Samstag, 18. September 2021

DTM-Kracher in Assen: Wittmann mit zweitem Saisonsieg – Lawson neuer Tabellenführer

  • Zweimaliger DTM-Champion Wittmann gewinnt trotz Zeitstrafe vor Bortolotti und Lawson
  • Nur ein Punkt für Kelvin van der Linde – Liam Lawson neuer Spitzenreiter
  • Extreme Ausgeglichenheit: Fünf Marken auf den ersten fünf Plätzen
  • Nächste Runde: Sonntag, 13:30 Uhr – live in über 60 Ländern und in SAT.1

Zweiter Saisonsieg: Marco Wittmann (GER), BMW, Walkenhorst Motorsport © DTM

Marco Wittmann feiert seinen zweiten Saisonsieg, Liam Lawson löst mit Rang drei Kelvin van der Linde an der Tabellenspitze ab – die DTM bot im niederländischen Assen vor zahlreichen Zuschauern ein brutal starkes und spannendes Rennen. Am Ende setzte sich der zweimalige Champion Marco Wittmann im BMW von Walkenhorst Motorsport durch, obwohl er mit einer Fünf-Sekunden-Strafe wegen Rempelns gegen Lawson belegt worden war. Gastfahrer Mirko Bortolotti erkämpfte sich mit einer beherzten Leistung und sehenswerten Positionskämpfen gegen Lawson Rang zwei vor dem Neuseeländer. Mit Maximilian Götz im Mercedes-AMG und Christian Klien im McLaren auf den Plätzen vier und fünf waren erstmals in der DTM 2021 fünf verschiedene Marken auf den ersten fünf Plätzen vertreten. Zudem holte Sophia Flörsch im ABT-Audi als Neunte ihre ersten DTM-Punkte, ebenso wie die Britin Esmee Hawkey im T3-Lamborghini, die als Elfte ins Ziel kam und zwei Zähler verbuchte, weil Bortolotti und Klien als Gaststarter keine Punkte erhalten.

Der als Tabellenführer angereiste Kelvin van der Linde führte das Feld bis zur vorletzten Runde an, musste dann jedoch zum späten Pflichtreifenwechsel an die Boxen und fiel bis auf den zwölften Rang zurück. Damit büßte der Südafrikaner die lange innegehaltene Tabellenführung ein, die Lawson mit 156 Punkten vor den nun mit 148 Zählern punktgleichen van der Linde und Wittmann übernahm.

„Beim Start war es etwas haarig, Maximilian Götz ist mir dabei schon aufs Auto aufgefahren. Da hätte mein Rennen schon zu Ende sein können“, erzählte Marco Wittmann. „Es gab spannende Situationen vor allem bei den Re-Starts. Ich wusste, dass ich eine Strafe hatte, deshalb war es entscheidend, so schnell wie möglich an Mike Rockenfeller vorbeizukommen. Das war ein wagemutiges Manöver, das ich durchgezogen habe. Hier in Assen erneut zu gewinnen, ist großartig. Ich bin unendlich stolz auf mein Team von Walkenhorst Motorsport.“

Gaststarter Mirko Bortolotti, der schon im Qualifying mit Startplatz drei überzeugt hatte, machte einige neue, gute Erfahrungen: „Das war ein turbulentes Rennen, ich habe viele spannende Aktionen erlebt. Zudem gab es für mich heute einige neue Situationen wie den Formationsstart. Ich habe das Rennen jedenfalls sehr genossen.“ Auch Liam Lawson hatte sichtlich Spaß: „Das war sehr hartes Racing, das aber großen Spaß gemacht hat. Zum Schluss bin ich nicht das volle Risiko eingegangen, weil ich wusste, dass Mirko Bortolotti keine Punkte bekommt. Er war am Schluss aber auch schneller als ich. Jetzt die Meisterschaft anzuführen, ist sehr schön. Jetzt freue ich mich auf das nächste Rennen am Sonntag.“

Die ersten Turbulenzen gab es schon vor dem Start, wo es im Gerangel um die besten Positionen zu dem einen oder anderen Auffahrunfall kam. Während Lawson, der seine zweite Pole-Position errungen hatte, an der Spitze zunächst auf und davon zog, war das Rennen für Daniel Juncadella, Arjun Maini und Vincent Abril bereits nach wenigen Metern beendet. Fünf Runden kreiste das Safety-Car vor dem Feld, bis alle Trümmerteile auf der Start-Ziel-Geraden entfernt waren. Der zweite Start lief besser. Wieder setzte sich Lawson ab, doch Gaststarter Bortolotti kämpfte sich mit seinem Lamborghini an den Ferrari heran und zog schnell vorbei. Die Zuschauer auf den gut besetzten Tribünen kamen sogar noch ein drittes Mal in den Genuss des atemberaubenden Startprozedere mit dem dichtgestaffelten Feld in Zweierreihen, als erneut Teile von der Strecke unter Einsatz des Safety-Cars entfernt werden mussten. Pech hatten dabei Kelvin van der Linde und Mike Rockenfeller, deren Strategie vorsah, spät an die Box zu kommen, die aber durch das Safety-Car ihren Vorsprung einbüßten.

Die Weltklassepiloten der DTM stimmten eine teils kampfbetonte, aber immer faire Gangart an. Auf dem 4,555 Kilometer langen Kurs mit seinen schnellen und mittelschnellen Kurven wurde um jeden Meter erbittert und teils auch unnachgiebig gekämpft. So fing sich Wittmann, von Startplatz zwei ins Rennen gegangen, auch die Fünf-Sekunden-Strafe ein, als es zum Kontakt zwischen ihm und Lawson kam. Doch der Franke reagierte mit seinem beherzten Überholmanöver gegen Rockenfeller auf die Strafe, fuhr dann Runde um Runde hervorragende Zeiten und sicherte sich so den Sieg. Entsprechend der brillanten Darbietungen der Piloten und den munteren Positionskämpfen herrschte auf den Tribünen eine hervorragende Stimmung, die nicht zu überhören war. Als das ABT-Duo Rockenfeller und van der Linde spät in die Boxengasse abbog, war der Weg frei für Wittmann, der genügend Abstand zwischen sich und Bortolotti herausgefahren hatte, um seinen zweiten Assen-Sieg nach 2019 zu feiern. Bester ABT-Audi war somit erstmals in dieser Saison Sophia Flörsch, die sich im Rennen schadlos hielt und mit kühlem Kopf sechs Zähler holte.

Schon am Sonntag setzt die DTM die Punktehatz fort. Das zwölfte Saisonrennen startet wie üblich um 13:30 Uhr (live in SAT.1 ab 13:00 Uhr). Die Situation im Titelkampf spitzt sich jedenfalls vor dem Double-Header mit Hockenheim (01.-03. Oktober) und Norisring (08.-10. Oktober) dramatisch zu.


Freitag, 17. September 2021

DTM in Assen: Nur Juncadella schneller als Tabellenführer van der Linde

  • Kelvin van der Linde am Trainingstag im Mercedes-AMG-Sandwich
  • Gastfahrer Mirko Bortolotti im Training auf Rang acht
  • DTM-Fahrer vom TT-Circuit Assen begeistert
  • DTM Trophy: Tregurtha vor Verdonck, Mercedes-AMG vor Toyota

Mirko Bortolotti (ITA), Lamborghini, T3 Motorsport © DTM

Vielversprechender Auftakt für Tabellenführer Kelvin van der Linde. Der südafrikanische Audi-Pilot aus dem Team ABT Sportsline musste sich am ersten Trainingstag des DTM-Wochenendes im niederländischen Assen nur Daniel Juncadella geschlagen geben. Der Spanier erzielte im Mercedes-AMG des Teams GruppeM in 1:33,353 Minuten die Tagesbestzeit auf dem 4,555 Kilometer langen TT-Circuit. Van der Linde lag nur 0,160 Sekunden zurück. Drittschnellster war der Meisterschaftsfünfte Philip Ellis (Schweiz) im WINWARD-Mercedes-AMG. Assen ist der sechste von acht Läufen zur DTM 2021. Karten gibt es noch für beide Renntage über den DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und über die DTM-Ticket-Hotline 01805 – 99 11 66. Nach Assen folgt der Double-Header mit Hockenheim (01.-03. Oktober) und dem Finale am Norisring (08.-10. Oktober) innerhalb einer Woche. Die beiden DTM-Rennen am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 13:30 Uhr) werden in SAT.1 ab 13:00 Uhr sowie in über 60 Ländern live übertragen.

Im ersten Freien Training der DTM führte der Schweizer Philip Ellis mit einer Zeit von 1:33,684 Minuten im Mercedes-AMG des Teams WINWARD die Rangliste an, vor Landsmann Nico Müller im Rosberg-Audi, Red Bull-Ring-Doppelsieger Liam Lawson (NZL) im AF-Corse-Ferrari und dem Italiener Mirko Bortolotti, der am Wochenende im Lamborghini des Teams T3 Motorsport als Gastfahrer seine DTM-Premiere erlebt.

Am Nachmittag bestimmte in der zweiten Trainingssitzung mit Daniel Juncadella einmal mehr ein Mercedes-AMG-Fahrer das Tempo und fuhr die Tagesbestzeit. „Ein guter Trainingstag für uns“, bilanzierte der Spanier. „Wir hatten uns vom Saisonauftakt in Monza noch einen Reifensatz für Assen aufgehoben, da wir hier vorher nicht getestet haben. Die Chance haben wir genutzt, was mit ein Grund für die Tagesbestzeit war. Allerdings war auch das Auto sehr gut: Wir haben wichtige Fortschritte bei den Bremsen gemacht. Zuletzt hatten wir mit den Bremsbelägen viele Problemen, aber jetzt haben wir eine gute Lösung gefunden. Ich glaube, dass wir für morgen auf einem guten Weg sind.“

In der Addition der beiden Trainingssitzungen belegte Kelvin van der Linde im ABT-Audi den zweiten Platz, vor Philip Ellis mit seiner Zeit aus dem ersten Durchgang. Dahinter Nico Müller im Rosberg-Audi und ein Mercedes-Trio mit Lucas Auer (Team WINWARD), Arjun Maini (Team GetSpeed) und Maximilian Götz (Team HRT). Mirko Bortolotti (T3-Lamborghini), Vincent Abril (HRT-Mercedes) und Liam Lawson (AF Corse-Ferrari) komplettierten die Top Ten.

Aus der Pressekonferenz: Fahrer begeistert vom TT-Circuit

Mit Liam Lawson und Maximilian Götz nahmen der Zweit- und Drittplatzierte der aktuellen Fahrwertung an der Freitags-Pressekonferenz teil. Auch Sheldon van der Linde, der im vergangenen Jahr in Assen seinen ersten DTM-Sieg einfuhr, und Christian Klien, zum dritten Mal in dieser Saison als Gastfahrer mit dabei, beantworteten Fragen der Medien. Van der Linde und Götz kannten die Strecke in Assen bereits, für Lawson und Klien war der Kurs Neuland. Alle zeigten sich begeistert von der Anlage. „Die Strecke ist schnell und toll zu fahren, sie hat einen schönen Rhythmus“, sagte Götz. Klien sprach die ultraschnelle Boxeneinfahrt an: „Da werden wir nach dem Rennen wahrscheinlich alle einmal neue Unterwäsche brauchen“, lachte der Österreicher. „Die MotoGP-Fahrer müssen wirklich dicke Eier haben, wie die hier fahren!“

Götz und Lawson sprachen auch über den Titelkampf und den damit einhergehenden Druck. „Mit den beiden Siegen zuletzt auf dem Red Bull Ring habe ich natürlich wieder gute Chancen“, so Lawson. „Auch diese Strecke sollte unserem Ferrari liegen.“ Götz sagt: „Es liegt an uns, wie viel Druck wir an uns herankommen lassen. Dass das Finale jetzt mein Heimrennen auf dem Norisring ist, ist natürlich eine gute Sache.“ Sheldon van der Linde räumte ein, dass er selbst keine Rolle mehr im Titelkampf spiele, dafür aber seinem Bruder Kelvin als aktuellen Tabellenführer die Daumen drücke. „Im Vorjahr habe ich im Regen hier gewonnen, indem ich fast von ganz hinten nach vorne gefahren bin. Vielleicht soll ich wieder einen Regentanz aufführen!“

DTM Trophy: Tregurtha fährt im Mercedes zur Tagesbestzeit

In der DTM Trophy, die Serie für seriennahe GT-Sportwagen auf der DTM-Plattform, war der Brite William Tregurtha im Mercedes-AMG des Teams CV Performance Group Tagesschnellster. Im zweiten Freien Training umrundete er den 4,555 Kilometer langen TT-Circuit Assen in 1:45,462 Minuten. Zweitschnellster war der Belgier Nico Verdonck im Ring-Racing-Toyota, vor Theo Oeverhaus im Walkenhorst-BMW und Lucas Mauron im Heide-Motorsport-Audi, so dass einmal mehr vier verschiedene Marken auf den ersten vier Positionen vertreten waren.

Im ersten Training hatte der Österreicher Florian Janits im KTM des Teams True Racing by Reiter Engineering die schnellste Zeit herausgefahren, die ihm in der Addition der beiden Trainingssitzungen den siebten Rang einbrachte. Schnellste Fahrerin im Feld wardie Niederländerin auf Platz 14 fuhr Sandra van der Sloot, die am Wochenende in der DTM Trophy mit dem BMW des Teams Driverse Racing einen Gaststart absolviert.

Der Kampf um Titel und Aufstieg: DTM Trophy als Leistungszentrum für den Nachwuchs

  • Heißes Titel-Duell zweier Briten: Green gegen Tregurtha
  • Aufstieg aus dem BMW M2 Cup und aus der DTM Esports Championship powered by MediaMarkt
  • Heimrennen für Stéphane Kox und Gaststarterin Sandra van der Sloot in Assen
  • Live aus Assen: SPORT1 und DTM Grid zeigen beide Rennen

William Tregurtha (GBR), Mercedes-AMG, CVPG © DTM

Es ist gerade erst die zweite Saison der DTM Trophy, doch die Nachwuchsserie ist als Leistungszentrum bereits etabliert. Die Rennen mit den seriennahen GT-Sportwagen stehen im professionellen Umfeld der DTM ganz besonders im Fokus, sowohl der Teamchefs aus der DTM als auch der Medien. Zudem sorgt SPORT1 seit Saisonbeginn neben der Streaming-Plattform DTM Grid (grid.dtm.com) für zunehmende Beachtung auch bei den Fans weltweit. Es geht um den Aufstieg, am liebsten von der DTM Trophy direkt in die DTM. Es geht aber auch um den Aufstieg aus dem BMW M2 Cup und aus der DTM Esports Championship powered by MediaMarkt. Wenn am Wochenende (17. bis 19. September) im niederländischen Assen der fünfte von sieben Wertungsläufen ausgetragen wird, steht vor allem der Titelkampf im Brennpunkt. Ben Green im BMW und William Tregurtha im Mercedes-AMG dominieren aktuell das Duell um den Gewinn der DTM Trophy 2021.

Zuletzt am Red Bull Ring hat sich das Duell der beiden Briten sogar verschärft. Green, der beste Junior der DTM Trophy des Vorjahres, siegte im BMW von FK Performance Motorsport am Samstag zum dritten Mal und übernahm die Tabellenführung vor Tregurtha, der im Mercedes-AMG der CV Performance Group erstmals leer ausging. Im Sonntagrennen drehte Tregurtha den Spiess um und erzielte Saisonsieg Nummer zwei, doch Green verteidigte als Zweiter die Spitzenposition im Titelrennen. Nur zehn Punkte trennen Green und Tregurtha, die gute Freunde sind und meist gemeinsam zu den Rennen anreisen – eine eher ungewöhnliche Situation. Der Deutsche Michael Schrey liegt mit dem BMW von Hofor Racing by Bonk Motorsport 38 Punkte hinter Green auf Rang drei und 42 Zähler vor dem Schweizer Yann Zimmer im zweiten FK-BMW. Spannung und Anspannung steigen. Allerdings: Entschieden ist rein gar nichts, denn in Assen, Hockenheim und am Norisring können noch maximal 168 Punkte eingefahren werden.

Gaststart von Sandra van der Sloot: eine weitere Rennfahrerin in der DTM Trophy

Der 4,555 Kilometer lange TT-Circuit in Assen südlich von Groningen bedeutet gleich für zwei Rennfahrerinnen ein Heimspiel. Stéphane Kox ist zu Saisonbeginn in die DTM Trophy eingestiegen und hat mit dem Toyota von Ring-Racing, dem Team aus der Nähe des Nürburgring, bereits zweimal Punkte eingefahren. Damit ist sie aktuell die bestplatzierte Rennfahrerin im Feld, vor KTM-Pilotin Laura Kraihamer (AUT, True Racing by Reiter Engineering) und Audi-Fahrerin Sophie Hofmann (GER, Heide-Motorsport). Während Kraihamer das Rennen in Assen auslassen muss und durch ihren Landsmann Florian Janits ersetzt wird, geht mit Sandra van der Sloot eine weitere Rennfahrerin an den Start. Im BMW von Driverse Racing absolviert van der Sloot, mehrmalige Titelgewinnerin im niederländischen Rennsport, auf einer ihr sehr gut bekannten Rennstrecke einen Gaststart in der DTM Trophy.

DTM Trophy als Sprungbrett für junge Talente

Sich als junges Talent weiterentwickeln, Leistung zeigen und Erfolge feiern – dazu bietet die DTM Trophy auf der DTM-Bühne eine ideale und mittlerweile anerkannte Möglichkeit. Um in die DTM Trophy einsteigen zu können, gibt es zwei attraktive Angebote. So wird seit Saisonbeginn der BMW M2 Cup ausgetragen, exklusiv auf der DTM-Plattform. Mit dem fast 400 PS starken BMW M2 CS können bereits 16-Jährige auf ihr Talent aufmerksam machen. Als Krönung winkt dem Titelträger eine Saison im BMW in der DTM Trophy im Folgejahr.

Gemeinsam mit Partner MediaMarkt hat die DTM-Organisation ITR für die Zukunft ein neuartiges „DTM Youth Development Program“ aufgesetzt. Dabei geht es um den Aufstieg vom digitalen zum realen Motorsport. Aus einer eigenen Sim-Racing-Serie von MediaMarkt werden sich die Bestplatzierten für die DTM Esports Championship powered by MediaMarkt qualifizieren, und nach einem gezielten Förderprogramm wird das auserwählte Talent eine volle Saison in der DTM Trophy 2023 bestreiten.

Moritz Löhner macht gerade vor, wie es gehen kann. Er gewann im vergangenen Jahr die DTM Esports Championship powered by MediaMarkt und bestreitet aktuell mit einem BMW im markanten MediaMarkt-Design seine erste Saison im realen Motorsport in der DTM Trophy. Vor dem Gastspiel in den Niederlanden rangiert Sportwagen-Rookie Löhner an respektabler siebter Stelle der Meisterschaftstabelle. Das besondere Glücksgefühl, auf dem Siegerpodium zu stehen, hat der Sim-Racing-Profi auch schon erlebt – und die Sektdusche sichtlich genossen.


Mittwoch, 15. September 2021

Stimmen der Piloten vor dem DTM Wochenende in Assen

Christian Klien (AUT), McLaren, JP Motorsport © DTM


#63 Mirko Bortolotti (ITA), Lamborghini, T3 Motorsport

„In der DTM zu debütieren, das ist wirklich cool. Ich bin sehr gespannt auf Assen, ich war nie zuvor auf dieser Rennstrecke.“

„Ich bekam einen Anruf von Lamborghini, ob ich in Assen in der DTM starten möchte. Ich habe sofort ja gesagt. Es war immer mein Traum, in der DTM zu fahren. Ich verfolge die DTM schon seit ich fünf Jahre war. Ich freue mich auf diese neue Erfahrung.“

„Es ist für mich gleich, ob ich als permanenter Teilnehmer oder als Gaststarter ein Rennen bestreite: Ich versuche immer, das Maximale zu erzielen. So auch in Assen unser Ziel. Das Team von T3 Motorsport hat gezeigt, dass sie sich von Rennen zu Rennen weiterentwickelt haben, Sie haben eine gute Qualität.“

„Die DTM bedeutet für mich, zu den Wurzeln zurückzukehren. Ich fahre nun schon sieben Jahre GT-Rennen, aber davor bin ich Kart- und Formel-Rennen gefahren – da ging es auch nur um mich. Das ist nun in der DTM wieder so. Wir können uns auf ein Set-up für einen Fahrer konzentrieren. Aber es gibt auch Einiges zu lernen, wie beispielsweise den Boxenstopp auf Zeit.“


#57 Philip Ellis (SUI), Mercedes-AMG, Team WINWARD

„Ich bin mit dem Saisonverlauf ziemlich glücklich. Klar, es hätten ein paar Punkte mehr sein können, denn es gab beispielsweise den ärgerlichen Ausfall im ersten Rennen in Monza.“

„Wir testen aktuell in Hockenheim, um für die drei letzten Rennen noch ein paar Verbesserungen zu finden. Da es gerade regnet, testen wir Regenreifen.“

„Konstanz ist enorm wichtig, vor allem wenn es um die vorderen Plätze in der Meisterschaft geht. Jetzt kommen drei verschiedene Rennstrecken, das ist ein guter Mix. Ich werde mich jedenfalls auf mich und meine eigenen Rennen konzentrieren.“

„Zur Vorbereitung auf Assen habe ich mir viele Videos angeschaut und bin im Simulator gefahren. Es geht darum, schon mal den Rhythmus für die Strecke zu finden. Aber die Vorbereitung läuft doch bei fast allen gleich, da gibt es keine Magie.“ 


#99 Sophia Flörsch (GER), Audi, Team ABT

„Das ist ein hartes Jahr für mich, denn die DTM hat einen extrem hohen Level. Aber es geht besser und besser.“

„Kelvin van der Linde ist ein sehr guter GT3-Fahrer. Er ist in jedem Rennen schnell. Er lässt nichts unversucht, aber es ist noch ein langer Weg mit verschiedenen Strecken, bis die Meisterschaft entschieden ist.“

„Die Strecke von Assen sieht cool aus. Ich bereite mich auch mit Daten und Videos vor und hoffe, damit schneller meinen Rhythmus zu finden.“

„Es ist einfach faszinierend, dass endlich wieder Zuschauer kommen können, auch ins Fahrerlager. Fotos zu schießen, Selfies zu machen, Autogramme zu geben – das ist toll.“


#11 Marco Wittmann (GER), BMW, Walkenhorst Motorsport

„Meine Erwartungen waren am Saisonbeginn ziemlich niedrig. GT3 war Neuland für mich, und der BMW M6 ist in seinem letzten Jahr. Doch zuletzt hatten wir mehrere gute Wochenenden, und jetzt ist es sehr schön, wo wir stehen. Ich will weiter konstant punkten. Zuletzt war ich dreimal auf dem Podium, dieses Momentum will ich mitnehmen. Assen liegt uns.“

„Assen ist eine coole Strecke, keine typische Tourenwagen/GT-Strecke. Ich habe das erste DTM-Rennen in Assen gewonnen – das war ein Highlight. Ich mag diese schnellen und mittelschnellen Kurven wirklich sehr, die liegen mir. Gerade die schnelle und lange Ramshoek-Kurve ist richtig cool. Ich bin gespannt, wie diese Kurve mit unseren Autos zu fahren ist.“

„Die DTM ist anders als in den Jahren zuvor. Aber es ist gutes Racing mit verschiedenen Marken, und das ist gut für die Fans. Die DTM rund um Gerhard Berger hat einen guten Job gemacht, die DTM ist so interessant wie lange nicht mehr.“


#91 Stéphane Kox (NED), Toyota, Ring-Racing – DTM Trophy

„Nachdem ich aufgrund meines Studiums zwei Jahre mit dem Rennsport ausgesetzt habe, musste ich mich zuerst wieder herantasten. Aber das ging ziemlich gut und ich habe schnell den Rhythmus wiedergefunden, obschon ich mich auch an ein anderes Auto, meinen Toyota, gewöhnen musste. Bisher bin ich ziemlich zufrieden.“

„Die DTM Trophy ist sehr hartumkämpft. Die Serie ist gut für junge und erfahrene Piloten. Es gibt viele verschiedene Marken, doch mit unserem Toyota entwickeln wir uns immer weiter nach vorne.“

„Es ist immer schön, auf heimischem Terrain zu fahren und Fans aus dem eigenen Land auf den Tribünen und im Fahrerlager zu sehen. Das ändert aber nichts auf der Strecke, da will ich möglichst konkurrenzfähig sein. Und Ramshoek ist etwas besonderes, eine echt coole Kurve.“

„Ja, die DTM ist mein Ziel, schon immer gewesen. Ich konzentriere mich aber zunächst einmal auf die DTM Trophy, und dann sehen wir mal.“


Vor dem Gastspiel in Assen spitzt sich der DTM-Titelkampf weiter zu: Sextett verteilt die Punkte unter sich

  • Lawson, Götz, Wittmann, Ellis und Albon jagen Tabellenführer Kelvin van der Linde
  • DTM startet zum 21. Mal in Folge in den Niederlanden
  • Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti debütiert in der DTM
  • Tickets auf tickets.dtm.com und unter der DTM-Ticket-Hotline 01806 661199
  • Live aus Assen: weltweit in über 60 Ländern, SAT.1 im deutschsprachigen Raum

Maximilian Götz (l.) und Marco Wittmann © DTM

Der Kampf um den Titel in der DTM 2021 wird immer intensiver. Assen in den Niederlanden ist am Wochenende (17. bis 19. September) die sechste Station der internationalen Rennserie. Danach folgt der große Showdown mit dem Double-Header in Hockenheim (01. bis 03. Oktober) und der Final-Premiere auf dem Norisring (08. bis 10. Oktober). Ein Sextett dominiert das Geschehen um die Vergabe des wertvollen DTM-Titels. Doch auch in Assen ist es der Südafrikaner Kelvin van der Linde, der unverändert die Tabelle anführt. Die Luft ist allerdings viel dünner geworden, der Vorsprung im heißen Titelkampf deutlich geschmolzen. Der TT-Circuit von Assen stellt mit seinen schnellen und mittelschnellen Kurven die 21 Weltklassepiloten – inklusive den beiden Gaststartern Miko Bortolotti im Lamborghini und Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien im McLaren – auf eine hochkarätige Probe. Auch in Assen sind wieder Zuschauer erlaubt, sowohl auf den Tribünen als auch im Fahrerlager. Tickets gibt es via DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und DTM-Ticket-Hotline (01806 661199). Die Rennen der DTM werden am Samstag und Sonntag jeweils um 13:30 Uhr gestartet und in SAT.1 (jeweils ab 13:00 Uhr) sowie in über 60 Ländern live übertragen.

Kelvin van der Linde bringt 147 Punkte mit nach Assen, die er mit seinem Audi des Teams ABT Sportsline in den bisherigen zehn Saisonrennen eingefahren hat. Mit zwei Siegen und insgesamt 55 Punkten am Red Bull Ring hat sich der erst 19-jährige Liam Lawson aus dem Red Bull-AF Corse-Ferrari-Team bis auf zwölf Punkte an van der Linde herangesaugt. Dabei schien nach dem Nürburgring-Rennen, als der Neuseeländer leer ausging, der Zug im Titelkampf bereits abgefahren. Nur vier Zähler hinter Lawson folgt der beste Deutsche auf Rang drei, Maximilian Götz aus dem Mercedes-AMG Team HRT. Weitere zehn Punkte zurück liegt der zweimalige DTM-Champion Marco Wittmann (GER) mit dem Walkenhorst-BMW auf Rang vier, gefolgt vom Schweizer Philip Ellis (Mercedes-AMG Team WINWARD, 99) und dem Thailänder Alex Albon (Ferrari, AlphaTauri AF Corse, 94). Dieses Sextett hat am Red Bull Ring die Punkte quasi unter sich aufgeteilt und fuhr 174 von möglichen 188 Punkten für die ersten sechs Plätze in den beiden Rennen in der Steiermark zusammen ein. Demzufolge wuchs der Abstand zu den nachfolgenden Piloten.

Nur der zweifache DTM-Champion Wittmann punktet bislang in allen Rennen

Wie ausgeglichen stark das Fahrerfeld ist, belegt auch die Statistik: Sieben verschiedene Fahrer eroberten die zehn Pole-Positions, sechs verschiedene Fahrer gewannen die zehn bisherigen Saisonrennen, und Rennwagen von vier verschiedenen Herstellern kreuzten die Ziellinie als Sieger.

Alle Fahrer sind schon das eine oder andere Mal ohne Punkte geblieben, außer: Marco Wittmann. Der Einzelkämpfer aus dem Team Walkenhorst Motorsport aus Melle bei Osnabrück hat in allen zehn Rennen bislang gepunktet – eine eindrucksvolle Konstanz. Der bestplatzierte Pilot früherer DTM-Jahre eroberte dabei einen Sieg und zwei Pole-Positions. Eine Leistung, die auch Wittmann verwundert, zumal es die letzte Saison des BMW M6 ist. Der Nachfolger BMW M4 feierte am vergangenen Wochenende auf der legendären Nordschleife des Nürburgring eine achtbare Rennpremiere und wird im kommenden Jahr auch in der DTM erwartet.

Der TT-Circuit – schnellste Kurve und längste Tribüne

Der TT-Circuit in Assen, der Grand-Prix-Kurs von Hockenheim und der ultrakurze Stadtkurs in Nürnberg – die DTM-Piloten müssen sich im Schlussspurt auf drei sehr unterschiedliche Rennstrecken einstellen. Assen jedenfalls fordert die Piloten vor allem mit der langgezogenen Ramshoek-Kurve heraus. Einmal abgesehen von Turn 1 als Teil des Trioval-Kurses am DEKRA Lausitzring, ist Ramshoek die schnellste Kurve der DTM-Saison. Etwa 235 km/h werden in dieser Passage erwartet, vor dem heiklen Richtungswechsel zur folgenden Schikane – und das alles in Front der mit 1,1 Kilometer Länge längsten Tribüne Europas. Einige DTM-Fahrer haben bereits ein Rennen in Assen absolviert, für etliche Teilnehmer ist Assen jedoch Neuland. Marco Wittmann jedenfalls kennt den Kurs, der 2019 erstmals von der DTM befahren wurde. Der damalige Sieger des ersten Rennens: Marco Wittmann.

Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr mischt sich der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Klien mit dem McLaren von JP Motorsport ins DTM-Feld. Zuletzt am Nürburgring zeigte die Performance des Österreichers klar nach oben. Lamborghini schickt seinen Werkspiloten Mirko Bortolotti nach Assen. Der Italiener soll das Team von T3 Motorsport verstärken und erste Eindrücke von der DTM sammeln. Somit präsentiert sich die DTM mit 21 GT-Rennwagen in den Niederlanden.

Sieben Rennserien: DTM brennt ein Programm-Feuerwerk ab

Die Fans erwartet in Assen ein wahres Programm-Feuerwerk. Insgesamt bieten sieben Rennserien reichlich Spektakel. Neben dem Top-Event DTM sind die DTM Trophy mit den seriennahen GT-Sportwagen, die DTM Classic Tourenwagen Legenden mit DTM-Fahrzeugen vor allem aus den Neunzigern und der BMW M2 Cup am Start, darüber hinaus der Porsche Carrera Cup Benelux, der Mazda MX-5 Cup und die Supercar-Challenge. Das bedeutet drei Tage Motorsport pur mit der DTM als Hochgenuss.