Sonntag, 19. August 2018

Audi-Pilot Langeveld feiert Heimsieg in Zandvoort

  • Der Niederländer siegt vor Antti Buri und Harald Proczyk
  • Langeveld und Proczyk in der Gesamtwertung nun gleichauf
  • Hesse baut Führung in der Honda Rookie Challenge aus

Nils Langeveld siegt beim Heimrennen am Samstag für Audi
Foto: Gruppe C Photography / ADAC-Motorsport
Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One) hat beim Heimspiel in Zandvoort einen souveränen Start-Ziel-Sieg gefeiert und ist nach Punkten Tabellenführer Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International) gleichgezogen. Im Audi RS3 LMS gewann Langeveld deutlich vor seinem Markenkollegen Antti Buri (29, Finnland, LMS Racing) und Harald Proczyk im Opel Astra TCR. 

"Das ist das beste Gefühl überhaupt, überragend!", jubelte Langeveld, der nun wie Proczyk bei 254 Punkten steht: "Jetzt sind wir wieder gleichauf - wie schon nach dem ersten Rennen auf dem Red Bull Ring. Diesmal will ich in Führung gehen und bis zum Ende vorne bleiben."

Vierter wurde Mike Halder (22, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR, dahinter folgte Luca Engstler (18, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) im Hyundai i30 N TCR. Audi-Fahrer Simon Reicher (18, Österreich, YACO Racing), Théo Coicaud (18, Frankreich, Hyundai Team Engstler) und Max Hesse (17, Wernau, Prosport Performance) als bester Rookie belegten die Plätze sechs bis acht. Die Top Ten komplettierten Rookie Luke Wankmüller (17, Straubenhardt, HP Racing International) und Niko Kankkunen (19, Finnland, Team Engstler Europe), der Sohn des viermaligen Rallye-Weltmeisters Juha Kankkunen.

Beim Start blieb Langeveld an der Spitze, während sich Engstler innerhalb weniger Meter von Platz zehn auf fünf verbesserte. Weil es beim Start zu einem Kontakt zwischen Kai Jordan (49, Wolfsburg, Team Engstler Germany), Michelle Halder (19, Meßkirch, Profi-Car Team Halder) und Lukas Niedertscheider (23, Österreich, Niedertscheider Motorsport) gekommen war, musste das Safety Car auf die Strecke. 

Der Restart erfolgte bei noch 22 Minuten Renndauer. Danach setzte sich Langeveld kontinuierlich von den Verfolgern ab und baute seinen Vorsprung Runde für Runde auf. "Ich habe einfach meine Runden und meine Zeiten abgespult, auf die anderen habe ich nicht geachtet", meinte der Sieger, der Erfolge auf seiner Heimstrecke bereits im Vorfeld als "Traum" bezeichnet hatte. 

Hinter Langeveld lieferten sich Buri und Proczyk ein Duell um Platz zwei, das der Finne letztlich für sich entschied. Mike Halder, der auf dem Nürburgring vor zwei Wochen einen Sieg und einen dritten Platz geholt hatte, verteidigte derweil seinen vierten Platz stark gegen Luca Engstler, der sich in der Folge aber der Angriffe von Simon Reicher erwehren musste. 

In der Honda Rookie Challenge baute der von der ADAC Stiftung Sport geförderte Max Hesse seine Führung auf Luke Wankmüller aus. Dort hat Hesse nun 4,5 Zähler mehr auf dem Konto als Wankmüller. Der Sieger der Honda Rookie Challenge erhält am Saisonende einen neuen Honda Civic. 

Im zweiten Rennen der ADAC TCR Germany am Sonntag (9.50 Uhr) wird Luca Engstler als Zehnter des Qualifyings auf der Pole Position stehen. In diesem Rennen startet die Top Ten des Qualifyings in umgekehrter Reihenfolge. Niels Langeveld geht von Startplatz zehn ins Rennen vor Antti Buri und Harald Proczyk. Hinter Engstler starten Luke Wankmüller und Simon Reicher. 

SPORT1 überträgt die Rennen der ADAC TCR Germany im TV, zudem sind sie bei SPORT1.de, adac.de/motorsport, dem YouTube-Kanal des ADAC und bei Facebook zu sehen. 

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Antti Buri
(Zweiter, Finnland, LMS Racing): "Das waren gute Punkte, ein bislang sehr schönes Wochenende. Ich bin zufrieden. Beim Sonntagsrennen nehme ich mir nicht so viel vor. Einfach schnell sein und schauen, was möglich ist." 

Harald Proczyk (Dritter, Österreich, HP Racing International): "Ich bin froh, dass wir das Maximum für uns rausgeholt haben. Die Audis sind heute einfach schneller gewesen, Mike war auch sehr, sehr schnell. Am Anfang habe ich gepusht und kam auch an Antti ran. Aber er hat nie einen Fehler gemacht, daher musste ich mich dann mit Platz drei zufriedengeben." 

Max Hesse (Bester Rookie, Prosport Performance): "Der Sieg in der Rookiewertung war sehr wichtig, um die Führung dort auszubauen. Am Sonntag möchte ich wieder vor Luke langen, das ist das Ziel. Insgesamt gefällt mir die Strecke. Es ist schwierig, kein Platz für Fehler. Aber ich finde das cool, ich mag neue Herausforderungen."

Samstag, 18. August 2018

Lamborghini-Duo Perez Companc/Mapelli siegt in Zandvoort

  • GRT Grasser-Piloten gewinnen Samstagsrennen des ADAC GT Masters in Zandvoort
  • Van-der-Linde-Brüder vor Land-Teamkollegen Dennis/Mies auf Rang zwei
  • Pommer/Götz übernehmen Tabellenführung

Das Podium vom Samstagsrennen in Zandvoort
Foto: ADAC-Motorsport
Ezequiel Perez Companc (24/RA) und Marco Mapelli (31/I, beide GRT Grasser Racing Team) heißen die Sieger des Samstagsrennens des ADAC GT Masters in Zandvoort. Die Lamborghini-Fahrer setzten sich mit einem knappen Vorsprung von 0,703 Sekunden gegen die Audi-Piloten Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) sowie deren Teamkollegen Jake Dennis (24/B) und Christopher Mies (29/Heiligenhaus) durch. „Ich freue mich sehr über den Sieg“, so Pole-Setter und Sieger Perez Companc. „Das Rennen war sehr hart, denn unsere Verfolger haben uns ständig unter Druck gesetzt. Die Zuschauer haben viele enge Kämpfe gesehen.“ 

Teamkollegen kollidieren im Kampf um Platz eins

Das Samstagsrennen in Zandvoort begann turbulent. Pole-Setter Ezequiel Perez Companc blieb beim Start vorn, doch ausgangs der ersten Kurve ging der von Platz zwei gestartete Mirko Bortolotti (28/I, ORANGE1 by GRT Grasser) im Schwesterauto am Argentinier vorbei. Doch nur zwei Kurven später kollidierten die beiden Huracán GT3. Während Perez Companc wieder die Führung übernahm, drehte sich Bortolotti von der Strecke. Zur Bergung seines Fahrzeugs ging für drei Umläufe das Safety-Car auf die Strecke. Anschließend verteidigte Perez Companc bis zum Pflichtboxenstopp gegen die beiden dicht folgenden Audi von Montaplast by Land-Motorsport die Spitzenposition. Nach dem Pflichtboxenstopp mit Fahrerwechsel blieb der Lamborghini weiter an der Spitze. Marco Mapelli, der in Zandvoort seinen ersten Einsatz in der diesjährigen ADAC GT Masters-Saison hatte, fuhr danach den Sieg sicher ins Ziel. Für Perez Companc war es nach dem Lausitzring 2017 der zweite Sieg in der „Liga der Supersportwagen“ und der zweite in der Pirelli-Junior-Wertung. Partner Mapelli triumphierte erstmals in der Serie.

Die Audi-Fahrer Sheldon und Kelvin van der Linde fuhren auf Rang zwei, nachdem sie ihren Boxenstopp eher als ihre Teamkollegen Jake Dennis und Christopher Mies absolviert hatten, die nach ihrem Fahrerwechsel auf Rang drei zurückfielen. Für die van-der-Linde-Brüder war es nach dem Saisonauftakt in Oschersleben der zweite Podestplatz der Saison, für ihre Teamkollegen der erste des Jahres.

Platz vier ging mit Mike David Ortmann (18/Ahrensfelde) und Markus Winkelhock (38/Schorndorf, beide BWT Mücke Motorsport) an ein weiteres Audi-Duo. Dahinter folgten ihre Markenkollegen Max Hofer (19/A) und Philip Ellis (25/GB, beide Phoenix Racing). Dank der acht Punkte für den sechsten Platz übernahmen die Mercedes-AMG-Piloten Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP Motorsport) die Führung in der Gesamtwertung. Die bisherigen Tabellenführer, die Corvette-Fahrer Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (29/Villingen, beide Callaway Competition), gingen als 17. dagegen leer aus.

Im besten BMW M6 GT3 fuhren Timo Scheider (39/Lochau) und Mikkel Jensen (23/DK, beide BMW Team Schnitzer) auf Rang sieben. Dahinter zeigten Florian Spengler (30/Ellwangen) und Dries Vanthoor (20/B) im Audi R8 LMS eine starke Aufholjagd und holten von Startplatz 19 kommend mit Rang acht das bisher beste Ergebnis für das in der Saison erstmals im ADAC GT Masters antretende Team EFP by TECE. 

Pirelli-Trophy-Sieger Rolf Ineichen (40/CH) und Christian Engelhart (31/Starnberg, beide GRT Grasser Racing Team) wurden im Lamborghini Neunte, die Top Ten komplettierten die Audi-Piloten Ricardo Feller (18/CH) und Christopher Haase (30/Kulmbach, beide BWT Mücke Motorsport), die von Rang 24 ins Rennen gegangen waren.

Stimmen der Sieger

Ezequiel Perez Companc
(GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Huracán GT3): „Das Rennen war sehr hart. Ich hatte einen guten Stint, und Marco hat danach den Sieg trotz Druck von hinten souverän ins Ziel gefahren. Die Kollision mit Mirko war unglücklich und sollte zwischen Teamkollegen nicht passieren. Wir werden das intern klären.“

Marco Mapelli (GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Huracán GT3): „Das Team hat einen tollen Job gemacht und uns ein tolles Auto gegeben. Wir waren bereits im Qualifying sehr schnell und konnten den Speed auch im Rennen halten, auch wenn wir vor allem am Ende auf die Reifen achten mussten. Ich bin sehr happy.“

Sebastian Asch im Mercedes-AMG zum Auftakt Schnellster

  • Ex-Champion mit Bestzeit im ersten Freien Training des ADAC GT Masters in Zandvoort
  • Drei Marken auf den ersten drei Positionen
  • Drittes Auslandsgastspiel der "Liga der Supersportwagen" 2018

Sebastian Asch Schnellster im Freien Training in Zandvoort
Foto: Jens Hawrda
Mercedes-AMG-Pilot Sebastian Asch (32/Ammerbuch, Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) fuhr im ersten Freien Training beim ADAC GT Masters-Gastspiel in Zandvoort die beste Rundenzeit. Der Champion von 2012 und 2015 verwies den Audi R8 LMS von Max Hofer (19/A) und Philip Ellis (25/GB, beide Phoenix Racing) und den Lamborghini Huracán GT3 von Ezequiel Perez Companc (24/RA) und Marco Mapelli (31/I, beide GRT Grasser Racing Team) auf die weiteren Positionen. Die beiden Rennen auf dem Dünenkurs werden am Samstag und Sonntag ab 13:00 Uhr von SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. Mit dem kostenlosen "Dünenticket", das unter www.circuitzandvoort.nl erhältlich ist, ist der Zugang zu den Stehplätzen im Außenbereich der Strecke beim ADAC GT Masters in Zandvoort kostenlos.

Nach zwei Testsessions am Freitagmorgen ging es für die Teams des ADAC GT Masters am frühen Nachmittag mit dem ersten Freien Training weiter. Nach mehreren Führungswechseln setzte sich schließlich Asch, der sich am Lenkrad des Mercedes-AMG GT3 mit Luca Stolz (23/Brachbach) abwechselt, mit einer Bestzeit von 1.37,554 Minuten an die Spitze. "Wir haben auch schon am Morgen sehr viel bei der Abstimmung ausprobiert", so Asch. "Ich bin dann mit frischen Reifen rausgefahren und das hat gut funktioniert. Wir haben bei den letzten Rennen gesehen, dass unsere Schwäche klar das Qualifying ist. Daher haben wir das Augenmerk darauf gelegt, das Qualifying-Set-up zu verbessern, um uns eine bessere Ausgangsposition für die Rennen zu schaffen. Denn diese verliefen bei uns in dieser Saison eigentlich immer ganz gut. Ich hoffe, dass wir jetzt einen guten Weg für Zandvoort gefunden haben. Die Strecke liegt dem Mercedes-AMG ganz gut, auch wenn das Freie Training natürlich noch nicht viel aussagt." 

Den Audi-Piloten Max Hofer und Philip Ellis fehlten als Zweitplatzierten mit 1.37,741 Minuten 0,187 Sekunden auf die Bestmarke. "Das Training war gut", sagte Ellis. "Wir haben eine gute Balance gefunden und sind mit neuen Reifen schnell. Daher bin ich sehr zufrieden. Wir müssen noch etwas an der Rennabstimmung arbeiten, da auf dieser Strecke die Reifen stärker beansprucht werden."

Rang drei ging an das Lamborghini-Duo Perez Companc/Mapelli vor Kelvin van der Linde (22/ZA) und Sheldon van der Linde (19/ZA) im besten Audi R8 LMS von Montaplast by Land-Motorsport. Die Top fünf komplettierten mit Ricardo Feller (18/CH) und Christopher Haase (30/Kulmbach, beide BWT Mücke Motorsport) zwei weitere Fahrer eines Audi.

Fahrerwechsel beim GRT Grasser Racing Team

Lamborghini-Werksfahrer Marco Mapelli (31/I) kehrt in Zandvoort in das ADAC GT Masters zurück. Der Italiener pilotiert auf dem niederländischen Kurs den Lamborghini Huracán GT3 des GRT Grasser Racing Team mit der Nummer 19. Mapelli bestritt bereits 2017 in einem Lamborghini von HB Racing eine Saison in der "Liga der Supersportwagen".

Dritter Einsatz für DTM-Star Jamie Green 

Der Engländer Jamie Green (36/GB) bestreitet nach Oschersleben und Spielberg seinen dritten ADAC GT Masters-Lauf des Jahres. Der Audi-Werksfahrer teilt sich bei BWT Mücke Motorsport erneut einen Audi R8 LMS mit Jeffrey Schmidt (24/CH).

Mittwoch, 15. August 2018

Action in den Dünen: ADAC GT Masters zu Gast in Zandvoort

  • Seriendebüt von Le-Mans-Sieger und WEC-Weltmeister Marc Lieb
  • Tabellenführer Kirchhöfer/Keilwitz trennt nur ein Punkt von Verfolgern
  • BMW-Pilot Timo Scheider hofft auf ersten ADAC GT Masters-Sieg
Foto: Jens Hawrda
Es geht Schlag auf Schlag im ADAC GT Masters: Mit vier Rennwochenenden in sieben Wochen ist der Titelkampf der "Liga der Supersportwagen" in die entscheidende Phase eingetreten. Am kommenden Wochenende (17.-19. August) steht in Zandvoort (NL) der fünfte von sieben Saisonläufen an. Der Vorsprung der Halbzeitmeister Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) auf ihre engsten Verfolger, die Mercedes-AMG-Fahrer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP Motorsport), beträgt nur noch einen Punkt. Mit Spannung erwartet wird auch das ADAC GT Masters-Debüt des ehemaligen WEC-Weltmeisters und Le-Mans-Siegers Marc Lieb (38/Ludwigsburg, KÜS Team75 Bernhard). Und mit Indy Dontje (25/NL, Mann-Filter Team HTP Motorsport) tritt in Zandvoort ein siegverdächtiger Lokalmatador an. Die beiden Rennen auf dem Dünenkurs werden am Samstag und Sonntag ab 13:00 Uhr von SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. Mit dem kostenlosen "Dünenticket" ist der Zugang zu den Stehplätzen im Außenbereich der Strecke beim ADAC GT Masters in Zandvoort kostenlos.
 
Gerade einmal ein Zähler trennt die Corvette-Piloten Marvin Kirchhöfer und Daniel Keilwitz von Markus Pommer und Maximilian Götz, ihren hartnäckigsten Rivalen. Während sich die Tabellenführer zuletzt am Nürburgring zwar den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters sicherten, aber zwei Mal ohne Punkte blieben, machten Pommer/Götz mit zwei Podestplätzen wertvollen Boden im Titelkampf gut. "Wir dürfen jetzt aber nicht in einen Strudel geraten", so der zweimalige Saisonsieger Kirchhöfer, der für den Lauf in den Niederlanden optimistisch bleibt: "In Zandvoort geben wir wieder alles."

Neben dem Titelkampf steht auch ein hochkaratiges Seriendebüt in Zandvoort im Mittelpunkt des Interesses. Marc Lieb, der Le-Mans-Sieger und Champion der FIA-Langstreckenweltmeisterschaft WEC 2016, gibt im Porsche 911 GT3 R des KÜS Team75 Bernhard seinen Einstand in der "Liga der Supersportwagen". Er teilt sich das Fahrzeug mit Teamchef Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau), ebenfalls Le-Mans-Sieger und Titelträger in der WEC. Lieb ist bei Porsche inzwischen hauptberuflich als Leiter Customer Racing angestellt.

Mit dem Circuit vor den Toren von Amsterdam steht der bei den Fahrern wohl beliebteste im Kalender an. Der ehemalige Formel-1-Kurs direkt in den Nordseedünen ist eine echte "Oldschool"-Strecke. Es geht bergauf und -ab, zahlreiche Kurven sind echte Mutecken - schnell und nicht einsehbar -, und statt weitläufiger Asphaltflächen gibt es Kiesbetten, die jeden Fahrfehler bestrafen. "Zandvoort ist meine Lieblingsstrecke", sagt daher auch BMW-Pilot Timo Scheider, der sich im BMW Team Schnitzer ein Fahrzeug mit Mikkel Jensen (23/DK) teilt. "Von der Topografie ist sie wie die Nürburgring-Nordschleife in Klein. Aber auch der immer wieder auf die Strecke wehende Sand stellt die Fahrer vor Herausforderungen." Der ehemalige DTM-Champion ist daher hoch motiviert: "Zandvoort sollte dem M6 GT3 liegen. Der Kurs war in meiner Historie schon immer eine besondere Strecke gewesen, daher wäre es eine schöne Sache, dort zu gewinnen. Denn ein Sieg fehlt uns nach mehreren Podestplätzen noch."

Bereits über seinen ersten ADAC GT Masters-Sieg freuen konnte sich dagegen der einzige Niederländer im Starterfeld: Indy Dontje triumphierte zuletzt auf dem Nürburgring erstmals zusammen mit Teamkollege Maximilian Buhk. Damit zählt das Mercedes-AMG-Duo zu den sieben Rennsiegern von vier verschiedenen Marken in den ersten acht Saisonrennen. Dontje will auch bei seinem Heimspiel ganz oben auf dem Podest stehen. "Der Sieg auf dem Nürburgring macht natürlich Appetit auf mehr und war eine tolle Einstimmung auf Zandvoort", sagt der aktuelle Tabellensechste. "Ich bin mir sicher, dass viele Fans kommen und für eine tolle Stimmung sorgen werden. 2017 bin ich dort einmal Dritter geworden - jetzt soll es noch besser laufen."

Chancen auf vordere Ränge rechnen sich auch die Tabellendritten Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) aus - nicht zuletzt da Porsche in Zandvoort mit drei Siegen die bisher erfolgreichste Marke im ADAC GT Masters ist. Dem deutsch-französischen "Neunelfer"-Duo fehlen derzeit 14 Punkte auf die Tabellenspitze. "Zuletzt am Nürburgring hatten wir ein wirklich schwieriges Wochenende", so Teamchef Alfred Renauer. "Doch dank Platz fünf im Sonntagslauf haben wir den Abstand zur Spitze verkürzt. Das lässt uns optimistisch nach Zandvoort blicken."

Die Zuschauer erwartet ein unterhaltsames Motorsport-Wochenende. Neben den 35 GT3-Sportwagen des ADAC GT Masters starten dort auch die ADAC TCR Germany mit hochklassigen Tourenwagen-Sport, der traditionsreiche Porsche Carrera Cup Deutschland sowie der Renault Clio Cup Central Europe, der unterhaltsamen Markenpokalsport bietet. Mit dem unter circuitzandvoort.nl als Download erhältlichen "Dünenticket" ist der Eintritt zu den Stehplatzbereichen im Außenbereich der Rennstrecke kostenlos.
 

Audi-Pilot Langeveld fiebert Heimspiel in Zandvoort entgegen

  • Der Niederländer will Siege und Punkte sammeln
  • Langeveld: Siege in Zandvoort wären "ein Traumszenario"
  • Teamchef Kohlhaas über Langeveld: "Er ist verdammt schnell"
Niels Langeveld (Audi)
Foto: Jens Hawrda
Niels Langeveld lächelt verschmitzt und kneift die Augen zusammen. "Motorsport", sagt er, "ist der beste Sport der Welt und macht unglaublich viel Spaß - wenn Du gewinnst. Wenn nicht, dann ist es der härteste Sport überhaupt." Ein kurzer Satz, der Langevelds Einstellung zum Sport bestens widerspiegelt. Für ihn zählen nur Siege und Trophäen - ein zweiter Platz, den Langeveld in der Gesamtwertung der ADAC TCR Germany derzeit belegt, ist nicht genug für den ehrgeizigen Niederländer.

 Da passt es bestens, dass Langevelds Heimspiel in Zandvoort vor der Tür steht. Auf dem Kurs, den wohl kein Fahrer im Feld der ADAC TCR Germany so gut kennt wie er, will der 30-Jährige am Wochenende vom 17. bis 19. August möglichst viele Punkte sammeln und die Führung in der Gesamtwertung übernehmen. "Ich glaube, dass wir dort sehr schnell sein können", kündigt Langeveld an. Siege in Zandvoort vor der tollen Kulisse der Dünen der Nordsee, dazu der Sprung auf Rang eins der Tabelle - das klingt in den Ohren des Niederländers wie Musik. "Ein Traumszenario", nennt es der 30-Jährige selbst.

 In seiner zweiten Saison in der Tourenwagenserie des ADAC hat sich Langeveld in der Spitzengruppe etabliert. Anfang Juni auf dem Red Bull Ring feierte er in seinem leuchtend roten Audi RS3 LMS seinen ersten Saisonsieg, dazu kommen drei weitere Podiumsplatzierungen. Mit 209 Punkten hat Langeveld die Spitze fest im blick - einzig Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International) liegt noch zehn Punkte vor ihm. Angesichts der lauernden Luca Engstler (18, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler/198 Punkte) und Mike Halder (22, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen/190) prognostiziert Langeveld einen spannenden und packenden Kampf um den Titel. "Am Ende werden wir sehen, wer oben steht. Eine Sache ist aber klar: Die Entscheidung wird erst im letzten Rennen fallen", sagt er.

 Langevelds Teamchef bei Racing One, Martin Kohlhaas, traut seinem Fahrer den ganz großen Wurf zu. "Er ist ein Perfektionist und verdammt schnell", sagt Kohlhaas über Langeveld. Und einer, der sich und die Arbeit des Teams ständig kritisch hinterfragt und nach Verbesserungen sucht. So wie am vergangenen Wochenende auf dem Nürburgring. Da reichte es im zweiten Rennen "nur" zu Rang elf - viel zu wenig für Langevelds Ansprüche. Entsprechend folgte nach den Rennen eine intensive Analyse, um die vermeintlichen Probleme bis zum Heimspiel in Zandvoort abzustellen.

 Dass Langeveld, der in Sassenheim zu Hause ist, in Zandvoort gewinnen kann, hat er im Vorjahr bewiesen. Damals siegte er im zweiten Rennen am Sonntag und jubelte ausgelassen über seinen Heimsieg. Doch das Kapitel 2017 ist abgehakt und geschlossen, Langevelds volle Konzentration gilt nun den Rennen am kommenden Wochenende.

 Mit Siegen in Zandvoort will sich Langeveld auf die letzten beiden Rennwochenenden auf dem Sachsenring (7. bis 9. September) und in Hockenheim (21. bis 21. September) einstimmen und in eine möglichst gute Position bringen. An den Kurs in den Dünen hat der 30-Jährige beste Erinnerungen. Hier habe seine Karriere begonnen und richtig Schwung aufgenommen, sagt er: "2010 und 2012 bin ich hier in verschiedenen Klassen Meister geworden." In diesem Jahr kann Langeveld den Meistertitel der ADAC TCR Germany in Zandvoort zwar nicht perfekt machen, wohl aber wichtige Punkte für die Meisterschaft sammeln. Dann käme er seinem Traum vom Titel einen weiteren Schritt näher. "Es geht um Siege, um Titel, um Pokale", sagt Langeveld: "Das ist der Reiz, den der Motorsport ausmacht."