Mittwoch, 8. September 2021

Die Tourenwagen Classics starten bei der Deutschen GT-Meisterschaft

  • Starterfeld mit Roland Asch, Peter und Stefan Mücke sowie Harald Grohs
  • Rennwagen aus der goldenen Ära des Tourenwagen-Sports

Peter Mücke
Foto: Jens Hawrda

Asch, Mücke, Grohs, von Bayern – Rennfahrernamen, die die Herzen der deutschen Motorsportfans höherschlagen lassen. Am kommenden Wochenende (10.–12. September) begeistern die Rennasse im Rahmenprogramm der Deutschen GT-Meisterschaft auf dem DEKRA Lausitzring bei den Tourenwagen Classics – und dies in den populären Fahrzeugen der 1970er-, 80er- und 90er-Jahre. Die klassischen Tourenwagen faszinieren nicht nur auf, sondern auch neben der Strecke: Fans haben am Lausitzring wieder Zugang zum Fahrerlager und können die legendären Fahrzeuge aus nächster Nähe in Augenschein nehmen.

Die Motorsportfamilie Mücke ist am Wochenende gleich mit zwei Mitgliedern vertreten: ADAC GT Masters-Rennsieger Stefan Mücke (39, Berlin) setzt auf einen Ford Sierra RS 500 Cosworth, der vom familieneigenen Team BWT Mücke Motorsport Classic eingesetzt wird. „Ich freue mich sehr auf das Wochenende“, sagt Mücke. „Ich kenne das ADAC GT Masters gut, es ist ein tolles Umfeld. Toll, dass auch wieder Zuschauer vor Ort sein werden. Der Sierra ist das Original-Meisterauto der BTCC 1988 und hat in der Saison neun von 13 Rennen gewonnen. Mit 500 PS ist er eine echte ‚Waffe‘. Durch die verhältnismäßig schmalen Reifen und die H-Schaltung ist er nicht einfach zu fahren.“ Mit einem spektakulären Zakspeed-Ford Capri Turbo der Gruppe 5 wird auch Vater Peter Mücke (74, Berlin) die Fans in der Lausitz begeistern.

Ein absoluter Publikumsliebling ist auch Roland Asch (70, Ammerbuch). Der Schwabe, der 2011 und 2012 schon im ADAC GT Masters angetreten ist, fährt einen Mercedes 190E 2,5-16 Evo 2, mit dem er bereits Mitte der 1990er-Jahre in der DTM für Furore gesorgt hat. Weitere große Namen im Starterfeld der Tourenwagen Classics sind Harald Grohs (77, Essen) und Leopold von Bayern (78, München), die in den 1970er- und 80er-Jahren in der DRM Aufsehen erregt haben. Sie pilotieren einen BMW M3 E30 und einen BMW 320i E36. Mit einem Alpina BMW M3 E30 geht der ehemalige DTM-Rennsieger und Gewinner der 24 Stunden vom Nürburgring Peter Oberndorfer (65, München) an den Start. Zu den Fahrzeug-Highlights im rund 30 Tourenwagen starken Feld zählen zudem ein BMW M1 aus der legendären Procar-Serie, ein BMW 3.0 CSL sowie Autos aus der ADAC Supertourenwagen-Meisterschaft der späten 1990er-Jahre wie Audi A4 oder Opel Vectra.



Montag, 6. September 2021

Halbzeitmeister gesucht: Die Deutsche GT-Meisterschaft startet auf dem DEKRA Lausitzring

  • Hochspannung an der Tabellenspitze: Sechs Marken auf den ersten sechs Plätzen
  • Pitwalk, Autogrammstunde, Open Pit Lane und eBay-Box: Fans zurück im Fahrerlager
  • Asch, Mücke und Grohs: Tourenwagen Classics begeistern im Rahmenprogramm


   Der Leipziger Marvin Kirchhöfer startet mit der einzigen Corvette C7 GT3-R im Feld
Foto: ADAC-Motorsport

In der Deutschen GT-Meisterschaft beginnt am kommenden Wochenende (10.–12. September) der heiße Herbst: Auf dem DEKRA Lausitzring werden nicht nur die Halbzeitmeister gekürt, für Teams und Fahrer gilt es auch, sich im engen Titelkampf in Stellung zu bringen. Die Ausgangslage auf der kürzesten Strecke im Kalender ist denkbar spannend: Die Top Sechs in der Meisterschaft mit Supersportwagen von sechs Marken liegen gerade einmal 15 Zähler voneinander getrennt. Fans können das ADAC GT Masters wieder hautnah erleben und haben erstmals seit 2019 wieder Zugang zum Fahrerlager, zum Pitwalk und zur Autogrammstunde. Die beiden Rennen werden am Samstag ab 16 Uhr und am Sonntag ab 12 Uhr live bei NITRO im Free-TV übertragen. Im Livestream sind sie kostenlos und ohne Registrierung bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen.

Die Favoriten

Zu den Favoriten im knapp 30 Supersportwagen starken Feld zählen Titelverteidiger Michael Ammermüller und Porsche-Werksfahrer Mathieu Jaminet, die im SSR-Porsche 911 GT3 R als einzige in dieser Saison bereits zwei Rennen gewonnen haben und an der Tabellenspitze liegen. Engste Verfolger sind die Mercedes-AMG-Piloten Maximilian Buhk (28/Hamburg) und Raffaele Marciello (26/I, beide Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR) im Mercedes-AMG und das Audi-Duo Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (32/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport). Beide Teams reisen mit großen Hoffnungen in die Lausitz, teilten doch die Sportwagen mit dem Stern und den vier Ringen die Siege bei den vier Rennen im vergangenen Jahr auf dem Lausitzring unter sich auf. Seit zwei Jahren ist Lamborghini ohne Sieg im ADAC GT Masters, das wollen die Tabellenvierten Mirko Bortolotti (31/I) und Albert Costa Balboa (31/E, beide GRT Grasser Racing Team) nun ändern. Nur 14 Punkte hinter der Spitze liegen Jeffrey Schmidt (27/CH) und Marvin Kirchhöfer (27/Luzern, beide Callaway Competition) mit der einzigen Corvette C7 GT3-R im Feld, das Markensextett an der Tabellenspitze komplettieren Nick Yelloly (30/GB) und Jesse Krohn (31/FIN, beide Schubert Motorsport) die im BMW M6 bei allen bisherigen Rennwochenenden den Sprung auf das Podium schafften.

Die Lokalmatadore

Für mehrere Fahrer und Teams ist der Lausitzring die Hausstrecke. Die kürzeste Anreise haben Lamborghini-Junior Maximilian Paul (21) und sein Rennstall T3 Motorsport, die nur knapp 65 Kilometer von Dresden fahren müssen. Ebenfalls einen Huracán GT3 Evo pilotiert Mike David Ortmann (21, GRT Grasser Racing Team), dessen Heimatort Ahrensfelde in Brandenburg vor den Toren Berlins liegt. Der gebürtige Leipziger Marvin Kirchhöfer und der Wahlleipziger David Jahn (30, Team Joos Sportwagentechnik) kommen ebenfalls aus dem Einzugsgebiet der Rennstrecke.

Die Fans

Am Lausitzring-Wochenende dürfen erstmals seit dem Saisonfinale 2019 Fans nicht nur auf die Tribünen, sondern auch in das Fahrerlager. Neben der „Meet the Drivers“-Autogrammstunde gibt es am Samstag und Sonntag auch wieder den beliebten Pitwalk sowie am Samstagabend eine Open Pitlane, bei der die Fans in der Boxengasse den Teams über die Schultern blicken können und „PS on Air – Der Ravenol ADAC GT Masters-Talk“ live verfolgen können. Ganz neu ist die eBay Box: Die Besucher können das Renngeschehen auch aus der eBay Box in der Boxengasse verfolgen. Von dort wird am Sonntag ab 11.30 Uhr eine neue Folge von „ADAC GT Masters Backstage“ gesendet. Premiere feiert auf dem Lausitzring auch der 8,5 Meter hohe eBay-Tower, von dem die Fans aus dem Infield die Rennaction verfolgen können. Tickets gibt es online im Vorverkauf unter adac.de/motorsport. Das Tagesticket kostet für ADAC Mitglieder ab 22,50, das Wochenendticket ab 36 Euro. (Nicht-Mitglieder 25 Euro und 40 Euro). Für Familien gibt es ein besonderes Angebot: Für Kinder bis einschließlich zwölf Jahre ist der Eintritt in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen frei.

Das Rahmenprogramm

Das Rennwochenende in der Lausitz lässt die Herzen der Motorsportfans höherschlagen. Neben der hart umkämpften ADAC TCR Germany treten dort auch die abwechslungsreichen GT-Sportwagen des GTC Race an. Bei den Tourenwagen Classics können sich die Fans auf legendäre Fahrzeuge wie Ford Sierra RS 500 Cosworth, BMW M3 E30, Mercedes 190E 2,5-16 , Audi A4 quattro STW oder Opel Vectra STW freuen. Als Piloten mit dabei sind Sebastian Asch, Stefan Mücke und Harald Grohs.

Stimmen vor dem Rennwochenende

Michael Ammermüller (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R): 

„Wir gehen vorsichtig optimistisch an den Lausitzring. Wir erwarten, dass die Konkurrenz hier sehr stark sein wird. Unser vorrangiges Ziel bleibt weiterhin, in beiden Rennen möglichst viele Punkte zu sichern, um unsere Tabellenposition zu verteidigen. Wir freuen uns sehr, wieder vor Fans zu fahren. Die Zuschauer dürfen sich sicher auf ein sehr spannendes Rennen mit engem Rennausgang freuen. Der Lausitzring ist immer wieder für eine Überraschung gut.“

Marvin Kirchhöfer (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R): 

„Für uns wird das Wochenende nicht einfach, da der Lausitzring wenige Geraden hat, auf denen wir die Power unserer Corvette ausspielen können. Aber wir gehen das Wochenende wie jedes andere an und wollen uns möglichst gut im Qualifying platzieren, um dann in den Rennen das bestmögliche Ergebnis einzufahren. Die Strecke hat sehr viele Bodenwellen, daher kommt es auf ein gutes Set-up an. Wichtig ist, dass man im letzten Sektor viel Schwung auf die Start-Ziel-Gerade holt, da diese die beste Überholmöglichkeit ist. Es ist toll, dass wieder Fans vor Ort sind. Dadurch sind wir natürlich noch motivierter.”

Ricardo Feller (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS GT3): 

„Auf den Lausitzring freue ich mich nach der seit Zandvoort relativ langen Pause sehr. Unser Audi R8 LMS sollte gut zu dieser Piste passen. Entscheidend für den Erfolg in den weitgehend langsamen Kurven ist das optimale Reifenmanagement. Unser Ziel sind zwei Top-Fünf-Platzierungen.”


Duell zweier Briten in der DTM Trophy

Nach Ben Green am Samstag gewinnt William Tregurtha am Sonntag

  •     Auf dem Red Bull Ring: Mercedes-AMG-Pilot erzielt zweiten Saisonsieg
  •     BMW-Fahrer Ben Green behauptet mit Rang drei die Tabellenführung
  •     KTM-Pilotin Laura Kraihamer beim Heimspiel erstmals in den Punkten

William Tregurtha (Mercedes-AMG) gewinnt am Sonntag vor Michael Schrey (BMW) © DTM

Der Titelkampf in der DTM Trophy 2021 wird immer mehr zum Duell zweier Briten: Mercedes-AMG-Fahrer William Tregurtha aus dem Team CV Performance Group hat im Sonntagsrennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg seinen zweiten Saisonsieg eingefahren. Damit hat Tregurtha in diesem Lauf wieder zehn Punkte vom Vorsprung des Tabellenführers Ben Green aufgeholt.  Der BMW-Pilot sah die Zielflagge als Dritter und verlässt Österreich mit zehn Zählern Vorsprung im Gesamtklassement. Es steht 148:138 nach Punkten. Den zweiten Platz im Rennen erzielte Michael Schrey (BMW, Hofor Racing by Bon Motorsport).

Tregurtha startete das Rennen alleine aus der ersten Startreihe, nachdem der Schnellste in der Qualifikation, Aston Martin-Fahrer Mike David Ortmann (PROsport Racing), leider nicht zum Rennen angetreten ist. Gleich zu Beginn wurde Tregurtha von Greens Markenkollege Philipp Stahlschmidt (Hofor Racing by Bonk Motorsport) überholt, der die Führung dank eines Raketenstarts eroberte.

BMW-Kämpfe hinter Sieger Tregurtha

Stahlschmidt behauptete sich jedoch nicht lange an der Spitze des Feldes. Das entscheidende Überholmanöver setzte Tregurtha bereits in der dritten von letztlich 20 Runden. Wenige Kurven später zog auch noch Stahlschmidts Teamkollege Michael Schrey vorbei und übernahm die zweite Position. Tregurtha und Schrey fuhren im Anschluss bei einem soliden Sechs-Sekunden-Abstand die Plätze eins und zwei ungefährdet nach Hause.

Dafür musste sich Stahlschmidt nach hinten orientieren. In der ersten Rennhälfte geriet er zusehends unter Druck des Schweizers Yann Zimmer im BMW von FK Performance Motorsport und Ben Green. In der elften Rennrunde kam es nach einem Überholversuch zur Kollision zwischen Stahlschmidt und Zimmer. Die Aufhängung am BMW des Schweizers brach, so dass das Rennen von Zimmer vorzeitig beendet war.

Stahlschmidt beendete das Rennen noch als Viertplatzierter hinter Green und vor Teamkollege Christopher Rink. Als schnellste Dame im Feld eroberte Lokalmatadorin Laura Kraihamer im KTM von True Racing by Reiter Engineering als Elfte ihre ersten beiden Punkte der Saison.

Die DTM-Trophy-Saison 2021 wird in zwei Wochen fortgesetzt. Dann steht die fünfte Station im Rennkalender, der TT Circuit im niederländischen Assen.


Lawson triumphiert in beiden DTM-Rennen auf dem Red Bull Ring

  •  Neuseeländer treibt seinen Red Bull-Ferrari am Samstag und Sonntag clever zum Sieg
  •  BMW-Pilot Wittmann erzielte seine 16. Pole-Position, wird Zweiter vor Götz
  •  Nur sechs Punkte, aber weiterhin Tabellenführer: Kelvin van der Linde im ABT-Audi
  •  DTM reist zur achten Station in die Niederlande: Assen vom 17. bis 19. September

Spektakuläre Positionskämpfe im Mittelfeld der DTM © DTM

Er ist der erste Pilot, der in der DTM 2021 beide Rennen an einem Rennwochenende gewonnen hat. Liam Lawson, mit 19 Jahren jüngster Pilot in der Traditionsserie, triumphierte auf dem Red Bull Ring in Österreich nach Samstag auch im Sonntagrennen. Im Ferrari des Teams Red Bull AF Corse hielt er in einem fulminanten Duell den zweimaligen Champion Marco Wittmann im BMW von Walkenhorst-Motorsport knapp aber erfolgreich auf Distanz. Hauchdünne 0,215 Sekunden trennten Lawson und Wittmann an der Ziellinie. Als Dritter kletterte einmal mehr Maximilian Götz im Mercedes-AMG des HRT-Teams auf Podium.

Nachdem Lawson zuvor am Nürburgring leer ausgegangen war, holte der Red Bull-Junior mit zwei Siegen auf dem GP-Kurs von Österreich zum Gegenschlag aus. Mit 135 Punkten katapultierte sich der dreimalige Saisonsieger auf den zweiten Tabellenplatz. Auf nur noch zwölf Punkte ist der Vorsprung des Südafrikaners Kelvin van der Linde (147) zusammengeschrumpft, der im Abt-Audi Sechster wurde. Dritter in der Punktetabelle ist Maximilian Götz (131) vor Marco Wittmann (121) und dem Schweizer Philip Ellis, der nach seinem vierten Platz im WINWARD-Mercedes-AMG nunmehr 99 Zähler auf seinem Konto addiert.

„Mit 25 Kilogramm Erfolgsgewicht vom Samstag war das kein einfaches Rennen“, berichte Lawson nach dem Rennen. „Das Team hat beim Boxenstopp einen super Job gemacht, das war der Schlüssel zum Sieg. Wir wussten, dass diese Strecke Ferrari entgegenkommt, aber so ein Ergebnis mit zwei Siegen ist natürlich ein Traum. Auch für die Meisterschaft haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht.“ Gemischte Gefühle offenbarte Marco Wittmann: „Es ist schade, dass Ferrari und Mercedes bei den Boxenstopps einen technischen Vorteil haben. Wenn man auf dem ersten Startplatz steht, hofft man auf einen Sieg. Mit der Pole-Position hatte ich eine gute Ausgangsposition, am Ende wurde es Platz zwei – ich bin mit den Punkten zufrieden, aber auch etwas enttäuscht, dass es nicht ganz gereicht hat.“ Ohne Einschränkungen zufrieden war dagegen Maximilian Götz: „Ich bin sehr zufrieden, so viele Punkte geholt zu haben. Ich hatte keine Chance, näher an das Duo an der Spitze heranzukommen. Immerhin war ich zweimal auf dem Podium und bin in der Meisterschaft der bestplatzierte Mercedes-Fahrer.“

Vor einer stimmungsvollen Kulisse am Spielberg in der Steiermark – erstmals seit fast zwei Jahren waren auch im Fahrerlager wieder Fans zugelassen – erwischte Marco Wittmann mit dem Walkenhorst-BMW den besten Start heraus aus der immer wieder atemberaubenden Zweier-Formation, doch Liam Lawson folgte ihm fortan dicht auf. Schon in der zweiten Runde erwischte es den 22-jährigen Sheldon van der Linde, der in der Bergauf-Passage mit einem Reifenschaden hinten links plötzlich langsamer wurde, die Box ansteuern musste und später ausschied. Ein ähnliches Schicksal ereilte wenig später auch Alex Albon. Beim AlphaTauri-Ferrari-Pilot ging einem Reifen die Luft aus.

Nach Runde fünf schoss fast die Hälfte der 20 Starter zum Pflichtstopp in die Boxengasse. Der Kampf um Sekundenbruchteile um den schnellsten Reifenwechsel beherrschte für einen Moment den Wettstreit der besten GT-Rennteams. Die meisten anderen Fahrer steuerten einen Umlauf später die Boxengasse an. Auf dem 4,326 Kilometer langen Red Bull Ring zögerte derweil Vizemeister Nico Müller seinen Pflichtstopp lange hinaus und genoß zwischenzeitlich die freie Sicht an der Spitze des Feldes. Dahinter drückten Lawson und Wittmann aufs Gaspedal, als gäbe es kein Morgen mehr. Spektakulär und Motorsport Faszination pur, so dass das Publikum auf den Rängen seine helle Freude am hochkarätigen Renngeschehen hatte. Mal kam Wittmann wieder bedrohlich nahe, mal vergrößerte Lawson den Abstand – beide gönnten sich keine Verschnaufpause und reizten Technik und Reifen bis aufs Letzte aus. Lawson, trotz seines jungen Alters schon ziemlich abgebrühlt, brachte seinen dritten Saisonsieg letztlich sicher ins Ziel.   

Marco Wittmann eroberte im Qualifying am Sonntagvormittag seine zweite Pole-Position nach Zolder. Für den zweimaligen DTM-Champion war es bereits die 16. Pole seiner DTM-Karriere. Lange sah es sogar nach einer kompletten ersten Startreihe für BMW aus, doch am Ende quetschte sich Samstag-Sieger Liam Lawson noch vor Sheldon van der Linde (ROWE-BMW) auf den zweiten Startplatz vor.

Mit dem Beginn der zweiten Saisonhälfte am Red Bull Ring hat sich der Kampf um die Meisterschaft spürbar verschärft. Schon in zwei Woche geht die DTM 2021 in die sechste Runde, und zwar im niederländischen Assen; in der „Kathedrale des Speeds“ mit der längsten zusammenhängenden Tribüne in Europa. Und dann, weitere zwei Woche später, folgt der entscheidende Double-Header mit den letzten beiden Events, zunächst in Hockenheim und nur eine Woche später auf dem Norisring in Nürnberg.


Sonntag, 5. September 2021

DTM Trophy: Ben Green holt sich am Red Bull Ring die Führung zurück

  • Dreifacher BMW-Triumph: Green vor Zimmer und Oeverhaus
  • Bisheriger Tabellenführer William Tregurtha nach zwei Strafen punktelos
  • Achtes Saisonrennen am Sonntag – Start um 15:10 Uhr – live auf DTM Grid

Ben Green (GBR), BMW, FK Performance © DTM

Ben Green ist Halbzeitmeister der DTM Trophy. Im siebten von 14 Saisonrennen übernahm der Brite erneut die Tabellenführung. Im BMW von FK Performance Motorsport feierte der Brite im Samstagsrennen auf dem Red Bull Ring im österreichischen Spielberg seinen dritten Saisonsieg. Damit verdrängte Green seinen Landsmann William Tregurtha von der Tabellenspitze. Der Mercedes-AMG-Pilot aus dem Team CV Performance Group fiel nach zwei Strafen auf den 21. Platz zurück und ging somit leer aus.

Die Ziellinie überquerte Aston-Martin-Pilot Mike David Ortmann (PROsport Racing) nach souveräner Vorstellung als Erster. Eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen mehrfacher Missachtungen der so genannten Track-Limits ließ ihn jedoch auf Position vier abrutschen. Auf das Siegertreppchen schafften es dadurch auch Greens Teamkollege Yann Zimmer aus der Schweiz sowie Markenkollege Theo Oeverhaus im BMW von Walkenhorst Motorsport. Somit verbuchte BMW einen Dreifach-Erfolg in der DTM Trophy. Schnellste Fahrerin im Feld war Lokalmatadorin Laura Kraihamer im KTM von True Racing by Reiter Engineering. Sie wurde auf Position 14 gewertet.

Tolle Zweikämpfe hinter Ortmann und Green

Mike David Ortmann setzte sich am Start gegen seinen Teamkollegen Tim Heinemann durch und fuhr danach seinen Verfolgern davon, die in der Startphase in aufregende Zweikämpfe verwickelt waren. Titelverteidiger Heinemann musste zunächst Angriffe von Green, Tregurtha und dem Schweizer Audi-Fahrer Lucas Mauron (Heide-Motorsport) abwehren. In der dritten Runde fand Green einen Weg vorbei und lag damit auf Rang zwei. Bald schloss er die Lücke zum führenden Ortmann, für einen Angriff reichte es jedoch nicht.

Heinemann hingegen zog nach einigen tollen Rad-an-Rad-Duellen auch gegen Zimmer, Oeverhaus und Tregurtha den Kürzeren und lag nur noch auf Position sechs. Für die Szene des Rennens sorgte dabei BMW-Pilot Theo Oeverhaus: Der Deutsche machte sich einen Zweikampf zwischen Heinemann und Tregurtha zu Nutze und kassierte das Duo gegen Rennhalbzeit in einem Schlag. Kurz darauf lancierte Tregurtha einen Angriff gegen Oeverhaus in der letzten Kurve, doch dieser misslang und beide mussten in die Auslaufzone ausweichen. Tregurtha erhielt für dieses Manöver eine Durchfahrtsstrafe.

Danach waren die Positionen bezogen. Durch Zeitstrafen von fünf Sekunden gegen das Aston-Martin-Duo Ortmann und Heinemann wurde die Reihenfolge an der Spitze jedoch noch einmal durcheinander gewürfelt. Letztlich wurde das Duo auf den Plätzen vier und sechs gewertet. Dazwischen kam noch Moritz Löhner, Teamkollege von Green und Zimmer, als Fünfter in die Wertung.