Donnerstag, 23. August 2018

DTM: Die private Seite von Allesandro Zanardi

Am kommenden Wochenende wird der lang ersehnte Moment kommen: BMW Werksfahrer Alessandro Zanardi (ITA) wird in Misano (ITA) sein erstes DTM-Rennen bestreiten. Der 51-jährige Fahrer ist eine Legende, die sowohl im Motorsport als auch im Paracycling erfolgreich ist.
Alessandro Zanardi
Foto: Jens Hawrda
Im Nachfolgenden Interview decken wir ein wenig die private Seite des italienischen Rennfahrer auf:
 
In Misano fahren Sie mit der Nummer 12 - warum diese Nummer?
 
Alessandro Zanardi: "Die Zahl 12 ist ein metaphorisches Geschenk an meinen Freund Jimmy Vasser."
 
Sie kochen gerne - was am liebsten?
 
Zanardi: "Pizza."
 
Was ist der perfekte Abend für dich?
 
Zanardi: "Es mit meinen Freunden zu verbringen - und ein Bier zu trinken würde es noch besser machen."
 
Was ist dein Lieblingsbuch?
 
Zanardi: "Eigentlich wäre es cool, ein Buch zu schreiben. Ich schreibe gerne viel. Wenn es ein Buch wäre, das ich gelesen hätte, wären es Abenteuerbücher wie Clive Cussler. "
 
Sie haben einen Bootsführerschein - was mögen Sie am Meer?
 
Zanardi: "Ich fürchte das Meer, aber ich liebe es. Ich mag es, auf dem Wasser zu leben und unter Wasser zu sinken und es einfach nur um mich herum zu beobachten. Das macht mir viel Spaß. Aber ich respektiere den Ozean sehr. "
 
Was ist deine Lieblingsmusik?
 
Zanardi: "Ich habe kein besonderes Lieblingslied oder Künstler, ich kann von Celine Dion zu Eminem gehen. Ich mag sie beide - und alles dazwischen. "
 
Was wollten Sie als Kind werden?
 
Zanardi: "Ein Rennfahrer! Davor war es eher ein Astronaut, aber ein Rennfahrer kam mir ziemlich schnell in den Sinn. "
Alessando Zanardi mit seinem Handbike am Hockenheimring
Foto: Jens Hawrda
Mit Ihrer Stiftung "Bimbingamba" unterstützen Sie Kinder bei Amputationen und versorgen sie mit Prothesen. Warum ist es so wichtig für Sie, ihnen zu helfen?
 
Zanardi: "Ich glaube im Leben zu teilen ist das, was uns am Leben hält. Ich mag es, glücklich zu sein, aber ich bin viel glücklicher, wenn ich von Menschen umgeben bin, die glücklicher sind. Gelassenheit kommt auch dadurch, dass ich von Menschen umgeben bin, die weniger leiden, und ich versuche, von meiner Seite aus zu tun, was ich kann, um eine bessere Welt zu schaffen. "
 
In welchem ​​Land verbringst du am liebsten deinen Urlaub?
 
Zanardi: "Italien. In Italien schätzen wir unsere Heimat nicht so wie wir sollten. Wenn du Italien siehst, hast du die Welt gesehen. "
 
Welchen Ratschlag würdest du deinem Sohn geben?
 
Zanardi: "Ich kann nur versuchen, ihm Beispiele zu geben, muss aber sagen: bleib neugierig. Wenn Sie neugierig sind, suchen Sie nach Inspiration von anderen, und Sie müssen nicht unbedingt jemanden sehen, der berühmt ist, um den richtigen zu finden. Vielleicht ist es eine Mutter, die morgens aufsteht, obwohl sie sich krank fühlt, das Frühstück für ihre Kinder vorbereitet und zur Arbeit geht, weil es eine Familie gibt, die sich für sie einsetzt.
Alessando Zanardi
Foto: Jens Hawrda
Gibt es ein neues Abenteuer, von dem du träumst?
 
Zanardi: "Irgendein neues Abenteuer? Ich weiß es nicht? Der erste Mann auf dem Mars zu sein? Etwas einfaches, weißt du (lacht). "

DTM: Drei Fragen an Edoardo Mortara

Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
Edo, Du bestreitest an diesem Wochenende in Misano Deine beiden Heimrennen in Italien. Ist das ein besonderes Gefühl für Dich?
 
Edoardo Mortara: Absolut, es sind meine ersten beiden Heimrennen in der DTM. In der Vergangenheit bin ich in der Formel 3 in Mugello gestartet, aber das liegt schon beinahe zehn Jahre zurück. Seitdem bin ich nicht mehr in Italien gefahren – es wird also sicher etwas ganz Besonderes für mich.
 
Was erwartest Du vor Deinem Heimpublikum?
 
Edoardo Mortara: Ich hoffe einfach, dass die Zuschauer die DTM genießen können. Es sind die ersten beiden Nachtrennen in der Geschichte der Serie. Zu dieser Jahreszeit sollten auch viele Touristen in der Region sein und ich hoffe, dass viele von ihnen sich die Rennen ansehen werden. Und natürlich möchte ich ihnen ein gutes Ergebnis bescheren.
 
Die letzten beiden Rennwochenenden sind nicht nach Deinem Geschmack verlaufen. Woran hat das gelegen?
 
Edoardo Mortara: Es stimmt, dass es zuletzt nicht gut für mich gelaufen ist. Das gilt für Zandvoort und auch Brands Hatch, wo ich einfach zu viele Fehler gemacht habe, vor allem im Qualifying. Ich hätte viel weiter vorne starten müssen. Wenn man dann von weiter hinten starten muss, kann man nicht so viele Punkte einfahren, wie es von einer besseren Startposition möglich gewesen wäre. Entsprechend wird es wichtig, diese Fehler abzustellen. Wenn mir das gelingt, haben wir normalerweise die Pace, um mindestens unter die besten Fünf zu kommen. Hoffen wir, dass Misano wieder ein gutes Rennwochenende für mich wird.

Mittwoch, 22. August 2018

Eine unbekannte Strecke, ein anderer Zeitplan und zwei Nachtrennen: Mercedes-AMG Motorsport erwartet in Misano ein neues Abenteuer

  • DTM-Debüt auf dem 4,226 km langen „Misano World Circuit Marco Simoncelli”
  • Premiere: Die ersten beiden Nachtrennen (Samstag und Sonntag jeweils um 22:30 Uhr) in der 30-jährigen Teamgeschichte für den Mercedes-AMG C63 DTM. In der Saison 2003 gab es auf dem Nürburgring schon einmal ein Super-Pole-Qualifying bei Nacht.
  • Mercedes-AMG Motorsport führt nach sechs von zehn Rennwochenenden die Fahrer-, Konstrukteurs- und Teamwertung an
  • Weitere Statistiken zur Strecke und der 30-jährigen DTM-Geschichte der Marke finden Sie in unseren Race Facts (hier herunterladen)
  • Ulrich Fritz: „Misano ist ein kleines Abenteuer. Ähnlich wie in Brands Hatch hat noch kein Hersteller Erfahrungen auf dieser Strecke sammeln können.“

Stimmen der Mercedes-Piloten vor dem Rennwochenende in Misano

Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary Paffett (37 Jahre, England):
„Ich bin heiß auf Misano. Dort erwartet uns eine ganz neue und schwierige Herausforderung. Wir kennen die Strecke noch nicht, da die DTM dort noch nie zuvor gefahren ist. Es ist ein bisschen wie in Brands Hatch, allerdings kannten wir die Strecke dort ein bisschen besser. Zudem absolvieren wir in Misano zwei Nachtrennen, was es bislang noch nicht gegeben hat. Bisher sind wir nur im Training bei Nacht gefahren. Vielleicht hilft mir in der Nacht meine Erfahrung vom 24-Stundenrennen in Spa. Dennoch wird es eine sehr schwierige Aufgabe, aber ich freue mich darauf. Das Auto war bislang in dieser Saison fantastisch, auch zuletzt in Brands Hatch, wo das Team beide Rennen gewonnen hat. Mein Ziel für dieses Wochenende ist, eine gute Punkteausbeute mitzunehmen und meine Führung in der Meisterschaft auszubauen.“
 
Paul Di Resta (32 Jahre, Schottland):
„Ich blicke dem Rennwochenende voller Vorfreude entgegen. Italien hat schon immer einen besonderen Platz in meinen Herzen, da dort ein Großteil meiner Familie herstammt. Die Nachtrennen sind komplettes Neuland für die DTM und die Strecke könnte sich als knifflig erweisen. Nach meinem Sieg am Sonntag in Brands Hatch möchte ich den Titelkampf jetzt richtig in Schwung bringen und so viele Punkte wie möglich mitnehmen. Hoffentlich befinden wir uns vor der großen Unbekannten in Misano in guter Form. Ich freue mich jedenfalls auf die Herausforderung.“
Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas Auer (23 Jahre, Österreich):
„Misano ist wieder eine neue Strecke im DTM-Rennkalender. Aber es ist irrsinnig cool, dass wir dort zum ersten Mal zwei Nachtrennen fahren. Ich gehe sehr offen an diese Herausforderung heran. Zunächst werde ich versuchen, die Strecke ordentlich zu lernen, um danach wieder ein gutes Wochenende abzuliefern. Jetzt freue ich mich auf die DTM-Nachtrennpremiere in Misano und weitere coole Fights.“
 
Edoardo Mortara (31 Jahre, Italien):
„Ich bin gespannt darauf, ein Rennwochenende in Italien zu bestreiten. Ich lebe zwar in Genf, aber Misano ist für mich als Italiener ein richtiges Heimrennen. Nach zwei schwierigen Wochenenden in Zandvoort und Brands Hatch hoffe ich, dass ich in Misano wieder an die Leistungen der vorherigen Rennen anknüpfen kann. Meine Motivation stimmt vor all den italienischen Fans auf jeden Fall.“
 
Pascal Wehrlein (23 Jahre, Deutschland):
„Ich bin mega gespannt auf das erste DTM-Nachtrennen. Das wird bestimmt etwas ganz Besonderes. Ich bin ja schon in der Formel 1 bei Dunkelheit gefahren, aber im DTM-Auto wird es eine neue Erfahrung für mich und sicher auch richtig cool. Zudem freue ich mich sehr auf Italien. Ich mag das Land und die Menschen dort sehr. Es wird sicher ein tolles Rennwochenende.“
 
Daniel Juncadella (27 Jahre, Spanien):
„Misano wird für alle eine riesige Herausforderung. Es ist eine neue Strecke in der DTM, auf der noch nicht viele Fahrer ein Rennen bestritten haben. Das könnte mir entgegenkommen, da ich im vergangenen Jahr dort schon mit dem Mercedes-AMG GT3 gefahren bin. Gleichzeitig freue ich mich schon sehr auf die ersten beiden Nachtrennen in der Geschichte der DTM. Das wird sicher eine richtig coole Sache.“

IDM-Fans erwartet auf dem Lausitzring ein Nonstop-Programm

Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit, vom 24.-26. August 2018 gastiert die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft auf dem Lausitzring. Die Fans erwartet ein PS-Spektakel der Extraklasse mit Stars und Sternchen aus ganz Europa. Die Motor Presse Stuttgart hat als Promotor ein Non-Stop-Programm auf die Beine gestellt.
Foto: Jens Hawrda

IDM Superbike 1000

Die IDM fährt auf dem Lausitzring in die zweite Saisonhälfte und noch immer gibt es Überraschungen. Während der kurzen Sommerpause hat sich das Fahrerkarussell gedreht. In der IDM Superbike 1000, der höchsten deutschen Klasse auf zwei Rädern mit hochgezüchteten Motorrädern von BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha, die über 200 PS Leistung haben, gibt es völlig neue Konstellationen. Danny de Boer, der im Vorfeld der Saison von vielen Teams umworben wurde und dann bei Yamaha unterschrieb, dort aber nach nur einer Veranstaltung wieder ausstieg, kehrt auf Kawasaki in die IDM zurück. Die Grünen haben sich einvernehmlich vom französischen Langstrecken-Weltmeister Mathieu Gines getrennt. Nach dem letzten Rennen auf dem Schleizer Dreieck gehen auch Honda und Jan Halbich getrennte Wege. Der Tscheche ersetzt im Kawasaki Schnock Team Motorex die verletzte Lucy Glöckner. Sie muss einen gebrochenen Lendenwirbel auskurieren. Honda wiederum hat den italienischen Aufsteiger Allessandro Polita verpflichtet. Und für Suzuki Alber-Bischoff fährt statt des Rookies Janusch Prokop, der in finanziellen Schwierigkeiten steckt, der Brite Jordan Weaving.
 
An der Spitze bei BMW ist dagegen alles beim Alten. Ilia Mikhalchik vom Team alpha racing-Van Zon-BMW hat seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausgebaut und liefert sich ein Wettrennen mit Bastien Mackels von Wilbers-BMW. Zwischen dem Ukrainer und dem Belgier liegen 17 Punkte Abstand. Nur ein kleiner Fehler – und sofort kann sich das Blatt wieder wenden. Dass der Titel unter den BMW-Fahrern ausgemacht wird, daran gibt es keinen Zweifel. Zum Zünglein an der Waage, wer am Ende ganz oben steht, könnte inzwischen der Schleizer Julian Puffe werden, ebenfalls BMW-Fahrer und Mikhalchiks Teamkollege. Er glaubt seit der letzten Veranstaltung jetzt mit dem Spitzenduo mithalten zu können. Puffe ist der derzeit Gesamt-Dritter. Auf dem vierten Rang liegt mit Stefan Kerschbaumer (MPB-Racing) der erste Yamaha-Fahrer. Fünfter ist Dominic Schmitter auf der HPC-Power-Suzuki. Der Schweizer hat WM-Erfahrungen. Außer Kawasaki hat bisher jede Marke einen Podiumsplatz verbuchen können. Ändert Danny de Boer das jetzt?
 
IDM Supersport 600
 
In der IDM Supersport 600 trifft die Konkurrenz mit Motorrädern aufeinander, die etwa 135 PS Leitung haben und 270 km/h Spitze fahren. Die Motorräder von Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha sind schon lange auf dem Markt und technisch ausgereizt. Die Leistungsdichte ist enorm. In der von Yamaha dominierten Klasse liefern sich Max Enderlein (Freudenberg WorldSSP Team) und Kevin Wahr (mvr-Racing) einen Schlagabtausch. Wahr schien schon ins Hintertreffen geraten zu sein, ist aber nach einem Teamwechsel völlig neu durchgestartet und hat mit einem Sieg bereits wieder Boden gutgemacht. Die Rechnung wird aber nicht ohne Dennis Lippert und Marc Buchner gemacht, die ebenfalls schon auf dem Podest standen. Viel Bewegung im Feld ist auch dank der Superstock 600-Piloten vorhanden. Sie dürfen nicht so viel an den Serienmotorrädern ändern und werden getrennt gewertet.
 
IDM Supersport 300
 
In der IDM Supersport 300 tummeln sich die jungen Wilden. Sie ist die Einstiegsklasse auf der internationalen Bühne. Das Einstiegsalter liegt laut FIM-Reglement bei 15 Jahren. In der kleinsten IDM-Klasse ist 2018 erstmals auch KTM als Partner vertreten. Um zwischen den einzelnen Motorradkonzepten Chancengleichheit herzustellen, gibt es Gewichts- und Drehzahllimits für die einzelnen Modelle. Victor Steeman aus den Niederlanden und Toni Erhard führen die Wertung an. Den beiden KTM-Fahrern folgt mit Dion Otten der erste und einzige Honda-Fahrer im Feld. Auf dem Lausitzring haben sie nur ein Ziel: Gewinnen und den WM-Fahrer Jan-Ole Jähnig schlagen. Jähnig, der Nachwuchsfahrer vom Freudenberg WorldSSP Team, tritt so oft wie möglich auch in der IDM an und lässt sich auch die Lausitzring-Runde nicht entgehen, obwohl er schon einen Tag später in der Frühe schon wieder im portugiesischen Portimao zum offiziellen WM-Training am Start sein muss.
 
IDM Sidecar
 
Tradition verpflichtet. Somit ist auch wie immer die IDM Sidecar am Start. Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen (LCR F1 Suzuki) sind auf dem besten Weg der Titelverteidigung. Eine große Rolle spielt dabei jedoch, wie der Einspruch des Teams Josef Sattler/Uwe Neubert (Adolf RS1 F1 BMW) beim Sportgericht ausgeht. Der bayrisch-sächsischen Kombination war in Zolder wegen technischer Unstimmigkeiten ein Sieg aberkannt worden. Aber auch wenn sich nichts ändert, ist das Duo noch in der Lage, den Titel aus eigener Kraft zu gewinnen. Die Gesamt-Dritten André Kretzer/Björn Bosch (LCR F1 Suzuki) haben wiederum mehr damit zu tun, sich die weiteren Verfolger vom Leib zu halten.
 
Umfangreiches Rahmenprogramm
 
Auf dem Lausitzring steppt der Bär am IDM-Wochenende, denn im Rahmenprogramm tragen auch der Twin Cup 700 sowie der Suzuki GSX-R 1000-Cup jeweils zwei Rennen aus. Die Zuschauer erwartet ein Non-Stop-Programm auf und neben der Rennstrecke. Bei den öffentlichen Pressekonferenzen erfahren die Fans genau, was im Rennen zwischen den Beteiligten passierte. Und beim Pitwalk mit Autogrammstunde gibt es eine Nähe zu den Idolen wie sonst nirgendwo. Tickets für das PS-Spektakel gibt es ab 19,00 Euro. Der Eintritt für das ganze Wochenende kostet 35,00 Euro. Die Preise gelten für Zuschauer ab 18 Jahren, darunter ist der Eintritt frei.

Montag, 20. August 2018

Premiere in Italien: Audi RS 5 DTM startet erstmals bei Nachtrennen

  • Erstes DTM-Rennen unter Flutlicht
  • Start am Samstag und am Sonntag jeweils um 22.30 Uhr (MESZ)
  • kabel eins überträgt aus Misano Adriatico live
Foto: Audi-Motorsport
Auf DTM-Champion René Rast und seine Fahrerkollegen wartet an diesem Wochenende eine ganz neue Herausforderung: Das Team von Audi Sport startet beim ersten DTM-Rennen unter Flutlicht. Im italienischen Badeort Misano Adriatico werden am Samstag und Sonntag (25./26. August) jeweils ab 22.30 Uhr (MESZ) die ersten beiden Nacht­rennen der DTM-Geschichte ausgetragen.
 
2003 wurde das Qualifying auf dem Nürburgring nach Einbruch der Dunkelheit absolviert, die Nase vorn hatte damals ein 25-jähriger Youngster namens Mattias Ekström am Steuer eines Abt-Audi TT-R. Ein offizielles DTM-Rennen bei Nacht gab es dagegen noch nie – bis jetzt. Beim Italien-Comeback der DTM starten erstmals beide Rennen nach Sonnenuntergang.
 
Schauplatz der Premiere ist der Misano World Circuit Marco Simoncelli bei Rimini. Der Austragungsort des Grand Prix von San Marino der MotoGP verfügt über Flutlicht und ist deshalb für Nacht­rennen bestens geeignet. Unvergessen ist das dortige, denkwürdige Rennen der Deutschen Supertourenwagen-Meisterschaft 1999, das Christian Abt mit einem Audi A4 quattro gewann. Bei großer Hitze konnte er den Opel von Uwe Alzen kurz vor dem Ziel überholen.
 
Damals wurde in Misano noch gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Heute befahren die Teams die 4,226 Kilometer lange Strecke im Uhrzeigersinn. Laut Simulation erreicht der Audi RS 5 DTM dort eine Höchstgeschwindigkeit von rund 250 km/h. Die meisten Kurven sind mittelschnell. „Die Ausnahme ist eine megaschnelle Kurve zum Ende der Runde“, sagt René Rast.
 
Der Audi-Pilot kennt Misano auch von Einsätzen im GT3-Rennwagen Audi R8 LMS, ebenso wie seine Markenkollegen Robin Frijns und Jamie Green. Der Brite Green gewann erst im Juni dieses Jahres in Misano einen Lauf der Italienischen GT-Meisterschaft und absolvierte dort auch schon einen Sichttest bei Nacht. „An einigen Stellen war es trotz Flutlicht ganz schön dunkel“, sagt der Audi-Pilot, der 2008 in Mugello Sieger des bisher letzten DTM-Rennens in Italien war. „Im Gegensatz zu einem GT3-Auto haben unsere DTM-Autos nur Tagfahrlicht, sind aber viel schneller. Da braucht es noch weitere Ausleuchtung, sonst könnte es heikel werden.“

Um die Instrumente und Schalter besser erkennen zu können, sind die Cockpits beleuchtet. Audi nutzt dabei dasselbe Schwarzlicht, das schon in den LMP1-Rennwagen der Marke bei den 24 Stunden von Le Mans zum Einsatz kam. Fans an der Rennstrecke und vor den TV-Bildschirmen dürfen sich zudem über fluoreszierende Startnummern und Partnerlogos auf den sechs Audi RS 5 DTM freuen.
 
Neben den ersten beiden Nachtrennen der DTM-Geschichte wartet in Misano Adriatico noch ein weiteres Highlight auf die Besucher: Am Samstagabend gibt die italienische Rocksängerin Gianna Nannini ab 20.30 Uhr ein eineinhalbstündiges Konzert im Fahrerlager. Auch das DTM-Debüt des Italieners Alessandro Zanardi sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit.
„Wir freuen uns schon sehr auf diesen tollen Event“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Die Nachtrennen sind Neuland und in Misano hat niemand Erfahrung mit einem aktuellen DTM-Auto. Selbst am späten Abend rechnen wir noch mit hohen Temperaturen. Unser Ziel ist, an die zuletzt guten Leistungen von Zandvoort und Brands Hatch anzuknüpfen und den Fans eine gute Show zu bieten.“
 
ran racing überträgt die beiden Nachtrennen der DTM am Samstag- und am Sonntagabend in Deutschland zur besten Sendezeit jeweils ab 22.15 Uhr (MESZ) live auf kabel eins.