Sonntag, 6. Mai 2018

DTM: Glock gewinnt „bestes Rennen aller Zeiten“

  • DTM startet mit exzellentem Tourenwagensport in die neue Saison
  • Alle drei Marken in Hockenheim auf dem Podest
  • Glock führt Meisterschaft vor Paffett an
Die Sieger des Wochenendes Timo Glock (l.) und Gary Paffett
Foto: dtm.com
Der zweite DTM-Saisonrennen 2018 wird den DTM-Fans lange in Erinnerung bleiben. Im Sonntagsrennen auf dem Hockenheimring kämpften Sieger Timo Glock (BMW) und der spätere Drittplatzierte Gary Paffett (Mercedes-AMG) rundenlang um die Führung und lieferten sich ein unerbittliches und extrem spannendes Tür-an-Tür-Duell mit unzähligen Positionswechseln bis zum Schluss. Im Ziel lagen sich beide schließlich erschöpft aber glücklich in den Armen. Glock feierte seinen fünften DTM-Sieg, Paffett musste sich in der letzten Runde noch Mike Rockenfeller (Audi) geschlagen geben und wurde Dritter.

Jubeln durfte nach einem anstrengenden und nervenaufreibenden Rennen vor allem Sieger Timo Glock. „Das war das geilste Rennen in meinem Leben“, brüllte der BMW-Pilot nach der Zieldurchfahrt in den Funk. „Das war pures Racing, ich musste wirklich alles aus dem Auto rausquetschen und hatte keine Zeit mich zu erholen. Das ist es, was die DTM ausmacht. Das war das beste Rennen aller Zeiten – und ich bin in meiner Karriere schon viele gefahren“, sagte Glock später.

Auch Mike Rockenfeller fand nur lobende Worte für den Sport auf der Strecke: „Das war ein wahnsinniges Rennen und ein absoluter Kampf am Limit. Ich habe gekämpft bis zur letzten Runde und alles war super fair. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht“, sagte der DTM-Champion von 2013.

Sieger der Herzen war Gary Paffett. Der Brite entschied das Samstagsrennen für sich und knüpfte tags drauf nahtlos an die starke Performance an. „Das war ein wirklich unglaubliches Rennen. Ich habe niemals aufgegeben und auch wenn es nur Platz drei geworden ist, es hat sich trotzdem gelohnt“, so der Brite.


Zwei Schweden sorgen für Furore

Hinter dem Spitzentrio verpasste DTM-Rookie Joel Eriksson mit Platz vier sein erstes Podiumsergebnis. Von Position drei aus gestartet hatte der Schwede in seinem zweiten DTM-Rennen durchaus Ambitionen auf einen Podestplatz, fand aber in der letzten Runde keinen Weg an dem erfahrenen Paffett vorbei.

Ein weiterer Schwede sorgte in Hockenheim letztmalig für reichlich Action. Mattias Ekström bestritt als Gaststarter sein letztes DTM-Rennen, das er sogar kurzzeitig anführte, da er als Letzter zum Reifenwechsel an die Box abbog. Im Ziel nur auf Platz 19 geführt, stand für ihn im Vordergrund, sich gebührend von seinen Fans zu verabschieden. Nach 197 DTM-Rennen drehte er Donuts vor der Südtribüne und stieg danach, nicht ohne Tränen der Rührung, auf das Dach seines Audi RS 5 DTM.

In der DTM-Fahrerwertung führt nach zwei von 20 Saisonrennen Timo Glock mit 44 Punkten hauchdünn vor Gary Paffett (43). Mike Rockenfeller, Lucas Auer und Pascal Wehrlein belegen mit je 18 Punkten die Positionen dahinter.

In zwei Wochen startet die DTM vom 18. bis 20. Mai 2018 auf dem Lausitzring zu den Saisonrennen drei und vier.

DTM: Timo Glock holt Pole fürs zweite Rennen

Timo Glock (BMW) holt Pole für Rennen zwei am Hockenheimring
Foto: Jens Hawrda 
Timo Glock hat das Vorjahresergebnis wiederholt und holt die Pole für das Rennen am Sonntag am Hockenheimring. Hinter dem BMW-Piloten folgt ebenso wie 2017 zum Saisonauftakt René Rast im Audi als Zweiter. Für Glock war es die insgesamt fünfte Pole seiner DTM-Karriere. Für die Überraschung des zweiten Qualifyings sorgte ein Rookie. Joel Eriksson belegte im BMW Rang drei, Hut ab vor dieser Leistung.

„Ich bin sehr happy. Ich hatte heute Morgen schon ein gutes Gefühl“, sagte Glock der am Samstag als Dritter beim Qualifying bereits einen Punkt geholt hatte. „Das Auto hatte eine sehr gute Balance. Im ersten Stint habe ich es mit dem Auto in Turn zwei übertrieben und mir die Runde ruiniert. Da habe ich mich selber angeschrien, wie dumm ich doch bin, die Runde so schnell wegzuwerfen. Dann wusste ich, ich habe nur noch einen Schuss. Ich habe die Reifen gut vorbereitet und keinen Fehler mehr gemacht. Jetzt folgt für mich die Herausforderung, es gut über die volle Renndistanz zu schaffen. Mal sehen, was ich erreichen kann.“

„Die Position ist gut. Ich weiß nicht genau warum, wir hatten das selbe Setup wie gestern. Das gibt uns zu denken. Natürlich ist es positiv. Wir müssen aber schauen, woran es wirklich lag. Wir müssen jetzt die Konstanz finden und das auch im Rennen umsetzen“, sagte Rast, der am Samstag nur Neunter bei der Zeitenhatz gewesen war. Durch gute Quali-Ergebnisse hatte der Audi-Pilot 2017 den Grundstein zu seinem Titelgewinn gelegt.

Der Schwede Eriksson zeigte sich zufrieden: „Platz drei ist großartig. Wir hatten ein sehr gutes Qualifying. Die Arbeit am gestrigen Abend hat sich ausgezahlt.“

Bester Mercedes-AMG-Pilot war Edoardo Mortara als Vierter vor Markenkollege Lucas Auer. „Wir hatten einige Probleme im Freien Training. Umso zufriedener bin ich, dass wir jetzt so stark zurückgekommen sind. Gestern P7, heute P4. Schade, dass wir dafür keinen Punkt bekommen, aber die Ausgangsposition für das Rennen ist gut“, sagte Mortara.

DTM: Drittes Freies Training Renè Rast Schnellster

Renè Rast (Audi)
Foto: Jens Hawrda
René Rast fuhr am Sonntag die schnellste Zeit im dritten Freien Training. Nach einem enttäuschend verlaufenen Samstag war die Bestzeit für den Vorjahresmeister sicher eine Bestärigung das am Sonntag noch etwas geht.

Hinter Rast belegte Markenkollege Jamie Green mit 0,244 Sekunden Rückstand Platz zwei.
Auf den Plätzen folgten die Schnellsten des zweiten beziehungsweise ersten Freien Trainings in Hockenheim. BMW-Pilot Timo Glock wurde Dritter und der Führende in der Gesamtwertung, der Brite Gary Paffett, belegte in seinem Mercedes-AMG Rang vier.

„Das Ergebnis ist gut. Platz eins und zwei. Mal schauen, wie es im Qualifying aussieht. Gestern waren wir im Training auch nicht so schlecht. Im Qualifying hat dann ein bisschen gefehlt. Generell sind wir happy, mit dem Auto und mit der Balance. Ich hoffe jetzt mal, dass wir das halten können“, sagte Rast.

Im zweiten DTM-Qualifying der Saison geht es ab 11:25 Uhr um die besten Startplätze für das Sonntagsrennen.

Samstag, 5. Mai 2018

DTM: Paffett gewinnt Saisonauftakt in Hockenheim

  • Pole-Position und Sieg bringen Gary Paffett 28 Punkte
  • Timo Glock startet mit Podestrang in die neue Saison
  • DTM-Champion René Rast als Neunter noch in den Punkten
Gary Paffett vor Lucas Auer und Timo Glock
Foto: dtm.com
Mit einem packenden und spektakulären Auftaktrennen ist die DTM auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg in die neue Saison gestartet. Gewonnen hat am Ende der aktuell dienstälteste Fahrer: Nach 36 Runden überquerte Gary Paffett als Sieger die Ziellinie. Der Mercedes-AMG-Pilot gewann das erste von 20 DTM-Saisonrennen mit 1,449 Sekunden Vorsprung vor seinem Markenkollegen Lucas Auer auf Platz zwei. Dritter wurde BMW-Pilot Timo Glock. Bestplatzierter Audi-Fahrer am Samstag war Titelverteidiger René Rast auf Platz neun.

Lange musste Gary Paffett auf seinen 21. DTM-Sieg warten. 1.784 Tagen liegen seit dem 13. Juni 2013 zurück, als er zuletzt auf dem Lausitzring triumphierte. „Nach der langen Durststrecke ist dieser Sieg ein ganz besonderer“, sagt Paffett. „Ich freue mich riesig für mich und das Team. Der Schlüssel zum Erfolg heute war der frühe Boxenstopp. Das Auto war wirklich großartig.“

Das Podium vom ersten Saisonrennen
Lucas Auer, Gary Paffett und Timo Glock (v.l.)
Foto: dtm.com
In der Anfangsphase des Rennens hatte Auer zeitweise die Führung von Paffett übernommen, musste sich aber am Ende geschlagen geben. „Das ist natürlich schade, denn vor dem Boxenstopp war ich vor und danach hinter Gary. Aber morgen ist ein neuer Tag, am Sonntag will ich ihn schlagen“, sagte Auer. Der drittplatzierte Glock hatte nach eigenen Aussagen keine Chance die beiden Mercedes-AMG-Fahrer an der Spitze unter Druck zu setzen. „Das hat mich schon etwas genervt“, meinte Glock.

Titelverteidiger René Rast wurde Neunter und war bestplatzierter Audi-Pilot. „Das war kein einfaches Rennen und wir haben das Maximale rausgeholt. Beim Start habe ich das Auto fast abgewürgt. Nach den Boxenstopps konnte ich ein paar Autos überholen, aber es war nicht so wie wir uns das vorgestellt haben. Daran müssen wir noch arbeiten.“

In der Fahrerwertung liegt nach Rennen eins Gary Paffett mit der maximalen Punktzahl (28) auf Platz eins vor Lucas Auer (18) und Timo Glock (16).

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht: Am Sonntag geht es mit dem dritten Freien Training, dem Qualifying (ab 11:25 Uhr) und dem Rennen (ab 13:30 Uhr) nahtlos weiter. Das zweite Saisonrennen aus Hockenheim überträgt SAT.1 am Sonntag ab 13:00 Uhr wieder live; ORF1 ist in Österreich ab 13:15 Uhr live auf Sendung.

DTM: Gary Paffett holt Pole fürs erste Rennen

Gary Paffett (Mercedes) holt die Pole für das erste Saisonrennen
Foto: Jens Hawrda
Gary Paffett hat im ersten Qualifying der neuen Saisin die Pole für Mercedes geholt. Der Mercedes-AMG-Pilot umrundete den Hockenheimring Baden-Württemberg in 1:32,264 Minuten als Schnellster vor den beiden BMW-Piloten Marco Wittmann (1:32,463) und Timo Glock (1:32,468).


„Ich bin sehr froh. Du weißt vorher nie genau, wo du stehst. Das Auto war heute sehr gut, es war sehr einfach zu fahren. Es war eine sehr solide Runde. Ich habe zwar ein paar kleine Fehler gemacht, aber  am Ende hat gereicht“, sagte der 36 Jahre alte Brite nach seiner insgesamt 13. DTM-Pole. Letztmalig stand der Routinier am 20. August 2016 beim Rennen in Moskau auf dem besten Startplatz.


Timo Glock sicherte sich als Dritter seinen ersten Punkt für die Fahrerwertung, obwohl nur einen ersten Run absolvieren konnte. „Im zweiten Versuch kam auf einmal der Reifendruck viel zu schnell hoch. Somit konnte ich mich nicht mehr verbessern. Ich muss damit zufrieden sein.“


Mit Lucas Auer (1:32,484) und Pascal Wehrlein (1:32,486) folgten weitere Mercedes-AMG-Piloten auf den Plätzen. Bester Audi-Pilot war Champion René Rast auf Platz neun. „Ich bin nicht wirklich zufrieden. P9 ist nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Aber, ich bin immer noch bester Audi-Fahrer. Jetzt müssen wir schauen, wie wir das im Rennen verbessern können. Vielleicht mit einer guten Strategie.“ 

Gaststarter Mattias Ekström kam im Audi nicht über den 18. Rang hinaus mit einer Zeit von 1:33,174 Minuten. Dahinter platzierte sich nur noch Markenkollege Jamie Green (1:33,250) als 19. Generell ging es sehr eng zu beim ersten Qualifying. Alle Fahrer lagen innerhalb von einer Sekunde Abstand.