Montag, 12. August 2019

Philipp Eng wird an einem schwierigen Sonntag Fünfter für BMW in Brands Hatch

Philipp Eng konnte am Sonntag als einziger BMW Pilot Druck auf Audi ausüben
Foto: Jens Hawrda
Nach dem Sieg von Marco Wittmann (GER, Schaeffler BMW M4 DTM) am Samstag wurde Philipp Eng (AUT, ZF BMW M4 DTM) beim Sonntagsrennen in Brands Hatch (GBR) Fünfter. Nach einem schwierigen Qualifying für BMW zeigte er ein gutes Renntempo, um durch das Feld zu klettern, verpasste jedoch nach 42 Rennrunden knapp das Podium. Sheldon van der Linde (RSA, Shell BMW M4 DTM) und Wittmann belegten die Plätze sieben und zehn. Der Sieg ging an René Rast (GER, Audi).

Probleme im Qualifying führten dazu, dass alle BMW M4 DTMs gezwungen waren, das zwölfte Rennen der DTM-Saison aus der Mitte der Startaufstellung zu starten. Ein starkes Renntempo und eine clevere Strategie ließen insbesondere Eng und van der Linde aufholen. Eng hatte nach seinem späten Boxenstopp Kontakt mit der Spitzengruppe, konnte jedoch Loic Duval (FRA, Audi) in der Schlussphase nicht überholen, als er sein Ziel auf das Podium setzte.

Wittmann, der nach seinem Sieg und seiner Pole-Position am Samstag vom zwölften Startplatz ins Rennen ging, riskierte einen zweiten Boxenstopp, um mit frischen Reifen so weit wie möglich voranzukommen. Die Strategie zahlte sich jedoch letztendlich nicht aus. Timo Glock (GER, JiVS BMW M4 DTM) wurde Zwölfter, Bruno Spengler (CAN, BMW Bank M4 DTM) und Joel Eriksson (SWE, CATL BMW M4 DTM) scheiterten an technischen Problemen.

IDM: Rekord und Führungswechsel im tschechischen Most

Ilya Mikhalchik übernimmt nach zwei Siegen in Most die Tabellenführung
Foto: Jens Hawrda
Nach zwölf Jahren ist die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) am Wochenende unter der Regie der Motor Presse Stuttgart nach Most zurückgekehrt. Das Comeback von Deutschlands höchster Motorrad-Serie im Straßenrennsport wurde von 3.000 Zuschauern gefeiert. Spektakuläre Überholmanöver, Wechsel in der Gesamtwertung, ein neuer Streckenrekord und die ersten Ankündigungen für 2020 boten den Fans erstklassige Unterhaltung.

In der IDM Superbike 1000 gab es einen Wechsel an der Tabellenspitze. Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) gewann beide Rennen. Schon nach dem ersten Lauf nahm er seinem Teamkollegen Julian Puffe die Führung im Championat ab. Gleichzeitig stellte der 22-jährige Ukrainer auf dem Autodrom Most mit 1:35,430 Minuten einen neuen Streckenrekord auf. Die Zeit entspricht einem Durchschnittstempo von 157,139 km/h.

Da Puffe in beiden Rennen stürzte, ließ er wichtige Meisterschaftspunkte auf der Strecke in Nordböhmen liegen. Titelverteidiger Mikhalchik ist dem 23-Jährigen aus der Rennstadt Schleiz nach neun Läufen um 41 Punkte enteilt.

Alessandro Polita gelingt für Honda in diesem Jahr erstmals der Sprung aufs Podium
Foto: Jens Hawrda
Dem neuen Spitzenreiter in der IDM-Königsklasse folgten im ersten Lauf Marc Moser (MGM Performance Racing, Yamaha) und Alessandro Polita (Holzhauer Racing Promotion, Honda) aus Italien. Damit standen drei Fahrer aus drei verschiedenen Ländern auf drei Motorradmarken auf dem Siegerpodest. In dieser Kombination war es eine IDM-Premiere. Polita hat die einzige Honda im Feld erstmals so weit nach vorn bringen können.

Im zweiten Rennen, das in dieser Saison nach dem Reverse-Grid-System gestartet wird, siegte Mikhalchik, der als Gewinner von Lauf eins vom neunten Platz losfahren musste, vor Pepijn Bijsterbosch (Dutch Comfort Houses, BMW). Der Niederländer hatte die Gunst der Stunde genutzt und seine Pole Position in den zweiten Platz umgesetzt. Polita war bis zur letzten Kurve Dritter, doch dann setzte Moser dahinter zum entscheidenden Angriff an und schnappte dem Italiener den Podiumsplatz haarscharf weg. Die Beiden trennten ihm Ziel 0,013 Sekunden. Kawasaki-Pilot Erwan Nigon (Kawasaki Weber-Motos Racing Team) musste in Most Federn lassen. Der frischgebackene Langstrecken-Weltmeister stürzte im ersten Rennen. Im zweiten wurde er Sechster. Für Suzuki holte Toni Finsterbusch (Suzuki Mayer) die Kohlen mit zwei siebten Plätzen aus dem Feuer.  

In der IDM Supersport 600 gelang Max Enderlein ein lupenreiner Doppelsieg. Das Podium war nach beiden Läufen gleich besetzt und fest in Yamaha-Hand. Enderlein (Freudenberg WorldSSP Team) stand jeweils zwischen dem Zweitplatzierten Marc Buchner (Buchner Motorsport) und dem Dritten Martin Vugrinec (UNIOR Racing Team).

Enderlein ist damit seinem Ziel Titelverteidigung wieder ein Stück näher gekommen. Theoretisch könnte er bereits beim nächsten Rennen in Assen am zweiten September-Wochenende als neuer Meister feststehen. Für die eigentliche Sensation in der 600 ccm-Klasse hat aber  „Spider“ Martin Vugrinec im ersten Lauf gesorgt.  Schon in der ersten Runde war er vom 18. Startplatz auf den vierten Rang vorgeprescht. Der Kroate legte ein Tempo vor, dass seinen Gegnern Hören und Sehen verging. In der allerletzten Runde krallte er sich auch noch Tom Toparis und schaffte somit den Sprung aufs Podium, auf das er wie eine Spinne krabbelte. Der Kroate verdrängte den Australier zusätzlich vom zweiten Platz im Championat.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 herrschte das übliche Gerangel. Nur Victor Steeman (KTM), Gastfahrer aus der Weltmeisterschaft, hielt sich aus Allem heraus und gewann beide Rennen. Als Gastfahrer bekam er jedoch keine Punkte. Hinter ihm verstrickte sich im ersten Lauf ein Sechserpack mit Angelo Licciardi (Kawasaki), Rick Dunnik (Yamaha), Walid Khan (Kawasaki), David Kuban (KTM), Toni Erhard (KTM), Melvin van der Voort (Yamaha) und Ruben Bijman (Yamaha) untereinander in diverse Zweikämpfe mit ständigen Positionswechseln. Die letzte Runde hatte es wieder in sich. Lokalmatador Kuban strauchelte und stürzte. Walid Khan, vom achten Platz gestartet, wurde plötzlich als Zweiter abgewinkt. Der Niederländer erhielt in seinem ersten IDM-Rennen die vollen 25 Meisterschaftspunkte. Als Dritter sah Angelo Licciardi die schwarz-weiß-karierte Flagge. Toni Erhard (KTM) musste sich mit Rang sechs zufrieden geben. Er war der beste Deutsche im Feld. Vier Punkte gab es für eine Lady: Nina Schubrikoff auf Yamaha.

Erhard bekam dafür die volle Punktzahl im zweiten Lauf. Die Titelverteidigung muss sich der 18-Jährige jedoch abschminken. Er wird in den verbleibenden sechs Rennen nicht mehr die Spitze erreichen. „Für mich zählen jetzt nur noch Einzelergebnisse, aber der Sieg tut mir richtig gut“, sagt der Schwarzenberger, dessen erste Saisonhälfte sehr durchwachsen war. Der Meisterschaftsführende Angelo Licciardi erhielt als Nächster  weitere 20 Punkte auf sein Konto. Damit baute der belgische Kawasaki-Pilot seinen Vorsprung vor Dunnik, Colin Velthuizen (Kawasaki) und Kuban aus. Der Kampf um die Plätze hinter Licciardi ist völlig offen. Ruben Bijman (Yamaha) und Troy Beinlich sind ebenfalls mit von der Partie.

In der IDM Sidecar führt in der 600 ccm-Wertung kein Weg am siebenfachen Weltmeister Tim Reeves und seinem Beifahrer Mark Wilkes (Adolf RS F1 Yamaha) vorbei. In beiden Rennen folgten den britischen Superstars die Deutschen Josef Sattler/Uwe Neubert (Adolf RS F1 Kawasaki) sowie dem Schweizer Jakob Rutz mit dem Deutschen Björn Bosch (LCR F1 Yamaha) im Boot ins Ziel. Es gibt schon interessante Pläne für 2020. Das Reiseunternehmen Bonovo Express wird im nächsten Jahr nicht nur der Sponsor von Reeves/Wilkes, sondern auch von Sattler/Neubert sein. „Wir wollen eine Kooperation mit beiden Teams in der IDM und in der Weltmeisterschaft bilden. Zusätzlich werden wir ein Rookie-Team ins Boot holen oder Teams per Wildcard unterstützen“, erläutert Chef Jürgen Röder.

In der IDM Sidecar-Wertung bis 1000 ccm Hubraum gibt es mit Mike Roscher/Anna Burkard (LCR F1 BMW) eine neue Führung in der Gesamtwertung. Sechs Siege hat die deutsch-schweizerische Kombination schon erreicht, fünf davon in Folge. Scott Lawrie/Emanuelle Clement (LCR F1 Suzuki) kamen ebenfalls zwei Mal aufs Podium. Andres Nussbaum/Manuel Hirschi (LCR F1 Suzuki) nur ein Mal. Die Schweizer hatten bis Most die Gesamtwertung angeführt.

Das Sidecar-Qualifying und auch das erste Rennen wurden von schweren Unfällen überschattet. Am Freitag verunglückte das französische Duo Michael Ouger/Sebastien Seret. Es befindet sich im Krankenhaus. Der Gesundheitszustand ist stabil. Helmut Lingen/Carolin Zimmermann, die am Samstag einen Unfall hatten, wurden nach Hause entlassen.

Michelle Halder jubelt über ihren ersten Sieg in der ADAC TCR Germany

  • Die Honda-Pilotin feiert einen souveränen Start-Ziel-Sieg
  • Antti Buri wird Zweiter und verteidigt seine Führung in der Gesamtwertung erfolgreich
  • Mike Halder komplettiert als Dritter das Podium
Podium vom Sonntagsrennen: Antti Buri, Michelle und Mike Halder (v.l.)
Foto: ADAC-Motorsport

Grenzenloser Jubel bei Michelle Halder (20, Meßkirch, Profi-Car Team Halder): Die 20-Jährige hat das achte Saisonrennen der ADAC TCR Germany in Zandvoort gewonnen und ihren ersten Sieg in der Tourenwagenserie des ADAC gefeiert. Im Honda Civic TCR von der Pole gestartet kontrollierte sie von Beginn an das Tempo und setzte sich souverän vor Tabellenführer und Halbzeitmeister Antti Buri (30, Finnland, LMS Racing) im Audi RS3 LMS durch. Michelles Bruder Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) wurde in einem weiteren Honda Dritter und rundete den perfekten Sonntag für die Familie Halder ab. Dazu passte, dass Michelle Halder sich auch noch den Sieg in der Honda Junior Challenge sicherte. 

"Ich bin super, super glücklich. Es war einfach grandios" jubelte Michelle Halder: "Ich hatte einen super Start und habe gleich ein kleines Polster herausgefahren. Das habe ich auch halten können. Während des Rennens habe ich im Rückspiegel dann Mike heranfliegen sehen. Dass wir beide jetzt gemeinsam auf dem Podium stehen dürfen, ist echt der Hammer." 

Vierter wurde Gaststarter Lance David Arnold (33, Duisburg) im VIP-Auto des Hyundai Team Engstler. Titelverteidiger Harald Proczyk (43, Österreich, HP Racing International) im Hyundai i30 N TCR kam als Fünfter ins Ziel vor Junior Bradley Burns (18, Großbritannien, Pyro Motorsport) im Honda und Lukas Niedertscheider (24, Österreich, HP Racing International) im Hyundai. Julien Apotheloz (18, Schweiz, TOPCAR Sport) im Cupra Leon TCR, Samstagssieger Max Hesse (18, Wernau, Hyundai Team Engstler) und Lokalmatador Maurits Sandberg (46, Niederlande, VW Team Oettinger) im VW Golf GTI TCR komplettierten die Top Ten. 

Wie bereits am Samstag ging es auch im zweiten Rennen an der niederländischen Nordseeküste turbulent zu. Die Fahrer lieferten sich intensive Zweikämpfe und Rad-an-Rad-Duelle - nur eine bekam davon kaum etwas mit: Michelle Halder. Zunächst gelang ihr ein glänzender Start, dann fand sie schnell zu ihrem Rhythmus und spulte ein fehlerfreies Rennen ab. 

Hinter ihr ging es zur Sache: Rene Kircher (19, Hünfeld, racing one), von Platz drei gestartet, verbesserte sich schnell auf den zweiten Platz. Auch Antti Buri kam an Gaststarter Arnold vorbei und setzte Kircher schnell unter Druck. Hinter Arnold folgten Mike Halder, Dominik Fugel (22, Chemnitz, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) und Proczyk. Halbzeitmeister Buri und Arnold überflügelten dann Kircher und setzten sich schnell von dem Audi-Piloten ab. 

Kircher musste sich gegen weitere Angriffe wehren, schließlich fanden auch die Verfolger um Mike Halder, Max Hesse und Hari Proczyk am 19-Jährigen vorbei, der im Laufe des Rennens weiter zurückfiel. Nach einigen Minuten beruhigte sich das Geschehen dann etwas. Michelle Halder fuhr vorneweg, es folgten Buri, Arnold, Mike Halder, Fugel, Hesse und Proczyk. 

Fugel fiel dann aus dieser Spitzengruppe heraus und konnte dem Tempo nicht mehr folgen. Die fünf verbleibenden Michelle-Halder-Verfolger rückten dagegen immer enger zusammen. Doch trotz zahlreicher Versuche gelang es zunächst keinem, noch Plätze gutzumachen. Das änderte sich erst vier Minuten vor dem Ende, als Mike Halder am starken Gastfahrer Arnold vorbeikam und sich fortan ein Duell mit Buri lieferte, das der Finne letztlich für sich entschied. 

Im Kampf um Platz fünf setzte dann Titelverteidiger Proczyk zum Überholmanöver gegen Hesse an. Der konnte zwar zunächst kontern, doch der Österreicher behielt am Ende die Oberhand. Ganz vorne bekam Michelle Halder davon kaum noch etwas mit - wenig später jubelte sie gemeinsam mit ihrem Bruder Mike. 

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany 

Antti Buri (Zweiter, LMS Racing): "Mike war am Ende sehr nah dran und extrem schnell. Wir hatten dieses Wochenende leider nicht die Pace, um mit Honda mitzuhalten. Michelle konnte ich einfach nicht einholen. Die Punkte nehme ich gerne mit, ich bin glücklich. Das Auto ist heil, jetzt freue ich mich natürlich auf den Nürburgring." 

Mike Halder (Dritter, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen): "Ich freue mich sehr für Michelle. Toll, dass sie die Pole in den Sieg umgewandelt hat. Perfekter Job, mehr kann man dazu nicht sagen. Ich hatte auch einen sehr guten Start, aber vor mir haben sie dann erst etwas dicht gemacht. Die ersten Runden waren sehr hart. Ich wäre gerne noch etwas weiter nach vorne gefahren, aber es sind wichtige Punkte. In der Meisterschaft ist alles ganz, ganz eng." 

Sonntag, 11. August 2019

Big Points im Titelkampf: Rast siegt in Brands Hatch vor Müller

  • Volle Punktzahl für René Rast – Pole-Position und Rennsieg im Sonntagsrennen
  • Nico Müller und Robin Frijns machen reines Audi-Podium komplett
  • Enttäuschung nach Sieg am Samstag: nur Rang zehn für Titelkandidat Marco Wittmann
Podium vom Sonntag: Nico Müller, René Rast, Robin Frijns (v.l.)
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel

Vier gewinnt: René Rast (GER) hat in Brands Hatch mit seinem vierten Saisonsieg einen Riesenschritt im DTM-Titelkampf genommen. Im Sonntagsrennen verwies der Audi-Pilot seinen Markenkollegen und ärgsten Meisterschaftsverfolger Nico Müller (SUI) in einem packenden Zweikampf bis zum Ziel auf die zweite Position. BMW-Speerspitze und -Titelkandidat Nummer eins, Marco Wittmann (GER), kam nach einem ernüchternden Zeittraining und einer gewagten Zwei-Stopp-Strategie nur auf der zehnten Position ins Ziel. Tags zuvor hatte Wittmann Rast und Müller noch besiegt. Im Kampf um den DTM-Fahrertitel ist das Audi-Duo ein Stück weit enteilt: Rast hat 206 Punkte auf dem Konto, Müller 169. Wittmann, der wie Rast in dieser Saison vier Siege erzielt hat, kommt nach zwölf von 18 Rennen auf 147 Zähler.

Audi souverän, Eng mischt Feld auf

Während Rast in dieser Saison seinen ersten Sieg von der Pole-Position feierte, sorgten seine Audi-Markengefährten für einen Audi-Vierfacherfolg. Hinter Müller auf der zweiten landete Robin Frijns (NED) auf der dritten und Loïc Duval (FRA) auf der vierten Position – nachdem die Marke im Zeittraining alle acht RS 5 DTM auf die ersten vier Startreihen gestellt hatte. Dass das zwölfte Saisonrennen zu keiner reinen Audi-Show wurde, dafür sorgte Philipp Eng (AUT). Der BMW-Pilot war von der neunten Position aus ins Rennen gegangen, entschied sich für eine Strategie mit spätem Reifenwechsel und arbeitete sich Zug um Zug bis auf die fünfte Position vor. In einem rundenlangen, äußerst spektakulären Duell fand er in Loïc Duval (FRA) allerdings seinen Meister.

Doppelt Punkte für Aston Martin beim Heimspiel

Mit Daniel Juncadella (ESP) und Jake Dennis (GBR) auf den Plätzen acht und neun sammelte R-Motorsport/Aston Martin beim Heimspiel auf der britischen Insel am Sonntag doppelt Punkte, nachdem schon am Samstag Juncadella einen Punkt einfuhr und Paul Di Resta (GBR) mit einer starken Anfangsphase von Startplatz vier beeindruckte.

Stimmen – 2. Rennen, Brands Hatch:

René Rast, Sieger

„Ich bin mega-happy! Führung ausgebaut – perfekt. Mein letzter Sieg liegt nun ja auch schon fünf Rennen zurück, deswegen freue ich mich sehr. Am Ende hatte ich kaum noch Reifen, obwohl ich versucht habe, sie mir einzuteilen. Das Rennen war ein Mega-Kampf.“ 

Nico Müller, 2. Platz
„Wenn ich deutlich schneller gewesen wäre, hätte ich die Chance ergriffen, René zu überholen. Leider haben wir heute beim Stopp wertvolle Zeit verloren. Danach musste ich das Loch zu René wieder zufahren und dafür meinen Geschwindigkeitsvorteil nutzen. Dadurch  konnte ich aber am Ende nicht mehr so richtig attackieren. Klar will man es probieren, aber wenn das Risiko zu groß ist, lässt man es besser bleiben. Mit Platz zwei sind wir aber zufrieden.“ 

Robin Frijns, 3. Platz
„Ich freue mich, auf dem Podium zu stehen. Ein guter Abschluss eines gutes Wochenendes. Gestern hatten wir noch kleinere Probleme, haben uns aber dennoch Platz vier erkämpfte. Heute Platz drei. Ein solides Ergebnis – nun freue ich mich auf die kommenden Rennen.“

Siljehaug/Angermayr stürmen zum Sieg im Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany in Zandvoort

  • Marius Zug und Gabriele Piana sind Halbzeitmeister der ADAC GT4 Germany
  • Jusuf Owega gewinnt die Junior-Wertung
  • Markus Lungstrass in Trophy-Wertung erfolgreich 

Siljehaug/Angermeyer (vorn) im KTM X-Bow siegen im Sonntagsrennen
Foto: ADAC-Motorsport
Mads Siljehaug (23/NOR) und Eike Angermayr (20/AUT, beide Felbermayr-Reiter) gewinnen im KTM X-Bow GT4 mit einer starken Aufholjagd das zweite Rennen der ADAC GT4 Germany in Zandvoort. Der lange Zeit führende Mercedes-AMG GT4 von Hamza Owega (27/Köln) und Jusuf Owega (17/Köln, beide GetSpeed Performance) kommt auf Rang zwei ins Ziel, Mike Beckhusen (19/Berlin) und Markus Lungstrass (36/Köln,beide racing one) komplettieren im Audi R8 LMS GT4 das Podium. "Das ist der absolute Wahnsinn. Ich kann es noch gar nicht richtig realisieren. Mein Renningenieur hatte heute Morgen gescherzt, dass wir auf das Podium fahren werden. Doch ich dachte, er ist verrückt. Denn wir starteten lediglich von der elften Position. Jetzt bin ich einfach nur noch glücklich", strahlte Angermayr nach seinem ersten Saisonsieg über das ganze Gesicht.

Zunächst bot das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany in Zandvoort ein ganz anderes Bild an der Spitze. Pole-Setter Jusuf Owega dominierte die Anfangsphase in seinem Mercedes-AMG GT4 nach Belieben. Mit konstant schnellen Rundenzeiten setzte sich der jüngere der beiden Owega-Brüder kontinuierlich vom Rest des Feldes ab. Bis zum obligatorischen Fahrerwechsel auf Hamza Owega hatte er bereits einen Vorsprung von knapp zwölf Sekunden herausgefahren.

Hamza Owega setzte die starke Leistung weiter fort und baute die Führung bis auf über 18 Sekunden aus. Dann gab es jedoch einen Rückschlag auf der Fahrt zum vermeintlich sicheren Sieg: Aufgrund eines Vergehens beim Boxenstopp bekam das Mercedes-AMG-Duo eine Durchfahrtsstrafe auferlegt. Nach dem Absitzen der Strafe blieb Owega zwar weiterhin an der Spitze, jedoch nur noch mit geringem Vorsprung.

Kontinuierlich arbeitete sich in der Zwischenzeit Siljehaug im KTM immer weiter nach vorn. Vier Minuten vor Rennende passierte er schließlich den führenden Mercedes-AMG und fuhr anschließend mit 2,2 Sekunden Vorsprung zum Sieg. "Als ich ins Auto stieg, wusste ich nicht, auf welcher Position ich liege. Ich habe aber alles aus dem KTM herausgeholt und einfach nur Vollgas gegeben. In jeder Kurve ging ich bis ans Maximum. Das Fahrzeug war heute mega stark - der Sieg aber unerwartet", jubelte der Norweger.

Mit Gesamtrang zwei sicherte sich Jusuf Owega den Klassensieg in der Junior-Wertung. Erstmals auf dem Podium der ADAC GT4 Germany stand mit Mike Beckhusen (19/Berlin) und Markus Lungstrass ein Audi-Duo. Lungstrass konnte außerdem den Pokal für den besten Trophy-Piloten mit nach Hause nehmen. Platz vier ging an der BMW M4 GT4 von Michael Schrey (36/Wallenhorst) und Thomas Jäger (24/AUT, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). Durch Rang fünf machten die Samstagssieger Marius Zug (16/Pfaffenhofen) und Gabriele Piana (32/ITA, beide RN Vision STS Racing Team) die Halbzeitmeisterschaft der ADAC GT4 Germany klar.

Hinter dem Mercedes-AMG GT4 von Luca Trefz (17/Wüstenrot) und Morgan Haber (25/AUS, beide Leipert Motorsport) auf Rang sechs zeigten die McLaren 570S GT4 vom Team GT wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung mit den Rängen sieben für Charles Fagg (19/GBR)/ Michael Benyahia (19/MAR) und acht für Felix von der Laden (25/Köln)/Alain Valente (22/CHE). Der BMW M4 GT4 von Claudia Hürtgen (47/Aachen) und Michael Fischer (24/AUT, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) und der McLaren von Fred Martin-Dye (30/GBR)und Thomas Krebs (26/DNK, beide Dörr Motorsport) komplettierten die Top Ten. Der ehemalige Formel-1-Pilot und heutige TV-Experte von RTL Christian Danner (61/Seeshaupt) beendete das Rennen mit Teamkollege Bernhard Laber (55/München, beide Team GT) im McLaren 570S GT4 auf Position 18. Im Lauf am Vortag schied das Duo nach einem technischen Defekt aus.

Die ADAC GT4 Germany macht keine Pause. Schon am nächsten Wochenende (16. bis 18. August) werden die nächsten beiden Läufe am Nürburgring ausgetragen.