Samstag, 2. Oktober 2021

Porsche-Werkspilot Thomas Preining fuhr im zweiten Freien Training auf dem Sachsenring Bestzeit

Thomas Preining Bestzeit im zweiten Freien Training
Foto: Jens Hawrda

Wie bereits in der Sitzung am Morgen bestimmten auch am Freitagnachmittag Porsche, Mercedes-AMG und Audi das Geschehen auf dem anspruchsvollen Traditionskurs. Diesmal fuhr mit Preining ein Fahrer eines 911 GT3 R die schnellste Rundenzeit. Die Bestmarke des Österreichers: 1.19,299 Minuten. Damit rundete Preining einen gelungenen Auftakttag für das Küs Team Bernhard ab: Im ersten Freien Training war Partner Christian Engelhart auf Platz vier gefahren.

„Ein guter Tag und ein guter Start ins Wochenende“, so Titelverteidiger Engelhart. „Wir sind ganz zufrieden. Unser Basis-Set-up war schon sehr gut und wir haben es noch etwas verfeinert. Wir hatten bisher eine schwere Saison und arbeiten sehr hart, um aus der Talsohle rauszukommen. Morgen zählt’s. Hoffentlich läuft es dann so wie heute im zweiten Freien Training.“

Platz zwei ging am Nachmittag an den Mercedes-AMG von Constantin Schöll und Hendrik Still vom Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing. Ihnen fehlten 0,164 Sekunden zur Bestzeit. Dritte wurden mit 1.19,480 Minuten die Porsche Fahrer Klaus Bachler/Simona De Silvestro (Precote Herberth Motorsport). Rang vier ging an den Audi von Jusuf Owega und Patric Niederhauser. Sie kamen im R8 LMS von Phoenix Racing auf 1.19,493 Minuten. Mathieu Jaminet und Michael Ammermüller (SSR Performance) hatte als Fünfte mit ihrem Porsche 0,293 Sekunden Rückstand auf Preinings Bestzeit.

Tagesschnellster war am Freitag Igor Waliliko. Der Pole fuhr in der Trophy-Sitzung am Mittag, an der ausschließlich die Piloten der Pirelli-Trophy-Wertung und Pirelli-Junior-Wertung teilnehmen, eine Rundenzeit von 1.18,818 Minuten und war damit knapp schneller als Partner Jules Gounon, der im zweiten Mercedes-AMG GT3 Evo des Team Zakspeed BKK Mobil Krankenkasse Racing im ersten Freien Training 1.18.887 gefahren war.

Quelle: ADAC-Motorsport.de

DTM in Hockenheim: Kelvin van der Linde mit Bestzeit am Freitag

  • Südafrikaner im ABT-Audi Tagesschnellster, Lawson und Wittmann abgeschlagen
  • Top Vier aus der Fahrerwertung in der Pressekonferenz
  • DTM Trophy: Tabellenführer Green mit Bestzeit am Freitag
  • DTM live in SAT.1 und in über 60 Ländern: Rennstart am Samstag und Sonntag um 13:30 Uhr

Das Favoriten-Quartett der DTM 2021: Maximilian Götz, Marco Wittmann, Liam Lawson,
Kelvin van der Linde (v.l. n.r.) © DTM

Im Titel-Vierkampf der DTM brennt die Luft! ABT-Audi-Pilot Kelvin van der Linde, der zuletzt in Assen die Tabellenführung verlor, lässt nicht locker. Im Freitagtraining beim vorletzten Rennwochenende in Hockenheim brannte der Südafrikaner eine überlegene Bestzeit von 1:37,841 Minuten in den Asphalt. Während mit Maximilian Götz (GER) im Mercedes-AMG des Teams HRT ein weiterer Fahrer aus dem Spitzenquartett der Fahrerwertung auf Rang drei fuhr, fanden sich die anderen beiden Titelanwärter, Liam Lawson (NZL) im Red Bull-Ferrari des Teams AF Corse und Marco Wittmann (GER) im Walkenhorst-BMW, am anderen Ende der Zeitenliste wieder, Lawson auf Rang 18 und Wittmann gar nur an 21. und damit letzter Position. Karten für den Hockenheimring Baden-Württemberg gibt es noch für beide Renntage über den DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und über die DTM-Ticket-Hotline 01806 991166. Die Rennen sowie das Eventprogramm versprechen Spannung, Action und gute Laune. Beide DTM-Rennen am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 13:30 Uhr) werden in SAT.1 ab 13:00 Uhr sowie in über 60 Ländern live übertragen.

Das erste Freie Training der DTM auf dem Hockenheimring am Freitagmittag endete mit einer Mercedes-Doppelspitze. Der Inder Arjun Maini (Team GetSpeed) fuhr mit 1:38,356 Minuten die Bestzeit, vor seinem Markenkollegen Vincent Abril (MON, Team HRT). Dahinter folgten Nico Müller (SUI) im Rosberg-Audi, Assen-Sieger Lucas Auer (AUT) im WINWARD-Mercedes sowie die beiden ABT-Audi-Fahrer Mike Rockenfeller (GER) und Gaststarter Lucas di Grassi (BRA). Im zweiten Training am Nachmittag fuhr Kelvin van der Linde mit 1:37,841 Minuten die Tagesbestzeit und war dabei über eine halbe Sekunde schneller als die drei Mercedes-Fahrer Daniel Juncadella (ESP, Team GruppeM), Götz und Abril.

„Es ist absolut mega, wieder vorne mit dabei zu sein“, freute sich Kelvin van der Linde. „Am Samstag und Sonntag zählt es, aber das heutige Training ist schon mal eine gute Grundlage“, so der Tagesschnellste, hinter dem mit Götz, Maini und Abril drei Mercedes-AMG-Fahrer, dann Rockenfeller und Müller mit Audi, Ellis und Auer mit Mercedes sowie DTM-Neueinsteiger Lucas di Grassi im ABT-Audi folgten und damit die Top Ten komplettierten. Beachtlich war die elfte Zeit von Hubert Haupt (GER) im HRT-Mercedes bei seinem zweiten Gaststart.

Aus der Pressekonferenz: Red Bull-Wodka als Must-Have, Juncadella als Wunsch-DJ und Befürchtung vor Cordula Grün

Mit Liam Lawson, Marco Wittmann, Kelvin van der Linde und Maximilian Götz sprachen die ersten Vier aus der Fahrerwertung im traditionellen DTM-Talk. „Für mich macht es wenig aus, ob ich jetzt vorne bin oder nicht“, sagte Tabellenführer Liam Lawson. „Dass wir hier als Fahrer von vier verschiedenen Marken sitzen, zeigt, wie eng und wie ausgeglichen es ist“, erklärte Kelvin van der Linde. „Liam ist ein gutes Beispiel: vor dem Red Bull Ring hatte er mehr als 50 Punkte Rückstand, aber nach zuletzt zwei starken Wochenenden steht er vorne.“ Maximilian Götz räumte ein: „Mir macht es nichts aus, dass ich der Jäger bin, so lange ich am Ende der Saison vorne stehe. Mein letzter Titelgewinn war 2014, es wird mal wieder Zeit.“ Auch Wittmann hatte in den vergangenen zwei Rennwochenenden große Ausbeute. „Jetzt gilt es, dieses Momentum festzuhalten“, sagte er.

 Alle Fahrer freuen sich über die Rückkehr der Fans. „Mein Fanclub unterstützt mich seit 14, 15 Jahren, aber die vergangenen zwei Jahre konnten sie fast nirgendwo hin. Schön, dass sie jetzt wieder da sind“, so Götz. „Aus Südafrika ist es natürlich etwas weit, aber zuletzt habe ich auch einige südafrikanische Fahnen gesehen, das ist toll“, erklärte van der Linde. Lawson wunderte sich, dass sogar beim Hotel Fans standen und Autogramme sammelten. „Hier in Hockenheim ist die Begeisterung bei den Fans am größten, das war schon so, als ich in den Nachwuchs-Formelserien fuhr.“ Für die Marco-Wittmann-Fans gibt es einen eigenen Merchandise-Stand. „Es ist toll, dass die Leute so mitfiebern. Das gilt auch für meinen Sponsor Schaeffler. Nach einer Wette, bei dem es darum ging, ob ich das Zolder-Rennen gewinnen könnte, haben sich sogar zwei Manager von Schaeffler ein Tattoo mit meiner der Nummer 11 stechen lassen.“

Obwohl die Titelentscheidung wohl erst beim großen Finale auf dem Norisring fällt, mussten die Fahrer auch schon die Frage beantworten, wie sie danach feiern würden. Als Getränk favorisierten Lawson und Wittmann Wodka-Red Bull, Götz würde „alles Alkoholische“ trinken, „da ich sonst das ganze Jahr keinen Tropfen trinke“. Der Franke sprach sich für Daniel Juncadella als DJ aus, während sich die Fahrer überwiegend auf Clubmusik freuen. „Aber meine Schaeffler-Jungs werden wohl wieder mit ‚Cordula Grün‘ um die Ecke kommen, mein Lieblingslied ist es nicht, aber gut“, mutmaßte Wittmann. Van der Linde stellte einen Karaoke-Auftritt in Aussicht. Alle Fahrer waren sich einig, dass sie auf jeden Fall mit den anderen drei Fahrern feiern wollen.

DTM Trophy: Tabellenführer Green bestimmt das Tempo 

DTM Trophy-Tabellenführer Ben Green startete mit der Bestzeit am Freitag gut ins Wochenende. Seine Zeit von 1:49,572 Minuten aus dem ersten Freien Training wurde im zweiten Durchgang nicht mehr unterboten, so dass der Brite im BMW des Teams FK Performance Motorsport den Freitag als Schnellster beendete. Ihm folgten der Belgier Nico Verdonck im Ring-Racing-Toyota, Assen-Sieger Reinhard Kofler (AUT) im KTM des Teams True Racing by Reiter Engineering sowie der Finne Matias Salonen im Mercedes-AMG des Teams CV Performance Group auf den Plätzen zwei bis vier, so dass nicht nur Fahrer aus vier Nationen, sondern auch mit vier verschiedenen Marken auf den ersten vier Positionen vertreten waren.


Freitag, 1. Oktober 2021

Mercedes-AMG-Pilot Jules Gounon glänzt mit erster Bestzeit auf dem Sachsenring

  • Ex-Meister fährt Bestzeit im 1. Freien Training der deutschen GT-Meisterschaft
  • Drei Marken auf den ersten drei Positionen
  • Zahlreiche Fahrerwechsel im Starterfeld

Schnellster im ersten Freien Training: Jules Gounon
Foto: ADAC-Motorsport

Ex-Meister Jules Gounon (26/F, Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing) fuhr im ersten Freien Training der Deutschen GT-Meisterschaft auf dem Sachsenring die Bestzeit und knüpfte damit an seine Leistung beim vorangegangenen Lauf auf dem Lausitzring an. Dort gelang dem Franzosen zuletzt die Pole-Position, der Sieg und die schnellste Rennrunde. Hinter dem Mercedes-AMG-Werksfahrer platzierten sich Porsche- und Audi-Fahrer. Die beiden Rennen auf dem Traditionskurs werden am Samstag und Sonntag ab 16 Uhr live bei NITRO im Free-TV übertragen. Im Livestream sind sie kostenlos und ohne Registrierung bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen.

Jules Gounon setzt erste Bestzeit am Sachsenring
Foto: Jens Hawrda

1.18,887 Minuten betrug am Ende die Bestzeit von Gounon, der sich das Fahrzeug mit Igor Waliłko (24/PL) teilt. Damit war er der einzige Pilot, der unter 1.19 Minuten fuhr. „Die Zeit bedeutet eigentlich nicht wirklich etwas. Wir sind mit neuen Reifen rausgefahren, was nicht alle Teams gemacht haben“, so der Meister von 2017. „Ich freue mich immer, zum Sachsenring zurückzukehren. Denn hier begann eigentlich meine GT3-Karriere, als ich 2016 meinen ersten Sieg im ADAC GT Masters eingefahren habe. Daher ist es immer sehr emotional für mich, hier zu fahren. Ich fühle mich immer besser im Mercedes-AMG, den ich in diesem Jahr das erste Mal fahre. Wir wollen natürlich auch diesmal ein gutes Ergebnis einfahren, aber wir müssen bescheiden bleiben, hart arbeiten und kämpfen. Im Qualifying werden wir dann sehen, wo wir stehen.“

0,285 Sekunden hinter Gounon platzierte sich Porsche-Werksfahrer Mathieu Jaminet (26/F, SSR Performance), der sich den 911 GT3 R mit Titelverteidiger Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster) teilt. Rang drei ging in der einstündigen Sitzung mit 1.19,196 Minuten an den Audi R8 LMS von Kim-Luis Schramm (24/Meuspath) und Dennis Marschall (25/Eggenstein, beide Rutronik Racing by Tece). Platz vier holte sich ein weiterer Porsche: Thomas Preining (23/A) und Christian Engelhart (34/Starnberg, beide Küs Team Bernhard) gelang eine persönliche Bestzeit von 1.19,219 Minuten, die Top fünf vervollständigten Rolf Ineichen (42/CH) und Franck Perera (37/F, beide GRT Grasser Racing Team) im besten Lamborghini Huracán GT3 Evo mit 1.19,242 Minuten.

Audi-Werksfahrer bei Rutronik Racing by Tece

Der Italiener Mattia Drudi (23) vertritt auf dem Sachsenring bei Rutronik Racing by Tece Pierre Kaffer (44/Schlieren). Der Audi-Werkspilot teilt sich den Audi R8 LMS mit der Startnummer 11 mit Stammpilot Elia Erhart (33/Röttenbach). Für Drudi ist es der erste Auftritt auf der anspruchsvollen Berg-und-Tal-Bahn. „Es ist keine einfache Strecke“, so Drudi. „Sie ist sehr herausfordernd, da sie bergab und bergauf geht und die Reifen sehr beansprucht. Sie macht aber viel Spaß. Es ist schön, nach zwei Jahren wieder zurück im ADAC GT Masters zu sein. Ich möchte Elia im Kampf um den Titel in der Pirelli-Trophy-Wertung helfen, aber natürlich möchten wir auch in der Gesamtwertung gut aussehen.“

Rennsieger wieder bei MRS GT-Racing

Mit dem Schweden Erik Johansson kehrt ein ehemaliger Rennsieger in das ADAC GT Masters zurück. Der 24-Jährige startet für den Rest der Saison im Porsche 911 GT3 R von MRS GT-Racing. Für den Rennstall aus Lonsee ist Johansson ein alter Bekannter: 2020 gewann er mit dem Team von Karsten Molitor und Iris Dorr das Sonntagsrennen auf dem Red Bull Ring. In dieser Saison startete er bisher für MRS im nordamerikanischen Porsche Carrera Cup.

Fahrerrochade bei Lamborghini-Teams

Die sächsische Mannschaft T3 Motorsport startet an diesem Wochenende mit einem neuen Line-up: Stammpilot Maximilian Paul (21/Dresden) teilt sich beim Heimspiel des Teams den Lamborghini Huracán GT3 Evo mit Werksfahrer Marco Mapelli (34/I). Pauls bisheriger Partner Hugo Sasse (17/Aschersleben) wechselte dagegen zum GRT Grasser Racing Team, mit dem er auch die verbleibenden Rennen in Hockenheim und auf dem Nürburgring bestreiten wird. Dort teilt er sich den Huracán GT3 Evo mit der Startnummer 82 mit Tim Zimmermann (24/Lochau).

Donnerstag, 30. September 2021

Interview mit Ralf Schumacher

Vom Rennfahrer zum Winzer und Serienpartner der Deutschen GT-Meisterschaft

  •     Schumacher Selection seit zwei Jahren Partner des ADAC GT Masters
  •     Schumacher: „Ideale Rennserie, um Marke bekannt zu machen“
  •     Ex-Formel-1-Star leitet Team in der ADAC Formel 4

Vom Rennfahrer zum Winzer: Ralf Schumacher
Foto: ADAC-Motorsport


Beim schönsten Moment eines jeden Rennens der Deutschen GT-Meisterschaft kommt Ex-Formel-1-Star Ralf Schumacher (46) ins Spiel. Wenn die Sieger des ADAC GT Masters nach der Pokalübergabe mit der traditionellen Champagnerdusche feiern, machen sie das mit Schumacher Selection – einem Schaumwein vom siebenfachen Grand-Prix-Sieger. Bereits seit 2019 werden Siege im ADAC GT Masters mit Schumacher Selection gefeiert, so auch am kommenden Wochenende (1.–3. Oktober) bei den Rennen auf dem Sachsenring. Im Interview erzählt Schumacher, wie seine Leidenschaft zum Wein entstand und spricht über den Nachwuchs im Motorsport, den er mit einem eigenen, sehr erfolgreichen Team in der ADAC Formel 4 fördert. Die beiden Rennen auf dem Traditionskurs werden am Samstag und Sonntag ab 16 Uhr live bei NITRO im Free-TV übertragen. Im Livestream sind sie kostenlos und ohne Registrierung bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen.

Wie wird man vom Rennfahrer zum Winzer?

Ralf Schumacher: „Im Motorsport kommt man auf dem Podium ja immer mit Champagner in Verbindung. Hinzu kommt, dass ich schon immer eine Leidenschaft für guten Wein hatte. Als ich für mein Restaurant Schumacher’s in Bergheim einen guten Wein brauchte, bin ich auf das Weingut Klet Brda in Slowenien gestoßen. Man gab mir zum Probieren einen Weißwein der Sorte Ribolla Gialla. Ich war überrascht, wie gut er war, denn ich hatte von der Sorte vorher noch nie wirklich etwas gehört. Auch die anderen Sorten des Weinguts waren hervorragend und ich entschied, den Wein bei mir im Restaurant zu listen. Nach ein paar weiteren Besuchen beschloss ich, die Zusammenarbeit zu vertiefen. So entstand meine eigene Weinmarke Schumacher Selection.“

Was für Weine haben Sie im Sortiment?

„Die Palette erweitert sich Stück für Stück. Mittlerweile habe ich frische Weißweine, in Eichenfässern gereifte Rotweine, aber auch einen traditionellen Schaumwein und einen Süßwein zur Abrundung des Sortiments im Programm. Wichtig ist mir vor allem, dass ich qualitativ hochwertigen Wein zu einem fairen Preis anbieten kann. Wobei vor allem die Gastronomie im Fokus steht, mein Wein soll etwas exklusives haben und nicht bei jedem Internethändler gelistet sein.“

Mit Ihrem Schaumwein sind Sie Partner des ADAC GT Masters, warum?

„Wie ich schon sagte, im Motorsport gehört die Champagnerdusche bei der Siegerehrung dazu. Ich bin der ADAC GT Masters-Plattform seit Langem verbunden, auch weil dort mein Formel-4-Team, das ich zusammen mit Gerhard Ungar betreibe, an den Start geht. So kamen wir ins Gespräch und die Idee entstand, dass man den Sieg doch eigentlich mit Schumacher’s Selection feiern kann – was mittlerweile seit zwei Jahren passiert. Abgesehen davon hilft es natürlich, die Marke bekannt zu machen, außerdem können VIP-Gäste meine Weine in der Hospitality genießen. Ein stimmiges Konzept also.“

Kommen wir vom Wein zum Motorsport, wie schätzen Sie Ihr Team US Racing in dieser Formel-4-Saison ein?

„Wir sind insgesamt gut in die Saison gestartet. Tim Tramnitz hat zuletzt in Hockenheim den ersten Saisonsieg gefeiert und ist nun Tabellenzweiter. Mit Luke Browning auf Tabellenplatz drei haben wir ein weiteres Eisen im Feuer.“

Welche Ziele haben Sie sich bei US Racing für diese Saison gesteckt?

„Natürlich wollen wir Meister werden, sonst bräuchten wir nicht anzutreten. Aber genauso wichtig ist es, dass wir die jungen Nachwuchstalente gut ausbilden. In der ADAC Formel 4 lernen sie das Handwerkszeug für höhere Serien, die den einen oder anderem hoffentlich in die Formel 1 führen.“

Was ist für einen Nachwuchspiloten wichtig, wenn er das Ziel Formel 1 hat?

„Disziplin, Willenskraft und harte Arbeit. Man muss bereit sein, ständig dazuzulernen, alles aufzusaugen und darf nie satt sein. Natürlich spielt aber auch das Budget eine Rolle.“

Ihr Sohn David ist in Ihre Fußstapfen getreten und hat am Wochenende in Sotchi seine zweite Saison in der FIA-Formel-3-EM beendet, wie zufrieden sind sie mit ihm?

„Es freut mich, dass David seinen Weg im Motorsport macht. In der Formel 3 hat er sich anfangs etwas schwergetan, was aber normal ist. In Spielberg hat er dann seinen ersten Sieg eingefahren, was mich wahnsinnig stolz gemacht hat.“

Ben Green und William Tregurtha kämpfen beide um den Titel der DTM Trophy

  •     171 zu 163 Punkte: Green liegt nur acht Punkte vor Tregurtha
  •     Die beiden Briten haben ein gemeinsames Ziel: die DTM
  •     Was auf der Rennstrecke zählt: Respekt ist der Schlüssel
  •     Live aus Hockenheim: SPORT1 und DTM Grid zeigen beide Rennen

Das britische Titelduell in der DTM Trophy: Ben Green (l.) versus William Tregurtha  © DTM

Der Titel in der DTM Trophy geht ziemlich sicher an einen Briten. Aber an welchen? An Ben Green oder William Tregurtha? Nur acht Punkte trennen die beiden nach zehn Rennen vor dem Double-Header in Hockenheim und am Norisring. 171 zu 163 – so der Punktestand von Green und Tregurtha. Es sind aber nicht einfach zwei Briten, die sich in der hochkarätigen Nachwuchsserie mit seriennahen GT-Sportwagen duellieren, sondern es sind zwei Briten, die im wahren Leben befreundet sind.

Oft reisen Ben Green, der aus Waltham Abbey in Essex stammt, und William Tregurtha, in Bedford zuhause, sogar gemeinsam zu den Events der DTM Trophy an. „Nicht immer, aber immer wenn es Sinn macht“, sagt Green, der einen BMW aus dem Team von FK Performance Motorsport steuert. „Wir reisen zusammen, wenn es günstiger oder einfacher ist, einfach wenn es passt“, so Tregurtha, der mit dem Mercedes-AMG des neuen Teams CV Performance Group auf Punktejagd geht. Die beiden kennen sich ziemlich gut,  sind bereits 2015 gemeinsam in einer Rennserie gefahren, in der britischen Ginetta-Junior-Meisterschaft. „Damals haben wir sogar Daten ausgetauscht“, erinnert sich Tregurtha. Und dann wohnten die beiden sogar gemeinsam in einem Apartment. „Wir haben damals ein großes Apartment für sechs Fahrer gemietet, darunter auch Will und ich, weil wir gemeinsam in Loughborough das Programm der britischen Motorsport-Akademy besucht haben“, erzählt 23-jährige Green, der zwei Jahre älter als sein Widersacher ist. Seit den Anfängen sind die beiden nicht mehr gegeneinander gefahren, erst in dieser Saison wieder in der DTM Trophy. Aus den Augen verloren haben sich die beiden jedoch nie wirklich.

Ben Green war schon im Premierenjahr der DTM Trophy 2020 dabei. Er gewann das zweite Rennen der neuen Serie in Spa-Francorchamps, stand weitere vier Mal auf dem Podium und beendete die Saison als Vierter. Außerdem gewann er die Junior-Trophy und durfte als Lohn dafür in Barcelona einen Test im Audi R8 LMS GT3 absolvieren. „Ich konnte fast zwei Stunden fahren, insgesamt rund 50 Runden“, erzählt Green. „Das war eine tolle Chance, die ich sehr genossen habe.“

Green und Tregurtha fast im Gleichschritt durch die Saison

„Die DTM Trophy ist sehr hart umkämpft, und der Titelkampf wird wohl bis zum Schluß offen bleiben“, rechnet Green damit, dass die Entscheidung erst am Norisring fällt, und dann eher im Sonntag- als im Samstagrennen. Beide, Green und Tregurtha, marschieren beinahe im Gleichschritt durch die Saison: Beide haben zwei Pole-Positions erzielt, beide standen bisher sieben Mal in zehn Rennen auf dem Podium, nur bei den Siegen gibt es einen Unterschied, denn Green gewann bislang dreimal und Tregurtha zweimal. Der drittplatzierte Fahrer, Michael Schrey (GER), hat mit dem BMW von Hofor Racing by Bonk Motorsport bereits einen Rückstand von 59 Punkten. Derzeit sieht alles danach aus, dass die Trophäe ins Vereinigte Königreich entführt werden wird.

„Der Titel wäre unglaublich wertvoll für mich“, so Green, „und ich fühle, dass ich eine große Chance habe, meinen Traum zu verwirklich.“ Tregurtha sieht sich auch dem Team gegenüber verpflichtet: „Der Titel würde die Welt für mich bedeuten, auch für mein Team, das so viel Vertrauen in mich steckt. Es geht nicht nur um mich, es geht auch darum, dem Team etwas zurückzugeben, weil sie mich überhaupt erst hier hin gebracht haben. Ich glaube, meine Chancen sind besser denn jemals zuvor.“

Und danach? Beide lechzen förmlich nach der DTM. „Seit ich in den Rennsport eingestiegen bin, ist es mein Traum, in der DTM und in Le Mans zu fahren. Ich arbeite so hart ich kann, um es möglich zu machen“, sagt Ben Green. Nicht anders sieht es Tregurtha: „Es würde die Welt für mich bedeuten, und jeder Tag harter Arbeit, den ich bis jetzt in diesen Sport investiert habe, würde sich auszahlen.“

Dass die beiden, die ziemlich aktiv auf Instagram (@BenGreen, @willtregurtha) unterwegs sind,  sich gegenseitig ins Auto fahren, halten die beiden für ziemlich unwahrscheinlich. „Ich fühle, dass wir gegenseitig einen großen Respekt haben“, betont Green und erinnert sich an das Rennen am Lausitzring: „Da sind wir über mehrere Kurven, inklusive Turn 1, nebeneinander hergefahren und haben uns nicht berührt.“ Und auch Tregurtha lässt keinen Zweifel aufkommen: „Wir puschen uns gegenseitig sicher hart, trotzdem gilt: Respekt ist der Schlüssel!“

Das Duell zwischen Green und Tregurtha steht im Mittelpunkt der Saisonrennen elf und zwölf in Hockenheim. Wie in der DTM Trophy üblich, wird auch um jede andere Position im Feld überaus hart gekämpft. SPORT 1 und die Streaming-Plattform DTM Grid (grid.dtm.com) zeigen am Samstag und Sonntag beide Rennen live. Der Start ist jeweils um 15:10 Uhr.