Freitag, 22. Juni 2018

DTM: Stimmen der BMW-Piloten vor dem Rennwochenende am Norisring

Foto: Jens Hawrda
Marco Wittmann:
"Natürlich habe ich große Erwartungen. Es tut gut, vor dem Rennen am Norisring einen Sieg einzufahren. Ich freue mich sehr auf das Wochenende und bin wahrscheinlich der einzige Fahrer, der ein echtes Heimrennen vor sich hat und so nah an der Strecke lebt. Zu wissen, dass alle Fans, der Fanclub, meine Familie und Freunde da sind, spornt mich an. Trotzdem habe ich noch eine Rechnung mit dem Norisring und dem Podium. Es war letztes Jahr eine enge Sache und ich hoffe, dass ich dieses Mal das Podium erreichen kann. "
 
Augusto Farfus:
"Wir hatten letztes Jahr auf dem Norisring ein extrem chaotisches Rennen. Ich denke, dass unser Auto in diesem Jahr viel wettbewerbsfähiger ist. Ich freue mich sehr auf den Norisring, denn es ist immer ein ganz besonderes Event. Das Ambiente am Dutzendteich ist einfach fantastisch und die begeisterten Zuschauer sorgen für eine tolle Atmosphäre. "
 
Timo Glock:
"Wir haben in der Vergangenheit am Norisring gekämpft und wir haben im vergangenen Jahr einen großen Sprung gemacht. Ich hoffe, dass wir dieses Jahr wieder schnell sein können. Natürlich wissen wir auch, dass Mercedes in Bezug auf die Höchstgeschwindigkeit sehr stark ist. Daher wird es interessant sein, zu sehen, wie wir uns gegen diesen Trend aufstellen. Audi hat auch am Norisring starke Leistungen gezeigt, aber Mercedes ist der klare Favorit für mich. Wir müssen sicherstellen, dass wir so gut wie möglich aussortiert werden. "
 
Bruno Spengler:
"Der Norisring ist eine Strecke, die ich wirklich mag. Ich genieße auch die Atmosphäre dort - Straßenkurse sind immer besonders. Die Strecke hat nur vier Kurven, aber es ist erstaunlich schwierig, immer eine gute Linie zu bekommen. Aerodynamik spielt keine große Rolle, die Strecke ist holprig und man muss dicht an den Wänden bleiben. Ich hoffe, dass wir so wettbewerbsfähig sind wie im letzten Jahr. Es ist immer ein ganz besonderes Rennen, das sich den Spitznamen "Monaco der DTM" verdient hat
 
Philipp Eng:
"BMW war letztes Jahr auf dem Norisring sehr gut aufgestellt. Wir haben auch in Budapest gesehen, wie schnell sich das Gesamtbild verändern kann. Ich persönlich fahre gerne auf dem Norisring. Straßenkurse sind immer besonders cool. Ich hoffe, dass es für uns genauso erfolgreich sein wird wie das zweite Rennen in Budapest. "
 
Joel Eriksson:
"Der Norisring steht ganz oben auf meiner Favoritenliste. Ich bin letztes Jahr in der Formel 3 dort gefahren. Es war anfangs schwierig, aber am Ende des Wochenendes waren wir auf dem richtigen Kurs und ich hatte ein gutes Gefühl für die Strecke. Es war toll dort zu fahren und ich freue mich darauf, mit dem BMW M4 DTM wieder auf den Norisring zu kommen. "

DTM: Stimmen der Mercedes-Piloten vor dem Rennwochenende am Norisring

Kein Raum für Fehler auf dem Norisring

 
Das Saisonhighlight steht an: Seit dem Jahr 2000 gewann Mercedes-AMG Motorsport 15 Rennen in Nürnberg - nach zwei Jahren ohne Sieg möchte das Team in der Jubiläumssaison zur alten Norisring-Form zurückfinden
Foto: Mercedes-Motorsport
  • Debüt auf dem Norisring: 25. Juni 1988 (gleich beim ersten Auftritt in den Straßen von Nürnberg gab es zwei starke Mannschaftsleistungen: in Rennen 1 gingen die Plätze zwei bis fünf und in Rennen 2 die Ränge zwei bis sechs an Mercedes-Fahrer)
  • Erster Sieg auf dem Norisring: 26. Juni 1989 (Kurt Thiim gewinnt das erste Rennen in Nürnberg)
  • Mit 18 Siegen auf dem Norisring ist Mercedes-AMG Motorsport die mit Abstand erfolgreichste Marke auf dem Stadtkurs in Nürnberg

Stimmen zu den DTM-Rennen in Nürnberg
 
Gary Paffett (37 Jahre, England):
„Der Ausgang des letzten Rennens in Budapest war natürlich sehr enttäuschend für uns, aber dieses Pech haben wir nun hinter uns gelassen. Der Saisonstart verlief sehr gut und das Auto war auch auf dem Hungaroring wieder sehr schnell. Entsprechend glaube ich, dass wir allen Grund haben, um positiv gestimmt in das Wochenende zu gehen. Auf dem Norisring wird das Kräfteverhältnis meiner Meinung nach viel ausgeglichener sein, da der Streckenverlauf niemandem besonders entgegenkommt. Deshalb wird es darum gehen, das Beste aus dem Auto und dem Setup herauszuholen. Natürlich wäre es großartig, dort erneut zu gewinnen. Aber ehrlich gesagt, glaube ich, dass dort alle die gleichen Siegchancen haben werden, weshalb wir versuchen müssen, so viele Punkte wie möglich einzufahren. Nichtsdestotrotz werde ich selbstverständlich alles geben, um wieder auf dem Podium zu stehen und im besten Fall natürlich zu gewinnen.“
 
Paul Di Resta (32 Jahre, Schottland):
„Ich bin wie immer heiß auf den Norisring. Nach diesem Wochenende nähern wir uns bereits der Saisonhalbzeit und nach dem erfolgreichen Samstag in Budapest hoffen wir natürlich, dass wir diese Leistung in Nürnberg wiederholen können. Die Vorbereitungen sind bislang gut verlaufen, entsprechend blicke ich dem Wochenende zuversichtlich entgegen.“
 
Lucas Auer (23 Jahre, Österreich):
„Der Norisring ist für mich ein persönliches Highlight des DTM-Jahres. Es ist der einzige Straßenkurs im Kalender. Die Strecke besitzt viele Bodenwellen und es kommen immer viele Zuschauer. Das ist einfach mega. Außerdem gibt es dort immer super spannende Rennen, auch wenn man im Qualifying mal nicht ganz vorne gelandet ist. Mit dem Norisring verbinde ich zudem schöne Erinnerungen, da ich dort 2015 meine ersten DTM-Punkte eingefahren habe.“
 
Edoardo Mortara (31 Jahre, Italien):
„Ich bin gespannt auf das Rennwochenende auf dem Norisring. Das Rennen gehört zu den absoluten Highlights der DTM-Saison. Unser Auto war seit Saisonbeginn konkurrenzfähig und hat großes Potenzial gezeigt. Außerdem war Mercedes in der Vergangenheit auf dem Stadtkurs traditionell stark. Auch ich habe auf dem Norisring 2016 schon gewonnen. Deshalb sollte es keinen Grund geben, warum wir in Nürnberg nicht wettbewerbsfähig sein sollten. Demnach hoffe ich, dass wir dort zwei gute Ergebnisse einfahren können.“
 
Pascal Wehrlein (23 Jahre, Deutschland):
„Der Norisring ist mir durch meinen Sieg in der Saison 2015 sehr gut in Erinnerung geblieben. Damals bin ich mit Slicks auf nasser Strecke gestartet und habe am Ende das Rennen gewonnen. Deshalb freue ich mich besonders auf meine Rückkehr nach Nürnberg. Der Norisring ist eine Strecke, die mir sehr gut gefällt. Der Stadtkurs hat sowohl mir als auch dem Team in der Vergangenheit immer gut gelegen. Deshalb hoffe ich auf ein erfolgreiches Wochenende in den Straßen von Nürnberg.“
 
Daniel Juncadella (27 Jahre, Spanien):
„Das Rennwochenende in Nürnberg ist ein sehr schönes Event und ich mag den Norisring als Austragungsort sehr. Es ist ganz klar einer der Höhepunkte der Saison. Die Atmosphäre ist immer etwas Besonderes und die Rennen können auch mal etwas verrückt verlaufen. Das macht uns Fahrern dann besonders viel Spaß. Wir waren in der Vergangenheit sehr stark auf dem Norisring und auch bei den ersten Rennen in diesem Jahr waren wir sehr erfolgreich. Entsprechend können wir dem Wochenende optimistisch entgegenblicken.“
 
Ulrich Fritz, Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef:
„Mit dem Norisring steht das Saison-Highlight vor der Tür. Und mit Sicherheit zwei Rennen, die für die Meisterschaft extrem wichtig sein werden. Auf keiner anderen Strecke liegen die Zeiten so eng zusammen. Hier gibt es keinen Raum für Fehler. Für unsere Jungs heißt es in Nürnberg, den Anschluss an die Spitze zu halten und sich gleichzeitig von der Verfolgergruppe abzusetzen. Die letzten Rennen haben gezeigt, dass wir ein tolles Auto und starke Fahrer haben. Aber auch, dass man das nötige Rennglück braucht. Der Kurs in Nürnberg und Mercedes - das ist eine ganz besondere Geschichte. Jahrelang haben wir hier dominiert und den Norisring zur Festung für unsere Marke gemacht. In den letzten Jahren ist diese Dominanz leider etwas gebröckelt. Umso wichtiger ist es für die Mannschaft, hier im letzten Jahr nochmal erfolgreich zu sein.“

Donnerstag, 21. Juni 2018

ADAC Sachsenring Classic

Am Sachsenring wird der verstorbene Publikumsliebling Ralf Waldmann mit einer Ralf Waldmann-Kurve geehrt

Der 20-fache Grand Prix-Sieger Ralf Waldmann (Ennepetal/Honda 250 ccm)
 im Vorjahr bei der ADAC Sachsenring Classic-Veranstaltung
Foto:  Hermann Rüger
Am Wochenende (22. bis 24. Juni) findet auf dem Sachsenring die ADAC Sachsenring Classic-Veranstaltung statt. Am Freitagabend (22. Juni) wird um 17 Uhr die legendäre Kurve 11 auf dem Sachsenring zur Ralf Waldmann-Kurve umbenennt. Dies findet im Fahrerlager 1 hinter den Boxen bei freiem Eintritt für die Motorradfans statt.

Ralf Waldmann war einer der erfolgreichsten deutschen Motorradrennfahrer und verstarb am 10. März 2018 völlig überraschend im Alter von 51 Jahren. „Waldi“ ist mit 20 GP-Siegen in den Klassen 125 und 250 ccm der erfolgreichste Grand Prix-Rennfahrer, der nie Weltmeister wurde. Seinen ersten Grand Prix-Sieg feierte Ralf Waldmann am 26. Mai 1991 auf dem Hockenheimring in der 125 ccm Klasse - Hockenheim ist ja die Partnerstadt von Hohenstein-Ernstthal. 1996 und 1997 verfehlte Waldmann den WM-Titel in der Viertelliterkategorie (250 ccm) nur ganz knapp und wurde jeweils Vizeweltmeister hinter Max Biaggi aus Italien. Der gebürtige Ennepetaler hat sich sehr für den Motorrad-GP auf dem Sachsenring eingesetzt und begeisterte die vielen Fans mit einem tollen dritten Platz beim Motorrad-WM Lauf 1999 auf dem Sachsenring. Hinter Sieger Valentino Rossi (Aprilia) und Loris Capirossi (Honda) überquerte „Waldi“ unter dem Jubel der vielen Zuschauer mit 9,030 Sekunden Rückstand als Dritter auf einer Aprilia die Ziellinie im Rennen in der 250 ccm Klasse. Im Jahre 2009 haben Martin Wimmer und Ralf Waldmann dann zusammen den Motorradhersteller MZ in Zschopau gekauft, doch bereits 2010 ist Waldmann bei MZ wieder ausgestiegen. Im Vorjahr ging Ralf Waldmann bei der Sachsenring Classic an den Start und leistete sich in der Kurve 11, die jetzt nach ihm benannt wird, einen Ausrutscher. Beim Fernsehsender Eurosport berichtete Ralf Waldmann als Experte von den Motorrad-WM-Rennen.

Die ADAC Sachsenring Classic findet von Freitag bis Sonntag statt, das Wochenendticket inklusive Fahrerlagerzugang kostet im Vorverkauf 20,- Euro, an der Tageskasse beträgt der Preis 30,-. Die Tageskarten für am Samstag und Sonntag kosten jeweils 20,- Euro, der Eintritt am Freitag ist frei. Weitere Informationen über die ADAC Sachsenring Classic-Veranstaltung gibt es im Internet unter
www.sachsenring-classic.de.

Text: Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof


DTM: Drei Fragen an Pascal Wehrlein

Pascal Wehrlein: „Ich versuche, den Ärger in positive Energie umzuwandeln“

 
Glück und Pech liegen im Rennsport eng zusammen, vor allem wenn eine Meisterschaft so hart umkämpft ist wie die DTM. Pascal Wehrlein beschreibt, wie sich das in den ersten Rennen seines DTM-Comebacks ausgewirkt hat und was er sich für den Norisring vorgenommen hat.
Pascal Wehrlein
Foto: Jens Hawrda
Pascal, Du bist nach den ersten drei Rennwochenenden Achter in der Gesamtwertung. Die Geschehnisse im zweiten Rennen in Budapest haben Dich wertvolle Punkte gekostet. Wie schwierig war es für Dich, das zu verdauen?
 
Pascal Wehrlein: Sehr schwer, aber ich versuche, den Ärger in positive Energie umzuwandeln. Mein Motto für dieses Wochenende lautet deshalb: Jetzt erst recht! Aber die Safety-Car-Phase und die rote Flagge lagen nicht in meiner Hand. Ich würde mich mehr ärgern, wenn meine Performance nicht gestimmt hätte. Was aber nicht bedeutet, dass ich mich nicht darüber geärgert hätte. Für mich zählt jetzt aber nur noch das kommende Wochenende in Nürnberg und dort werde ich versuchen, meine Leistung abzurufen - und vielleicht habe ich dann ja auch das Glück auf meiner Seite.
 
Es sind noch 14 Rennen zu fahren und Du hast knapp 50 Punkte Rückstand auf die Spitze. Wie entscheidend ist das Norisring-Wochenende für den weiteren Verlauf Deiner Saison?
 
Pascal Wehrlein: Nicht mehr und nicht weniger entscheidend als die Wochenenden davor oder danach. An jedem Wochenende gibt es 56 Punkte zu holen und man hat gesehen, wie schnell es gehen kann. An den ersten beiden Rennwochenenden war BMW sehr stark und am Hungaroring haben sie am Sonntag nur wegen der Vorfälle gepunktet. Ansonsten wäre es für sie dort schwierig geworden, überhaupt in die Punkte zu fahren. In der DTM kann alles passieren und von einem aufs andere Wochenende kann man schnell 30 oder 40 Punkte aufholen oder verlieren. Jedes Wochenende ist wichtig, vom ersten bis zum letzten.
 
Du bist bislang zweimal aus der ersten Startreihe gestartet, hattest viele Überholmanöver im Rennen, insgesamt sieht es also schon sehr gut aus. Was kannst Du noch verbessern?
 
Pascal Wehrlein: In Budapest habe ich zum ersten Mal gezeigt, dass ich auf einem Level bin, um Rennen zu gewinnen. Das ist an den beiden Rennwochenenden davor definitiv noch nicht der Fall gewesen. Natürlich war der Lausitzring mit meinem ersten Podium in diesem Jahr schon etwas besser, aber auch dort war ich noch nicht so weit, um das Rennen zu gewinnen. Budapest war ein weiterer Schritt nach vorne und ich gehe davon aus, dass ich auch die nächsten ein, zwei Wochenenden noch einmal Fortschritte erzielen kann. Dann gehört eben auch noch ein bisschen das nötige Quäntchen Glück dazu, das mir in Ungarn schon mit den Problemen im ersten Rennen gefehlt hat. So gesehen sind wir nicht mehr weit weg. Ich bin hochmotiviert, um bald meinen ersten Rennsieg einzufahren.

Mittwoch, 20. Juni 2018

Die DTM am Norisring: 18 Raser in der Nürnberger City

  • Marco Wittmann peilt den ersten Heimsieg in der DTM an
  • Mercedes-AMG ist am Norisring die erfolgreichste Marke
  • Public Viewing: Deutschland gegen Schweden am Samstagabend
Foto: dtm.com
Kurze Strecke, lange Historie. Am kommenden Wochenende ist wieder Nervenkitzel angesagt am Norisring. Die DTM ist seit 1987 Stammgast bei der Stadtrundfahrt im „Fränkischen Monaco“. Die Atmosphäre ist einzigartig auf dem einzig verbliebenen Stadtkurs in Deutschland, die Stimmung zwischen Grundig-Kehre und Dutzendteich besonders. Spektakulär und faszinierend ist der rasende Verkehr der 18 Piloten durch die Nürnberger City. Nur 2,3 Kilometer Länge, über 250 km/h auf der Geraden, mächtige Bremsmanöver vor den Spitzkehren, millimetergenaue Steuerkunst entlang den alten Mauern hinter der Steintribüne – diese halsbrecherische Herangehensweise reizt die Fahrer immer wieder.
 
Allen voran Marco Wittmann, der nur ein paar Radlängen entfernt in Fürth geboren wurde. Der BMW-Pilot gewann vor gut zwei Wochen das DTM-Rennen am Sonntag in Budapest und ist mit 51 Punkten Fünfter in der Gesamtwertung. „Ich habe natürlich hohe Erwartungen. Mit einem Sieg im Gepäck zum Norisring zu reisen, fühlt sich auf jeden Fall gut an. Ich freue mich schon riesig auf das Wochenende, denn ich bin wohl der einzige Fahrer im Feld, der solch ein Heimrennen hat, weil er so nah an einer Strecke wohnt. Zu wissen, dass alle Fans, der Fanclub, Familie und Freunde vor Ort dabei sind, ist cool und gibt einen zusätzlichen Schub. Ich habe mit dem Norisring und dem Podium dort noch eine Rechnung offen. Im vergangenen Jahr war es bereits sehr knapp, deshalb hoffe ich, dass mir in diesem Jahr der Sprung auf das Treppchen gelingt.“ Wittmann war bereits zweimal Vierter, einmal Fünfter und zweimal Sechster. Nun soll ihm der große Wurf gelingen.
 
Spengler und Martin schrieben BMW-Geschichte

Markenkollege Timo Glock reist derweil als DTM-Spitzenreiter nach Mittelfranken. Nach sechs Rennen hat Glock 90 Punkte auf seinem Konto. Im vergangenen Jahr war der Norisring ein sehr gutes Pflaster für die Piloten aus München. Im Samstagsrennen holte Bruno Spengler den ersten Norisring-Sieg für BMW seit 25 Jahren sowie den gleichzeitig 25. Sieg seit dem DTM-Comeback 2012. Tags darauf gewann Maxime Martin. Es war ein weiterer Meilenstein, der 75. Sieg von BMW in der Geschichte der DTM.
 
Härtester Widersacher von Glock ist Gary Paffett. Der Mercedes-AMG-Pilot liegt elf Punkte hinter dem Ersten der Fahrerwertung. „Der Ausgang des letzten Rennens in Budapest war sehr enttäuschend für uns. Aber der Saisonstart verlief sehr gut und das Auto war auch auf dem Hungaroring sehr schnell. Entsprechend glaube ich, dass wir allen Grund haben, um positiv gestimmt in das Wochenende zu gehen. Auf dem Norisring wird das Kräfteverhältnis meiner Meinung nach viel ausgeglichener sein, da der Streckenverlauf niemandem besonders entgegenkommt. Deshalb wird es darum gehen, das Beste aus dem Auto und dem Setup herauszuholen. Natürlich wäre es großartig, dort erneut zu gewinnen.“ Mit 18 Siegen ist Mercedes-AMG die mit Abstand erfolgreichste Marke auf dem Stadtkurs in Nürnberg.
 
Bodenwellen erschweren Aufgabe der Fahrer

Im vergangenen Jahr gab es am Sonntag ein fantastisches Fotofinish um Platz drei, in dem der Audi von Mattias Ekström, der BMW von Marco Wittmann und Edoardo Mortara im Mercedes-AMG nebeneinander über die Ziellinie fuhren – um ganze 0,027 Sekunden getrennt. „Wenn es um spannendes Racing und packende Überholmanöver geht, ist der Norisring die beste DTM-Rennstrecke überhaupt“, sagt Jamie Green, der in Nürnberg bereits vier DTM-Rennen gewann, derzeit allerdings mit zehn Punkten nur 16. in der Gesamtwertung ist.
 
Auf die richtige Abstimmung kommt es an am Norisring. Um auf den langen Geradeauspassagen möglichst wenig Zeit zu verlieren, wird mit minimalem Abtrieb gefahren. Entsprechend unruhig verhalten sich die Autos während der Bremsvorgänge, weshalb es für die beste Rundenzeit neben der Motorleistung auf ein perfektes Setup ankommt. Dass sich die Bodenwellen jedes Jahr ändern, erschwert die Aufgabe für die Fahrer zusätzlich.
 
FHR 100 Meilen Trophy erstmalig bei der DTM im Programm

Neben den beiden DTM-Läufen gibt es auf dem Zeppelinfeld ein vielfältiges sportliches Rahmenprogramm mit der FIA Formel-3-Europameisterschaft, der 100 Meilen Trophy, den Norisring Classics und dem Red Bull Skydive Team. Neu im Umfeld der DTM ist die FHR 100 Meilen Trophy, die 2017 ihre erste Saison bestritt. Diese neue Rennserie umfasst GT- und Rennsportwagen der Baujahre 1966 bis 1988. Im interessanten Starterfeld finden sich Fahrzeuge von Porsche, Mercedes, BMW, Reynard, Lola, Chevron, de Tomaso, Plymouth oder Ford Mustang. Die Norisring Classics beinhalten eine Ausstellung von insgesamt maximal 75 Fahrzeugen (25 pro DTM-Hersteller) inklusive einer zehnminütigen Demonstrationsfahrt jeweils am Samstag und Sonntag. Während der Startfeldpräsentation kommt das Red Bull Skydive Team zum Einsatz. Die außergewöhnlich begabten Luftakrobaten sorgen in ihren Wingsuits für Nervenkitzel mit einstudierten Choreographien und spektakulären Stunts. Die Luft ist ihr Zuhause.
 
Auch Fußballfans müssen trotz der zeitgleich stattfindenden Weltmeisterschaft nicht auf einen Norisring-Besuch verzichten: Das Spiel zwischen Deutschland und Schweden wird am Samstagabend ab 20 Uhr auf den Großbildschirmen an der Rennstrecke übertragen. Die beiden Saisonrennen vom Norisring zeigt SAT.1 in der Sendung „ran racing“ am Samstag (23.6.) und am Sonntag (24.6.) jeweils ab 13:00 Uhr. In Österreich ist ORF Sport+ an beiden Tagen auf Sendung. Rennstart ist jeweils um 13:30 Uhr. In der Schweiz zeigt MySports erstmals beide Rennen live. Auf DTM.com und in der offiziellen DTM-App werden alle Freien Trainings, Qualifyings und Rennen im Livestream gezeigt.