Donnerstag, 7. Dezember 2017

DTM startet ab 2018 live beim TV-Sender SAT.1

  • Live-Übertragung aller 20 Rennen bei „ran racing“
  • Umfassende Vor- und Nachberichterstattung
  • „Ein starkes Zeichen für die Serie.“
Foto: Jens Hawrda
Die DTM hat einen neuen TV-Partner: SAT.1 wird ab 2018 die Rennen der populären Tourenwagenserie exklusiv in Deutschland live übertragen. Damit können die Fans die DTM auch weiterhin in einem sportaffinen Free-TV-Sender verfolgen. Die Rennen werden unter der bekannten Sportdachmarke „ran“ ausgestrahlt. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit einem derart großen TV-Partner“, sagt Achim Kostron, Geschäftsführer der DTM-Dachorganisation ITR GmbH. „Das ist ein starkes Zeichen für die Serie.“
 
Alexander Rösner, als „ran“-Sportchef plattformübergreifend für alle Sportinhalte verantwortlich: „Die DTM garantiert Top-Motorsport, spektakuläre Action und spannende Duelle der großen deutschen Automarken. Wir werden diese renommierte Rennserie mit ‚ran racing’ modern und crossmedial auf unseren Plattformen in Szene setzen. Die Zuschauer können sich auf eine ebenso ausführliche wie kompetente Berichterstattung von den Rennstrecken freuen – natürlich in gewohnt hoher ‚ran’-Qualität.“ Achim Kostron ergänzt: „SAT.1 ist ein perfekter TV-Sender für die DTM und die dort engagierten Premiumhersteller Audi, BMW und Mercedes. Gemeinsam wollen wir ein innovatives und attraktives TV-Konzept aufsetzen.“
 
SAT.1 ist der größte Sender der ProSiebenSat.1 Group mit Sitz in München. Die Gruppe zählt zu den erfolgreichsten unabhängigen Medienunternehmen in Europa. Der Konzern vernetzt sein reichweitenstarkes TV-Geschäft erfolgreich mit seiner Digitalsparte – entsprechend sollen DTM-Inhalte über ein breites Portfolio von Sendern und digitalen Plattformen verbreitet werden. Der Vertrag zwischen ITR und 7Sports, der Sportbusiness-Unit der ProSiebenSat.1 Group, läuft über zwei Jahre.
 
SAT.1 wird die Übertragungen der Rennen am Samstag und Sonntag in ein starkes Programmformat einbetten: 30 Minuten Vorberichterstattung sowie 15 Minuten nach der Zieldurchfahrt bieten Raum für Hintergrundberichte, Analysen und Interviews. Die Qualifyings werden im Live-Streaming auf ran.de sowie in der „ran“-App übertragen.
 
Die Besetzung des „ran“-Teams, das live von der Strecke berichten wird, gibt SAT.1 zu einem späteren Zeitpunkt bekannt. Die DTM-Saison 2018 wird mit dem Event vom 4. bis 6. Mai in Hockenheim eröffnet und umfasst insgesamt zehn Veranstaltungen. Den vollständigen Kalender 2018 wird die ITR in den nächsten Tagen bekannt geben.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Formel E: Audi verzichtet auf Berufung gegen Hongkong-Entscheidung

Daniel Abt
Foto: Audi-Motorsport
Audi hat sich entschieden, keine Berufung gegen die Disqualifikation von Daniel Abt in Hongkong einzulegen. Der Deutsche hatte am Sonntag das Rennen der Formel E gewonnen, wurde aber nachträglich aus der Wertung genommen, weil es Abweichungen bei Teilenummern im technischen Wagenpass gegeben hatte. Damit verliert Abt seinen ersten Formel-E-Sieg.
 
„Wir haben uns die Zeit genommen, um alle Dokumente und Abläufe genau zu prüfen“, sagt Teamchef Allan McNish. „Wir hatten durch den Formfehler im Wagenpass keinerlei Vorteil, alle Teile entsprachen zu jeder Zeit vollständig der Homologation und dem Technischen Reglement. Dennoch akzeptieren wir die Entscheidung der FIA und erkennen die Regularien rund um den technischen Wagenpass an. Unser Team hat einen kleinen Fehler mit großen Folgen gemacht, zu dem wir stehen und der Daniel um seinen hochverdienten Sieg gebracht hat. Dafür können wir uns nur entschuldigen. Ich bin mir sicher, wir sehen ihn schon bald wieder auf dem Podium.“

Dienstag, 5. Dezember 2017

DTM: Interview mit Paul Di Resta (Teil 2)

Mit drei Jahren zum ersten Mal in einem Kart, mit 24 DTM-Champion, mit 25 der Traum von der Formel 1: Paul Di Resta lebt auf der Überholspur. Wir stellen in einer dreiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im dritten Teil spricht Paul über...

  • den Traum vom Formel 1-Vertrag: „Um vier Uhr an Heiligabend war es dann soweit - es war ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.“
  • die Rückkehr in die DTM: „Ich mochte die Leute in der DTM und wollte zurück zu Mercedes. Ich bereue die Entscheidung überhaupt nicht.“
  • den Kampf am Limit: „Eine Qualifying-Runde ist in einem DTM-Auto genauso spannend wie in einem Formel-1-Auto.“
Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda
Paul, gab es in deiner bisherigen Karriere einen Scheideweg, der entscheidend dafür war, was danach kam?

Paul Di Resta: Zum Glück war ich nie in besonders schwierigen Situationen. Es gab Zeiten, gerade in der Anfangsphase meiner DTM-Karriere im Jahr 2008, als die Chance bestand, in die GP2 zu gehen, um dort meine Formel 1-Chancen aufrechtzuerhalten - und ich war dem nicht ganz abgeneigt. Ich war in der DTM glücklich und hatte Spaß, aber mein Traum war ganz klar die Formel 1. Aber ich bin froh, dass ich es damals nicht gemacht habe – denn ich habe es später trotzdem dorthin geschafft. Der zweite wichtige Moment war, als meine Formel-1-Zeit bei Force India zum Ende kam. Da fragte ich mich: Was ist jetzt die beste Option für mich? Aber im Hinterkopf wusste ich ganz genau, was ich wollte: Ich mochte die Leute in der DTM und wollte zurück zu Mercedes. Ja, ich hatte viele Angebote, aber manchmal muss man das machen, was dir dein Herz sagt. Und ich bereue die Entscheidung überhaupt nicht. Auch nicht, nachdem Mercedes am Ende des nächsten Jahres aus der DTM aussteigt. Ja, das ist schade, aber gleichzeitig kann die Reise auch in einem anderen Programm gemeinsam mit Mercedes-Benz weitergehen.

Kannst du dich an den Tag erinnern, als dein Formel-1-Traum in Erfüllung ging?

Paul Di Resta: Ich kann mich an den Tag erinnern, an dem ich den Vertrag unterschrieben habe. Es war eines dieser schmerzhaften Jahre, in denen ich Ersatzfahrer war. Klar, die Absichten waren da, aber so lange du das Papier nicht in der Hand hältst, kann alles passieren. Um vier Uhr an Heiligabend war es dann soweit - es war ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Normalerweise gehe ich an Heiligabend nicht aus, aber an dem Tag sind wir mit Freunden und Familie in den Nachtclub meines Vaters gegangen und haben gefeiert.

Waren deine Jahre in der Formel 1 so wie du sie dir erhofft hattest?

Paul Di Resta: Es war schwierig. Force India hatte es als Team nicht einfach, gerade mit Blick auf das Budget, aber auch einige andere Dinge. Aber die Leute im Rennteam sind unglaublich leidenschaftlich. Sie sind der Grund dafür, warum das Team funktioniert. Als Kind bin ich um sechs Uhr früh aufgestanden und habe mir die Rennen angesehen – jetzt bin ich auf einmal selbst um die Welt gereist und Formel-1-Rennen auf diesen Strecken gefahren. Ich lebte meinen Traum. Aber letzten Endes ist eine Qualifying-Runde in einem DTM-Auto genauso spannend wie in einem Formel-1-Auto. Man fährt am absoluten Limit. Natürlich würde ich gerne noch in der Formel 1 fahren, denn das sind die schnellsten Rennautos. Das fasziniert dich als Fahrer. Du gibst diesen Traum nicht auf, aber ich gehöre zu den wenigen Glücklichen, die dieses Ziel in ihrer Karriere erreicht haben. Viele haben das Talent dazu, aber schaffen es gar nicht soweit. Deshalb kann ich zurückblicken und sagen: Ja, ich habe es getan und ich habe es geliebt.

Wie lange hast du gebraucht, um zu verarbeiten, dass deine Formel-1-Karriere zu Ende war?

Paul Di Resta: Es war sehr emotional und hart. Ich habe es vor dem Rennen in Brasilien erfahren. Ich lag gerade auf dem Massagetisch und konnte ein Gespräch im Nebenraum mithören, das ich nicht hätte hören sollen. Deshalb war es ziemlich hart, mich an diesem Abend vom Team zu verabschieden. Ich hatte einfach einen Klops im Hals.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, was du nach deiner Rennkarriere machen möchtest?

Paul Di Resta: Ich glaube, dafür ist es noch etwas zu früh. Aber ich habe schon immer gesagt, dass ich viel zu lange dabei bin, um urplötzlich ganz mit dem Motorsport aufzuhören. Ich möchte auch nach meinem Karriereende noch in irgendeiner Form im Motorsport involviert sein. Ich habe einfach zu viel Erfahrung, um diese nicht in irgendeiner Form einzusetzen oder weiterzugeben. Vielleicht kann ich jungen Fahrern helfen, die gerade erst am Anfang stehen. Das bedeutet nicht unbedingt als Manager, sondern vielleicht auf technischer Seite oder als Berater. Ich interessiere mich ohnehin sehr dafür, wie ein Team funktioniert. Aber ich denke, dass ich locker noch zehn Jahre im Rennsport vor mir habe.

Du hast bereits einen zweiten Job als TV-Experte in der Formel 1. Wie kam es dazu?

Paul Di Resta:
Als Rennfahrer sieht man die andere Seite immer ungefiltert. An einem guten Tag sieht man die viele Unterstützung. Aber an einem schlechten Tag, wenn jemand dich den ganzen Tag löchert, siehst du in den Medien die Bösen, die dunkle Seite. Du willst ihnen keine Gefühle zeigen, weil du glaubst, dass sie das gegen dich verwenden werden. Aber sie wollen einfach nur ehrliche Antworten. Am Ende schreiben sie so oder so etwas über dich. Wenn du aber eine gute Beziehung zu ihnen hast und ihnen gibst, was sie möchten, kann es für beide Seiten von Vorteil sein. Du musst auf das Gesamtbild achten und an die Zukunft denken. Ein gutes Verhältnis zu anderen Menschen kann der Schlüssel dazu sein, wie sie dich als Person wahrnehmen.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Enttäuschung für Audi beim Formel-E-Auftakt

  • Sieger Daniel Abt nach angeblichem Formfehler des Teams ausgeschlossen
  • Team Audi Sport ABT Schaeffler kündigt Berufung an
  • Lucas di Grassi beim Saisonauftakt ohne Punkte
Daniel Abt verliert Sieg nach Wertungsausschluss
Foto: Audi-Motorsport
Der turbulente Saisonauftakt der Formel E in Hongkong endete für Audi mit einer Enttäuschung. Am Sonntagabend wurde Daniel Abt der auf der Rennstrecke verdient herausgefahrene erste Sieg in der weltweit ausgetragenen Elektro-Rennserie wegen eines angeblichen Formfehlers aberkannt. Das Team Audi Sport ABT Schaeffler hat gegen den Wertungsausschluss Berufung angekündigt.

Bei der Technischen Abnahme nach dem Rennen hatten die Technischen Kommissare Abweichungen bei Teilenummern im technischen Wagenpass bemängelt. Der Wertungsausschluss erfolgte, auch wenn die Teile absolut baugleich sind und vollständig der Homologation entsprechen.

„Daniel (Abt) ist an beiden Tagen fantastisch gefahren und hat diesen Sieg absolut verdient“, sagt Allan McNish, Teamchef des Teams Audi Sport ABT Schaeffler. „Was uns vorgeworfen wird, ist offenbar ein Formfehler im Wagenpass, der uns keinen Vorteil gebracht hat. Wir wollen uns die Möglichkeit vorbehalten, im Detail zu klären, was geschehen ist. Deshalb haben wir eine Berufung angekündigt.“

Im ersten Rennen am Samstag hatte Daniel Abt nach einer Aufholjagd den fünften Platz belegt. Titelverteidiger Lucas di Grassi blieb an beiden Tagen ohne Punkte – am Samstag nach einem Aufhängungsschaden, am Sonntag wegen eines Problems an der Batterie.

„Positiv ist, dass wir an beiden Tagen eine starke Renn-Performance hatten“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Aber natürlich hatten wir uns den Sonntagabend etwas anders vorgestellt.“ Nach dem Wertungsausschluss von Daniel Abt, erbt Felex Rosenqvist den Sieg, zweiter wird Edoardo Mortara vor Mitch Evans.

Bis drei Runden vor Schluss führte Edoardo Mortara das Rennen souverän an, aber er wollte nicht nur den Sieg, sondern wollte sich auch noch die schnellste Rennrunde holen. Dabei riskierte der Venturi-Pilot Zuviel und drehte sich. Nach dem Rennen rang der enttäuschte Mortara um seine Fassung: «Ich hatte noch genug Energie, deshalb bin ich immer mehr ans Limit gegangen. Wir hatten die Chance auf den Sieg, ich habe sie aber nicht genutzt, deshalb bin ich sehr enttäuscht. Manchmal haben kleine Fehler große Auswirkungen, heute war so ein Fall»  Er kündigte an: «Beim nächsten Mal bleibe ich ein wenig cooler. Wenigstens haben wir der Konkurrenz gezeigt, dass sie ein starkes Venturi-Team erwarten müssen.»

Ergebnis 2. Rennen in Honkong (Top-Five):

1. Felix Rosenqvist, Mahindra Racing,
2. Edoardo Mortara, Venturi Formula E Team,
3. Mitch Evans, Panasonic Jaguar Racing,
4. Jean-Eric Vergne, TECHEETAH,
5. Sam Bird, DS Virgin Racing.

Stand Fahrerwertung nach zwei Rennen (Top-Five):

1. Felix Rosenqvist, Mahindra Racing,
2. Edoardo Mortara, Venturi Formula E Team,
3. Mitch Evans, Panasonic Jaguar Racing,
4. Jean-Eric Vergne, TECHEETAH,
5. Sam Bird, DS Virgin Racing.

Stand Teamwertung nach zwei Rennen (Top-Five):

1. Mahindra Racing, 44pts
2. DS Virgin Racing, 41pts
3. Techeetah, 33pts
4. Venturi Formula E, 30pts
5. Panasonic Jaguar Racing, 27pts

DTM: Interview mit Paul Di Resta (Teil 1)

Mit drei Jahren zum ersten Mal in einem Kart, mit 24 DTM-Champion, mit 25 der Traum von der Formel 1: Paul Di Resta lebt auf der Überholspur. Wir stellen in einer dreiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im zweiten Teil spricht Paul über...

  • seine Frau Laura: „Sie passt auf die Kinder auf, während ich in einer Traumwelt lebe und Autorennen fahre.“
  • seine Kinder: „Vater zu werden ist das beste Gefühl überhaupt.“
  • seinen Bruder: „Er ist mein bester Freund und es ist schön, wenn dein Bruder deinen Helm lackiert und damit seiner Leidenschaft nachgehen kann.“
Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda
Paul, wann hast du deine Frau Laura kennengelernt?

Paul Di Resta: Kurz bevor ich 18 geworden bin. Wir waren beide noch sehr jung und wohnten in der gleichen Gegend. Sie begann gerade an der Universität zu studieren, während ich mich durch die Nachwuchsserien arbeitete. Sie war also von Anfang an mit dabei und hat mich bei allem begleitet, was ich erreicht habe. Sie war ein wahnsinnig wichtiger Teil davon. Zu Beginn war sie kein großer Motorsportfan, aber sie ist mit der Zeit zu einem geworden. Sie unterstützte mich von Anfang an, hat niemals in Frage gestellt, was ich tue. Sie macht sich keine Sorgen und weiß, dass ich mein Bestes gebe, damit alles so sicher wie möglich ist.

Wie wichtig ist es, dass sie dich schon kannte, bevor du Erfolg hattest?

Paul Di Resta: Es heißt immer: „Happy Wife, Happy Life.” Mein Leben hatte mit ihr einen Anker und wir können es beide gemeinsam genießen. Wie oft darf man schon die Welt umreisen und gleichzeitig seinen Job ausüben? Wir hatten in meiner Formel-1-Zeit drei schöne Jahre, in denen wir unterschiedliche Kulturen kennenlernen durften. Das fehlte mir sehr, nachdem ich nicht mehr in der Formel 1 gefahren bin. Aber diese Reise mit jemandem zu teilen, ist etwas ganz Besonderes, das nicht viele Leute erleben dürfen. Schon gar nicht, wenn man sich bereits so früh kennengelernt hat. Wir sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen.

Wie hat sich dein Leben als Vater verändert?

Paul Di Resta: Vater zu werden ist das beste Gefühl überhaupt. Motorsport ist natürlich immer noch ein großer Teil meines Lebens, es ist mein Hobby, meine Leidenschaft, dem habe ich mich verschrieben. Aber mein Kind am Morgen lächeln zu sehen oder von ihm geküsst oder umarmt zu werden – das ist einmalig. Es hat mich als Menschen verändert. Ich weiß Dinge jetzt viel mehr zu schätzen. Die Leute sagen immer: „Wenn du Kinder hast, veränderst du dich zum Besseren.“ Es ist fantastisch, schon jetzt die verschiedenen Persönlichkeiten zu beobachten. Sie nehmen unsere guten und schlechten Eigenschaften an. Es ist unglaublich und ich hoffe, dass meine Kinder mir so eng verbunden bleiben wie ich meinen Eltern. Es beeinflusst meine Ziele nicht, denn ich weiß, dass Laura und die Kinder mich darin unterstützen. Eigentlich ist Laura der Star in der Familie, sie hält alles am Laufen, wenn ich unterwegs bin. Sie passt auf die Kinder auf, während ich in einer Traumwelt lebe und Autorennen fahre. Aber das mache ich, um für sie sorgen zu können – und das weiß sie.

Was würdest du sagen, wenn deine Kinder Rennfahrer werden wollten?

Paul Di Resta: Ehrlich gesagt, würde es mein Leben einfacher machen, da dann mein Dad beschäftigt wäre. Ich bin mit der Einstellung aufgewachsen: Was immer du machen willst, wir werden einen Weg finden, um es umzusetzen. Wenn sie zu 100% davon überzeugt sind, dass sie Rennen fahren wollen, dann wäre ich voll dabei. Es gehört zum Erwachsenwerden dazu, deinen Kindern zu helfen. Und es hält die Familie auch zusammen.

Apropos Familienbande: Dein Bruder designt deine Helme. Wie wichtig ist das für dich?

Paul Di Resta:
Ich stehe meinem Bruder sehr nahe. Er ist mein bester Freund. Er ist künstlerisch veranlagt und es ist schön, wenn dein Bruder deinen Helm lackiert und damit seiner Leidenschaft nachgehen kann. Es gefällt ihm und ist ein wichtiger Teil von ihm. Ich sage ihm immer grob, was ich mir vorstelle, und der Rest ist dann seine Spielweise, um sich auszutoben. Und es ist kostenlos – ich muss ihn nicht bezahlen! (lacht) Ich bin nun mal Schotte, da denkt man an sowas...