Montag, 20. Januar 2020

Audi-Pilot di Grassi begeistert mit Aufholjagd

  • Spektakulärer E-Prix in der chilenischen Hauptstadt Santiago
  • Lucas di Grassi macht nach Pech im Qualifying im Rennen 15 Plätze gut
Lucas di Grassi von Startplatz 22 auf Platz 7 im Ziel
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel

Die Formel E ist in Santiago de Chile mit einem spektakulären Rennen in das Jahr 2020 gestartet. Lucas di Grassi vom Team Audi Sport ABT Schaeffler begeisterte die südamerikanischen Fans mit einer Aufholjagd von Startplatz 22 auf Rang sieben.

Packende Duelle, jede Menge Überholmanöver, Kollisionen und Spannung bis zur letzten Runde: Der E-Prix im Parque O'Higgins der chilenischen Hauptstadt lieferte ein typisches Formel-E-Rennen, das die Zuschauer von ihren Sitzen riss. „Es war absolut fantastisch“, sagte Lucas di Grassi. „Ich bin völlig erschöpft, aber überglücklich, aus der vorletzten Startreihe noch auf Platz sieben nach vorne gefahren zu sein. Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team und Audi.“

Der Brasilianer hatte das große Pech, dass im Qualifying direkt vor ihm ein Unfall passierte und er nur vom Startplatz 22 ins Rennen gehen konnte. Mit seiner Aufholjagd unterstrich er, dass der Audi e-tron FE06 eines der schnellsten Autos im Starterfeld ist.

Teamkollege Daniel Abt hatte im Qualifying mit Verkehr zu kämpfen. Der Deutsche arbeitete sich von Startplatz 13 auf Rang acht nach vorn. Eine nachträglich gegen ihn verhängte 30-Sekunden-Zeitstrafe infolge einer Kollision warf ihn auf Platz 14 zurück.

„Es ging heute mächtig zur Sache“, sagte Teamchef Allan McNish. „Nach dem schwierigen Qualifying wussten wir alle, dass es für uns ein hartes Rennen werden würde. Aber das Team hat sich wieder einmal zurückgekämpft. Dass Lucas bis auf Platz sieben nach vorne fahren konnte, war eindrucksvoll. Dass Daniel für einen der vielen Zwischenfälle, die es heute gab, nachträglich eine Strafe bekommen hat, ist sehr schade. Es war ein hartes Rennwochenende für uns, aber wir nehmen wichtige Punkte mit aus Santiago und freuen uns schon auf das nächste Rennen in Mexiko.“

Sam Bird holte trotz eines Drehers mit Platz zehn einen Punkt für das Audi-Kundenteam Envision Virgin Racing. Robin Frijns wurde nach einer Berührung im Startgetümmel 15.

Sonntag, 19. Januar 2020

Maximilian Günther holt beim Santiago E-Prix den ersten Sieg seiner Formel-E-Karriere

Sieger beim Santiago E-Prix: Maximilian Günther BMW iFE.20
Foto: BMW-Motorsport
In einem spannenden Finale gelang Maximilian Günther (GER) in der letzten Runde ein Überholmanöver und damit der Sieg im Santiago E-Prix. Der 22-Jährige holte den ersten Sieg seiner Formel-E-Karriere in seinem dritten Rennen für das Team. Auf diese Weise wurde er auch der jüngste Gewinner aller Zeiten in der Serie. Die 25 erzielten Punkte brachten BMW i Andretti Motorsport an die Spitze der Teamwertung. Alexander Sims (GBR) fiel leider in Santiago aus.

Im Qualifying kämpften Sims mit einer Strecke, die für die erste Gruppe noch rutschig war. Nach drei Pole-Positionen in Folge musste er sich mit dem 15. Startplatz begnügen. Günther nutzte die besseren Streckenbedingungen in der dritten Gruppe perfekt aus und stieg in die Super Pole auf, wo er mit dem zweiten Platz zum vierten Mal in Folge einen Startplatz in der ersten Startreihe einnahm.

Während Sims zu Beginn des Rennens in viele heftige Zweikämpfe im Mittelfeld verwickelt war und sich nach Kontakt mit den Leitplanken endgültig aufgeben musste, konnte sich Günther in den Top 3 behaupten. Gegen Ende des Rennens profitierte er von der Energieeffizienz seines BMW iFE.20 und der herausragenden Strategie des Teams. In einem fesselnden Kampf um die Führung konnte er António Félix da Costa (POR) in der letzten Runde überholen und als Sieger die Zielflagge sehen.

Alexander Sims (# 27 BMW iFE.20, Qualifying-Ergebnis: 15. Platz, Rennergebnis: DNF, Punkte: 35, Fahrerwertung: 2. Platz):

„Erstens freue ich mich unglaublich über Max und das Team. Max hatte ein hervorragendes Qualifying und er und das Team haben im Rennen alles richtig gemacht. Ich hatte auch im Training ein gutes Tempo, aber in der ersten Qualifikationsgruppe konnte ich nicht viel machen. Die ersten Runden meines Rennens waren ziemlich gut. Es war ein typisches Formel-E-Rennen im Mittelfeld. hart, aber gut. Ich kam dann leicht mit der Wand in Berührung, beschädigte aber mein Auto so sehr, dass ich mich vom Rennen zurückziehen musste. Daher ist das Ergebnis offensichtlich enttäuschend.“

Maximilian Günther (# 28 BMW iFE.20, Qualifying-Ergebnis: 2. Platz, Rennergebnis: 1. Platz, Punkte: 25, Fahrerwertung: 4. Platz):

„Heute ist ein Traum wahr geworden. Ich bin unglaublich glücklich, hier in Santiago den ersten Sieg meiner Formel-E-Karriere zu feiern. Der zweite Platz im Qualifying war hervorragend. Nachdem wir auf der schmutzigen Seite der Strecke keinen guten Start hingelegt hatten, was mich eine Position gekostet hat, haben wir den ATTACK MODE sehr geschickt eingesetzt, um die Führung zu übernehmen. Bei der Hitze war es auch wichtig, die Temperatur der Batterien im Auge zu behalten. Das haben wir wirklich gut gemacht. In der letzten Runde musste António auf der Geraden etwas früher als ich rollen. Ich dachte bei mir 'jetzt oder nie' und ging zum Überholen. Zum Glück ist es gelungen. “

Samstag, 18. Januar 2020

Piro Sports steigt mit Ginetta in die ADAC GT4 Germany ein

  • ADAC GT4 Germany wird 2020 um eine weitere Marke bereichert
  • Mit Cedric Piro und Robin Falkenbach steht das Fahrer-Duo bereits fest
  • Piro Sports peilt zudem Gaststarts mit zweitem Fahrzeug an
Piro Sports setzt die Ginetta G55 GT4 ein
Foto: ADAC-Motorsport

Die ADAC GT4 Germany wird 2020 um eine weitere Marke reicher. Nachdem 2019 bereits Fahrzeuge von Aston Martin, Audi, BMW, KTM, McLaren, Mercedes-AMG und Porsche an den Rennen der ADAC-Serie teilnahmen, ist in der anstehenden Saison auch eine Ginetta am Start. Eingesetzt wird das G55 GT4 getaufte Modell vom saarländischen Rennstall Piro Sports. "Unsere Familie liebt alles Britische und hat somit auch eine ganz besondere Beziehung zu englischen Automobilen. Da fiel die Entscheidung leicht, auf die Ginetta zu setzen", erklärt Teamchef Erwin Piro den Hintergrund zur Fahrzeugwahl.

Die Ginetta G55 GT4 wird von einem V6-Saugmotor angetrieben, der über einen Hubraum von 3,7 Litern verfügt und rund 380 PS leistet. Das Fahrzeug wiegt in der Grundkonfiguration 1085 Kilogramm. "Wir haben im letzten Herbst zwei gebrauchte Ginetta erworben und sind damit sehr zufrieden. Schon bei unserem Rollout konnten wir 50 problemfreie Runden abspulen. Das stimmt uns zuversichtlich für die Saison. Die Ginetta wurde als echtes Rennauto entwickelt, hat aber dennoch einen recht konservativen Charakter", stellt Piro das britische GT4-Modell näher vor.

Auch die Fahrerpaarung steht bei Piro Sports bereits fest. Angeführt wird das Duo von Cedric Piro, dem Sohn von Teamchef Erwin Piro. Er startete bis 2017 in der ADAC Formel 4 und wechselte 2018 in den europäischen Tourenwagen-Bereich. Nach einer Rennpause 2019 möchte er im GT4-Sport nun wieder richtig Vollgas geben. Sein Teamkollege ist Robin Falkenbach, der aus dem Kartsport aufsteigt. "Beide sind derzeit am studieren und durch all die Klausuren zeitlich natürlich sehr eingebunden. Dennoch sind sie hochmotiviert, die Doppelbelastung aus Universität und Motorsport stemmen zu können", so Piro weiter, dessen Team sich für die Saison der ADAC GT4 Germany viel vorgenommen hat. "Unsere zwei Fahrer haben ein enormes Potenzial. Somit ist es unser Ziel, regelmäßig in die Top Zehn zu fahren."

Denkbar sind bei Piro Sports auch Gasteinsätze mit der zweiten Ginetta. "Wir planen, damit ab und zu einen Gaststart in der ADAC GT4 Germany zu bestreiten. Wenn die ersten beiden Rennwochenenden einmal absolviert sind, werden wir diesbezüglich sicherlich ein klareres Bild haben."

In der Vergangenheit war Piro Sports in der ADAC Formel 4 aktiv, die Rückkehr auf die ADAC GT Masters-Plattform und die Entscheidung für die ADAC GT4 Germany fiel dem Team leicht. "Wir haben die Serie letztes Jahr natürlich detailliert analysiert. Das Gesamtpaket passt einfach", stellt Piro klar. Saisonstart der ADAC GT4 Germany ist vom 24. bis 26. April in der Motorsport Arena Oschersleben. Die Rennen der ADAC werden auch 2020 wieder von SPORT1 oder SPORT1+ live im Fernsehen übertragen.

WRT-Teamchef Vincent Vosse: "Wir lieben Herausforderungen"

  • Belgier freut sich auf das ADAC GT Masters
  • W Racing Team startet erstmals in der "Liga der Supersportwagen"
  • Rennstall setzt zwei Audi R8 LMS ein
WRT-Teamchef Vincent Vosse
Foto: Foto: ADAC-Motorsport

Wenn am 24. April in Oschersleben die neue Saison des ADAC GT Masters beginnt, feiert mit dem W Racing Team (WRT) eines der erfolgreichsten internationalen GT-Teams seine Premiere in der "Liga der Supersportwagen". Teamchef Vincent Vosse gibt einen ersten Ausblick auf das neue Programm der belgischen Mannschaft.

Vor gerade einmal zehn Jahren, im September 2009, wurde das W Racing Team gegründet. Seitdem hat sich die Mannschaft aus Baudour zu einem der führenden Teams im GT-Sport entwickelt. So gewann der Rennstall die 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps und auf dem Nürburgring sowie in Dubai und in Zolder. Zudem gewann WRT den FIA-GT-Weltcup und weitere nationale und internationale Rennen und Meisterschaften wie die 12 Stunden von Bathurst und Sepang und die 10 Stunden von Suzuka. In dieser Saison feiert das Team mit zwei Audi R8 LMS seinen Einstand im ADAC GT Masters. Für Teamchef Vincent Vosse ein logischer Schritt: "Wir wollten schon vor zwei Jahren in die Serie einsteigen, aber jetzt hat es endlich geklappt. Das ADAC GT Masters ist eine großartige Meisterschaft. Es ist sehr hart umkämpft und für Hersteller wie Audi sehr wichtig. Wir lieben Herausforderungen."

Was die Ziele angeht, hält sich Vosse zurück. "Wir wollen stolz auf unsere Leistungen sein und unser Bestes geben. Es gibt eigentlich keinen Grund, warum wir nicht auf Augenhöhe mit den anderen Audi-Teams kämpfen können. Natürlich ist das ADAC GT Masters keine einfache Serie. Wir werden sehen, was am Ende herausspringt."

Als größte Herausforderung für sein Team sieht Vosse das Thema Reifen. "Jede Meisterschaft hat ihre Besonderheiten. In den bisherigen GT-Serien, in denen wir gestartet sind, gab es Reifenwärmer. Diese sind im ADAC GT Masters nicht erlaubt. Daher ist es wichtig zu lernen, wie man die Reifen optimal aufwärmt, damit man die beste Leistung abrufen kann." Um für die Einsätze in der "Liga der Supersportwagen" bestens gerüstet zu sein, setzt WRT nicht nur auf bewährte Kräfte. "Wir haben ein paar neue Leute ins Team geholt, die schon im ADAC GT Masters gearbeitet haben."

Wer die beiden Audi R8 LMS pilotieren wird, steht noch nicht fest. "Wir führen noch Gespräche", so Vosse, der hofft, 2020 bei möglichst vielen Rennen selbst vor Ort zu sein. "Wir haben bei WRT zum Glück ein sehr umfangreiches Programm. Oft mit vielen parallelen Einsätzen an einem Rennwochenende. Aber ich freue mich auf das ADAC GT Masters."

Donnerstag, 16. Januar 2020

Team GT startet 2020 in der DTM Trophy

  • McLaren-Kundenteam erstmals im DTM-Rahmenprogramm
  • Sechs Rennwochenenden zwischen April und Oktober
  • 150.000 Euro: Attraktiver Preisgeld-Topf für die Top 3 der DTM Trophy
Foto: dtm.com

Team GT bringt eine legendäre Rennsport-Marke ins DTM-Rahmenprogramm. Die in München ansässige Mannschaft wird mit zwei GT-Sport-Versionen des McLaren 570S in der DTM Trophy 2020 an den Start gehen.

„Wir freuen uns sehr, das Team GT in der DTM Trophy begrüßen zu dürfen“, sagt Frederic Elsner, Director Event beim DTM-Vermarkter ITR. „Die beiden McLaren sind spektakuläre und leistungsstarke Rennfahrzeuge, die bei Motorsport-Fans sehr gut ankommen werden. Außerdem ist die Mannschaft um Teamchef Bernhard Laber eine eingespielte Truppe, die junge Talente fördert und optimal auf deren Karrierewegen begleitet. Dieser Ansatz passt perfekt zur Ausrichtung der DTM Trophy.“

„Die Teilnahme an der DTM Trophy ist für uns der richtige Schritt“, sagt Teamchef Laber. „Das Konzept der ITR hat uns von Anfang an überzeugt: Sprintrennen ohne Fahrerwechsel, das professionelle DTM-Umfeld, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Vermarktungskompetenz der ITR – das passt. Die DTM Trophy bietet im DTM-Rahmenprogramm attraktive Start- und Fahrtzeiten. Das ist für uns als Team, das junge Talente fördert, ein ganz wichtiger Punkt. Nicht zuletzt daran erkennt man, welch hohen Stellenwert die DTM Trophy auf der DTM-Plattform genießt. Zwar können wir im Moment noch nicht verraten, wer unsere beiden McLaren fahren wird, aber wir können sagen, dass wir eine hochattraktive Fahrerpaarung aufbieten werden. Mehr dazu in Kürze.“

Einschreibung für interessierte Teams eröffnet

Die DTM Trophy für seriennahe GT-Rennfahrzeuge mit Heckantrieb startet 2020 an sechs Wochenenden im Rahmenprogramm der DTM. Ähnlich wie in der DTM wird es in der Serie pro Rennwochenende freitags zwei freie Trainings geben sowie am Samstag und Sonntag jeweils ein 20-minütiges Qualifikationstraining und ein Rennen über 30 Minuten. Fahrerwechsel gibt es nicht.

Interessierte Teams können sich seit dem 6. November offiziell bei der ITR einschreiben. Ende der Einschreibungsfrist ist der 11. März 2020. An die Top 3 der Gesamtwertung werden nach Saisonende insgesamt 150.000 Euro an Preisgeld ausgeschüttet. Der beste Junior-Pilot qualifiziert sich zudem für eine Testfahrt in einem DTM-Auto.

Die Einschreibegebühr beträgt 23.000 Euro zzgl. USt. pro Teilnehmer – wobei neben den Hankook-Reifen auch der Kraftstoff den Teilnehmern bei allen offiziellen Veranstaltungen der DTM Trophy kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Das gilt nicht nur für alle Rennwochenenden im Rahmenprogramm der DTM 2020, sondern würde auch mögliche, durch die ITR ausgerichtete Testfahrten vor Saisonbeginn umfassen. Weitere Informationen zur Einschreibung gibt es unter https://www.dtm.com/de/dtm-trophy.

DTM Trophy bei sechs von zehn DTM-Events im Rahmenprogramm

Zur Teilnahme an der DTM Trophy sind Fahrer und Teams mit seriennahen GT-Rennfahrzeugen der FIA-Gruppen E2-SH und E2-SC aller Hersteller berechtigt. Nahezu jede im Motorsport vertretene Marke verfügt in ihrem Portfolio über ein entsprechendes, zwischen 400 und 500 PS starkes GT-Auto, allen voran die in der DTM vertretenen Hersteller Audi, BMW und Aston Martin, aber auch Marken wie McLaren, Mercedes-AMG, Porsche, Ford, Chevrolet, Lotus, Jaguar, Toyota und Nissan.

In ihrer Debütsaison wird die DTM Trophy an sechs Rennwochenenden im Rahmenprogramm der DTM ausgetragen: Zolder (24.–26. April), Lausitzring (15.–17. Mai), Anderstorp (12.–14. Juni), Norisring (10.–12. Juli), Nürburgring (11.–13. September) und Hockenheimring (2.–4. Oktober). Anfang Januar war der Rennkalender von der ITR angepasst worden, um eine Terminüberschneidung mit der GT4 European Series der SRO zu vermeiden. Die DTM-Dachorganisation reagierte damit auf eine Anregung der Rennteams, um allen Beteiligten Planungssicherheit zu bieten.