Montag, 3. Oktober 2016

Connor De Phillippi/Christopher Mies gewinnen ADAC GT Masters 2016

  • Robert Renauer/Martin Ragginger siegen in dramatischem letzten Saisonrennen
  • Montaplast by Land-Motorsport gewinnt Teamwertung
  • Remo Lips neuer Champion in der Trophy-Wertung
die Meister 2016
Foto: ADAC-Motorsport
Connor De Phillippi (23, USA) und Christopher Mies (27, Heiligenhaus/beide Montaplast by Land-Motorsport) sind die neuen Champions des ADAC GT Masters. In einem bis zur letzten Sekunde packenden Finalrennen in Hockenheim vor mehr als 20.000 Zuschauern am Wochenende reichte dem Duo im Audi R8 ein achter Rang zum Titelgewinn. Ihre Titelrivalen Jules Gounon (21, F) und Daniel Keilwitz (27, Villingen/beide Callaway Competition) lagen in einer Corvette C7 zwischenzeitlich auf Meisterschaftskurs, schieden aber nach einem Unfall aus. "Wir sind Champions - was für eine Saison", so Serienneuling De Phillippi. "Das ist definitiv der schönste Tag in meiner Motorsportkarriere." Das Rennen entschieden Robert Renauer (31, Jedenhofen) und Martin Ragginger (28, A/beide Precote Herberth Motorsport) im Porsche 911 für sich. Team-Meister wurde Montaplast by Land-Motorsport, neuer Champion in der Trophy-Wertung ist Remo Lips (33, CH/RWT Racing).

Zwei Rennen im Rennen


Die Zuschauer beim letzten Saisonrennen kamen in den Genuss zweier verschiedener Geschehen: den Kampf um den Laufsieg und die Entscheidung in der Meisterschaft. Nach dem Start verteidigte Porsche-Fahrer Martin Ragginger souverän seine Führung vor Markenkollege Kévin Estre (27, F/KÜS TEAM75 Bernhard). Der Gesamtzweite Daniel Keilwitz machte in seiner Corvette C7 in der Anfangsphase zwei Ränge gut und lag auf Rang vier hinter Christian Engelhart (29, Kösching/GRT Grasser-Racing-Team) im Lamborghini Huracán. Audi-Pilot Christopher Mies hielt seinen siebten Rang und verteidigte damit zunächst virtuell die Tabellenführung. Kurz vor der Phase der Boxenstopps dann eine Schrecksekunde: Mies rutschte ins Kiesbett und fiel aus den Punkterängen.

Nach den Fahrerwechseln wurde es noch dramatischer: Connor De Phillippi lag weiterhin außerhalb der Top Ten, während Gounon als Vierter auf Titelkurs war. Im Duell mit dem Lamborghini von Rolf Ineichen (38, CH/GRT Grasser-Racing-Team) um Rang drei rutschte Gounon von der Strecke und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Das Rennen wurde mit der roten Flagge unterbrochen. Der Verdacht bei Gounon auf einen Schienbeinbruch hat sich nicht bestätigt.

Zitterpartie für Audi


Nach dem Restart blieben die beiden Porsche von Robert Renauer und Estres Teamkollege David Jahn (25, Leipzig) in Führung. Jahn hatte noch rechnerische Titelchancen, doch ein achter Rang von De Phillippi/Mies reichte dem Audi-Duo zum Triumph. Jahn beendete das Rennen als Zweiter und eroberte damit Tabellenrang zwei in der Fahrerwertung vor Gounon/Keilwitz. Für De Phillippi war es bereits der zweite Titelgewinn an diesem Wochenende: Am Samstag hatte er sich den Gesamtsieg in der Junioren-Wertung für Fahrer unter 25 Jahren gesichert. Zudem gewann Montaplast by Land-Motorsport die Teamwertung.

Den letzten Rennsieg - ihren zweiten der Saison - feierten Robert Renauer/Martin Ragginger. Hinter den Zweitplatzierten Jahn/Estre holten Nicolai Sylvest (19, DK)/Nikolaj Rogivue (20, CH/beide AMG-Team Zakspeed) im Mercedes-AMG ihren zweiten Podestplatz 2016. Rolf Ineichen/Christian Engelhart belegten Rang vier, gleichbedeutend mit dem Sieg für Ineichen in der Trophy-Wertung. Ein weiterer Porsche 911 mit Marvin Dienst (19, Lampertheim) und Christopher Zanella (26, CH/beide bigFM Racing Team Schütz Motorsport) am Steuer belegte Rang fünf. Sechste wurden Philip Geipel (29, Plauen)/Rahel Frey (30, CH/beide YACO Racing) im bestplatzierten Audi R8, Siebte Patrick Assenheimer (24, Heilbronn)/Dominik Schwager (40, Eisenhofen/beide Callaway Competition) in einer Corvette C7. Hinter De Phillippi/Mies rangierten Jordan Pepper (20, ZA) und Daniel Abt (23, Kempten/beide Bentley Team ABT) im Bentley Continental auf Rang neun. Auf Platz zehn strahlte noch ein Champion: Remo Lips sicherte sich an der Seite von Teamkollege Sven Barth (35, Weinheim/beide RWT Racing) in einer Corvette Z06.R GT3 den Titel in der Trophy-Wertung für nichtprofessionelle Piloten.

Stimmen der Sieger


Connor De Phillippi
(Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8):
"Was für ein Rennen. Das war definitiv der schönste Tag in meiner Rennfahrerkarriere - und der aufregendste ebenso. Es ging für uns auf und ab. Erst waren wir Meister, dann wieder nicht, dann doch wieder. Über Funk sagten sie mir, ich muss noch zwei Konkurrenten überholen. Aufregung pur. Ich danke allen, die zu diesem Triumph beigetragen haben und freue mich für jedes Teammitglied."

Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8):
"Zu Beginn des Rennens hing ich viele Runden hinter einem Porsche fest. Auf Biegen und Brechen hätte ich ihn wohl überholen können, aber ich wollte kein Risiko eingehen. Kurz vor dem Boxenstopp ist mir dann leider ein Fehler passiert. Aber das Team hat super reagiert, hat das Auto sofort reingeholt. In der zweiten Rennhälfte gab es dann den Unfall von Jules (Gounon). Ich wünsche gute Genesung. Am Ende wurde es noch einmal ein wenig spannend, aber schlussendlich haben wir es geschafft. Jetzt wird gefeiert."

Honda-Pilot Steve Kirsch gewinnt das letzte Saisonrennen

  • Spannender Abschluss der Premierensaison der ADAC TCR Germany
  • Hari Proczyk holt die Vizemeisterschaft
  • Team Honda ADAC holt den Vizetitel in der Teamwertung
Steve Kirsch gewinnt das letzte Rennen der Saison
Foto: ADAC-Motorsport
Steve Kirsch (37, Chemnitz, Team Honda ADAC) hat das 14. und letzte Saisonrennen der ADAC TCR Germany auf dem Hockenheimring gewonnen. Der 37-Jährige setzte sich in seinem Honda Civic TCR vor Honda-Gastfahrer Dennis Strandberg (23, Schweden, Target Competition) und Ronny Jost (28, Schweiz, TOPCAR Sport) im Seat Leon TCR durch. Premierenmeister Josh Files (25, Großbritannien, Target Competition), der am Samstag im Honda Civic TCR den vorzeitigen Titelgewinn perfekt gemacht hatte, schied zum Abschluss früh aus und beendete die Premierensaison der neuen Tourenwagenserie des ADAC mit 222 Punkten. Seat-Pilot Harald Proczyk (40, Österreich, HP Racing) sicherte sich mit einem vierten Rang die Vizemeisterschaft.

5,5 Punkte Vorsprung hatte Proczyk letztlich vor Kirsch, der mit seinem zweiten Saisonsieg und dem dritten Rang am Vortag sein erfolgreichstes Wochenende in der ADAC TCR Germany feierte. Bester Junior war Kirschs Teamkollege Dominik Fugel (19, Chemnitz) als Elfter. Im Rennen um die Vizemeisterschaft in der Teamwertung setzte sich das Team Honda ADAC damit knapp gegen Proczyks Rennstall HP Racing durch. "Für das Team ist es perfekt, da hat es heute für Platz zwei in der Teamwertung gereicht. Dass Hari Proczyk den Vizemeistertitel geholt hat, ist kein Problem für mich. Wir haben zum Abschluss noch einmal gewonnen und der Junior Dominik Fugel steht auch auf dem Podest - was will man mehr", sagte Kirsch.

Kai Jordan (47, Wolfsburg, JBR Racing) belegte Rang fünf und holte damit das beste Ergebnis eines VW Golf GTI TCR. Newcomer Lukas Niedertscheider (21, Österreich, HP Racing) fuhr im Seat als Sechster prompt in die Punkte. Hinter ihm folgten Emil Westmann (20, Finnland, LMS Racing) in einem weiteren Seat, VW-Pilotin Gosia Rdest (23, Polen, Liqui Moly Team Engstler), Jürgen Schmarl (42, Österreich, Target Competition) im Honda und Seat-Fahrer Pascal Eberle (25, Schweiz, Steibel Sport).

Gleich nach dem Start gab es einen Kontakt zwischen Files und Strandberg, in dessen Folge der neue Champion ausschied, auch Antti Buri (27, Finnland, LMS-Racing) musste seinen Seat nach einem Dreher vorzeitig abstellen. In Führung lag Jost, als das Safety Car nach vier Minuten auf die Strecke kam.

Nach dem Restart übernahm Kirsch die Spitze und setzt sich ab. Strandberg aber, der zwischenzeitlich auf Rang sechs zurückgefallen war, kämpfte sich immer näher heran. Kirsch wehrte aber alle Attacken ab und verteidigte seinen Platz bis zum Schluss erfolgreich.
Steve Kirsch
Foto: ADAC-Motorsport

Steve Kirsch (Sieger, Team Honda ADAC):
"Das war ein guter Abschluss. Mein Start war ein Jahrhundertstart, der funktioniert nicht immer so. Dadurch hatte ich nicht mehr viele Gegner vor mir. Die Safety-Car-Phase kam uns ein bisschen entgegen. Dennis Strandberg hat richtig Druck gemacht und Gas gegeben. Das war uns aber von vorneherein klar, deswegen musste ich von Anfang an pushen."

Sonntag, 2. Oktober 2016

Josh Files: Der erste Champion der ADAC TCR Germany im Porträt

  • Vom Underdog zum Champion: Files' Weg an die Spitze
  • Lob und Anerkennung von der Konkurrenz
  • ADAC TCR Germany-Meister Files: "Der größte Erfolg meiner Karriere"
Josh Files
Foto: ADAC-Motorsport
Dass er vor der Premierensaison der ADAC TCR Germany höchstens echten Motorsportexperten ein Begriff war, kümmerte Josh Files (25, Großbritannien, Target Competition) überhaupt nicht. Schnell machte sich der Mann aus Norwich einen Namen - mit seiner fehlerfreien und konstanten Leistung auf der Strecke und mit seiner offenen und lockeren Art abseits des Asphalts. Einem Doppelsieg zum Auftakt der Saison in Oschersleben ließ er in den folgenden Monaten vier weitere folgen - dass Files sich am Samstag in Hockenheim vorzeitig zum ersten Meister der ADAC TCR Germany kürte, war der verdiente Lohn.

"Ich bin überglücklich, ich kann es kaum glauben. Das ist der größte Erfolg in meiner Karriere", sagte der 25-Jährige, strahlte über das ganze Gesicht und schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf. In den letzten zwei Runden schossen im die Tränen in die Augen, er konnte und wollte sie nicht zurückhalten. "Ich habe mich so gefreut, das war schon sehr emotional", sagte er und ließ die Saison in Gedanken noch einmal Revue passieren.
in der laufenden Saison von Seat zu Honda gewechselt
Foto: ADAC-Motorsport

Dass er die Saison im Seat Leon TCR begann und dann auf den Honda Civic TCR umstieg? Dass er einen Großteil der Strecken gar nicht kannte und ein echter Spätstarter in Sachen Motorsport ist? All das blendete Files in diesem Jahr aus, mit seinem Team Target Competition, das im vergangenen Jahr den Meister in der internationalen TCR-Serie gestellt hatte, fand der Brite auch bei schwierigen Bedingungen immer wieder Lösungen.

Files wurde von den beiden Target-Teamchefs Markus und Andreas Gummerer entdeckt, die den 25-Jährigen zunächst über einige Monate beobachteten und dann bereits wussten: "Das ist einer, mit dem wir die Meisterschaft gewinnen können." Files rechtfertigte das Vertrauen: "Mir geht es immer ums Gewinnen, mit zweiten Plätzen will ich mich gar nicht beschäftigen", sagte er.

Auch bei der Konkurrenz hinterließen Files' Vorstellungen Eindruck. "Wer am Ende des Jahres ganz oben steht, der hat es schlicht und einfach verdient. Er hat die meisten Punkte geholt, und Target hat das Maximum aus seinem Honda herausgeholt", sagte etwa Steve Kirsch (37, Chemnitz, Team Honda ADAC), mit dem sich Files im Laufe der Saison viele spannende Duelle auf der Strecke geliefert hatte. Auch Benjamin Leuchter (28, Duisburg, Racing One) sah im Gesamtpaket den Schlüssel zum Erfolg: "Guter Fahrer, gutes Auto, gutes Team. So einfach geht die Rechnung", sagte der 28-Jährige und meinte: "Ich habe die Target-Jungs und insbesondere Josh Files spätestens nach dem Auftakt in Oschersleben auf dem Schirm gehabt." Und für Harald Proczyk (40, Österreich, HP Racing) war ohnehin schon "länger klar, dass der Sieger am Ende Josh Files heißen wird".

Files selbst hatte den steigenden Druck und die erhöhten Erwartungen an seine Person immer von sich gewiesen. "Die Meisterschaft ist erst dann entschieden, wenn ich rechnerisch nicht mehr einholbar bin. Davor will ich mich damit nicht beschäftigen. Ich gehe Schritt für Schritt", hatte er stets betont. Passend zum Saisonfinale war sein Vater angereist, ansonsten hatte er versucht, die gewohnten und eingespielten Abläufe auch beim Finale durchzuspielen.

Im Gegensatz zu den meisten seiner Mitstreiter ist Files ein echter Spätstarter und erst seit etwa sechs Jahren im Motorsport aktiv. "Ich bin über meinen Vater zum Motorsport gekommen, aber ich selbst bin als Kind nie auf der Kartbahn gewesen", sagt Files, der sein Renndebüt 2010 gab. Zunächst war er erfolgreich im Thoroughbred Sports Car, seit 2011 dann im Renault Clio Cup in seiner Heimat.

Auch nach dem Wechsel in den Tourenwagensport Ende 2015 war er auf Anhieb schnell unterwegs. "Ich bin tief verbunden mit dem Motorsport, ich liebe Rennen und den Wettkampf", sagte der Brite, der außerdem als Fahrlehrer und Autohändler arbeitet "Ich stehe darauf, ein bisschen anders zu sein", sagt er lächelnd - der Erfolg gibt ihm recht.

Samstag, 1. Oktober 2016

Vierter Saisonsieg für Jahn/Estre - De Phillippi/Mies auf Titelkurs

  • Porsche-Duo David Jahn/Kévin Estre feiert vierten Saisonsieg
  • Connor De Phillippi und Christopher Mies mit bester Chance im Titelkampf
  • De Phillippi erster Champion der neuen Junioren-Wertung
Foto: ADAC-Motorsport
David Jahn (25, Leipzig) und Kévin Estre (27, F/beide KÜS TEAM75 Bernhard) haben ihre Topform im ADAC GT Masters ein weiteres Mal unter Beweis gestellt: Das Porsche-Duo sicherte sich im ersten Rennen des Saisonfinales in Hockenheim bereits den vierten Saisonsieg. "Wahnsinn. Das freut mich vor allen Dingen für alle Menschen, die mich hier unterstützt haben", so Lokalmatador Jahn, der im nahen Speyer geboren wurde. Mit Rang zwei bauten Connor De Phillippi (23, USA) und Christopher Mies (27, Heiligenhaus/beide Montaplast by Land-Motorsport) im Audi R8 ihre Tabellenführung aus und haben beim zweiten Rennen am Sonntag die besten Chancen auf den Titelgewinn. Als Champion fest steht De Phillippi bereits vorzeitig in der neuen Junioren-Wertung.

Porsche schiebt sich nach vorn - Titelkonkurrenten zunächst auf Augenhöhe


Direkt vor dem ersten Rennen des ADAC GT Masters-Saisonfinales 2016 öffnete der Himmel seine Schleusen und sorgte für eine Regenschlacht im vorletzten Saisonrennen. Kurz nach dem Start verlor Pole-Setter Connor De Phillippi im Audi R8 seine Führung an Porsche-Pilot David Jahn. Nur wenige Meter später musste der Tabellenführer auch Marvin Dienst (19, Lampertheim/bigFM Racing Team Schütz Motorsport) in einem weiteren Porsche passieren lassen. Meisterschaftskonkurrent Jules Gounon (21, F/Callaway Competition), der von Rang zwölf gestartet war, machte in der Anfangsphase viel Boden gut und lag vor der Phase der obligatorischen Boxenstopps hinter De Phillippi auf Rang vier.

Als das Führungsquartett nach dem Fahrerwechsel zurück auf die Strecke kam, überholte De Phillippis Teamkollege Christopher Mies (27, Heiligenhaus) Christopher Zanella (26, CH), der den Porsche von Dienst übernommen hatte, für Rang zwei. Ganz vorn ließ Kévin Estre in der zweiten Rennhälfte nichts anbrennen und fuhr für sein Team auf der in der zweiten Rennhälfte abtrocknenden Strecke bereits den vierten Sieg in Folge bei einem Samstagsrennen nach Hause. Jahn zementierte damit seinen dritten Gesamtrang und wahrte mit 23 Punkten Rückstand in der Fahrerwertung seine rechnerische Titelchance.

Die besten Karten in Sachen Meisterschaft haben weiterhin De Phillippi/Mies. Das Audi-Duo fuhr auf Rang zwei sein siebtes Podestergebnis der Saison ein und hat nun zwölf Zähler Vorsprung auf die Gesamtzweiten Gounon/Keilwitz (27, Villingen), die die Ziellinie auf Rang sechs überquerten. Damit reicht den Tabellenführern ein dritter Platz im zweiten Rennen, um aus eigener Kraft den Fahrertitel zu gewinnen. De Phillippis zweiter Rang war gleichbedeutend mit dem Sieg in der Junioren-Wertung für Fahrer unter 25 Jahre. Mit 35 Punkten Vorsprung in der Tabelle ist der Amerikaner nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen und krönte sich so zum ersten Champion der ADAC GT Masters-Saison 2016.

Dienst/Zanella freuten sich auf Rang drei über ihren ersten Podestplatz der Saison. Von Platz drei gestartet, auf Rang vier im Ziel: Die Teamkollegen von De Phillippi/Mies, Christopher Haase (29, Kulmbach) und Stéphane Ortelli (46, MC), trugen ihren Anteil für den möglichen Gewinn von Montaplast by Land-Motorsport in der Teamwertung bei. Die Audi-Truppe führt weiterhin vor der Corvette-Mannschaft Callaway Competition. Eine starke Aufholjagd vom 18. Startplatz auf Rang fünf gelangen Fabian Hamprecht (21, Hagen) und Christer Jöns (29, Ingelheim/beide Bentley Team ABT) im besten Bentley Continental.
Foto: ADAC-Motorsport
Mit Platz sieben verabschiedeten sich die Titelverteidiger Sebastian Asch (30, Ammerbuch)/Luca Ludwig (27, Bonn/beide AMG-Team Zakspeed) aus dem Meisterschaftskampf. Ihre Teamkollegen Nicolai Sylvest (19, DK)/Nikolaj Rogivue (20, CH/beide AMG-Team Zakspeed) belegten den achten Platz. Rolf Ineichen (38, CH)/Christian Engelhart (29, Kösching/beide GRT Grasser-Racing-Team) fuhren im besten Lamborghini Huracán auf Rang neun. Damit hielt Ineichen als Trophy-Sieger den Titelkampf mit seinem Landsmann Remo Lips (33, CH/RWT Racing) offen. Mikaela Åhlin-Kottulinsky (23, S) freute sich im Audi R8 von Aust Motorsport an der Seite von Pierre Kaffer (39, Salenstein) dank des zehnten Rangs über ihren ersten Punkt im ADAC GT Masters.

Stimmen der Sieger


David Jahn
(KÜS TEAM75 Bernhard, Porsche 911):
"Vierter Sieg in Folge in einem Samstagsrennen - ich denke, wir können uns jetzt Samstagsmeister nennen. Ein ganz tolles Resultat in diesem schwierigen Regenrennen. Ich war mir nicht sicher, wie stark ich im Regen bin. Aber es hat bestens funktioniert. Gleich in der dritten Kurve habe ich die Führung übernommen. Das hatte ich mir so erhofft. Dann habe ich das Rennen von vorn ganz gut kontrolliert. In Bezug auf die Meisterschaft geben wir weiterhin das Maximum und müssen warten, was die anderen machen."

Kévin Estre (KÜS TEAM75 Bernhard, Porsche 911):
"Ich musste die Führungsposition, die mir David (Jahn) beschert hat, nur noch bis ins Ziel verteidigen. Das mag für Außenstehende einfach aussehen, ist es aber nicht. Bei einem Regenrennen kann so viel passieren. Kurz vor der Mercedes-Arena lag Öl oder Kühlflüssigkeit auf der Strecke. Zum Glück hatte mir das David erzählt. Das war wirklich rutschig. Unser Auto hat sehr gut funktioniert. Ich glaube, wir hätten jederzeit noch mehr Gas geben können, wenn der Audi hinter uns noch aufgeholt hätte."

Josh Files krönt sich zum ersten Meister der ADAC TCR Germany

  • Der Brite macht den vorzeitigen Titelgewinn perfekt
  • Proczyk und Kirsch kämpfen um die Vizemeisterschaft
  • Lautenschlager erneut bester Junior
Josh Files - erster Meister der ADAC TCR Germany
Foto: ADAC-Motorsport
Josh Files (25, Großbritannien, Target Competition) ist der erste Meister der ADAC TCR Germany. Der Brite feierte beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring seinen sechsten Saisonsieg im 13. Rennen und machte den vorzeitigen Titelgewinn perfekt. Sein bis dato einziger Meisterschaftskonkurrent Harald Proczyk (40, Österreich, HP Racing) rutschte früh von der Strecke, verlor viel Zeit und stellte seinen Seat Leon TCR letztlich ab. Der von der Pole Position gestartete Files bekam davon an der Spitze kaum etwas mit, während er im Honda Civic TCR ungefährdet seinem nächsten Erfolg entgegenstrebte.

"Ich bin so glücklich, das ist der größte Erfolg meiner Karriere. Es ist irgendwie noch gar nicht angekommen. Ich wusste, dass ich hier Meister werden kann - aber dass das dann tatsächlich geklappt hat, ist unglaublich", sagte Files.

Hinter dem Champion kamen Gastfahrer Dennis Strandberg (23, Schweden, Target Competition) und Steve Kirsch (37, Chemnitz, Team Honda ADAC) ins Ziel. Kirsch wird sich im letzten Saisonrennen mit Proczyk um die Vizemeisterschaft streiten. Es folgten Gastfahrer Pierre Yves Corthals (40, Belgien, DG Sport Competition) im Opel Astra TCR, Benjamin Leuchter (28, Duisburg, Racing One) im VW Golf GTI TCR, Antti Buri (27, Finnland, LMS Racing) im Seat Leon TCR und Juniorenmeister Tom Lautenschlager (17, Grafenau, Liqui Moly Team Engstler). Dominik Fugel (19, Chemnitz, Team Honda ADAC), Kai Jordan (47, Wolfsburg, JBR Motorsport) und Pascal Erberle (25, Schweiz, Steibel Motorsport) in einem weiteren Seat Leon TCR komplettierten bei schwierigen Bedingungen mit einsetzendem Nieselregen die Top Ten.

Files, der mit 43,5 Punkten Vorsprung auf Proczyk ins Rennen gegangen war, verteidigte seine Führung nach dem Start von der Pole Position souverän und setzte sich Schritt für Schritt von Strandberg und Kirsch ab. Hinter dem Spitzentrio im Honda führte Leuchter als bester VW-Pilot die Verfolgergruppe lange Zeit an, ehe Corthals den 28-Jährigen in der Schlussphase überholte. Zweikämpfe gab es im Mittelfeld, allen voran Antti Buri arbeitete sich nach vorn. Letztlich holte der von Rang zwölf gestartete Finne den sechsten Platz. Auch der von der ADAC Stiftung Sport geförderte Lautenschlager machte einige Plätze gut und war erneut bester Junior.