Montag, 4. Oktober 2021

Lawson führt das Titel-Quartett wieder an - Auer gewinnt in Hockenheim das zweite Sonntagsrennen in Folge

 DTM steht am Norisring ein Herzschlagfinale bevor

  •     Österreicher gewinnt im Mercedes-AMG vor Liam Lawson und Maximilian Götz
  •     Nur ein Punkt für Kelvin van der Linde nach zwei Strafen, Wittmann geht leer aus
  •     Lawson geht mit 14-Punkte-Vorsprung zum Finale auf dem Norisring

Podium am Sonntag: Mauricio Morena (Mercedes-AMG Team WINWARD), Liam Lawson,
Lucas Auer, Maximilian Götz (l-r)  © DTM


Der DTM steht am nächsten Wochenende (08.-10. Oktober) ein Herzschlagfinale bevor: Vier Fahrer kommen vor den letzten beiden Saisonrennen am Norisring noch für den Titel in Frage. Während der Österreicher Lucas Auer mit dem Mercedes-AMG des Teams WINWARD am Sonntag in Hockenheim erneut siegte und damit seinen zweiten Saisonsieg feierte, verschaffte sich der erst 19 Jahre alte Neuseeländer Liam Lawson im Red Bull-Ferrari mit dem zweiten Platz einen 14-Punkte-Vorsprung im Titelkampf und liegt nun mit 206 Punkten in Front. Dritter in Hockenheim wurde der Uffenheimer Maximilian Götz im HRT-Mercedes, der mit nunmehr 180 Punkten seine Titelambitionen wahrte.

Der Südafrikaner Kelvin van der Linde, der im ABT-Audi am Samstag mit seinem vierten Saisonsieg die Tabellenführung zurückerobert hatte, musste sich am Sonntag nach zwei Fünf-Sekunden-Strafen mit Rang zehn und nur einem Punkt begnügen. Mit 192 Zählern ist van der Linde Tabellenzweiter, hinter Lawson und vor Götz. Marco Wittmann (GER) kam mit dem Walkenhorst-BMW außerhalb der Punkte ins Ziel, hat aber mit 165 Punkten theoretisch immer noch die Chancen, auf seiner Hausstrecke den dritten Titel einzufahren. Entschieden ist bereits die Hersteller-Wertung der DTM 2021, die Mercedes-AMG vorzeitig gewonnen hat. Leider kam es im Rahmen des Pflichtboxenstopps von Mike Rockenfeller zu einem Zwischenfall, bei dem sich ein Mechaniker des Teams ABT Sportsline an der linken Hand verletzt hat.

Stadtkurs in Nürnberg ist Neuland für Tabellenführer Liam Lawson

„Ich konnte Kelvin van der Linde schnell überholen und mich gleich etwas absetzen. Das war heute der Schlüssel zum Erfolg. Wenn man einmal vorne ist, ist natürlich alles etwas einfacher“, berichtete Lucas Auer in der Sieger-Pressekonferenz. „Nach der Kollision am Samstag hat das Team wieder bis in die Nacht schrauben müssen. Danke dafür, es hat sich gelohnt. Ich freue mich sehr über den zweiten Sieg und den Hersteller-Titel für Mercedes-AMG.“ Mehr in die Rennaction involviert war Liam Lawson: „Es war ein ziemlich intensives Rennen! Kelvin van der Linde ist einmal hinten aufgefahren, dadurch war mein Auspuff krumm und hat ein Loch in die Verkleidung gebrannt“, erzählte der Neuseeländer. „Ich hatte den Vorteil, dass ich kein Erfolgsgewicht hatte, anders als Kelvin. Daher war mir ziemlich klar, dass er damit nur schwer vorbeikommen kann. Mit der Ausbeute an diesem Wochenende bin ich absolut zufrieden. Ich kenne den Norisring nicht, werde mich aber bestmöglich vorbereiten.“

Auch Maximilian Götz hatte einen Schlüsselmoment im Rennen: „Wir wussten, dass wir nach Samstag etwas anders machen mussten. Der Schlüssel war der sehr starke Boxenstopp. Nach dem Stopp konnte ich Kelvin in seiner Outlap überholen und damit aufs Podium fahren. Ich freue mich über den Titel für Mercedes-AMG und kann allen bei Mercedes-AMG nur für das große Engagement in dieser Serie danken.“ Für Götz ist das Rennen auf dem Norisring kein Rennen wie jedes andere. „Ich freue mich jetzt auf mein Heimrennen. Mit dem Titel wird es sicherlich schwierig, aber in der DTM ist alles möglich. Ich werde das ohne Druck angehen.“

Hinter Auer sorgten intensive Positionskämpfe für beste Unterhaltung

Anders als Samstag, als es in der ersten Runde zu einer Kollision kam, verlief die erste Runde am Sonntag ohne Zwischenfall. Nachdem Kelvin van der Linde im ABT-Audi wie schon am Vortag die Pole-Position erobert hatte, konnte er den Startplatz-Vorteil nicht über die erste Runde retten. Lucas Auer zog mit dem WINWARD-Mercedes in einem sauberen Manöver vorbei und konnte sich bis zum Ende der ersten Runde bereits etwas absetzen. Dahinter entbrannten zahlreiche intensive Duelle im gesamten Feld. Gerade das Duell zwischen van der Linde und Lawson hatte es in sich. Dabei touchierte der ABT-Audi einmal das Heck des Red Bull-Ferrari, den Lawson nur mit Mühe abfangen konnte. Van der Linde kassierte dafür eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe, und weil er die nicht beim nächsten Boxenstopp absaß, bekam er eine zweite Fünf-Sekunden-Strafe dazu. Statt Sechster wurde es letztlich nur Platz zehn, für den es nur einen einzelnen Punkt gibt. Noch schlimmer traf es den vierten Meisterschaftsaspiranten Marco Wittmann, der im BMW nur Rang 13 im Zeittraining herausfahren konnte, ebenfalls eine Fünf-Sekunden-Strafe kassierte und am Ende eines unterhaltsamen Rennens letztlich außerhalb den Punkteplätzen ins Ziel kam.

Nur wenige Tage Zeit bleibt den Teams zur Vorbereitung auf das entscheidende Finale. Erstmals in der langjährigen Geschichte ist der nur 2,3 Kilometer lange Stadtkurs in Nürnberg Schauplatz des Saisonausklangs. Am Samstag und Sonntag stehen die letzten beiden Saisonrennen 15 und 16 der DTM 2021 auf dem spektakulären Kurs auf dem Programm. Eintrittskarten sind über den DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und die DTM-Ticket-Hotline (01806 991166) erhältlich. Den Zuschauern steht auch in Nürnberg das Fahrerlager offen, inklusiv Pitwalk, Autogrammstunden und Fan-Village.

Gounon/Waliłko gewinnen am Sachsenring, Vorsprung der Tabellenführer Mies/Feller schrumpft

  •  Zweiter Saisontriumph für Mercedes-AMG-Piloten, Waliłko zudem bester Juniorfahrer
  •  Audi-Duo Feller/Mies behauptet Tabellenführung
  •  Pirelli-Trophy-Sieger Rolf Ineichen verpasst Podest nur knapp

Gounon und Waliłko jubeln über ihren zweiten Saisonsieg
Foto: ADAC-Motorsport


Hochspannung im Titelkampf der Deutschen GT-Meisterschaft: Vier Rennen vor dem Saisonende ist der Vorsprung der Tabellenführer Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (31/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport) im Audi R8 nach Platz Fünf im Sonntagsrennen auf dem Sachsenring auf zwei Punkte geschrumpft. Die heimlichen Sieger waren am Sonntag Luca Stolz (26/Brachbach) und Maro Engel (36/Monte Carlo, beide Mercedes-AMG Team Toksport WRT), die die zahlreichen Zuschauer mit einem starken Manöver in der letzten Kurve begeisterten, das ihnen Rang zwei und auch Tabellenrang zwei einbrachte. Mit ihrem vierten zweiten Platz in Folge komplettierten die beiden Mercedes-AMG-Werksfahrer einen Doppelsieg für ihren Arbeitgeber, denn ihre Markenkollegen Igor Waliłko (24/PL) und Jules Gounon (26/F, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing) fuhren von der Pole-Position zu einem ungefährdeten Sieg. Rang drei ging an das Porsche-Duo Thomas Preining (23/A) und Christian Engelhart (34/Starnberg, beide Küs Team Bernhard). „Ein wirklich toller Tag“, jubelte Sieger Gounon. „Ich liebe diese Strecke einfach. Hier habe ich 2016 meinen ersten GT3-Sieg geholt, das war der Startschuss für meine Karriere. Jetzt wieder hier zu siegen ist fantastisch. Es hat einfach alles gepasst. Pole, schnellste Runde und Sieg – besser konnte es nicht laufen. Wir sind jetzt die Außenseiter im Titelkampf“

Zakspeed-Duo dominiert

Das zehnte Saisonrennen des ADAC GT Masters begann turbulent: Während Pole-Setter Jules Gounon seine Spitzenposition vor Lamborghini-Pilot Franck Perera (37/F, GRT Grasser Racing Team) verteidigte, wurde dahinter der von Platz drei gestartete Tabellendritte Maximilian Buhk (28/Hamburg, Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR) von Lamborghini-Werksfahrer Albert Costa Balboa (31/E, GRT Grasser Racing Team) umgedreht. Buhk wurde anschließend von einem anderen Fahrzeug getroffen und schied aus, Costa Balboa musste eine Durchfahrtsstrafe absolvieren. Auch Samstagssieger Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster, SSR Performance) war in der Startrunde mit seinem Porsche in eine Kollision verwickelt und fiel aus den Top 20. Nach dem Einsatz des Safety-Cars setzte sich Gounon an der Spitze ab und übergab mit knapp fünf Sekunden Vorsprung an Partner Igor Waliłko. Der Pole baute anschließend den Vorsprung weiter aus und sah mit einem Zeitpolster von fast 16 Sekunden als Sieger die Zielflagge. Gounon und Waliłko holten damit nach dem Lausitzring ihren zweiten Sieg in einem Sonntagsrennen hintereinander. Dies bedeutete für Waliłko zudem auch den zweiten Klassensieg in der Pirelli-Junior-Wertung.

Spannend bis zum Schluss verlief der packende Kampf um Platz zwei. Rolf Ineichen, der von Franck Perera übernommen hatte, verteidigte bis in die Schlussrunde die Position, bis sich in der letzten Kurve noch Luca Stolz vorbeizwängte. Thomas Preining und Titelverteidiger Christian Engelhart schlüpften im besten Porsche ebenfalls noch an Ineichen/Perera vorbei und holten sich ihr erstes Podium der Saison, für die Lamborghini-Fahrer blieb nur der undankbare vierte Rang. Kleiner Trost für Ineichen: Der Schweizer gewann die Pirelli-Trophy-Wertung.

Die Tabellenführer Ricardo Feller und Christopher Mies lieferten sich in der zweiten Rennhälfte einen engen Kampf um Platz fünf mit den Audi-Markenkollegen Jusuf Owega (19/Köln) und Patric Niederhauser (29/CH, beide Phoenix Racing). Drei Runden vor dem Ziel setzte sich Feller schließlich durch und sicherte sich Platz fünf.

Florian Spengler (33/Ellwangen) und Markus Winkelhock (41/Zdiměřice, beide Car Collection Motorsport) kamen mit ihrem Audi auf Rang sieben vor ihren Markenkollegen Elia Erhart (33/Röttenbach) und Mattia Drudi (23/I, beide Rutronik Racing by Tece), die Achte wurden. Der neunte Rang ging an die Corvette C7 GT3-R von Jeffrey Schmidt (27/CH) und Marvin Kirchhöfer (27/Luzern, beide Callaway Competition).

Michael Ammermüller und Partner Mathieu Jaminet (26/F) kämpften sich nach dem Zwischenfall in der Startrunde noch auf Platz zehn nach vorn und liegen nun als Tabellendritte elf Zähler hinter den Spitzenreitern Feller und Mies.

Stimmen der Sieger

Jules Gounon: „Die Pole heute Morgen war schon fantastisch. Ich wollte in meinem Stint für Igor einen Vorsprung von fünf Sekunden herausfahren, das ist mir gelungen. Er hat das Rennen dann anschließend souverän kontrolliert. Mit 25 Punkten Rückstand sind wir jetzt im Titelkampf. Wir haben aber keinen Druck und schauen mal, was herauskommt. Danke an Mercedes-AMG und Zakspeed für das großartige Auto.“

Igor Waliłko: „Es fühlt sich großartig an, erneut am Sonntag zu gewinnen! Ich bin eigentlich nicht mit der Erwartung in diese Saison gegangen, so großartige Ergebnisse einzufahren. Ich habe versucht, die Reifen gut zu verwalten, keine Fehler zu machen und das Auto sicher nach Hause zu bringen. Ich lerne noch viel dazu, das ist meine erste komplette Saison in einem GT3-Auto. Zum Glück konnte ich heute vorne etwas mehr relaxen und musste nicht das Maximale aus dem Auto rausholen.“

Turbulentes Sonntagsrennen der DTM Trophy: Ben Green erobert mit viertem Saisonsieg die Tabellenführung zurück

  •     BMW-Pilot Green reist als Führender der Fahrerwertung zum Finale nach Nürnberg
  •     Verfolger William Tregurtha nach bravouröser Aufholjagd auf dem Podium
  •     Harte Zweikämpfe und wechselhaftes Wetter sorgen für Spektakel pur
  •     Finale der DTM Trophy am kommenden Wochenende auf dem Norisring

W.Tregurtha, B.Green, T.Oeverhaus (l-r) © DTM


Ben Green war der Mann des Tages bei der DTM Trophy auf dem Hockenheimring. Der britische BMW-Pilot von FK Performance Motorsport gewann ein spektakuläres Sonntagsrennen in der Nachwuchsserie der professionellen DTM-Plattform. Aufregende Rad-an-Rad-Duelle und wechselhaftes Wetter waren das Salz in der Suppe.

Green blieb über die gesamte Renndistanz von 18 Runden cool und kontrollierte das Geschehen von der Spitze aus. Auch ein schlechter Restart nach einer Safety-Car-Phase zu Beginn des Rennens brachte ihn nicht aus dem Konzept. Green verlor zwischenzeitlich zwei Positionen an den österreischischen KTM-Pilot Reinhard Kofler (True Racing by Reiter Engineering) und den BMW-Fahrer Theo Oeverhaus (GER, Walkenhorst Motorsport). Beide schnappte sich Green aber wieder innerhalb von einer Runde.

Später behielt Green auch nach einer Regen-Unterbrechung sechs Minuten vor Schluss den Durchblick. Auf Regenreifen gab er die Führung in der Endphase nicht mehr aus der Hand. Mit seinem vierten Saisonerfolg eroberte Green gleichzeitig die Tabellenführung von seinem Landsmann William Tregurtha zurück. Der Fahrer des Mercedes-AMG von CV Performance Group sah nach einer fulminanten Aufholjagd die Zielflagge als Zweiter. Nach Punkten steht es zwischen den beiden Briten nun 204:201 zugunsten von Green – das garantiert einen heißen Titel-Krimi bei den Saisonrennen 13 und 14 am kommenden Wochenende (08.-10. Oktober) auf dem Norisring in Nürnberg.

Tregurtha wurde in der Startrunde Opfer einer Kollision hinter ihm, durch die er in einen Dreher gezwungen wurde. Der Brite fiel bis ans Ende des Feldes zurück und machte erste Positionen wieder gut, als sein Teamkollege Matias Salonen aus Finnland Flüssigkeit verlor. Auf dieser Flüssigkeit drehten sich im Motodrom einige Fahrer. Der gestrandete Mercedes-AMG sorgte für die frühe Safety-Car-Phase. Nach dem Restart fuhr Tregurtha rasch in die Top fünf vor. In der Folge kämpfte er allerdings länger mit dem belgischen Toyota-Piloten Nico Verdonck (Ring-Racing) und Kofler um die dritte Position. Erst nach der Regen-Unterbrechung fand Tregurtha einen Weg an beiden vorbei. In der letzten Runde war auch noch Samstagsieger Oeverhaus fällig, der somit auf der dritten Position ins Ziel kam.

Verdonck und Kofler brachten die Positionen vier und fünf nach Hause. Dahinter kamen der Schweizer Audi-Pilot Lucas Mauron (Heide-Motorsport) und Verdoncks Teamkollegin Stephane Kox aus den Niederlanden ins Ziel. Kox war damit einmal mehr die schnellste Dame im Feld.

Sonntag, 3. Oktober 2021

Titelkampf spitzt sich zu: dritter Saisonsieg für Porsche-Duo Jaminet/Ammermüller in Deutscher GT-Meistersc

  • Erster Porsche-Triumph auf dem Sachsenring
  • Feller/Mies weiter Tabellenführer, Feller siegt in Pirelli-Junior-Wertung
  • Florian Spengler im Audi gewinnt Pirelli-Trophy-Wertung

Jaminet / Ammermüller holen ersten Porsche-Sieg am Sachsenring
Foto: Jens Hawrda

Premiere auf dem Sachsenring: Die Porsche-Piloten Mathieu Jaminet (26/F) und Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster, beide SSR Performance) fuhren im Samstagsrennen der Deutschen GT-Meisterschaft auf dem Sachsenring nicht nur zu ihrem dritten Saisonsieg, sondern sorgten auch für den ersten Porsche-Sieg auf der anspruchsvollen Berg-und-Tal-Bahn im ADAC GT Masters. Luca Stolz (26/Brachbach) und Maro Engel (36/Monte Carlo, beide Mercedes-AMG Team Toksport WRT) arbeiteten sich mit dem dritten zweiten Platz in Folge noch näher an die Tabellenspitze, während die Audi-Fahrer und Tabellenführer Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (31/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport) sich mit Rang drei im Titelkampf weiter stark präsentieren. „Toll, dass uns hier der erste Sieg für Porsche gelungen ist“, sagte Mathieu Jaminet. „Es war ein perfekter Tag: Dank Pole und Sieg haben wir 28 Punkte geholt. Die sind sehr wichtig im Titelkampf, denn dieser ist in diesem Jahr wieder sehr eng mit gleich mehreren Fahrzeugen.“

Jaminet bleibt vorn

Nachdem Porsche-Werksfahrer Jaminet bereits im Qualifying mit seinem zweiten Pirelli Pole Position Award der Saison seinen Speed aufgezeigt hatte, war er auch in der ersten Rennhälfte das Maß der Dinge: Der Franzose blieb beim Start vorn und fuhr anschließend einen Vorsprung von rund zweieinhalb Sekunden auf Verfolger Luca Stolz im Mercedes-AMG heraus. Der Mercedes-AMG-Werksfahrer kam zur Rennmitte eine Runde früher zum Pflichtboxenstopp, was sich jedoch nicht auszahlte. Jaminets Partner Ammermüller blieb vorn und gewann am Ende mit 2,102 Sekunden Vorsprung auf Maro Engel, der von Stolz übernommen hatte. Für Ex-Meister Jaminet und Titelverteidiger Ammermüller war es nach Oschersleben und Red Bull Ring der dritte Saisonsieg. Sie verbesserten sich damit auf den zweiten Gesamtrang.

Rang drei ging mit knapp fünf Sekunden Rückstand an die Tabellenführer Ricardo Feller und Christopher Mies im besten Audi. Feller gewann zudem die Pirelli-Junior-Wertung. In der Gesamtwertung führen sie nun mit sechs Punkten auf Jaminet/Ammermüller und den punktgleichen Raffaele Marciello (26/I) und Maximilian Buhk (28/Hamburg, beide Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR), die mit ihrem Mercedes-AMG GT3 Evo in den Schlussphase noch Druck auf den drittplatzierten Audi von Feller/Mies machten, sich aber mit Rang vier zufriedengeben mussten.

Thomas Preining (23/A) und Titelverteidiger Christian Engelhart (34/Starnberg, beide Küs Team Bernhard) machten mit ihrem Porsche im Rennen fünf Positionen gut und holten als Fünfte ihr bisher bestes Ergebnis der Saison. Charles Weerts (20/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) kamen mit ihrem Audi auf Platz sechs, dahinter platzierten sich Klaus Bachler (30/A) und Simona De Silvestro (33/CH, beide Precote Herberth Motorsport) in einem weiteren Porsche. Lokalmatador Maximilian Paul (21/Dresden) und Marco Mapelli (34/I) wurden Achte und sammelten im besten Lamborghini Huracán GT3 Evo beim Heimspiel wichtige Punkte für die Dresdner Mannschaft T3 Motorsport. Neunte wurden Igor Waliłko (24/PL) und Jules Gounon (26/F, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing), die mit ihrem Mercedes-AMG aus der ersten Reihe ins Rennen gegangen waren, aber wegen eines Vergehens beim Start eine Penalty Lap absolvieren mussten. Die Top 10 vervollständigten Nick Yelloly (29/GB) und Jesse Krohn (31/FIN, beide Schubert Motorsport) im einzigen BMW M6 GT3 im Feld.

Der Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung für nicht-professionelle Piloten ging an Florian Spengler (33/Ellwangen), der sich im Audi R8 LMS von Car Collection Motorsport mit Ex-Formel-1-Pilot Markus Winkelhock (41/Zdiměřice) abwechselte.

Pech hatten die bisherigen Meisterschaftsdritten Mirko Bortolotti (31/I) und Albert Costa Balboa (31/E, beide GRT Grasser Racing Team), die in Runde 18 auf Platz drei liegend mit einem technischen Problem ausrollten.

Stimmen der Sieger

Mathieu Jaminet: 

„Hier an der Spitze zu fahren ist ein großer Vorteil, da man in den schnellen Kurven viel Abrieb verliert, wenn man hinter jemandem herfährt. Ich habe versucht, eine möglichst große Lücke herauszufahren und dann an Michael zu übergeben. Unser Ziel heute war es zu gewinnen, denn wir konnten uns nicht noch mal ein schlechtes Wochenende wie am Lausitzring im Titelkampf leisten. Daher war das Motto ‚All in‘. Wir nähern uns wieder immer mehr der Tabellenspitze. Es wird noch interessant im Titelkampf.“

Michael Ammermüller: 

„Wir sind weiter im Rennen um die Meisterschaft. Heute war ein wichtiger Tag für uns. Mathieu hat einen super Job im Qualifying und im ersten Stint gemacht. Wir haben beide das Maximum aus dem Auto rausgeholt. Am Ende wurde es noch mal knapp – wie immer im ADAC GT Masters. Unser Ziel ist es, wieder Meister zu werden, mit unseren heutigen Leistungen schaut es ganz gut aus. Hoffentlich geht es so weiter. Das war heute ein perfektes Rennen für uns.“

Premierensieg in der DTM Trophy: 16-jähriger Theo Oeverhaus gewinnt in Hockenheim

Dramatische Wende im Titelkampf

  • BMW-Youngster trägt sich erstmals in die Siegerliste ein
  • Strafe kostet Ben Green Sieg und Gesamtführung
  • William Tregurtha erobert mit Platz zwei die Tabellenführung zurück

Theo Oeverhaus (GER), BMW; Walkenhorst Motorsport © DTM

Ein neues Gesicht klettert auf die oberste Stufe des Podiums in der DTM Trophy: Der erst 16 Jahre alte BMW-Pilot Theo Oeverhaus aus dem Team von Walkenhorst Motorsport hat das Samstagrennen in der Nachwuchsserie auf der professionellen DTM-Plattform auf dem Hockenheimring gewonnen.

Oeverhaus profitierte dabei allerdings von einer Strafe gegen den bisherigen Gesamtführenden Ben Green. Der Brite fuhr mit seinem BMW von FK Performance Motorsport als Erster über den Zielstrich, rutschte jedoch wegen einer Zeitstrafe von 30 Sekunden bis auf Platz neun zurück. Schlimmer noch für Green: Damit verliert er die Gesamtführung an seinen Landsmann William Tregurtha. Der Fahrer des Mercedes-AMG der CV Performance Group wurde als Zweiter gewertet.

Green zeigte über die komplette Renndistanz von 17 Runden eine souveräne Leistung. Der Brite sicherte sich im Qualifying drei Punkte für die Pole-Position und gab die Führung zu keinem Zeitpunkt ab. Zum Verhängnis wurde ihm die Rennfreigabe, nachdem der Lauf hinter dem Safety-Car aufgenommen wurde. Green ließ sich vor dem Fallen der Grünen Flagge zu weit zurückfallen, was per Reglement nicht erlaubt ist. Da Green die Strafe nicht abtrat, wurde sie in eine Zeitstrafe von insgesamt 30 Sekunden umgewandelt. Daher fiel der Brite bis auf Rang neun zurück.

Green und Oeverhaus fuhren auf dem Hockenheimring in ihrer eigenen Liga. Tregurtha konnte nur in der Anfangsphase mithalten und fuhr anschließend das Rennen sicher nach Hause. In der Gesamtwertung liegt er nun fünf Zähler vor Landsmann Green, nach Punkten steht es 181:176. Hinter Tregurtha kämpften in der zweiten Rennhälfte Greens Teamkollegen Yann Zimmer aus der Schweiz und Moritz Löhner um die vierte Position auf der Strecke und um den letzten Podiumsplatz in der Wertung. Das bessere Ende in diesem aufregenden Zweikampf hatte schließlich der Deutsche.

Auch die Kampfgruppe hinter Löhner und Zimmer sorgte für viel Action auf der Strecke. Der Schweizer Audi-Pilot Lucas Mauron (Heide-Motorsport) und KTM-Pilot Reinhard Kofler (True Racing by Reiter Engineering) aus Österreich rissen die Zuschauer mit spannenden Rad-an-Rad-Kämpfen in der ersten Rennhälfte von den Sitzen. Den fünften Platz in der Wertung schnappte sich Kofler letztlich souverän. Mauron hatte im Ziel acht Sekunden Rückstand auf den Österreicher. Toyota-Pilotin Stephane Kox (Ring-Racing) aus den Niederlanden wurde als schnellste Dame im Feld auf Rang acht gewertet.

Das zweite Rennen der DTM Trophy auf dem Hockenheimring startet am Sonntag um 15:10 Uhr.