Sonntag, 26. Juli 2020

Interview mit Marco Wittmann zum Saisonstart der DTM

Marco Wittmann: "Ich denke, wir sind viel wettbewerbsfähiger als 2019"

Marco Wittmann
Foto: Jens Hawrda
Rund neun Monate sind vergangen, seit Marco Wittmann (GER) zuletzt in der Schaeffler BMW M4 DTM an den Start ging. Der verspätete Saisonstart 2020 steht für den zweimaligen DTM-Champion vor der Tür. Im Interview spricht Wittmann über das lange Warten und seine Erwartungen an die kommenden 18 Rennen.

Marco, wie sehr freuen Sie sich darauf, die Saison 2020 in ein paar Tagen endlich in Gang zu bringen?

Marco Wittmann: "Die Vorfreude, endlich wieder in einen Rennwagen zu steigen und die Saison zu starten, ist riesig. Der spätere Starttermin ist für alle neu und es gibt auch ein bisschen Bedauern, dass keine Fans auf der Rennstrecke zugelassen werden. Ich glaube jedoch, dass wir die Unterstützung der Fans haben werden, die im Fernsehen zuschauen, und wir werden natürlich versuchen, eine wirklich coole Show für sie auf die Lange zu legen. Der Saisonauftakt im Spa ist auch neu und etwas besonderes für uns, deshalb sind wir sehr gespannt."

Wie hat sich die erzwungene Pause aufgrund der Pandemie auf Ihre Vorbereitungen vor der Saison ausgewirkt?

Wittmann: "Die Vorbereitungen waren natürlich ein bisschen anders. Wir hatten viel mehr Zeit, um an Ihrer Fitness zu arbeiten. Die Ausdauer und das Krafttraining, die wir gemacht haben, waren riesig und viel größer als sonst. Ansonsten haben wir die Teambesprechungen ein wenig zurückverlegt, bis wir uns wieder treffen durften. In der Zwischenzeit haben wir aber auch praktisch viel gemacht – Dinge wie Skype-Meetings, Zoom-Meetings usw. Das war natürlich Neuland für uns alle. Es hat wirklich gut funktioniert, auch wenn ich nicht wirklich ein großer Fan von virtuellen Sachen bin. Ich spreche lieber von Angesicht zu Angesicht mit Menschen."

Was haben Sie neben dem Training gemacht?

Wittmann: "Ich arbeite immer noch in der Werkstatt meines Vaters, auch in einer normalen Saison. In der Regel ist das ein oder zwei Tage pro Woche, wenn es keine Termine gibt. Die Coronavirus-Situation bedeutete, dass wir keine Motorsport-Termine hatten, also landete ich tatsächlich jeden Tag in der Werkstatt. Das war wirklich cool, denn es gibt mir immer noch eine tolle Balance und hat mich davon abgehalten, mich zu langweilen. Wir hatten das Glück, dass wir die Werkstatt nie schließen mussten und im Prinzip weiterarbeiten konnten."

Was haben Sie letzte Saison gelernt?

Wittmann: "Ich glaube, wir haben in erster Linie den Winter damit verbracht, am Auto zu arbeiten, um die Defizite auszumerzen, die wir in der Saison 2019 hatten. Der Turbomotor war neu für uns alle und wir haben wirklich damit gekämpft. Wir haben es aber geschafft, die technischen Probleme der letzten Saison zu bewältigen. Dann habe ich versucht, an mir selbst zu arbeiten – mit Daten und Videos aus vergangenen Rennen. Ich hoffe, wir sind gut gerüstet und haben einen Schritt nach vorn gemacht. Ich denke, wir sind viel wettbewerbsfähiger als 2019."

Der Saisonauftakt in Spa wirft ein zweitägiges Event auf eine Strecke, die für die meisten Fahrer neu ist. Wie schwierig wird es sein, nach nur einer Trainingseinheit ins Qualifying zu gehen?

Wittmann: "Es ist natürlich ein extrem komprimiertes Wochenende, an dem alles glatt laufen muss. Die Tatsache, dass wir zum ersten Mal seit 15 Jahren in Spa fahren, wird das Leben für alle ein wenig schwierig machen. Sowohl BMW als auch Audi hatten die Möglichkeit, dort einen Tag lang zu testen, wobei Augusto Farfus für uns das Fahren machte. Wir haben dort die ersten Basisdaten gesammelt, so dass wir bereits mit einer Art Setup nach Spa reisen werden. Wir haben jedoch nur eine Übungseinheit, um die Dinge zu ändern, dann geht es direkt ins Qualifying. Als Fahrer muss man auf der Strecke schnell die Füße finden – aber herausforderungen gefällt mir. Du hast nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn alles kommt dick und schnell und du musst einfach alles richtig machen. Ich freue mich darauf."

In diesem Jahr wird es ein paar Back-to-Back-Rennen geben. Passt das zu Ihnen?

Wittmann: "Ich bin jedes Wochenende ein Rennsportfan. Es wird faszinierend zu sehen, wie das wirklich funktioniert, wenn die Saison beginnt. Ich denke, Back-to-Back-Rennen sind cool. Sie sind wirklich angefeuert und im Stressmodus. Mal sehen, wie wir uns nach dem letzten Wochenende fühlen (lacht), aber es ist natürlich cool, dass wir es trotz allem geschafft haben, einen Kalender zusammenzustellen, der es uns immer noch ermöglicht, fast alle Rennen zu absolvieren. Ich denke, das ist eine sehr gute Nachricht für die DTM und die Fans, aber auch für uns Fahrer."

Wie wichtig wird die Erfahrung in dieser außergewöhnlichen Saison sein? Wird es für Sie und das BMW Team RMG von Vorteil sein, dass Sie so lange zusammengearbeitet haben?

Wittmann: "Es ist immer hilfreich, ein erfahrenes Team zu haben und sich gut kennenzulernen, dann weiß man schon, wie man losgeht und welche Aufstellung man auf vielen Rennstrecken braucht. Ich denke, der geschäftige Kalender wird keinen großen Unterschied machen, da wir nicht viel Zeit für Analysen haben werden und alle letztendlich im selben Boot sitzen. Wenn wir einen Doppelkopf haben, wie wir es am Lausitzring und Zolder tun werden, dann haben Sie nicht viel Zeit zum Nachdenken. Du musst nur rausgehen und wieder auftreten. Hinzu kommt, dass wir auf verschiedenen Layouts fahren, was ich persönlich wirklich cool finde. Es ist ein bisschen so, als würde man am nächsten Wochenende wieder bei Null anfangen."

Die aktuelle Situation hat die Absage des geplanten Saisonauftakts am Norisring erzwungen. Wie traurig war es Ihnen leid, diese Entscheidung zu hören?

Wittmann: "Es war eine extrem bittere Pille für mich. Ich stehe in direkter Kommunikation mit den Organisatoren, dem MCN (Motorsport Club Nürnberg), für die es wirklich eine Herkulesaufgabe war. Ich habe versucht, viel Input zu geben und zu helfen, und ich denke, wir waren auf dem guten Weg, die Veranstaltung möglich zu machen. Man muss bedenken, dass es sich nicht um eine permanente Rennstrecke handelt, also kostet es zum Beispiel viel, eine Rennstrecke einzurichten. Schließlich legte die Stadt Nürnberg ihr Veto ein. In diesen Zeiten muss die Sicherheit selbstverständlich Vorrang haben. Trotzdem war es für mich persönlich immer noch eine echte Schande, denn es ist mein Heimrennen. Viel Liebe und Emotion geht in dieses Ereignis."

Freitag, 24. Juli 2020

HP Racing International und Tim Heinemann starten in der DTM Trophy

  • Mercedes-AMG für Nachwuchsfahrer Tim Heinemann
  • Erfahrungen aus realem Motorsport und E-Sports

Foto: HP Racing International
Nur wenige Tage vor dem Start der Premierensaison der DTM Trophy erhält die GT-Serie im Rahmenprogramm der DTM weiteren Zuwachs: Das Team HP Racing International hat sich mit Tim Heinemann als Fahrer für die DTM Trophy eingeschrieben. Der 22-Jährige aus Fichtenberg geht mit einem Mercedes-AMG in der DTM Trophy an den Start.

HP Racing International ist bereits seit vielen Jahren mit Erfolg im internationalen Motorsport unterwegs. Das Team verfügt über reichlich Erfahrung mit GT- und Produktionstourenwagen und startet in der kommenden Saison erstmals in der DTM Trophy.

Tim Heinemann schaffte über den virtuellen Rennsport den Sprung in den realen Motorsport. Bereits im Alter von 14 Jahren gewann er auf der Essen Motor Show die „Race Room Challenge“ und auch in der virtuellen DTM war er erfolgreich unterwegs. 

Nach zahlreichen Titeln im digitalen Bereich bestritt er im vergangenen Jahr mit HP Racing International seine erste Saison auf der Rennstrecke. Bei seinem ersten Auftritt fuhr er bereits einen Podiumsplatz ein. Im weiteren Saisonverlauf überzeugte der Rookie mit zwei Gesamtsiegen und zwei Pole-Positions. 

Nun folgt für ihn der nächste Schritt mit der Teilnahme an der DTM Trophy, die an sechs Veranstaltungswochenenden in Belgien und Deutschland ihre Rennen gemeinsam mit der DTM austrägt. Heinemann setzt seine bestehende Zusammenarbeit mit HP Racing International fort.

Frederic Elsner, Director Event ITR GmbH
„Die Vorfreude auf den Saisonstart in Spa am ersten Augustwochenende wächst immer mehr. Auch unser Teilnehmerfeld wird immer stärker, aktuell mit HP Racing International als die jüngste Bereicherung. Das positive Echo der Teams ist für uns der Beweis, dass wir mit unserem Konzept den richtigen Weg gefunden haben. Wir freuen uns über die Teilnahme von HP Racing International und Tim Heinemann.“

Daniel Weber, Teammanager HP Racing International
„Die Teilnahme an der DTM Trophy ist eine interessante Erweiterung unserer Aktivitäten. Für junge Fahrer wie Tim bietet das Konzept der DTM Trophy eine attraktive Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu zeigen. Dafür ist die Bühne der DTM Veranstaltungen bestens geeignet. Dass Tim Rennen gewinnen kann, hat er bereits im Vorjahr bewiesen. Wir freuen uns darauf, in dieser Saison zusammen mit Tim in der DTM Trophy anzugreifen.“

Dienstag, 21. Juli 2020

Knappe Bestzeit für Mercedes-AMG bei ADAC GT Masters-Generalprobe

Raffaele Marciello Schnellster beim Vorsaisontest auf dem Lausitzring
Titelverteidiger Kelvin van der Linde nur knapp dahinter
Teams legten an zwei Tagen fast 15.000 Kilometer zurück

Foto: Jens Hawrda
Das ADAC GT Masters ist startklar für die neue Saison. Die Teams der "Liga der Supersportwagen" absolvierten auf dem Lausitzring ihren offiziellen Vorsaisontest. Schnellster wurde dabei Mercedes-AMG-Pilot Raffaele Marciello (25/I, HTP-Winward Motorsport). In Schlagdistanz folgte Titelverteidiger Kelvin van der Linde (24/ZA, Rutronik Racing) im Audi vor Porsche-Pilot Sven Müller (28/Bingen am Rhein, Precote Herberth Motorsport). Der Saisonauftakt des ADAC GT Masters findet in knapp zwei Wochen (30. Juli bis 2. August) ebenfalls auf der Strecke in Brandenburg statt. Dieser wird - genau wie alle weiteren Läufe live und in voller Länge von SPORT1 übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Insgesamt absolvierten die Teams beim offiziellen Vorsaisontest fünf Sitzungen über fast 6,5 Stunden. 29 Fahrzeuge von 18 Teams drehten dabei mehr als 4.300 Runden, was einer Gesamtdistanz von fast 15.000 Kilometern entspricht. Der Test fand unter strengen Auflagen und gemäß einem vom ADAC GT Masters entwickelten und behördlich genehmigten Infektionsschutzkonzept statt.

Die absolute Bestzeit gelang mit 1.22,330 Minuten Mercedes-AMG-Pilot Raffaele Marciello. Der letztjährige Sieger des FIA GT World Cup, der sich das Auto mit Philip Ellis (27/GB) teilt, fuhr seine Rundenzeit in der vorletzten Session am Sonntagnachmittag. "Der erste Testtag war noch nicht so gut", bilanzierte Marciello. "Aber dann haben wir etwas am Auto verändert und ich habe mich viel wohler gefühlt. Ich war am Ende ziemlich zufrieden. Wir sind gut gerüstet für den Saisonauftakt. Mal sehen, wie dann die Bedingungen sind. Aber wir haben ein gutes Team und werden uns schnell darauf einstellen."

Zweitschnellster beim Test war Vorjahresmeister Kelvin van der Linde, der zusammen mit Co-Champion Patric Niederhauser (28/CH) in dieser Saison die erfolgreiche Titelverteidigung anstrebt. Van der Linde war Schnellster in der letzten Sitzung und verpasste mit 1.22,365 Minuten haarscharf die absolute Bestmarke. "Das gute Ergebnis ist eine tolle Motivation für das Team", sagte der Südafrikaner. "Es lief sehr gut. Wir haben viel ausprobiert und es hat alles funktioniert. Wir sind startklar für den Saisonauftakt in knapp zwei Wochen. Da jedes Team ein anderes Testprogramm hatte, werden wir erst dann das richtige Kräfteverhältnis sehen." Mit den Markenkollegen Christopher Mies (31/Heiligenhaus, Montaplast by Land-Motorsport) und Dries Vanthoor (22/B, Team WRT), dem Tageschnellsten vom Samstag, gelangen zwei weiteren Audi-Fahrern in den Sitzungen Bestzeiten.

Gesamtrang drei ging an das Porsche-Duo Sven Müller und Robert Renauer (35/Jedenhofen) mit 1.22,467 Minuten. Damit platzierten sich drei verschiedene Marken auf den ersten drei Positionen.

"Der Test ist super gelaufen", so Müller, der 2017 beim letzten Auftritt des ADAC GT Masters auf dem Lausitzring zusammen mit Renauer einen Sieg holte. "Es war schön, wieder an der Strecke zu sein. Ich freue mich, erneut bei Precote Herberth Motorsport zu fahren. Es hat gleich alles funktioniert. Wir haben unser Programm abgespult und sind Quali- und Rennsimulationen gefahren. Wir sind jetzt gut vorbereitet für den Auftakt."

Seinen ersten Auftritt im ADAC GT Masters hatte der Bentley Continental GT3 von T3-HRT-Motorsport. Constantin Schöll (21/A) und Jordan Pepper (23/ZA) absolvierten beim ersten Test des sächsischen Teams mit dem erst vor Kurzem ausgelieferten Fahrzeug 175 Runden und sammelten dabei wertvolle Daten.

Test 1
1. Kim-Luis Schramm/Christopher Mies, Montaplast by Land-Motorsport, Audi, 1.22,639 Min.
2. Filip Salaquarda/Frank Stippler, Team ISR, Audi, 1.23,117 Min.
3. Sven Müller/Robert Renauer, Precote Herberth Motorsport, Porsche, 1.23,150 Min.
4. Indy Dontje/Maximilian Götz, HTP-Winward Motorsport, Mercedes-AMG, 1.23,296 Min.
5. Maro Engel/Luca Stolz, Toksport WRT, Mercedes-AMG, 1.23,305 Min.

Test 2
1. Charles Weerts/Dries Vanthoor, Team WRT, Audi, 1.22,579 Min.
2. Patric Niederhauser/Kelvin van der Linde, Rutronik Racing, Audi, 1.22,688 Min.
3. Jeffrey Schmidt/Markus Pommer, Callaway Competition, Corvette, 1.22,913 Min.
4. Dennis Marschall/Carrie Schreiner, Rutronik Racing, Audi, 1.22,941 Min.
5. Kim-Luis Schramm/Christopher Mies, Montaplast by Land-Motorsport, Audi, 1.22,960 Min.

Test 3
1. Kim-Luis Schramm/Christopher Mies, Montaplast by Land-Motorsport, Audi, 1.22,577 Min.
2. Simona De Silvestro/Klaus Bachler, Küs Team75 Bernhard, Porsche, 1.22,592 Min.
3. Sven Müller/Robert Renauer, Precote Herberth Motorsport, Porsche, 1.22,679 Min.
4. Philip Ellis/Raffaele Marciello, HTP-Winward Motorsport, Mercedes-AMG, 1.22,688 Min.
5. Filip Salaquarda/Frank Stippler, Team ISR, Audi, 1.22,770 Min.

Test 4
1. Philip Ellis/Raffaele Marciello, HTP-Winward Motorsport, Mercedes-AMG, 1.22,330 Min.
2. Sven Müller/Robert Renauer, Precote Herberth Motorsport, Porsche, 1.22,467 Min.
3. Maro Engel/Luca Stolz, Toksport WRT, Mercedes-AMG, 1.22,472 Min.
4. Indy Dontje/Maximilian Götz, HTP-Winward Motorsport, Mercedes-AMG, 1.22,505 Min.
5. Dennis Marschall/Carrie Schreiner, Rutronik Racing, Audi, 1.22,542 Min.

Test 5
1. Patric Niederhauser/Kelvin van der Linde, Rutronik Racing, Audi, 1.22,365 Min.
2. Nick Yelloly/Henric Skoog, Schubert Motorsport, BMW, 1.22,581 Min.
3. Charles Weerts/Dries Vanthoor, Team WRT, Audi, 1.22,637 Min.
4. Filip Salaquarda/Frank Stippler, Team ISR, Audi, 1.22,642 Min.
5. Stefan Mücke/Ricardo Feller, BWT Mücke Motorsport, Audi, 1.22,775 Min.

Kombinierte Zeiten Samstag und Sonntag
1. Philip Ellis/Raffaele Marciello, HTP-Winward Motorsport, Mercedes-AMG, 1.22,330 Min.
2. Patric Niederhauser/Kelvin van der Linde, Rutronik Racing, Audi, 1.22,365 Min.
3. Sven Müller/Robert Renauer, Precote Herberth Motorsport, Porsche, 1.22,467 Min.
4. Maro Engel/Luca Stolz, Toksport WRT, Mercedes-AMG, 1.22,472 Min.
5. Indy Dontje/Maximilian Götz, HTP-Winward Motorsport, Mercedes-AMG, 1.22,505 Min.

Hyundai mit der Bestzeit bei den Testfahrten auf dem Lausitzring

  • Luca Engstler fährt im VIP-Auto die schnellste Runde
  • Honda-Pilot Halder vor dem Auftakt: „Bin zuversichtlich“
  • Saisonstart Ende Juli auf dem Lausitzring
Foto: Jens Hawrda

Die Generalprobe ist geglückt, der Auftakt kann kommen: Die Teams und Fahrer der ADAC TCR Germany haben sich am Wochenende mit den zweitägigen Testfahrten auf dem Lausitzring auf die fünfte Saison eingestimmt. Die Testfahrten fanden einen strengen und behördlichen genehmigten Hygieneprotokoll statt. Die Bestzeit gelang dabei dem Hyundai Team Engstler. Luca Engstler (20, Wiggensbach), Vizemeister der Saison 2018 und an diesem Wochenende Pilot des VIP-Autos, drehte am Sonntagmorgen im Hyundai i30 N TCR mit einer Zeit von 1:29.459 Minuten die schnellste Runde. Das Hyundai Team Engstler wird auch in dieser Saison sein VIP Auto mit verschiedenen Gaststartern einsetzen. Von den eingeschriebenen Teilnehmern war Mike Halder (24, Meßkirch, Profi Car Honda ADAC Sachsen) am schnellsten: Er benötigte in der fünften Session im Honda Civic TCR 1:29.590 Minuten.

„Es war toll, wieder auf der Strecke zu sein und hat extrem viel Spaß gemacht“, sagte Mike Halder. Nicht nur das Adrenalin auf der Strecke habe er vermisst, sondern auch das ganze Feeling, das Drumherum, betonte der 24 Jahre alte Honda Civic TCR-Pilot. Sein Fokus lag am Wochenende vor allem auf Longruns, gemeinsam mit seinem Teamkollegen Dominik Fugel (23, Chemnitz) spielte Halder verschiedene Setups durch. Bei fünf der insgesamt sechs Sessions herrschten beste Bedingungen mit Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 25 Grad. Vor und während der letzten Session am Sonntagabend regnete es. „Ich bin zuversichtlich und habe ein gutes Gefühl“, sagte Halder, der sich in diesem Jahr im nun fünften Anlauf endlich den Meistertitel sichern will.

Doch bis dahin ist es ein weiter Weg – bei den Testfahrten in der Lausitz zeigte das Feld, dass es erneut eng zusammenliegt. Am Samstag lagen die ersten Fünf innerhalb von 0,717 Sekunden – am Sonntag waren es nur 0,459 Sekunden. Die Top fünf – jeweils in unterschiedlicher Reihenfolge – bildeten an beiden Tagen die vier Hyundai-Fahrer Luca Engstler, Harald Proczyk (44, Österreich, HP Racing International), Jan Seyffert (22, Stuttgart, HP Racing International) und Antti Buri (31, Finnland, Hyundai Team Engstler) sowie Honda-Pilot Mike Halder. Engstler und Halder fuhren jeweils in zwei Sessions Bestzeit, einmal landete Harald Proczyk ganz vorne.

Antti Buri war nach den ersten Kilometern und Runden in seinem neuen Auto zufrieden. „Es fühlt sich gut an“, lautete das Fazit des Finnen, der in den Sessions konstant an der Spitze mitfuhr. 2019 hatte er im Audi RS3 LMS seines Teams LMS Racing die Meisterschaft lange angeführt und letztlich den dritten Platz belegt. In dieser Saison wechselt er vom Audi RS3 LMS zum Hyundai i30 N TR – und muss sich kräftig umstellen. „Alles ist anders, es ist ein komplett anderes Rennauto“, sagte Buri, dem nun im neuen Umfeld bei Engstler der ganz große Wurf gelingen soll.

Ebenfalls auf Anhieb schnell war Jan Seyffert, der neue Teamkollege von Harald Proczyk. Im vergangenen Jahr war der Stuttgarter noch im Lada Vesta TCR gestartet, 2020 geht er im Hyundai i30 N TCR des Teams HP Racing International auf Zeitenjagd.

Die Saison startet am Wochenende vom 31. Juli bis 2. August ebenfalls in der Lausitz. SPORT1 und SPORT1+ zeigen alle Rennen der ADAC TCR Germany im TV, mindestens ein Rennen am Wochenende ist live im frei empfangbaren Programm zu sehen. Online sind die Läufe bei SPORT1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/ADAC zu sehen.

Top 5, Testtag 1
1. Luca Engstler (Hyundai i30 N TCR) 1:29.760 Min.
2. Harald Proczyk (Hyundai i30 N TCR) 1:29.899 Min.
3. Antti Buri (Hyundai i30 N TCR) 1:30.195 Min.
4. Jan Seyffert (Hyundai i30 N TCR) 1:30.212 Min.
5. Mike Halder (Honda Civic TCR) 1:30.477 Min

Top 5, Testtag 2
1. Luca Engstler (Hyundai i30 N TCR) 1:29.459 Min.
2. Mike Halder (Honda Civic TCR) 1:29.590 Min.
3. Jan Seyffert (Hyundai i30 N TCR) 1:29.614 Min.
4. Harald Proczyk (Hyundai i30 N TCR) 1:29.933 Min.
5. Antti Buri (Hyundai i30 N TCR) 1:29.949 Min.

Top 5, beide Testtage kombiniert
1. Luca Engstler (Hyundai i30 N TCR) 1:29.459 Min.
2. Mike Halder (Honda Civic TCR) 1:29.590 Min.
3. Jan Seyffert (Hyundai i30 N TCR) 1:29.614 Min.
4. Harald Proczyk (Hyundai i30 N TCR) 1:29.899 Min.
5. Antti Buri (Hyundai i30 N TCR) 1:29.949 Min.

Freitag, 17. Juli 2020

Generalprobe für das ADAC GT Masters auf dem Lausitzring

  • Zweitägiger Vorsaisontest auf dem Lausitzring
  • Neue Autos und neue Fahrer treffen erstmals auf die Konkurrenz
  • Onlinemagazin "PS on Air - Der Ravenol ADAC GT Masters-Talk" live aus dem Fahrerlager
Foto: Jens Hawrda

Das Warten hat endlich ein Ende: Mit dem offiziellen Vorsaisontest auf dem Lausitzring kehrt das ADAC GT Masters am kommenden Wochenende (18./19. Juli) mit Vollgas auf die Rennstrecke zurück. Beim ersten Kräftemessen des Jahres bereiten sich die Teams mit Supersportwagen von acht Marken ausgiebig auf die neue Saison vor, die zwei Wochen später (31. Juli-2. August) auf dem Kurs in Brandenburg beginnt. Am Samstagabend dürfen sich die Fans des ADAC GT Masters auf Livebilder vom Lausitzring freuen: Moderator Patrick Simon liefert ab 18.30 Uhr in "PS on Air - Der Ravenol ADAC GT Masters-Talk" auf youtube.com/adac aktuelle News vom ersten Testtag direkt aus der Boxengasse.

Das erste Aufeinandertreffen der Saison findet unter strengen Auflagen und gemäß einem vom ADAC GT Masters entwickelten und behördlich genehmigten Infektionsschutzkonzept statt. Seine Premiere in der Lausitz feiert der neue Bentley Continental GT3 von T3 Motorsport, der erstmals auf die starke Konkurrenz trifft. Diese wird von Audi mit den Titelverteidigern Patric Niederhauser (28/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) angeführt. Ebenfalls ihren ersten Auftritt in der Rennserie absolvieren die Evo-Versionen des Mercedes-AMG GT3 und des Ferrari 488 GT3. Mit der Audi-Mannschaft Team WRT, einem der international erfolgreichsten GT3-Rennställe überhaupt, gibt es einen weiteren prominenten Neuzugang im Starterfeld.

Auch bei den Fahrern finden sich zahlreiche neue Gesichter. Rund 15 Serienneulinge werden auf dem Lausitzring erstmals ADAC GT Masters-Luft schnuppern - darunter die Porsche-Werkspilotin und ehemalige Formel-1-Testfahrerin Simona De Silvestro (31/CH, Küs Team75 Bernhard), der ehemalige DTM-Rennsieger Joel Eriksson (22/S, Schubert Motorsport) und FIA-GT-World-Cup-Sieger Raffaele Marciello (25/I, HTP-Winward Motorsport), der seine erste komplette Saison im ADAC GT Masters bestreitet. Die Teams und Fahrer bekommen auf dem Lausitzring die Möglichkeit, die neuen Einheitsreifen von Exklusivpartner Pirelli zu erproben.

"Endlich geht es wieder los", freut sich Vorjahreschampion Kelvin van der Linde. "Wir sind alle sehr froh, dass wir nach der langen Pause wieder fahren dürfen, denn es war für alle eine harte Zeit. Der Test ist wichtig, um wieder in den Motorsportrhythmus hineinzukommen und sich auf den Saisonauftakt vorzubereiten. Das ADAC GT Masters ist auf dem Lausitzring zuletzt 2017 gefahren. Seitdem gibt es zahlreiche neue Autos und auch neue Reifen. Daher werden wir beim Test sicher viele wichtige Erkenntnisse sammeln."

Der Test findet nach Maßgabe der behördlichen Auflagen an beiden Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Auf adac.de/motorsport und den verschiedenen digitalen Kanälen des ADAC GT Masters gibt es am Wochenende ausführliche Informationen vom Test. Neben dem ADAC GT Masters bereiten sich am Samstag und Sonntag auch die ADAC Formel 4 und die ADAC TCR Germany auf die Saison vor.