Mittwoch, 12. September 2018

Die DTM öffnet in Spielberg die Startaufstellung für Fans


  • Weiteres Novum: freier Eintritt für Schüler
  • Andreas Gabalier zu Gast, Konzert der Band Tagträumer
  • Mick Schumacher und Formel-1-Autos im Rahmenprogramm
In der Startaufstellung der DTM herrscht immer großer Andrang
Foto: dtm.com

Mit einem einzigartigen Rahmenprogramm macht das DTM-Gastspiel in Spielberg (21. bis 23. September 2018) von sich reden. Auf und neben der Rennstrecke wird den Fans in Österreich eine Menge geboten. Dabei wartet die DTM mit einer Aktion auf, die es in vergleichbaren Rennserien in dieser Form noch nicht gegeben hat: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag haben Fans mit Fahrerlager-Ticket Zugang zur XXL-Startaufstellung, die zu diesem Zweck von 15 auf 40 Minuten ausgedehnt wird. Die Zugangsberechtigungen zur Startaufstellung werden im Fahrerlager ausgegeben – so lange der Vorrat reicht.

„Unser Motto ‚Laut. Nah. Dran.‘ erhält mit der Öffnung der Startaufstellung für die Fans in Spielberg eine ganz neue Dimension“, sagte der ITR-Vorsitzende Gerhard Berger bei einer Pressekonferenz in Wien. „Es ist unser Bestreben, das ‚Erlebnis DTM‘ für die Fans stetig zu verbessern, die Besucher noch näher an die DTM heranzulassen – um die tolle Atmosphäre zu transportieren. Schon mit der Einführung des Pit Views vor zwei Jahren haben wir einen echten Mehrwert geschaffen. Heute zählt der Blick durch die Scheibe direkt in die Boxen der Teams zu den beliebtesten Hotspots im Fahrerlager. Jetzt bin ich sehr gespannt, wie die Fans darauf reagieren werden, die Stimmung in der Startaufstellung aufzusaugen.“

Freitickets für Schüler und jede Menge Attraktionen im Fahrerlager

Ein weiteres Novum in Spielberg: Die DTM lädt österreichische Schülerinnen und Schüler ein. Egal ob Schüler einer Grund-, Gesamt-, Berufsschule oder des Gymnasiums: Ab Donnerstag, 13. September, können interessierte Schulen, Klassen oder auch einzelne Schüler auf www.DTM.com/schulaktion Freikarten bestellen.

Freuen dürfen sich die Zuschauer zudem auf einen besonderen Gast: Der „Alpen-Elvis“ Andreas Gabalier wird sich in der Steiermark unters Volk mischen und den Pokal an den Sieger überreichen. Am Samstagabend gibt die österreichische Popband Tagträumer ein Konzert auf der Showbühne. Das Quintett wurde bekannt durch einen Auftritt 2014 in der TV-Sendung „Ein Herz für Österreich“. Der mit Gold ausgezeichnete Song „Sinn“ kletterte in der Alpenrepublik bis auf Platz sieben und hielt sich insgesamt 38 Wochen in den Charts.

Der in die USA ausgewanderte Star-Tätowierer Mario Barth wird in Spielberg mit einem mobilen Studio vertreten sein. Besucher haben die Möglichkeit, sich ein Tattoo stechen zu lassen oder auch nur beim Tätowieren zuzusehen. Zu Barths Kunden zählen Superstars wie Lenny Kravitz, Usher oder Sylvester Stallone.

Rahmenserien versprechen spannende Rennaction

Auf der Strecke wird es dieses Mal noch lauter: Beim vorletzten Rennwochenende der Saison ist die Rennserie BOSS GP mit von der Partie. Das Akronym steht für „Big Open Single Seater“ und schließt Formel-Fahrzeuge aller möglichen Serien ein. In Österreich werden unter anderem Formel-1-Fahrzeuge von Toro Rosso, Benetton, Arrows, Minardi und Super Aguri am Start sein – darunter auch zwei Benetton B197 des Jahrgangs 1997, mit denen neben Jean Alesi und Alexander Wurz auch der heutige Vorsitzende der DTM-Dachorganisation ITR um Grand-Prix-Siege kämpfte: Gerhard Berger.

In Spielberg will Mick Schumacher seine Erfolgsserie in der FIA Formel-3-Europameisterschaft fortsetzen. Der Sohn des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher, hat jüngst mit seinen großartigen Erfolgen auf dem Nürburgring seine Titelambitionen angemeldet. Am Red Bull Ring greift der 19-Jährige nach der Tabellenführung. Sein Heimspiel feiert in der Formel 3 Ferdinand Habsburg. Der Urenkel von Kaiser Karl I. von Österreich will vor heimischem Publikum seine beste Leistung abrufen und sich für höhere Aufgaben – zum Beispiel in der DTM oder der Formel 1 – empfehlen.

DTM live im TV und im Stream

Die beiden DTM-Rennen in Spielberg zeigt SAT.1 in der Sendung „ran racing“ am Samstag (22. September) und am Sonntag (23. September) jeweils ab 13:00 Uhr. In Österreich ist ORF eins an beiden Tagen jeweils ab 13:15 Uhr live auf Sendung. In der Schweiz zeigt MySports die Rennen. Rennstart ist an beiden Tagen um 13:30 Uhr. Auf DTM.com und in der offiziellen DTM-App werden alle Freien Trainings, Qualifyings und Rennen kostenfrei im Livestream gezeigt. Tickets gibt es online auf der offiziellen Webseite www.DTM.com/tickets.

Montag, 10. September 2018

IDM in Assen: Zwei Wechsel in der Gesamtwertung, die Titelkämpfe sind beim Finale wieder völlig offen

Die vorletzte IDM-Veranstaltung in der Saison 2018 war an Höhen und Tiefen auf der Rennstrecke von Assen kaum zu überbieten. Vier Prädikatsklassen waren in den Niederlanden am Start. In zwei von ihnen fanden Wechsel an der Tabellenspitze statt. In drei Wochen in Hockenheim wird die Motor Presse Stuttgart als Promotor der Serie ein ganz besonderes Finale präsentieren. In allen Klassen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft ist der Titelkampf noch nicht entschieden. Das gab es lange nicht.  
Lorenzo Lanzi holt ersten Saisonsieg für Yamaha
Foto: Jens Hawrda
Stand in der Vergangenheit mindestens ein Meister schon vorzeitig vor dem Finale fest, liegen die Dinge nun völlig anders. Die IDM ist hochkarätig besetzt und die Entscheidungen bis zum Schluss offen. In der Topklasse IDM Superbike 1000, in der die Motorradwerke mit hochgezüchteten Maschinen ihre Spielwiese haben, hat sich der Ukrainer Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) jedoch den Weg zum Titel weiter geebnet. Er hat in der Gesamtwertung 31 Punkte Vorsprung vor dem Belgier Bastien Mackels (Wilbers-BMW). Er ist der einzige Fahrer, der Mikhalchik noch vom immer  greifbarer werdenden Titelgewinn abhalten kann. Doch ausgerechnet Mackels passierte ein Fehler. Er zuckte im zweiten Superbike-Lauf des Wochenendes zu früh am Start und erhielt eine Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse. Diese warf den 33-Jährigen kurzfristig von der ersten Position auf den 16. Platz zurück. Am Ende des Rennens hatte Mackels nach einer Aufholjagd immerhin sieben Meisterschaftspunkte gerettet, während sich auch Mikhalchik geschlagen geben musste. Sieger des Rennens wurde Lorenzo Lanzi aus Italien auf der MGM-Yamaha. Zum ersten Mal in diesem Jahr hatte es keinen BMW-Sieg gegeben. Und das hatte ausgerechnet das Team geschafft, das zuletzt ohne Fahrer dagestanden hatte. Das Ganze erweist sich auch noch als Vorteil für Mackels, denn Lanzi hatte mit seinem Sieg zugleich verhindert, dass Mikhalchik die volle Punktzahl abschöpfen konnte. Fünf Marken sind in der IDM Superbike 1000 vertreten: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. Dass der Titel an einen BMW-Fahrer geht, daran gibt es keinen Zweifel. Dominic Schmitter (Suzuki) liegt als erster Pilot eines anderen Fabrikats auf dem vierten Platz in der Gesamtwertung.

In der IDM Supersport 600 hätte Max Enderlein (Freudenberg Racing) alle Chancen auf einen vorzeitigen Titelgewinn gehabt, wenn er im freien Training nicht gestürzt wäre. Der Yamaha-Fahrer brach sich das Schlüsselbein und musste die Heimreise antreten. Der Sachse wurde noch am Wochenende operiert und hofft bis zum Saisonfinale wieder halbwegs fit zu sein. Der große Vorsprung des 22-jährigen Yamaha-Fahrers zu den Verfolgern ist in der Zwischenzeit auf zwölf Punkte geschrumpft. Und sein größter Konkurrent heißt jetzt nicht mehr Marc Buchner, sondern Daniel Rubin. In Assen gab es mehrere Wechsel in der Gesamtwertung. Für Kevin Wahr, der als ganz großer Favorit in die Saison gestartet war, hat sich der Titelkampf nach einer technischen Disqualifikation erledigt.  

Die separate Superstock 600-Wertung in der Klasse, in die Fahrer mit noch seriennäheren Motorrädern eingeschrieben sind, wird derzeit von Marco Fetz (Yamaha) angeführt. Auch hier ist das letzte Wort nicht gesprochen. In Titelreichweite befinden sich auch noch Moritz Jenkner, der Sohn des ehemaligen Grand Prix-Piloten Steve Jenkner, sowie Stefan Ströhlein, der in Assen ein Rennen gewann.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 gibt es mit Toni Erhard einen neuen Spitzenreiter. Der Deutsche traf die Niederländer auf ihrer Heimstrecke mitten ins Herz und gewann beide Rennen. Schon nach dem ersten Lauf hatte der 17-jährige Abiturient aus Sachsen den großen Favoriten Victor Steeman als Führender in der Gesamtwertung abgelöst. Zwischen den beiden KTM-Piloten liegen zehn Punkte. Steeman hatte an einem Vorfall zu knabbern. Er rollte zu spät in Richtung Startaufstellung und musste sich statt in der ersten Reihe ganz hinten anstellen und das Feld aufrollen.

Auch in der IDM Sidcar gab es einen Führungswechsel, denn beide Rennen in Assen wurden zum Triumphzug von Josef Sattler/Uwe Neubert (Adolf RS1 F1 BMW). Mit dem Doppelsieg des Wochenendes hat das bayrisch-sächsische Duo nun 20 Punkte Vorsprung vor Titelverteidiger Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen (LCR F1 Suzuki), die diesmal fehlten, weil sie an der gleichzeitig stattfindenden Sidecar-WM in Rijeka teilnahmen. Endgültig abgerechnet wird also in Hockenheim vom 28. bis 30. September 2018.

Ein Pitwalk in den Morgenstunden, öffentliche Siegerehrungen vor dem Fahrerlager und Testfahrten mit der 80.000 Euro teuren BMW HP4 erwiesen sich auf dem TT Circuit in Assen als Zuschauermagnet und machen Lust auf Mehr. Die entscheidende letzte Saisonrunde sollten sich IDM-Fans deshalb nicht entgehen lassen.


Sonntag, 9. September 2018

Engstler feiert im Hyundai Doppelsieg auf dem Sachsenring

  • Hyundai-Pilot übernimmt erstmals Führung in der Fahrerwertung
  • Michelle Halder wird bester Rookie auf Platz zwei
  • Hochspannung in der Honda Rookie Challenge 
Luca Engstler siegt auch im zweiten Rennen am Sonntag
Foto: Jens Hawrda

Hochspannung vor dem Finale der ADAC TCR Germany in zwei Wochen in Hockenheim: Luca Engstler (18, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) hat in einem Herzschlagfinale in der der ADAC TCR Germany auch das zweite Rennen beim vorletzten Wochenende der Saison auf dem Sachsenring gewonnen und durch seinen dritten Sieg in Folge die Führung in der Fahrerwertung erobert. Der Hyundai-Pilot fuhr vor Rookie Michelle Halder (19, Meßkirch, Profi-Car Team Halder), die im Cupra TCR Zweite wurde, und Gaststarter Pascal Eberle (27, Schweiz, Steibel Motorsport 2) in einem weiteren Cupra über die Ziellinie und feierte seinen dritten Saisonsieg.

"Das Rennen war der Wahnsinn. Es hat enorm viel Spaß gemacht. Das ist Tourenwagensport. Für diese Zweikämpfe machen wir das. Es war wirklich ein überragendes Rennen", sagte der 18-jährige Engstler nach der Siegerehrung: "Das ist meine Lieblingsstrecke, sie liegt mir. Ich bin hier zwar ganz selten, aber jedes Mal fühle ich mich so wohl." 

Opel-Pilot Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International), der als Gesamtwertungsführender ins Rennen gegangen war, verpasste das Podium als Vierter knapp, Polesetter Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One), der das Rennen im Audi bis zur vorletzten Runde angeführt hatte, wurde Fünfter. 

Am Start kam Langeveld sehr gut weg und verteidigte Position eins vor Michelle Halder erfolgreich, Proczyk schob sich von Startplatz acht auf den dritten Rang. Engstler, der am Vortag seinen zweiten Saisonsieg gefeiert hatte, machte - von Position zehn startend - direkt vier Plätze gut und arbeitete sich im Rennverlauf stetig nach vorn. In der vorletzten Runde zog er schließlich nach einem Verbremser von Langeveld, von dem auch Michelle Halder und Eberle profitierten, an dem Audi vorbei auf Rang eins. 

"Das Rennen war heute wirklich bis zur letzten Runde spannend. Durch den Kampf zwischen Engstler und Langeveld habe ich die Chance genutzt", sagte eine freudestrahlende Halder: "Die ADAC TCR Germany ist eine sehr starke Rennserie und da auf dem Podium zu stehen ist ein unglaublicher Moment - als Frau sowieso. Ein sensationelles Gefühl."

Sechster wurde im zweiten Hyundai Théo Coicaud (18, Frankreich, Hyundai Team Engstler) vor den beiden Rookies Justin Häußermann (18, Forchtenberg, Team Engstler Germany) im VW Golf GTI TCR und Max Hesse (17, Wernau, Prosport Performance) im Audi RS3 LMS. VW-Pilot Niko Kankkunen (20, Finnland, Team Engstler Europe), Sohn des erfolgreichen Rallye-Fahrers Juha Kankkunen, fuhr auf Rang neun, sein Landsmann Antti Buri (29, Finnland, LMS Racing) komplettierte im Audi die Top Ten.

Doch Spannung bis zum Schluss hält nicht nur das Meisterschaftsrennen bereit: In der Honda Rookie Challenge geht es denkbar knapp zu. Luke Wankmüller (17, Straubenhardt, HP Racing) behielt zwar die Führung, Verfolger Hesse verkürzte aber auf einen halben Punkt. Durch die beiden Siege in der Rookie-Wertung am Wochenende hat auch Michelle Halder mit 12,5 Zählern Rückstand noch alle Chancen auf den Honda Civic, der dem Sieger als Prämie zuteil wird.

Die Entscheidung in der ADAC TCR Germany fällt in zwei Wochen auf dem Hockenheimring. Vom 21. bis 23. September geht es für die letzten beiden Saisonrennen nach Baden-Württemberg.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Pascal Eberle (Dritter, Steibel Motorsport 2): "Mein Start war schlecht und ich bin auf Position zehn zurückgefallen. Dann habe ich mich kontinuierlich nach vorn gearbeitet. Ich bin dann richtig rangekommen. Das war Tourenwagensport vom Feinsten. Es war ein besonderes Wochenende für mich, nach einem Jahr wieder im Auto zu sitzen. Ich bin positiv reingestartet als Schnellster im ersten Freien Training. Qualifying war auch super. Das erste Rennen hätte zwar besser laufen können, aber jetzt bin ich zufrieden."

Perfektes Wochenende: René Rast feiert historischen Erfolg am Nürburgring

  • Maximale Punkte: Rast mit zwei Poles und zwei Siegen
  • Boxenstopp-Drama bei Gary Paffett
  • Starke Aufholjagd von Paul Di Resta 
Renè Rast (Audi) holt Doppelsieg am Nürburgring
Foto: Audi-Motorsport

René Rast hat am Nürburgring Geschichte geschrieben: Der DTM-Champion von 2017 holte sich am Sonntag, wie bereits tags zuvor, zunächst die Pole-Position und dann den Sieg – und sicherte sich damit als erster DTM-Fahrer die maximalen 56 Punkte an einem Wochenende. „Das ist ein unglaublicher Moment“, sagte ein überglücklicher Rast nach der Zieldurchfahrt. „Ich bin wirklich sprachlos.“ Zweiter im 16. Saisonrennen wurde Mercedes-AMG-Pilot Paul Di Resta, der von Startplatz elf nach vorne gefahren war. Das Podium in der Eifel komplettierte Marco Wittmann im BMW. Somit waren wie schon am Samstag alle drei Hersteller auf dem Siegerpodest vertreten. Die Abstände in der DTM-Fahrerwertung sind vier Rennen vor dem Saisonende noch enger geworden: Es führt weiterhin Gary Paffett (206 Punkte), aber nur noch mit zwei Zählern Vorsprung auf Di Resta (204). Rast (149) liegt jetzt auf dem dritten Rang.

Es war das Wochenende von René Rast. Zweimal erster Startplatz, zwei Siege. Das hat vor dem Titelverteidiger noch niemand geschafft. Gary Paffett war in dieser Saison in Zandvoort nah dran, aber am Sonntag holte sich Rast den Sieg und Paffett wurde Zweiter. „Das Wochenende am Nürburgring kann man kaum in Worte fassen. Das wird bei den kommenden Rennen kaum zu toppen sein. Ich war auf der zweiten Seite der Fahrerwertung und bin jetzt Dritter“, fasste Rast seine Eindrücke zusammen. Was am Bildschirm und von den Tribünen einfach aussah, war für den 31-Jährigen harte Arbeit. „Jetzt schauen wir nach vorne. Alles ist möglich und es kann viel passieren. Wir sind dran.“ Den Siegerpokal für den sechsten DTM-Sieg in seiner Karriere nahm Rast von FIA-Präsident Jean Todt entgegen.

„Laut. Nah. Dran“ ist jetzt auch wieder Paul Di Resta: Mit Platz zwei im Rennen am Sonntag verkürzte er in der DTM-Fahrerwertung den Abstand auf Paffett. Nur zwei Punkte trennen die Mercedes-AMG-Teamkollegen vier Rennen vor Schluss. „Im Gegensatz zu gestern lief es heute wirklich gut. Von Startplatz elf noch auf den zweiten Platz zu fahren, ist in der DTM nicht selbstverständlich“, kommentierte der Schotte. Auch Marco Wittmann zeigte sich zufrieden. Nach Platz vier am Samstag wurde der Fürther im Sonntagsrennen Dritter. „Ich war vor dem Rennen schon optimistisch, auch wenn Startplatz neun nicht die beste Ausgangslage war. Wir haben natürlich auch vom Pech anderer profitiert, haben uns aber auch gut vorgearbeitet. Ich freue mich für mein RMG-Team, hier bei ihrem Heimrennen zumindest noch ein Podium abgestaubt zu haben.“

Zu den Pechvögeln des Sonntags zählt der Führende in der Fahrerwertung, Gary Paffett. Sein Pflichtboxenstopp in Runde 19 dauerte 11,1 Sekunden, weil es Probleme beim Wechsel des rechten Hinterrads gab. Statt auf Platz zwei hinter Rast, sortierte er sich vier Plätze weiter hinten ein und wurde am Ende hinter Bruno Spengler (BMW) Fünfter.

In zwei Wochen geht die DTM in Spielberg (Österreich) in die vorletzte Runde des Jahres. Vom 21. bis 23. September 2018 stehen für die 18 DTM-Piloten von Audi, BMW und Mercedes-AMG auf dem Kurs in der Steiermark die Saisonrennen 17 und 18 auf dem Programm.

Audi-Piloten Erhart und Kaffer gelingt Überraschungssieg

  • Duo holt im Sonntagsrennen auf dem Sachsenring ersten ADAC GT Masters-Triumph
  • Dreifachsieg für Audi
  • Porsche-Fahrer Renauer/Jaminet übernehmen Tabellenführung 

Der gelbe Audi R8 mit Elia Erhart und Pierre Kaffer siegt überraschend am Sonntag
Foto: Jens Hawrda

Zwei Überraschungssieger auf dem Sachsenring und ein Titelkampf, der vor dem Finale in Hockenheim in zwei Wochen noch spannender wird: Die Audi-Fahrer Elia Erhart (30/Röttenbach) und Pierre Kaffer (41/Schlieren, beide EFP by TECE) holten in einem von zahlreichen Safety-Car-Phasen geprägten Sonntagsrennen durch einen taktisch klug getimten Boxenstopp ihren ersten Sieg im ADAC GT Masters. Mit Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) sowie Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin, beide BWT Mücke Motorsport) gingen auch die weiteren Podestplätze an Piloten eines Audi R8 LMS. Dank Platz vier übernahmen die Porsche-Fahrer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) beim vorletzten Saisonlauf die Tabellenführung mit knappen vier Punkten Vorsprung. "Grandios. Mir fehlen die Worte", jubelte Sieger Erhart. "Es war am Ende so ein harter Kampf. Ich habe gemerkt, dass Rennen fahren eine Kopfsache ist, und mein Kopf wollte unbedingt gewinnen." 

Pole-Setter Bachler führt in erster Rennhälfte

Porsche-Pilot Klaus Bachler (27/A, KÜS Team75 Bernhard), der sich im Zeittraining den besten Startplatz gesichert hatte, verteidigte beim Start die Führung. Dahinter kollidierten in der zweiten Kurve mehrere Fahrzeuge - darunter auch der Mercedes-AMG der bisherigen Tabellenführer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP) -, weshalb das Rennen mit der Roten Flagge unterbrochen wurde. Nach dem anschließenden Restart behauptete Bachler vor dem Audi von Kelvin der Linde und dem Mercedes-AMG von Indy Dontje (25/NL Mann-Filter Team HTP) bis zum Fahrerwechsel seine Spitzenposition.

Eine Safety-Car-Phase zu Beginn des Boxenstopp-Fensters zur Bergung des BMW M6 GT3 von Jens Klingmann (28/Ermatingen, MRS GT-Racing) wirbelte das Feld durcheinander. Während nahezu das gesamte Feld zum Fahrerwechsel an die Box fuhr, bevor das Safety-Car auf die Strecke ging, blieb Kaffer auf der Strecke, übernahm die Spitze und übergab den Audi während der Safety-Car-Phase an Erhart. Damit lag der Audi auch nach dem Restart vorn, während Bachlers Partner Adrien de Leener (28/B) auf Platz sieben zurückgefallen war. Der Belgier fiel kurze Zeit später nach einer Kollision aus.

Erhart wurde danach von seinen Verfolgern unter Druck gesetzt - allen voran von Sheldon van der Linde. Der 19 Jahre alte Südafrikaner versuchte in der Schlussphase mehrmals, am Audi-Markenkollegen vorbeizukommen, steckte aber schließlich zurück. Erhart gewann schließlich mit nur 0,317 Sekunden Vorsprung und sicherte sich und Startfahrer Pierre Kaffer den ersten Sieg im ADAC GT Masters. Auch für ihren Rennstall EFP by TECE war es der Premierentriumph.
Wie am Vortag auf Platz Zwei: die van der Linde Brüder
Foto: Jens Hawrda


Die van-der-Linde-Brüder kamen wie am Vortag als Zweite ins Ziel und wahrten damit vor dem Saisonfinale in zwei Wochen in Hockenheim als Tabellenvierte ihre Titelchancen. Sheldon van der Linde holte damit zudem seinen zweiten Sieg des Wochenendes in der Pirelli-Junior-Wertung, in der er dank des Sieges auch seine Führung ausbaute. Rang drei ging mit den BWT-Mücke-Motorsport-Piloten Jeffrey Schmidt und Stefan Mücke an weitere Audi-Fahrer. 

Als Vierte kamen die Porsche-Fahrer Robert Renauer und Mathieu Jaminet ins Ziel, die als neue Tabellenführer zum Saisonfinale reisen. Dahinter folgten mit ihren Markenkollegen Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau) und Kévin Estre (29/F, beide KÜS Team75 Bernhard) die Sieger von Samstag.

Indy Dontje und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbek, beide Mann-Filter Team HTP) mussten sich, nachdem sie in der ersten Rennhälfte auf Podestkurs lagen, mit Platz sechs zufriedengeben. Siebte wurden Nicolai Sylvest (21/DK) und Kim-Luis Schramm (21/Wümbach, beide Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) in einem weiteren Mercedes-AMG GT3.

Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (29/Villingen, beide Callaway Competition) zeigten eine starke Aufholjagd und erkämpften sich vom 31. Startplatz aus als Achte noch drei Meisterschaftszähler. Auch das Corvette-Duo liegt so mit 19 Zählern Rückstand auf Tabellenrang drei noch im Titelrennen. Komplettiert wurde die Top Ten von Mikkel Jensen (23/DK) und Timo Scheider (39/Lochau, beide BMW Team Schnitzer) im BMW M6 GT3 und dem Audi-Duo Oscar Tunjo (22/CO) und Ivan Lukashevich (27/RUS, beide Phoenix Racing).

Die bisherigen Tabellenführer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP Motorsport) blieben wie schon am Samstag ohne Punkte. Startfahrer Götz erlitt bei der Startkollision, die zur Rennunterbrechung führte, einen Reifenschaden und musste daher beim Restart vom Ende des Feldes starten. Am Ende sprang für das Duo der 16. Platz heraus. Pommer und Götz fehlen als Tabellenzweite vier Punkte auf die neuen Spitzenreiter Renauer/Jaminet. 

In der Pirelli-Trophy-Wertung holten Remo Lips (35/CH) und Maximilian Hackländer (28/Rüthen, beide Aust Motorsport) den Sieg. Lips baute damit seinen Vorsprung in der Wertung für Nichtprofis aus. 
Pierre Kaffer (l.) und Elia Erhart im Ziel
Foto: Jens Hawrda

Stimmen der Sieger

Elia Erhart (EFP by TECE, Audi R8 LMS): "Als wir während des Safety-Cars unseren Boxenstopp machen konnten, habe ich gerechnet und war mir sicher, dass wir deutlich vor dem bis dahin führenden Porsche rauskommen würden. Ich hatte zum Schluss großen Druck von Sheldon, aber ich habe mich auf die Stellen konzentriert, wo er schneller war und habe dort immer viel Schwung mit auf die Geraden genommen. Dadurch konnte er mich nicht ausbremsen. Es war hart, aber alles fair. Jetzt wird gefeiert."

Pierre Kaffer (EFP by TECE, Audi R8 LMS): "Das Rennen war sehr turbulent. Beim ersten Start hatten wir viel Glück und sind nur leicht von einem anderen Fahrzeug getroffen worden. Unser Auto war gestern und heute im Rennen wirklich gut. Wir hatten natürlich mit dem Boxenstopp während des Safety-Cars Glück. Aber das nimmt uns sicher niemand übel. Jeder in dieser Serie arbeitet sehr hat für den Erfolg und heute waren wir die Glücklichen. Elia ist genau vor dem Safety-Car wieder rausgefahren und das hat uns nach vorn gebracht. In der Schlussphase ist er wohl den Stint seines Lebens gefahren. Vielen Dank an alle, die diesen Sieg möglich gemacht haben."