Dienstag, 10. September 2019

Zusammenfassung IDM Rennwochenende in Assen

Mikhalchik, Enderlein und Reeves/Wilkes holen in Assen vorzeitig die Meistertitel

Ilya Mikhalchik holt in Assen vorzeitig den Titel 2019
Foto: Jens Hawrda
Was für ein Spektakel in Assen: In drei von fünf Klassen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) wurden am Wochenende auf dem TT Circuit Assen vorzeitig die Titel vergeben. Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) wie auch Max Enderlein (Freudenberg WorldSSP Academy/Yamaha) verteidigten ihre Titel in der IDM Superbike 1000 beziehungsweise IDM Supersport 600. Tim Reeves/Mark Wilkes (Berlin Express/Adolf RS1 Yamaha) feierten den Gesamtsieg in der IDM Sidecar bis 600 ccm. Die Rennen auf der als Cathedral of Speed bezeichneten holländischen Grand-Prix-Strecke lieferten packende Duelle und waren beste Werbung für die höchste deutsche Serie im Motorradstraßenrennsport.

In der IDM-Superbike 1000 startete der Titelverteidiger Ilya Mikhalchik als Favorit ins Wochenende. Mit seiner Pole Position schuf der 23 Jahre alte BMW-Fahrer aus Kiew die besten Voraussetzungen. Alles andere als perfekt begann dagegen das Wochenende für seinen Teamkollegen und Herausforderer Julian Puffe. Im freien Training stürzte der Schleizer. Das Team musste die BMW über Nacht neu aufbauen.

Doch der Deutsche kam während des ganzen Wochenendes nie richtig in Schwung und musste sich mit Plätzen im Mittelfeld der IDM-Königsklasse zufriedengeben. Damit war der Weg für Mikhalchik zur Titelverteidigung frei. Doch mit Bastien Mackels (Wilbers-BMW-Racing) kehrte der Vizemeister des Vorjahres ins IDM-Geschehen zurück. Der Belgier hatte seinen Anteil daran, dass die beiden Rennen spannender verliefen als erwartet.

Im ersten Lauf erwischte der Polesetter Mikhalchik einen schlechten Start und fiel zunächst einige Plätze zurück. Doch in bester Manier drehte der IDM-Iceman zur Hälfte des Rennens auf: Er gewann vor Mackels und dem Lokalmatadoren Ricardo Brink (Yamaha/Team SWPN), der in der Anfangsphase sogar das Feld angeführt hatte.

Der 23-Jährige ging im zweiten Lauf ebenfalls keinerlei Kompromisse ein. Beim Reversed Grid-Rennen vom neunten Platz aus der dritten Reihe gestartet, kämpfte er sich Platz um Platz nach vorne. Mikhalchik siegte mit einem Vorsprung von 0,264 Sekunden vor Dominic Schmitter (HESS Racing, Yamaha) und strahlte. „Nach den zwei technisch bedingten Ausfällen in der Saison tut es gut, jetzt vorzeitig den Titel verteidigt zu haben. In Hockenheim kann ich mit den Gegnern spielen.“ Mikhalchik schlüpfte ins Meister-T-Shirt und ließ sich bei der Podiumszeremonie mit der extralangen Version der ukrainischen Nationalhymne würdigen. Dritter wurde der Holländer Pepijn Bijsterbosch (Team Dutch Comfort Houses) auf seiner BMW.

In der IDM Supersport 600 machte Titelverteidiger Max Enderlein den Sack bereits im ersten Lauf zu. Dabei ließ sich der Hohenstein-Ernstthaler auch durch die Verschiebung des Rennens nach einer riesigen Ölspur und der Verkürzung auf neun statt 13 Runden nicht aus der Ruhe bringen. Enderlein reichte ein dritter Platz hinter Marc Buchner (Buchner Motosport/Yamaha) und dem Lokalmatadoren Sander Kroeze (MGM Racing  Performance, Yamaha) zum vorzeitigen Titelgewinn. Damit besiegte er auch seinen Assen-Fluch: Im vergangenen Jahr war der Titel in Assen ebenfalls zum Greifen nah, doch dann brach sich der Sachse schon im freien Training bei einem Sturz das Schlüsselbein. Er konnte sich den Titel zwar beim Finale in Hockenheim sichern, aber es wurde zur Zitterpartie.

Im zweiten Lauf schied Enderlein nach einem Sturz aus. Das Rennen gewann Sander Kroeze vor Marc Buchner und Dominik Rubin (Yamaha/Rubin Racing Team). Ebenso spannend wie in der Supersport 600-Meisterschaft verlief die Entscheidung im DMSB Superstock 600 Cup. Hier sicherte sich Stefan Ströhlein (Yamaha/Neumann Racing) vorzeitig den Gesamtsieg. Dazu reichte ihm beim zweiten Lauf der vierte Platz. Im Rennen gewann Milan Merckelbagh (Yamaha/MGM Racing Performance) die Wertung der Cup-Piloten.

In der IDM Sidecar wurde nur ein Rennen ausgetragen, aber es war ein Spektakel vom Feinsten. Für Tim Reeves/Mark Wilkes (Adolf RS F1 Yamaha) ging es um den vorzeitigen Titelgewinn in der 600 ccm-Klasse. Der siebenfache Weltmeister startete von der Pole Position und einem Wagnis: Der Brite hatte trotz der teilweise nassen Strecke schon Slicks aufgezogen. Sein Startplatz war ausgerechnet auf einer feuchten Stelle. Ein Drama schien sich anzubahnen. Reeves blieb fast stehen als die Ampel auf „Grün“ sprang. Die Räder fanden keinen Grip. Der Superstar wurde durchgereicht. Dafür zogen Josef Sattler/Uwe Neubert (Adolf RS F1 Kawasaki) voll durch und setzten sich an die Spitze. Dennoch kamen Reeves/Wilkes als Führende zurück – und das mit Vorsprung! Der 47-Jährige Reeves hatte alles auf eine Karte gesetzt und sich kompromisslos nach vorn gearbeitet. Reeves/Wilkes haben bisher alle IDM-Rennen der 600 ccm-Klasse in der Saison 2019 gewonnen und Reeves hat seine Erfolgsbilanz nun um seinen ersten IDM-Titel erweitert. Er ist bereits siebenfacher Weltmeister und sechsfacher Britischer Meister. Sattler/Neubert wurde auf dem dritten Platz abgewinkt. Sie mussten sich auch noch Markus Schlosser/Marcel Fries (LCR F1 Yamaha) beugen.  

In der 1000 ccm-Wertung dominierten John Smits/Gunter Verbrugge (RCN F1 Yamaha) vor Scott Lawrie/Emanuelle Clement (LCR F1 Suzuki) sowie Andres Nussbaum/Manuel Hirschi (LCR F1 Suzuki). Das war nicht nach dem Geschmack von Mike Roscher/Anna Burkard (LCR F1 BMW). Die deutsch-schweizerische Kombination führt das Gesamt-Championat an, wurde aber nur auf Platz sechs abgewinkt. Das kostete wichtige Punkte. Nussbaum/Hirschi sind nun wieder auf neun Zähler herangerückt und liegen im Titelkampf sozusagen im Windschatten. Das Finale in Hockenheim (27. bis 29. September) wird eine brenzlige Angelegenheit.

Noch nichts entschieden ist auch in der IDM Supersport 300. Auch in der Nachwuchsklasse wird der Titel erst im badischen Motodrom vergeben. In Assen sorgte der Spitzenreiter Angelo Licciardi (Benjan Racing-Weber Motos, Kawasaki) dafür, dass er mit einem komfortablen Punktepolster von 40 Zählern in die letzten beiden Rennen geht. In Hockenheim reicht dem 21-jährigen Belgier ein sechster Platz, um seinen Titel zu sichern. So kann Licciardi ganz gelassen bleiben, wenn der stärkste IDM Supersport 300-Pilot der  zweiten Saisonhälfte auch beim IDM-Finale auftrumpft: Walid Khan (NUTEC-RT Motorsports by SKM-Kawasaki) feierte in seiner Geburtsstadt Assen einen Doppelsieg. Der 19 Jahre alte Holländer gewann vier der letzten sechs Rennen.

Montag, 9. September 2019

Maximilian Günther startet für BMW i Andretti Motorsport in der Formel E

Maximilian Günther startet 2019/20 für BMW i Andretti Motorsport in der Formel-E
Foto: BMW-Motorsport
Neues Gesicht im Fahrerfeld von BMW i Andretti Motorsport: In der sechsten Saison der ABB FIA Formel E-Meisterschaft wird Maximilian Günther (GER) das Team vertreten. Der 22-Jährige bestritt im vergangenen Jahr seine erste Formel-E-Saison als Rookie - und war beeindruckt. Das Team von BMW i Andretti Motorsport verabschiedet sich auch von António Félix da Costa (POR).

Neuzugang Maximilian Günther bestritt 2018/19 zehn Rennen für GEOX Dragon, belegte zweimal den fünften Platz und war im Super-Pole-Wettbewerb um die schnellsten sechs Fahrer im zweimaligen Qualifying beteiligt. Für BMW Motorsport ist Günther kein Unbekannter, der 2011 im Formel BMW Talent Cup - dem damaligen Nachwuchsförderprogramm von BMW - seine Karriere im Einsitzer begann und Zweiter wurde. Er folgte mit verschiedenen Stufen des Einsitzer-Rennsports. 

„Ich freue mich darauf, dass Maximilian Günther wieder in die BMW Familie zurückkehrt“, sagte BMW Group Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Wir haben seine Leistung in der vergangenen Saison sehr genau verfolgt. Maximilian schaffte es regelmäßig, das Maximum aus seinem Autopaket herauszuholen. Dadurch erzielte er beeindruckende Ergebnisse. Einen Fahrer mit einer Geschichte des BMW Einsitzer-Rennsports zu haben, passt hervorragend. “

"Es ist fantastisch, jetzt Teil von BMW i Motorsport zu sein", sagte Günther. „BMW i Andretti Motorsport hatte eine starke erste Saison in der Formel E, gewann das allererste Rennen und war bis ins Mark am Kampf um den Titel beteiligt. Deshalb ist dieser Wechsel definitiv ein fantastischer Schritt für mich. Es ist großartig, wieder für BMW anzutreten. Hier fing für mich 2011 im Einsitzer-Rennsport alles an. “

Marquardt sagte zum Abschied von Félix da Costa: „Ich möchte António an dieser Stelle sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit in der vergangenen Formel E-Saison und in den insgesamt sechs Jahren als BMW Werksfahrer in der DTM, der WEC, danken. im GT-Rennen und in der Formel E. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen, waren uns aber einig, dass eine Veränderung für beide Seiten gut sein würde. Jetzt wünschen wir ihm alles Gute auf seiner neuen Reise. “

„Ich war immer glücklich und stolz, Teil der BMW Familie zu sein“, sagte Félix da Costa. „BMW Motorsport gab mir die Gelegenheit, viele verschiedene Rennwagen zu fahren und unglaublich viel zu lernen. Ich möchte mich auch bei BMW i Andretti Motorsport für die großartige und intensive Zeit in der Formel E bedanken. Obwohl ich mich jetzt neuen Herausforderungen stelle, werde ich immer gern auf meine Zeit bei BMW zurückblicken. “

Der zweite BMW i Andretti Motorsport-Fahrer neben Maximilian Günther in der 6. Saison wird in den kommenden Wochen vor den offiziellen Testfahrten in Valencia (ESP) im Oktober bekannt gegeben. 

Jenson Button fährt DTM-Finale im Honda NSX

Quelle: Instagram-Account Jenson Button
Beim Finale der diesjährigen DTM- Saison am 4.-6. Oktober in Hockenheim wird die Partnerserie aus der japanischen Super GT mit jeweils einen Fahrzeug pro dort vertretener Marke an beiden Rennen des Wochenendes teilnehmen. Nun hat Jenson Button, der frühere Formel-1 Weltmeister, auf einem Instagram-Post bekannt gegeben, dass er einer der Fahrer sein wird. Er startet mit einem Honda NSX, mit dem er auch dieses Jahr in der japanischen Super-GT Serie unterwegs ist.

Während es in Hockenheim nur zu einem Start von jeweils einem Boliden der drei japanischen Marken kommt, wird es vom 22. bis 24. November in Fuji ein gemeinsames Event von DTM und Super GT geben. Gefahren wird dann dort nach DTM-Regeln.


Mikhalchik verteidigt IDM-Titel in Assen

Ilya Mikhalchik verteidigt seinen Titel in  Assen vorzeitig
Foto: Jens Hawrda
Das alpha Racing-Van Zon-BMW Team hat es wieder geschafft! Ilya Mikhalchik sicherte sich am Sonntag in der Kathedrale des Motorradrennsports, dem TT Circuit Assen, Niederlande, den deutschen Meistertitel 2019. Der junge Ukrainer fuhr am Sonntag zwei Mal zum Sieg und sicherte dem Team um Teammanager Werner Daemen den zweiten IDM-Titel in Folge. Es ist der fünfte deutsche Titel in sieben Jahren für die belgische Mannschaft.

Trotz des Erfolges war es ein durchwachsenes Wochenende für das alpha Racing-Van Zon-BMW Team. Während Mikhalchik in jeder Session die Führung innehatte und beide Rennen gewann, kämpfte Julian Puffe auf der anderen Seite der Box mit technischen Problemen und musste sich im ersten freien Training mit einem schweren Sturz auseinandersetzen. Der 23-Jährige aus Schleiz sammelte an diesem Wochenende aber trotzdem wichtige Meisterschaftspunkte und wird in drei Wochen auf dem Hockenheimring auf dem zweiten Gesamtrang ins Saisonfinale starten.

Stimmen aus dem Team zum Rennwochenende in Assen:

Ilya Mikhalchik: 
„Das ganze Wochenende war perfekt, wir waren die ersten in allen Sessions und ich habe beide Rennen gewonnen. Es war nicht ganz einfach, aber auch nicht unmöglich. Die Punkte waren sehr wichtig für mich und ich bin sehr froh, dass ich den ersten Titel für dieses neue BMW Bike erreicht habe. Den Titel vor Saisonende zu gewinnen, ist auch nicht schlecht. Wir haben das ganze Jahr über hart gearbeitet und mehr Rennen gewonnen als im letzten Jahr. Wir haben noch zwei Rennen vor uns, bis zum Ende der Saison. Schön, dass ich sie jetzt entspannter fahren kann und freue mich auf das Saisonende auf dem Hockenheimring.“

Julian Puffe: 
„Auch dies war nicht mein Wochenende. Ich hatte in Runde fünf des ersten freien Trainings am Freitag einen schweren Sturz. Es war mein Fehler und ich habe mir damit das gesamte Wochenende ruiniert. Am Freitag nach dem Absturz war nichts mehr möglich. Das Bike wurde zerstört und mein Team musste mir ein neues aufbauen. Sie haben einen fantastischen Job gemacht. Auch das Qualifying war aufgrund der wechselhaften Wetterbedingungen nicht optimal. Es war teils trocken und teils nass und ich konnte mich bis zum Ende nicht verbessern. Ich belegte den 16. Platz. 

Im zweiten Qualifying mussten wir aussetzen, da es regnete. Das erste Rennen war schwierig, da wir noch keine Daten aus dem Trockenen gesammelt hatten. Aber ich konnte vom 16. auf den achten Platz fahren. Das war ganz ok. Die ersten Runden des zweiten Rennens haben sich gut angefühlt. Aber dann musste ich wieder mit technischen Problemen kämpfen. Am Ende konnte ich mir den neunten Platz und einige Punkte für die Meisterschaft sichern, aber es war insgesamt gesehen kein gutes Wochenende für mich.“

Werner Daemen, Teammanager: 
„Natürlich bin ich, als Teammanager, froh und stolz. Es war wieder ein langes Jahr und ein langer Kampf. Das Motorrad ist komplett neu, wir wussten nicht, was uns erwarten würde. Aber wir haben es geschafft und ein neues Bike an die Spitze gebracht. Dies zeigt, dass wir gute Arbeit geleistet haben. Nicht nur Ilya hat wieder einen Top-Job gemacht, sondern das ganze Team. 

Julian hatte hier mit einigen Problemen zu kämpfen. Vor zwei Rennen führte er die Meisterschaft noch an. Auch er hat einen guten Job gemacht und nächstes Jahr wird er auch wieder in der Meisterschaft angreifen. Ich möchte all unseren Sponsoren und Unterstützern danken, dass sie es uns ermöglicht haben, all dies zu erreichen.“

Sonntag, 8. September 2019

IDM Supersport 600 Assen

Max Enderlein vorzeitig Meister

Max Enderlein holt sic bereits in Assen den Meistertitel 2019
Foto: Jens Hawrda
Marc Buchner (Buchner Motorsport) hat das Samstagsrennen in der IDM Supersport 600 gewonnen. Der Yamaha-Pilot siegte vor seinen Markenkollegen Sander Kroeze (MGM Racing Performance) und Max Enderlein (Freudenberg WorldSSP Academy). 

Dem Sachsen reichte der dritte Platz für den Gesamtsieg in der Meisterschaft. Die Mission Titelverteidigung ist erfolgreich verlaufen. Damit ist Max Enderlein der alte und neue Champion in der IDM Supersport 600.