Sonntag, 14. Mai 2017

IDM Superbike: Danny De Boer siegt im ersten Rennen am Nürbergring

Vom Start weg legte der Trainingsschnellste Markus Reiterberger (BMW) vor und kam mit 1,5 Sekunden Vorsprung aus der ersten Runde, auf Platz zwei folgten Florian Alt (Yamaha) und dahinter Danny DE Boer (BMW) und Bastian Mackels (Yamaha). Aber bereits zu Beginn der zweiten Runde fing es leicht an zu regnen und in Runde drei musste das Rennen mit der Roten Flagge abgebrochen werden, es wurde zu gefährlich.

Zum Neustart des nun auf 16 Runden verkürzten Rennen kam sogar die Sonne wieder raus, aber alle Fahrer standen nun auf Regenreifen in der Startaufstellung. Bastian Mackels (Yamaha) übernahm nach dem Start sofort die Führung, gefolgt von Reiterberger (BMW), Florian Alt (Yamaha), Danny De Boer und Dominik Vincon (beide BMW).

Bereits in der zweiten Runde machte Mackels einen Fehler und fiehl auf Platz zehn zurück, De Boer übernahm die Führung vor Markus Reiterberger und Dominik Vincon. In der Folge konnten sich De Boer, Reiterberger und Alt vom Rest des Feldes leicht absetzen. Zur Halbzeit des Rennens hatte sich auch Bastian Mackels, der teilweise zwei Sekunden schneller fuhr als der Rest des Feldes, wieder nach vorn gefahren und konnte sich als Vierter aufgrund seines Tempos noch Siegchancen ausrechnen.

Vier Runden vor Schluss übernahm Florian Alt die Spitze gefolgt von De Boer und Reiterberger, Mackels auf Platz vier hatte seinen Reifen durch die Aufhhljagd wohl zuviel zugemutet und konnte das Tempo an der Spitze nicht mehr mitgehen. Drei Runden vor Schluss schließlich begrub Bastian Mackels seine Hoffnungen  auf einen Podestplatz durch einen Sturz, er erreichte das Ziel nur auf Platz 7. Den Sie holte sich Danny De Boer vor Markus Reiterberger und Florian Alt.

DTM: Kurzinterviem mit Audi-Pilot René Rast

  • Positives Fazit nach spektakulärem Saisonstart der DTM in Hockenheim
  • Aufholjagd am Samstag, starkes Qualifying am Sonntag
  • Vorfreude auf das zweite DTM-Event am Lausitzring
Renè Rast: positiver Saisonstart für den DTM-Neueinsteiger
Foto: Jens Hawrda
Aufholjagd, Startreihe eins und ein Sonntag mit Schrecken: Audi-Pilot René Rast hat in Hockenheim ein turbulentes Auftaktwochenende erlebt. Im Interview lässt der 30-Jährige die sportlichen Höhepunkte Revue passieren, schildert sein vorzeitiges Rennende am Sonntag und beurteilt die DTM-Neuerungen aus der Fahrerperspektive.


In Hockenheim haben Sie die DTM-Neuerungen erstmals an einem Rennwochenende erlebt. Wovon sind Sie als Fahrer eigentlich am meisten betroffen?


René Rast: „Direkt betroffen sind wir als Fahrer zum Beispiel von dem nur noch einseitigen Teamfunk. Während des Rennens fällen wir Fahrer nun eigenständig Entscheidungen, man ist mehr auf sich allein gestellt. Wir müssen daher eine weitere Komponente meistern, die erheblichen Einfluss auf den Rennverlauf haben kann. Man muss taktischer denken. Ich persönlich finde, es ist eine positive Neuerung, da die Fahrerleistung damit mehr in den Vordergrund rückt. Ähnlich wirken sich auch die weicheren Reifen aus. Auch hier muss ich als Fahrer meinen Fahrstil anpassen und während des Rennens mehrere taktische Möglichkeiten abwägen. Davon abgesehen finde ich persönlich die Pit-View-Boxen sehr cool. Die Fans bekommen viel bessere Einblicke und können nun mitverfolgen, wie das Team und ich uns auf die Sessions vorbereiten. Das war auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.“

Was waren für Sie persönlich die sportlichen Highlights des Wochenendes?

„Zum einen die Aufholjagd am Samstag, als ich nach dem Start aus der Box vom letzten Platz vor auf Rang sechs gefahren bin. Wir hatten eines der schnellsten Autos im Feld – das war sicherlich ein Highlight am Wochenende. Und dann die Qualifikation für die erste Startreihe am Sonntag, an meinem ersten Rennwochenende als Einsatzfahrer – auch wenn das Rennen für mich anschließend kein gutes Ende nahm. Das positive Gefühl aus dem Qualifying nehme ich auf jeden Fall mit in die nächsten Wochenenden.“

Wenige Minuten nach Ihrem Rennende am Sonntag trugen Sie statt ihres HANS-Systems eine Krause um Ihren Hals. Können Sie schildern, wie es dazu kam?

„Die Kollision nach dem Indy-Start war gar nicht die Ursache. Passiert ist es bereits kurz nach dem regulären Start, in der Übertragung war es fast nicht zu erkennen. Vor der ersten Kurve hatte ich die Situation etwas unterschätzt und mit Untersteuern zu kämpfen. Ich wurde zu weit rausgetragen und bin denkbar ungünstig über die Randsteine gefahren. In dem Moment habe ich einen vertikalen Schlag auf die Wirbelsäule bekommen und beim Landen noch ein zweites Mal. Das zusammen hat zu meinen Beschwerden nach dem Rennen geführt.“

Renè Rast beim Saisonauftakt in Hockenheim
Foto: Audi-Motorsport
Wie geht es Ihnen aktuell?

„Zum Glück jeden Tag besser. Aber natürlich sind es enorme Kräfte, die in so einem Moment auf den Körper einwirken. Im Halsbereich ist meine Beweglichkeit noch etwas eingeschränkt. Ansonsten fühle ich mich aber schon wieder sehr gut.“


Was sind Ihre Erwartungen für die kommenden Rennen auf dem Lausitzring?


„Es wäre genial, wenn uns noch einmal ein Qualifying-Ergebnis wie am vergangenen Sonntag gelingen und ich dann auch die Ziellinie sehen würde. In der Lausitz erwarten uns allerdings andere Voraussetzungen: In Hockenheim konnten wir noch einen Monat vor dem Auftaktrennen testen. Auf dem Lausitzring habe ich bisher noch nie ein DTM-Auto bewegt. Wir müssen daher abwarten, wie die ersten Trainings laufen. Die Zielsetzung sollte schon sein, wieder Punkte zu erzielen. Jedoch ist es in der DTM kein Selbstläufer – dafür ist das Niveau zu ausgeglichen. Bisher haben wir das Auto ziemlich gut an meinen Fahrstil anpassen können. Zudem fühle ich mich auch sehr wohl bei meinem Team. Insofern freue mich schon auf die nächsten Rennen.“

TREFFEN DER MOTORSPORTGIGANTEN AM LAUSITZRING

DTM UND ADAC GT MASTERS VOM 19. BIS 21. MAI GEMEINSAM ERLEBEN

Die Zuschauerresonanz im Vorjahr war überwältigend
Foto: Jens Hawrda
Mehr als 500 PS, ein gewaltiger Motorensound und neun actiongeladene Rennen – das sind die Grundzutaten für ein packendes Motorsportwochenende. Wenn die beiden populärsten deutschen Automobilrennserien im Tourenwagen- und GT-Motorsport, die DTM und das ADAC GT Masters, exklusiv am Lausitzring gemeinsam am selben Wochenende ihre Saisonläufe 3 und 4 ausfahren, können die zehntausenden Fans wieder mit harten Positionskämpfen, Verfolgungsjagden im Zehntelbereich und Lackaustausch freuen. Im Rahmenprogramm erwarten die Zuschauer mit dem Porsche Carrera Cup Deutschland und der ADAC Formel 4 zwei weitere hochkarätige Meisterschaften. Der gemeinsame Auftritt am Lausitzring gilt als absolutes Highlight im diesjährigen Motorsportkalender, denn mit mehr als 120 Fahrern und über sechs Stunden Renn-Action, verteilt auf insgesamt neun Rennen am Wochenende, gehört das Motorsportfestival Lausitzring zu den größten Motorsportveranstaltungen des Jahres in Deutschland.

Die DTM setzt in diesem Jahr auf einen in vieler Hinsicht verbesserten Auftritt. Durch eine vereinfachte Aerodynamik, einer höheren Motorleistung und neuen Slickreifen werden die Fähigkeiten der Fahrer wieder mehr in den Vordergrund gerückt. Auch die überarbeiteten Regeln zum Einsatz des DRS-Systems und der Neustart im Indy-Format nach einer Safetycar-Phase, bei dem die Fahrer ab dieser Saison in zwei Reihen das Rennen wieder aufnehmen, haben bereits bei den Auftaktrennen in Hockenheim für weitere Überholmanöver und mehr Spannung gesorgt. Das neue Konzept findet bei Fans und Fahrern daher durchweg positive Resonanz.

Ein Blick auf die Ergebnisse des Saisonauftakts zeigt auch, dass die Leistungsdichte in der DTM erneut sehr hoch ist. Sechs verschiedene Fahrer aller drei Marken konnten nach der Zieldurchfahrt der beiden Rennen das Podium betreten. Während am Samstag noch der Österreicher Lucas Auer (Mercedes-AMG) seinen ersten Saisonsieg feiern durfte, überquerte am Sonntag Jamie Green (GB, Audi) die Ziellinie als erster.
In der Gesamtwertung führt Lucas Auer, der erst im vergangenen Jahr am Lausitzring seinen Premierensieg in der DTM feiern konnte, die Tabelle nun mit 40 Punkten an, vor Jamie Green und Gary Paffett mit jeweils 26 Punkten und Timo Glock mit 25 Punkten.

Saisonauftakt der ADAC GT-Masters in Oschersleben vor zwei Wochen
Foto: Jens Hawrda
Ähnlich spannend sieht es nach den beiden Auftaktrennen in Oschersleben im ADAC GT Masters aus. Mit Porsche, BMW, Corvette und Audi feierten bereits vier der sieben Marken einen Podestplatz. Nach dem Sieg im 150. Rennen der „Liga der Supersportwagen“ führt das Duo von BMW Schnitzer, Ricky Collard (GB)/ Philipp Eng (AUT), mit 26 Punkten vor den Porsche-Teams von Mathieu Jaminet (FR)/ Michael Ammermüller (KÜS Team75 Bernhard, 25 Punkte) sowie Robert Renauer/ Sven Müller (Precote Herberth Motorsport, 21 Punkte) die Gesamtwertung an. Erfreulich aus regionaler Sicht: Das Berliner Team BWT Mücke Motorsport stellt in der Gesamtwertung aktuell den besten Mercedes-AMG GT3, pilotiert von Stefan Mücke und Sebastian Asch. Die Berliner vertrauen in ihrer ersten Saison im ADAC GT Masters auch dem erst 17 Jahre alten Lokalmatador Mike David Ortmann. Gemeinsam mit Frank Stippler zeigte er im Audi R8 LMS eine gelungene Aufholjagd von Startplatz 23 bis auf Rang 12 im ersten Rennen in Oschersleben, während Markus Winkelhock und Filip Salaquarda den zweiten Audi in Rennen 2 sogar auf Rang 7 ins Ziel brachten. Gute Voraussetzungen also für Team und Fahrer für weitere TopErgebnisse beim Heimrennen am Lausitzring vor den eigenen Fans.

Abseits der Rennstrecke können sich die Fans ebenfalls über einige Neuerungen freuen. Mit dem neuen Pit View, dem DTM Fan-Village und einem Konzertprogramm auf der großen Showbühne an der Haupttribüne am Freitag- und Samstagabend wird das Zuschauererlebnis weiter aufgewertet. Und mit Matthias Dolderer ist der erste deutsche und amtierende Weltmeister des Red Bull Air Race zu Gast am Lausitzring.

Donnerstag, 11. Mai 2017

DTM: Drei Fragen an Maro Engel

Maro Engel
Foto: Mercedes-Motorsport
Maro, dein erstes DTM-Rennwochenende nach fünf Jahren liegt hinter dir. Wie verlief die Rückkehr für dich?

Maro Engel: Es hat riesig Spaß gemacht, das Auto zu fahren und mit dem Team zu arbeiten. Die Atmosphäre beim DTM-Auftakt in Hockenheim ist immer ein fantastisches Highlight. Was mir am meisten Freude bereitet hat, war natürlich die Tatsache, dass wir ein gutes Auto haben. Die harte Arbeit des Teams über den Winter hat also Früchte getragen. Wir haben ein starkes Auto, mit dem wir uns auf die weitere Saison freuen können. Aus Sicht des Teams war das Wochenende sehr erfolgreich: Lucas hat das erste Rennen gewonnen und wir führen alle drei Meisterschafts-Wertungen an. Persönlich blicke ich ebenfalls auf einen positiven Auftakt zurück, vor allem was die Qualifyings angeht. Zwei Top-10-Startplätze waren ein guter Beginn. Darauf kann ich aufbauen. Am Sonntag habe ich dann auch meinen ersten Punkt geholt. Das ist schön, aber es war mit Sicherheit noch mehr drin.

Hand aufs Herz: Hattest du vor dem Wochenende Sorgen, dass du vielleicht nicht auf dem Niveau der anderen Fahrer sein könntest? Du hattest ja nicht besonders viel Zeit, um dich im Auto auf den Saisonstart vorzubereiten...

Maro Engel: Eineinhalb Testtage mit dem Auto und den neuen Reifen ist natürlich minimal. Aber ich habe versucht, das alles auszublenden und nicht groß über Ergebnisse nachzudenken. Es ging nur darum, meinen Job zu erledigen. Vorher konnten wir nicht genau wissen, wo wir stehen. Wir wussten, dass wir einen guten Test hatten, aber auch noch einiges an Arbeit vor uns lag. Deswegen war es positiv, zu sehen, dass wir voll dabei waren. Zweifel gab es nicht wirklich, aber ich konnte mir auch nicht sicher sein. Ich wusste, dass beim Testen noch ein gewisser Abstand da war. Ich konnte mir weder sicher sein, noch hatte ich Mega-Zweifel. Du kannst in der DTM aber ohnehin in jedem Qualifying plötzlich auf dem letzten Startplatz stehen. Deshalb war es schon eine Erleichterung, zu sehen, dass wir voll dabei waren.

Du fährst im Mai an vier Wochenenden vier Rennen. Wie schwierig ist es, dich jeweils wieder auf ein anderes Auto einzustellen und vom Mercedes-AMG C 63 DTM in den Mercedes-AMG GT3 umzusteigen?

Maro Engel: Es sind vor allem vier Highlights, auf die ich mich extrem freue. Der Mai ist ein Mega-Rennmonat für mich. Das ist ganz klar eine Herausforderung. Aber bisher ist mir das immer sehr gut gelungen. Je öfter man zwischen den Fahrzeugen hin und herwechselt, desto besser stellt man sich darauf ein. Jedes Auto hat seine eigenen Eigenschaften und Geheimnisse, die du beim Fahrstil berücksichtigen musst. Jetzt hoffe ich, dass es mir in diesem Jahr genauso gut glückt wie in der Vergangenheit.

BMW-Pilot Jan Bühn hofft auf drittes Podium in Folge beim IDM-Auftakt auf dem Nürburgring

BMW-Pilot Jan Bühn traf im Technik Museum in Speyer
DTM-Champion Marco Wittmann (BMW/rechts)
Foto: Michael Sonnick
Am Wochenende (12.-14. Mai) findet auf dem Nürburgring der Auftakt zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) statt. In der Superbike-Klasse möchte Jan Bühn aus dem badischen Kronau zum dritten Mal in Folge auf dem Podium stehen. Der Supersport-IDM Meister von 2015 wurde im Vorjahr als bester BMW-Pilot gleich Gesamtdritter in der Superstock 1000-Klasse. In diesem Jahr wurde die Superstock- und Superbike-Klasse  zusammengelegt, es gibt nur noch eine Wertung. Jan Bühn startet wie im Vorjahr für das Van-Zon-Remeha-BMW Team von Ex-Rennfahrer Werner Daemen aus Belgien. Im BMW-Team fahren neben Jan Bühn der zweifache Superbike-IDM Champion (von 2013 und 2015) Markus Reiterberger aus Obing, der Niederländer Danny de Boer und Arnaud Friedrich (Limbach-Oberfrohna). Der 26-jährige Jan Bühn freut sich auf den IDM-Auftakt: „Die eine Superbike-Klasse wird noch härter umkämpft sein, aber wir sind gut vorbereitet. Ich habe im April noch einen Test in Hockenheim absolviert und bei gutem Wetter verschiedene Pirelli-Reifen probiert. Das Feeling und die Rundenzeiten waren gut, so gut vorbereitet bin ich bisher noch nie in eine Saison gestartet. Mein Ziel ist ein Platz unter den ersten Fünf, im Vorjahr konnte ich im ersten Superstock-Rennen auf dem Nürburgring gleich auf das Podium fahren, vielleicht gelingt es mir diesmal auch wieder. Der Nürburgring liegt mir, in den letzten zwei Jahren stand ich bei vier Läufen dreimal auf dem Podest. Ich habe jetzt mit der BMW viel mehr Erfahrung und von meinem Teamkollegen Markus Reiterberger, der zweimal IDM Superbike-Meister war, können wir sicherlich alle im Team profitieren.“ Bereits am Freitag findet auf dem Nürburgring das freie Training statt, am Samstag beginnt auf der 3,618 km langen Kurzanbindung des Eifelkurses ab 8.30 Uhr das Zeittraining. Am Sonntag ist das Warm-up bereits ab 8.30 Uhr, die ersten Rennen werden dann um 9.25 Uhr gestartet. Die zwei Superbike-Rennen finden am Sonntag um 10.55 Uhr und 15.35 Uhr über jeweils 18 Runden statt. Der Veranstalter vom ADAC Siegerlandpreis ist der MSC Freier Grund aus Siegen. Die Eintrittskarten sind am Samstag und Sonntag für jeweils 14,- Euro an der Tageskasse erhältlich, das Wochenendticket kostet 25,- Euro. Kinder bis einschließlich 17 Jahre haben freien Eintritt. Weitere Informationen über die Motorrad-IDM gibt es unter www.IDM.de bzw. über Jan Bühn unter www.jan-buehn.de oder unter www.nuerburgring.de.

Text: Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof