Dienstag, 18. August 2020

HYRAZE League – die Rennserie für den MOTORSPORT DER ZUKUNFT

HYRAZE League, Urheber: HWA AG
 

HYRAZE League – unter diesem Namen soll ab 2023 ein gänzlich neuer Motorsport-Wettbewerb mit Wasserstoff-Rennfahrzeugen starten. Namhafte Partner haben dazu ihr gemeinsames Konzept auf einer heutigen Pressekonferenz des ADAC vorgestellt. Die HYRAZE League bringt mit einem innovativen Konzept relevante Zukunftstechnologie in den Motorsport. Neben den emissionsfrei angetriebenen Rennfahrzeugen und einem revolutionären Bremssystem macht auch Steer-by-Wire die High-Performance-Rennfahrzeuge zu einem Entwicklungstreiber für eine künftige Serienproduktion. Neue Wege geht die HYRAZE League auch beim sportlichen Modus: Die Serie vereint virtuellen und realen Motorsport und bringt Rennfahrer und Sim-Racer zusammen.

Ab dem Jahr 2023 soll mit der HYRAZE League die weltweit erste Automobil-Rennserie an den Start gehen, die auf umweltfreundlich produzierten Wasserstoff als Energieträger setzt. Es entsteht eine nahezu emissionsfreie, sichere und zukunftsfähige Form des Motorsports, die zugleich Entertainment auf der Höhe der Zeit bietet. Dank modernster Technologie stehen actionreicher Motorsport, Ressourcenschonung und Sicherheit in der HYRAZE League nicht im Widerspruch zueinander. Die Rennen werden mit 800 PS starken Wasserstoff-Autos ausgetragen. Die Energie für den emissionsfreien Antrieb liefert grüner Wasserstoff, der in den beiden Brennstoffzellen der Rennfahrzeuge in Strom für die 4 Elektromotoren umgewandelt wird. Im Rahmen einer Projektpräsentation haben ADAC e.V., DEKRA SE, DMSB e.V., HWA AG, Schaeffler AG und WESA heute in Stuttgart gemeinsam ein zukunftsweisendes Konzept für nachhaltigen Motorsport vorgestellt.

HYRAZE League, Urheber: HWA AG

Die HYRAZE League geht nicht nur beim Antriebskonzept neue Wege. Einzigartig im internationalen Rennsport wird auch das Bremssystem der allradgetriebenen Fahrzeuge. Denn jeglicher anfallende Bremsstaub entweicht nicht unkontrolliert in die Umwelt, sondern wird im Fahrzeug aufgefangen und im Nachhinein umweltneutral entsorgt. Spezielle, aus schnell nachwachsenden Rohstoffen entwickelte Reifen sorgen außerdem für eine Minimierung des Reifenabriebs. Zusammen mit einer strikt limitierten Anzahl von Reifen reduziert sich die Feinstaubbelastung wesentlich.

Auch für die Rennfahrer hat die neue Technologie einen bedeutenden Vorteil: durch das auf Sprintrennen optimierte Energiekonzept können sie die volle Performance des Fahrzeugs ohne Einschränkungen über die gesamte Renndistanz nutzen. Durch die Möglichkeit, die beiden Tanks während eines Rennens schnell zu befüllen - ein grundlegender Vorteil, den die Wasserstofftechnologie gegenüber rein batterieelektrischen Fahrzeugen bietet - können die Rennen jederzeit auch auf Langstreckendistanzen erweitert werden.

HYRAZE League, Urheber: HWA AG

Die Karosserieteile werden aus einem Naturfaser-Verbundwerkstoff hergestellt und können von den Teams frei nach ihren Vorstellungen gestaltet werden. Damit ist sichergestellt, dass jeder seine individuelle Designsprache und Karosserieform, unabhängig von einem Serienbezug darstellen kann. Klare Regeln im Bereich der Aerodynamik sorgen dafür, dass trotz freier Karosseriegestaltung kein kostenintensiver Aerodynamik-Wettbewerb entsteht. Unter der Außenhaut basiert die Technik der ersten Fahrzeuggeneration im Wesentlichen auf Einheitsbauteilen, die von den an dem Projekt beteiligten Technologiepartnern entwickelt werden. Der ganzheitliche Ansatz sorgt dafür, dass mit der HYRAZE League eine nachhaltige, umweltfreundliche und technologietreibende Form des Motorsports entsteht, die Amateuren wie Profis nahezu gleiche Chancen garantiert.

Mit einer neuartigen Verknüpfung von E-Sport und realem Motorsport geht die HYRAZE League außerdem neue Wege, um nicht nur die Fans an der Strecke, sondern auch die junge, digitalaffine Zielgruppe anzusprechen und zu begeistern. Die Teams haben für jedes Auto zwei Fahrer - einen für die realen Wertungsläufe und einen, der an den gleichfalls zur Meisterschaft zählenden E-Sport-Events teilnimmt. Die Ergebnisse beider Rennen fließen zu gleichen Teilen in die Meisterschaftswertung ein, sodass am Ende ein Team als Gesamtsieger beider Disziplinen gekürt wird – ein absolutes Novum im Motorsport. Der E-Sport-Verband WESA (World eSports Association) gestaltet als Serienpartner die Entwicklung der Rahmenbedingungen im virtuellen Umfeld maßgeblich mit, um die HYRAZE League Sim Wettbewerbe auf absolutes E-Sport top Niveau zu heben. Regelwerke, Schiedsgerichtsbarkeit und die faire Einbindung von Teams und Gamern sind die WESA Kernkompetenzen in der Welt der elektronischen Spiele.

HYRAZE League, Urheber: HWA AG

Der Herausforderung, dieses revolutionäre Projekt gemeinsam zu entwickeln, stellen sich gleich mehrere starke Partner, um Teile des Automobilsports dem Zeitgeist folgend neu zu positionieren.

Mit dem DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) und Europas größtem Mobilitätsclub, dem ADAC e. V. stellen von Beginn an zwei erfahrene Partner sicher, dass in der HYRAZE League Motorsport auf höchster Ebene stattfindet. Es wird ein klares Regelsystem innerhalb einer professionell organisierten Meisterschaft entstehen. Durch die herausragende internationale Stellung der beiden Partner soll perspektivisch auch eine weltweite Etablierung der bahnbrechenden Rennserie angestrebt werden.

Das Gesamtkonzept und wesentliche Komponenten des Fahrzeugs entwickeln die Engineering-Experten der HWA AG. Teil dieses Gesamtkonzepts ist ein bewusster Verzicht auf aerodynamischen Abtrieb, was zur Freude der Fans Überholmanöver erleichtern wird und Action auf der Strecke garantiert. Der fehlende Anpressdruck sorgt für einen längeren Bremsweg, was neben dem sportlichen Aspekt vor allem einer optimierten Energie-Rückgewinnung durch Rekuperation zugutekommt. Die während des Bremsvorgangs gesammelte Energie wird kurzfristig in kompakten Hochleistungs-Batteriezellen gespeichert. Das bedeutet maximale Effizienz bei gleichzeitiger Ressourcenschonung.

Zusammen mit den Motorsport-Sicherheitsexperten von DEKRA und DMSB entsteht darüber hinaus ein Sicherheitskonzept für das Rennfahrzeug, das in dieser Art neue Maßstäbe setzt. Dabei stand vor allem der Schutz der Wasserstoff-Komponenten, der Fahrer und der Zuschauer im Fokus. Deformierbare Elemente bauen im Falle eines T-Bone Crashs Energie ab und eine extrem feste Carbon-Struktur schützt die gleichfalls aus Kohlefaser gefertigten Wasserstofftanks wirkungsvoll gegen alle nur denkbaren Crashlasten. Entsprechende, unabhängige Tests werden von DEKRA in seinen Prüflabors an Prototypen-Teilen durchgeführt. Ziel ist es, ein von der FIA genehmigtes Reglement zu erarbeiten.

Der weltweit führende Automobilzulieferer Schaeffler ist bei diesem Projekt als Innovations- und Technologiepartner für Komponenten wie Elektromotoren und Lenkung federführend beteiligt. Das im Fahrzeug implementierte Steer-by-Wire-System übernimmt die Steuerung der Lenkung, durch rein elektronische Impulse. Die mechanische Verbindung über die Lenksäule kann damit vollständig entfallen – ein Vorteil insbesondere auch für autonom agierende Fahrzeuge. Vernetzt über intelligente Steuerungssysteme werden Fahrdynamikfunktionen, wie z.B. Torque Vectoring, möglich.
Zukunftsweisende Antriebsformen, ressourcenschonende Automobilproduktion und extreme Sicherheit – die HYRAZE League liefert durch den Einsatz von modernster Technik in allen Bereichen wichtige Impulse für den Technologietransfer und ist so die optimale Entwicklungsplattform für die Mobilität der Zukunft.

Mitreißender Motorradsport beim Saisonauftakt in Assen

 

Foto: MPS/Dino Eisele/IDM 2020

Mit packendem Motorsport meldete sich die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) nach der Corona-Pause mit packenden Rennen zurück. 321 Tage nach dem letzten IDM-Rennen konnte die neue Saison auf der holländischen MotoGP-Strecke endlich starten. Dabei erwischte Jonas Folger auf der Yamaha des Bonovo Action Teams powered by MGM Racing einen Auftakt nach Maß: Der 27-Jährige gewann in beiden Rennen das heiß erwartete Duell mit dem Titelverteidiger Ilya Mikhalchik auf der BMW des EGS-alpha-Van Zon-BMW-Teams.

Das gesamte Wochenende wurde von spannenden Rennen geprägt. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren vor Ort in Assen keine Zuschauer zugelassen. Die Fans konnten die Rennen im kostenlosen IDM-Livestream verfolgen. Auch die Rennen der drei folgenden IDM-Veranstaltungen auf dem Sachsenring, dem Lausitzring und dem Hockenheimring können die IDM-Fans per Livestream verfolgen.

In der IDM-Königsklasse Superbike 1000, in der die Motorräder reichlich über 200 PS haben, wurde Jonas Folger seiner Favoritenrolle gerecht. Er dominierte das Training und gewann beide Rennläufe. Doch ein Spaziergang waren die beiden Hitzerennen für den Yamaha-Fahrer nicht: „Da steckt schon Arbeit dahinter“, bekannte Folger nach dem zweiten Rennen. Die Rückstände von Ilya Mikhalchik auf den Doppelsieger sind mit 2,9 und 3,6 Sekunden sind nicht groß. Direkt dahinter folgt mit Florian Alt (Wilbers Racing) gleich der nächste schnelle BMW-Fahrer.

Im zweiten Lauf der IDM-Superbike 1000 folgte mit Alessandro Polita (Holzhauer Racing Promotion) der schnellste Honda-Fahrer dem Führungstrio. Pech hatte dagegen Langstreckenweltmeister Erwan Nigon (Kawasaki Weber-Motos Racing Team): Nach dem neunten Platz im ersten Rennen bog er nach einer Durchfahrtstrafe direkt in die seine Box ab. Als schnellster Suzuki-Fahrer beendete Daniel Kartheininger (HPC Power Suzuki Racing) beide Rennen in den Top 15 der in diesem Jahr extrem stark besetzten Klasse.

In der ebenfalls hochkarätigen IDM Supersport 600 lief zunächst alles nach Plan für Victor Steeman (Lentink Sports Racing) auf Yamaha. Den ersten Startplatz münzte der Holländer gegen Titelverteidiger Max Enderlein (Freudenberg SMC WorldSSP Academy) und Sander Kroeze (Team SWPN) in den Rennsieg. Auch im zweiten Rennen übernahm Steeman die Führung. Doch dem großen Druck seiner Verfolger hielt er nicht stand und verspielte mit einem Sturz alle Chancen auf den zweiten Erfolg.

Das Rennen entwickelte sich zu einem mitreißenden Vierkampf in der letzten Runde mit dem besten Ende für Steemans Landsmann Glenn van Straalen auf Kawasaki. In der letzten Kurvenkombination vor dem Ziel presste sich Sander Kroeze noch auf den zweiten Platz an Max Enderlein vorbei. Der Sachse wurde nur Vierter, weil er eine Kollision mit Kroeze vermied, Luca Grünwald (Kawasaki Schnock Team Motorex) noch durchschlüpfte und Dritter wurde. In der IDM Superstock 600, in der weniger an den Motorrädern verändert werden darf, sicherte sich der Belgier Tom Kohnen auf Yamaha mit zwei Laufsiegen die Maximalpunktzahl von 50 Zählern.

Mit zwei ganz unterschiedlichen Rennverläufen startete die Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 in die neue Saison. Das erste Rennen gewann der 15 Jahre alte Yamaha-Fahrer Melvin van der Voort aus dem Team SWPN mit einem komfortablen Vorsprung von 8,004 Sekunden. Das zweite Rennen war ein typisches Supersport-300-Rennen mit zahlreichen Positionswechseln und einem dramatischen Fotofinish. Der Australier Harry Khouri erkämpfte auf der Kawasaki des Benjan Racing Teams den Rennsieg. Nur 0,011 Sekunden trennten ihn von Rick Dunnik auf der Yamaha (Zuwi-HDRacing). Dahinter folgten van der Vaart und Colin Velthuizen auf Kawasaki (RT Motorsports by SKM-Kawasaki), dem als Vierten nur 0,075 zu seinem zweiten IDM-Sieg fehlten.

In der IDM Sidecar gab es eine große Überraschung. Der achtfache Weltmeister Tim Reeves und sein Beifahrer Kevin Rousseau (Adolf RS Yamaha) blieben auf dem TT Circuit punktelos. Im ersten Rennen der 600 cm³-Klasse wurde er von einem technischen Defekt eingebremst, im zweiten kam er zu spät aus der Box zur Einführungsrunde. Der Brite erhielt deshalb während des Rennens eine Durchfahrtstrafe. Sieger beider Rennen wurde der Schweizer Markus Schlosser (LCR Yamaha) mit seinem Passagier Marcel Fries. Mit ihm stiegen jeweils Bennie Streuer/Ilse de Haas (RCN Yamaha) und Josef Sattler/Luca Schmidt (Adolf RS Yamaha) aufs Siegerpodium. Der 17-jährige Schmidt wird als großes Nachwuchstalent in seiner Klasse gehandelt. In der IDM Sidecar sind auch immer noch die Gespanne mit 1000 cm³-Hubraum integriert. Sie fahren im gleichen Feld, werden jedoch getrennt gewertet. Beide Läufe gewann der Sachse Mike Roscher (LCR BMW) mit seiner Beifahrerin Anna Burkard aus der Schweiz.

Beim erstmals ausgetragenen Pro Superstock Cup gewann der Österreicher Nico Thöni auf BMW beide Läufe. Im Twin Cup gehen Felix Klinck (Kawasaki) und Nicolai Kraft )Suzuki) als Gesamtführende aus beiden Rennen des Wochenendes mit jeweils 45 Pkt.. Nachdem Nicolai Kraft den ersten Lauf gewinnen konnte siegte im zweiten Lauf, allerdings erst auf den letzten Metern, Felix Klinck, nach einem packenden Kampf mit 0,009 Sekunden vor seinem Markenkollegen Johann Flammann.

Nächste IDM-Veranstaltung: 7. und 8. September 2020 auf dem Sachsenring

Montag, 17. August 2020

Porsche siegt auch im zweiten Rennen auf dem Nürburgring

  • Sven Müller und Robert Renauer holen ersten Saisonsieg
  • Charles Weerts gewinnt Pirelli-Junior-Wertung
  • Rolf Ineichen siegt in der Pirelli-Trophy-Wertung

Müller/Renauer im precote Porsche siegen am Sonntag am Nürburgring
Foto; ADAC-Motorsport


Das zweite Rennwochenende des ADAC GT Masters steht ganz im Zeichen von Porsche. Nach dem Sieg am Samstag triumphierten die Stuttgarter auch im zweiten Rennen mit Robert Renauer (35/Vierkirchen) und Sven Müller (28/Bingen am Rhein, beide Precote Herberth Motorsport), die zu ihrem ersten Saisonsieg fuhren. Rang zwei ging an Charles Weerts (19/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) im besten Audi R8 LMS vor den Lamborghini-Werksfahrern Franck Perera (36/F) und (Albert Costa Balboa (30/E, beide GRT Grasser Racing Team). "Ein toller Sieg", freute sich Sieger Robert Renauer. "Das war eine kleine Wiedergutmachung für unseren unglücklichen Saisonauftakt auf dem Lausitzring."

Porsche machen beim Start Plätze gut

Den Grundstein für ihren Sieg legten Müller und Renauer mit einem starken Start. Müller verbesserte sich von Platz fünf auf drei und lag bis zu den Boxenstopps hinter Markenkollege David Jahn, der von Startposition sechs in Führung gegangen war. Diese verteidigte Jahn bis zu den Boxenstopps gegen Pole-Setter Kelvin van der Linde (24/ZA, Rutronik Racing) und Müller, die dicht dahinter folgten. Van der Linde absolvierte seinen Stopp als erster der Spitzengruppe und übergab an Partner Patric Niederhauser. Dank des frühen Wechsels übernahmen die beiden Titelverteidiger nach den Stopps den ersten Platz, über den sie sich jedoch nur kurz freuen konnten. Eine anschließende Durchfahrtsstrafe wegen eines Vergehens beim Boxenstopp warf das Audi-Duo weit zurück. Am Ende musste es sich trotz der schnellsten Rennrunde mit Rang zehn begnügen.
 
Neuer Spitzenreiter war nun Müllers Partner Renauer, der mit einer besseren Boxenstoppstrategie an den Markenkollegen Jahn und Fittje vorbeigegangen war. Renauer setzte sich danach leicht ab und fuhr schließlich mit 3,7 Sekunden Vorsprung zum ersten Saisonsieg. Es war der jeweils siebte Triumph im ADAC GT Masters für den Bayern und seinen Rennstall Precote Herberth Motorsport sowie der zweite für Porsche-Werksfahrer Müller.
 
David Jahn und Jannes Fittje sahen zwar als Zweite die Zielflagge. Doch eine nachträgliche 30-Sekunden-Strafe wegen eines "Unsafe Release" beim Boxenstopp warf sie aus den Punkterängen. Charles Weerts (19/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) rückten damit auf den zweiten Rang vor. Die beiden Belgier fuhren mit ihrem Audi nach dem Sieg im zweiten Rennen des Saisonauftaktes ihr zweites Podium des Jahres ein. Weerts sicherte sich damit auch den Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung.
 
Ebenfalls auf das Podium kamen als Dritte - zum ersten Mal in diesem Jahr - die Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera (36/F) und Albert Costa Balboa (30/E, beide GRT Grasser Racing Team), dahinter kamen als Vierte Rolf Ineichen (42/CH) und Mirko Bortolotti (30/I, beide Team WRT) in einem weiteren Audi ins Ziel. Ineichen gewann damit auch die Pirelli-Trophy-Wertung.
 
Fünfte wurden Markus Pommer (29/Neckarsulm) und Jeffrey Schmidt (26/CH, beide Callaway Competition) in der einzigen Corvette im Feld vor dem Audi-Duo Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (32/Kulmbach, beide Montaplast by Land Motorsport). Maro Engel (34/Monte Carlo) und Luca Stolz (25/Brachbach, beide Toksport WRT) verteidigten mit ihrem Mercedes-AMG GT3 Evo als Siebte ihre Tabellenführung, verpassten aber erstmals in dieser Saison das Podium. Ihre Markenkollegen Philip Ellis (27/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward) fuhren auf Platz acht vor dem Lamborghini Huracán GT3 Evo von Steijn Schothorst (25/NL) und Tim Zimmermann (23/Langenargen, beide GRT Grasser Racing Team).

Stimmen der Sieger:
 
Robert Renauer (Precote Herberth Motorsport, Porsche 911 GT3 R): 

"Im Grunde war mein heutiges Rennen relativ unspektakulär. Ich habe das Auto auf Position eins von Sven übernommen, die Position konnte ich dann verteidigen. Insbesondere die zweite Generation des Porsche 911 GT3 R funktioniert hier am Nürburgring offensichtlich sehr gut. Das Auto hat sich sehr ausgeglichen angefühlt, wir hatten durchweg eine gute Pace. Dass wir nach dem Pech am Lausitzring heute den Sieg einfahren konnten, ist auch eine kleine Wiedergutmachung, über die wir uns freuen."
 
Sven Müller (Precote Herberth Motorsport, Porsche 911 GT3 R): 

"Nachdem wir sehr zügig durch die letzte Kurve der Einführungsrunde gekommen sind, war der Start sehr turbulent. Für uns lief es gut, wir konnten direkt zwei Positionen gewinnen. Im Verlauf war es schwierig, am Audi [von Kelvin van der Linde] und am Porsche [von David Jahn] vorbeizukommen, hier war dann am Ende natürlich auch etwas Glück dabei. Nach unserem miserablen Saisonstart am Lausitzring sind wir mit dem Sieg hier natürlich sehr glücklich!"

Hyundai-Doppelsieg im Sonntagsrennen der ADAC TCR Germany

  • Ex-Meister Harald Proczyk gewinnt vor FIA WTCR-Champion Norbert Michelisz
  • Honda Civic TCR-Pilot Dominik Fugel bleibt Tabellenführer
  • Marcel Fugel bester Pilot der Honda Junior Challenge

Harald Proczyk ist in seinem Hyundai i30 N TCR am Sonntag nicht zu schlagen

                                                          Foto: ADAC-Motorsport

Nürburg. Zwei Hyundai an der Spitze im vierten Saisonrennen der ADAC TCR Germany: Angeführt von Vizemeister Harald Proczyk (44, Österreich, HP Racing International) hat Hyundai einen Doppelsieg auf dem Nürburgring gefeiert. Der Österreicher setzte sich am Sonntag vor FIA WTCR-Champion Norbert Michelisz (36, Ungarn, Hyundai Team Engstler), der das erste Rennen am Samstag gewonnen hatte, und Tabellenführer Dominik Fugel (23, Chemnitz, Profi Car Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR durch. Bester Pilot der Honda Junior Challenge war Marcel Fugel (19, Chemnitz, Profi Car Team Halder) auf Platz fünf, Proczkys Teamkollege Jan Seyffert (22, Stuttgart) belegte Platz vier.
 
"Natürlich freue ich mich über den Sieg, ich bin Racer, ich will immer gewinnen", sagte Proczyk, der seinen ersten Saisonsieg feierte: "Nachdem ich den Start gestern versemmelt habe, bin ich umso glücklicher, dass es diesmal so gut geklappt hat.". Samstagssieger Michelisz rundete sein starkes Wochenende in der ADAC TCR Germany mit Rang zwei ab und war ebenfalls zufrieden: "Mein Ziel war, auf das Podium zu kommen. Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis, es gab tolle Zweikämpfe, weil ich ja von der dritten Reihe aus gestartet bin."
 
Sechste wurde Gaststarterin Jessica Bäckman (22, Schweden, Target Competition) im Hyundai i30 N TCR vor Hyundai-Pilot Antti Buri (31, Finnland, Hyundai Team Engstler) und Junior René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) im VW Golf GTI TCRI. Für Buris Teamkollegen Nico Gruber (18, Österreich), der als Tabellenführer angereist war, endete das Wochenende dagegen mit einer Enttäuschung: Wie bereits am Samstag schied der junge Österreicher auch am Sonntag aus und blieb ohne Punkte.
 
Beim Start zog Antti Buri von Platz zwei direkt an Pole-Setter Gruber vorbei und übernahm die Führung. Hyundai-Pilot Gruber konnte zunächst seinen zweiten Platz vor Gaststarter Andreas Bäckman (24, Schweden, Target Competition) behaupten und musste sich kurz danach mit Ex-Champion Proczyk auseinandersetzen, der Bäckman überholt hatte. Im Duell mit Proczyk blieb Gruber zunächst vorne, ehe er mit einem Problem an seinem Hyundai ausrollte und das Rennen nicht mehr fortsetzen konnte.
 
Kurz darauf musste Antti Buri eine Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse antreten, weil sich der Finne einen Frühstart geleistet hatte. Davon profitierte Proczyk, der die Führung übernahm und sie bis zum Schluss nicht mehr hergab. Norbert Michelisz, von Platz fünf hinter Proczyk gestartet, folgte 3,4 Sekunden dahinter, auch Dominik Fugel und Jan Seyffert konnten ihre Plätze mit wenig Mühe behaupten.
 
Für die ADAC TCR Germany geht es in fünf Wochen weiter: Vom 18. bis 20. September steigen in Hockenheim die Saisonrennen fünf und sechs.

Erster Porsche-Sieg in der ADAC GT4 Germany

  • Jan Kasperlik und Nicolai Møller Madsen mit Debütsieg für das Team Allied-Racing
  • Phil Dörr gewinnt die Junior-Wertung
  • Tom Kieffer und Christian Kosch siegen in der Trophy-Wertung

Der siegreiche Porsche von Jan Kasperlik und Nicolai Møller Madsen  
                                                         Foto: ADAC-Motorsport


Jan Kasperlik (41/Huglfing) und Nicolai Møller Madsen (27/DNK, beide Team Allied-Racing) gewinnen im Porsche 718 Cayman GT4 das Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring. Damit holt das Team Allied nicht nur den ersten Sieg in der Serie, sondern sorgt auch für den ersten Porsche-Triumph in der ADAC GT4 Germany. Der von Pole-Position gestartete BMW M4 GT4 von Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana (33/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) fuhr auf Rang zwei, Fred Martin-Dye (31/GBR) und Phil Dörr (19/Butzbach, beide Dörr Motorsport) komplettieren im McLaren 570S GT4 das Podium als Dritte. "Wir haben anderthalb Jahre darauf hingearbeitet, um endlich einmal in der ADAC GT4 Germany zu gewinnen. Somit sind wir jetzt überglücklich", jubelte Kasperlik, der nicht nur Pilot, sondern auch Teamchef beim Team Allied-Racing ist.
 
Direkt nach dem Start bestimmte jedoch zunächst Pole-Setter Michael Schrey das Geschehen an der Spitze des Feldes. Kasperlik startete von Platz sechs, fuhr aber schon in der ersten Runde bis auf Position vier nach vorne. Ein Dreher im Mittelfeld des BMW von Stephan Grotstollen (51/Langenhagen, Team Lillestoff) führte jedoch zu einer Kollision zwischen dem KTM X-Bow GT4 von Jan Krabec (37/CZE, RTR Projects) und dem Mercedes-AMG GT4 von Christoph Dupré (41/Schiffweiler, Dupré Motorsport Engineering). Als Folge wurde das Safety-Car auf die Strecke geschickt.
 
Beim Re-Start behauptete Schrey weiterhin die Spitze, während Kasperlik kurz darauf Patricija Stalidzane (18/München, Dörr Motorsport) im McLaren überholte und hinter Phil Dörr Platz drei einnahm. Die Positionen an der Spitze blieben bis zum Öffnen des Boxenstopp-Fensters unverändert. Auch nach den Fahrerwechseln behielt Schreys Teamkollege Gabriele Piana die Spitze. Hinter Piana zog Nicolai Møller Madsen nach dem Boxenstopp am McLaren von Martin-Dye vorbei auf Rang zwei. "Das war eine Schlüsselsituation. Wir hatten die Taktik, mit dem späten Stopp einen Undercut gegen den McLaren zu machen. Das hat sich ausgezahlt", erklärte Kasperlik.
 
Eine Safety-Car-Phase zum Bergen des Mercedes-AMG von Marcus Suabo (51/Malsch, DLV-Team Schütz Motorsport) nach einem Elektronikproblem führte das Feld wieder zusammen. So entwickelte sich in der Schlussphase ein enger Zweikampf zwischen Piana und Møller Madsen. Sieben Minuten vor Rennende überholte der Däne den Italiener schließlich bei der Anfahrt auf den Hatzenbachbogen und siegte. Eine Kollision zwischen dem BMW von Hendrik Still (33/Kempenich, Team AVIA Sorg Rennsport) und dem KTM X-Bow GT4 Evo von Florian Janits (22/AUT, True Racing) brachte erneut das Safety-Car auf die Strecke. Das Rennen wurde letztendlich hinter dem Safety-Car beendet.
 
"Es war natürlich sehr schwer, an Piana vorbeizukommen, da er einfach ein sehr guter Fahrer ist. Das Ergebnis ist super für unser Team. Alle haben hart gearbeitet und sich diesen Triumph wirklich verdient", fügt Møller Madsen an. "Für Sonntag habe ich große Ziele. Ich will die Pole-Position und den zweiten Sieg."
 
Phil Dörr sicherte sich mit Gesamtplatz drei auch den Sieg in der Junior-Wertung. Auf Position vier fuhr der Porsche 718 von Joel Sturm (18/Brühl) und Dennis Fetzer (19/Buseck,beide Team Allied-Racing). Fünfte wurden Julien Apothéloz (19/CHE) und Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter HTP-Winward Motorsport) im Mercedes-AMG vor dem BMW M4 GT4 von Claudia Hürtgen (48/Aschheim) und Sebastian von Gartzen (27/Linden, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) sowie Tom Kieffer (45/LUX) und Christian Kosch (43/LUX, beide Team Allied-Racing) in einem weiteren Porsche 718. Das Porsche-Duo aus Luxemburg gewann auch die Trophy-Wertung. Rang acht ging an den McLaren 570S GT4 von Aleksey Sizov (17/RUS) und Patricija Stalidzane. Der Porsche 718 von Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Kim Berwanger (33/Brücken, beide Küs Team75 Bernhard) sowie die Zwillinge Alesia Kreutzpointner (21/Töging am Inn) und Jacqueline Kreutzpointner (21/Töging am Inn, beide MRS GT-Racing) im BMW M4 GT4 komplettierten die Top Zehn.