIA, sind überzeugt, dass der erfahrene Scot Elkins, weiterhin auch Renndirektor der FIA Formel-E-Weltmeisterschaft, einen wertvoller Zugewinn für die hochkarätige DTM ist. Der AvD fungiert weiterhin als sportlicher Organisator auf der DTM-Plattform.

„Schau Dir all die Jungs an! Der Wettbewerb wird so hart werden wie nie zuvor“, ist der Österreicher Lucas Auer überzeugt, der im Mercedes-AMG Team WINWARD Titelverteidiger Maximilian Götz (GER) als ersten Gegner hat. „Die DTM ist eine großartige Meisterschaft, und ich freue mich, endlich dabei sein zu können“, so Porsche-Werksfahrer Laurens Vanthoor (BEL/SSR Performance) zum DTM-Einstieg der Zuffenhausener. Für DTM-Legende Kurt Thiim (DEN) und seinen Sohn Nicki war der Testtag ein besonderes Fest mit dem DTM-Einstieg des zweimaligen FIA-WEC-Weltmeisters. Es ist ein Novum, dass der Sohn eines Ex-Champions in der DTM antritt. „Das war unser gemeinsamer Traum, der nun in Erfüllung geht – sehr emotional. Aber jetzt heißt es, viel zu arbeiten und sich voll zu konzentrieren“, so Nicki Thiim (Lamborghini/T3 Motorsport).

„Ich fühle mich ehrlich gesagt eher als Rookie“, stellte der dreimalige DTM-Champion René Rast (Audi/Team ABT) fest, der nach einem Jahr Pause zurückkehrt. „Die Autos, die Regeln – es ist so viel neu für mich. Und im Feld sind über 20 Fahrer, die gewinnen können und für den Titel in Frage kommen.“ Mit Unterstützung seines brasilianischen Landsmannes und des ehemaligen Formel-1-Piloten Felipe Massa geht Felipe Fraga im Ferrari 488 von Red Bull AlphaTauri AF Corse in seine erste DTM-Saison. „Wir haben regelmäßig Kontakt und ich bekomme den einen oder anderen Tipp von ihm“, so Fraga. „Die DTM ist jedenfalls eine große Chance für mich. Ich verfolge diese tolle Meisterschaft schon seit Jahren.“

Nicht nur im Fahrerlager sorgt der DTM-Einstieg des neunmaligen Rallye-Weltmeisters Sebastian Loeb für Gesprächsstoff. „Ich werde überall auf Sébastian Loeb angesprochen, vor allem in meiner Heimat“, erzählt Teamkollege Felipe Fraga. „Er ist so unglaublich berühmt, ein toller Kerl, und ich bin stolz, mit ihm in einem Team fahren zu dürfen.“ Auch Teamchef Ron Reichert von Red Bull AlphaTauri AF Corse berichtet begeistert von ersten Erfahrungen mit dem Franzosen: „Er spring ins Auto und ist sofort da. Er hat ein außergewöhnliches Gespür für die Dinge, sein Feedback an die Ingenieure ist exzellent.“ Ein Rückkehrer ins DTM-Fahrerlager ist auch Ex-Champion Manuel Reuter als Sportlicher Leiter von Grasser Racing Team: „Es fühlt sich richtig gut an, wie die Rückkehr zur Familie“, so der zweimalige Le-Mans-Sieger, und blickt mit Vorfreude auf die DTM 2022: „Das Starterfeld ist vom Feinsten, höchste Qualität. Für einige der Top-Piloten wird es schwierig werden, regelmäßig in die Punkteränge zu fahren. Die Fans können sich jedenfalls auf eine Megasaison freuen.“