Sonntag, 14. Januar 2018

Formel E: Harter Tag für Audi in Marrakesch

  • Team Audi Sport ABT Schaeffler bei der Formel E in Marrakesch ohne Fortune
  • Daniel Abt holt nach Durchfahrtstrafe noch einen Punkt
  • Titelverteidiger Lucas di Grassi vorzeitig ausgeschieden
Daniel Abt, Audi e-tron FE04 #66 (Audi Sport ABT Schaeffler)
Foto: Audi-Motorsport
Beim dritten Lauf der Elektro-Rennserie Formel E in Marrakesch (Marokko) blieb für das Team Audi Sport ABT Schaeffler nach einem starken Beginn nur ein Punkt auf der Habenseite. Daniel Abt beendete das Rennen nach einer Durchfahrtstrafe und einer für ihn ungünstigen Gelbphase auf Platz zehn. Titelverteidiger Lucas di Grassi musste seinen Audi e-tron FE04 nach nur sieben Runden mit einem technischen Problem in der Box abstellen.
„Das war heute nicht unser Tag und nicht das Ergebnis, das möglich gewesen wäre“, sagte Teamchef Allan McNish. „Wir hatten schnelle Autos, aber das Rennen von Lucas war nach einem technischen Problem, das wir noch analysieren müssen, viel zu früh zu Ende. Fast zeitgleich hatte Daniel eine Kollision mit Alex Lynn, die aus meiner Sicht ein Rennunfall war. Trotzdem bekam er eine Drive-Through. Er war auch danach stark unterwegs, doch die Gelbphase hat ihn 35 Sekunden gekostet und um alle Chancen gebracht.“

Was in Marrakesch für das Team Audi Sport ABT Schaeffler möglich gewesen wäre, zeigten die beiden freien Trainingssitzungen am Vormittag: Im ersten Training fuhr Lucas di Grassi Bestzeit, im zweiten Training lagen mit Daniel Abt und Lucas di Grassi beide Audi e-tron FE04 an der Spitze des Feldes. Auch das Qualifying begann vielversprechend: Obwohl Lucas di Grassi in der ungünstigen ersten Gruppe auf die Strecke gehen musste, schaffte er mit Platz zwei die Qualifikation für die „Super Pole“ der schnellsten fünf. Doch ab diesem Moment war das Team Audi Sport ABT Schaeffler in Nordafrika vom Glück verlassen.

Daniel Abt war im Qualifying auf Bestzeitkurs, als er seine Runde wegen des Unfalls eines anderen Fahrers abbrechen musste. Der Deutsche durfte seine Runde zwar wiederholen, hatte dann aber nur noch eine statt zwei Aufwärmrunden und musste sich so mit Startplatz acht begnügen. Lucas di Grassi begann seine Super-Pole-Runde mit einem starken ersten Sektor, wurde dann aber durch ein technisches Problem eingebremst.
Formel E in Marrakesch
Foto: Audi-Motorsport
Im anfangs turbulenten Rennen lag Lucas di Grassi unmittelbar hinter dem späteren Sieger Felix Rosenqvist auf Position vier, als das Auto verlangsamte und er aufgeben musste. „Unser Auto ist schnell, aber natürlich ist es frustrierend, zwei Rennen in Folge Probleme mit der Zuverlässigkeit zu haben“, sagte Lucas di Grassi. „Wir haben erneut gezeigt, welches Potenzial wir haben, aber ich habe keine Punkte geholt. Da müssen wir besser werden. Doch ich habe volles Vertrauen in Audi, dass die Probleme gelöst werden.“

Daniel Abt war von Startplatz acht bereits auf Platz vier nach vorn gefahren, als gegen ihn die Durchfahrtstrafe verhängt wurde, die ihn auf Platz 14 zurückwarf. „Der heutige Tag hätte richtig gut werden können“, sagte Abt. „Vom Speed her hätten wir dieses Rennen gewinnen müssen. Bei der Kollision mit Alex Lynn war ich machtlos: Ich war beim Anbremsen von Turn 1 neben ihm, als er rüberzog. Auch nach der Drive-Through war ich richtig schnell. Doch kaum war ich in der Box, kam die Gelbphase. Einfach unglaublich!“

„Das heutige Rennergebnis ist besonders schade, weil wir hier in Marrakesch eine wirklich gute Performance in den Autos hatten“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Aber es bringt nichts, einem verlorenen guten Ergebnis nachzuweinen, sondern nach vorne zu blicken und in Chile ein gutes Resultat zu erzielen.“

Am 3. Februar gastiert die Formel E erstmals in Santiago de Chile. Zuvor steht am Sonntag (14. Januar) noch der Young Driver Test in Marrakesch auf dem Programm. Für das Team Audi Sport ABT Schaeffler sind Nico Müller und Nyck de Vries im Einsatz.

Dienstag, 9. Januar 2018

Formel E: Audi-Piloten startklar für Rennen in Marrakesch

  • Team Audi Sport ABT Schaeffler will zurück an die Spitze
  • Telefon-Pressekonferenz mit Daniel Abt am Mittwoch, 10. Januar
 
Zurück in die Erfolgsspur – das ist das Ziel des Teams Audi Sport ABT Schaeffler beim Gastspiel der Formel E in Marrakesch (Marokko). Nach einem schwierigen Auftakt in Hongkong reisen die beiden Piloten Daniel Abt und Lucas di Grassi hoch motiviert zum dritten Saisonlauf der Elektro-Rennserie, der am 13. Januar auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wird.
 
Audi e-tron FE04 #1 (Audi Sport ABT Schaeffler), Lucas di Grassi
Foto: Audi-Motorsport
Von den Straßen der Metropole Hongkong in den Nordwesten Afrikas: Die Formel E, in der sich Audi in der Saison 2017/2018 erstmals werkseitig engagiert, macht in Marokko Station. An diesem Samstag kämpfen zehn Teams und zwanzig Piloten auf dem Circuit International Automobile Moulay El Hassan beim zweiten Rennwochenende der Elektro-Rennserie um Punkte und Pokale. Das Team Audi Sport ABT Schaeffler hat sich viel vorgenommen. „Ich spüre eine riesige Motivation im ganzen Team – bei unseren beiden Fahrern, bei jedem Mechaniker und jedem Ingenieur“, sagt Teamchef Allan McNish. Daniel Abt hatte in Hongkong seinen ersten Formel-E-Sieg erobert, wurde dann aber wegen eines Formfehlers seines Teams beim Ausfüllen des Wagenpasses disqualifiziert. „Auch wenn wir den Pokal nicht behalten durften, wissen wir, dass unser Audi e-tron FE04 das Zeug hat, Rennen zu gewinnen. Dieses gute Gefühl nehmen wir mit nach Marrakesch.“
 
Im Gegensatz zum Straßenkurs in Hongkong wird der dritte Saisonlauf auf einer permanenten Rennstrecke ausgetragen. „Die beiden Kurse sind nicht vergleichbar, aber genau das macht ja unter anderem die Faszination an der Formel E aus“, sagt McNish. „Es kommt darauf an, bestmöglich vorbereitet anzureisen und sich schnell auf die Gegebenheiten vor Ort einzustellen. Teamwork ist gefragt, und genau das ist eine unserer großen Stärken. Marrakesch ist eine der wenigen Rennstrecken im Kalender, auf denen unsere Mannschaft noch nie auf dem Podium stand – genau das ist für beide Piloten das Ziel.“
 
Daniel Abt hat den Rückschlag von Hongkong längst verdaut. „Mein Sieg wurde zwar nachträglich aberkannt, aber gefühlt haben wir das Rennen trotzdem gewonnen“, sagt der Deutsche. „Vom Flair, von der Kultur, von den Menschen her unterscheidet sich Marrakesch sehr von den anderen Events der Formel E. In der vergangenen Saison sind wir hier am Freitag vor dem Rennen sogar auf Kamelen geritten – das war schon speziell. Der Kurs ähnelt in manchen Passagen einem Stadtkurs. Es gibt viele Mauern, von denen man sich fernhalten sollte.“
 
Ungewohnte Situation für den amtierenden Champion Lucas di Grassi: Erstmals in seiner Formel-E-Karriere hat der Brasilianer nach dem Saisonauftakt noch keinen Punkt auf dem Konto. „Marrakesch hat für uns eine enorme Bedeutung“, sagt di Grassi. „Wir wissen, dass wir ein starkes Auto haben, auf das wir uns verlassen können. Ich bin mir also sicher, dass wir auch in Marrakesch schnell sein werden. Der Kurs ist sehr speziell und untypisch für die Formel E, weil wir auf einer permanenten Rennstrecke fahren. Das Ziel ist, wieder zur Spitze aufzuschließen.“

Freitag, 5. Januar 2018

Timo Scheider startet für BMW im ADAC GT-Masters

Timo Scheider
Foto: Jens Hawrda
Der zweifache DTM-Champion Timo Scheider startet im Jahr 2018 für BMW im ADAC GT-Masters. Für welches Team er starten wird und wer sein Teamkollege im BMW M6 GT3 sein wird steht noch nicht fest.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Formel E: Audi mit dem Simulator auf Sekundenjagd

  • Rennfahrer und Ingenieure trainieren unter realistischen Bedingungen
  • Audi-Fahrer Daniel Abt: „Trainingstag in Neuburg ein Schlüssel zum Erfolg“
 
Die beiden Audi-Piloten Daniel Abt und Lucas di Grassi starten am 13. Januar in Marrakesch (Marokko) in den dritten Saisonlauf. Vor jedem Rennen der Elektroserie, in der sich Audi 2017/2018 erstmals werkseitig engagiert, spielen Rennfahrer und Ingenieure den Ablauf eines kompletten Renntages im Audi-Simulator durch.

Einen ganzen Tag lang sind sowohl Daniel Abt als auch der amtierende Champion Lucas di Grassi zum Simulator-Training bei Audi Sport in Neuburg: In einem Formel-E-Chassis, umgeben von Monitoren mit Rundum-Sicht und ausgestattet mit Kopfhörern und Mikrofon, fahren die Rennfahrer Qualifying und Rennen auf der Strecke in Marrakesch.
 
„Diese intensiven Trainings sind der Schlüssel zum Erfolg, denn die Simulation ist sehr realitätsnah“, sagt Daniel Abt. Anhand von Daten der FIA konstruieren die Experten jeden Kurs am Computer bis in alle Details nach – inklusive Kerbs, eventueller Höhenunterschiede und klimatischer Gegebenheiten. „Wir Fahrer haben dann die Möglichkeit, die Strecke kennenzulernen und verschiedene Linien auszuprobieren, ohne dass dies von der ohnehin knappen Trainingszeit am Renntag abgeht“, sagt Abt.
 
Der Vorbereitungstag im Simulator dauert oft acht Stunden oder mehr und dient nicht nur den Rennfahrern zur Vorbereitung. „Unsere Ingenieure können in dieser Zeit viele wichtige Daten sammeln, das Energiemanagement optimieren, verschiedene Software-Versionen testen und den Ablauf eines Renntages durchspielen“, sagt Tristan Summerscale, Formel-E-Projektleiter bei Audi. „Wir gehen vorbereitet auf die Rennstrecke und sind in der Lage, auf neue Situationen flexibler, schneller und entspannter zu reagieren.“
 
Obwohl eine gewisse Ähnlichkeit mit Simulator-Spielen besteht, winkt Daniel Abt bei einem Vergleich lachend ab. „Das eine ist Spaß, das andere echte Arbeit, die wir alle hoch konzentriert bewältigen müssen – auch wenn sie mitten in die Weihnachtszeit fällt.“ Ein Einsatz, der sich auszahlt: Bis heute sind Abt und di Grassi mit 24 Podiumsergebnissen das erfolgreichste Duo der Formel E. Die Fortsetzung soll folgen – am 13. Januar in Marrakesch.

Sonntag, 31. Dezember 2017