Sonntag, 14. Oktober 2018

Fünfter Sieg in Folge: Rast hält mit Rekord DTM-Titelrennen offen

  • Paffett übernimmt mit Platz vier die Tabellenführung
  • Entscheidung um den DTM-Titel fällt im letzten Rennen
  • Showdown: Fans erwartet am Sonntag ein Traumfinale 

Was für eine Serie: Renè Rast holt den fünften Sieg in Folge
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
René Rast ist nicht zu stoppen: Im Samstagsrennen auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg hat der Audi-Pilot den fünften DTM-Sieg in Folge geholt. Mit dem historischen Erfolg sicherte sich Rast nicht nur einen Platz in den Geschichtsbüchern, sondern hält auch den Titelkampf offen. Die Entscheidung, wer DTM-Champion 2018 wird, fällt im letzten Rennen. „Ich habe keine Worte dafür – das ist einfach unglaublich“, war der Mindener in der Auslaufrunde fast zu Tränen gerührt. Mit Robin Frijns auf Platz zwei feierte Audi in Hockenheim einen Doppelerfolg. Dritter, in einem von unzähligen Rad-an-Rad-Duellen geprägten Rennen, wurde BMW-Pilot Timo Glock. „Das war ein Wahnsinnsrennen für die DTM“, fasste Glock zusammen. In der DTM-Fahrerwertung hat vor dem entscheidenden Rennen am Sonntag wieder Gary Paffett die Führung übernommen. Der Mercedes-AMG-Pilot wurde Vierter und liegt mit 239 Punkten auf Platz eins vor seinem Markenkollegen Paul Di Resta (233 Punkte), der Achter wurde. Rast hat mit 224 Punkten vor dem Traumfinale am Sonntag noch alle Chancen, seinen Titel zu verteidigen.

„Jetzt ist alles möglich“, sagt René Rast, der mit 30 Punkten Rückstand nach Hockenheim gereist war und den Rückstand nach dem ersten von zwei Rennen am Wochenende auf 15 verkürzen konnte. „Ich habe mich selbst überrascht. Heute nochmal zu gewinnen, daran habe ich eigentlich nicht geglaubt. Unser Ziel war es, die Entscheidung offen zu halten und wenn wir morgen wieder so ein spannendes Rennen haben, dann ist wirklich alles drin. Die Nacht heute könnte ziemlich unruhig werden.“ Rast musste vor den Konkurrenten Paffett und Di Resta ins Ziel kommen um seine Chancen zu wahren. In der 16. Runde übernahm Rast zum ersten Mal Platz eins im Rennen vor Paffett, musste diesen in der 23. aber wieder an ihn abgeben um nur eine Runde später wieder die Führung zu übernehmen. Beim Restart nach einer Safetycar-Phase – Augusto Farfus verlor in der Hochgeschwindigkeitspassage vor der Spitzkehre die linke Tür seines BMW M4 DTM – konnte Rast Platz eins gegen Paffett behaupten und ins Ziel bringen.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Während Rast Platz eins sicher ins Ziel brachte, verlor Paffett in den neun Runden nach dem Restart zwei Positionen an Frijns und Glock. Er wurde Vierter. „Das ist frustrierend“, erklärte er nach dem Rennen leicht erbost. „Wir hatten einen sicheren zweiten Platz inne und dann kommt das Safetycar. Das verändert ein Rennen komplett und war aus meiner Sicht nicht notwendig. Darüber hinaus war am Schluss sehr viel Dreck auf der Strecke.“ Trotzdem: Paffett startet am Sonntag als Tabellenführer in das Finale.


Für Di Resta endete der vorletzte Saisonlauf enttäuschend. Als Tabellenführer angereist, musste er sich am Ende mit Platz acht begnügen. Mit 30 Punkten Vorsprung auf den drittplatzierten Rast in das Wochenende gestartet, beträgt das Polster auf den wie entfesselt aufstrebenden Titelverteidiger vor dem Finale nur noch neun Zähler. „Das war heute leider nicht mein Tag. Startplatz sechs war schon nicht ideal, insbesondere, da Gary und René vor mir gestartet sind. Zudem konnte Gary mit den beiden Qualifying-Punkten meinen kleinen Vorsprung halbieren. Im Rennen gab es dann jede Menge Action, Zweikämpfe und das Safetycar“, sagte Di Resta, der sich in der Schlussphase binnen weniger Runden Loïc Duval, Mike Rockenfeller und Nico Müller geschlagen geben musste. Das Audi-Trio beendete das Rennen auf den Plätzen fünf, sechs und sieben.

DTM: Lucas Auer holt Pole

Pole am Samstag für Lucas Auer (Mercedes)
Foto: Mercedes-Motorsport
Der Erste des Qualifying am Samstag in Hockenheim hieß Lucas Auer. Als Sieger durfte sich aber Gary Paffett fühlen. Für den Österreicher Auer war das seine dritte Pole Position in der Saison. „Das war ein starkes Qualifying. In den Freien Trainings habe ich viel links und rechts geschaut. Im Setup auch ein bisschen ausprobiert. Deswegen hatte ich kein gutes Gefühl. Wir haben dann auch alles zurückgeschraubt. Über die Pole-Position bin ich selber erstaunt“, sagte Auer.

Zweiter wurde Markenkollege Paffett. Somit verkürzte der Brite den Rückstand auf den Ersten der Fahrerwertung, Paul Di Resta, auf nur noch zwei Punkte. Der Schotte belegte nur Rang acht. „Vor René zu stehen, ist perfekt. Die Lücke zu Paul ist auch kleiner geworden. Das ist alles sehr positiv“, sagte Paffett. Hinter Timo Glock, dem besten BMW-Piloten wurde René Rast Vierter. „Für mich ändert sich jetzt nicht viel. Ich muss vor Paul und Gary ins Ziel kommen. Die Ausgangsposition ist nicht schlecht. Es hätte schlimmer kommen können. Ich bin ganz zufrieden und zuversichtlich“, sagte der Titelverteidiger, der von Platz drei starten wird. Denn Glock und Markenkollege Philipp Eng bekamen in Spielberg ihre dritte Verwarnung und werden deswegen heute beim ersten Rennen in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt.

DTM: Zweites Freies Training Erikson vor Farfus

Innerhalb von drei Tausendstelsekunden lagen die ersten Drei beim zweiten Freien Training am Samstag in Hockenheim. Rookie Joel Eriksson platzierte sich vor Markenkollege Augusto Farfus auf Rang eins. Dahinter folgte mit Gary Paffett im Mercedes-AMG der erste der drei Titelanwärter. „Es ist ein sonniger Tag. Im Freien Training geht es mehr um das Gefühl im Auto. Die Pace war gut. Ich freue mich auf das Qualifying“, sagte Paffett. 

Titelverteidiger René Rast wurde Fünfter hinter Markenkollege Nico Müller. „Im Qualifying wird es sehr eng zugehen. Das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf später. Alle werden versuchen, die letzten Tausendstelsekunden aus ihrem Auto raus zu quetschen“, sagte der Schweizer Audi-Pilot.

Freitag, 12. Oktober 2018

DTM: Erstes Freies Training - Renè Rast vorn

Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Titelverteidiger Renè Rast fuhr im ersten Freien Traing zum Saisonfinale in Hockenheim Bestzeit und setzte damit ein deutliches Zeichen. Die beiden Mitfavoriten auf die Meisterschaft Paul Di Resta und Gary Paffett belegten mit ihren Mercedes-AMG hingegen nur die Plätze 13. und 15. 


„Das ist offensichtlich ein guter Start ins Wochenende. P1 ist immer gut. Trotzdem müssen wir noch etwas am Auto arbeiten. Hoffentlich können wir morgen daran anknüpfen“, sagte Rast. 

Zweiter hinter Rast wurde Markenkollege Jamie Green. Dahinter folgten die Mercedes-Piloten Daniel Juncadella und Pascal Wehrlein auf Platz drei und vier. Bester BMW-Pilot war Timo Glock als Sechster. 


Das zweite Freie Training in Hockenheim findet am Samstagmorgen um 9 Uhr statt, das Qualifying zum ersten Rennen beginnt 10.55 Uhr, der Rennstart ist um 13:30 Uhr.

WRT wird Audi-Kundenteam in der DTM

  • Team aus Belgien setzt 2019 zwei neue Audi RS 5 DTM ein
  • Dieter Gass: „WRT hat das Potenzial, sich auch in der DTM zu etablieren“

Vincent Vosse (l.) und Dieter Gass
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel


Audi präsentiert das erste Kundenteam für die neue Ära der DTM: In der Saison 2019 wird das vor allem aus dem GT-Sport bekannte W Racing Team (WRT) in der internationalen Tourenwagen-Rennserie an den Start gehen. Die Mannschaft um Teamchef Vincent Vosse plant den Einsatz von zwei neuen Audi RS 5 DTM.

„Gemeinsam mit der ITR haben wir in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, die DTM wieder für Kundenteams zu öffnen“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Wir freuen uns, das erste Kundenteam der neuen DTM-Ära präsentieren zu können. Ich kenne Vincent Vosse schon aus der STW und sein Team von der langjährigen Zusammenarbeit im GT-Sport sehr gut und weiß, wie stark WRT aufgestellt ist. Ich bin überzeugt, dass WRT das Potenzial hat, sich auch in der DTM zu etablieren.“

Das im belgischen Baudour beheimatete W Racing Team wurde 2009 gegründet und war vom ersten Tag an erfolgreich. International einen Namen gemacht hat sich die Mannschaft vor allem durch zahlreiche Siege und Meistertitel mit dem GT3-Rennwagen Audi R8 LMS. Dazu zählen Triumphe bei den 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, in Spa, Zolder und Dubai, den 12-Stunden-Rennen in Sepang und Bathurst sowie mehrere Meistertitel in den Blancpain-GT-Serien, unter anderem mit den aktuellen Audi-DTM-Piloten Robin Frijns, Nico Müller und René Rast.

Seit 2016 engagiert sich WRT zudem erfolgreich in der TCR-Kategorie im Tourenwagen-Sport, aktuell mit dem Audi RS 3 LMS. „Der Aufstieg in die DTM war ein Traum von uns“, sagt Vincent Vosse. „Als Teil der Audi-Familie haben wir die DTM mit Interesse verfolgt. Die Bühne war schon immer großartig. Der Zeitpunkt für einen Einstieg war nie besser als jetzt: 2019 kommen erstmals die neuen Zweiliter-Turbomotoren zum Einsatz, mit denen alle Teams bei null starten. Und wir bekommen dasselbe Material wie die Werksteams. Das macht die DTM für uns und in Zukunft sicher auch für andere Teams so interessant.“