Mittwoch, 30. September 2020

ADAC GT Masters auf dem Sachsenring und dem Red Bull Ring mit Zuschauern

  •     Behörden lassen in Sachsen und in Österreich Zuschauer beim ADAC GT Masters zu
  •     Hygiene- und Infektionsschutzkonzept für Zuschauer an beiden Rennstrecken

Foto: Jens Hawrda

Fans dürfen beim ADAC GT Masters auf dem Sachsenring am ersten Oktoberwochenende (2. bis 4. Oktober) und auf dem Red Bull Ring (16. bis 18. Oktober) wieder vor Ort an der Rennstrecke mitfiebern. Für beide Rennwochenenden wurde von den Behörden unter Berücksichtigung eines von den Rennstrecken gemeinsam mit dem ADAC GT Masters erstellten Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes eine definierte Maximalanzahl von Fans zugelassen. Am Sachsenring können maximal 6000 Fans am Tag das ADAC GT Masters erleben, am Red Bull Ring maximal 3000 Fans pro Tag. Ein Zugang zum Fahrerlager ist an beiden Rennstrecken für Fans nicht möglich.
 
Am Sachsenring wird für die Zuschauer der Stehplatzbereich im Infield des Kurses geöffnet, in dem sie das komplette Geschehen auf der Rennstrecke auf zwei Videowalls verfolgen können. Der Zugang zu dem Zuschauerbereich erfolgt über den Karthallen-Vorplatz. Für alle Besucher gelten die bekannten COVID-19-Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Es stehen die Parkplätze 10 und 11 zur Verfügung.
 
Tickets für den Sachsenring sind online im Vorverkauf unter adac.de/motorsport erhältlich. Alle Tickets werden personalisiert. Fans, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt Tickets erworben haben, erhalten per E-Mail Informationen, wie sie ihre Tickets in personalisierte Eintrittskarten umtauschen können. Beim Zugang zum Zuschauerbereich wird eine Identitätskontrolle durchgeführt. Das Mitbringen eines amtlichen Lichtbildausweises ist daher erforderlich.
 
Tickets sind auch vor Ort an der Tageskasse am Karthallenvorplatz erhältlich. Um Wartezeiten zu vermeiden, wird der Onlinekauf von Tickets empfohlen. Alle Inhaber eines Tickets für Samstag oder Sonntag haben damit auch am Freitag Zugang zum Gelände. Neben dem ADAC GT Masters starten am ersten Oktoberwochenende auch die ADAC GT4 Germany, die ADAC TCR Germany und der Porsche Carrera Cup Deutschland auf dem Sachsenring.
 
Am Red Bull Ring werden beim ADAC GT Masters die Tribünen "Start-Ziel" und "Steiermark" geöffnet sein. Tickets gibt es online im Vorverkauf und vor Ort an der Tageskasse, die Tickets werden personalisiert. Im Online-Vorverkauf können Fans sitzplatzgenau ihr Ticket bestellen. Für alle Besucher gelten die bekannten COVID-19-Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Am Red Bull Ring starten neben dem ADAC GT Masters auch die ADAC GT4 Germany, die ADAC Formel 4, die ADAC TCR Germany und der Porsche Carrera Cup Deutschland.
 
Bereits gekaufte Tickets für das ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring behalten ihre Gültigkeit. Alle Ticketinhaber wurden bereits per E-Mail informiert, wie sie anhand ihres bereits erworbenen Tickets eine sitzplatzgenaue Buchung für eine der beiden geöffneten Tribünen vornehmen können.

Seyffert führt Hyundai-Doppelsieg in Hockenheim an

  •     Jan Seyffert feiert seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany
  •     Harald Proczyk wird Zweiter und übernimmt die Führung in der Gesamtwertung
  •     VW-Pilot Tovilavicius als Dritter erstmals auf dem Podium


Jan Seiffert
Foto: ADAC-Motorsport

Premierensieg für Jan Seyffert (22, Stuttgart), starker zweiter Platz und die Tabellenführung für Vizemeister Harald Proczyk (44, Österreich): Das Duo des österreichischen Teams HP Racing International hat das fünfte Saisonrennen der ADAC TCR Germany dominiert und einen Doppelsieg eingefahren. Die beiden Hyundai i30 N TCR-Fahrer verwiesen Dziugas Tovilavicius (28, Litauen, Skuba Racing Team) im VW Golf GTI auf den dritten Rang. Für den VW-Fahrer aus Litauen war es das bisher beste Ergebnis in der ADAC TCR Germany, als Siebter war René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) der beste Starter der Honda Junior Challenge.
 
"Der Sieg ist für mich persönlich sehr emotional und natürlich ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", jubelte Jan Seyffert, der von Platz zwei ins Rennen gegangen war: "Das Team hat einen mega Job gemacht, das Auto war fantastisch. Wir werden versuchen, die Stimmung mitzunehmen in den Rest der Saison. P1 und P2 - das ist eine überragende Teamleistung"
 
In der Gesamtwertung liegt Proczyk nun mit 91 Punkten vorne, Jan Seyffert (82) und der bisherige Tabellenführer Dominik Fugel (23, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) mit 75 Zählern folgen auf den Plätzen zwei und drei.
 
Ein sehr starkes Ergebnis fuhr Gaststarter Philipp Walsdorf (18, Berlin, Lubner Motorsport) ein, der in seinem ersten Rennen in der ADAC TCR Germany im Opel Astra TCR Vierter wurde. Dahinter folgten Szymon Ladniak (17, Polen, GT2 Motorsport) im VW Golf GTI TCR und Felix Wimmer (30, Österreich, Wimmer Werk Motorsport) im neuen Cupra Leon Competición TCR.
 
Siebter wurde Junior René Kircher vor Gaststarter Steffen Redlich (28, Lubner Motorsport) in einem weiteren Lubner-Opel. Enttäuschend verlief das Rennen dagegen für den bisherigen Tabellenführer Dominik Fugel, der seinen Honda Civic TCR abstellen musste. Auch das Hyundai Team Engstler fuhr nicht die gewünschten Ergebnisse ein: Pole-Setter Nico Gruber (19, Österreich) belegte Rang 13, sein Teamkollege Antti Buri kam als Elfter hinter dem zehntplatzierten Niki Schelle (54, Böbing) im VIP Auto ins Ziel.
 
Albert Legutko (23, Polen, Albert Legutko Racing) im Honda Civic TCR und Harri Salminen (51, Finnland, Positione Motorsport) hatten das Rennen ursprünglich auf den Plätzen drei und sechs beendet. Jedoch wurde bei der Untersuchung im Nachgang festgestellt, dass bei Legutkos Honda eine zu geringe Benzinrestmenge vorhanden war, der Junior wurde daraufhin disqualifiziert. Salminen erhielt eine 30-Sekunden-Zeitstrafe, weil er eine Kollision verursacht hatte und wurde als Neunter gewertet.
 
Beim Start sah alles noch gut aus für Gruber, der seine Führung zunächst behauptete und auch davon profitierte, dass sich die Konkurrenz einige Zweikämpfe lieferte. Auch Dominik Fugel mischte plötzlich in der Spitzengruppe mit, der Honda-Pilot hatte sich mit einigen starken Manövern schnell von Startplatz neun auf den vierten Rang verbessert. Doch nach einem Kontakt mit Seyffert fiel der Chemnitzer zurück und musste seinen Honda letztlich abstellen.
 
Seyffert kam in der Folge immer näher an den führenden Gruber heran und überholte den jungen Österreicher schließlich - wenig später folgte Harald Proczyk, der sich zuvor in einem harten Duell an Antti Buri vorbei an Platz drei gedrängt hatte. Proczyk behauptete seinen zweiten Platz im weiteren Verlauf souverän. Vorne fuhr sich sein Teamkollege Seyffert ein komfortables Polster heraus.
 
Doch weiter hinten im Feld lieferten sich die Piloten packenden Duelle. Legutko und Tovilavicius, beide bei den ersten zwei Rennwochenenden keine Kandidaten für die Spitzenplätze, setzten Antti Buri unter Druck und überholten den Finnen schließlich. Auch Junior René Kircher mischte kräftig mit. Von diesen Zweikämpfen profitierte das HP-Racing-International-Duo an der Spitze, das sich immer weiter absetzte. Gruber dagegen hatte in der Folge Probleme, das hohe Tempo mitzugehen und fiel weit zurück.

Großer Schritt in Richtung Titel: Heinemann holt sechsten Saisonsieg

  •  Tim Heinemann dominiert auch das zweite Rennen auf dem Nürburgring
  •   Mercedes-Pilot kann bereits beim nächsten Lauf den Titel holen
  •   Peter Terting erneut auf Platz zwei, Kisiel zum vierten Mal Dritter

Sechster Saisonsieg für Tim Heinmann - Titel greifbar
Foto: dtm.com


Die Heinemann-Festspiele in der DTM Trophy gehen weiter: Tim Heinemann (GER, Mercedes-AMG, HP Racing International) hat auch das zweite Rennen auf der Nürburgring Sprintstrecke überlegen gewonnen. Mit seinem sechsten Sieg in Folge hat der Schützling von DTM-Rekordmeister Bernd Schneider einen weiteren Schritt in Richtung Titel gemacht, bereits beim nächsten Rennen in Zolder (BEL) kann er der erste Champion der neuen DTM Trophy werden. Wie bereits am Samstag schnappte sich Heinemann auch am Sonntag erst die Pole Position und dann den Rennsieg und somit die maximale Punktzahl. Auf Rang zwei landete erneut Landsmann Peter Terting im Porsche von PROsport Racing, der erneut der härteste Widersacher von Heinemann war, ihn aber nie wirklich gefährden konnte. Komplettiert wurde das Podium von Jan Kisiel (POL, Mercedes-AMG, Leipert Motorsport).

Audi-Pilot Mauron nach Fahrfehler mit starker Aufholjagd

Die Zuschauer konnten sich beim Sonntagsrennen wieder über packende Rennaction ffeuen. Bereits der Start hatte es in sich: Während Heinemann vorne ungefährdet davonzog, gingen die dahinter liegenden Konkurrenten zu dritt in Kurve eins. Kisiel versuchte, Terting zu überrumpeln. Terting hatte die Aktion jedoch kommen sehen und schloss gekonnt die Lücke. Wenig später ging Kisiel dann tatsächlich vorbei, doch die Freude für den 26-Jährigen währte nur kurz. Terting schlug zurück, setzte sich innen neben den Polen, der eine Schikane abkürzen und seine Position anschließend kampflos zurückgeben musste. Weiter hinten im Feld drehte sich Lucas Mauron nach einem Fahrfehler. Der Schweizer vom Team Hella pagid - racing one startete anschließend eine fulminante Aufholjagd und kämpfte sich im Audi R8 LMS vom letzten Platz bis auf Rang neun und somit nich in die Punkteränge vor.

Mit dem sechsten Saisonsieg hat Spitzenreiter Tim Heinemann sein Punktekonto in der Gesamtwertung auf 206 Punkte aufgefüllt. Jan Kisiel, der am Sonntag bereits zum vierten Mal auf dem Podium stand, behauptet Rang zwei mit 112 Punkten, der Brite Ben Tuck (BMW, Walkenhorst Motorsport) ist Gesamtdritter mit 99 Zählern. In der DTM Trophy geht es ab dem 09. Oktober auf der Traditionsstrecke im belgischen Zolder wieder rund.

 
Stimmen – 2. Rennen, Nürburgring Sprint

Tim Heinemann (GER), Mercedes-AMG, HP Racing International
“Ein perfekter Tag! Sechs Siege in Folge, einfach unglaublich. Nach dem Start konnte ich zwar etwas Abstand gewinnen, aber Peter Terting hat Druck gemacht. Ich bin fast jede Runde am Limit gefahren. Wenn man die Meisterschaft anführt, kommt natürlich schon der Gedanke an den Titel. Trotzdem arbeiten wir von Tag zu Tag, von Rennen zu Rennen.”

Peter Terting (GER), Porsche, PROsport Racing
“Ein interessantes Rennen. Kurz nach dem Start hat Jan Kisiel mich überholt, aber ich habe es wenig später in der Schikane dann darauf ankommen lassen und mich mit einem recht harten Manöver wieder vorbei gequetscht. Ansonsten habe ich das Gleiche versucht, wie bereits am Samstag: Pushen, um zu Tim aufzuschließen und um den Sieg zu kämpfen. Aber immer wenn ich irgendwo eine Zehntel gefunden hatte, habe ich es an anderer Stelle wieder verloren. Aber wir bleiben dran und geben nicht auf.”

Jan Kisiel (POL), Mercedes-AMG, Leipert Motorsport
“Ich habe die Situation nach dem Start genutzt und mich auf Peter Terting konzentriert. Leider hat es nicht sollen sein. Vor mir zu viel Abstand, hinter mir genug zum Verfolger – ich war quasi ein Einzelkämpfer und bin ein ziemlich einsames Rennen gefahren. Wir mussten buchstäblich in letzter Sekunde vor dem Rennen noch das Setup am Auto ändern. Das hat zwar geklappt, aber die Performance war dennoch nicht ganz so gut wie am Samstag. Insgesamt aber natürlich ein Rennergebnis, mit dem ich sehr gut leben kann.”

Montag, 28. September 2020

Fünfter Streich: Heinemann setzt Siegesserie in der DTM Trophy fort

  •     Auf der Nürburgring-Sprintstrecke: Souveräner Start-Ziel-Sieg für Tim Heinemann
  •     Drei Hersteller auf dem Podium: Mercedes, Porsche und BMW
  •     Rundenlanges Duell um Platz drei begeistert Zuschauer

Tim Heinemann feiert Sieg Nr.5
Foto: dtm.com


An Tim Heinemann beißt sich die Konkurrenz in der DTM Trophy weiterhin die Zähne aus: Auf der Nürburgring Sprinstrecke fuhr der 22-jährige Deutsche vom Team HP Racing International im Mercedes-AMG-GT einen ungefährdeten Sieg nach Hause – sein fünfter Saisonsieg in der Trophy und der fünfte in Folge. Landsmann Peter Terting (Porsche, PROsport Racing) zeigte eine starke Leistung und verteidigte seinen zweiten Platz vom Start bis ins Ziel. Der Brite Ben Green (BMW, FK Performance Motorsport) komplettierte das Podium, musste aber bis zur letzten Runde um seine Position kämpfen, weil ein drängelnder Jan Kisiel (POL, Mercedes-AMG, Leipert Motorsport) immer wieder attackierte und für die Zuschauer in der Eifel immer wieder packende Szenen lieferte.

Bereits unmittelbar vor dem Start gab es den ersten Aufreger, als der Audi R8 LMS des Schweizers Lucas Mauron (Hella pagid - racing one) kurz vor der Startfreigabe Feuer fing. Während das Feld davon zog, konnte der gut reagierende Mauron seinen im Heckbereich brennenden Boliden rechtzeitig von der Strecke lenken und auf dem Grünstreifen abstellen. Eine kurze Safety-Car-Phase war die Folge; der Restart ergab keine Veränderungen an der Spitze. Während das Rennen für Mauron beendet war, zog Spitzenreiter Heinemann dem Feld davon. Terting konnte zwar nicht zu Heinemann aufschließen, dafür gelang es dem Deutschen, seinen Verfolger Green auf Abstand zu halten.

Kisiel sorgt für packendes Duell um Platz drei

Letzterer hatte alle Hände voll zu tun, einen beherzt fahrenden Jan Kisiel hinter sich zu halten, der seine Chance auf das Podium witterte. Der von Platz sieben gestartete Pole machte mehrere Plätze gut und klebte bis zur letzten Runde des Rennens am Heck von Ben Greens BMW M4. Da war jedoch Endstation für den Leipert-Mercedes-Piloten, denn Green fuhr Kampflinie und nutzte den guten Topspeed des M4 auf der Geraden geschickt aus. Für unterhaltsame Rennaction sorgte auch ein über mehrere Runden ausgetragener Dreikampf um Platz neun zwischen Neuzugang Nico Verdonck (BEL) im Toyota Supra von Ring Racing, dem Schweizer Felix Hirsiger (Porsche, Allied Racing) und Luke Wankmüller (GER, BMW, FK Performance Motorsport), bei dem sich Verdonck letztendlich behaupten konnte.

Weiter geht es in der DTM Trophy am Sonntag (Start um 15:15 Uhr / live via der Streaming-Plattform grid.dtm.com). Tabellenführer Heinemann baute seinen Vorsprung weiter aus und liegt nunmehr mit 178 Punkten einsam an der Spitze. Kisiel behauptet Gesamtrang zwei mit 96 Zählern, gefolgt von Green (87), der punktgleich mit Ben Tuck (GBR, BWM, Walkenhorst Motorsport) auf Rang drei liegt.

 
Stimmen – 1. Rennen, Nürburgring Sprint

 
Tim Heinemann (GER), Mercedes-AMG, HP Racing International
“Das Team hat einen perfekten Job gemacht: Ich musste mich eigentlich nur ins Auto setzen und fahren. So sollte es sein. Im Rennen hatte ich auch alles im Griff. Der Start hat gut geklappt, ebenso wie der Restart. Anschließend konnte ich eine kleine Lücke zu Peter Terting aufbauen. Er hat dann versucht, zu attackieren, aber ich konnte ihn auf Abstand halten, weil seine Reifen nach und nach abgebaut hatten. Von dem Zeitpunkt an war dann alles unter Kontrolle.”

 
Peter Terting (GER), Porsche, PROsport Racing
“Das erste Podium ist schon eine Erleichterung. Ich freue mich auch sehr für unser PROsport-Team, das sind alles junge Leute zwischen 23 und 27 Jahren. Sie haben alles gegeben, und es ist Klasse, dass sich die harte Arbeit nun endlich ausgezahlt hat. Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg war, dass wir viel getestet und das Auto Schritt für Schritt verbessert haben. Was den Rennverlauf angeht, hatte ich für kurze Zeit das Gefühl, Tim Heinemann attackieren zu können und habe das auch mit der Box besprochen. Ein paar Runden später haben wir uns dann aber entschieden, lieber auf Nummer sicher zu gehen.”

 
Ben Green (GBR), BMW, FK Performance Motorsport
“Ich hatte reichlich Arbeit, Jan Kisiel hinter mir zu lassen. Das waren harte, aber fair geführte Zweikämpfe, die mir auch viel Spaß gemacht haben. Es war auch etwas Kontakt dabei, aber das ist Racing. Der Reifenverschleiß war ein bisschen hoch, das hat gegen Ende des Rennens Probleme gemacht. Es ging dann nur noch darum, zu verteidigen. Aber ich bin ruhig geblieben, habe die Nerven behalten. Mit Platz drei können wir sehr zufrieden sein, denn mehr wäre nicht drin gewesen.”

Starkes Comeback: Nico Müller nach Nürburgring-Sieg unbeirrt auf Titelkurs

  • Nico Müller mit überlegenem Sieg auf der Sprintstrecke des Nürburgrings
  • Audi liegt in der Herstellerwertung uneinholbar vorn
  • Sheldon van der Linde als bester BMW-Mann Vierter

Nico Müller (Audi) klar auf Titelkurs
Foto: dtm.com



Mit einem überlegenem Sieg hat sich der DTM-Meisterschaftsführende Nico Müller (SUI, Audi) im zweiten Rennen auf der Nürburgring Sprintstrecke eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach seinem Pech am Samstag, als Müller sich nach einem Dreher mit Rang fünf begnügen musste, fuhr der Schweizer am Folgetag mit einer Extraportion Ehrgeiz und war nicht zu schlagen. Titelkonkurrent und Teamkollege Robin Frijns (NED, Audi) kam als Zweiter mit fast zwölf Sekunden Rückstand über die Linie – dennoch ein Sonntag nach Maß für die Abt-Mannschaft, die einen beeindruckenden Doppelsieg feierte. Das Podium komplettierte Titelverteidiger René Rast (GER, Audi). Ein weiteres Mal standen also die „Big Three“ der DTM auf dem Treppchen. In der Herstellerwertung ist bereits nach dem zweiten Saisondrittel alles klar: Mit 872 Zählern liegen die Ingolstädter nun uneinholbar vorn, Konkurrent BMW kann mit 356 Zählern nicht mehr aufschließen.

Eine Überraschung gab es bereits im Qualifying, nach dessen Abschluss sich dieses Mal nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ unter den Top drei wiederfanden: Ferdinand Habsburg sprengte das Trio der Schnellsten und fuhr die zweitbeste Zeit. Eine kleine Sensation und das bislang beste Qualifying-Ergebnis für den jungen Österreicher und sein WRT-Kundenteam. Im Rennen konnte Habsburg seine Pace allerdings nicht vollends nutzen und landete auf dem sechsten Rang. Auch das BMW-Kundenteam ART glänzte mit Robert Kubica (POL) im Zeittraining mit Rang sieben, blieb im Rennen aber ebenfalls ohne Fortune.

Müller mit überlegener Pace am Rennstart

Nico Müller legte bereits kurz nach dem Start den Grundstein für seinen überlegenen Rennsieg: Während Pole-Mann Frijns zunächst die Nase vorn hatte, ging der Schweizer schon kurz nach Rennstart an Habsburg vorbei und machte anschließend Druck auf Frijns. In der siebten Runde schnappte sich Müller die Führung und baute sie kontinuierlich aus. René Rast, von Platz vier gestartet, fuhr ein unauffälliges Rennen und schnupperte nur einmal kurz am zweiten Platz, als Frijns nach seinem Pflichtstopp mit kalten Reifen kurz vor ihm auf die Strecke zurückkam – doch der Niederländer behielt die Nerven und konnte Rast hinter sich lassen. Auch wenn an der Spitze schnell alles klar war, konnten sich die Zuschauer in der Eifel bei Kaiserwetter über packende Rennaction im Mittelfeld freuen, wo es zahlreiche Positionskämpfe gab.

Van der Linde erneut bester BMW-Pilot, Pech für Kubica

Im BMW-Lager setzte ein weiteres Mal der Südafrikaner Sheldon van der Linde ein Ausrufezeichen, der mit Platz vier bester BMW-Pilot wurde. Dessen RBM-Team hatte Konkurrent Marco Wittmann (GER, BMW) mit einem Undercut geschickt ausgekontert, so dass dieser sich mit dem fünften Platz begnügen musste. Weiter hinten im Feld sorgten Philipp Eng (AUT, BMW), Lucas Auer (AUT, BMW) und Jamie Green (GBR, Audi) für unterhaltsame Positionskämpfe. Green hatte jedoch Pech und musste seinen RS 5 DTM kurz vor Rennende mit technischen Problemen in der Box abstellen. Auch Ex-Formel-1-Pilot Robert Kubica (POL, BMW), der mit einem starken siebten Startplatz auf sich aufmerksam gemacht hatte, musste im Rennen an sechster Position liegend mit einem Getriedefekt aufgeben.

Nach dem zwölften von 18 Saisonrennen baut Nico Müller seinen Vorsprung in der Fahrerwertung weiter aus und liegt nun mit 242 Punkten weiter an der Spitze. Frijns bleibt ihm mit 224 Zählern auf den Fersen, Rast ist Dritter mit nun 195 Punkten. In der DTM geht es weiter vom 09. bis 11. Oktober im belgischen Zolder. Und auch im kommenden Jahr können sich Motorsportfans auf packende Tourenwagen-Action freuen, denn die DTM geht ab 2021 erneut an den Start – mit geändertem Reglement, aber mit genau so viel Spannung und Faszination.


Stimmen – 2. Rennen, Nürburgring Sprint


Nico Müller (SUI), Audi, Sieger
„Es ist schön, wenn man einen Vorteil hat, aber man weiß ja nie, was passiert, ob es eine Safety-Car-Phase gibt oder nicht. Deshalb ist man nicht entspannt, sondern man muss fokussiert bleiben. Ich bin schon früh zum Stopp in die Boxengasse abgebogen und wusste, dass es ein sehr langer zweiter Stint wird. Erst fünf, sechs Runden vor dem Rennende war nich nicht mehr so besorgt – aber selbst dann weiß man ja nie, was noch passiert. Nach zwei schlechten Tagen am vergangenen Sonntag und am gestrigen Samstag war das ein erfolgreicher Tag heute. Das Überholen von Robin Frijns war kein Problem. Ich denke, er hat gesehen, dass ich schnell ankam. Aber zwischen uns ist das immer smart und fair. Dass Audi schon sechs Rennen vor dem Saisonende Markenmeister ist, ist ein starkes Statement. Wir können nur danke sagen, dass sie uns mit dem RS 5 ein so großartiges Tool gegeben haben. Wenn ich damit aus der Boxengasse rausfahre, habe ich immer ein Grinsen im Gesicht.“


Robin Frijns (NED), Audi, 2. Platz
„Ich habe mir früh einen Bremsplatten eingefangen und hatte dadurch Untersteuern in Linkskurven. Daher habe ich mich auch nicht so sehr gewehrt, als Nico Müller an mir vorbei ist. Ich habe dann versucht, dran zu bleiben doch der Abstand wurde immer größer. Zudem musste ich auf meine Reifen achten und habe gemerkt, dass die Reifen von Nico besser waren als meine. Der zweite Platz ist jedenfalls okay. Ich werde versuchen, aus jedem Rennen das maximale heraus zu holen. In Zolder will ich mir die Punkte wieder zurückholen. Audi ist seit zwei, drei Jahren sehr stark und nun wieder frühzeitig Markenmeister. Es ist einfach schön, mit dem Audi RS 5 DTM Rennen zu fahren.“


René Rast (GER), Audi, 3. Platz
„Der Boxenstopp hat leider nicht perfekt funktioniert, hinten rechts gab es ein Problem mit einer Radmutter. Aber das war letztlich nicht entscheidend. Im ersten Stint konnte ich mithalten. Im zweiten hatte ich von Beginn an wenig Grip. Wir hatten keine Antwort. In der Meisterschaft wird der Abstand langsam größer, das ist etwas frustrierend. Doch es sind noch sechs Rennen, noch ist alles offen. Man weiß ja nie, ich gebe nicht auf, die beiden unter Druck zu setzen. Dass Audi heute schon so früh Markenmeister geworden ist, macht uns alle stolz. Und ich bin dankbar, dieses Auto fahren zu dürfen.“


Ergebnis – 2. Rennen, Nürburgring Sprint


01. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 41 Runden in 57.09,856 Minuten
02. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, + 11,790 Sekunden
03. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, + 19,526 Sek.
04. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 22,733 Sek.
05. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, + 24,016 Sek.
06. Ferdinand Habsburg (AUT), Audi RS 5 DTM, + 25,713 Sek.
07. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 30,162 Sek.
08. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, + 33,795 Sek.
09. Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, +40,763 Sek.
10. Jonathan Aberdein (RSA), BMW M4 DTM, + 44,264 Sek.

Schnellste Rennrunde: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.21,479 Min.
Pole-Position: Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 1.19,117 Min.
Wetter: 22°C, sonnig
Strecke: 36°C, trocken