Sonntag, 9. Juli 2017

Langeveld beschert Audi den ersten ADAC TCR Germany-Sieg

  • Im Audi RS3 LMS siegt er vor Meister Josh Files und Rookie Luca Engstler
  • Zweite Podiumsplatzierung für Rookie Luca Engstler
  • In zwei Wochen geht es in Zandvoort weiter für die ADAC TCR Germany
Niels Langeveld holt ersten Sieg für Audi in der TCR Germany
Foto: Jens Hawrda
Der Niederländer Niels Langeveld (29, Racing One) hat dem Audi RS3 LMS den ersten Sieg in der ADAC TCR Germany beschert. Beim zweiten Rennen in Oschersleben setzte sich der 29-Jährige vor Titelverteidiger Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition) im Honda Civic TCR und dem VW Golf GTI TCR von Luca Engstler (17, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler) durch. Engstler krönte mit seiner zweiten Podiumsplatzierung in Folge sein herausragendes Wochenende, der 17-Jährige war erneut bester Rookie.

Seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany feierte Langeveld, der von Rang neun ins Rennen gegangen war und mit den schwierigen Bedingungen auf der langsam abtrocknenden Strecke gut zurechtkam, ausgelassen. „Ich bin der Sieger dieses Rennens und sehr glücklich über den ersten Erfolg in diesem Jahr, auch wenn der ein bisschen spät kommt“, sagte der Pilot des Andernacher Teams Racing One: „In diesem Augenblick bin ich sehr glücklich. Ich werde diesen Pokal neben mein Bett stellen.“

Moritz Oestreich (25, Fulda, Honda Team ADAC Sachsen), der Sieger des Rennens am Samstag, belegte Rang vier vor Vizemeister Harald Proczyk (41, Österreich, HP Racing), der im Seat Leon TCR das beste Resultat in diesem Jahr holte. Rookiemeister Tom Lautenschlager (18, Grafenau, Target Competition) im Audi, sein Markenkollege Max Hofer (18, Österreich, AC Mayen e.V. im ADAC) und ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Mike Halder (21, Meßkirch, Wolf-Power Racing) folgten auf den Plätzen sechs bis acht.

Florian Thoma (21, Schweiz, Liqui Moly Team Engstler) im VW und Pascal Eberle (26, Schweiz, Steibel Motorsport) im Seat komplettierten die Top Ten. Bester Opel Astra TCR-Pilot war erneut Dino Calcum (26, Bochum, Lubner Motorsport), er belegte den 14. Rang.

Pole-Setter Lukas Niedertscheider (22, Österreich, Niedertscheider Motorsport) verlor seine Führung gleich auf den ersten Metern an Florian Thoma, dem Steve Kirsch (37, Chemnitz, Honda Team ADAC Sachsen) und Niels Langeveld im Nacken saßen.

Als Jürgen Schmarl (43, Österreich, Target Competition) mit seinem Honda Civic TCR nach dreieinhalb Minuten Renndauer von der Strecke rutschte, kam das Safety Car erstmals zum Einsatz. Zu diesem Zeitpunkt lag Thoma noch vorne, und auch nach dem Restart blieb der Schweizer, der beim Saisonauftakt in der Magdeburger Börde den bislang einzigen VW-Sieg in der ADAC TCR Germany geholt hatte, an der Spitze.

Nach einem Kontakt zwischen Thomas Kramwinkel (27, Velbert, GermanFLAVOURS Racing) und Jasmin Preisig (24, Schweiz, Lubner Motorsport) schied die Schweizerin aus. Um ihren Opel Astra TCR zu bergen, musste das Safety Car erneut auf die Strecke. Kurz davor war Kirsch nach einem Kontakt mit Langeveld in den Kies gerutscht.

Mit zehn Minuten auf der Uhr erfolgte der Neustart, bei dem Florian Thoma die Führung an Langeveld verlor. Der Schweizer rutschte von der Strecke und verlor dabei einige Positionen.


Auch Files verbesserte sich nach dem Restart um eine Position, er überholte den vor ihm platzierten Rookie Luca Engstler und jubelte am Ende über seine fünfte Podiumsplatzierung in diesem Jahr. Einzig im ersten Oschersleben-Rennen am Samstag hatte er als Zehnter das Podium verpasst.

Für die ADAC TCR Germany geht es bereits in zwei Wochen weiter. Dann stehen im niederländischen Zandvoort vom 21. bis 23. Juli die Saisonrennen sieben und acht auf dem Programm.
Das Podium vom Sonntag Files, Langeveld, Engstler (v.L.)
Foto: ADAC-Motorsport
Stimmen der Erstplatzierten: 

Niels Langeveld (Sieger, Racing One):
„Ich weiß, dass wir schnell sind, aber wir müssen immer noch daran arbeiten, das Auto besser kennenzulernen. Das hat einfach ein paar Wochenenden gedauert, bis wir hier angekommen sind. Die Pole Position gestern war bereits ein Statement. Man muss in Zukunft mit uns rechnen. Mein Fokus galt dem heutigen Rennen, denn das waren absolut meine Bedingungen. Ich komme aus Zandvoort, wo wir oft diese Art Wetter haben. Natürlich ist das eine gute Ausgangslage für mein Heimrennen. Aber man darf nicht nur auf der Heimstrecke schnell sein, sondern auf allen Strecken. In Zandvoort werden wir eine große holländische Party feiern.“

Josh Files (Zweiter, Target Competition):
„Es war heute eigentlich so wie gestern, nur dass ich keinen Abflug gemacht habe. Das war das erste Mal überhaupt, dass ich im Gras gelandet bin. Wir haben das Auto für heute gut vorbereitet und ich habe bereits um 7.30 Uhr entschieden, dass wir auf Slicks fahren, wie immer das Wetter ist. Man muss ein solches Risiko eingehen, und es hat sich ausgezahlt. Das Auto war absolut großartig. Auch gestern hat es nicht am Auto gelegen, auch wenn Niels mit dem Audi natürlich auf einem anderen Level gefahren ist. Für Zandvoort müssen wir ein bisschen aufpassen, Niels hat sich gut entwickelt, da muss man aufpassen.“

Luca Engstler (Dritter und bester Rookie, Liqui Moly Team Engstler):
„Nochmal ein dritter Platz. Das war ein Superrennen heute. Das Auto hat sich super angefühlt, das Team hat einen super Job gemacht. Schade, dass mein Teamkollege Florian Thoma so rausgeschossen worden ist und uns jetzt die Punkte für die Teammeisterschaft fehlen. Das war in meinen Augen nicht fair. Aber das ist Motorsport. Für mich geht es jetzt gleich sofort weiter mit der TCR International.“

Samstag, 8. Juli 2017

Honda-Pilot Oestreich mit Debütsieg in der ADAC TCR Germany

  • Oestreich gewinnt vor Pascal Eberle und Rookie Luca Engstler
  • Meister Josh Files wird Zehnter und verpasst erstmals das Podium
  • Am Sonntag folgt ab 10.15 Uhr das zweite Rennen in Oschersleben
Moritz Oestreich holt ersten Sieg in der TCR Germany
Foto: Jens Hawrda
Moritz Oestreich (25, Fulda, Honda Team ADAC Sachsen) hat seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany gefeiert. Der 25-Jährige gewann in Oschersleben im Honda Civic TCR das fünfte Saisonrennen vor Pascal Eberle (26, Schweiz, Steibel Motorsport) im Seat Leon TCR und Rookie Luca Engstler (17, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler) im VW Golf GTI TCR. Tabellenführer Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition) verpasste im Honda Civic TCR erstmals in dieser Saison das Podium, er wurde letztlich Zehnter. "Ich hatte das Glück, im Qualifying eine gute Runde zu erwischen, stand vorne, und habe meinen Platz dann nicht mehr abgegeben", sagte Oestreich, der seinen ersten Sieg in der Tourenwagenserie des ADAC ausgelassen feierte.

Der Schweizer Florian Thoma (21, Liqui Moly Team Engstler), der beim Saisonauftakt in der Motorsport Arena VW den ersten ADAC TCR Germany-Sieg beschert hatte, wurde Vierter vor Tim Zimmermann (20, Langenargen, Target Competition), der als Fünfter das beste Ergebnis eines Audi RS3 LMS erzielte. Pole-Setter Niels Langeveld (29, Niederlande, Racing One) wurde in einem weiteren Audi Sechster, sein Markenkollege Max Hofer (18, Österreich, AC Mayen e.V. im ADAC) folgte auf Rang sieben. Die Top Ten komplettierten Lukas Niedertscheider (22, Österreich, Niedertscheider Motorsport) und Vizemeister Harald Proczyk (41, Österreich, HP Racing), jeweils im Seat, und Honda-Fahrer Files.

Niels Langeveld, der Audi im Qualifying die erste Pole Position in der Geschichte der ADAC TCR Germany beschert hatte, erwischte keinen guten Start und musste gleich auf den ersten Metern Moritz Oestreich, Pascal Eberle und Kris Richard (22, Schweiz, Target Competition) passieren lassen. Auch Luca Engstler fand einen Weg am RS3 LMS des Niederländers vorbei.

Im Feld fanden zahlreiche enge Zweikämpfe um die Positionen statt, bei einem dieser Duelle rutschte Simon Larsson (20, Schweden, Target Competition) mit seinem Audi in den Kies. Um den Wagen des Schweden zu bergen, kam das Safety Car für sieben Minuten auf die Strecke. Mit noch 15 Minuten auf der Uhr wurde das Rennen erneut gestartet.

Nach dem Restart behauptete Oestreich seinen Platz an der Spitze stark, ihm folgten Richard und Eberle. Auch VW-Pilot Engstler blieb am Spitzentrio dran. Kurz vor dem Ende hatte Richard dann großes Pech. Der Schweizer, zu diesem Zeitpunkt noch immer auf Kurs Richtung Podium liegend, musste seinen Honda aufgrund eines technischen Defekts in der vorletzten Runde abstellen.

Im zweiten Rennen am Sonntag (ab 10.15 Uhr) wird Lukas Niedertscheider als Zehnter des Qualifyings auf der Pole Position stehen. Dahinter starten Florian Thoma und Tim Zimmermann. Das Rennen wird von SPORT1 sowie SPORT1+ übertragen. Zudem gibt es Livestreams im Internet auf www.adac.de/motorsport, www.SPORT1.de und bei Facebook.
In Oschersleben fährt die ADAC TCR Germany gemeinsam mit der TCR International Series, und die Motorsport Arena feiert ihr 20-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest. Am heutigen Samstagabend werden die Kult-Ostrocker von "City" ein Konzert im Infield der Strecke geben.
Podest Rennen 1: Eberle, Oestreich, Engstler (v.l.)
Foto: Jens Hawrda
Stimmen der Erstplazierten zum Rennen: 

Moritz Oestreich (Sieger, Honda Team ADAC Sachsen):
"Kris Richard war direkt hinter mir, aber nie so nah an mir dran, dass er einen Angriff hätte starten können. Schade, dass er am Ende noch mit einem Motorschaden ausgefallen ist."

Pascal Eberle (Zweiter, Steibel Motorsport):
"Heute lief es super. Nach dem richtig schlechten Wochenende am Red Bull Ring war das heute eine richtige Genugtuung. Ich gönne es dem ganzen Team von Herzen. Wir haben lange daraufhin gearbeitet und jetzt sind wir endlich dafür belohnt worden. Wir wären auch mit dem dritten Platz zufrieden gewesen, aber der zweite Platz ist jetzt nochmal das Tüpfelchen auf dem i. Der Speed war richtig gut, mal schauen, was morgen kommt. Alles was jetzt noch kommt, ist eine Zugabe."

Luca Engstler (Dritter und bester Rookie, Liqui Moly Team Engstler):
"Für einen 17 Jahre jungen Nachwuchsfahrer wie mich ist es gut, so viele Kilometer wie möglich zu fahren und einfach Erfahrungen zu sammeln. Ich bin sehr froh, dass ich beide Serien fahren darf. Mein Ziel war, dass ich unter die besten Sieben komme. Dass ich dann gleich auf das Podium fahre, ist natürlich überragend. Ich möchte die Honda Rookie Challenge auf jeden Fall gewinnen - ich kann einfach nur danke ans Team sagen. Die arbeiten rund um die Uhr durch, die wollen den Erfolg genauso wie ich."

Erste Pole Position für Audi in der ADAC TCR Germany

  • Niels Langeveld landet vor Pascal Eberle und Moritz Oestreich
  • Luca Engstler in Oschersleben erneut bester Rookie
  • Start des ersten Rennens um 16.50 Uhr, Josh Files holt Platz 14

Niels Langeveld (29, Niederlande, Racing One) hat seine starken Trainingsleistungen bestätigt und sich erstmals in seiner Karriere die Pole Position in der ADAC TCR Germany gesichert. Im Audi RS3 LMS drehte der Niederländer in Oschersleben in 1:31.707 Minuten die schnellste Runde und verwies damit Pascal Eberle (26, Schweiz, Steibel Motorsport) im Seat Leon TCR und Moritz Oestreich (25, Fulda, Honda Team ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR auf die Plätze zwei und drei. Das fünfte Saisonrennen der ADAC TCR Germany beginnt um 16.50 Uhr und wird von SPORT1 sowie SPORT1+ übertragen. Zudem gibt es Livestreams im Internet auf www.adac.de/motorsport, www.SPORT1.de, sowie bei Facebook.

„Das fühlt sich einfach nur überragend an“, jubelte Langeveld, der bereits im ersten Training am Freitag die Bestzeit geholt hatte: „Nach den Problemen in den ersten beiden Rennwochenenden sind wir endlich dort angekommen, wo wir hinwollten. Und dafür haben wir so hart gearbeitet. Ich wusste, dass ich als Fahrer schnell sein kann, und dass das Team das Potenzial hat. Schritt für Schritt haben wir uns gesteigert. Jetzt will ich natürlich auch den Sieg holen.“
Luca Engstler als bester Rookie in der Qualifikation auf Platz 4
Foto: Jens Hawrda
Vierter und damit erneut bester Rookie war Luca Engstler (17, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler) im VW Golf GTI TCR. Der 17-Jährige liegt in der Honda Rookie Challenge derzeit gleichauf mit Audi-Pilot Simon Reicher (17, Österreich, Certainty Racing) mit jeweils 24 Punkten an der Spitze. Der Sieger der Nachwuchswertung darf sich am Saisonende über einen Honda Civic als Prämie freuen. Reicher belegte im Qualifying den 35. Rang.

Fünfter wurde Honda-Pilot Kris Richard (22, Schweiz, Target Competition) vor Markenkollege Steve Kirsch (37, Chemnitz, Honda Team ADAC Sachsen) und Sheldon van der Linde (18, Südafrika, AC Mayen e.V. im ADAC) im Audi. Tim Zimmermann im Audi (20, Langenargen, Target Competition), Florian Thoma (21, Schweiz, Liqui Moly Team Engstler) im VW und Lukas Niedertscheider (22, Österreich, Niedertscheider Motorsport) im Seat komplettierten die besten Zehn. Bestplatzierter Opel Astra TCR war Dino Calcum (27, Bochum, Lubner Motorsport) auf Rang 13, er landete direkt vor Meister und Tabellenführer Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition) im Honda.

Im zweiten Rennen am Sonntag (ab 10.15 Uhr) wird damit Lukas Niedertscheider als Zehnter des Qualifyings auf der Pole Position stehen. Dahinter starten Florian Thoma, der beim ersten Rennwochenende in Oschersleben einen Sieg gefeiert hatte, und der ehemalige ADAC Formel 4-Pilot Tim Zimmermann.

In Oschersleben fährt die ADAC TCR Germany gemeinsam mit der TCR International Series, und die Motorsport Arena feiert ihr 20-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest. Am heutigen Samstagabend werden die Kult-Ostrocker von „City“ ein Konzert im Infield der Strecke geben.

Donnerstag, 6. Juli 2017

DTM: Drei Fragen an Gary Paffett

Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary, das war ein heftiger Unfall. Wie fühlst du dich?

Gary Paffett: Ich habe ein paar Prellungen. Hier und da ein paar Schnitte und Schmerzen. Aber alles in allem bin ich in einem Stück und das ist sehr gut nach diesem Unfall. Zunächst möchte ich mich bei all den Leuten bedanken, die das Auto entworfen haben. Wir sprechen immer darüber, wie unglaublich sicher die DTM-Autos heutzutage sind. Am Norisring hat man gesehen, wie sicher sie tatsächlich sind. Die Sanitäter an der Strecke waren sehr gut und auch die Ärzte im Krankenhaus waren fantastisch. Sie haben sehr gute Arbeit geleistet, mich untersucht und Röntgenaufnahmen angefertigt. Alles sah okay aus. Als ich ihnen sagte, wie schnell ich bei dem Unfall war, waren sie total schockiert. Sie waren überrascht, dass ich ohne Verletzungen ausgestiegen bin. Ich hatte sehr viel Glück.

Wie hast du den Unfall im Cockpit erlebt?

Gary Paffett: Es war echt erschreckend. Ich kämpfte Seite an Seite mit Jamie. Das DRS war geöffnet und am Ende der Geraden haben wir uns berührt. Sobald dir das mit geöffnetem DRS passiert, verlierst du die Kontrolle. Ganz besonders auf solchen Bodenwellen, wie es sie am Norisring gibt. Zu diesem Zeitpunkt war ich nur noch ein Passagier. Ich hatte zwei harte Einschläge in der Leitplanke und dann die Kollision mit Rocky in der Kurve – das war nur noch erschreckend. Es fühlte sich an, als ob es nie aufhören würde. Es ging endlos weiter. Das Auto schlug immer wieder hart ein. Es war richtig Angsteinflößend. Sobald es stehen blieb, raste mein Herz. Ich musste erst einmal eine Minute sitzen bleiben und meine Gedanken sortieren. Nach so einem Einschlag weißt du nicht genau, was passiert ist.

Du bist dann aus eigener Kraft aus dem Auto ausgestiegen...

Gary Paffett:
Ja, die Sanitäter kamen zu mir und schätzten die Lage im Auto ein. Sie wollten mich bergen, aber ich fühlte mich okay. Ich hatte keine Rücken- oder Nackenschmerzen. Ich wollte selbst aus dem Auto aussteigen. Ich kann mir nicht ausmalen, wie erschreckend es auf meine Frau und Kinder gewirkt haben muss, das mitanzusehen. Deshalb war es für mich wichtig, aus dem Auto auszusteigen und allen zu zeigen, dass ich okay war. Du willst nie, dass so etwas passiert. Aber dies ist Motorsport und solche Dinge geschehen. Wir müssen dem Team dankbar sein, dass es so ein unglaublich starkes und sicheres Auto gebaut hat. Manchmal hast du Glück und gewinnst ein Rennen, manchmal hast du Glück und du überstehst so einen Unfall in einem Stück. Mehr Glück kannst du nicht haben. Jetzt habe ich etwas Zeit, um mich im Urlaub gemeinsam mit meiner Familie zu erholen. Danach freue ich mich darauf, in Moskau wieder ins Auto zu steigen. Dann werde ich wie immer wieder angreifen.

Interview mit Audi-Pilot Mattias Ekström: „Ich bleibe gelassen“

  • Schwede führt nach dem Norisring die DTM-Fahrerwertung an
  • Gute und schlechte Erinnerungen an Russland
  • DTM-Rennen am Norisring „sehr unterhaltsam“
Mattias Ekström reist als Tabellenführer der DTM zu den nächsten beiden Rennen am 22./23. Juli nach Moskau. Der Audi-Pilot im Kurzinterview.

Mattias Ekström übernimmt Tabellenführung
Foto: Audi-Motorsport

Es hat wieder nicht geklappt mit dem ersehnten Norisring-Sieg. Sind Sie trotzdem zufrieden mit dem Wochenende?


Mattias Ekström: „Absolut. Es waren für mich zwei unterhaltsame Rennen mit vielen guten Punkten und der Tabellenführung. Ich stand am Samstag auf dem Podium und habe es am Sonntag nur ganz knapp verpasst. Das war schon ein gutes Wochenende.“

Wie sehr hat es wehgetan, dass Sie auf den Start bei Ihrem Heimspiel in der Rallycross-Weltmeisterschaft in Höljes verzichten mussten?

„Ich kann mich ja nicht zweiteilen. Mein Chef (Dieter Gass) hat entschieden, dass ich am Norisring starten soll, und das war gut so. Ich habe wirklich die Chance, meinen dritten DTM-Titel zu holen. Im letzten Jahr durfte ich das DTM-Finale auslassen und habe den Rallycross-Titel geholt. Vielleicht klappt es in diesem Jahr andersherum.“

Wie gut sind Ihre Chancen denn?

„Sehr gut. Wir haben ein schnelles Auto, das bisher auf allen Strecken gut funktioniert hat. Die Punkteabstände sind noch immer sehr klein, aber mit jedem Wochenende reduziert sich der Kreis der Titelanwärter. Ich hoffe, ich bin bis zum letzten Wochenende in diesem Kreis dabei und kann um den Titel fahren.“

Haben Sie verfolgt, wie es für Ihr EKS-Team in Höljes gelaufen ist?

„Klar. Ich habe das Live-Timing auf meinem Handy verfolgt und war über WhatsApp und Handy immer informiert. Und natürlich habe ich mir auch das Finale im Livestream angeschaut. Schade, dass kein Audi dabei war. Das muss sich beim nächsten Lauf in Kanada wieder ändern. Wir arbeiten an ein paar Updates am Auto.“

Zuvor stehen in Moskau die beiden nächsten DTM-Rennen an. Freuen Sie sich darauf?

„Also, ich bin kein großer Russland-Fan. Vor der Reise grault es mir jedes Jahr. Aber die Strecke ist prima. Ich habe gute wie schlechte Erinnerungen an Moskau. Ich hoffe, dieses Mal werden es wieder gute. Wir sollten dort sehr stark sein, deshalb wird es für den Titelkampf ein wichtiges Wochenende. Wir haben dort ja Halbzeit.“

Das Qualifying war lange nicht Ihre Stärke, zuletzt lief es deutlich besser. Woran liegt das?

„Es ist ja bekannt, dass ich die Reifen nicht so hart rannehme wie andere Fahrer. Das ist für mich ein Vorteil im Rennen, aber ein Nachteil im Qualifying. Wir haben etwas am Set-up geändert, damit es im Qualifying besser läuft. Das hat am Norisring ganz gut funktioniert.“

Im Rennen am Sonntag fehlten Ihnen ganze 0,002 Sekunden zum Podium …

„Ja, das war noch enger als 2014 bei der Rallycross-WM auf dem Estering, als mich Petter (Solberg) um fünf Tausendstel geschlagen hat. Damals hatte ich im Ziel die Nase vorn, aber der Transponder in meinem S1 war weiter hinten montiert als in seinem Auto. Vielleicht müssen wir das auch mal an meinem DTM-Auto checken … Im Ernst: Edo war wirklich ein paar Zentimeter vorn. Ich teile auf jeden Fall seine Meinung: Das war ein sehr cooles Finish.“

Seit dem Norisring ist die Kommunikation zwischen Box und Fahrer noch weiter eingeschränkt worden. Wie war das für Sie?

„Ich hatte das Gefühl, dass jeder volle Attacke gefahren ist – und so soll es auch sein. Beide Rennen waren sehr unterhaltsam. Ich würde als Fan bei den Rennen in Moskau auf jeden Fall wieder den Fernseher einschalten.“

Marco Wittmann hat Sie nach dem Rennen als „unfair“ bezeichnet. Ihre Meinung dazu?

„Ich bleibe da ganz gelassen.“