Mittwoch, 14. Juli 2021

Zakspeed-Duo Marschalkowski/Nouet macht Doppelsieg in Zandvoort perfekt

  •     Vortagessieger Jan Marschalkowski und Théo Nouet triumphieren erneut
  •     Schrey/Piana nach Platz zwei Halbzeitmeister
  •     Kieffer/Kosch gewinnen Trophy-Wertung

  Die Doppelsieger von Zandvoort: Théo Nouet (li.) und Jan Marschalkowski
Foto: ADAC-Motorsport

Drama, Action und viel Spektakel: Das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem CM.com Circuit Zandvoort bot von der ersten bis zur letzten Sekunden kurzweilige Unterhaltung. Am Ende triumphierten mit Jan Marschalkowski (18/Inning) und Théo Nouet (18/FRA, beide Team Zakspeed) im Mercedes-AMG GT4 die Sieger des Samstagsrennen erneut. Michael Schrey (38/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) fuhren nach einer taktischen Meisterleistung im BMW M4 GT4 auf Platz zwei und verteidigten die Tabellenführung. Das Podium komplettierten Andreas Wirth (36/Waghäusel) und Phil Dörr (20/Butzbach, beide Dörr Motorsport) im Aston Martin Vantage GT4. „Das war wirklich ein Wahnsinnsrennen. Die Stimmung im Team ist nach unserem zweiten Sieg in Folge natürlich mega. Alles sind überglücklich. So kann es weitergehen“, freute sich Marschalkowski über das perfekte Rennwochenende von Zandvoort.

Nouet startete in das Sonntagsrennen von der Pole-Position und übernahm direkt die Spitze. Seine Teamkollegin Gabriela Jílková (26/CZE) holte sich im zweiten Zakspeed-Mercedes-AMG gleich nach dem Start die zweite Position und sorgte so für die Zakspeed-Doppelführung. Doch schon in der zweiten Runde musste das Rennen wegen eines Unfalls des Audi R8 LMS GT4 von Robin Rogalski (20/POL, Seyffarth Motorsport) mit der roten Flagge unterbrochen werden. Als sich die Fahrzeuge auf Start/Ziel einreihten, gab es dann eine Schrecksekunde für Zakspeed und Jílková. Flammen schlugen aus der Fronthaube, ein Gummi hatte sich entzündet und eine Steckverbindung beschädigt. Die Zakspeed-Techniker konnten das Auto mit großer Anstrengung auf der Start-Ziel-Geraden für den Re-Start wieder reparieren, was die Zuschauer auf der Haupttribüne mit großem Applaus quittierten.

Nach dem Re-Start blieb Nouet vorn, Jílková musste im weiteren Rennverlauf jedoch Nicolaj Møller Madsen (28/DNK, Team Allied-Racing) im Porsche 718 Cayman GT4 und Aston-Martin-Fahrer Wirth passieren lassen. Eine Kollision zwischen dem Porsche von Daniel Schwerfeld (42/Düsseldorf, Black Falcon Team Textar) und dem Mercedes-AMG von Robin Falkenbach (19/Niederkassel, Leipert Motorsport) sorgte wenig später für eine weitere Safety-Car-Phase.

Als das Rennen wieder frei gegeben wurde, ging auch noch BMW-Pilot Schrey vorbei an Jílková. Am Kommandostand von Hofor Racing by Bonk Motorsport entschied man kurz darauf, Schrey direkt nach Öffnen des Boxenstoppfensters hereinzuholen, um den BMW früh an Teamkollege Piana zu übergeben. Währenddessen baute Nouet seinen Vorsprung an der Spitze aus. „Mit den roten und gelben Flaggen sowie den Safety-Cars gab es für mich viel zu tun und es galt den Überblick zu behalten. Nachdem ich meinen Vorsprung ein wenig vergrößert hatte, wollte ich die Reifen für Jan schonen“, beschrieb Nouet, der den Mercedes-AMG an Teamkollege Marschalkowski übergab.

Die Taktik von Hofor Racing by Bonk Motorsport zahlte sich währenddessen aus: Piana hatte eine freie Strecke und fand sich nach einigen schnellen Runden direkt hinter Marschalkowski wieder, als dieser mit dem führenden Mercedes-AMG zurück auf die Strecke fuhr. Beide Piloten kämpften daraufhin rundenlang um die Führung. Dahinter entwickelte sich um Rang drei ein Vierkampf zwischen Jílkovás Teamkollege Robert Haub (32/USA), Dennis Fetzer (20/Buseck, Team Allied-Racing) und Phil Dörr, die von Møller Madsen und Wirth übernommen hatten, sowie Audi-Pilot Jan Philipp Springob (20/Köln, T3 Motorsport). Dörr entschied den Fight letzten Endes für sich.

Eine weitere Safety-Car-Phase brachte das Feld kurz vor dem Rennende nochmals eng zusammen. Nach dem letzten Re-Start blieb Marschalkowski in Führung und gewann mit 1,060 Sekunden Vorsprung vor Piana. „Gabriele hat Druck gemacht. Im zweiten Teil der Strecke konnte ich aber immer einen kleinen Vorsprung herausfahren. Somit hat es auf den folgenden Geraden jeweils ausgereicht, vorne zu bleiben. Unser Auto behandelt die Reifen zudem äußerst gut“, meinte Marschalkowski. Für Teamkollege Nouet bedeutete dies auch den Sieg in der Junior-Wertung.

Hinter dem drittplatzierten Aston Martin belegten Springob und Teamkollege John Paul Southern (19/USA) im Audi Platz vier vor dem Porsche-Duo Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team Bernhard). Haub/Jílková wurden Sechste vor Ben Dörr (16/Butzbach) und Nico Hantke (17/Hürth, beide Dörr Motorsport) im McLaren 570S GT4 und dem BMW-Duo Marcel Lenerz (23/Ludwigsau) und Michael von Zabiensky (20/Oschersleben, beide Schubert Motorsport). Fetzer fiel im Porsche noch auf Platz neun zurück. Die Top Zehn komplettierten Tom Kieffer (46/LUX) und Christian Kosch (44/LUX, beide Team Allied-Racing) in einem weiteren Porsche, die so auch die Trophy-Wertung für sich entscheiden konnten.

Die ADAC GT4 Germany macht nur eine kurze Pause. Schon von 6. bis 8. August folgt auf dem Nürburgring das vierte Rennwochenende der Saison 2021.„Dort wollen wir dann den nächsten Doppelsieg holen. Die Strecke liegt unserem Auto sehr gut. Wir greifen an“, gibt Marschalkowski einen Vorgeschmack auf das Rennen in der Eifel.


Samstag, 10. Juli 2021

Feller/Mies holen in Zandvoort ersten Saisonsieg von Audi in der Deutschen GT-Meisterschaft

  • Schweizerisch-deutsches Duo im Samstagsrennen nicht zu schlagen
  • Ricardo Feller siegt auch in Pirelli-Junior-Wertung
  • Markenkollege Florian Spengler gewinnt Pirelli-Trophy-Wertung

Klarer Erfolg: Ricardo Feller (r.) und Christopher Mies
Foto: ADAC-Motorsport

Pole-Position, schnellste Rennrunde und Sieg: Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (31/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport) fuhren im Samstagsrennen der Deutschen GT-Meisterschaft in Zandvoort zu einem souveränen Sieg. Es war der erste der Saison für den Audi R8 LMS. Zweite wurden auf dem spektakulären Dünenkurs Maro Engel (35/Monte Carlo) und Luca Stolz (25/Brachbach, beide Mercedes-AMG Team Toksport WRT), Rang drei sicherten sich Nick Yelloly (29/GB) und Jesse Krohn (30/FIN, beide Schubert Motorsport) im BMW. „Ein perfekter Tag mit einem perfekten Rennen“, jubelte Sieger Feller. „Es hat alles zusammengepasst: Das Auto war fantastisch, die Strategie auf den Punkt und Chris ist den Sieg souverän nach Hause gefahren. Ich bin überglücklich.“


Keyfacts, CM.com Circuit Zandvoort

Streckenlänge: 4.259 Meter

Wetter: 21 Grad, bewölkt

Pole-Position: Ricardo Feller/Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS)

Sieger: Ricardo Feller/Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS)

Schnellste Rennrunde: Ricardo Feller (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS), 1.35,267 Minuten


Feller verteidigt Spitzenposition

Ricardo Feller legte den Grundstein für den Sieg mit seinem guten Start von der Pole-Position aus. Der Schweizer blieb vorn und behauptete seine Führung vor dem zweitplatzierten Lamborghini-Fahrer Mirko Bortolotti (31/I, GRT Grasser Racing Team) bis zu den Boxenstopps – trotz zweier kurzer Safety-Car-Phasen zur Bergung des Audi von Daniel Keilwitz (31/Villingen, Aust Motorsport) und des Porsche von Klaus Bachler (29/A, Precote Herberth Motorsport). Feller übergab in der 17. Runde an Partner Mies, während Bortolotti einen Umlauf später mit Partner Albert Costa Balboa (31/E) tauschte. Costa Balboa kam als Führender zurück auf die Strecke, konnte sich jedoch nur kurz über seine Position freuen: Nach vier Runden musste er eine Durchfahrtsstrafe wegen eines zu kurzen Boxenstopps absolvieren und fiel aus den Top Ten. Christopher Mies brachte danach souverän den Audi R8 LMS ins Ziel. Am Ende hatte er knapp drei Sekunden Vorsprung. Für Mies und Feller, ihren Rennstall und auch Audi war es auf dem umgebauten Kurs, der jetzt zwei spektakuläre Steilkurven hat, der erste Sieg der Saison. Feller gewann gleichzeitig auch die Pirelli-Junior-Wertung für Nachwuchsfahrer.

Die zweite Position holten Maro Engel und Luca Stolz. Das Duo war von Rang drei ins Rennen gegangen und feierte mit dem nach dem Startunfall auf dem Red Bull Ring neu aufgebauten Mercedes-AMG gleich seine erste Top-Drei-Platzierung der Saison. Rang drei ging an die BMW-Werksfahrer Nick Yelloly und Jesse Krohn.

Sven Müller (29/Bingen am Rhein) und Robert Renauer (36/Vierkirchen, beide Precote Herberth Motorsport) fuhren im bestplatzierten Porsche 911 GT3 R auf Platz vier, dahinter folgten Charles Weerts (20/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) in einem weiteren Audi.

Mit Platz sechs verteidigten die Porsche-Fahrer Mathieu Jaminet (26/F) und Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster, beide SSR Performance), die von Platz acht gestartet waren, im fünften Saisonrennen ihre Tabellenführung. Jeffrey Schmidt (27/CH) und Marvin Kirchhöfer (27/Luzern, beide Callaway Competition) wurden in der Corvette C7 GT3-R Siebte vor den Mercedes-AMG-Duos Igor Waliłko (23/PL) und Jules Gounon (26/F, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing) und Maximilian Buhk (28/Hamburg) und Raffaele Marciello (26/I, beide Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR).

Den letzten Rang der Top Ten sicherten sich Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Dennis Marschall (24/Eggenstein, beide Rutronik Racing by Tece), ihr Audi-Markenkollege Florian Spengler (33/Ellwangen) kam zusammen mit Ex-Formel-1-Pilot Markus Winkelhock (41/Zdiměřice, beide Car Collection Motorsport) als Elfter ins Ziel und holte sich damit den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung.

Stimmen der Sieger

Ricardo Feller: „Vor drei Wochen bin ich hier bereits in einer anderen Serie auf die Pole gefahren und habe den Sieg geholt. Ich habe nicht zu träumen gewagt, dass mir dies an diesem Wochenende noch mal gelingt. Das im ADAC GT Masters zu schaffen ist eine mega Leistung. Wir haben extrem wichtige Punkte sowohl für die Gesamtwertung als auch die Pirelli-Junior-Wertung geholt.“

Christopher Mies: „Ich freue mich sehr über den Sieg und für das Team. Ricardo hat schon im Qualifying einen super Job gemacht und im Rennen war es dank des guten Autos relativ einfach für uns. Der Sieg war zu keiner Zeit ernsthaft in Gefahr. Zuerst war ich ziemlich überrascht, warum der Lamborghini nach dem Boxenstopp so weit vor uns lag, und versuchte natürlich die Lücke möglichst schnell wieder zu schließen. Das ist mir auch gelungen. Als er für dann für die Strafe in die Box abbiegen musste, war das Rennen relativ ungefährdet.“



Perfekter Samstag für Zakspeed im GT4-Thriller in Zandvoort

  • Jan Marschalkowski und Théo Nouet mit erstem Saisonsieg
  • Mercedes-AMG GT4 von Zakspeed auf den ersten beiden Plätzen
  • Porsche-Duo Braun/Grotstollen mit Triumph in der Trophy-Wertung

Siegerauto: Der Mercedes-AMG GT4 vom Team Zakspeed
Foto: ADAC-Motorsport

Action und Positionskämpfe um Podiumsplätze bis zur letzten Runde beim Auftritt der ADAC GT4 Germany auf dem CM.com Circuit Zandvoort in den Niederlanden: Jan Marschalkowski (18/Inning) und Théo Nouet (18/FRA, beide Team Zakspeed) holten sich im Mercedes-AMG GT4 den ersten Saisonsieg. In einem bis zum Schluss spannenden Rennen sicherten sich die Teamkollegen Robert Haub (32/USA) und Gabriela Jílková (26/CZE) Platz zwei und machten so den Zakspeed-Erfolg perfekt. Das Podium komplettierten Marc de Fulgencio (21/ESP) und Robin Falkenbach (19/Niederkassel, beide Leipert Motorsport) in einem weiteren Mercedes-AMG. „Wir haben die ersten beiden Plätze geholt, da ist die Freunde im Team jetzt natürlich unheimlich groß. Alle haben einen super Job gemacht. Das Resultat ist einfach unglaublich. Théo und ich haben sich somit auch im Meisterschaftskampf zurückgemeldet“, jubelte Marschalkowski.

Marc de Fulgencio hatte das Rennen von der Pole-Position aus begonnen und die Führung im ersten Rennabschnitt souverän verteidigt. Hinter dem Spanier kämpften Gabriele Piana (34/ITA) im BMW M4 GT4 von Hofor Racing by Bonk Motorsport, Marschalkowski und Phil Dörr (20/Butzbach, Dörr Motorsport) im Aston Martin Vantage GT4 um die weiteren Plätze. Marschalkowski hatte gleich nach dem Öffnen des Boxenstoppfensters den Wagen an Teamkollege Nouet übergeben. „Ich wusste dass es schwer sein würde, den BMW im ersten Rennabschnitt zu überholen“, beschrieb Marschalkowski seine Renntaktik. „Somit habe ich versucht, die Reifen zu schonen, damit Théo später angreifen kann.“

Gesagt, getan: Der Franzose überholte schnell den vor ihm fahrenden Michael Schrey (38/Wallenhorst), der den BMW beim Fahrerwechsel von Piana übernommen hatte und machte Druck auf die Spitze. Diese hatte zunächst noch de Fulgencios Teamkollege Falkenbach inne. Doch schon direkt nach Schließen des Boxenstoppfensters ging Nouet in Führung. Zwischenzeitlich hatte Andreas Wirth (36/Waghäusel), der den Aston Martin von Dörr übernommen hatte, sich im Kampf um Rang drei gegen Schrey durchgesetzt.

Im weiteren Rennverlauf setzte sich Nouet an der Spitze immer weiter ab. Zwischen Falkenbach und Wirth entwickelte sich ein spannender Zweikampf um Rang zwei. Beide lieferten sich einen rundenlangen Zweikampf, in dem Falkenbach die Attacken des Aston Martin parierte und Wirth schließlich selbst unter Druck von Gabriela Jílková geriet. Die Zakspeed-Pilotin zog kurz vor Rennende an Wirth vorbei auf Rang drei und eroberte in der letzten Runde noch Platz zwei von Falkenbach.

„Ich hatte das Auto auf Platz acht übernommen. Der Mercedes-AMG lief einfach super. Ich konnte die ganze Zeit pushen und immer direkt an den Konkurrenten vorbeifahren. In der letzten Kurve habe ich den Zweitplatzierten außen angegriffen. Ich wollte dann auf keinen Fall lupfen und bin hin zur Ziellinie voll auf dem Gas geblieben. Es hat gereicht“, strahlte Jílková.

„Über unseren ersten Saisonsieg bin ich natürlich richtig froh“, meinte Laufsieger Nouet nach dem Rennen. „Das Team hatte den Mercedes-AMG richtig gut vorbereitet. Nachdem ich die Spitze übernommen hatte, konnte ich einen Abstand herausfahren. Danach ist es mir im Cockpit fast ein wenig langweilig geworden.“ Nouet sicherte sich gleichzeitig auch den Sieg in der Junior-Wertung.

Wirth verlor noch Platz vier an Audi-Pilot Robin Rogalski (20/POL, Seyffarth Motorsport), der gemeinsam mit Tim Reiter (22/Ostfildern) sein bestes Saisonergebnis feiern konnte. Rang sechs erreichten Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team Bernhard) im Porsche 718 Cayman GT4. Die bisher vierfachen Saisonsieger Schrey/Piana fielen noch auf Position sieben zurück, behielten aber die souveräne Tabellenführung. Hinter dem Audi-Duo John Paul Southern (19/USA) und Jan Philipp Springob (20/Köln, beide T3 Motorsport) kamen Stephan Grotstollen (52/Langenhagen) und Georg Braun (50/Pfullingen, beide Team Buchbinder Rent-a-Car) auf Platz neun, was für die Porsche-Piloten gleichzeitig auch den Sieg in der Trophy-Wertung bedeutete. Marcel Lenerz (23/Ludwigsau) und Michael von Zabiensky (20/Oschersleben, beide Schubert Motorsport) komplettierten im BMW M4 GT4 die Top Zehn.


Freitag, 9. Juli 2021

Tabellenführer Jaminet Schnellster in Zandvoort-Steilkurven

  • Porsche-Fahrer setzt erste Duftmarke auf umgebauten Kurs
  • Vier Marken auf den ersten fünf Plätzen
  • Fahrer begeistert vom neuen Streckenlayout

Spektakulär: Mathieu Jaminet in einer der neuen Steilkurven
Foto: ADAC-Motorsport

Viel Abwechslung gab es im ersten Freien Training der Deutschen GT-Meisterschaft auf dem CM.com Circuit Zandvoort in den Niederlanden: Gleich vier Marken lagen in der Auftaktsession auf der umgebauten Formel-1-Strecke mit zwei neuen Steilkurven zwischenzeitlich an der Spitze. Am Ende setzte sich Tabellenführer Mathieu Jaminet (26/F, SSR Performance) im Porsche 911 GT3 R durch. Die beiden Rennen an der Nordseeküste werden am Samstag und Sonntag live ab 16 Uhr von TV-Partner NITRO im Free-TV übertragen. Im Livestream sind sie kostenlos bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen.

Ex-Meister Jaminet, der sich den Elfer mit Titelverteidiger Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster) teilt, fuhr rund zehn Minuten vor dem Ende der einstündigen Session mit 1.34,985 Minuten die beste Rundenzeit. Er war damit der einzige Fahrer, der unter der 1.35-Minuten-Grenze blieb. „Es war eine sehr gute Sitzung“, so der Franzose. „Das Auto war von Anfang an gut – auch mit gebrauchten Reifen. Am Ende sind wir eine Qualifying-Simulation gefahren. Ich hatte eine freie Runde und konnte den Peak der Reifen nutzen. Es war ein ordentlicher Start ins Wochenende, aber wir haben noch Arbeit vor uns.“

Platz zwei ging mit David Jahn (30/Leipzig) und Marco Holzer (32/Bobingen, beide Team Joos Sportwagentechnik) an ein weiteres Duo im Porsche 911 GT3 R. Es fehlten 0,179 Sekunden zur Bestzeit. Rang drei holten sich mit 1.35,200 Minuten die aktuellen Tabellenzweiten Mirko Bortolotti (31/I) und Albert Costa Balboa (31/E, beide GRT Grasser Racing Team) im schnellsten Lamborghini Huracán GT3 Evo. Sie führten das Klassement zwischenzeitlich ebenso an wie die am Ende Fünftplatzierten Mercedes-AMG-Fahrer Igor Waliłko (23/PL) und Jules Gounon (26/F, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing). Die schnellste Runde der polnisch-französischen Paarung wurde mit 1.35,213 Minuten gestoppt.

Die Top 5 vervollständigten Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Dennis Marschall (24/Eggenstein, beide Rutronik Racing by Tece) – aktuell Führende in der Pirelli-Junior-Wertung – im besten Audi R8 LMS.

Fahrer lieben Steilkurven

US-Feeling an der Nordseeküste: Die starken Überhöhungen der zweiten, dritten sowie der Zielkurve in Zandvoort erinnert die Fahrer an Ovalrennstrecken in den USA. Auch wenn Steilkurven im ADAC GT Masters nicht ungewöhnlich sind, so übertrumpfen die Varianten auf dem niederländischen Formel-1-Kurs mit bis zu 18 Grad Überhöhung die 6 Grad überhöhten Passagen des Lausitzrings, wo das ADAC GT Masters im September zu Gast sein wird, doch deutlich. Die Fahrer zeigten sich begeistert. „Die Steilkurven sind richtig gut“, so Corvette-Pilot Marvin Kirchhöfer (27/Luzern, Callaway Competition). „Besonders die Hugenholzbocht gefällt mir sehr. Die letzte Kurve macht auch Spaß, aber sie ist eigentlich keine Kurve mehr, da man sie wegen des Bankings jetzt voll fahren kann.“ Teamkollege Jeffrey Schmidt (27/CH) ergänzt: „Den Umbau haben die Streckenbetreiber gut gelöst. Die beiden Steilkurven sind etwas Spezielles und einzigartig in Europa. Es ist ein bisschen ein Daytona-Feeling.“ Auch BMW-Werksfahrer Nick Yelloly (29/GB, Schubert Motorsport) ist vom umgebauten Kurs angetan: „Das neue Streckenlayout gefällt mir sehr gut, das Banking macht echt Spaß.“


Mittwoch, 7. Juli 2021

ADAC GT4 Germany sucht in Zandvoort den Halbzeitmeister

  •  Wer schlägt die Seriensieger Schrey/Piana?
  •  Gasteinsatz für niederländisches McLaren-Team Equipe Verschuur
  •  Heimspiel für Team Driverse-Fahrerin Sandra van der Sloot

Foto: Jens Hawrda

Action in den Dünen heißt es beim dritten Rennwochenende der ADAC GT4 Germany 2021. Schauplatz zum Ende der ersten Saisonhälfte ist vom 9. bis 11. Juli der CM.com Circuit Zandvoort an der niederländischen Nordseeküste. Der Kurs wurde 2020 umfangreich renoviert und verfügt nun über zwei spektakuläre Steilkurven, die für zusätzliche Überholmöglichkeiten und noch mehr Rennaction sorgen. Bis zu 3.000 Fans am Tag können die Rennen in Zandvoort live verfolgen, Tickets gibt es ausschließlich online unter adac.de/motorsport. Die Läufe der ADAC GT4 Germany werden live und kostenlos bei TVNOW.de sowie auf adac.de/motorsport übertragen, der TV-Sender NITRO zeigt am Sonntagabend ab 17.55 Uhr Highlights.

In Zandvoort ermittelt die ADAC GT4 Germany den Halbzeitmeister der Saison 2021. Beste Chancen auf diesen inoffiziellen Titel haben Michael Schrey (38/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). Das BMW-Duo hat alle vier bislang ausgetragenen Saisonläufe gewonnen und führt die Tabelle mit 100 Punkten unangefochten an. Platz zwei belegen mit 56 Zählern Marc de Fulgencio (21/ESP) und Robin Falkenbach (19/Niederkassel, beide Leipert Motorsport) im Mercedes-AMG GT4.

„Wir hatten bislang in allen Rennen eine gute Pace. Somit gehe ich davon aus, dass wir auch in Zandvoort stark sein werden. Unser Ziel ist es, so viele Meisterschaftspunkte wie möglich mitzunehmen und auch wieder auf das Podium zu fahren“, erklärt de Fulgencio. „Ich kenne die Strecke bereits von einem Test. Zandvoort ist vom alten Schlag und macht richtig Spaß. Das neue Layout mit den Steilkurven ist großartig. In Europa sind wir so etwas gar nicht gewohnt. Ich kann das Wochenende kaum noch abwarten.“

Als Tabellendritte reisen Nicolaj Møller Madsen (28/DNK) und Dennis Fetzer (20/Buseck, beide Team Allied-Racing) mit 55 Punkten nach Zandvoort. Das Porsche 718 Cayman GT4-Duo hatte zuletzt auf dem Red Bull Ring zwei Top-Drei-Platzierungen erzielt. „Das Podium ist auf jeden Fall auch für Zandvoort das Ziel. Aber es wird auch Zeit für unseren ersten Saisonsieg“, ist Fetzer hochmotiviert. Der Hesse hat vor gut zwei Wochen bei der GT4 European Series bereits erste Rennerfahrung in Zandvoort gesammelt. „Das veränderte Layout ist einfach nur mega. Es ist wichtig, immer genug Speed auf die Geraden mitzunehmen. Das erfordert in einigen Ecken richtig Mut. Die letzte Kurve ist durch das neue Banking nun einfacher zu fahren und geht auch Vollgas. Das Lenkrad steht dort fast gerade. Das ist schon etwas Besonderes.“

Das Heimspiel gibt in Zandvoort BMW-Pilotin Sandra van der Sloot (46/NLD, Driverse). „Ich freue mich unheimlich auf das Rennwochenende und möchte den Zuschauern eine tolle Show bieten. Unser Ziel ist die Fahrt in die Top Ten“, so van der Sloot, die wieder mit Charlie Martin (39/GBR) unterwegs sein wird. „Zandvoort ist immer ein Abenteuer. Die überarbeitete Strecke gefällt mir richtig gut. Die Schlüsselstelle ist meiner Meinung nach die Hugenholtzbocht. Durch das Banking gibt es dort nun verschiedene Linien. Ich habe bereits viele Tipps und Tricks von anderen Piloten gehört und bin mir sicher, dass es in dieser Kurve spektakulär zugehen wird. Auch die wenig später folgende Scheivlakbocht wird nun mit mehr Geschwindigkeit befahren und macht ordentlich Spaß. Unserem BMW sollte Zandvoort richtig gut liegen.“

Einen Gastauftritt absolviert der bekannte niederländische Rennstall Equipe Verschuur. Hier teilen sich die beiden Lokalmatadorinnen Liesette Braams und Gaby Uljee das Cockpit eines McLaren 570S GT4. Auch ADAC GT Masters-Laufsieger Marvin Dienst (24/Lampertheim) tritt wieder in der ADAC GT4 Germany an. Nach einem Gaststart auf dem Red Bull Ring wechselt er für Zandvoort ins Porsche-Cockpit von Overdrive Racing und fährt gemeinsam mit Youngster Stefan Bostandjiev (17/BUL).

Tickets sind ab 22,50 Euro für ADAC Mitglieder (Nicht-Mitglieder ab 25 Euro) ausschließlich online unter adac.de/motorsport erhältlich, Kinder bis 12 Jahre haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Geöffnet sind die Haupttribüne und die Stehplatzbereiche entlang der Start-Ziel-Geraden und der ersten Kurve. Voraussetzung für den Zugang zur Rennstrecke für alle Besucher ab 13 Jahren ist ein negativer, in den Niederlanden durchgeführter Coronatest, der nicht älter als 40 Stunden sein darf, oder eine vollständige Impfung. Weitere Informationen zu Tickets und zum Zugang zur Rennstrecke gibt es online unter adac-motorsport.de/adac-gt-masters/faq-ticketing.