Freitag, 6. August 2021

Stimmen von der Pre-Event-Pressekonferenz zum Rennwochenende in Zolder

Foto: Hoch Zwei / Juergen Tap

Philip Ellis (SUI), Mercedes-AMG, Team WINWARD

„Meinen Sieg im Samstagrennen am Lausitzring habe ich bis heute noch nicht richtig realisiert. Das war ein tolles Wochenende für mich. Die Resonanz war sehr positiv. Es ist schon ein Unterschied, ob man ein Rennen in der DTM oder in einer anderen Rennserie gewinnt.“

„Als ich im Rahmenprogramm der DTM gefahren bin, hat man sich schon im Umfeld der DTM bewegt und natürlich sehr genau auf die DTM selbst geschaut. Allein aus diesem Grund sind die Rahmenserien wichtig und interessant. Man muss fokussiert bleiben und darf das Ziel DTM nicht aus den Augen verlieren.“

„Wir hatten einen einzigen Testtag in Zolder, vorher bin ich noch nicht auf dieser Rennstrecke gefahren. Das ist in der Tat eine ‚old-school‘-Rennstrecke mit geringen Auslaufzonen. Aber ich denke, wir werden ganz gut aussehen, denn der Mercedes-AMG ist auf allen Strecken gut.“


Esteban Muth (BEL), Lamborghini, T3 Motorsport

„Ich bin in verschiedenen Formel-Serien gefahren, Formel 4, Formel Renault und Formel 3. Es war alles ein bisschen verrückt, wie es zu meinem Einstieg in die DTM gekommen ist. Das war mein bisher größter Deal. Jetzt bin ich absolut begeistert, in der DTM zu fahren.“

„Ja, es ist bisher ganz gut gelaufen, aber ein Geheimnis gibt es dafür nicht, außer sich voll und ganz darauf zu konzentrieren und hart zu arbeiten. Das tu ich, denn es ist ein Traum, gegen all diese starken Jungs zu fahren.“

„Zolder ist schon meine Heimstrecke, aber ich habe nicht viel Erfahrung auf dieser Strecke. Ich bin erst ein Rennen, ein 24-Stunden-Rennen, auf diesem Kurs gefahren.“

„Ich werde zum Heimrennen mit einem Art-Car antreten. Ich habe meinen neu gestalteten Lamborghini bereits gesehen, er sieht mega toll aus. Jetzt hoffe ich, dass meine Performance ähnlich besonders sein wird.“

„Wieder Zuschauer vor Ort zu haben, gibt mir einen Schub. Und das ist auch für die Fans großartig, wieder nah dabei sein zu können.“


Marco Wittmann (GER), BMW, Walkenhorst Motorsport

„Als ich in die DTM eingestiegen bin, war der größte Unterschied, dass ich ein Dach über dem Kopf hatte, nachdem ich zuvor nur Formel-Autos gefahren bin.“

„Dass Walkenhorst Motorsport nur einen BMW einsetzt, hat Vor- und Nachteile. Ich kann alle Vorteile nutzen, alle konzentrieren sich auf mich. Andererseits fehlt mir ein Teamkollege, um Daten zu vergleichen oder die Abstimmungsarbeit aufzuteilen. Ich mache das Beste daraus, das ist meine Challenge.“

„Ich bin super glücklich, dass wir am Norisring fahren können. Ich wohne nur 20 Kilometer entfernt. Dass der Norisring im Kalender bleibt, ist ein großer Erfolg aller Beteiligten. Und dass Norisring nun sogar das Finale ist, ist einfach das Sahnehäubchen.“

Back to the roots: Zum dritten Rennwochenende startet die DTM in Zolder

  •  „Home of DTM“ fordert die DTM-Asse: Zolder verzeiht keine Fehler
  • Neuer Fahrer, neue Marke: Debüt von Ex-F1-Pilot Christian Klien und McLaren
  • Nach Highspeed und Turn 1: ehemaliger GP-Kurs gilt als „old-school“
  • Vier Sieger in vier Rennen: DTM 2021 extrem ausgeglichen und spannend

Foto: dtm.com / Hoch Zwei

Highspeed in Monza, Steilkurve am Lausitzring und jetzt die „old-school“-Rennstrecke von Zolder: Die DTM-Asse stehen am dritten Rennwochenende (06.-08. August) in Belgien vor einer neuen Bewährungsprobe. Klassische Kiesbetten und nahe Streckenbegrenzungen fordern genau wie hohe Curbs und enge Schikanen höchste fahrerische Präzision von den Piloten. „In Zolder gibt es keinen Platz für Fehler“, stellt der zweimalige DTM-Champion Marco Wittmann (GER), BMW-Pilot im Team von Walkenhorst Motorsport, unmissverständlich fest. Im „Home of DTM“, wie sich der Circuit Zolder nennt und wo die Traditionsrennserie 1984 ihr erstes Rennen austrug, wächst das DTM-Starterfeld auf 20: Erstmals ist der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Klien dabei, und mit McLaren bringt der Österreicher die sechste Marke an den Start.

Zolder war schon immer eine Hochburg für Motorsport-Fans, sowohl aus den BeNeLux-Staaten als auch aus dem Westen Deutschlands. Von Aachen sind es gerade einmal 70 Kilometer bis zur Rennstrecke. Wie schon zuletzt auf dem DEKRA Lausitzring sind auch in Zolder wieder Zuschauer zugelassen, und das sogar an allen drei Tagen. Eintrittskarten sind exklusiv nur im DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und über die DTM-Ticket-Hotline (01806 991166) im Vorverkauf erhältlich, auch am Renntag selbst noch, Tageskassen gibt es jedoch nicht. „Es ist großartig , dass auch in Zolder die Fans wieder dabei sein können“, freut sich auch der belgische DTM-Rookie Esteban Muth auf sein Heimspiel. Der mit 19 Jahren zweitjüngste DTM-Pilot sorgt bislang mit seinem Lamborghini aus dem Team T3-Motorsport für Aufsehen.

Vier Sieger in vier Rennen – die DTM des Jahrgangs 2021 glänzte in Monza und auf dem Lausitzring mit spannendem, abwechslungsreichem Racing. Der Neuseeländer Liam Lawson im Ferrari (AF Corse) und der Südafrikaner Kelvin van der Linde im ABT-Audi triumphierten beim Saisonauftakt in Italien, in der Lausitz verbuchte DTM-Rückkehrer Mercedes-AMG mit dem Schweizer Philip Ellis (Team WINWARD) und dem Deutschen Maximilian Götz (Team HRT) zwei Erfolge. In der Punktetabelle liegt weiterhin van der Linde auf dem Platz an der Sonne, mit 69 Zählern führt er knapp vor Red Bull-Junior Lawson (65) und Ellis (48) - alle drei DTM-Neulinge. Hinter Götz (46) auf Rang vier folgen Formel-1-Pilot Alex Albon (THA/Ferrari/31) sowie die punktgleichen BMW-Markenkollegen Wittmann und Sheldon van der Linde (ROWE-Racing) mit je 28 Zählern.

Für frischen Wind sorgt zusätzlich Christian Klien. Im McLaren von JP Motorsport aus Erkelenz freut sich der Österreicher, der auch auf dem Nürburgring und in Assen antreten wird, auf „cooles Racing“ in der DTM. „Mich reizt das Fahrerfeld der DTM, die Zweikämpfe mit Profis“, so der 49-malige GP-Pilot. „Die Boxenstopps auf Zeit sorgen für zusätzliche Würze.“ Klien peilt eine Top-10-Platzierung an: „Wir werden uns in die DTM reinfuchsen.“

Nur 4.000 Meter misst eine Runde des Circuit Zolder, aber die haben es in sich. Manche Fahrer vergleichen den Kurs sogar mit der legendären Nordschleife des Nürburgrings, weil es kaum Ausweichzonen gibt. Darüber hinaus ist Zolder eine anspruchsvolle Mischung aus langsamen und superschnellen Kurven, gespickt mit drei tückischen Schikanen. Vor allem Bremsen und Reifen werden beansprucht. „Ich rechne mit zwei intensiven Rennen“, so Ellis, der in der Lausitz das Kunststück schaffte, aus der neunten Startposition zum Sieg zu stürmen.

Zolder erlebt am Wochenende die DTM-Rennen 29 und 30. Die erfolgreichsten DTM-Piloten sind Ex-Meister Kurt Thiim (DEN), der mit Rover und Mercedes-AMG ebenso fünf Mal gewann wie der amtierende Champion René Rast (GER, Audi). Die erfolgreichste Marke ist allerdings BMW mit zehn Siegen. Wittmann, Sheldon van der Linde und Timo Glock (GER, ROWE Racing) würde daran nur zu gerne anknüpfen. Im Übrigen startet Thiim am Wochenende in Zolder in den beiden Rennen der Tourenwagen-Legenden im Rahmen der DTM Classic.


Mittwoch, 28. Juli 2021

Norisring trägt DTM-Finale aus

  • MCN, Stadt Nürnberg und die DTM verlängern den bestehenden Vertrag
  • Gemeinsam in eine elektrisierende und nachhaltige Zukunft
  • DTM-Finale vom 08. bis 10. Oktober mit Zuschauern – Vorverkauf ab Mitte August

Foto: Jens Hawrda

Die DTM und der Norisring bleiben eng verbunden – in dieser Saison und darüber hinaus. Das ursprünglich für Anfang Juli geplante Renn-Wochenende in Nürnberg wird in diesem Jahr an einem ganz besonderen Termin stattfinden: Vom 8. bis 10. Oktober wird die DTM mit attraktiver Markenvielfalt und Weltklasse-Piloten am Norisring das Finale der Saison 2021 austragen. Der Motorsport Club Nürnberg (MCN), die Stadt Nürnberg und die DTM verlängern zudem den bestehenden Vertrag bis einschließlich 2022.

„Ich freue mich wirklich sehr, dass wir unseren Fans das Rennen am Norisring auch in dieser Saison bieten können.“, sagt Benedikt Böhme, Geschäftsführer der ITR, Dachorganisation der DTM. „Wir sind uns sicher, dass wir am Norisring mit seiner einzigartigen Atmosphäre ein großartiges Saisonfinale erleben werden.“ Wie schon zuletzt am Lausitzring werden vorbehaltlich der pandemischen Lage Zuschauer an der Strecke zugelassen sein, selbstverständlich unter Berücksichtigung des bei DTM Rennen bereits bewährten Hygienekonzepts. Der Start des Kartenvorverkaufs für das Event an der Traditionsstrecke, die bereits seit 1947 für Rennen genutzt wird, ist für Mitte August geplant.

„Das Norisring-Rennen bleibt Nürnberg erhalten – das ist eine gute Nachricht und zeigt, dass wir auch weiter für Sport-Events attraktiv sind. Mir ist wichtig, dass die Veranstalter den Einstieg in eine DTM Electric jetzt in Angriff nehmen, um auch im Rennsport den Weg in eine nachhaltige mobile Zukunft zu gehen. Zugleich liegt mir sehr viel daran, dass ITR und MCN das nahe Ziel einer CO2-Neutralität 2025 auch erreichen. Wir als Stadt leisten unseren Beitrag dazu, wo es möglich ist“, sagt Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König.

MCN-Vorsitzender Wolfgang Schlosser, der gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Jürgen Schielein und Peter Brandmann daran arbeitete, das Traditionsrennen zu ermöglichen, sagt: „Der MCN freut sich sehr über die Ausrichtung des Saisonfinales und der damit einhergehenden langfristigen Sicherung des Norisring-Rennens mit der DTM, besonders unter nachhaltigen Gesichtspunkten.“

Damit stehen für die Fans mit dem Finale am Norisring und dem Traditionsrennen am Hockenheimring vom 1. bis 3. Oktober zum Saisonabschluss zwei absolute Höhepunkte innerhalb einer Woche an. Frederic Elsner, Director Events & Operations: „Ein ganz besonderer Dank geht wirklich an die Verantwortlichen des Hockenheimring, die für diese Lösung offen sind. Hockenheimring und Norisring an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden – das wird ein überragendes Ende einer spannenden Saison.“

Neben hochspannendem Racing in der Gegenwart wird es am Norisring aber auch einen Blick in die nachhaltige Zukunft des Motorsports geben. Im Rahmenprogramm des Events wird die ITR gemeinsam mit einem der strategischen Technologiepartner der DTM – dem globalen Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler – eine weitere Präsentation der DTM Electric angehen und den nächsten Schritt auf dem Weg in die elektrifizierte Zukunft aufzeigen. Die DTM Electric wird mittelfristig als weitere Serie neben der DTM mit Rennwagen mit über 1000 PS Leistung höchst attraktiven Motorsport liefern und somit den voll elektrifizierten Motorsport auf ein neues Level heben.

Darüber hinaus strebt die DTM bis zum Jahr 2025 CO2-Neutralität für die DTM Plattform an. Dazu sollen innovative Technologien in den Rennserien der DTM ebenso beitragen wie umweltfreundliche Konzepte für die Events an den Strecken. Auch hier spielt die Partnerschaft zwischen der DTM und dem Norisring eine bedeutsame Rolle: Die DTM, der MCN und die Stadt Nürnberg haben sich zum Ziel gesetzt, dass das Rennen am Norisring mittelfristig das erste komplett CO2-neutrale DTM Event wird und somit der Norisring ein Leuchtturmprojekt auf dem Weg zu einem nachhaltigem DTM Event ist.

Mit dem Einsatz des DTM Electric Demo Cars bekommen die Zuschauer schon in diesem Jahr einen ersten Vorgeschmack auf die nachhaltige Zukunft eines elektrifizierenden Motorsport-Erlebnisses – beim Saisonfinale der DTM 2021 am Norisring.


Dienstag, 27. Juli 2021

EGS-alpha-Van Zon-BMW Team begeistert von unglaubliche Atmosphäre am Schleizer Dreieck

Foto: Racing Passion Photography Damon Teerink


Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft war an diesem Wochenende Austragungsort des dritten Laufs der Saison 2021, dem 86. Jubiläum des legendären „Schleizer Dreieck Race“. Fast 28.000 Fans waren zur Naturrennstrecke angereist, um sich das Rennspektakel nicht entgehen zu lassen.

Nachdem die letzte Veranstaltung auf dem Nürburgring – im Rahmen des Truck GP – aufgrund der verheerenden Flutkatastrophe in der Eifel abgesagt werden musste, konnten die vier Fahrer des EGS-alpha-Van Zon-BMW Teams es kaum erwarten endlich zu zurück auf ihre BMW-Bikes und Gas geben.
 
Die Temperaturen in Schleiz waren am Freitag schon sehr heiß, doch Ilya Mikhalchik (UKR), Jan Mohr (AUT), Pepijn Bijsterbosch (NED) und Tim Eby (GER) waren hochmotiviert, ihrem Team wichtige Punkte zu bringen. Sie beendeten das freie Training in der oben aufgeführten Reihenfolge mit den Plätzen zwei, elf, dreizehn und 22. Ein alter Freund des Teams, Markus Reiterberger, fuhr am Freitag die schnellsten Zeiten.

Reiterberger dominierte auch das Qualifying am Samstag und sicherte sich mit nur Zehntelsekunden die Pole-Position vor Mikhalchik, der für das erste Rennen am Sonntag den zweiten Startplatz belegte. Jan Mohr qualifizierte sich als 12., Pepijn Bijsterbosch als 13. und Tim Eby als 20..

Das erste Rennen am Sonntag startete um 11:20 Uhr 18 Runden vor Schluss. Reiterberger dominierte diese von Anfang an. Mikhalchik ließ sich jedoch nicht abschütteln und blieb dicht bei ihm. Die beiden Spitzenreiter trennten nur zwei Tausendstelsekunden. Das Rennen blieb bis zum Schluss spannend mit Reiterberger in Führung. Eine Runde vor dem Ziel überholte Ilya Mikhalchik den Bayern kurz vor der letzten Kurve und fuhr mit nur 0,475 Sekunden Vorsprung zum Sieg. Jan Mohr kämpfte sich in die Top Ten vor und beendete Rennen eins als Neunter mit sieben wichtigen WM-Punkten in der Tasche. Pepijn Bijsterbosch verlor zu Beginn des Rennens nach einem recht guten Start einige Positionen. Auch wenn der Niederländer heute ein wenig mit dem Selbstvertrauen in sein Motorrad zu kämpfen hatte, beendete er das Rennen auf dem 13. Platz. Auch Tim Eby pushte heute seine BMW S 1000 RR so gut er konnte und beendete das erste der beiden Rennen auf dem 18. Platz.

Für das zweite Rennen am Sonntagnachmittag kehrt sich die Startaufstellung um. Dadurch startete Jan Mohr von Position sechs. Ilya Mikhalchik startete vom neunten Platz, Pepijn Bijsterbosch vom 13. und Tim Eby vom 20. Platz. Der zweite Start verlief für den Sieger aus Lauf eins nicht so gut und er verlor einige Positionen, die er in den ersten Runden des Rennens wieder gutmachen musste. Runde für Runde fuhr Mikhalchik an die Spitze, überquerte am Ende aber als Zweiter die Ziellinie und diesmal ging Markus Reiterberger als Sieger ins Ziel. Der zweite Platz im zweiten Rennen brachte dem Ukrainer wichtige Punkte für die Meisterschaft und in der Gesamtwertung ist er nun nach nur einer Veranstaltung wieder unter den Top Drei und hält nun den zweiten Platz. Auf die Tabellenführung fehlen ihm nur sechs Punkte.

Jan Mohr hatte zu Beginn des zweiten Rennens aufgrund eines Wheelies und fehlendem Gefühl für das Vorderrad einige Plätze verloren, konnte sich aber im Laufe des Rennens erholen und beendete es als Zehnter. Pepijn Bijsterbosch hatte heute kein Glück. Bereits im ersten Rennen fehlte ihm aufgrund von Bremsproblemen das Vertrauen in das Motorrad. Im zweiten Rennen musste er aus dem gleichen Grund nach nur sechs Runden wieder an die Box. Er hofft, dass das Problem in drei Wochen bei seinem Heimrennen in Assen gelöst ist. Trotz einiger Probleme an diesem Wochenende und einem 19. Platz im zweiten Rennen nimmt auch Tim Eby gute Erinnerungen mit nach Hause, da er seine Rundenzeit bei seinem letzten Besuch in Schleiz um zwei Sekunden verbessern konnte.

Die nächste Station der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft ist in drei Wochen, vom 13.-15. August, auf der TT-Strecke in Assen. 


Ilja Michaltschik:

„Ich hatte ein schönes Wochenende im heißen Schleiz. Es war sehr schön, alle Fans wieder auf der Strecke zu sehen und ihre Unterstützung zu spüren. Und auch wenn ich kein Deutscher bin, die Fans haben mich genauso angefeuert wie zum Beispiel Markus. Das fand ich sehr schön. Position eins und zwei sind natürlich toll. Ich war das ganze Wochenende schnell. Ich konnte sogar den Rundenrekord brechen, den Markus vor einigen Jahren als Meister aufgestellt hatte. Ich bin das erste Rennen sehr ruhig und konstant gefahren und habe es mit meiner Strategie fehlerfrei gewonnen. Ins zweite Rennen bin ich dank „Reverse Grid“ von Position neun gestartet und das war nicht einfach. Ich hatte beim Start nicht so viel Glück und wurde aufgehalten, was mich einige Positionen gekostet hat. Ich habe dann meine Positionen zurückbekommen, aber dadurch habe ich ziemlich viel Grip verloren. Nach sechs oder sieben Runden war ich bei Markus. Ich hatte eine gute Pace und konnte die Lücke schließen. Am Ende reichte es aber nur für Platz zwei. Trotzdem bin ich wieder unter den Top 3 der Meisterschaft, trotz der beiden verpassten Rennen in Most. Damit bin ich sehr zufrieden. Assen ist für mich immer eine tolle Strecke und deshalb freue ich mich auf das nächste Rennen. " 

Packende Rennen bringen das Publikum am Schleizer Dreieck in Feierlaune

Volle Tribünen in Schleiz
Foto: Dino Eisele

Gefüllte Tribünen, belagerte Grünflächen und hochkarätiger Rennsport ohne Einschränkungen. Die Rennen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem Schleizer Dreieck begeisterten am vergangenen Wochenende 28.000 Zuschauer. Ihnen wurde hochkarätiger Rennsport voller Überraschungen geboten.

Es war der erste IDM-Event seit Beginn der Corona-Pandemie, bei dem es keine Einschränkungen für die Teilnehmer und Besucher gab. „Die Rennen auf dem Schleizer Dreieck sind für uns immer ein Höhepunkt im Rennkalender“, sagt Serienmanager Normann Broy von der Motor Presse Stuttgart. „Dass wir ausgerechnet hier nach fast zwei Jahren wieder zur Normalität zurückkehren konnten, war ein Volltreffer. Nachdem die Veranstaltung 2020 noch abgesagt werden musste, sind wir empfangen worden wie Freunde, die man vermisst hat. Wir sind immer wieder begeistert von der Atmosphäre rund um die Strecke und von der Leidenschaft zum Rennsport in der Region.“ Mit dem offenen Zugang zum Fahrerlager blieb die IDM auch ihrem Vorsatz treu, die Fans ganz nah an die Fahrer und ihre Motorräder zu lassen.

Markus Reiterberger vor Ilya Mikhalchik (beide BMW)
Foto: Dino Eisele

In der IDM Superbike 1000, in der die Motorräder von BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha über 220 PS haben, gab es ein Wiedersehen mit Markus Reiterberger. Der dreifache IDM-Champion der Königsklasse hat das Schleizer Dreieck nicht nur als seine Lieblingsstrecke auserkoren, er hält auf dem Kurs seit 2017 auch den Rundenrekord. Reiterberger ist für drei Veranstaltungen in die IDM zurückgekehrt, denn im BCC-Team aus Heilbronn ist ein Platz frei geworden. Im ersten Rennen musste er sich noch Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW) geschlagen geben. Im zweiten Lauf drehte der Bayer den Spieß um und ließ sich nach einem kräftigen Burn-out auf dem Buchhübel von den Fans feiern. Den dritten Platz im ersten Lauf belegte der Belgier Bastien Mackels (Team SWPN) auf Yamaha. Im zweiten Rennen des Tages ging der Pokal an Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing). Für den Meisterschaftsführenden Dominic Schmitter (Hess Racing) war das Wochenende auf dem Schleizer Dreieck zum Vergessen. Der Schweizer kam auf der Strecke nicht mit seiner Yamaha klar und büßte wertvolle Punkte im Titelkampf ein. Er führt die Gesamtwertung trotzdem noch mit sechs Punkten Vorsprung an.

Zweiter ist Mikhalchik, der den Franzosen Valentin Debise (Kawasaki Weber-Motos Racing) von der Position verdrängte. Debise hatte wie Schmitter mit der eigenwilligen Strecke zu kämpfen. Lokalmatador Julian Puffe (GERT56), der direkt in Schleiz wohnt, verpasste im zweiten Lauf nur knapp das Podest und wurde Vierter. Im Gegensatz zu den Ergebnissen in Schleiz, wo die BMW-Fahrer in der IDM Superbike 1000 das Rennen machten, geht es in der Gesamtwertung doch sehr ausgeglichen zwischen den Marken BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha zu.

Patrick Hobelsberger vor Max Enderlein
Foto: Dino Eisele

Zwei erste Plätze in der IDM Supersport 600 sind die Ausbeute des des Wochenendes für Patrick Hobelsberger (Bonovo action by MGM Racing). Der Yamaha-Pilot mit den Ambitionen, wieder in die Supersport-WM zu wechseln, hat somit im tschechischen Most sowie auch jetzt in Schleiz Doppelsiege eingefahren. Auf dem zweiten Platz kam in beiden Rennen Markenkollege Max Enderlein (M32 Racing Team) ins Ziel, der es „Pax“ bis zum Schluss nicht einfach gemacht hatte. Die dritten Plätze teilten sich Kawasaki-Pilot Glenn van Straalen (NIWA Racing) und Kevin Wahr (MVR-Racing). Der Deutsche Yamaha-Fahrer aus Nagold ersetzt ab sofort für den Rest der Saison Marc Buchner und hatte nur einen kleinen Test im Vorfeld hinter sich. Wenn er wieder voll in Form ist, müssen sich auch Hobelsberger und Co. warm anziehen.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 gab es ebenfalls einen Doppelsieger. Dirk Geiger (Freudenberg KTM WorldSSP Team) war auf der Naturrennstrecke nicht zu stoppen. In der Gesamtwertung kletterte er gleich zwei Plätze nach oben und hat nur seinen Teamkollegen Lennox Lehmann vor sich. Der 15-jährige Lehmann ist der Vorjahresmeister in der kleinsten IDM-Klasse und hat sich die Mission Titelverteidigung zum Ziel gesetzt. Er wurde in Thüringen mit einem dritten und einem zweiten Platz für seinen Einsatz belohnt. Im ersten Lauf war Micky Winkler (Kawasaki Weber-Motos Racing), der in Schleiz zu Hause ist, vor ihm und im zweiten Lauf Marvin Siebdrath (Füsport RT Motorsports by SKM Kawasaki) hinter ihm.

Start IDM Sidecare
Foto: Dino Eisele

Aller guten Dinge sind Drei: Das IDM Sidecar-Team Josef Sattler/Luca Schmidt (Team Bonovo action) vom Schleizer Dreieck nahm ebenso die maximal erreichbare Punktzahl aus Schleiz mit. Der Bayer und der Thüringer siegten vor der Haustür von Luca Schmidt, der aus dem nahen Zeulenroda kommt. „Unser Ziel war von Anfang an, sofort in Führung zu gehen und sie nicht mehr abzugeben“, sagte Luca Schmidt nach dem Rennen im Adolf RS F1-Gespann. Sichtlich gerührt und stolz auf seinen Beifahrer lobte Josef Sattler vor den Zuschauern den 18-Jährigen: „Es lief perfekt. Mit Luca kann man Weltmeister werden.“ Nach dem ersten Lauf standen Markus Schwegler/Ondrej Kopecky und Peter Kimeswenger/Kevin Kölsch mit auf dem Podest. Nach dem zweiten Rennen wurden sie von Michael Grabmüller/Nicolas Bidault und Schwegler/Kopecky umrahmt.

Zum Event auf dem Schleizer Dreieck gehörten auch die Rennen zum IDM Superstock 600 Cup, dem Twin Cup, dem Pro Superstock Cup und erstmals zum Yamaha R3 bLU cRU Cup. In der Nachwuchsklasse siegte mit Sarah Göpfert eine der beiden Damen im Fahrerfeld.