Samstag, 27. April 2019

Halder gewinnt im Honda Saisonauftakt der ADAC TCR Germany

  • ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Halder feiert vierten Sieg in der ADAC TCR Germany
  • Hyundai-Doppel: Titelverteidiger Proczyk wird Dritter hinter Hesse
  • Burns feiert Sieg in der Honda Junior Challenge
Foto: ADAC-Motorsport

ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) hat den Saisonauftakt der ADAC TCR Germany in Oschersleben gewonnen. Im Honda Civic TCR setzte sich Halder in der Magdeburger Börde vor Pole-Setter Max Hesse (17, Wernau, Hyundai Team Engstler), der ebenfalls von der ADAC Stiftung Sport gefördert wird, und Titelverteidiger Harald Proczyk (43, Österreich, HP Racing International) im Hyundai i30 N TCR durch. Für Halder war es der insgesamt vierte Sieg in der Tourenwagenserie.

„Gleich im ersten Rennen einen Sieg zu holen, ist perfekt. Besser kann die Saison natürlich nicht beginnen“, sagte Halder: „Aber ich weiß das natürlich einzuordnen. Die Saison ist noch sehr, sehr lang. Im Rennen habe ich von einem Fehler von Max profitiert und konnte mich an der Spitze behaupten.“

Auf den vierten Platz fuhr Antti Buri (30, Finnland, LMS Racing) im Audi RS3 LMS vor Bradley Burns (17, Großbritannien, Pyro Motorsport). Der Honda-Pilot gewann damit auch die Wertung der Honda Junior Challenge. Theo Coicaud (19, Frankreich, Hyundai Team Engstler) im Hyundai und sein Markenkollege Lukas Niedertscheider (24, Österreich, HP Racing International) landeten auf den Positionen sechs und sieben. Die Top Ten komplettierten Jan Seyffert (21, Stuttgart, Lubner Motorsport) und Steve Kirsch (39, Chemnitz, IMC Motorsport) im Opel Astra TCR sowie Rene Kircher (18, Hünfeld, Racing One) im Audi.

Pole-Setter Hesse verteidigte seine Spitzenposition am Start vor Halder, Fugel und Proczyk. Der amtierende Meister hatte sich im Qualifying eigentlich die Pole Position gesichert, aufgrund eines Vergehens bei Roter Flagge setzten die Rennkommissare den Österreicher aber um drei Plätze zurück.

Nach wenigen Minuten musste das Safety Car erstmals auf die Strecke, weil Mitchell Cheah (21, Malaysia, VW Team Oettinger) infolge eines Fahrfehlers die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte. Nach dem Restart nutzte Halder einen kleinen Fehler Hesses und setzte sich in der letzten Kurve vorbei. Dahinter änderte sich an der Reihenfolge zunächst nichts. In der siebten Runde übernahm Audi-Pilot Buri dann den fünften Platz von Hyundai-Fahrer Coicaud. Der Franzose musste wenig später auch Burns vorbeiziehen lassen.

An der Spitze des Feldes musste Fugel seinen dritten Platz räumen. Die Rennkommissare belegten ihn wegen eines Frühstarts mit einer Durchfahrtsstrafe, Fugel beendete das Rennen letztlich als Zwölfter. Proczyk profitierte und nahm den letzten Platz auf dem Podest ein. Halder fuhr seinerseits das Rennen konzentriert zu Ende und bescherte Honda einen Auftakt nach Maß.

Am Sonntag steht in Oschersleben noch das zweite Rennen der ADAC TCR Germany auf dem Programm. Der Start für Lauf zwei erfolgt um 11.35 Uhr. Das Rennen ist bei SPORT1+ zu sehen, zudem sind die Läufe auch online im Livestream im Facebook-Kanal der ADAC TCR Germany, auf YouTube.com/adac, sport1.de und adac.de/motorsport zu sehen.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Max Hesse
(Zweiter, Hyundai Team Engstler): „Es war ein guter Start in die Saison. Wir waren immer vorne mit dabei. Klar will man gewinnen, wenn man von der Pole startet, aber wir sind zufrieden, dass wir aufs Podium gekommen sind und wir somit wichtige Punkte gesammelt haben. So wollen wir die Saison weiter durchziehen, am Ende ist das Ziel natürlich der Sieg in der Meisterschaft. Ich habe einen kleinen Fahrfehler gemacht, er konnte sich neben mich setzen und vorbeifahren. Ich habe dann nicht wirklich hart gegen Mike gekämpft, sondern die Punkte mitgenommen.“

Harald Proczyk (Dritter, HP Racing International): „Das Ergebnis selbst ist absolut okay. Ich war heute etwas zu langsam, wir müssen noch etwas lernen. Ich glaube, ich hätte den Dominik Fugel nicht überholen können, wenn er nicht die Strafe bekommen hätte.“

Bradley Burns (Fünfter und bester Junior, Pyro Motorsport): „Nachdem wir ein paar Probleme im Qualifying hatten und ich von Platz zwölf starten musste, habe ich mir für das Rennen gar nicht so viel ausgerechnet. Insgesamt war es ein sehr guter Start in die Serie, ich bin zufrieden mit meinem Ergebnis.“

Corvette-Duo Pommer/Kirchhöfer gewinnt Saisonauftakt in Oschersleben

  • Corvette-Piloten sichern sich Sieg im Samstagsrennen der "Liga der Supersportwagen"
  • Drei Audi-Duos auf den weiteren Positionen, Regen in Schlussphase sorgt für Dramatik
  • Erste Punkte für Aston Martin, Strafe für Vettel/Ellis 
M.Kirchhöfer (l.) und M.Pommer (Corvette) siegen im ersten Rennen in Oschersleben
Foto: ADAC-Motorsport
Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) heißen die ersten beiden Saisonsieger des ADAC GT Masters. Im Samstagsrennen des Auftaktes in Oschersleben verwiesen die Corvette-Piloten in einem spannenden Rennen mit einsetzendem Regen in der Schlussphase die Audi-Fahrer Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide HCB-Rutronik Racing) sowie Jeffrey Schmidt (25/CH) und Christopher Haase (31/Kulmbach, beide BWT Mücke Motorsport) auf die Ränge zwei und drei. "Ein Traumstart", freute sich Sieger Markus Pommer. "Wir haben auf einen Platz in den Top fünf gehofft. Dass wir dann sogar gewinnen, damit haben wir nicht gerechnet."

Zweikampf bestimmt erste Rennhälfte

Das Auftaktrennen der 13. ADAC GT Masters-Saison wurde bis zu den Pflichtboxenstopps vor allem von zwei Piloten geprägt: Pole-Setter Marvin Dienst (22/Lampertheim, Schütz Motorsport), der seinen besten Startplatz im Mercedes-AMG in die Führung ummünzte, und Corvette-Fahrer David Jahn (28/Leipzig, RWT Racing), der sich in der ersten Runde von der vierten Startposition auf die Verfolgerposition schob. Das Duo drehte im Abstand von knapp einer halben Sekunde an der Spitze seine Runden und setzte sich dabei konstant von den weiteren Fahrzeugen ab. Bei Beginn des Boxenstoppfensters betrug ihr Vorsprung auf den dritten Rang rund sieben Sekunden. Auch als die Teamkollegen Aidan Read (20/AUS) und Sven Barth (38/Eberbach) übernahmen, blieben der Mercedes-AMG und die Corvette vorn.

Verregnete Schlussphase sorgt für Dramatik

Nur wenige Runden nach den Stopps wurde aus dem Zweikampf an der Spitze ein Dreikampf. Der spätere Sieger Marvin Kirchhöfer, der die Callaway-Corvette auf Platz fünf von Partner Pommer übernahm und nach den Stopps auf Rang drei fuhr, schloss dank schneller Rundenzeiten zu den beiden Führenden auf. Knapp zehn Minuten vor dem Rennende setzte Regen ein und wirbelte die Spitze noch einmal durcheinander. Sechs Runden vor Schluss berührten sich Barth und Kirchhöfer leicht. Barth kam dabei auf die feuchten Randsteine, drehte sich und fiel aus der Spitzengruppe. Nur eine Runde später ging Corvette-Markenkollege Kirchhöfer auf der immer nasser werdenden Strecke auch am Führenden Aidan Read vorbei und übernahm Platz eins. Auch der direkt dahinter liegende Audi-Pilot Kelvin van der Linde (22/ZA, HCB-Rutronik Racing) nutzte die Gelegenheit und schlüpfte am Australier vorbei auf die zweite Position. Damit waren die ersten beiden Positionen vergeben. Pommer/Kirchhöfer holten mit 3,6 Sekunden Vorsprung den Sieg im ersten von 14 Saisonrennen, van der Linde und Startfahrer Patric Niederhauser (27/CH) durften sich über Rang zwei freuen.

Serienneuling Aidan Read musste sich dagegen in der Schlussphase mit zwei weiteren Audi R8 LMS auseinandersetzen. Am Ende mussten sich der Pilot aus Perth und Partner Dienst mit dem fünften Rang begnügen. Davor schoben sich noch Jeffrey Schmidt und Christopher Haase sowie Ricardo Feller (18/CH) und Dries Vanthoor (21/B, beide Montaplast by Land-Motorsport). Schmidt holte sich damit gleichzeitig den Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung als bestplatzierter Fahrer unter 25 Jahren.

Rang sechs ging an Titelverteidiger Robert Renauer (34/Jedenhofen) und dessen neuen Teamkollegen Thomas Preining (20/A, beide Precote Herberth Motorsport) im bestplatzierten Porsche 911 GT3 R. Rookie Preining beeindruckte dabei mit einem kämpferischen Stint, in dem er fünf Positionen gutmachte. Auf dem siebten Rang kamen Max Hofer (19/A) und Christopher Mies (29/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) in einem weiteren Audi R8 vor den Corvette-Fahrern Jahn und Barth ins Ziel. Barth durfte sich über den Gewinn in der Pirelli-Trophy-Wertung freuen.

Indy Dontje (26/NL) und Maximilian Götz (33/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP) fuhren mit ihrem Mercedes-AMG GT3 vom 23. Startplatz noch auf Position neun, die Top Ten komplettierten beim Debüt des Aston Martin Vantage GT3 Daniel Keilwitz (29/Villingen) und Maxime Martin (33/B, beide Propeak Performance).

Seriendebütant Fabian Vettel (20/Heppenheim) und Partner Philip Ellis (26/GB, beide Mann-Filter Team HTP) kamen nach einer Durchfahrtstrafe wegen eines zu kurzen Pflichtboxenstopps auf den 26. Rang.

Stimmen der Sieger:

Markus Pommer (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R): "Ich hatte einen sehr guten Start, ich kam aber nicht innen an Patric Niederhauser vorbei. Daher habe ich zurückgesteckt, denn es ist wichtig, dass man die Rennen ohne Zwischenfälle übersteht. Das Wetter hat uns zum Schluss in die Karten gespielt. Marvin ist im Regen sehr stark. Ich habe bereits mit Audi und Mercedes-AMG im ADAC GT Masters gewonnen, aber noch nicht wie jetzt mit der Corvette gleich im ersten Rennen."

Marvin Kirchhöfer (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R): "Ich bin superhappy. Im vergangenen Jahr haben wir hier in Oschersleben zwei Nuller gehabt, da haben wir jetzt im ersten Rennen einen besseren Job gemacht. Das Rennen war etwas chaotisch. Mir tut es unheimlich leid für die zweite Corvette, die so gut im Rennen lag und dann einen Dreher hatte. Es war ein Missverständnis mit Sven Barth. Ich glaube, er wollte mich vorbeilassen und ist danach etwas weit auf den Curb gekommen. Da zu diesem Zeitpunkt der Regen stärker wurde, war dieser sehr rutschig und er hat sich gedreht. Ich bin am vergangenen Wochenende bei einem Regenrennen in Monza gefahren. Daher waren die Bedingungen am Ende für mich kein Sprung ins kalte Wasser. Ich war den Regen gewohnt. Schon im ADAC Formel Masters bin ich hier in Oschersleben bei wechselnden Bedingungen gut zurechtgekommen. Daher war es zum Schluss für mich etwas einfacher zu attackieren und ein Überholmanöver zu starten."

Freitag, 26. April 2019

Die Turbo-Pioniere kehren zu ihren Wurzeln zurück: Der neue BMW DTM-Motor im Vergleich zu seinem Vorgänger von 1969

50 Jahre Turbo-Leidenschaft: Vergleich BMW P48 Turbo Motor / BMW M121 Turbo Motor 
Bild: BMW-Motorsport
BMW Turbo Power ist eine Erfolgsgeschichte im Motorsport - und das schon seit 50 Jahren. 1969 gewann BMW mit Dieter Quester (AUT) und dem BMW 2002 TI die Tourenwagen-Europameisterschaft, leistete Pionierarbeit und schrieb dabei Geschichte. Der erste BMW Turbo im Motorsport - der M121 - sorgte für den nötigen Antrieb. Nach vielen weiteren BMW Turbo-Motoren in den 50er Jahren wird der neu entwickelte Klasse-1-P48-Motor der Klasse 1 im BMW M4 DTM sein Debüt, wenn die DTM-Saison Anfang Mai in Hockenheim (GER) startet . Die Zeiten mögen sich geändert haben, aber die hervorragenden Eigenschaften des Motors sind gleich geblieben. 

Trotz der 50 Jahre, die zwischen ihnen liegen, weisen die beiden Hochleistungsmotoren eine Reihe von Gemeinsamkeiten auf: Beide sind Vierzylinder-Reihenmotoren mit zwei Litern Hubraum und ein Turbolader. Sowohl beim BMW M121 als auch beim P48 müssen die empfindlichen Motorkomponenten durch ein Hitzeschutzschild vor der vom Turbolader abgegebenen Wärme geschützt werden. Eine mechanische Einspritzpumpe versorgt den Motor in beiden Fällen mit Kraftstoff. 

Mehr als doppelt so viel Strom bei weitem weniger Verbrauch und deutlich längerer Lebensdauer

Der Druck, mit dem die Verbrennungsluft dem Motor zugeführt wird, ist kaum noch vergleichbar. Mit einem Druck von 0,98 bar erreichte die erste Generation des Turbo-Rennmotors rd. 280 PS bei 6.500 U / min. Der Abluftventilator war theoretisch in der Lage, einen Ladedruck von 1,76 bar aufzubauen. Der Druck im Zylinder wäre jedoch so groß gewesen, dass der Zylinderkopf abgehoben hätte. Heutzutage sind Ladedrücke von bis zu 2,5 bar mit mehr als 600 PS möglich. Kurbelgehäuse und Zylinderkopf wurden in einem speziellen Sandgussverfahren in der Gießerei BMW Landshut hergestellt.

Inzwischen sind Komponenten wie Zündverteiler, Ventilator, Nasssumpf und Ladedruckventil vom Motor verschwunden. Es gibt keine direkte Ladeluftleitung mehr, die den Motor ohne Kühlung mit Druckluft versorgt. Stattdessen verfügt der P48 über ein ausgeklügeltes Trockensumpfsystem. Das zu Schmierzwecken im Motor benötigte Öl wird sofort abgesaugt, ohne dass Öl durch Spritzer verloren geht. Ein weiterer Teil dieses Systems ist der Öltank, der direkt am Motor befestigt ist. Eine effiziente Ladeluftkühlung ermöglicht auch eine höhere Leistung und Effizienz.

Nebenaggregate wie Anlasser und Generator befinden sich nicht mehr am Motor, sondern sind hinter dem Motor am Transaxle-Getriebe angebracht. Kohlefaserverstärkter Kunststoff hat die alte Aluminium-Schweiß- und Gusskonstruktion der Plenumkammer abgelöst. Außerdem wird der Schmetterling jetzt elektrisch und nicht mehr durch eine mechanische Drosselstange bewegt. Anstelle eines offenen Zündkabelbaums sind die elektrischen Kabel des P48 in einer schützenden Carbon-Kabelschale untergebracht. 
50 Jahre Turbo-Leidenschaft: Vergleich BMW P48 Turbo Motor (hinten) / BMW M121 Turbo Motor (vorn)
Bild: BMW-Motorsport
Einer der effizientesten BMW Rennmotoren aller Zeiten

Einer der wichtigsten Aspekte des P48 ist der außergewöhnlich gute Verbrauch. Da die Vorschriften den zulässigen Kraftstoffdurchfluss begrenzen, bedeutet jede Kraftstoffersparnis eine bessere Leistung und wurde detailliert befolgt. Im Vergleich zu seinem Vorgänger, der selbst sehr effizient war, wurde der derzeitige Motor um fast 10 Prozent effizienter gemacht. Es ist tatsächlich mehr als 50 Prozent effizienter als der M121 aus dem Jahr 1969. Dies wurde mit Hilfe der Hochdruck-Direkteinspritzung, wie sie bei BMW-Serienmotoren zu finden ist, sowie einer Gemischaufbereitung und Verbrennung - bewährt viele Simulationen und Tests - damit kann der Motor im sogenannten 'Lean Burn-Modus' arbeiten.

Eine konsequente Minimierung der Reibungsverluste, etwa durch das oben genannte Ölsystem und die Verwendung hochtemperaturbeständiger Komponenten, die keine Kühlung durch den Kraftstoff erfordern, machen den P48 zu einem der effizientesten BMW-Rennmotoren dieser Zeit. 

BMW Turbo Motoren garantieren maximale Sportlichkeit

Trotz alledem muss sich der Original-Turbo von 1969 in puncto Leistung keineswegs verstecken. Da die Entwickler des BMW 2002 TI die Verdrängung nicht erhöhen durften, musste die Leistung an anderer Stelle gesteigert werden. Der Motor saugte sein Gemisch nicht mehr selbst an. Stattdessen wurde es über den Turbolader in den Motor geblasen. Der BMW 2002 TI wurde damit zu einem echten Sportwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km / h. 1973 folgte das erste deutsche Auto, das mit einem Turbolader in Produktion ging: der BMW 2002 Turbo.

Das nächste Kapitel in der Geschichte von BMW Turbo im Motorsport soll nun in der DTM geschrieben werden. Vor allem die Bestimmungen der Klasse 1 läuten eine neue technische Ära ein. Die bisherigen V8-Motoren wurden durch leistungsstärkere Vierzylinder-Turbomotoren ersetzt. Der Sound der neuen Turbos ist fantastisch, die Leistung ist beeindruckend. Ihre brillanteste Eigenschaft ist jedoch ihre Effizienz. Mit 85 Kilogramm wiegt der kurze Motor im neuen Turbo-Aggregat kaum mehr als die Hälfte seines Vorgängers. Im Vergleich zu den bisher eingesetzten DTM-Motoren überzeugt das Leichtbau-Modell mit beeindruckenden Zahlen: halber Hubraum, mehr Leistung, weniger Verbrauch. 

Zahlen und Fakten zum neuen BMW P48-Motor

Typ: P48, R4-Turbomotor mit Direkteinspritzung
Kapazität: 1.999 ccm
Gewicht: 85 kg (Grundgewicht, gemäß Vorschrift)
Bohrung: zwischen 86 und 90 mm
Motordrehzahl: max. 9.500 U / min
Leistung: über 600 PS
Lebensdauer: über 6.000 km (pro Saison)
Kraftstoff-Durchflussbegrenzer: 95 kg / h,
100 kg / h mit Push-to-Pass-Aktivierung 

- Zylinderblock und Zylinderkopf aus Aluminiumguss In der BMW-Gießerei in Landshut
- Stahlkurbelwelle
- Vier Ventile pro Zylinder, die über Kipphebel betätigt werden
- Stahlnockenwellen, über Getriebe betätigt
- Hochdruck-Direkteinspritzung, wie bei BMW Serienmotoren mit 350 bar
- Trockensumpf

Trotz der erheblichen Leistungssteigerung von etwa 100 PS ist das Gerät auf Zuverlässigkeit und Langlebigkeit ausgelegt und hat eine Reichweite von 6.000 Kilometern. Während der Saison können pro Fahrzeug 1,5 Motoren verwendet werden. Das im Jahr 2019 neue Push-to-Pass-System liefert fünf Sekunden lang zusätzlich 5 kg / h Kraftstoff, was zu einer Leistungssteigerung von rund 30 PS führt.

Das Turboladegerät im P48 versorgt den Motor mit 400 Litern Luft pro Sekunde - 3.500 Mal so viel wie ein Mensch atmet. Die Kolben beschleunigen sich in weniger als einer tausendstel Sekunde von null auf 100 km / h - 1.200 Mal schneller als eine Mondrakete. Die Wasserpumpe verschiebt ungefähr 18.000 Liter pro Stunde. Dies ist schnell genug, um eine Badewanne in ungefähr 20 Sekunden zu füllen. Für die Endmontage des Motors, der aus rund 2.000 Einzelteilen besteht, wurden 1.005 Zeichnungen angefertigt. Sie liegen nebeneinander und decken den Boden einer 250 m² großen Wohnung ab. 

Mit dem BMW P48 und den Vorschriften der Klasse 1 bricht eine neue Ära im Tourenwagenrennen auf - genau wie mit dem Vorfahren des Motors aus dem Jahr 1969. Der Turbo ist heute, wie vor 50 Jahren, bereit für die Zündung.

Corvette mit erster Bestmarke beim Saisonauftakt des ADAC GT Masters

  • David Jahn Schnellster im ersten Freien Training in Oschersleben
  • Lamborghini und Porsche auf den Verfolgerpositionen
  • Fünf Marken auf den ersten fünf Plätzen

David Jahn holt erste Bestzeit des Jahres für Corvette
Foto: Jens Hawrda
Die erste Bestzeit der neuen Saison des ADAC GT Masters schnappte sich Corvette-Pilot David Jahn (28/Leipzig, RWT Racing). Enge Zeitenabstände und fünf Hersteller auf den ersten fünf Positionen versprechen einen spannenden Saisonauftakt in der Motorsport Arena Oschersleben. Die beiden Rennen in der Magdeburger Börde werden am Samstag und Sonntag ab 13.00 Uhr von SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Zudem gibt es sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac.

Jahn, der sich die Corvette mit Sven Barth (38/Eberbach) teilt, war bei seiner Bestzeit mit 1.24,049 Minuten 0,213 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Lamborghini Huracán GT3 Evo von Rolf Ineichen (40/CH) und Frank Perera (35/F, Orange1 by GRT Grasser). „Die erste Session verlief gut, aber ich bin realistisch und will da jetzt nicht zu viel reininterpretieren“, so Jahn, der erstmals seit seinem Vizetitel 2016 wieder im ADAC GT Masters startet. „Das Ergebnis gibt natürlich ein gutes Gefühl, aber grundsätzlich haben wir noch etwas Arbeit vor uns. Vom Set-up sind wir noch nicht da, wo wir gerne wären. Ich bin glücklich, dass es läuft und wir keine Probleme haben. So kann es weitergehen.“

Auf Platz drei mit 0,368 Sekunden Abstand kamen Timo Bernhard (38/Bruchmühlbach-Miesau) und Klaus Bachler (27/A, beide Küs Team75 Bernhard) im bestplatzierten Porsche 911 GT3 R vor den Audi-Speerspitzen Ricardo Feller (19/CH) und Dries Vanthoor (21/B, beide Montaplast by Land-Motorsport). Mit dem Ferrari 488 GT3 von Luca Ludwig (30/Bornheim) und Sebastian Asch (32/Ammerbuch, beide HB Racing) fuhr eine fünfte Marke in die Top fünf. 

Der neue Aston Martin Vantage GT3 belegte mit Daniel Keilwitz (29/Villingen) und Maxime Martin (33/B, beide Propeak Performance) Rang 13, direkt dahinter platzierten sich Serienneuling Fabian Vettel (20/Heppenheim) und Partner Philip Ellis (26/GB, beide Mann-Filter Team HTP) im schnellsten Mercedes-AMG GT3. Insgesamt lagen 17 Fahrzeuge innerhalb einer Sekunde.

Nicolai Sylvest bei MRS GT-Racing

Als letztes Team hat MRS GT-Racing sein Fahreraufgebot für die Saison komplettiert. Die Mannschaft aus Lonsee, die als einzige in der „Liga der Supersportwagen“ auf den BMW M6 GT3 setzt, verpflichtete als zweiten Piloten neben Jens Klingmann (28/Ermatingen) den Dänen Nicolai Sylvest (21). Sylvest holte 2018 auf dem Nürburgring eine Pole-Position und auf dem Sachsenring einen zweiten Rang.

Fahrerrotation by Orange1 by GRT Grasser

Der österreichische Rennstall Orange1 by GRT Grasser hat kurz vor dem Saisonauftakt teamintern die Fahrer getauscht. Neuer Teamkollege von Mirko Bortolotti (29/A) ist nun Christian Engelhart (32/Starnberg), Rolf Ineichen hat mit Franck Perera einen neuen Partner. Der dritte Lamborghini Huracán GT3 Evo der Mannschaft von Gottfried Grasser wird vom italienischen Duo Michele Beretta (25)/Marco Mapelli (31) pilotiert.

Zahlen und Fakten zum Auftakt des ADAC GT Masters in Oschersleben

  • "Liga der Supersportwagen" startet am Wochenende in ihre 13. Saison
  • Oschersleben traditioneller Saisonauftakt des ADAC GT Masters
  • Fans erwartet starkes Feld mit 31 spektakulären GT-Fahrzeugen von acht Marken
Foto: Jens Hawrda
Am Wochenende geht es endlich wieder los: In der Motorsport Arena Oschersleben startet das ADAC GT Masters in die neue Saison. Ein spannender Blick in die Zahlen, Daten und Statistiken der "Liga der Supersportwagen". Die beiden Rennen in der Magdeburger Börde werden am Samstag und Sonntag ab 13:00 Uhr von SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. 

- Das ADAC GT Masters startet zum 15. Mal in der Motorsport Arena Oschersleben, zwölf Mal war diese bisher Austragungsort des Saisonauftaktes. Nur im Debütjahr des ADAC GT Masters startete die Serie zuerst auf dem Nürburgring. 

- Der Kalender umfasst 2019 insgesamt sieben Läufe mit jeweils zwei Rennen in Deutschland, Tschechien, Österreich und den Niederlanden. 


Maximilian Götz holte 2012 den Meistertitel in der ADAC-GT-Masters Serie
Foto: Jens Hawrda
- Gleich acht ehemalige ADAC GT Masters-Champions treten in Oschersleben an: Christopher Haase (2007), Sebastian Asch (2012 und 2015), Maximilian Götz (2012), Daniel Keilwitz (2013), Kelvin van der Linde (2014), Luca Ludwig (2015), Christopher Mies (2016) und Titelverteidiger Robert Renauer. 

- Mit 22 Siegen hat Daniel Keilwitz so viele Rennen gewonnen wie kein Fahrer im ADAC GT Masters. Der aktuelle Aston-Martin-Pilot hält auch den Rekord für die meisten Saisonsiege: 2014 triumphierte er sechs Mal. Insgesamt haben 31 Fahrer mindestens einen Sieg in der Serie eingefahren - also genau die Hälfte des gesamten Starterfeldes. 


Rekord: Luca Ludwig gewann in Oschersleben bereits vier mal
Foto: Jens Hawrda
- Rekordsieger in Oschersleben ist Luca Ludwig. Der jetzige Ferrari-Pilot gewann in der Magdeburger Börde bereits vier Mal, darunter gleich zwei Mal bei seinem ADAC GT Masters-Debüt vor zehn Jahren. 

- Ein Oschersleben-Spezialist ist außerdem Christian Engelhart. Der Deutsche gewann dort bereits drei Mal und hält mit 1.23,362 Minuten den Qualifying-Rekord. Zusammen mit Lamborghini-Teamkollege Mirko Bortolotti hält er mit 1.25,306 Minuten in der Motorsport Arena auch den Rundenrekord im ADAC GT Masters. Das Besondere: Engelhart stellte den Rekord 2018 im ersten Rennen auf, Bortolotti zog im zweiten Durchgang nach und fuhr auf die Tausendstelsekunde genau die gleiche Rundenzeit. 

- Mit Mattia Drudi, Valentin Hasse-Clot, Arlind Hoti, Maximilian Paul, Thomas Preining, Aidan Read, Simon Reicher, Hugo de Sadeleer, Carrie Schreiner, Wolfgang Triller, Fabian Vettel und Mick Wishofer debütieren zwölf Piloten in Oschersleben im ADAC GT Masters. 

- Mehrere Piloten geben in diesem Jahr ein Comeback in der "Liga der Supersportwagen" - allen voran die fünfmaligen Rennsieger Maxime Martin und David Jahn. Der dreimalige Oschersleben-Sieger Martin startete zuletzt 2012 in der Serie. Jahn, der Vizechampion von 2016, kehrt nach zwei Saisons zurück. Ebenfalls zurückgekehrt sind Jeroen Bleekemolen, der in Oschersleben 2015 den bisher einzigen Bentley-Sieg in der Serie einfuhr, sowie Matteo Cairoli, der ehemalige ADAC Formel-4-Champion Marvin Dienst und Kelvin Snoeks. 

- Zwei Fahrer spielen auch in dieser Saison eine Doppelrolle und sind gleichzeitig Teamchef: Timo Bernhard tritt für das KÜS Team75 Bernhard an, das dem Sportwagen-Weltmeister zusammen mit Vater Rüdiger gehört. Porsche-Markenkollege Jan-Erik Slooten startet für seinen Rennstall Iron Force Racing. 

- Auch in dieser Saison ist das Starterfeld des ADAC GT Masters international. In Oschersleben starten Piloten aus 13 Nationen. Am stärksten vertreten ist Deutschland mit 31 Fahrern, also genau der Hälfte des Feldes, dann folgen die Schweiz (7) sowie Italien und Österreich (je 5). 

- Jüngster Fahrer im Starterfeld ist im dritten Jahr in Folge Audi-Pilot Ricardo Feller. Der Schweizer ist beim Saisonauftakt 18 Jahre alt. 

- Ältester Pilot ist Serienneuling Wolfgang Triller. Der Bayer wurde Ende März 51 Jahre alt. 

- Mit dem jüngsten Fahrerduo im Feld tritt T3 Motorsport an: Die Rookies Maximilian Paul und Simon Reicher sind beide 19 Jahre alt. Den größten Altersunterschied zwischen zwei Teamkollegen gibt es bei Aust Motorsport: Wolfgang Triller und Arlind Hoti, die sich den Audi mit der Startnummer "4" teilen, trennen 31 Jahre. 

- Mehr als 17.000 PS hat das 31 Fahrzeuge von Aston Martin, Audi, BMW, Corvette, Ferrari, Lamborghini, Mercedes-AMG und Porsche umfassende Feld des ADAC GT Masters. 

- Der Audi R8 LMS ist mit 13 Fahrzeugen erneut das unter den Teams beliebteste GT3-Modell im ADAC GT Masters, danach folgen der Mercedes-AMG GT3 mit fünf sowie der neue Porsche 911 GT3 R mit vier Autos. 

- Audi ist mit insgesamt 37 Siegen auch die bisher erfolgreichste Marke der Serie, dahinter folgen Corvette mit 32 und Lamborghini mit 29 Triumphen. 

- Rückkehrer Aston Martin startet erstmals wieder seit 2013 im ADAC GT Masters. Bisher gelangen der britischen Nobelmarke zwei Siege in der GT-Serie: 2008 und 2012 triumphierte sie jeweils ein Mal auf dem Sachsenring. 

- Mit HCB-Rutronik Racing, Propeak Performance und T3 Motorsport debütieren 2019 drei Rennställe in der "Liga der Supersportwagen". 

- Insgesamt treten in diesem Jahr 19 verschiedene Teams in der Serie an, 16 davon kommen aus Deutschland, zwei aus Österreich und eines aus Tschechien.