Dienstag, 13. Juni 2017

Ungarisches Heimspiel für Audi in der DTM

  • DTM-Rennen fünf und sechs in der Nähe des Audi-Werks in Győr
  • Hungaroring im Vorjahr Schauplatz eines Audi-Sechsfachsieges
  • Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Hoffen auf ähnlich starken Auftritt“

Foto: Jens Hawrda
Nach zwei starken Auftritten in Deutschland präsentiert sich das Audi-Team mit dem neuen RS 5 DTM erstmals auf internationalem Asphalt. Am Wochenende (16. bis 18. Juni) startet die DTM auf dem Hungaroring nahe Budapest.
Für die Mannschaft um Audi-Motorsportchef Dieter Gass ist das Gastspiel in Ungarn fast wie ein Heimspiel, denn das Audi-Werk in Győr befindet sich nur eineinhalb Autostunden von der Rennstrecke entfernt. Viele der rund 11.000 Mitarbeiter werden daher auch dieses Mal wieder zum Hungaroring kommen und den Audi-Piloten die Daumen drücken.

Im vergangenen Jahr erlebten die Fans am Hungaroring einen historischen Tag für Audi: Zum ersten Mal gelang es einem Automobilhersteller, die ersten vier Start­reihen bei einem DTM-Rennen für sich zu behaupten. Es folgten ein Sechsfachsieg für Audi am ersten und ein Doppelsieg am zweiten Renntag. „Wir hoffen auf einen ähnlich starken Auftritt unseres neuen Audi RS 5 DTM“, sagt Gass. „In Hockenheim und auf dem Lausitzring waren wir stark. Da es auf dem Hungaroring nur wenige Überholmöglichkeiten gibt, wird es allerdings besonders auf gute Startpositionen ankommen. Da hatten wir bei den ersten Rennen dieser Saison noch Potenzial.“

Als Tabellenzweiter und punktbester Audi-Pilot geht Jamie Green in das dritte DTM-Renn­wochen­ende des Jahres. Der Brite feiert vor Abreise nach Ungarn seinen 35. Geburtstag und ist ein großer Fan des Hungarorings: „Die Strecke zählt für mich zu den größten Herausforderungen im Rennkalender. Aufgrund der vielen Kurven und kurzen Geraden muss man ständig bremsen und direkt wieder beschleunigen. Es gibt keinen Abschnitt, in dem man das Lenkrad locker halten kann, man hat keine Zeit, um nachzudenken. 2014 tat ich mich dort recht schwer. Im vergangenen Jahr lief es mit Platz zwei am Samstag schon deutlich besser – daran möchte ich nun anknüpfen.“ Mike Rockenfeller geht davon aus, „dass die Reifen auf dem Hungaroring stärker abbauen als bei den ersten zwei Events“. Mattias Ekström, 2016 in Ungarn souveräner Sieger am Sonntag, träumt davon, „im Qualifying in die Top Fünf zu kommen – dann ist alles möglich“. René Rast und Nico Müller haben aus anderen Rennserien gute Erinnerungen an die Rennstrecke, die für DTM-Rookie Loïc Duval hingegen Neuland ist. „Mein Ziel ist trotzdem, in beiden Rennen in die Punkteränge zu fahren“, sagt der Franzose.

Neben dem neuen Audi RS 5 DTM können die Fans in Ungarn auch den neuen Audi RS 3 LMS erleben. Denn erstmals startet die TCR International Series mit ihren seriennahen Tourenwagen im Rahmenprogramm der DTM. Die beiden DTM-Rennen werden live in der ARD übertragen: am Samstag ab 14.10 Uhr, am Sonntag ab 15.00 Uhr. Tickets und Audi-Fan-Packages für die DTM sind online unter www.audi.com/dtm erhältlich.

DTM oder WRX? Audi und Ekström nutzen Ausnahmeregel für späte Entscheidung

WRX oder DTM noch ist für Mattias Ekström keine Entscheidung getroffen
Foto: Audi-Motorsport
DTM-Highlight auf dem Norisring oder schwedisches Heimspiel bei der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft (WRX) in Höljes? Die Entscheidung, wo Mattias Ekström am ersten Juli-Wochenende an den Start geht, wird Audi Sport erst bis zum 26. Juni treffen. Wie im Vorjahr gibt es in den Rennkalendern der beiden Rennserien neben dem gemeinsamen Doppelevent in Hockenheim eine weitere Überschneidung. „Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als es das Saisonfinale der DTM in Hockenheim betraf, haben wir die Terminkollision 2017 relativ früh in der Saison“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Eine Entscheidung zu treffen wird daher noch schwerer. Grundsätzlich hat das DTM-Engagement für Mattias aber Priorität.“ Da bereits 28 Tage vor einem Lauf in der Rallycross-WM die Fahrer genannt werden müssen, wird in der am morgigen Dienstag veröffentlichten Nennliste statt des amtierenden Rallycross-Weltmeisters sein schwedischer Landsmann P-G Andersson aufgeführt. Aufgrund einer Ausnahmeregel der FIA ist es aber möglich, dass Ekströms Team EKS zu Beginn der Rennwoche eine Änderung vornehmen kann, sobald eine Entscheidung getroffen ist und sofern Audi Sport seine Zustimmung für den Einsatz in Schweden erteilt. Ein möglicher Ersatzfahrer für den DTM-Lauf auf dem Norisring wurde bislang nicht benannt.

Sonntag, 11. Juni 2017

Josh Files feiert Doppelsieg auf dem Red Bull Ring

  • Der Meister siegt erneut und baut seine Führung in der Gesamtwertung aus
  • Moritz Oestreich und ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Mike Halder auf den Plätzen
  • Pole-Setter Robin Brezina wird als Zehnter bester Rookie
Josh Files dominierte das Rennen
Foto: ADAC-Motorsport
Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition) hat auch das vierte Saisonrennen der ADAC TCR Germany gewonnen und sein herausragendes Wochenende auf dem Red Bull Ring mit seinem neunten Sieg im 18. Rennen der ADAC TCR Germany gekrönt. Der Titelverteidiger, von Rang drei gestartet, setzte sich im Honda Civic TCR souverän vor seinem Markenkollegen Moritz Oestreich (25, Fulda, Honda Team ADAC Sachsen) und dem von der ADAC Stiftung Sport geförderten Mike Halder (21, Meßkirch, Wolf-Power Racing) im Seat Leon TCR durch.

"Hoffentlich kann uns niemand aufhalten", sagte Files grinsend: "Ich hatte wieder einen tollen Start und war direkt vorne. Auch dieses Mal habe ich mich einfach auf mich konzentriert und Vollgas gegeben. Die Jungs von Target machen einen überragenden Job, das macht es mir natürlich viel leichter."

Hinter dem Spitzentrio reihten sich Honda-Pilot Kris Richard (22, Schweiz, Target Competition), Dino Calcum (27, Bochum, Lubner Motorsport) im Opel Astra TCR, Antti Buri (28, Finnland, LMS Racing) im Audi RS3 LMS, José Rodrigues (27, Portugal, Target Competition) im Honda sowie die beiden Audi-Fahrer Sheldon van der Linde (18, Südafrika, AC Mayen e.V. im ADAC) und Robin Brezina (18, Dauchingen, Aust Motorsport) ein. Der ehemalige ADAC Formel 4-Pilot Brezina, der von der Pole Position ins Rennen gegangen war, war als Zehnter zudem bester Rookie. Außerdem holte Jasmin Preisig (24, Schweiz, Lubner Motorsport) im Opel als 19. Ihre ersten beiden Punkte in der ADAC TCR Germany.

Files erwischte wie schon am Samstag einen perfekten Start und lag bereits an der Spitze, bevor er in die erste Kurve einbog. Polesetter Brezina hingegen musste gleich zu Beginn einige Rivalen passieren lassen und fand sich zunächst hinter Files, Audi-Pilot Sandro Kaibach (19, Bad Waldsee, Aust Motorsport) und Oestreich auf Position vier wieder.

Während sich im Feld viele spannende Zweikämpfe abspielten, setzte sich Files vorne kontinuierlich ab. Erst als das Safety Car nach einem Kontakt zwischen dem Seat von Alex Morgan (30, Großbritannien, Wolf-Power Racing) und Florian Thoma (21, Schweiz, Liqui Moly Team Engstler) im VW Golf GTI TCR auf die Strecke kam, lag das Feld wieder eng zusammen.

Nachdem Morgans Seat nach acht Minuten geborgen war, erfolgte der Restart. Files exekutierte den Restart geschickt, und nur Oestreich konnte dem Tempo des 26-Jährigen zunächst folgen. Dahinter arbeitete sich Halder auf Position drei und verteidigte diese erfolgreich bis zum Schluss.

Spannend war es vor allem in der Mitte des Feldes, dort lieferten sich die Piloten viele umkämpfte und packende Duelle. Unter anderem Jasmin Preisig zeigte dabei ihre Überholkünste. Nach einem verpatzten Start startete die Schweizerin eine sehenswerte Aufholjagd, die letztlich mit zwei Meisterschaftspunkten gekrönt wurde.

Weiter geht es in der ADAC TCR Germany mit den Saisonrennen fünf und sechs in Oschersleben. Dort steigt vom 7. bis 9. Juli das dritte Rennwochenende der Tourenwagenserie des ADAC gemeinsam mit der ADAC Formel 4 im Rahmen der TCR International Series.x

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany


Josh Files (Sieger, Target Competition):
"Das Auto war wieder einmal überragend. Es ist alles aufgegangen. So kann es definitiv weitergehen! Nach dem Safety Car hatte ich kurzzeitig Probleme, aber im Endeffekt ist alles gut. Oschersleben kenne ich ganz gut, wir werden also nicht mehr vorher testen."

Moritz Oestreich (Zweiter, Honda Team ADAC Sachsen):
"Das Tempo von Josh Files konnte ich nicht mitgehen, er war einfach zu schnell an diesem Wochenende. Aber mal schauen, die Saison ist noch lang, es kann noch viel passieren und er kann auch mal ausfallen. Ich hatte schon gehofft, heute aufs Podium zu fahren. Mein Speed war das ganze Wochenende über gut."

Mike Halder (Dritter, Wolf-Power Racing):
"Ich habe mir ehrlich gesagt keine Chance ausgerechnet, hier in Spielberg zweimal auf dem Podium zu stehen. Das ist überragend, fast wie ein Sieg - auf dieser Strecke. Wir haben einfach mit dem Top-Speed zu kämpfen. Wenn es noch ein paar Runden gegangen wäre, wäre es für mich noch einmal eng geworden. Vielen Dank ans Team, ich hatte ein super Setup, das Auto war perfekt. Wir können mehr als zufrieden sein."

Robin Brezina (Zehnter und bester Rookie, Aust Motorsport):
"Mein ganzes Wochenende verlief eigentlich schleppend, bis auf das Qualifying, das war relativ gut und überraschend. Ich war das ganze Wochenende angeschlagen, hatte Hals- und Kopfschmerzen. Aber heute wenigstens bester Rookie, das ist schon etwas. Ich brauche noch viel Erfahrung, dann wird es sicher besser. An einen Sieg in der Rookie-Wertung denke ich noch nicht. Wir denken von Rennen zu Rennen. Einfach ins Auto setzen und Volldampf."

Heimsieg für Grasser-Lamborghini auf dem Red Bull Ring, Podium für DTM-Pilot Auer

  • Ineichen/Engelhart holen Sieg für heimisches Team
  • DTM-Star Lucas Auer fährt als Zweiter erstmals auf das ADAC GT Masters-Podest
  • Samstagssieger und Tabellenführer Gounon/Keilwitz (Corvette) werden Dritte
Die Sieger: Rolf Ineichen (l.) / Christian Engelhart
Foto: ADAC-Motorsport
Österreich jubelt auf dem Red Bull Ring: Die Lamborghini-Piloten Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser-Racing-Team) triumphierten im Sonntagsdurchgang auf dem Red Bull Ring zum ersten Mal in diesem Jahr - sehr zur Freude ihres Rennstalls, der nur unweit der österreichischen Strecke seinen Sitz hat. Als Zweiter im Rennen mit dem schnellsten Durchschnittstempo in der Geschichte des ADAC GT Masters fuhr DTM-Tabellenführer Lucas Auer (22/A) zusammen mit Sebastian Asch (31/Ammerbuch, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG auf das Podium. Platz drei holten die Tabellenführer und Samstagssieger Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (27/Villingen, beide Callaway Competition) in einer Corvette C7. "Wir sind sehr happy und sehr dankbar", so Sieger Ineichen. "Das Auto war heute wirklich perfekt, besser ging es nicht. Das Team hat super gearbeitet." Ineichen/Engelhart waren im sechsten Saisonrennen die sechsten unterschiedlichen Sieger der Saison 2017.

Engelhart bestimmt das Tempo

Die erste Rennhälfte stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Christian Engelhart. Der Lamborghini-Pilot drehte die schnellsten Runden im Feld und setzte sich an der Spitze kontinuierlich ab. Als er zur Rennmitte an Partner Rolf Ineichen übergab, betrug sein Vorsprung fast sieben Sekunden. Ineichen baute danach den Abstand zu den in Zweikämpfe verwickelten Verfolgern zwischenzeitlich auf mehr als zehn Sekunden aus. Nach 41 Runden sah der Schweizer als Sieger die Zielflagge - obwohl sein Lamborghini Huracán in der Schlussphase an Aussetzern litt und der Vorsprung auf 3,6 Sekunden schrumpfte. Für Engelhart und Ineichen war es nach Oschersleben 2016 der zweite Gesamterfolg im ADAC GT Masters. Mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 170,9 km/h war der Sonntagslauf das bisher schnellste Rennen in der Geschichte des ADAC GT Masters.

Auf den Verfolgerpositionen sorgten spannende Kämpfe für beste Unterhaltung. Platz zwei holten schließlich Lucas Auer und Sebastian Asch. Für DTM-Star Auer war es an seinem ersten Rennwochenende in der "Liga der Supersportwagen" gleich der erste Podestplatz, auch für das Team BWT Mücke Motorsport, das seine erste Saison im ADAC GT Masters bestreitet, war es eine Podiumspremiere. Erst in der vorletzten Runde sicherte Jules Gounon (22/F, Callaway Competition) sich und Partner Daniel Keilwitz (27/Villingen) die dritte Position. Das Corvette-Duo, das das Rennen am Samstag gewonnen hatte, baute damit seine Tabellenführung aus.

Leidtragende des Überholmanövers von Gounon waren Patrick Assenheimer (25/Lehrensteinsfeld) und Maximilian Götz (31/Uffenheim, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport), die mit ihrem Mercedes-AMG um lediglich 0,9 Sekunden ihren ersten Podestplatz des Jahres verpassten. Direkt hinter ihnen kamen Ricky Collard (20/GB) und Philipp Eng (27/A, beide BMW Team Schnitzer) im BMW M6 ins Ziel und schoben sich so auf Tabellenrang zwei nach vorn. Die Mercedes-Paarungen Luca Stolz (21/Brachbach) und Luca Ludwig (27/Bornheim, beide Mercedes-AMG Team ZAKSPEED) sowie Indy Dontje (24/NL) und Marvin Kirchhöfer (23/Markkleeberg, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport) wurden Sechste und Siebte.

Mit Ezequiel Perez Companc (22/RA) und Mirko Bortolotti (27/I) auf Platz acht fuhr auch der zweite Lamborghini Huracán des GRT Grasser-Racing-Team in die Punkteränge. Die Top Ten komplettierten Mathieu Jaminet (22/F) und Michael Ammermüller (31/Rotthalmünster, beide KÜS Team75 Bernhard) im besten Porsche 911 und Mike David Ortmann (17/Ahrensfelde) und Frank Stippler (42/Bad Münstereifel, beide BWT Mücke Motorsport) im erfolgreichsten Audi R8.

Stimmen der Sieger

Rolf Ineichen (GRT Grasser-Racing-Team, Lamborghini Huracán GT3):
"Danke an das ganze Team. Wir haben zum Schluss Glück gehabt, dass wir überhaupt ins Ziel gekommen sind. In meinem Stint hatte das Auto immer wieder Aussetzer, weshalb meine Rundenzeiten ziemlich geschwankt haben. Die letzte Runde war deshalb sehr schwierig. Wir haben uns daher entschlossen, dass Auto direkt nach der Zieldurchfahrt abzustellen."

Gottfried Grasser (Teamchef GRT Grasser-Racing-Team):
"Ein toller Tag, ein geniales Wochenende! Gestern hat es ja nicht so geklappt, aber heute ist alles für uns gelaufen. Im Qualifying ist Christian eine Fabelrunde gelungen, das war schon wunderschön. Im Rennen war der Start das Entscheidende. Christian konnte danach einen Vorsprung herausfahren. Allerdings war für uns der zweite Teil des Rennens ziemlich aufregend, weil wir immer wieder Leistungsverlust und Motoraussetzer hatten. Als die Aussetzer schlimmer wurden, haben wir uns die Fingernägel abgebissen, da wir nicht wussten, ob wir überhaupt ins Ziel kommen. Aber es hat gereicht und wir sind super happy."